Grundstückseigentümer und Mieter müssen Gehwege räumen

 

Langsam verabschiedet sich der Sommer und der Herbst kommt. Nebel und Nässe gesellen sich dazu und so kann es auf Straßen und Wegen zu gefährlichen Rutschpartien kommen. Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV): „Das Laubfegen im Herbst ist genauso wichtig wie das Schneeräumen im Winter. Glätte und die daraus resultierende Rutschgefahr können zu Unfällen führen, für die man eventuell haften muss. Sowohl Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer als auch Mieterinnen und Mieter sollten daher entsprechende Haftpflichtversicherungen besitzen.“

 

Wenn jemand auf dem Gehweg durch nicht geräumtes Laub zu Fall kommt, können Schadensersatzforderungen folgen. Hohe finanzielle Belastungen können die Folge sein, die schlimmstenfalls den finanziellen Ruin bedeuten können. „Unverzichtbar ist die Privathaftpflichtversicherung – sowohl für Eigentümerinnen und Eigentümer wie auch für Mieterinnen und Mieter. Personen, die ihr Eigentum vermieten, sollten zusätzlich noch den Bedarf für eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung prüfen“, erläutert Boss. Denn zum Laubfegen auf ihrem Grundstück sind alle Eigentümer*innen verpflichtet. Ist das Eigentum vermietet, wird diese Pflicht meist auf die Mietparteien übertragen. In diesem Fall tragen die Mieter*innen die Verkehrssicherungspflicht und können unter Umständen haftbar gemacht werden, wenn jemand auf nicht geräumten Wegen stürzt. „Glück für alle, die eine Haftpflichtversicherung haben. Die tritt ein, falls jemand ausrutscht, weil nicht geräumt wurde. Die geschädigte Person kann Schadensersatz verlangen, beispielsweise für beschädigte Kleidung oder Behandlungskosten. Auch Schmerzensgeldansprüche können die Folge sein“, erläutert Boss. Ohne eine Haftpflichtversicherung müssen Mieter*innen mit ihrem privaten Vermögen haften – bis hin zur Pfändungsgrenze. Mieter*innen ist daher eine Privathaftpflichtversicherung dringend zu empfehlen.

 

Die Haftpflichtversicherung hat einen weiteren Vorteil: Lehnt die Versicherung die Zahlung von Schadensersatz ab, kann die versicherte Person davon ausgehen, dass ein Anspruch gegen sie grundsätzlich nicht besteht. Sie muss also auch nichts aus eigener Tasche zahlen. Will die geschädigte Person trotzdem Geld sehen, wehrt der Haftpflichtversicherer diese unberechtigte Forderung notfalls sogar vor Gericht ab.

 

Vorsicht vor alten Verträgen in der Privathaftpflichtversicherung

BdV warnt vor geringen Deckungssummen

 

Die Privathaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten, existenziellen Versicherungen. Daher sollten nach Ansicht des Bund der Versicherten e. V. (BdV) alle einen solchen Vertrag haben. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts besitzen zwar immerhin rund 85 Prozent der Haushalte in Deutschland eine Privathaftpflichtversicherung, doch bedeutet dies leider noch lange nicht, dass die Verträge auch gut sind. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Versicherungssummen oft viel zu gering sind. Das muss sich ändern, denn nur mit einer ausreichend hohen Summe von mindestens 5 Mio. Euro besteht existenzieller Versicherungsschutz“, erläutert BdV-Pressesprecherin Bianca Boss. Der BdV fordert daher alle Verbraucher*innen auf, dringend ihre Deckungssummen zu überprüfen und auch auf weitere sinnvolle Bedingungserweiterungen zu achten.

 

Wer anderen einen Schaden zufügt, muss diesen ersetzen. Die gesetzliche Haftpflicht sieht eine in der Höhe unbegrenzte Haftung mit dem eigenen Vermögen vor. Schon eine kleine Unachtsamkeit kann schwere Sach- oder Personenschäden mit hohen Folgekosten nach sich ziehen. Ohne Versicherungsschutz führt das unter Umständen zum finanziellen Ruin. „Der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung ist unseres Erachtens unverzichtbar – ebenso wichtig ist jedoch die Vereinbarung einer ausreichend hohen Deckungssumme“, erklärt Boss. Insbesondere in älteren Verträgen sind häufig zu niedrige Deckungssummen vereinbart – zum Teil von nur einigen 100.000 Euro. Der Schutz vor einem existenziellen Risiko, also das Ziel der Privathaftpflichtversicherung, ist dann nicht gegeben. Bestehende Policen sollten daher dringend dahingehend überprüft werden. Dasselbe gilt für andere Haftpflichtversicherungen – wie beispielsweise Haus- und Grundbesitzer- sowie Tierhalterhaftpflichtversicherungen.

 

Bei einer zu geringen Deckungssumme kann sich statt einer Erhöhung auch der Wechsel in einen neuen Tarif oder zu einem anderen Anbieter lohnen. Bei Privathaftpflichtversicherungen hat es in den Bedingungswerken in den vergangenen Jahren deutliche Verbesserungen gegeben. So sind zum Beispiel häufig Schäden an geliehenen beziehungsweise gemieteten Sachen mitversichert. Auch wurden viele Bedingungswerke um eine Forderungsausfallversicherung und die Absicherung von Mietsachschäden erweitert. „Eine ausreichend hohe Deckungssumme und bessere Bedingungen müssen nicht teurer sein als Altverträge. Verbraucher können von einem Anbieter- beziehungsweise Tarifwechsel also unter Umständen in doppelter Hinsicht profitieren“, erläutert Boss.

