Mehr Geld für Eigenheim-Sparer

 

Der Bundesrat hat einer Verbesserung der Wohnungsbauprämie zugestimmt. Damit gibt es bald deutlich mehr Geld vom Staat für viele, die für den Bau, Kauf oder die Renovierung eines Eigenheims sparen. Von der Förderung können künftig mehr Menschen in Deutschland profitieren. Die LBS beantwortet die wichtigsten Fragen zur verbesserten Wohnungsbauprämie und erklärt, was sie bringt und wer davon profitieren kann.

 

Wer bekommt die Wohnungsbauprämie?

 

Die Wohnungsbauprämie (WoP) fördert diejenigen, die Geld sparen, um eine Wohnimmobilie zu kaufen, zu bauen oder zu renovieren. Dafür gelten Einkommensgrenzen, die mit der Verbesserung der Förderung ab 2021 deutlich angehoben werden, wodurch deutlich mehr Menschen in den Genuss der Prämie kommen.

 

Wie viel Wohnungsbauprämie gibt es?

 

Wer mindestens 16 Jahre alt ist und pro Jahr bis zu 700 Euro (1400 Euro für Verheiratete) auf einen Bausparvertrag einzahlt, erhält ab 2021 eine Wohnungsbauprämie von 10 Prozent auf diese Einzahlungen - also bis zu 70 Euro (Singles) bzw. 140 Euro (Verheiratete) pro Jahr. Das sind über 50 Prozent mehr als bisher. Im derzeitigen Zinstief ist das eine besonders wertvolle Förderung.

 

Wofür kann die Wohnungsbauprämie verwendet werden?

 

Die angesammelten Prämien gibt es für Vertragsabschlüsse ab 2009 nur, wenn das angesparte Geld später für wohnwirtschaftliche Zwecke, also für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum verwendet wird. Bei jungen Leuten unter 25 Jahren macht der Staat eine Ausnahme: Sie können nach sieben Jahren frei über das gesamte Guthaben inklusive der Wohnungsbauprämien verfügen. Diese Sonderregelung kann jeder Sparer aber nur einmal in Anspruch nehmen. Auch wer unmittelbar eine Immobilie finanzieren möchte, kann von der Wohnungsbauprämie profitieren. Dies funktioniert mit einem Bauspar-Kombikredit. Dabei wird eine Vorfinanzierung abgeschlossen, die zunächst nicht getilgt wird. Stattdessen fließen entsprechende Zahlungen als Sparleistungen auf einen Bausparvertrag, der dann mit der Zuteilung die Vorfinanzierung ablöst. Die Einzahlungen auf den Bausparvertrag sind bis zur Zuteilung förderfähig.

 

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

 

Neben der Zweckbindung sind die Einkommensgrenzen wichtige Bedingungen für den Erhalt der Wohnungsbauprämie. Diese liegen derzeit bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.600 Euro (Singles) bzw. 51.200 Euro (Verheiratete). Ab 2021 steigen die Grenzen auf 35.000 Euro (Singles) bzw. 70.000 Euro (Verheiratete). Wichtig: Auch viele Haushalte mit einem höheren Bruttoeinkommen können noch dazu gehören. Denn vom Bruttoeinkommen werden mehrere Posten abgezogen, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln. Dazu zählen etwa bestimmte Versicherungsbeiträge, Vorsorgeaufwendungen oder auch Kinderfreibeträge. Aufschluss über die Höhe des zu versteuernden Einkommens gibt der letzte Steuerbescheid.

 

Wie wird die Wohnungsbauprämie beantragt?

 

Zu Beginn jedes Jahres erhalten Kunden der LBS automatisch einen WoP-Antrag für das Vorjahr. Dieser Prämienantrag ist ausgefüllt und unterschrieben bei der Bausparkasse einzureichen. Die Wohnungsbauprämie kann bis zu zwei Jahre rückwirkend beantragt werden. Das heißt: Bis 31. Dezember 2019 kann die Wohnungsbauprämie für das Jahr 2017 gesichert werden, wenn in diesem die entsprechenden Sparbeträge eingezahlt wurden.

 

Bausparer können sich bis Jahresende die volle Riester-Förderung, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage sichern

 

Zuschüsse vom Staat lohnen sich gerade im Zinstief besonders. Bausparer können die Förderung nutzen, um für ein Eigenheim zu sparen oder bei der Finanzierung schneller schuldenfrei zu werden. Wohnriester, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage können bis 31. Dezember noch in voller Höhe für das Jahr 2019 gesichert werden, erklärt die LBS Bayern.

