Auch Azubis können Riestern - 200 Euro Berufsstarter-Bonus für junge Leute

 

Einfach 375 Euro geschenkt bekommen - diese Möglichkeit der Riester-Förderung lassen jedes Jahr noch immer drei von vier berechtigten Berufseinsteigern ungenutzt. Die überwiegende Mehrheit handelt dabei aus Unwissenheit. Dabei unterstützt der Staat gerade junge Menschen beim Start in das Berufslebens mit einem zusätzlichen Bonus. "Junge Erwachsene können bereits mit kleinen Sparbeiträgen den Grundstein für die Zukunft, zum Beispiel für den Erwerb der ersten eigenen Wohnung, legen. Entscheidend ist, dass überhaupt gespart wird", erklärt Werner Schäfer, Vorsitzender des Vorstandes des LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG.

 

Wer nicht älter als 25 Jahre ist und im ersten Ausbildungs- oder Berufsjahr einen Riester-Bausparvertrag abschließt, muss lediglich den Mindestbeitrag von 60 Euro selbst einzahlen. Er bekommt so den Bonus für Berufseinsteiger in Höhe von 200 Euro und die Grundzulage von bis zu 175 Euro. Die volle Grundzulage erhält, wer vier Prozent des sozialversicherten Vorjahreseinkommens (einschließlich der Zulagen) einzahlt.

 

In den Folgejahren können Berufsstarter auch ohne den einmaligen Bonus die günstige Förderung weiter nutzen. Ein Beispiel: Ein Auszubildender, der monatlich 570 Euro verdient, muss davon nur zehn Euro auf seinen Riester-Bausparvertrag einzahlen, um vom Staat Jahr für Jahr 175 Euro Zulage zu erhalten. Zusätzliche Unterstützung bekommen Sparer unter bestimmten Voraussetzungen durch Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage. Zulagen und Zuschüsse helfen, das Sparziel schneller zu erreichen.

 

10 Jahre Wohn-Riester: Darum lohnt sich die Eigenheimrente

 

Wohn-Riester wird stetig populärer. Seit ihrer Einführung vor zehn Jahren verzeichnet die sogenannte Eigenheimrente die höchsten Zuwächse unter allen Riester-Produkten - im vergangenen Jahr erneut rund 4,5 Prozent.

 

Während immer mehr Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen werden, lässt die Nachfrage nach der Riester-Rente insgesamt nach. 16,57 Millionen Verträge gab es laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Jahresmitte 2018 in Deutschland - das sind rund 20.000 weniger als noch Ende 2017. Diese Entwicklung könnte zum Teil dem seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der daraus resultierenden Sparmüdigkeit vieler Menschen geschuldet sein. "Dennoch sollte Riester nicht für die niedrigen Zinsen verantwortlich gemacht werden - zumal es mit der Eigenheimrente eine Riester-Form gibt, die auf die Finanzierung von Wohneigentum abzielt. Niedrige Zinsen sind dafür eher förderlich", erklärt Joachim Klein von der LBS. "Insofern ist es nur folgerichtig, dass diese weiter an Boden gewinnt." Wohn-Riester weist seit seiner Einführung vor zehn Jahren im Vergleich zu den übrigen riestergeförderten Produkten wie Versicherungs-, Bank- oder Fondssparverträgen das höchste Wachstum auf. In der ersten Jahreshälfte wuchs die Zahl der Verträge um 28.000 auf knapp 1,8 Millionen.

