Brexit für Kunden von Standard Life

 

Versicherte könnten britischen Insolvenzschutz durch Transfer von Lebensversicherungen nach Irland verlieren

 

 

 

Der schottische Versicherer Standard Life hat angekündigt, wegen des Brexits 600.000 Lebensversicherungsverträge in eine irische Tochtergesellschaft transferieren zu wollen. Mit dem Wechsel der Policen nach Irland würden Versicherungsnehmer ihren Anspruch auf Insolvenzschutz durch den britischen Entschädigungsfonds Financial Services Compensations Scheme (FSCS) verlieren. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät betroffenen Versicherten von Standard Life, die eigene Lebensversicherung auf den Prüfstand zu stellen.

 

Standard Life begründet den Transfer der Lebensversicherungsverträge mit dem bevorstehenden Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (EU). Durch die Übertragung könnten die Policen im europäischen Binnenmarkt verbleiben. In einem Anschreiben an betroffene Kunden aus Deutschland und Österreich klingt es zunächst so, als würde lediglich die Versicherungsgesellschaft wechseln. Später im Text räumt Standard Life ein, dass durch die Übertragung der bisherige Insolvenzschutz für viele Verträge entfällt. Solange die Policen bei der schottischen Standard Life Assurance Limited liegen, gilt der Insolvenzschutz des FSCS. Der Entschädigungsfonds würde einspringen, sollte der Versicherer zahlungsunfähig werden. Für die Gesellschaft Standard Life International DAC in Irland existiert laut Standard Life kein vergleichbarer Insolvenzschutz.

 

„Verbraucher, die diese Kröte nicht einfach so schlucken wollen, sollten die Fortsetzung ihrer Lebensversicherung grundsätzlich überdenken“, so Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch eine Beschwerde bei der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist möglich.

 

Lebensversicherung: Ein Verkauf bringt mehr Geld als die Kündigung

 

Die Kapitallebensversicherung dient Millionen Deutschen als Altersvorsorge. Doch was tun, wenn das Geld schon früher als geplant gebraucht wird? Im Jahr 2017 haben Sparer Verträge im Wert von 12,7 Milliarden Euro gekündigt. Und das, obwohl sich die Kündigung nur selten lohnt. In der Regel bringt der Verkauf der Police bis zu 4 Prozent mehr. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die Unternehmen genau angeschaut, die Lebensversicherungen ankaufen, und erklärt, was Sparer beachten müssen.

 

Häufig spricht die gute Rendite dafür, ältere Lebensversicherungen weiterzuführen. "Wenn Sie das Geld aber wirklich brauchen, prüfen Sie, ob ein Verkauf die beste Lösung ist", rät Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlage bei Finanztip. "Denn wer früher als geplant Geld aus der Lebensversicherung nimmt, zahlt immer drauf. Bei kurzfristigen finanziellen Engpässen kann man eine Police auch beleihen oder beitragsfrei stellen." Wer langfristig Geld braucht und bereits einige Jahre angespart hat, für den kommt ein Verkauf infrage.

 

Verbraucher sollten unbedingt mehrere Angebote einholen

 

Auf der Suche nach einem Ankäufer sollten Verbraucher genau vergleichen: "Die Kaufpreise variieren, weil jeder Ankäufer den Wert der Lebensversicherung etwas anders berechnet", sagt Zinnecker. "Prüfen sollten Verbraucher außerdem, ob der Verkauf in ihrem konkreten Fall tatsächlich mehr Geld bringt als die Kündigung." Wie viel Geld die Versicherung bei einer Kündigung auf den Tisch legen würde, zeigt der sogenannte Rückkaufswert - zu finden in der jährlichen Mitteilung zum Stand des Vertragsguthabens.