 

Die Wohnriester-Förderung

 

Wer ein Haus oder eine Wohnung zur Eigennutzung finanzieren will, kann vom Riester-Bausparen profitieren. Seit dem Beitragsjahr 2018 erhält jeder förderberechtigte Erwachsene 175 Euro Grundzulage vom Staat. Zusätzlich gibt es für jedes Kind 185 Euro und für ab 2008 Geborene sogar jeweils 300 Euro Kinderzulage oben drauf. Diese Zulagen werden ohne Einkommensgrenzen gewährt. Sie bekommt, wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlt, maximal jedoch 2100 Euro inklusive Zulagen.

 

Voraussetzung ist, dass ein entsprechender Antrag beim Anbieter eingereicht wird. Dies ist bis zu zwei Jahre rückwirkend möglich. Bis 31. Dezember 2019 kann also die Zulage für das Jahr 2017 beantragt werden. Wird ein Dauerzulagenantrag gestellt, gilt dieser unbegrenzt und es muss nicht jedes Jahr aufs Neue ein Formular ausgefüllt werden. Ändern sich die Lebensverhältnisse, weil zum Beispiel ein Kind geboren wird, ist allerdings ein neuer Antrag fällig. Für junge Riester-Bausparer unter 25 Jahren gibt es außerdem 200 Euro extra. Dieser Frühstarter-Bonus wird einmalig gewährt und für das erste Beitragsjahr zusammen mit der Grundzulage automatisch gutgeschrieben. Um den Starter-Bonus voll auszuschöpfen, ist es erforderlich, auch die vollen vier Prozent des Brutto-Vorjahreseinkommens im Jahr des Vertragsabschlusses einzuzahlen.

 

Neben den Riester-Zulagen vom Staat, die zu mehr Eigenkapital führen und bei einer Wohnbaufinanzierung die Tilgung beschleunigen und so Zinsen sparen, können Riester-Bausparer auch Steuervorteile nutzen, erklärt die LBS Bayern. Denn die eigenen Raten können ebenso wie die Förderung als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung für das entsprechende Jahr geltend gemacht werden. Im Rahmen einer sogenannten Günstigerprüfung entscheidet das Finanzamt automatisch bei der Bearbeitung der Steuererklärung, ob dies für den Riester-Nutzer neben den Zulagen einen zusätzlichen Vorteil bringt. Das geförderte Kapital und die geförderten Tilgungsleistungen inklusive der Zulagen müssen zwar ab dem Beginn der Auszahlungsphase versteuert werden. Doch das zahlt sich aus. Denn in der Regel liegt der Steuersatz im Ruhestand weit unter dem der Berufstätigkeit. Und dafür fällt die Belastung durch die Miete komplett weg.

 

Die Wohnungsbauprämie

 

Als effektive Starthilfe vor allem für junge Sparer mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 25.600 Euro (Singles) bzw. 51.200 Euro (Verheiratete) gibt es die Wohnungsbauprämie (WoP). Wer bis 31. Dezember zwischen 50 und 512 Euro (1024 Euro für Verheiratete) auf einen Bausparvertrag einzahlt, erhält 8,8 Prozent WoP für dieses Jahr - also bis zu 45,06 Euro (Singles) bzw. 90,11 Euro (Verheiratete). Die angesammelten Prämien gibt es für Vertragsabschlüsse ab 2009 nur, wenn das angesparte Geld später für wohnwirtschaftliche Zwecke, also für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum - nach Zuteilung - verwendet wird. Bei jungen Leuten unter 25 Jahren macht der Staat eine Ausnahme: Sie können nach sieben Jahren frei über das gesamte Guthaben inklusive der Wohnungsbauprämien verfügen, erklärt die LBS Bayern. Diese Sonderregelung kann jeder Sparer aber nur einmal in Anspruch nehmen. Zu Beginn jedes Jahres erhalten Kunden der LBS Bayern automatisch einen WoP-Antrag für das Vorjahr. Dieser Prämienantrag ist ausgefüllt und unterschrieben bei der Bausparkasse einzureichen. Die Wohnungsbauprämie kann bis zu zwei Jahre rückwirkend beantragt werden. Das heißt: Bis 31. Dezember 2019 kann die WoP für das Jahr 2017 gesichert werden.