 

Mit dem Wohn-Riester fördert der Staat die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge - die eigenen vier Wände. Unterstützt werden der Erwerb, Bau oder altersgerechte Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum. Damit können viele Menschen ihren Wunsch nach den eigenen vier Wänden mit dem Vorteil der staatlichen Förderung verbinden. "Wohn-Riester lohnt sich. Mit einem riesterzertifizierten Bausparvertrag fließt die Finanzspritze vom Fiskus oft über Jahrzehnte, denn die Zulagen gibt es sowohl in der Spar- also auch in der Darlehensphase. Wer die Förderung nicht nutzt, verschenkt bares Geld", ist Klein überzeugt. Die Zulagen erhöhen in der Ansparphase das Eigenkapital und fließen während der Finanzierung in die Tilgung des Bauspardarlehens. Und: Wohn-Riester-Sparer profitieren von Anfang an von ihrer Altersvorsorge - weil sie darin wohnen. Bei Renteneintritt ist die Immobilie im Idealfall abbezahlt und mietfreies Wohnen gesichert.

 

Kein Kündigungsrecht nach 15 Jahren 

 

Urteil rechtskräftig: Etappensieg gegen Bausparkassen

 

Das von der Deutschen Bausparkasse Badenia AG in ihren Bausparbedingungen formulierte generelle Kündigungsrecht 15 Jahre nach Vertragsbeginn benachteiligt Verbraucher unangemessen. Dies hatten das LG und das OLG Karlsruhe nach Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bereits entschieden. Jetzt hat die Bausparkasse die Revision beim Bundesgerichtshof zurückgenommen. Das Urteil des OLG Karlsruhe vom 12.06.2018 (Az 17 U 131/17) ist damit rechtskräftig geworden. Die Bausparkasse darf die angegriffene Klausel nicht mehr verwenden und sich in bestehenden Verträgen nicht mehr darauf berufen.

 

Das OLG Karlsruhe hatte in seinem Urteil u.a. dargelegt, dass die Kündigungsklausel den Zweck eines Bausparvertrages vereitele. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am 21.02.2017 (Az XI ZR 185/16) entschieden, dass Bausparern nach Zuteilung eine ausreichend lange Überlegungsfrist gewährt werden muss, um zu entscheiden, ob sie das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchten. In den verhandelten Fällen durfte die Bausparkasse nicht vor Ablauf von 10 Jahren nach Zuteilung kündigen. Die angegriffene Klausel räumt der Bausparkasse aber ein früheres Kündigungsrecht ein und verkürzt damit die Überlegungsfrist bzw. schafft sie, je nach Tarif und Zuteilungszeitpunkt, ganz ab. „Das erste nunmehr rechtskräftige Urteil stimmt uns zuversichtlich, dass wir auch mit unseren weiteren Klagen gegen die LBS Südwest und den Verband der Privaten Bausparkassen eine drohende weitere Kündigungswelle verhindern können“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 

Das Verfahren gegen die Bausparkasse Badenia war eines von drei ähnlich gelagerten Verfahren. In allen drei Fällen geht es um vertragliche Kündigungsrechte der Bausparkassen, welche nach Auffassung der Verbraucherzentrale Verbraucher unangemessen benachteiligen. Die Verbraucherzentrale geht damit im Interesse der Verbraucher schon jetzt gegen eine mögliche weitere Kündigungswelle ab 2020 vor. Von entsprechenden Klauseln betroffene Verbraucher müssen daher nicht aktiv werden. Auf rechtswidrige Klauseln dürfen die Bausparkassen sich nicht berufen. Medienberichten zufolge verwendet Badenia die strittige Klausel seit 2015, während die ebenfalls verklagte LBS Südwest sie bereits seit dem Jahr 2005 verwendet.

 

Zum aktuellen Stand der Verfahren: Die Klage gegen die LBS Südwest wurde ebenfalls in beiden Instanzen zu Gunsten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg entschieden (OLG Stuttgart, Urteil vom 02.08.2018, Az 2 U 188/17, nicht rechtskräftig). Die LBS Südwest hat Revision beim BGH eingelegt (Az XI ZR 474/18). Die Klage gegen den Verband der Privaten Bausparkassen wegen verschiedener Kündigungsklauseln in den Musterbedingungen für Bausparverträge soll erst am 24.06.2020 am Kammergericht Berlin (Az 26 U 193/17) verhandelt werden.