 

Drohnenversicherung: Das müssen Flugkünstler wissen

Bis zum Jahr 2020 wird die Zahl der Drohnen auf mehr als eine Million steigen, schätzt die Deutsche Flugsicherung. Kein Wunder, denn Einsteiger-Geräte sind mit unter 60 Euro mittlerweile sehr günstig zu haben. Doch Drohnen sind nicht nur Spielzeug, sondern gelten als Luftfahrzeuge und müssen daher zumindest haftpflichtversichert sein. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip erklärt, was Drohnen-Besitzer wissen müssen.

 

Wer seine Drohne außerhalb der eigenen vier Wände fliegen lassen will, braucht wie beim Auto eine Haftpflichtversicherung. Kommt es zum Unfall, zahlt die Versicherung die Schäden, die die Drohne verursacht. „Fällt die Drohne beispielsweise in den Wintergarten des Nachbarn und zerstört eine Scheibe, kann das richtig teuer werden“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Wer seine Drohne nur privat nutzt, muss aber keine eigene Drohnen-Haftpflicht-Versicherung abschließen, da reicht in der Regel die normale Privathaftpflicht.“ Für sehr hochwertige Drohnen kann sich eine spezielle Drohnen-Kasko-Versicherung lohnen. Diese zahlt dann auch für die Schäden an der Drohne selbst.

 

Die aktuelle Haftpflichtversicherung prüfen

 

Um sicherzugehen, dass auch Drohnen-Schäden versichert sind, sollten Verbraucher unbedingt ihren Haftpflichtvertrag prüfen. „Fragen Sie Ihren Versicherer, ob Ihre bisherige Haftpflichtversicherung bereits Drohnen-Schäden abdeckt“, rät Kursawe. „Falls nicht, sollten Verbraucher auf einen aktuellen Tarif mit Drohnenversicherung umstellen.“ Grundsätzlich gilt der Haftplicht-Schutz für die ganze Familie; Freunde und Bekannte sind hingegen ausgeschlossen. Wichtig ist: Die Versicherungssumme sollte mindestens 10 Millionen Euro betragen. „Lesen Sie vor Vertragsabschluss unbedingt auch das Kleingedruckte“, rät Kursawe. „Denn manche Versicherer schränken den Schutz beispielsweise in Bezug auf das Gewicht der Drohne ein.“

 

Drohnen dürfen nur über unbebauten Gebieten fliegen

 

Wer seine Drohne draußen steigen lässt, sollte sich immer an die Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums halten. Denn wird das Fluggerät regelwidrig genutzt, zahlen einige Versicherer nicht. Die wichtigsten Regeln: Es darf nur über unbebauten Gebieten geflogen werden. Zu Flughafenzäunen ist ein Abstand von 1,5 Kilometern einzuhalten, die maximale Flughöhe beträgt 100 Meter. Wiegt die Drohne mehr als 250 Gramm, muss sie eine Plakette mit dem Namen des Besitzers tragen. Ist das Gerät schwerer als 2 Kilogramm, braucht der Pilot einen Drohnenführerschein, ab fünf Kilo ist sogar eine behördliche Erlaubnis nötig. 

 

Demenz hat keinen Einfluss auf Versicherungsschutz

 

Gerade für Demenzkranke ist die Privathaftpflichtversicherung ein absolutes Muss

 

 

Die Diagnose Demenz ist für Betroffene wie Angehörige gleichermaßen ein Schock. Mit fortschreitendem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit sind die Erkrankten mehr und mehr auf die Unterstützung und Pflege seitens ihrer Angehörigen angewiesen. Dazu zählt auch die Frage nach dem Versicherungsschutz des erkrankten Familienmitgliedes. Unverzichtbar ist und bleibt auch im Falle einer Demenzerkrankung die Privathaftpflichtversicherung. Diese sollte unter keinen Umständen gekündigt werden. „Auch wenn der Betroffene im Verlauf der Krankheit in ein Pflegeheim umzieht, sollte der Versicherungsschutz durch die Privathaftpflicht aufrecht erhalten werden“, rät Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten e. V. (BdV). Eine Demenz zieht nicht automatisch die Deliktunfähigkeit des Betroffenen nach sich. Verursacht dieser einen Personen- oder Sachschaden, wird die Deliktunfähigkeit in jedem Einzelfall vom Versicherer geprüft. Auch ein Demenzkranker kann somit für einen verursachten Schaden in die Haftung genommen werden. Die Privathaftpflichtversicherung reguliert diese Schäden oder wehrt unberechtigte Ansprüche von Dritten ab. Einige Versicherer bieten mittlerweile Verträge mit einer Deliktunfähigkeitsklausel auch für Demenzkranke an. Diese Klausel griff bisher allein für Kinder bis sieben Jahre. Damit verpflichten sich die Unternehmen im Schadensfall auf Wunsch des Versicherten auch dann zu regulieren, wenn er aufgrund seiner Erkrankung nicht deliktfähig ist. Mit dieser Klausel soll der Frieden zwischen Schädiger und Geschädigtem gewahrt werden. Eine beginnende Demenz muss dem Haftpflichtversicherer nicht mitgeteilt werden. Die Erkrankung stellt keine nachträgliche Gefahrenerhöhung dar und ist somit nicht anzeigepflichtig. Dies bestätigt auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Aufgrund einer vom Versicherungsnehmer nicht gemeldeten Demenz kann der Versicherer im Schadensfall die Regulierung nicht verweigern. Auch die Sorge vor einer Beitragserhöhung oder gar einer Kündigung des Haftpflichtvertrages seitens des Versicherers ist unbegründet. „Erkrankt eine versicherte Person an Demenz, hat dies keinen Einfluss auf den Versicherungsschutz“, fasst BdV-Experte Oetzmann zusammen.

 

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