 

Neue Verträge nehmen Ankäufer häufig nicht an

 

Ein ausreichend hoher Rückkaufswert von 5.000 bis 10.000 Euro ist häufig Voraussetzung für den Verkauf. Der Vertrag sollte außerdem noch etwa fünf Jahre laufen und gute Garantiezinsen beinhalten. "Viele Anbieter prüfen Verträge erst dann, wenn diese Bedingungen erfüllt sind. Junge Verträge nehmen sie gar nicht erst an." Kommt es zum Verkauf, gehen alle Rechte auf die Auszahlung bei Vertragsende an den Ankäufer: "Er profitiert von der guten garantierten Verzinsung bei älteren Verträgen, den Überschüssen und dem Schlussbonus", erklärt Zinnecker. "Dafür bezahlt er bis zum Vertragsende anstelle des Kunden die Beiträge."

 

Vorsicht bei unseriösen Angeboten

 

Bei der Wahl des Käufers rät die Expertin zur Vorsicht: "Bietet Ihnen dieser eine Ratenzahlung an oder verlangt er für den Verkauf eine Gebühr, ist das unseriös. Lassen Sie die Finger von solchen Angeboten." 

 

Marktwächterwarnung: Vorsicht vor Rückabwicklern von Lebensversicherungen

Teure Dienstleister ohne Mehrwert für Verbraucher

 

Die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hamburg warnen erneut vor sogenannten Rückabwicklern von Lebens- und Rentenversicherungen. Ins Frühwarnnetzwerk der Verbraucherschützer werden stetig neue Fälle von betroffenen Verbraucherinnen und Verbrauchern gemeldet. Zudem drängen immer weitere Anbieter auf den lukrativen Markt.

 

Die Rückabwickler bieten Verbraucherinnen und Verbrauchern Hilfe beim Widerspruch ihrer Verträge an. Häufig beschränkt sich deren Leistung aber allein auf die Vermittlung an einen Anwalt. Eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit eines Widerspruchs findet nicht statt. Im Erfolgsfall verlangen die Anbieter zudem eine hohe Vergütung. Bereits im Juni 2016 hatten die Verbraucherschützer vor diesen Dienstleistern gewarnt.

 

„Aus unserer Sicht schaden diese Dienstleister dem Verbraucher mehr, als dass sie ihm nützen“, kritisiert Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hamburg. „Denn häufig wird nicht einmal geprüft, ob der Widerspruch eines Vertrages für den Kunden finanziell überhaupt sinnvoll ist. Dies ist nämlich nicht per se der Fall.“ Eine objektive Prüfung kann auch ein unabhängiger Versicherungsberater oder die Verbraucherzentrale übernehmen – zu überschaubaren Konditionen. Die Dienstleister verlangen hingegen für die Vermittlung von Anwälten im Erfolgsfall eine Vergütung, zuzüglich der regulär anfallenden Anwaltskosten.

 

Im Erfolgsfall bis zu 50 Prozent Provision für Dienstleister

 

In der Regel bieten die Rückabwickler den Versicherungskunden zunächst an zu überprüfen, ob ihrem Vertrag überhaupt widersprochen werden kann. Voraussetzung für einen Widerspruch ist, dass der Versicherungskunde vom Vermittler fehlerhaft oder nicht ausreichend über sein Widerspruchsrecht belehrt wurde. Auch wenn die dazugehörigen Versicherungsbedingungen oder Verbraucherinformation nicht ausgehändigt wurden, ist ein Widerspruch möglich. Nicht selten erfolgt das Angebot einer Widerspruchsprüfung auf Initiative der Dienstleister selbst. Anschließend vermitteln diese einen Anwalt, der zu normalen Gebührensätzen den Rechtsstreit mit der Versicherung führt. Im Erfolgsfall verlangen die Dienstleister einen Anteil von bis zu 50 Prozent der Rückzahlungen, welche die Verbraucher aufgrund eines erfolgreichen Widerspruchs aus den rückabgewickelten Verträgen erhalten.

 

Rechtlicher Hintergrund

 

Verbraucher, die zwischen 1995 und 2007 eine private Kapitallebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen haben, können dem Vertrag unter bestimmten Voraussetzungen noch immer widersprechen – und zwar selbst dann, wenn sie ihn zuvor bereits gekündigt hatten. Das hatte der Bundesgerichtshof 2014 entschieden (Az. IV ZR 76/11) und dieses Urteil 2015 noch präzisiert (Az. BGH IV ZR 384/14).

