Drei Steuertipps für Hundebesitzer

 

Homeoffice, Kontaktbeschränkungen, kaum Freizeitmöglichkeiten - da ist das Gassi gehen mit dem geliebten Vierbeiner eine willkommene Abwechslung. Zwar muss man als Hundehalter die Hundesteuer bezahlen, aber dass man mit dem Hund auch noch Steuern sparen kann, wissen die wenigsten. Wie das funktioniert, und was dabei zu beachten ist, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH). Drei Steuerspartipps für Hundefreunde.

 

1. Hundehalterhaftpflicht ist absetzbar

 

Die Hundehalterhaftpflicht ist - ebenso wie viele andere private Versicherungen - abzugsfähig. Steuerzahler können also die entsprechenden Beiträge in der Regel als Sonderausgabe in der Steuererklärung angeben. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der in diesem Fall zulässige Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft wurde. Er beträgt bei Einzelveranlagung 1.900 Euro, bei Zusammenveranlagung 3.800 Euro.

 

Achtung: Der Steuervorteil bei der Hundehalterhaftpflicht gilt nicht für andere Tierversicherungen - wie zum Beispiel Versicherungen gegen Krankheit.

 

2. Professionelle Hundebetreuung von der Steuer absetzen

 

Füttern und Fell bürsten, ausführen und austoben: Wer sich für die Versorgung, Betreuung oder Pflege seines Hundes professionelle Hilfe ins Haus holt, kann in der Regel einen Teil der Ausgaben von der Steuer absetzen. Das Stichwort lautet hier: haushaltsnahe Dienstleistungen.

 

Dabei handelt es sich um Arbeiten, die im Haushalt regelmäßig anfallen und normalerweise von einem Haushaltsmitglied erledigt werden könnten. Wenn dafür ein professioneller, also gewerblich angemeldeter Anbieter - etwa ein Hundesitter - in die eigenen vier Wände kommt, handelt es sich um haushaltsnahe Dienstleistungen. Noch ist das in Anbetracht der Corona-Pandemie und ihren derzeit strengen Kontaktbeschränkungen zwar nicht möglich. Doch sollten im Frühjahr oder Sommer diese Einschränkungen gelockert werden oder gar entfallen, sollten Herrchen oder Frauchen steuerlich gesehen Folgendes dabei beachten:

 

-  20 Prozent der jeweils anfallenden Anfahrts-, Arbeits- und Lohnkosten erkennt das Finanzamt steuermindernd an. Oder anders gesagt: Frauchen oder Herrchen tragen die Rechnungssummen ihrer haushaltsnahen Dienstleistungen, die sich innerhalb eines Kalenderjahres angesammelt haben, in die Steuererklärung ein. Und das zuständige Finanzamt zieht dann 20 Prozent dieser Kosten von der Steuerschuld ab.

-  Allerdings ist der jährliche Steuervorteil für haushaltsnahe Dienstleistungen auf 4.000 Euro begrenzt.

-  Materialkosten werden nicht berücksichtigt, weshalb es ratsam ist, die verschiedenen Kostenarten in der Rechnung getrennt ausweisen zu lassen. 

Generell liegt die Betonung bei den haushaltsnahen Dienstleistungen ganz klar auf dem ersten Wort. Das heißt, die Pflege und Betreuung des Tieres muss hauptsächlich im Haushalt des Hundebesitzers angesiedelt sein, also in dessen Haus oder Wohnung bzw. auf dessen Grundstück - unter Beachtung der derzeit oder künftig geltenden Kontakteinschränkungen. Die Unterbringung in einem Hundehotel akzeptiert das Finanzamt folglich nicht.

 

Aber was gilt für den Gassi-Service? Kann ich den Hundesitter noch von der Steuer absetzen, wenn dieser regelmäßig mit dem Tier nach draußen geht und das Grundstück des Halters verlässt? Die Antwort lautet: ja, unter Umständen. Ist der Gassi-Service Teil eines umfassenderen Betreuungsangebots, dessen Tätigkeiten - etwa das Füttern, Pflegen und Aufpassen - vor allem im Haushalt des Hundehalters erledigt werden, so lässt sich das Gesamtpaket in der Steuererklärung angeben. Handelt es sich hingegen um einen reinen Abhol-und-Zurückbring-Dienst ohne haushaltsnahe Zusatzleistungen, ist ein Steuerabzug nicht möglich.

 

Und noch etwas ist zu beachten: Wie bei allen haushaltsnahen Dienstleistungen sind für das Finanzamt zwei Nachweise wichtig - erstens die Rechnung des jeweiligen Dienstleisters und zweitens der Überweisungsbeleg, der beweist, dass die Rechnung beglichen wurde. Barzahlungen werden nicht anerkannt.

 

3. Hundefriseur beim Finanzamt geltend machen

 

Eine Besonderheit ergibt sich für Hundefriseure: Wer seinen Liebling in den Hundesalon bringt und ihn dort scheren oder trimmen lässt, kann die entstehenden Kosten nicht von der Steuer absetzen, da es sich um keine haushaltsnahe Dienstleistung handelt. Wenn allerdings der Hundepfleger und -verschönerer in die Wohnung des Halters kommt, kann das steuerlich berücksichtigt werden. In diesem Fall greifen alle Regeln und Vorgaben, die für haushaltsnahe Dienstleistungen gelten.

 

Kinderkrankengeld gehört in die Steuererklärung

 

Das eigene Kind ist krank oder bleibt aufgrund der Corona-Pandemie-Maßnahmen zu Hause? Dann erhalten Eltern Kinderkrankengeld. Welche Bedingungen dafür gelten und was das mit der Steuererklärung zu tun hat, erklärt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).

 

Doppelt so viele Kinderkrankentage in 2021

 

Die Bundesregierung hat die Zahl der Tage, an denen Kinderkrankengeld bezogen werden kann, verdoppelt. Und zwar rückwirkend zum 5. Januar. Das bedeutet: Im Jahr 2021 gibt es pro Elternteil 20 Tage pro Kind und für Alleinerziehende 40 Tage pro Kind. Mit der Anzahl der Kinder erhöht sich die Zahl der Tage, sodass maximal 45 beziehungsweise 90 Kinderkrankentage möglich sind.

 

Kinderkrankengeld jetzt auch für Corona-Maßnahmen

 

Das Kinderkrankengeld ersetzt in der Regel 90 Prozent des Nettogehalts. Arbeitnehmer beantragen es bei ihrer Krankenkasse - nämlich im Normalfall, wenn sie ihr krankes Kind zu Hause betreuen und deshalb nicht arbeiten können. Das gilt aber nur für Kinder, die unter 12 Jahre alt und gesetzlich mitversichert sind.

 

In diesem Jahr wird das Kinderkrankengeld auch dann ausgezahlt, wenn das Kind oder die Kinder aufgrund der Pandemie-Maßnahmen daheim betreut werden müssen. Das ist dann der Fall, wenn Schulen oder Kitas entweder tatsächlich geschlossen sind, oder wenn die Behörden empfehlen, die Kinder zu Hause zu betreuen. Weitere Informationen bietet das Bundesfamilienministerium mit seinen "Fragen und Antworten zum Kinderkrankgeld".

 

Übrigens: Anspruchsberechtigt sind auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten.

 

Kinderkrankengeld ist eigentlich steuerfrei...

 

Erhält eine Mutter oder ein Vater Kinderkrankengeld, ist das steuerfrei. Allerdings zählt dieses Geld - genau wie das Elterngeld oder auch das Kurzarbeitergeld - zu den Lohnersatzleistungen. Und diese Leistungen unterliegen dem Progressionsvorbehalt, wodurch der persönliche Steuersatz steigt.

 

Das funktioniert so: Das Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Kinderkrankengeld wird am Ende des Jahres auf das Einkommen hinzugerechnet, um den Steuersatz zu ermitteln. Dadurch erhöht die ursprünglich steuerfreie Ersatzleistung den persönlichen Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird. Obwohl die Lohnersatzleistung steuerfrei ist, können so dann doch mehr Steuern fällig werden.

 

... und muss in die Steuererklärung eingetragen werden

 

Erhalten Mütter oder Väter mehr als 410 Euro im Jahr am Lohnersatzleistungen, müssen sie eine Steuererklärung abgeben. Die Summe des Kinderkrankengelds tragen sie im Mantelbogen unter "Einkommensersatzleistungen" ein. Zu diesem Zweck sollten Mütter und Väter automatisch von ihrer zuständigen Krankenkasse eine "Bescheinigung für das Finanzamt" erhalten haben, worin die Höhe des Kinderkrankengelds vermerkt ist.

 

Übrigens: Die Daten über erhalten Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Krankengeld übermitteln die Krankenkassen inzwischen elektronisch an das zuständige Finanzamt.

 

Alleinerziehende: So erhalten sie automatisch einen Freibetrag über 4.000 Euro

 

Der Freibetrag für Alleinerziehende ist auf das Doppelte angestiegen, nämlich auf 4.008 Euro. Vier Kriterien müssen erfüllt sein, damit Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen, den steuerlichen Entlastungsbetrag automatisch von ihrem zuständigen Finanzamt erhalten. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, worauf es ankommt.