 

Die Arbeitnehmer-Sparzulage

 

Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt mit vermögenswirksamen Leistungen (vL). Mit neun Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage fördert der Staat dabei jährliche Einzahlungen bis zu 470 Euro in einen Bausparvertrag. Das sind maximal 43 Euro im Jahr. Auch wer keine vL erhält, kann in den Genuss dieser Zulage kommen, indem er sich Teile seines Gehalts auf das Bausparkonto überweisen lässt, rät die LBS Bayern. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 17.900 Euro (Singles) bzw. 35.800 Euro (Verheiratete) nicht überschreiten. Wichtige Voraussetzung, um die Zulage für 2019 mitnehmen zu können: Die entsprechenden Einzahlungen müssen bis 31. Dezember auf dem Bausparvertrag eingegangen sein. Für die Beantragung der Zulage war es früher erforderlich, in der Steuererklärung die Anlage VL auszufüllen und eine entsprechende Bescheinigung beizulegen. Inzwischen wurde dieser Vorgang mit einer elektronischen Vermögensbildungsbescheinigung vereinfacht.

 

Tipp: Volle Riester-Förderung für knapp 20 Euro

 

Auszubildende können die Riester-Förderung bereits mit relativ niedrigen Beiträgen ausschöpfen, so die LBS. In Ostdeutschland beträgt das durchschnittliche Ausbildungsgehalt laut Bundesinstitut für Berufsausbildung im Monat 859 Euro (bundesweit 908 Euro). Das Jahresgehalt liegt bei 10.308 Euro (bundesweit 10.896 Euro). Prozentual erhöhte sich die Ausbildungsvergütung in Ostdeutschland gegenüber dem Vorjahr deutlich um 3,9 Prozent (bundesweit 3,7 %).

 

Für viele junge Leute ist es das erste eigene Geld und der ideale Zeitpunkt, mit dem Vermögensaufbau zu starten. Junge Sparer müssen zum Beispiel in Rostock oder Halle (Saale) durchschnittlich 412 Euro (bundesweit 436 Euro) in ihren Riester-Vertrag einzahlen, um die volle Förderung zu erhalten. Dies entspricht vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens. Der Staat zahlt von diesem Betrag bereits 175 Euro als Grundzulage. Der Auszubildende selbst muss lediglich noch die übrigen 237 Euro (bundesweit 281 Euro) aufbringen, umgerechnet also 19,75 Euro (23,42 Euro bundesweit) im Monat. Gerade Berufseinsteiger glauben häufig, dass ihr Einkommen für die private Altersvorsorge nicht reicht. Dabei lässt sich bereits mit kleinen Beiträgen ein Grundstein für die Altersvorsorge legen.

 

Für junge Riester-Bausparer unter 25 Jahren gibt es zusätzlich noch einmal 200 Euro extra. Dieser Starter-Bonus wird einmalig gewährt und im ersten Beitragsjahr zusammen mit der Grundzulage automatisch gutgeschrieben. So können sich junge Sparer zum Start über bis zu 375 Euro Zulagen freuen. Beim Sparen helfen Staat und Arbeitgeber außerdem auch durch Wohnungsbauprämie, vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmer-Sparzulage kräftig mit, so die LBS.

 

Tipp: Bafög und Bausparvertrag

 

Mit Beginn des Wintersemesters beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt. Mit neuen Freiheiten. Aber diese Unabhängigkeit hat ihren Preis. Wohnung, Versicherungen, Essen, Kleidung, Bücher und einiges mehr wollen finanziert werden. Zum Glück gibt es Bafög. Es macht den Weg zum erfolgreichen Abschluss des Studiums einfacher.

 

Leider ist der Weg zum Bafög selbst nicht ganz so leicht. Denn zunächst einmal muss ermittelt werden, ob ein Anrecht darauf besteht - und in welcher Höhe. Zur Ermittlung werden das Einkommen der Eltern und das Vermögen des Studenten berücksichtigt, der den Bafög-Antrag stellt. Von der angesparten Vermögenssumme bleiben 7.500 Euro anrechnungsfrei.

 

Zum Vermögen gehören Sparverträge, Tagesgeldkonten, Fondssparpläne, Kapitallebensversicherungen und andere kapitalbildende Geldanlagen. Und auch das angesparte Kapital auf einem Bausparvertrag. "Der zählt selbst dann zum Vermögen, wenn er erst nach mehreren Jahren ausgezahlt wird", erklärt Werner Schäfer, Vorstandsvorsitzender der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG.