 

Beide Urteile des BGH sind für Verbraucher besonders dann interessant, wenn sie sich frühzeitig von ihrer Versicherungspolice getrennt haben und daher nur einen geringen Teil der eingezahlten Beiträge zurückerhalten haben. Ein nachträglicher Widerspruch kann ihnen in diesem Fall erhebliche Nachzahlungen bringen.

 

Studie: Nur Rente sichert lebens­lan­ges Ein­kom­men

Deut­sche unter­schät­zen Lebens­er­war­tung

 

Wissenschaftler plädieren für eine Rentenauszahlung des angesparten Altersvorsorge-Vermögens. Im Gegensatz zu einer einmaligen Kapitalzahlung sichere die lebenslange Rente die finanziellen Anforderungen der meisten Menschen bis zum Lebensende besser ab, lautet das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

 

„Private Altersvorsorge wird in Zukunft von vielen nicht mehr für die Finanzierung von Extras, sondern zur Sicherung des gewünschten Lebensstandards im Alter benötigt“, sagte Studienautor Jochen Ruß vom Ulmer Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften am Donnerstag in Berlin. „Da man einerseits den gewünschten Lebensstandard bis zum Tod erhalten will und andererseits nicht vorhersagen kann, wie alt man wird, besteht ohne eine lebenslange Rente ein Risiko, länger zu leben, als das Geld reicht“, so Ruß.

 

Zwei Drittel entscheiden sich für Kapitalzahlung statt Rentenzahlung

 

Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage für den GDV entscheiden sich dagegen rund zwei Drittel der Deutschen bei Fälligkeit ihrer privaten Rentenversicherung für eine einmalige Kapitalzahlung – und gegen eine lebenslange Rente. Vor diesem Hintergrund hat Ruß gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Schelling untersucht, warum sich viele Menschen bei der Frage der Verrentung rational falsch entscheiden und welche Probleme das nach sich zieht.

 

„Das Risiko, länger zu leben, als das angesparte Geld reicht, ist eines der am meisten unterschätzen finanziellen Risiken“, sagte Ruß. Deswegen sei individuelles Sparen gegenüber kollektiven Lösungen wie der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung oft unterlegen. Nur letztere garantierten Einkünfte bis zum Lebensende.

 

Der Ausgleichsmechanismus innerhalb der Versichertengemeinschaft ermöglicht in der privaten Rentenversicherung Rentenhöhen, die vergleichbar sind mit denen eines Entnahmeplans, der auf die durchschnittliche Lebenserwartung kalkuliert ist. Anders als bei einem individuellen Entnahmeplan zahlt die private Rentenversicherung im Falle eines langen Lebens aber auch weit über die durchschnittliche Lebenserwartung hinaus.

 

Typische Denkfehler führen zu Entscheidung gegen Verrentung

 

Obwohl laut Forsa fast 60 Prozent der Menschen planen, mindestens 80 Prozent ihres Lebensunterhalts mit fixen Rentenzahlungen bestreiten zu wollen, entscheiden sie sich häufig gegen eine Verrentung ihrer Ersparnisse. Neben dem Wunsch, Geld an die Hinterbliebenen zu vererben, beobachtet Ruß vor allem einen Denkfehler, der oft zu der Entscheidung verleitetet: „Lieber das gesamte Geld jetzt sofort auf dem Konto.“ Denn bei einer Rentenversicherung sei eben nicht die Renditemaximierung das Ziel, sondern die lebenslange finanzielle Absicherung einer unbekannten Lebensdauer.