 

Der sogenannte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende lag bis 2019 noch bei 1.908 Euro. Für die Jahre 2020 und 2021 wurde der Freibetrag mehr als verdoppelt. Für alleinerziehende Väter und Mütter, die ihre Steuererklärung 2020 und 2021 machen, wird also ein Freibetrag von 4.008 Euro eingetragen. Diesen Entlastungsbetrag zieht das zuständige Finanzamt von allen steuerpflichtigen Einkünften des alleinerziehenden Elternteils ab und verringert dadurch die Steuerlast.

 

Nur wer steuerlich als alleinerziehend gilt, erhält den Freibetrag

 

Doch diesen Steuervorteil erhalten lediglich Mütter und Väter, die steuerlich gesehen auch tatsächlich als alleinerziehend gelten. Und dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

 

-  Sie leben mit ihrem Kind in einer gemeinsamen Wohnung.

-  Ihnen steht Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für das Kind zu.

-  Sie sind unverheiratet oder leben seit dem vorangegangenen Veranlagungszeitraum dauernd getrennt, oder sie sind verwitwet.

-  Sie leben nicht in einer sogenannten Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person zusammen. 

 

VLH-Tipp: Wer mit seinem Lebensgefährten oder seiner Lebensgefährtin, der eigenen Mutter, dem Bruder oder mit WG-Genossen in einem Haushalt lebt, dem steht folglich kein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu. Anders ist das mit eigenen Kindern: Lebt ein alleinerziehender Vater oder eine alleinerziehende Mutter mit einem oder mehreren volljährigen Kindern zusammen, für die ein Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag besteht, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein minderjähriges Kind in der Regel gewährt, solange die übrigen Bedingungen zutreffen.

 

Rheinland-Pfalz hat die schnellsten Finanzämter

 

Rheinland-Pfalz hatte 2020 die schnellsten Finanzämter Deutschlands, dicht gefolgt vom Saarland. Das geht aus einer Datenerhebung der Online-Steuererklärung Lohnsteuer-kompakt.de hervor. Mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 46,2 Tagen ist Rheinland-Pfalz schneller als der Vorjahressieger Nordrhein-Westfalen, der 2019 im Schnitt 47 Tage brauchte. Auch im bundesweiten Schnitt sind die Finanzämter im Corona-Jahr mit 53,1 Bearbeitungstagen rund einen Tag schneller als 2019 mit einer Bearbeitungsdauer von 54,7 Tagen.

 

"Die im Schnitt trotz Corona gesunkene Bearbeitungsdauer zeigt, dass sich die Digitalisierungsstrategie der Finanzbehörden positiv auswirkt", sagt Felix Bodeewes, Geschäftsführer von Lohnsteuer-kompakt.de. "Ob angesichts der Pandemie in irgendeiner Form anders geprüft wird, lässt sich aus den Daten nicht ablesen."

 

Das 2020 bundesweit schnellste Finanzamt kommt aus dem Saarland. Beim Finanzamt Homburg Außenstelle St. Ingbert mussten Steuerpflichtige im Schnitt 28,7 Tage auf ihren Steuerbescheid warten. Damit ist das Finanzamt allerdings rund zwei Tage langsamer als der Vorjahres-Sieger Herne (Nordrhein-Westfalen) mit einer Bearbeitungsdauer von damals 26,6 Tagen. Das Finanzamt Herne landete 2020 nur auf Platz 175 mit einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von 48,4 Tagen.

 

"Bei sehr großen Abweichungen im Vergleich zum Vorjahr lässt sich vermuten, dass Corona zumindest in einzelnen Regionen oder bei einzelnen Ämtern durchaus Auswirkungen hatte. Quarantäne-Maßnahmen und Krankschreibungen können schnell zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der Bearbeitungsdauer führen", so Bodeewes.

 

Dieser Effekt ist auch bei den Thüringer Finanzämtern zu vermuten. Dort brauchten die Finanzämter 2020 im Schnitt 71,4 Tage, um eine Steuererklärung zu bearbeiten. Damit ist Thüringen das mit Abstand langsamste Bundesland. Schon im August stieg in Thüringen die Zahl der Neuinfektionen stark an, seit Oktober sind die Thüringer Finanzämter für Besucher geschlossen.

 

Vorjahres-Sieger Nordrhein-Westfalen landete 2020 mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 48,2 Tagen auf dem vierten Platz. Das Saarland verteidigte den zweiten Platz aus dem Vorjahr. Die jeweils aktuelle Bearbeitungszeit ihres Finanzamtes finden Steuerpflichtige unter www.lohnsteuer-kompakt.de/start/finanzaemter.

 

Wer darf 2021 zum Soli „Tschüss“ sagen?

 

Soli abgeschafft - 90 Prozent der Steuerzahler können jubeln

 

Das neue Jahr 2021 beginnt für die meisten mit einer spürbaren Steuererleichterung. Seit 1995 gibt es den Solidaritätszuschlag in seiner derzeitigen Form. Ursprünglich sollte diese zusätzliche Abgabe zur Einkommensteuer nur kurzzeitig die Kosten der deutschen Einheit finanzieren. Dass er ein Vierteljahrhundert beibehalten wurde, ist sehr umstritten. Regelmäßig musste er vom Bundesverfassungsgericht auf seine Rechtmäßigkeit überprüft werden. Viele Stimmen plädieren für seine endgültige Abschaffung. Die kommt zwar nicht, aber mit Beginn des Jahres 2021 wird er immerhin deutlich zurückgefahren. Für einen Großteil der Steuerzahler entfällt er aber komplett, berichtet die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Die Mittelschicht ist der große Gewinner

 

Für niedrige und mittlere Einkommen wird der Soli ganz abgeschafft. Da Geringverdiener noch nie viel Soli bezahlt haben, ist die Mittelschicht der große Gewinner. 90 Prozent der Steuerzahler werden laut Finanzministerium vom Soli befreit. Die Topverdiener in der Gesellschaft werden nach wie vor mit 5,5 Prozent von der Einkommensteuer zur Kasse gebeten, um bestehende Projekte im Osten weiter zu finanzieren.

 

Anhebung der Freigrenzen

 

Die Entlastung erfolgt durch eine Anhebung der bisherigen Freigrenzen von 972 Euro für Einzelveranlagte und 1.944 Euro für Zusammenveranlagte auf 16.956 Euro bzw. 33.912 Euro. Diese Freigrenzen beziehen sich auf die Einkommensteuer, die die Grundlage für die Berechnung des Soli darstellt. Mit diesen Freibeträgen sind auch die sonstigen Bezüge, die zusätzlich zum regulären Arbeitslohn bezahlt werden, abgegolten. Darunter fallen beispielsweise das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Tantiemen, Gratifikationen, Boni und Abfindungen.

 

Umgerechnet auf Jahresbruttolöhne haben Alleinstehende bis zu 18.500 Euro Bruttoarbeitslohn und Familien mit einem Alleinverdiener und zwei Kindern bis zu 53.000 Euro in der Vergangenheit keinen Soli abführen müssen. Ab Januar 2021 wird bei Einzelveranlagten bis zu einem Bruttolohn von 74.195 Euro kein Soli mehr erhoben. Ein Alleinverdiener ohne Kinder in der Steuerklasse III ist bis zu einem Jahresbrutto von 137.180 Euro befreit. Ein Alleinverdiener mit zwei Kindern im Haushalt zahlt bis 153.960 Euro keinen Soli mehr.

 

Verschiebung der Milderungszone

 

Im Anschluss an die Freigrenzen greift jeweils eine Milderungszone. Wer die Freigrenze überschreitet, zahlt nicht sofort den vollen Soli. Die Abgabe wird schrittweise mit dem Einkommen erhöht. In diesem Einkommensgefüge befinden sich 6,5 Prozent der Steuerzahler. Auch sie werden von den Änderungen profitieren.

 

Ab einem zu versteuernden Einkommen von 96.820 Euro fällt dann der volle Soli für Alleinstehende an. Zusammenveranlagte können ab einem zu versteuernden Einkommen von 193.641 Euro mit dem vollen Zuschlag rechnen. Eine Familie mit zwei Kindern führt ab 210.417 Euro zu versteuerndem Einkommen den vollen Soli ab. Insgesamt sind das 3,5 Prozent der Steuerpflichtigen, also die absoluten Spitzenverdiener, die weiterhin voll belangt werden.

 

Sofern der Bruttoarbeitslohn knapp über den Grenzwerten liegt und der Arbeitgeber deswegen den Soli abgeführt hat, ist es möglich, ihn über die Einkommensteuererklärung wieder hereinzuholen oder die Abgabe zu mindern. Denn das zu versteuernde Einkommen liegt oft unterhalb des Bruttolohns, zum Beispiel wenn berufliche Ausgaben geltend gemacht werden können.

 

Kein Vorteil für Geldanleger

 

Für Sparer bringt die Rückführung des Soli erstmal keinen Vorteil. Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro Zinsen im Jahr werden nach wie vor unverändert mit dem Soli in Höhe von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer belastet.