 

Eigene vier Wände: 599 Euro Mietersparnis im Alter

Rentner, die in den eigenen vier Wänden wohnen, sparen im Schnitt monatlich 599 Euro Miete. Das entspricht rund 36 Prozent der durchschnittlichen gesetzlichen Rente eines Rentnerhaushalts, die 1.678 Euro beträgt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Dabei gibt es zwischen West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede. In Westdeutschland müsste im Schnitt eine fiktive Miete in Höhe von 620 Euro pro Monat gezahlt werden. Die Mietersparnis macht 37,5 Prozent der hier pro Rentnerhaushalt gezahlten durchschnittlichen gesetzlichen Rente von 1.653 Euro aus. In den neuen Bundesländern (inklusive Berlin) beläuft sich die unterstellte monatliche Zahlung auf 481 Euro oder 26,5 Prozent der monatlichen Rentenleistung, die hier bei 1.817 Euro liegt.

 

Darlehensgebühr bei Bausparverträgen unzulässig: Verbraucherzentrale NRW obsiegt vor Bundesgerichtshof

Bausparkassen dürfen bei der Auszahlung von Bauspardarlehen keine Darlehensgebühr verlangen. Vertragsbedingungen, die ein solches Entgelt vorsehen, hat der Bundesgerichtshof (Urteil vom 8.11.2016, AZ XI ZR 552/15) für unzulässig erklärt. Gegen eine entsprechende Klausel im Kleingedruckten, die von der Bausparkasse Schwäbisch Hall in älteren Verträgen verwendet wurde, hatte die Verbraucherzentrale NRW geklagt.

 

"Mit dem Urteil haben die obersten Richter dieser Bankensparte deutliche Grenzen zur Entgeltabschöpfung gesetzt", betont Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski die grundsätzliche Bedeutung der Entscheidung: "Auch zahlreiche andere Bausparkassen haben in der Vergangenheit nämlich entsprechende allgemeine Geschäftsbedingungen genutzt. Denen hat der Bundesgerichtshof jetzt im Nachhinein die rote Karte gezeigt." Mit einem Musterbrief unterstützt die Verbraucherzentrale NRW Bausparer bei der Rückforderung der unrechtmäßig verlangten Darlehensgebühr.

 

 

Riester-Bausparverträge: So attraktiv wie nie

Mit den Tarifen der Testsieger sichern sich Bausparer schon heute eine günstige Finanzierung fürs Eigenheim, Riester-Bausparen ist so attraktiv wie nie. Die niedrigen Zinsen sind garantiert, auch wenn der Sparer sein Darlehen erst in zehn Jahren abruft. Zusätzlich profitiert er von der staatlichen Förderung. Finanztest hat die besten Riester-Tarife anhand von vier Modellkunden ermittelt, die in 7 bis 15 Jahren ein Eigenheim planen und erklärt Schritt für Schritt, wie Bausparer zum maßgeschneiderten Vertrag kommen. Mit einem Bausparvertrag können Sparer die Riester-Förderung nutzen, um zuerst Eigenkapital anzusparen und später die eigene Immobilie zu entschulden. In der Sparphase gibt es Zulagen und Steuervorteile auf die Sparbeiträge. Nach der Zuteilung des Vertrags fließt die Förderung in die Tilgung des Darlehens. Bausparer sollten sich mindestens bei drei günstigen Bausparkassen aus dem Test ein Angebot einholen. Toptarife bieten vor allem Wüstenrot, Alte Leipziger, Deutsche Bausparkasse Badenia und Bausparkasse Mainz. Kunden sollten darauf achten, dass zum Angebot ein Spar- und Tilgungsplan gehört, aus dem der voraussichtliche Zuteilungstermin und alle Zahlungen in der Spar- und Darlehensphase hervorgehen. Ein Vergleich der Bausparangebote ist auch mit dem kostenlosen Finanztest-Bausparrechner unter www.test.de/bausparrechner möglich.

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