 

Deutsche unterschätzen ihre Lebenserwartung

 

Weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Trotz der kontinuierlich alternden Gesellschaft in Deutschland ist das Bewusstsein über die stets weiter steigende Lebenserwartung in vielen Köpfen noch nicht angekommen. „Viele denken bei der Lebenserwartung an ihre eigenen Eltern oder Großeltern und ziehen daraus Rückschlüsse für ihren eigenen Lebenshorizont“, sagte GDV-Altersvorsorgeexperte Peter Schwark. Dabei steige die Lebenserwartung von Generation zu Generation stark an. Ein im Jahr 1990 geborener Mann werde im Durchschnitt neun Jahre älter als ein 1960 geborener. Frauen hätten im selben Zeitraum um sieben Jahre zugelegt.

 

„Um das Wissen über die weiter steigende Lebenserwartung breiter zu verankern, wäre es hilfreich, wenn das Statistische Bundesamt vor allem über die Lebenserwartung einschließlich des zu erwartenden weiteren Zuwachses informiert“, schlägt Schwark vor. Der GDV fordere außerdem, besser über die tatsächliche Lebenserwartung zu informieren, etwa im Rahmen der jährlichen Renteninformation.

 

Lebensversicherung: Bei knapper Kasse hilft nur die Kündigung?

Was sind also die Alternativen?

 

Dass man knapp bei Kasse ist und dringend die regelmäßigen Ausgaben reduzieren muss, kann jedem passieren. Kunden von Lebens- oder Rentenversicherungen denken dann oft, bei der Police bliebe nur die Kündigung. Es gibt jedoch Alternativen, die viel sinnvoller sein können, zeigt die Gothaer Versicherung auf.

 

Über 90 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen haben die Bundesbürger abgeschlossen. Statistisch hat also jeder mindestens eine Police. Da ist es nahe liegend, dass die Ausgaben für Lebens- und Rentenversicherungen auf den Prüfstand kommen, wenn Geld eingespart werden muss. "Es bleibt doch nur die Kündigung", heißt es oft. Doch gerade wenn die persönliche Finanzkrise nur vorübergehend ist, die Police also möglicherweise bald wie bisher fortgeführt werden könnte, sind die Nachteile bei einer Kündigung erheblich.

 

Wer zum Beispiel vor 2005 den Vertrag abgeschlossen und unverändert fortgeführt hat, genießt noch die volle Steuerfreiheit der Kapitalerträge bei Ablauf der Renten – oder Kapitallebensversicherung. Dieser Vorteil ginge bei einer Kündigung unwiederbringlich verloren. Ältere Verträge haben zudem noch einen so genannten "Rechnungszins" von bis zu vier Prozent. Wird ein Vertrag neu abgeschlossen, sind es nur noch 0,9 Prozent.

 

Wenn der reguläre Ablauf in wenigen Jahren bevorsteht, sollte die Kündigung ebenfalls möglichst vermieden werden: Mit regulärem Ablauf erhalten die Kunden den so genannten "Schlussanteil", der die Auszahlung wesentlich erhöht. Bei einer Kündigung kurz vor Vertragsablauf entfällt der Anspruch darauf.

 

Was sind also die Alternativen zur Kündigung?

 

Die Beitragsfreistellung: Der Kunde muss keine Prämien mehr zahlen, behält aber seinen Versicherungsschutz in reduziertem Umfang. Dafür wird der bei einer Kündigung auszuzahlende Betrag in eine neue, beitragsfreie Versicherung mit gleicher Restlaufzeit umgewandelt. Voraussetzung ist, dass bestimmte Mindestversicherungssummen erreicht werden, die von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden sind. Der bisherige Rechnungszins sowie eine eventuelle Steuerfreiheit bleiben erhalten. Innerhalb von zumeist zwei Jahren (Unterschiede zwischen den Gesellschaften möglich) kann eine beitragsfreie Police in den früheren Stand zurückversetzt werden.