 

Soviel Geld haben Haushalte mehr

 

Da beim Soli verschiedene Lohnsteuermerkmale, Kinderfreibeträge sowie das familiäre Einkommensgefüge eine Rolle spielen, können nachfolgende Beispiele nur der Orientierung dienen.

 

Ein Single mit einem zu versteuernden Einkommen von 31.200 Euro hat ca. 300 Euro netto mehr im Jahr. Einem kinderlosen Ehepaar, bei dem beide arbeiten gehen, bringt die Abschaffung des Soli bei einem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen von 74.400 Euro rund 812 Euro netto pro Jahr. Einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 120.800 Euro stehen 1.405 Euro mehr zur Verfügung.

 

Wer in der Milderungszone teilweise noch den Soli abführen muss, kann sich aber in der Regel dennoch über mehrere hundert Euro im Jahr zusätzlich freuen, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Durchschnittlicher Besteuerungsanteil der Renten stieg 2019 auf 62,1%

 

Im Jahr 2019 haben in Deutschland 21,6 Millionen Menschen Leistungen in Höhe von 328 Milliarden Euro aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente erhalten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 5,2 % beziehungsweise 16,3 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2018. Die Zahl der Rentnerinnen und Rentner stieg um 86 000 Personen. Bei den meisten Renten zählt nur ein Teilbetrag zu den steuerpflichtigen Einkünften. Im Jahr 2019 waren dies mit 203 Milliarden Euro 62,1 % der Rentenleistungen. Seit 2015 ist der Anteil damit um 6,8 Prozentpunkte gestiegen.

 

Ursache für den Anstieg ist die Neuregelung der Besteuerung von Alterseinkünften im Alterseinkünftegesetz von 2005. Kernelement der Neuregelung ist der Übergang von einer vorgelagerten zu einer nachgelagerten Besteuerung der gesetzlichen Renten bis zum Jahr 2040. Demnach werden die Aufwendungen zur Alterssicherung in der Ansparphase schrittweise steuerfrei gestellt und die Leistungen erst in der Auszahlungsphase steuerlich belastet. Welcher Anteil der Renteneinkünfte zu den steuerpflichtigen Einkünften zählt, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns: Je später der Rentenbeginn, desto höher ist der besteuerte Anteil der Renteneinkünfte.

 

Wie viele Rentnerinnen und Rentner Einkommensteuer zahlen, ist aufgrund der langen Fristen zur Steuerveranlagung für 2019 noch nicht bekannt. Aktuellste Informationen zur Rentenbesteuerung liegen für 2016 vor. Demnach mussten 6,1 Millionen (29 %) der insgesamt 21,3 Millionen Personen mit Leistungen aus gesetzlicher, privater oder betrieblicher Rente Einkommensteuer auf ihre Renteneinkünfte zahlen. Das waren rund 284 000 Personen beziehungsweise 1,3 Prozentpunkte mehr als 2015.

 

Bei einem großen Teil der steuerbelasteten Empfängerinnen und Empfänger von Renten - hierzu zählen auch hinterbliebene Eheleute und Kinder - liegen neben den Renten noch andere Einkünfte vor. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren können das auch Einkünfte des Partners sein, die für die Besteuerung zusammengerechnet werden.

 

Steuern sparen bei Trennung oder Versöhnung

 

In Zeiten eines Lockdowns sind manche Familien ganz schön unter Stress. Man sitzt zu Hause aufeinander und kann sich nicht aus dem Weg gehen. Oftmals kracht es dann gewaltig und die Ehepartner zerstreiten sich. Manchmal so heftig, dass nur mehr eine Trennung in Frage kommt. Andere Ehepaare, die sich bereits getrennt haben, finden gerade in schweren Zeiten wieder zueinander und empfinden den anderen als wertvolle Stütze. Steuerlich betrachtet spielt der Zeitpunkt einer Trennung oder Versöhnung eine Rolle und gerade zum Jahreswechsel kann man die Finanzen leicht beeinflussen.

 

Auf das Timing kommt es an

 

Nach einer offiziellen Trennung vom Ehepartner sind die steuerlichen Vorteile des Ehegattensplittings spätestens ab dem folgenden Jahreswechsel verloren, berichtet die Lohnsteuerhilfe Bayern. Anders als beim gesetzlichen Trennungsjahr wird bei der Steuer nicht mit 12 Monaten ab dem Zeitpunkt der Trennung gerechnet, sondern das kalendarische Neujahr beendet den Steuervorteil. Im Folgejahr der Trennung kommt also die Einzelveranlagung wieder zum Tragen.

 

Vom Splitting profitieren nur Ehepaare, deren Einkommensgefüge stark auseinanderklafft. Verdienen beide in etwa gleich viel, gibt es keinen Steuervorteil. Je größer die Einkommensdifferenz und je höher ein Gehalt ausfällt, umso mehr profitieren beide gemeinsam finanziell von der Ehe. Bei einer Zusammenveranlagung mit der Steuerklassenkombination III und V können einige hundert bis tausend Euro Steuerersparnis rausspringen.

 

Versöhnung bitte rechtzeitig

 

Haben sich Ehegatten zum Ende 2019 getrennt und sind nun beide versöhnungswillig, lautet die Empfehlung, noch vor Jahresende wieder zusammenzuziehen. Schließlich kann ein gemeinsames Weihnachtsfest etwas sehr Schönes sein, wenn man sich versteht. Der Steuervorteil liegt dann darin, dass der bereits verlorene Splittingvorteil für das gesamte Jahr 2020 kurzfristig noch in Kraft gesetzt werden kann. Zieht sich die Versöhnung ins neue Jahr hinüber, kommt der Vorzug für 2021 noch dazu.

 

Klappt das mit dem gemeinsamen Wohnen und Zusammenleben auf Dauer erneut nicht und die beiden trennen sich im neuen Jahr abermals, bleibt der Steuervorteil 2021 für beide erhalten. Eine Mindestzeit des erneuten Zusammenlebens sieht das Gesetz nicht vor. Allerdings urteilte das Finanzgericht in Köln, dass es eine vierwöchige Probezeit für angemessen hält. Das für die Scheidung vorausgesetzte Trennungsjahr wird durch einen kurzzeitigen Versöhnungsversuch, im Falle eines Scheiterns, übrigens gesetzlich nicht unterbrochen und verhindert eine gewollte Scheidung nicht.

 

Wichtig im Falle einer erneuten Trennung ist, dass dem Finanzamt vor Ort glaubhaft vermittelt wird, dass es sich um einen ernsthaften Versöhnungsversuch gehandelt hat. Um das zu gewährleisten, empfiehlt die Lohnsteuerhilfe Bayern das Formular „Zur Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft“ von beiden Eheleuten unterschrieben unbedingt noch im alten Jahr beim Finanzamt abzugeben. Wer das Formular zur Versöhnung erst im nächsten Jahr einreicht, hat es schwerer, die Voraussetzungen für die Steuervorteile für das Jahr 2020 zu belegen. Als Nachweis kann aber z.B. auch die Ummeldung des Hauptwohnsitzes hilfreich sein.

 

Trennung nicht überstürzen

 

Gerade an Feiertagen eskaliert es in Beziehungen häufig. Dann begegnen sich die Familienmitglieder nicht nur auf engstem Raum, sondern oftmals gesellen sich noch Verwandte dazu. Die Ansprüche an ein wunderbares Fest sind hoch und der Stressfaktor ebenso. Eine Trennung sollte aber niemals überstürzt werden. Ist die dauerhafte Trennung dennoch geplant, ist es rein aus steuerlichen Überlegungen ratsam, bis Anfang Januar durchzuhalten und sie von 2020 auf 2021 aufzuschieben. Ist die emotionale Belastung nicht zu hoch, können wenige Tage oder Wochen über ein weiteres Jahr Ehegattensplitting entscheiden. In den meisten Fällen werden trennungswillige Ehepartner wohl auf ihre Gefühle hören und nicht nach steuerlichen Gesichtspunkten entscheiden. In diesem Fall ist das Formular „Erklärung zum dauernd getrennt leben“ beim Finanzamt abzugeben. Ab dem Zeitpunkt der Scheidung, sind die Eheleute dann unwiderruflich steuerlich getrennt. Kommt es bei Geschiedenen zu einen Versöhnungsversuch, so hat das steuerlich keine Auswirkungen mehr, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Preisgeld für Dissertation zählt als einkommensteuerpflichtiger Arbeitslohn

 

Werbungskosten können unabhängig vom Preisgeld abgesetzt werden

 

Die Dissertation ist nach jahrelanger Arbeit fertig und eingereicht. Die Freude ist zudem groß, weil dafür ein Preisgeld von der Universität ausbezahlt wurde. Doch muss der frischgebackene Doktor sein Preisgeld in der Regel als Arbeitslohn in der Steuererklärung angeben und versteuern, so die Lohnsteuerhilfe Bayern. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn der Promovierende zugleich als wissenschaftlicher Angestellter an der Universität tätig war.