 

Zu diesen "klassischen" Anlagen kommen Schmuck, Münzsammlungen, Auto, Grundstücke oder Mietkautionen hinzu. Nicht berücksichtigt werden Rechte auf Versorgungsbezüge, auf Renten und andere wiederkehrende Leistungen, Übergangsbeihilfen sowie die Wiedereingliederungsbeihilfe, Nießbrauchsrechte und Haushaltsgegenstände.

 

Um mehr Bafög zu erhalten, können Studenten gegebenenfalls vor der Antragstellung ihr Vermögen verringern. "Das heißt jetzt aber nicht, Geld zum Fenster hinauszuschmeißen", betont Werner Schäfer. Es geht vielmehr darum, Dinge anzuschaffen, die für das Studium ohnehin benötigt werden: zum Beispiel Möbel für die erste eigene Wohnung, ein neues Notebook oder weiteres technisches Equipment.

 

Was nicht funktioniert: Den Bausparvertrag oder anderes Vermögen an die Eltern übertragen. Der Trick mit der Verlagerung ist rechtsmissbräuchlich und wird von den Behörden sofort durchschaut. Hinzu kommt, dass es für den Bausparvertrag eventuell keine staatliche Förderung mehr gibt - wenn nämlich die Eltern die Einkommensgrenzen überschreiten.

 

Auch Azubis können Riestern - 200 Euro Berufsstarter-Bonus für junge Leute

 

Einfach 375 Euro geschenkt bekommen - diese Möglichkeit der Riester-Förderung lassen jedes Jahr noch immer drei von vier berechtigten Berufseinsteigern ungenutzt. Die überwiegende Mehrheit handelt dabei aus Unwissenheit. Dabei unterstützt der Staat gerade junge Menschen beim Start in das Berufslebens mit einem zusätzlichen Bonus. "Junge Erwachsene können bereits mit kleinen Sparbeiträgen den Grundstein für die Zukunft, zum Beispiel für den Erwerb der ersten eigenen Wohnung, legen. Entscheidend ist, dass überhaupt gespart wird", erklärt Werner Schäfer, Vorsitzender des Vorstandes des LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG.

 

Wer nicht älter als 25 Jahre ist und im ersten Ausbildungs- oder Berufsjahr einen Riester-Bausparvertrag abschließt, muss lediglich den Mindestbeitrag von 60 Euro selbst einzahlen. Er bekommt so den Bonus für Berufseinsteiger in Höhe von 200 Euro und die Grundzulage von bis zu 175 Euro. Die volle Grundzulage erhält, wer vier Prozent des sozialversicherten Vorjahreseinkommens (einschließlich der Zulagen) einzahlt.

 

In den Folgejahren können Berufsstarter auch ohne den einmaligen Bonus die günstige Förderung weiter nutzen. Ein Beispiel: Ein Auszubildender, der monatlich 570 Euro verdient, muss davon nur zehn Euro auf seinen Riester-Bausparvertrag einzahlen, um vom Staat Jahr für Jahr 175 Euro Zulage zu erhalten. Zusätzliche Unterstützung bekommen Sparer unter bestimmten Voraussetzungen durch Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage. Zulagen und Zuschüsse helfen, das Sparziel schneller zu erreichen.

 

10 Jahre Wohn-Riester: Darum lohnt sich die Eigenheimrente

 

Wohn-Riester wird stetig populärer. Seit ihrer Einführung vor zehn Jahren verzeichnet die sogenannte Eigenheimrente die höchsten Zuwächse unter allen Riester-Produkten - im vergangenen Jahr erneut rund 4,5 Prozent.

 

Während immer mehr Wohn-Riester-Verträge abgeschlossen werden, lässt die Nachfrage nach der Riester-Rente insgesamt nach. 16,57 Millionen Verträge gab es laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Jahresmitte 2018 in Deutschland - das sind rund 20.000 weniger als noch Ende 2017. Diese Entwicklung könnte zum Teil dem seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der daraus resultierenden Sparmüdigkeit vieler Menschen geschuldet sein. "Dennoch sollte Riester nicht für die niedrigen Zinsen verantwortlich gemacht werden - zumal es mit der Eigenheimrente eine Riester-Form gibt, die auf die Finanzierung von Wohneigentum abzielt. Niedrige Zinsen sind dafür eher förderlich", erklärt Joachim Klein von der LBS. "Insofern ist es nur folgerichtig, dass diese weiter an Boden gewinnt." Wohn-Riester weist seit seiner Einführung vor zehn Jahren im Vergleich zu den übrigen riestergeförderten Produkten wie Versicherungs-, Bank- oder Fondssparverträgen das höchste Wachstum auf. In der ersten Jahreshälfte wuchs die Zahl der Verträge um 28.000 auf knapp 1,8 Millionen.