 

Das Policendarlehen: Es ist eine gute Alternative zur Kündigung, wenn der Kunde zwar die laufenden Prämien zahlen kann, aber einmalig einen größeren Geldbetrag benötigt. Maximaler Darlehensbetrag sind in der Regel 90 Prozent des Rückkaufswertes ohne Überschussbeteiligung. Der Vertrag läuft ansonsten wie bisher weiter - und der Kunde behält den vollen Versicherungsschutz. Der Zins ist in der Regel deutlich geringer als bei einem Dispokredit. Tilgen kann der Kunde grundsätzlich jederzeit. Wird nichts zurückgezahlt, verrechnet der Lebensversicherer den Darlehensbetrag bei Ablauf der Police mit der fälligen Auszahlung.

 

Die Prämienstundung: Für sechs bis zwölf Monate sind Lebensversicherer zumeist bereit, die Prämien zu stunden. In dieser Zeit zahlt der Kunde bei einer Kapital-Lebensversicherung nur den geringen Risikoanteil der Prämie, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Nach Ablauf des Stundungszeitraums sind die ausstehenden Prämien nachzuzahlen. Kann der Kunde das nicht, wird die Versicherungssumme reduziert oder die weiteren Prämien werden erhöht.

 

Die Prämienreduzierung: Renten- oder Einmalzahlungen können reduziert werden, wodurch sich entsprechend die Prämie verringert. Das lässt sich wie eine Teil-Kündigung sehen, wobei aber je nach Vereinbarung später der alte Vertrag wieder aufleben kann (möglicherweise wird eine neue Gesundheitsprüfung gefordert).

 

Weitere "Entlastungsmöglichkeiten": Werden Zusatzleistungen gekündigt, etwa eine Unfalltod-Zusatzversicherung, sinkt die Prämie ebenfalls. Allerdings ist dieser Versicherungsschutz davon verloren. Bei einigen Policen kann der Todesfallschutz reduziert werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Steuerfreiheit älterer Verträge nicht gefährdet wird. Darüber hinaus kann man eine "Dynamik" aussetzen, mit er sich Prämien regelmäßig z.B. um 5 Prozent erhöhen, um Leistungen dem in der Regel wachsenden Lebensstandard anzupassen. Wer eine solche "Dynamik" vereinbart hat, kann sie in einem Jahr bei knapper Kasse aussetzen, im nächsten Jahr dann wieder mitnehmen, so die Gothaer Versicherung.

 

Qualität der Investmentfonds im Angebot der Fondspolicen kann nicht zufriedenstellen

Feri EuroRating hat zum zweiten Mal die Fondsauswahl der Versicherer in fondsgebundenen Policen untersucht. Untersucht wurden zum Stichtag 31. März 2013 insgesamt 6.000 Fonds von 71 Versicherern. Berücksichtigt wurden alle Fonds, die in den Versicherungsbedingungen oder in den Geschäftsberichten dokumentiert und in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind.

 

Das Ergebnis: Lediglich 36 Prozent aller 6.000 Fonds erhalten eine gute oder sehr gute Bewertung (A oder B Feri Fonds Rating). Dies deckt sowohl den Altbestand ab, also alle Fonds, in die im Rahmen von Fondspolicen regelmäßig angespart wird, als auch das aktuelle Angebot. Dies sind alle derzeitig im Rahmen von Fondspolicen erhältlichen Fonds. Bei isolierter Betrachtung der 1.200 Fonds, aus denen Neukunden auswählen können, ist die durchschnittliche Qualität höher: 44 Prozent erhalten eine gute oder sehr gute Bewertung.

 

"Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gewinnen fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen an Bedeutung", sagt Andreas Kuschmann, Mitglied des Vorstands der Feri EuroRating. "Fondspolicen bieten Renditechance." Allerdings liege das Risiko der Kapitalanlage - anders als beispielsweise bei der klassischen Lebensversicherung - beim Kunden. Nach Abschluss einer fondsgebundenen Police zahle ein Kunde 20 Jahre oder länger regelmäßige monatliche Beiträge. Der Sparanteil werde in einen oder mehrere Investmentfonds investiert. "Ein späterer Fondswechsel bleibt die absolute Ausnahme", sagt Andreas Kuschmann. Es liege auf der Hand, dass die Qualität des Fonds ein wesentlicher Faktor für den Anlageerfolg des Kunden sei. "Der Versicherer sitzt jedoch im gleichen Boot, schon aus Reputationsgründen. Ein unzufriedener Kunde unterscheidet nicht zwischen der richtigen Police und dem falschen Investmentfonds, wenn der Anlageerfolg ausbleibt."