 

Steht der Anwärter des Doktortitels in einem Arbeitsverhältnis mit der Hochschule, wird davon ausgegangen, dass die Dissertation im Rahmen der beruflichen Forschungstätigkeit angefertigt wird. Wird die wissenschaftliche Arbeit anschließend mit einem Preisgeld ausgezeichnet, wird dieser Betrag vom Finanzamt zum normalen Arbeitslohn hinzugerechnet. Das bedeutet, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Steuernachzahlung fällig werden kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass wissenschaftliche Mitarbeiter einer Hochschule einen Teilbetrag ihres Preisgeldes für das Finanzamt zurückhalten.

 

Aktuelles Urteil in einem Rechtsstreit

 

Eine Doktorandin war vier Jahre an einer Universität in Teilzeit angestellt und fertigte in diesem Zeitraum ihre Doktorarbeit an. Das dafür erhaltene Preisgeld wollte sie nicht versteuern, denn sie war der Auffassung, dass das Preisgeld kein Entgelt für ihre Arbeitsleistung sei, sondern eine Anerkennung ihrer Forschungsarbeit. Das Finanzamt versteuerte jedoch das Preisgeld der Frau als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, weshalb sie dagegen Einspruch einlegte und gerichtlich klagte.

 

Das Finanzgericht Köln urteilte 2020, dass der durchgeführte Werbungskostenabzug der Frau erfordert, dass sie alle Einkünfte im Zusammenhang mit der Dissertation ebenfalls in der Einkommensteuererklärung angibt. Das Finanzgericht betrachtete das Preisgeld als Arbeitslohn, da die Klägerin ihre wissenschaftliche Arbeit im Rahmen ihres Angestelltenverhältnisses anfertigen konnte, auch wenn sie dazu arbeitsvertraglich nicht verpflichtet war. Zudem eröffne ihr die Dissertation den Zugang zu einer Karriere als Akademikerin, was ihr wiederum bessere Chancen im Berufsleben verspreche.

 

Werbungskostenabzug ist zulässig

 

Die Kosten, die für die Anfertigung einer Doktorarbeit angefallen sind, sind grundsätzlich als Opens external link in new windowWerbungskosten absetzbar, auch ohne den Erhalt eines Preisgeldes. Das dürfte die meisten Doktoranden erfreuen. Zu den abzugsfähigen Kosten zählen u.a. die Ausgaben für Fachliteratur und Kopien, Laptop und Software, Telefon und Internet, den Druck der Dissertation, die Fahrten zur Uni und Reisen zu Forschungszwecken. Ein doppelter Haushalt ist absetzbar, sofern der Arbeitsplatz an der Uni vom Wohnort weiter entfernt liegt und weiterhin ein eigener Hauptwohnsitz genutzt wird, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Neue Pendlerpauschale: Ab 2021 mehr Steuern sparen bei längeren Fahrten zur Arbeit

 

Wer einen besonders langen Arbeitsweg hat, kann sich freuen. Denn die Pendlerpauschale wird ab 2021 stufenweise angehoben. Was sich ändert und wie viel Autofahrer jetzt sparen können, erklärt Ecovis-Steuerberater André Strunz in Hannover.

 

Welche Kosten Pendler absetzen können

 

Arbeitnehmer und Unternehmer können mit ihren Fahrtkosten zur Arbeit Steuern sparen. Entweder nutzen sie dazu die Pendlerpauschale: Für jeden Kilometer der einfachen Fahrt zur Arbeit lassen sich 0,30 Euro ansetzen. „Und dabei ist es egal, ob sie mit dem Rad, oder mit dem Auto fahren“, sagt Ecovis-Steuerberater André Strunz in Hannover.

 

Oder falls die Kosten für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln höher sind, lässt sich auch die Monatsfahrkarte von der Steuer absetzen.

 

Neue Pendlerpauschale: Das gilt ab 2021

 

Ab 2021 werden Pendler mit langen Arbeitswegen durch eine Anhebung der Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer entlastet. Fernpendler dürfen sich künftig über etwas mehr Geld im Portemonnaie freuen. Denn ab dem 1. Januar 2021 gelten folgende Regeln für Arbeitswege:

 

Für die ersten 20 Entfernungskilometern bleibt die Entfernungspauschale bei 0,30 Euro.

Für alle über 20 hinausgehenden Entfernungskilometer steigt die Pauschale auf 0,35 Euro.

 

Ab 2024 steigt die Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer auf 0,38 Euro. Diese erhöhte Kilometerpauschale soll zunächst bis 2026 gelten. „Der Gesetzgeber will damit vor allem jene entlasten, die auf dem Land wohnen. Sie müssen viel Geld für den Weg zur Arbeit zahlen, weil sie oft nicht auf Bus oder Bahn umsteigen können“, sagt Ecovis-Steuerberater Strunz. Der Gesetzgeber will jedoch für klimafreundliche Alternativen sorgen. Deshalb soll die Pendlerpauschale ab dem Jahr 2027 auch wieder auf 0,30 Euro sinken.

 

Wer kann welche Fahrtkosten in der Steuererklärung geltend machen?

 

Jeder Arbeitnehmer kann seine Fahrtkosten zur Arbeit als Werbungskosten geltend machen. Unternehmer dürfen diese Kosten als Betriebsausgaben abziehen. „Wer ein teures Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr nutzt, sollte zusätzlich die tatsächlichen Kosten ansetzen. Im Rahmen der Steuererklärung wird dann der höhere Betrag angesetzt“, sagt Ecovis-Steuerberater Strunz. „Autofahrer profitieren meist von der Kilometerpauschale – wenn sie damit besonders lange Arbeitswege zurücklegen müssen. Und ab dem Jahr 2021 umso mehr.“ Entsprechendes gilt natürlich auch für Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung.

 

Rechenbeispiel: Wie viel lässt sich ab 2021 tatsächlich an Steuern sparen?

 

Für all jene, die Arbeitswege unter 20 Kilometer einfache Fahrt zurücklegen, ändert sich nichts. Für alle anderen aber können sich die Änderungen bei der Pendlerpauschale durchaus auszahlen, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt: Unser Beispielpendler hat ein Jahreseinkommen von 70.000 Euro und einen einfachen Fahrtweg von 50 Kilometern. Er fährt mit dem Auto an 230 Tagen im Jahr in die Arbeit.

 

Jahr   Rechenweg  Ansetzbare Fahrtkosten

2020 50 km x 230 Tage x 0,30 Euro 3.450 Euro

2021 (20 km x 230 Tage x 0,30 Euro) +(30 km x 230 Tage x 0,35 Euro) = 1.380 + 2.415 Euro         3.795 Euro

Der Pendler kann also ab dem Jahr 2021 345 Euro (3.795 Euro minus 3.450 Euro) mehr Kosten bei seiner Steuer ansetzen. Bei einem unterstellten Steuersatz von durchschnittlich 30 Prozent wäre das eine Steuerersparnis von über 100 Euro.

 

Was ist, wenn das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt?

 

Auch Geringverdiener sollen von den neuen Änderungen profitieren. Wer mit seinem Arbeitseinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, kann deshalb ab 2021 eine Mobilitätsprämie erhalten. Bei der Berechnung gelten dann ebenfalls die neuen Sätze pro Entfernungskilometer zur Arbeit. Die tatsächliche Höhe hängt aber auch noch von weiteren Faktoren ab. Die neue Mobilitätsprämie kann auf Antrag bis 2026 geltend gemacht werden.

 

Tipp: Was sollten Fernpendler jetzt tun?

 

„Alle, die weite Strecken zur Arbeit zurücklegen, sollten noch einmal prüfen, wie sie die Fahrtkosten am besten in der Steuererklärung geltend machen können. Denn damit lässt sich richtig Geld sparen“, sagt Steuerberater André Strunz.

 

Werbungskostenabzug bei außerbetrieblichen Fortbildungen

 

Für Arbeitnehmer gibt es die sogenannte "Erste Tätigkeitsstätte" im Steuerrecht, berichtet die Lohnsteuerhilfe Bayern. Sie stellt eine ortsfeste, betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers dar, der ein Arbeitnehmer zugeordnet ist. Darüber hinaus muss er sie regelmäßig und dauerhaft aufsuchen. Für Studenten, Auszubildende oder Personen in Weiterbildung außerhalb eines Dienstverhältnisses wird parallel dazu die Bildungsstätte als erste Tätigkeitsstätte betrachtet. Für Fahrten zwischen der Wohnung und der Bildungsstätte kann die Entfernungspauschale entsprechend dem Arbeitsweg eines Arbeitnehmers beansprucht werden. Neu ist ein BFH-Urteil, das im Oktober 2020 zu diesem Sachverhalt veröffentlicht wurde.

 

Streitfall und Rechtsprechung im Überblick

 

Der Kläger, der in keinem Arbeitsverhältnis stand, besuchte einen viermonatigen Lehrgang zum Schweißtechniker in Vollzeit. Da die Fortbildung nicht am Wohnort angeboten wurde, machte er für die Unterkunft am Lehrgangsort die tatsächlich angefallenen Kosten geltend. Des Weiteren wollte er die Verpflegungspauschalen für den maximalen Zeitraum von drei Monaten, gemäß den Grundsätzen einer Dienstreise, angerechnet bekommen. Damit scheiterte er jedoch beim Finanzamt sowie vor den verschiedenen gerichtlichen Instanzen.