 

Mit dem Wohn-Riester fördert der Staat die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge - die eigenen vier Wände. Unterstützt werden der Erwerb, Bau oder altersgerechte Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum. Damit können viele Menschen ihren Wunsch nach den eigenen vier Wänden mit dem Vorteil der staatlichen Förderung verbinden. "Wohn-Riester lohnt sich. Mit einem riesterzertifizierten Bausparvertrag fließt die Finanzspritze vom Fiskus oft über Jahrzehnte, denn die Zulagen gibt es sowohl in der Spar- also auch in der Darlehensphase. Wer die Förderung nicht nutzt, verschenkt bares Geld", ist Klein überzeugt. Die Zulagen erhöhen in der Ansparphase das Eigenkapital und fließen während der Finanzierung in die Tilgung des Bauspardarlehens. Und: Wohn-Riester-Sparer profitieren von Anfang an von ihrer Altersvorsorge - weil sie darin wohnen. Bei Renteneintritt ist die Immobilie im Idealfall abbezahlt und mietfreies Wohnen gesichert.

 

Kein Kündigungsrecht nach 15 Jahren 

 

Urteil rechtskräftig: Etappensieg gegen Bausparkassen

 

Das von der Deutschen Bausparkasse Badenia AG in ihren Bausparbedingungen formulierte generelle Kündigungsrecht 15 Jahre nach Vertragsbeginn benachteiligt Verbraucher unangemessen. Dies hatten das LG und das OLG Karlsruhe nach Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bereits entschieden. Jetzt hat die Bausparkasse die Revision beim Bundesgerichtshof zurückgenommen. Das Urteil des OLG Karlsruhe vom 12.06.2018 (Az 17 U 131/17) ist damit rechtskräftig geworden. Die Bausparkasse darf die angegriffene Klausel nicht mehr verwenden und sich in bestehenden Verträgen nicht mehr darauf berufen.

 

Das OLG Karlsruhe hatte in seinem Urteil u.a. dargelegt, dass die Kündigungsklausel den Zweck eines Bausparvertrages vereitele. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am 21.02.2017 (Az XI ZR 185/16) entschieden, dass Bausparern nach Zuteilung eine ausreichend lange Überlegungsfrist gewährt werden muss, um zu entscheiden, ob sie das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen möchten. In den verhandelten Fällen durfte die Bausparkasse nicht vor Ablauf von 10 Jahren nach Zuteilung kündigen. Die angegriffene Klausel räumt der Bausparkasse aber ein früheres Kündigungsrecht ein und verkürzt damit die Überlegungsfrist bzw. schafft sie, je nach Tarif und Zuteilungszeitpunkt, ganz ab. „Das erste nunmehr rechtskräftige Urteil stimmt uns zuversichtlich, dass wir auch mit unseren weiteren Klagen gegen die LBS Südwest und den Verband der Privaten Bausparkassen eine drohende weitere Kündigungswelle verhindern können“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 

Das Verfahren gegen die Bausparkasse Badenia war eines von drei ähnlich gelagerten Verfahren. In allen drei Fällen geht es um vertragliche Kündigungsrechte der Bausparkassen, welche nach Auffassung der Verbraucherzentrale Verbraucher unangemessen benachteiligen. Die Verbraucherzentrale geht damit im Interesse der Verbraucher schon jetzt gegen eine mögliche weitere Kündigungswelle ab 2020 vor. Von entsprechenden Klauseln betroffene Verbraucher müssen daher nicht aktiv werden. Auf rechtswidrige Klauseln dürfen die Bausparkassen sich nicht berufen. Medienberichten zufolge verwendet Badenia die strittige Klausel seit 2015, während die ebenfalls verklagte LBS Südwest sie bereits seit dem Jahr 2005 verwendet.