 

Die Qualität einzelner Fonds ändere sich über die Zeit. Die vergleichbar schwache Produktqualität des Altbestandes an Investmentfonds unterstreiche, wie wichtig es sei, fortlaufend die Produktqualität im Angebot zu durchleuchten und den Kunden mit Handlungsempfehlungen zu unterstützen. "Einige Versicherer haben systematische Prozesse zur Produktselektion und Qualitätskontrolle aufgesetzt, in der Breite besteht jedoch dringender Handlungsbedarf", erklärt Kuschmann. "Selbst wenn die Qualität der Fonds sinkt, bleiben sie in der Regel unverändert mit der Police verbunden. Nur die wenigsten Versicherer reagieren systematisch auf Verschlechterungen in der Performance oder in der Fondsqualität." Die Gründe dafür seien oftmals fehlende Selektions- und Monitoringprozesse. Oftmals liege es nicht am Willen, sondern an fehlenden Kapazitäten bei den Versicherern, insbesondere den Altbestand zu durchleuchten. Die Anzahl der Anlageklassen steigt, das Produktangebot wird komplexer und die Fondsliste immer länger, zeigt der Vergleich der aktuellen Feri Studie mit der vorherigen Studie aus dem Jahr 2010. "Dies entlässt den Versicherer jedoch nicht aus der Verantwortung, im Bereich der Fondspolicen ein qualitativ hochwertiges Angebot an Investmentfonds anzubieten und dies im Interesse der Kunden fortlaufend zu prüfen".

 

Nachholbedarf verdeutlicht auch der Blick auf die am häufigsten angebotenen Investmentfonds im Bereich der Fondspolicen: Eine Top-Position auf der Beliebtheitsskala ist nicht gleichbedeutend  mit einem Top-Rating der Produktqualität. Nur die wenigsten Fonds auf der Liste der am häufigsten selektierten Fonds erhalten ein gutes oder sehr gutes Rating. 

Versicherungsschein einer Lebensversicherung sollte sicher aufbewahrt werden

Der Versicherungsschein einer Lebensversicherung ist für viele Kunden nicht mehr als ein weiteres Stück Papier in irgendeinem Ordner. Nur wenige wissen, dass die “Police” ein wichtiges Dokument ist und sicher aufbewahrt werden sollte. Über 90 Millionen Lebens- und Rentenversicherungen haben die Bundesbürger abgeschlossen, ebenso viele Versicherungsscheine wurden ausgestellt. Oft werden sie zwischen Kontoauszügen und Stromrechnungen abgelegt und erst wieder im Todesfall, bei Vertragsende oder Rentenbeginn herausgekramt. Dabei wäre ein gut geschützter Platz angemessen. Denn die “Police” enthält meist eine sogenannte “Inhaber-Klausel” mit Formulierungen wie: “Den Inhaber des Versicherungsscheins können wir als berechtigt ansehen, über die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zu verfügen, insbesondere Leistungen in Empfang zu nehmen.”


Risiko bei gefälschter Unterschrift


Das bedeutet: Gerät die Police in falsche Hände, etwa bei einem Wohnungseinbruch, kann das für den Kunden ärgerlich werden. Theoretisch könnte der Einbrecher mit gefälschter Unterschrift zum Beispiel die Police kündigen und sich das Geld überweisen lassen. Der Lebensversicherer habe keine Pflicht, die Echtheit der Unterschrift zu überprüfen, sofern es hierfür keinen Anlass gibt, urteilte der Bundesgerichtshof (Az: IV ZR 16/08). “In der Praxis üblich sind allerdings strenge Kontrollen”, sagt Mario Schwabe von der Gothaer Versicherung. So werde bei einer Kündigung der Kunde ohnehin zunächst angeschrieben. Eine “falsche Kündigung” müsste so auffliegen. Gleichwohl rät er dazu, den Versicherungsschein gut aufzubewahren, möglichst in einem verschlossenen Schrank.