 

Das oberste Finanzgericht entschied, dass die Dauer der Fortbildung für die Einstufung als erste Tätigkeitsstätte nicht maßgebend ist. Für die Einkommensteuererklärung ist nämlich nicht die zeitliche Dauer einer Bildungsmaßnahme relevant, sondern ob die Bildungsstätte innerhalb oder außerhalb eines Dienstverhältnisses besucht und ob die Bildungsmaßnahme in Voll- oder Teilzeit absolviert wurde. Aufgrund des Urteils können die Kosten der Fortbildung nicht als Dienstreise anerkannt werden, sofern sie nicht auf Geheiß des Arbeitgebers oder in Teilzeit angetreten werden.

 

Auch wenn die Fortbildung nur wenige Tage andauert, bei ganztägigen Veranstaltungen kann ausschließlich die Entfernungspauschale von 30 Cent je km für einfache Fahrten angesetzt werden und nicht die tatsächlich angefallenen Kosten. Darüber hinaus ist ein Steuerabzug der Verpflegungs- und Übernachtungskosten schon möglich, aber nur im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung. Damit sich die Gründung eines doppelten Haushalts rentiert, sollte sich die Fortbildung mindestens über mehrere Wochen oder Monate erstrecken, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Makler: In diesen Fällen können Sie die Provision absetzen

 

Haus besichtigen, Wohnung mieten, Immobilie kaufen: Ein Makler erleichtert für viele die Suche nach einem neuen Zuhause. Dafür verlangt er eine Provision. Und in einigen Fällen lässt sich die Makler-Provision von der Steuer absetzen. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) mit einem Überblick.

 

Seit 1. Juni 2015 gilt folgendes Gesetz: Wer einen Makler bestellt, muss die Provision zahlen. Wer eine Immobilie zur Miete sucht und einen Makler beauftragt, zahlt eine Provision von bis zu zwei Nettokaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. In Städten wie München, Frankfurt oder Stuttgart kann das schnell teuer werden und auch andernorts kommt dabei eine stattliche Summe zusammen.

 

Bei einer Kaufimmobilie fallen für einen Makler je nach Region zwischen drei und sieben Prozent des Kaufpreises an. Doch zumindest für private Käufer wird es ab Januar 2021 günstiger, denn sie müssen nach dem Jahreswechsel nur noch höchstens die Hälfte der Maklergebühr zahlen. Ein entsprechendes Gesetz hat kürzlich den Bundesrat passiert.

 

Wie hoch die Makler-Provision auch ausfällt, in manchen Fällen lässt sie sich von der Steuer absetzen - hier der Überblick:

 

1. Suche nach Mietwohnung aus beruflichen Gründen: Provision absetzen

 

Wer aus beruflichen Gründen in eine Mietwohnung zieht und dafür einen Makler beauftragt, der kann die Maklergebühr als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

 

Wichtig: Ein berufsbedingter Umzug liegt beispielsweise dann vor, wenn der Arbeitgeber den Angestellten an einen neuen Dienstort versetzt. Oder wenn der Arbeitnehmer eine neue Stelle in einer anderen Stadt annimmt. Auch wenn ein Berufspendler durch seinen Umzug mindestens eine Stunde Fahrtzeit einspart, gilt das als Umzug aus beruflichen Gründen.

 

2. Suche nach Eigenheim aus beruflichen Gründen: Keine Provision absetzen

 

Wird ein Makler damit beauftragt, eine Kaufimmobilie zu suchen, können die Maklergebühren grundsätzlich nicht von der Steuer abgesetzt werden - selbst wenn der Umzug aus beruflichen Gründen stattfindet. Die Begründung des Finanzamtes: Beim Kauf einer Immobilie gehören die Maklergebühren zu den sogenannten Anschaffungsnebenkosten - und die sind nicht absetzbar.

 

3. Doppelte Haushaltsführung: Provision absetzen

 

Mietet ein Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort, kann er die Maklerkosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

 

4. Privater Umzug: Keine Provision absetzen

 

Wer aus privaten Gründen umzieht, kann die Provision für den Makler nicht absetzen.

 

5. Vermietung: Provision absetzen

 

Vermieter, die einen Makler damit beauftragen, ihnen ein Vermietungsobjekt zu vermitteln, können die Provision als Werbungskosten absetzen. Wird der Makler damit beauftragt, ein Kaufobjekt zur Vermietung zu finden, kann die Maklergebühr nicht sofort abgesetzt werden. Die Maklergebühr zählt in einem solchen Fall zu den Anschaffungsnebenkosten. Diese werden auf den Kaufpreis hinzugerechnet und dann linear abgeschrieben.

 

Nachreichen von Belegen an das Finanzamt startet digital

 

Die digitale Kommunikation mit dem Finanzamt wird verbessert

 

Die Lohnsteuerhilfe Bayern klärt auf: Seit dem Jahr 2018 gibt es die Belegvorhaltepflicht bei der Steuererklärung. Das bedeutet, dass gewisse Nachweise nicht mehr mit der Steuererklärung eingereicht, sondern für die Nachfrage vom Finanzamt zu Hause aufbewahrt werden müssen. Die Steuererklärung konnte man bisher zwar digital über "Mein ELSTER" erstellen und abschicken, nachträglich eingeforderte Belege konnten bis dato jedoch ausschließlich in Papierform per Post oder per E-Mail eingereicht werden. Das ändert sich demnächst in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. „NACHDIGAL“ – das Nachreichen digitaler Anlagen zur Steuererklärung startet für "Mein ELSTER"-Nutzer voraussichtlich im November.

 

Neue Formulare in Mein ELSTER

 

Weitere Bundesländer sollen im Jahr 2021 folgen, sodass der elektronische Belegversand abgekoppelt von der Abgabe der Steuererklärung bundesweit möglich wird. Für diese technischen Erweiterungen wurden in "Mein ELSTER" neue Formulare geschaffen. Mit dem Formular „Belegnachreichung zur Steuererklärung“ können Dokumente im geschützten PDF-Format an den Sachbearbeiter im Finanzamt elektronisch übermittelt werden. Dies ist auch für zurückliegende Steuerjahre bis zum Veranlagungsjahr 2016 möglich.

 

Von Vorteil ist, dass das System die Belege unmittelbar als Unterlagen zum dazugehörigen Steuerfall speichert. Das wird bei der Übersendung per Post oder E-Mail nicht gemacht. Für die Zuordnung ist daher beim Absenden von Nachrichten und Anhängen immer die Steuernummer anzugeben. Liegen dem Steuerpflichtigen die Belege, die der Finanzbeamte im Rahmen der Bearbeitung der Steuererklärung anfordert, nicht vor, kann der "ELSTER"-Nutzer der Finanzbehörde den Sachverhalt im Freitextfeld des Formulars mitteilen.

 

Ein weiteres Formular „Sonstige Nachricht an das Finanzamt“ soll generell die Kommunikation zwischen dem Steuerpflichtigen und seiner Veranlagungsbehörde erleichtern. Es kann daher auch für Anliegen genutzt werden, die über das Angebot von "ELSTER" hinausgehen. Hier können ebenfalls Anhänge im PDF-Format mitgesendet werden. Jedoch bittet die Finanzverwaltung darum, dass die neuen Tools nicht zweckentfremdet oder präventiv zum Versand von nicht geforderten Belegen genutzt werden. Das würde dazu führen, dass die zeitnahe Bearbeitung von Steuererklärungen nicht mehr gesichert wäre, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Halbe Entfernungspauschale bei einfachem Arbeitsweg

 

Ein BFH-Urteil hat die Entfernungspauschale neu geregelt

 

Seit Einführung des Kilometer-Pauschbetrags für Pkws im Jahr 1955, dem Vorgänger der Entfernungspauschale, gab es immer wieder Urteile zum strittigen Thema, wie sie anzuwenden ist. Vor kurzem hat der Bundesfinanzhof ein verbindliches Urteil gefällt, das Arbeitnehmer betrifft, die den Hin- und Rückweg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte an unterschiedlichen Arbeitstagen, verbunden mit einer Unterbrechung der Arbeit, zurücklegen. Wird an einem Arbeitstag nur der einfache Arbeitsweg zurückgelegt, so ist die Entfernungspauschale folglich zu halbieren. Darauf verweist die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Entfernungspauschale deckt Hin- und Rückfahrt ab

 

Die meisten Arbeitnehmer fahren am selben Tag zur Arbeit und wieder nach Hause. Dafür können sie 30 Cent je einfachem Kilometer in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen. Diese Pauschale von 30 Cent deckt gemäß dem Einkommensteuergesetz sowohl die Hin-, als auch Heimfahrt ab. Unerheblich ist dabei die Reihenfolge der Arbeitsfahrten. Wird von einem Nachtarbeiter am Morgen zuerst die Wohnstätte aufgesucht und am selben Abend wieder die Arbeitsstätte, kann er ebenfalls den vollen Abzug nutzen.