 

Zum aktuellen Stand der Verfahren: Die Klage gegen die LBS Südwest wurde ebenfalls in beiden Instanzen zu Gunsten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg entschieden (OLG Stuttgart, Urteil vom 02.08.2018, Az 2 U 188/17, nicht rechtskräftig). Die LBS Südwest hat Revision beim BGH eingelegt (Az XI ZR 474/18). Die Klage gegen den Verband der Privaten Bausparkassen wegen verschiedener Kündigungsklauseln in den Musterbedingungen für Bausparverträge soll erst am 24.06.2020 am Kammergericht Berlin (Az 26 U 193/17) verhandelt werden.

 

Eigene vier Wände: 599 Euro Mietersparnis im Alter

Rentner, die in den eigenen vier Wänden wohnen, sparen im Schnitt monatlich 599 Euro Miete. Das entspricht rund 36 Prozent der durchschnittlichen gesetzlichen Rente eines Rentnerhaushalts, die 1.678 Euro beträgt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Dabei gibt es zwischen West- und Ostdeutschland deutliche Unterschiede. In Westdeutschland müsste im Schnitt eine fiktive Miete in Höhe von 620 Euro pro Monat gezahlt werden. Die Mietersparnis macht 37,5 Prozent der hier pro Rentnerhaushalt gezahlten durchschnittlichen gesetzlichen Rente von 1.653 Euro aus. In den neuen Bundesländern (inklusive Berlin) beläuft sich die unterstellte monatliche Zahlung auf 481 Euro oder 26,5 Prozent der monatlichen Rentenleistung, die hier bei 1.817 Euro liegt.

 

Darlehensgebühr bei Bausparverträgen unzulässig: Verbraucherzentrale NRW obsiegt vor Bundesgerichtshof

Bausparkassen dürfen bei der Auszahlung von Bauspardarlehen keine Darlehensgebühr verlangen. Vertragsbedingungen, die ein solches Entgelt vorsehen, hat der Bundesgerichtshof (Urteil vom 8.11.2016, AZ XI ZR 552/15) für unzulässig erklärt. Gegen eine entsprechende Klausel im Kleingedruckten, die von der Bausparkasse Schwäbisch Hall in älteren Verträgen verwendet wurde, hatte die Verbraucherzentrale NRW geklagt.

 

"Mit dem Urteil haben die obersten Richter dieser Bankensparte deutliche Grenzen zur Entgeltabschöpfung gesetzt", betont Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski die grundsätzliche Bedeutung der Entscheidung: "Auch zahlreiche andere Bausparkassen haben in der Vergangenheit nämlich entsprechende allgemeine Geschäftsbedingungen genutzt. Denen hat der Bundesgerichtshof jetzt im Nachhinein die rote Karte gezeigt." Mit einem Musterbrief unterstützt die Verbraucherzentrale NRW Bausparer bei der Rückforderung der unrechtmäßig verlangten Darlehensgebühr.

 

 

Riester-Bausparverträge: So attraktiv wie nie

Mit den Tarifen der Testsieger sichern sich Bausparer schon heute eine günstige Finanzierung fürs Eigenheim, Riester-Bausparen ist so attraktiv wie nie. Die niedrigen Zinsen sind garantiert, auch wenn der Sparer sein Darlehen erst in zehn Jahren abruft. Zusätzlich profitiert er von der staatlichen Förderung. Finanztest hat die besten Riester-Tarife anhand von vier Modellkunden ermittelt, die in 7 bis 15 Jahren ein Eigenheim planen und erklärt Schritt für Schritt, wie Bausparer zum maßgeschneiderten Vertrag kommen. Mit einem Bausparvertrag können Sparer die Riester-Förderung nutzen, um zuerst Eigenkapital anzusparen und später die eigene Immobilie zu entschulden. In der Sparphase gibt es Zulagen und Steuervorteile auf die Sparbeiträge. Nach der Zuteilung des Vertrags fließt die Förderung in die Tilgung des Darlehens. Bausparer sollten sich mindestens bei drei günstigen Bausparkassen aus dem Test ein Angebot einholen. Toptarife bieten vor allem Wüstenrot, Alte Leipziger, Deutsche Bausparkasse Badenia und Bausparkasse Mainz. Kunden sollten darauf achten, dass zum Angebot ein Spar- und Tilgungsplan gehört, aus dem der voraussichtliche Zuteilungstermin und alle Zahlungen in der Spar- und Darlehensphase hervorgehen. Ein Vergleich der Bausparangebote ist auch mit dem kostenlosen Finanztest-Bausparrechner unter www.test.de/bausparrechner möglich.

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