Das aber geschieht im Todesfall, wenn jemand in der Wohnung des Verstorbenen die Police findet? Sofern für die Lebensversicherung keine “Bezugsberechtigung” genannt wurde oder sonstige Ansprüche Dritter (zum Beispiel eine Abtretung) bestehen, fällt die Auszahlung in die Erbmasse. Wer die Police hat und eine Sterbeurkunde besitzt, könnte die Auszahlung der Todesfallsumme verlangen. Aber: Der Lebensversicherer muss dem nicht entsprechen. “Im Regelfall muss mindestens ein Erbschein vorgelegt werden, damit die Auszahlung freigegeben wird”, sagt Mario Schwabe. Wenn eine “Bezugsberechtigung” für den Todesfall erklärt wurde (etwa: “Im Todesfall ist meine Ehefrau Gerda Müller, geb. am 03.05.1964, begünstigt”), nutzt die Police allein ebenfalls wenig. Der Inhaber der Police könnte zwar wiederum das Geld verlangen – der Lebensversicherer würde aber prüfen, ob der Berechtigte der Auszahlung zustimmt.


Sollte der Versicherungsschein verloren gehen, bedeutet dies kein Verlust des Versicherungsschutzes – wohl aber ist ein gewisser Aufwand nötig. Der Kunde und ggf. vorhandene Berechtigte (zum Beispiel ein Abtretungsgläubiger) müssen eine Verlusterklärung unterschreiben und erst danach wird eine Ersatzurkunde erstellt – ein weiterer Grund, gut auf die Police aufzupassen.

ÖKO-TEST Altersvorsorge für Selbstständige

Wenn man zehn Jahre lang jeden Monat Geld zur Seite legt, insgesamt 21.000 Euro, und nach zehn Jahren 19.000 Euro auf dem Konto hat, dann ist das ein richtig schlechtes Geschäft. Die Versicherungen nennen so etwas eine Rentenversicherung. Das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST hat Altersvorsorgeprodukte für Selbstständige analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass viele davon ihren Namen nicht verdienen. Denn sie bieten nur mickrige Erträge, während gleichzeitig gigantische Kosten entstehen. Manche Garantien entpuppen sich zudem als Mogelpackung, so dass sich Versicherte auf die versprochenen Leistungen nicht verlassen können.

 

Nach Plänen der Regierung soll Altersvorsorge demnächst auch für Selbstständige und Freiberufler Pflicht werden. Nur wer eine ausreichende Privatvorsorge nachweisen kann, entgeht voraussichtlich dem Versicherungszwang. Doch man sollte die Verträge genau durchlesen, bevor man einen Vertrag für eine solche Versicherung unterschreibt, empfiehlt ÖKO-TEST. Denn wer von seiner Altersvorsorge profitieren will, muss schon richtig alt werden. Die Renditen liegen oft im Minusbereich, selbst wenn der Versicherte das 85. Lebensjahr erreicht. Erwirtschaften die Versicherer die versprochenen Überschüsse, sieht es etwas besser aus. Im Musterfall kann ein 30-Jähriger bis zum 85. Lebensjahr immerhin eine Rendite von 0,71 bis knapp 4 Prozent erwarten.

Während die Renditen minimal sind, steigen die Kosten. Viele davon sind für den Laien kaum zu erkennen, da manche Versicherungen sich bestens darin auskennen, ein Verwirrspiel mit intransparenten Angaben zu machen. Bei den Klassiktarifen fressen die Vertragskosten bis zu 17 Prozent der in 35 Jahren angesparten Rente auf, was beim Mustersparer beispielsweise bis zu 12.954 Euro entspricht.