 

Für einfache Fahrten gilt die halbe Pauschale

 

Anders wird ab sofort gerechnet, wenn die Tätigkeit zwischen der Hin- und Rückfahrt eine mehrtägige Abwesenheit, wie bei Berufskraftfahrern oder Piloten und Flugbegleitern für Langstreckenflüge und Arbeitnehmern mit mehrtägigen Dienstreisen, mit sich bringt. Das BFH-Urteil VI R 42/17, das am 12.06.2020 veröffentlicht wurde, hat den Sachverhalt endgültig neu geregelt. Fällt an einem Arbeitstag nur die einfache Wegstrecke an, weil ein Angestellter an einem anderen Arbeitstag nach Hause zurückkehrt oder nach der Dienstreise nochmal die erste Tätigkeitsstätte vor der Heimfahrt aufgesucht wird, so dürfen nur mehr 15 Cent je Kilometer für den Arbeitsweg geltend gemacht werden.

 

Was bedeutet die Verdoppelung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende?

 

3,6 Mio. Kinder werden hierzulande von nur einem Elternteil groß gezogen

 

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit dem zweiten Corona-Maßnahmenpaket den Alleinerziehendenentlastungsbetrag vorübergehend von 1.908 Euro auf 4.008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 erhöht. Damit soll der ungleichen Mehrbelastung der Alleinerziehenden, gerade in punkto Kinderbetreuung und Mehrausgaben während der Corona-Pandemie, Rechnung getragen werden, so die Familienministerin. Aber was hat es mit dem Entlastungsbeitrag auf sich und wie nützt er Alleinerziehenden konkret? Die Lohnsteuerhilfe Bayern klärt auf: 

 

Rund 2,6 Millionen alleinerziehende Mütter und Väter ziehen in Deutschland im Durchschnitt 1,4 Kinder groß. Ihnen steht der Entlastungsbetrag zu, wenn sie als alleinstehende Erziehungsberechtigte im eigenen Haushalt ein Kind erziehen, für das Anspruch auf Kindergeld besteht. Er wird jedoch nicht gewährt, wenn der Erziehungsberechtigte mit einem Partner, einem erwachsenen und nicht mehr kindergeldberechtigtem Kind oder mit einer anderen Person in einer Haushaltsgemeinschaft zusammenlebt.

 

Das bringt der Entlastungsbetrag wirklich

 

Der Steuervorteil sieht so aus, dass der Entlastungsbetrag von derzeit 4.008 Euro pro Jahr für das erste Kind von der Summe der steuerpflichtigen Einkünfte abgezogen wird und somit die Steuerlast reduziert. Für jedes weitere berechtigte Kind steigt der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro jährlich, auf 4.248 fürs zweite Kind und 4.488 fürs dritte Kind, an.

 

Bei Alleinerziehenden in der Steuerklasse 2 wird der Entlastungsbetrag bereits bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigt. Wer die Steuerklasse 2 hat, muss nichts weiter unternehmen. Die Erhöhung von 2.100 Euro wird dann automatisch berücksichtigt. Für das Jahr 2020 wird er ab 1. Juli anteilig angerechnet. Da er rückwirkend ab 1. Januar gewährt wird, werden in diesem Jahr ab Juli monatlich 2/12 vom Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung berücksichtigt. Der verbesserte Steuerabzug führt monatlich zu ein bisschen mehr Geld im zwei- oder dreistelligen Bereich auf dem Haushaltskonto, das die meisten alleinerziehenden Mütter und Väter in ihrer finanziell prekären Situation gut gebrauchen können.

 

Steuerklasse 2 muss beantragt werden

 

Wurde die Steuerklasse 2 bisher nicht beantragt, sind Alleinstehende üblicherweise in der Steuerklasse 1 angesiedelt. Aber auch hier ist der Entlastungsbetrag nicht verloren. Er kann alternativ rückwirkend über die Einkommensteuererklärung mit der Anlage Kind für das vergangene Steuerjahr beantragt werden. Das führt im Nachhinein in der Regel zu einer Steuerrückerstattung.

 

Wer nicht bis zum nächsten Steuerbescheid warten will, muss beim Finanzamt aktiv den Antrag auf den Wechsel in die Steuerklasse 2 stellen und sich damit bei den Steuerabzugsmerkmalen den Entlastungsbetrag hinterlegen lassen. Nur dann spült der Entlastungbetrag regelmäßig unterjährig mehr Geld in die Haushaltskasse. Geht ein Alleinerziehender eine neue Partnerschaft ein, so ist der Steuervorteil ab dem Zeitpunkt des Zusammenziehens oder einer Heirat verloren, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Steuererklärung: Was tun, wenn die Nebenkostenabrechnung zu spät kommt?

 

Es gibt Kosten, die Mieter zusätzlich zur monatlichen Wohnungsmiete zahlen und von der Steuer absetzen können. Dazu zählen zum Beispiel Wasser- oder Heizkosten, Müllabfuhr, Hausmeister- und Winterdienste, Schornsteinfeger, Reparaturen oder gar Sanierungsmaßnahmen am Haus. Diese sogenannten Betriebs- oder Nebenkosten werden einmal im Jahr abgerechnet. Aber was tun, wenn die Nebenkostenabrechnung zu spät kommt, um in der Steuererklärung angegeben zu werden? Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) gibt vier konkrete Tipps für Mieter.

 

Die meisten Vermieter oder Hausverwaltungen berechnen die Nebenkosten für den Zeitraum eines Kalenderjahres, also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Das bedeutet im Idealfall, dass ein Mieter beispielsweise im Laufe des Jahres 2019 die Abrechnung seiner Betriebskosten für das Jahr 2018 erhält und so seine Betriebskosten in der Steuererklärung 2018 angeben kann.

 

Aber häufig warten Vermieter oder Hausverwaltungen selbst auf Berechnungen von Wasser- oder Energieversorgern, auf Rechnungen von Handwerkern oder Hausmeisterdienstleistern.

 

Kommt die Nebenkostenabrechnung aus diesen oder anderen Gründen zu spät, um die Ausgaben in der Steuererklärung einzutragen, gibt es folgende Möglichkeiten:

 

1. Kosten aus dem Vorjahr übernehmen

 

Der Mieter übernimmt die Posten aus der Nebenkostenabrechnung vom Vorjahr und trägt sie in seiner Steuererklärung ein. Das ist dann sinnvoll und effektiv, wenn es in Bezug auf den Verbrauch oder Reparaturarbeiten am Haus keine großen Abweichungen zum Vorjahr gab. Das zuständige Finanzamt sollte darüber informiert werden, dass die Vorjahresposten aufgrund der verspäteten Nebenkostenabrechnung übernommen werden. Ein formloses Schreiben genügt.

 

2. Erfolgreich Fristverlängerung beantragen

 

Eine verspätete Nebenkostenabrechnung ist grundsätzlich kein Grund für eine Fristverlängerung. Manche Finanzämter gewähren aber durchaus eine Fristverlängerung, weil sie es als Arbeitserleichterung verstehen: Lieber dem Mieter mehr Zeit einräumen, damit dann alle Unterlagen vollständig vorliegen und der Steuerfall am Stück abgeschlossen werden kann. Deshalb sollten betroffene Mieter in einem formlosen Schreiben an ihr zuständiges Finanzamt entsprechend um eine Fristverlängerung bitten.

 

3. Kosten schätzen

 

Wird keine Fristverlängerung gewährt, kann ein Mieter seine Nebenkosten schätzen - zum Beispiel anhand vorliegender Kostenvoranschläge. Das ist dann sinnvoll, wenn es zu größeren Ausgaben durch eine Fassadensanierung oder Dachreparaturen oder Ähnliches kam. Diese Vorgehensweise sollte man dem zuständigen Finanzamt in einem formlosen Schreiben mitteilen und mit der Steuererklärung einreichen, da es den Steuerbescheid dann in der Regel unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlässt (164 AO). Liegen die Rechnungen vor, können die korrekten Beträge nachgeliefert werden.

 

4. Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen

 

Der Steuerbescheid liegt vor, ohne dass die Nebenkostenabrechnung berücksichtigt werden konnte? Dann gibt es die Möglichkeit, Einspruch gegen den Bescheid einzulegen, nämlich mit folgender Bitte an das Finanzamt: Es möge den Einspruch erst nach Eingang der Nebenkostenabrechnung bearbeiten, damit die Aufwendungen berücksichtigt werden können.

 

Steuerbescheide sorgfältig prüfen – Einsprüche überwiegend erfolgreich

 

Die Finanzverwaltung arbeitet auch während der Corona-Krise weiter. Mittlerweile gehen bereits viele Steuerbescheide für das Jahr 2019 ein. Wer seine Steuererklärung frühzeitig eingereicht hatte, kann sich möglicherweise schon über eine Steuererstattung auf seinem Konto freuen.

 

Dennoch sollte jeder seinen Steuerbescheid noch einmal sorgfältig auf Richtigkeit überprüfen. Bei Fehlern kann innerhalb eines Monats Einspruch eingelegt werden. Die Chancen auf eine Korrektur sind hoch. Rund zwei Drittel der Einspruchsverfahren gehen zugunsten der Steuer-bürger aus.

 

Nach einer aktuell herausgegebenen Übersicht des Bundesfinanzministeriums (BMF) erreichten 2018 fast 3,4 Millionen Einsprüche die deutschen Finanzämter. Insgesamt wurden 3,25 Millionen Einsprüche im Laufe des Jahres abschließend bearbeitet. Davon wurden 64,4 Prozent durch Abhilfe, also zugunsten der Steuerbürger entschieden. In 21,3 Prozent der Fälle wurden die Einsprüche zurückgenommen und nur in rund 14 Prozent der Fälle ergingen Einspruchsentscheidungen, die in der Regel eine Ablehnung enthielten.

 

„Die Zahlen zeigen, dass Bürger ihre Steuerbescheide nicht einfach hinnehmen, sondern gegen fehlerhafte Bescheide Einspruch einlegen sollten“, kommentiert BVL-Geschäftsführer Uwe Rauhöft die neue Einspruchsstatistik. Die Ursache für abweichende Steuerfestsetzungen beruht allerdings nicht ausschließlich auf Fehlern des Finanzamtes. Neben Nichtberücksichtigung von Aufwendungen und anderen Abweichungen gegenüber der Steuererklärung können auch Musterverfahren bei den Finanzgerichten oder auch die Korrektur eigener fehlerhafter Eintragungen Anlass für einen Einspruch sein.

 

Das Einspruchsverfahren erfordert einen überschaubaren Aufwand und ist kostenlos. Der Einspruch muss innerhalb eines Monats nach Zugang des Steuerbescheids schriftlich beim Finanzamt eingegangen sein. Über das Elster-Online-Portal oder ein anderes Steuerprogramm kann der Einspruch auch elektronisch eingelegt werden. Ist ein vergleichbares Verfahren beim BFH, einem anderen Bundesgericht oder beim Europäischen Gerichtshof anhängig, reicht die Berufung auf das Aktenzeichen dieses Verfahrens, um den Einspruch zu begründen und den eigenen Steuerbescheid offen zu halten.

 

Lehnt das Finanzamt den Einspruch ab, steht den Bürgern der Weg zu den Finanzgerichten der Länder offen. Diese wurden laut der BMF-Statistik 2018 rund 59.000 Mal angerufen. Finanzgerichtsverfahren sind mit größerem Aufwand und einem Kostenrisiko verbunden. Auch vor Gericht waren viele Steuerpflichtige erfolgreich. In mehr als 20 Prozent der Fälle erzielten die Steuerpflichtigen 2018 einen Erfolg oder Teilerfolg. Nicht eingerechnet in dieser Quote sind Klagen, in denen das Finanzamt im Laufe des Verfahrens den Steuerbescheid zugunsten des Steuerbürgers änderte. Diese Quote betrug 34 Prozent. Somit endeten mehr als die Hälfte aller Finanzgerichtsverfahren zugunsten der Steuerbürger, so der BVL.

 

Arbeitslosengeld und Steuererklärung: Das sollten Sie wissen

 

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind erstmals in einem April gestiegen, wie die Bundesagentur für Arbeit kürzlich berichtete (30.4.). Wichtig für Betroffene: Wer mehr als 410 Euro Arbeitslosengeld im Jahr erhalten hat, muss zwingend eine Steuererklärung abgeben. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) gibt einen Überblick und Tipps zum Steuern sparen.

 

Arbeitslosengeld und Steuererklärung: Das sollten Sie wissenWer Arbeitslosengeld 1 (I) bezieht, erhält in der Regel 60 Prozent seines Gehalts, mit Kindern sind es 67 Prozent. Für Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (II) – auch Hartz 4 (IV) genannt – liegt der aktuelle Regelsatz bei 432 Euro monatlich. Die Kosten für Wohnung und Heizung werden von den Jobcentern nach den örtlichen Richtlinien gezahlt, und es gibt Zuschüsse für Kinder. Kurz gesagt: Für Bezieher von Arbeitslosengeld kann jeder Euro zählen, vor allem für Empfänger von Arbeitslosengeld 2.

 

Keine Steuern fällig für Arbeitslosengeld 2

 

Für das Arbeitslosengeld 2 (II), auch ALG 2 (II) oder Hartz 4 (IV) genannt, gilt: Wer es bekommt, zahlt darauf keine Steuern, da es sich um eine sogenannte Grundsicherungsleistung handelt. Das ALG 2 unterliegt auch nicht dem Progressionsvorbehalt wie zum Beispiel ALG I (1), Kurzarbeitergeld oder Mutterschaftsgeld. Somit erhöht es auch nicht den persönlichen Steuersatz.

 

Unser Tipp: Wer in einem Jahr ausschließlich Hartz 4 bezieht, kann sich Zeit, Geld und Mühe sparen, denn er muss keine Steuererklärung abgeben.

 

Steuererklärung: Nur einen Teil des Jahres arbeitslos

 

Hat ein Arbeitnehmer nicht das gesamte Kalenderjahr, sondern lediglich für ein paar Monate Arbeitslosengeld 1 bezogen und war ansonsten in Anstellung, hat er in der Regel Lohnsteuer bezahlt. Diese gezahlte Steuer kann teilweise zurückgeholt werden, wenn der Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgibt und darin alle absetzbaren Kosten aufführt.

 

Unser Tipp: Betroffene sollten alle Belege zu den beruflichen Ausgaben sammeln und die Summe als Werbungskosten in Anlage N der Steuererklärung eintragen. Dazu zählen zum Beispiel Bewerbungskosten, Fortbildungskosten, Ausgaben für Schreibmaterial oder die Fahrtkosten zu Arbeit.

 

Erstattung wird auf Hartz 4 angerechnet

 

Wer eine Steuererstattung erhält und zeitgleich Hartz 4 bezieht, dem wird das erstattete Geld auf die ALG-2-Bezüge angerechnet. Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem die Erstattung auf dem Konto des Arbeitslosen ankommt, und nicht, wann der Steuerbescheid per Post eintrifft.

 

Unser Tipp: Im Idealfall kommt die Steuererstattung in einem Monat, in dem keine Hartz-IV-Leistungen empfangen werden. Übrigens: Von der Abgabe der Steuererklärung bis zu Bescheid und Rückerstattung dauert es in der Regel fünf bis acht Wochen.

 

Steuerfreies Lohnplus - was der Fiskus in der Corona-Krise erlaubt

 

Arbeitslohn ist grundsätzlich lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. In der Corona-Krise erlaubt das Bundesfinanzministerium jetzt eine Abweichung davon. Um gerade den engagierten und besonders beanspruchten Mitarbeitern u. a. im Lebensmitteleinzelhandel, in den Drogeriemärkten und insbesondere in der Pflege und in den Krankenhäusern Anerkennung zu zollen, ist kurzfristig eine Steuerbefreiung für Sonderzahlungen zugelassen worden. „Arbeitgeber können in der Corona-Krise ihren Mitarbeitern als Bonus bis zu 1.500 Euro steuerfrei zahlen“, so die Steuerberaterkammer Stuttgart.

 

Voraussetzungen für steuerfreie Sonderzahlungen

 

Arbeitgeber, die sich bei ihren Mitarbeitern bedanken wollen und dies wirtschaftlich auch noch können, müssen einige wenige Voraussetzungen beachten. Sonderzahlungen sind in Form von Zuschüssen zum Gehalt oder aber als Sachbezug erlaubt. Wichtig für die Steuerfreiheit ist, dass diese Zahlungen zusätzlich zum eigentlichen Gehalt dem Arbeitnehmer zugutekommen müssen. Damit ist klar, dass die Steuerfreiheit nicht bei einer Gehaltsumwandlung greift. Steuerfrei sind also nur Sonderzahlungen bis zu einer maximalen Höhe von 1.500 Euro. Die Zahlung ist weder an eine besondere Krise im Unternehmen noch an eine erhöhte Arbeitsbelastung gebunden.

 

Sollten Unternehmen angesichts der eigenen unsicheren wirtschaftlichen Situation derzeit davon noch keinen Gebrauch machen können oder wollen, ist das kein Hindernis. Arbeitgeber können noch bis zum Jahresende „Danke“ sagen: Diese steuerfreien Zahlungen können in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 erfolgen.

 

Steuerfreiheit bis zu 1.500 Euro branchenunabhängig

 

Auch wenn Anlass dieser Regelung der Einzelhandel und die Gesundheitsberufe sind, können alle Branchen diese großzügige Neuregelung nutzen. Die Sonderzahlungen sind nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt worden. Auch Mini-Jobber können grundsätzlich diese steuerfreien Sonderzahlungen erhalten.

 

Achtung: Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld nicht steuerfrei

 

Zahlt der Arbeitgeber noch Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld, sind diese unverändert lohnsteuerpflichtig. Die neue Steuerbefreiung gilt hier nicht. Das Kurzarbeitergeld selbst ist zwar steuerfrei, kann sich aber später durch den Progressionsvorbehalt im Rahmen der Einkommensteuererklärung steuererhöhend auswirken.

 

Sonderzahlungen bis zu 1.500 Euro auch beitragsfrei

 

Immer dann, wenn Zahlungen zusätzlich zum Arbeitsentgelt gezahlt werden und diese lohnsteuerfrei sind, fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Diese Bedingungen müssen auch hier erfüllt sein.

 

Fazit

 

Im Einzelfall empfiehlt es sich, vor der Auszahlung einer Sonderzahlung die verschiedenen Auswirkungen zu prüfen und für die Wahl einer optimalen Lösung einen Steuerberater hinzuzuziehen. 

 

Versicherungsbeiträge richtig von der Steuer absetzen

 

Steuerpflichtige fragen sich oft, welche Versicherungsbeiträge sie wie von der Steuer absetzen können. Beiträge werden daher in der Steuererklärung nicht bzw. nicht hinreichend als Sonderausgaben oder Werbungskosten deklariert. „Altersvorsorgeaufwendungen und Beiträge zu anderen Versicherungen haben jedoch das Potential, das zu versteuernde Einkommen und damit die individuelle Steuerlast erheblich zu verringern“, so Lothar Herrmann, Präsident der Steuerberaterkammer Hessen.

 

Altersvorsorgeaufwendungen der Basisversorgung

 

Steuerpflichtige können Altersvorsorgeaufwendungen der Basisversorgung bis zu einem bestimmten Höchstbetrag als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Unter die Basisversorgung fallen u. a. die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur landwirtschaftlichen Alterskasse, zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen und zur sogenannten Rürup-Rente. Für das Jahr 2019 erkennt das Finanzamt 88 Prozent dieser Beiträge bis zu einer Bemessungsgrenze von maximal 21.388 Euro als Sonderausgaben an. Bei zusammenveranlagten Ehegatten verdoppelt sich der Betrag.

 

Beiträge zur Riester-Rente

 

Die Riester-Rente kennen viele. Diese wird in der Ansparphase durch Zulagen und Steuervorteile in Form eines Sonderausgabenabzugs vom Staat gefördert. Der Sonderausgabenabzug in Höhe von maximal 2.100 Euro wird jedoch nur gewährt, wenn er sich für den Steuerpflichtigen gegenüber der Gewährung von Zulagen als günstiger darstellt. Der Betrag verdoppelt sich auch hier bei zusammenveranlagten Ehegatten, wenn beide zum begünstigten Personenkreis gehören. Die jährliche Grundzulage beträgt bis zu 175 Euro. Die Kinderzulage beträgt bei vor 2008 geborenen Kindern 185 Euro pro Kind, bei ab 2008 geboren Kindern 300 Euro pro Kind. Die sogenannte Günstigerprüfung erfolgt dabei automatisch durch das Finanzamt. Dabei sind die gezahlten Riester-Beiträge, der individuelle Steuersatz und die Anzahl der Kinder von entscheidender Bedeutung.

 

Sonstige Vorsorgeaufwendungen

 

Dem Steuerpflichtigen steht auch für sonstige Vorsorgeaufwendungen ein Sonderausgabenabzug zu. Neben der Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung fallen darunter auch Beiträge für eine Haftpflicht-, Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Lebens- oder Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind ebenfalls begünstigt.

 

Die absetzbare Höchstgrenze liegt hier bei 1.900 Euro pro Jahr für Arbeitnehmer und Beamte sowie 2.800 Euro für Selbstständige. Bei Verheirateten sind die für die beiden Ehepartner jeweils geltenden Beträge zu addieren. Die Höchstbeträge werden allerdings oftmals durch die Beiträge für die Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung bereits ausgeschöpft. Ein weiterer Entlastungseffekt durch die Beiträge für andere Versicherungen wird daher nur im Einzelfall eintreten.

 

Andere Versicherungen

 

Beiträge für Versicherungen, die ausschließlich berufliche Risiken abdecken, können in der Regel unbegrenzt als Werbungskosten abgesetzt werden. Dazu gehören die Berufshaftpflicht-, die Arbeitsrechtsschutz- oder eine Unfallversicherung, die nur bei Arbeitsunfällen greift.

 

Die Beiträge zu einer Hausrats- oder privat veranlassten Rechtsschutzversicherung sind hingegen nicht von der Steuer absetzbar. Letztlich muss für jede Versicherung individuell geprüft werden, ob eine steuerliche Entlastung möglich ist.

 

Fazit

Wer sich nicht sicher ist, ob und wie Versicherungsbeiträge steuerlich zu berücksichtigen sind, sollte sich Unterstützung bei der Erstellung der Steuererklärung besorgen. Bei Fragen und Unsicherheiten rund um die steuerliche Behandlung von Versicherungsbeiträgen stehen Steuerberater als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung. Steuerberater werden dabei immer auch die steuerlichen Auswirkungen in der Auszahlungsphase prüfen. Orientierungshilfe bei der Suche nach einem qualifizierten Berater gibt der Steuerberater-Suchdienst.

 

Lohnsteuerfreibeträge: Nur was für Wenig-Verdiener, Viel-Kostenhaber und Jahres-Endrechner

 

Kosten aufstellen, Nachweise zusammensuchen, Antrag ausfüllen, zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sein: Lohnsteuerfreibeträge eintragen zu lassen ist mit viel Aufwand verbunden und lohnt sich nur für die Wenigsten. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, wer tatsächlich davon profitiert und welche Kosten zum Freibetrag werden können.

 

Grundsätzlich eine gute Idee

 

Der Lohnsteuerfreibetrag ist ein Betrag, der vom Monatslohn abgezogen wird, bevor die Steuer dafür berechnet wird. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer für diesen Teil des Monatslohns keine Steuern bezahlen muss - ein Freibetrag entlastet ihn also finanziell.

 

Das heißt: Er muss nicht bis zur nächsten Steuererklärung auf eine Erstattung vom Finanzamt warten, sondern erhält die Steuererleichterung bereits jeden Monat.

 

Generell viele Bedingungen

 

Wer sich allerdings beim Finanzamt einen Freibetrag eintragen lassen möchte, hat einige Bedingungen zu erfüllen. Die erste ist, dass die jährlichen Ausgaben, die zum Lohnsteuerfreibetrag werden sollen, höher sind als 600 Euro. Eine Ausnahme sind die Werbungskosten, also die Ausgaben für den Beruf: Hier liegt die Grenze höher, weil jeder Arbeitnehmer automatisch die sogenannte Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro erhält. Will ein Arbeitnehmer seine beruflichen Ausgaben wie Fahrtkosten oder Kosten für die Arbeitskleidung als Freibetrag anerkennen lassen, muss er dementsprechend mehr als 1.600 Euro im Jahr dafür ausgeben.

 

Hinzu kommt: Jeder Antragsteller muss im Vorfeld selbst prüfen, ob er über die 600-Euro-Hürde bzw. über die 1.600-Euro-Hürde kommt. Die entsprechenden Nachweise müssen zusammengetragen und dann für die Einkommensteuererklärung aufbewahrt werden, falls das Finanzamt die Angaben prüfen möchte - was recht viel Arbeit bedeuten kann.

 

Die nächste Bedingung ist, dass Freibetrag-Bezieher zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind. Man kann sich Freibeträge für ein, maximal für zwei Jahre eintragen lassen. Das bedeutet: Wer sich bis zum 30. November 2019 Freibeträge für zwei Jahre eintragen lässt, muss in den Jahren 2020 und 2021 seine Steuererklärung abgeben.

 

Die letzte Bedingung: Bis zum 30. November muss man sich Freibeträge beim Finanzamt eintragen lassen, wenn sie noch im laufenden Jahr greifen sollen.

 

Für diese Gruppen lohnt sich der Aufwand

 

Wenig-Verdiener

 

Mehr Netto dank Freibetrag, das lohnt sich zum Beispiel für junge Eltern, wenn vorübergehend ein Einkommen wegfällt, weil einer von beiden in Elternzeit ist. Oder für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner, bei denen einer von beiden Arbeitslosigkeit anmelden muss.

 

Viel-Kostenhaber

 

Hohe monatliche Kosten haben zum Beispiel Arbeitnehmer mit doppelter Haushaltsführung, die also aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung am Arbeitsort unterhalten. Genauso Mütter oder Väter, die hohe Unterhaltszahlungen leisten.

 

Jahres-Endrechner

 

Wer sich Freibeträge im Oktober oder spätestens bis zum Stichtag 30. November eintragen lässt, für den wirkt sich der Freibetrag allein auf die Gehaltsabrechnungen im November und Dezember aus. So bleibt mehr übrig als wenn die Summe auf zwölf Monate verteilt worden wäre. Das kann sich zum Beispiel lohnen, wenn im Dezember eine hohe Einmalzahlung wie ein Bonus ansteht: Die Lohnsteuer verringert sich mitunter so stark, dass das Weihnachtsgeld sogar ganz ohne Lohnsteuerabzüge auf das Konto überwiesen wird.

 

Für alle anderen, die nicht zu den Wenig-Verdienern, Viel-Kostenhabern oder Jahres-Endrechnern gehören, lohnt sich der Aufwand in der Regel nicht. Sie sollten stattdessen zeitnah oder pünktlich ihre Steuererklärung machen bzw. machen lassen und sich die zu viel gezahlten Steuerbeträge zurückholen.

 

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