 

Mittlerweile ist zudem die private Rente nicht mehr sicher, weil sich die Versicherer verstärkt aus den Garantien rausziehen. Anlagerisiken werden auf die Kunden abgeschoben. Außerdem vermindern die Versicherungen ihre Garantien, verschleiern das aber geschickt. Viele sichern ihren Kunden nämlich nur für die Ansparphase den aktuellen Garantiezins von 1,75 Prozent zu, ab Rentenbeginn sinkt der Zins – und zwar auf bis zu 1,0 Prozent.

Verkauf von Lebensversicherungen: Selten ein gutes Geschäft

Wer seine Lebensversicherung an einen Policenhändler verkauft, macht nur selten ein gutes Geschäft. Im schlimmsten Fall muss er sogar mit Verlusten rechnen, weil die Ankäufer weniger überweisen, als die Versicherungsgesellschaften nach einer Kündigung auszahlen würden oder er kann gar in Zahlungsschwierigkeiten geraten, berichtet die Stiftung Warentest. Der Markt der Ankäufer von Lebensversicherungen ist äußerst undurchsichtig. Finanztest hat Anbieter gefragt und Angebote eingeholt. Das Ergebnis: Nur eine einzige Firma machte den Testern ein akzeptables Angebot. Dabei ist die ursprüngliche Idee nicht schlecht. Die Käufer von Lebensversicherungen zahlen dem Kunden ein paar Prozent mehr als den Rückkaufswert, den er bei Kündigung von seinem Versicherer bekäme. Sie bieten mehr Geld, weil sie die Lebensversicherung selbst weiterführen und so den Teil des Gewinns einstreichen, der nur fällig wird, wenn der Vertrag durchgehalten wird.

 

Da das Geschäft jedoch in den letzten Jahren nicht mehr gut funktioniert hat, sind nun Firmen auf den Plan getreten, die den vollen Kaufpreis nicht auf einen Schlag, sondern in zwei oder mehreren Raten über Jahre verteilt zahlen. Manche Firmen zahlen auch weniger als den Rückkaufswert. Und ob die vereinbarte Summe überhaupt irgendwann komplett überwiesen wird, ist nicht immer klar, denn auf dem Markt tummeln sich viele dubiose Firmen. Finanztest stellt Kunden vor, die geprellt worden sind und deckt Stolperfallen auf, auf die Verbraucher achten sollten. Besser, als die Police zu verkaufen, seien andere Alternativen, so die Zeitschrift. Man könne zum Beispiel den Vertrag beitragsfrei stellen, die Dynamik streichen oder ein Policendarlehen bis zur Höhe des aktuellen Rückkaufswertes aufnehmen. 

Auflösung der Altersvorsorge führt zur Altersarmut

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise haben rund 20 Prozent der Deutschen laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach ihre Verträge für die Altersvorsorge gekürzt oder gekündigt. Dies sieht der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) mit großer Sorge, weil damit für viele Deutsche die Versorgungslücke im Alter noch größer wird. "Da die gesetzliche Rente aufgrund des demographischen Wandels für die Mehrzahl der Bürger auf keinen Fall ausreichend sein wird, um den privaten Lebensunterhalt zu bestreiten, betrachten wir diesen Trend zur Auflösung von privater Altersvorsorgeverträge sehr kritisch", betont BVK-Präsident Michael H. Heinz. "Damit droht vielen Deutschen in einigen Jahren Altersarmut und der Bezug von staatlicher Grundsicherung auf Hartz-IV Niveau bis ans Lebensende."

 

Insbesondere wurden private Rentenversicherungen, Lebensversicherungen, Riester-Verträge sowie Sparpläne mit Aktien und Aktienfonds gekappt. Wider besseren Wissens: Denn laut der Allensbach Studie, die von der Postbank in Auftrag gegeben wurde, fürchten wegen der hohen Staatsverschuldung gleichzeitig 37 Prozent der Befragten um ihre gesetzliche Rente. Die Versicherungskaufleute des BVK möchten daher darauf hinweisen, dass es bei Liquiditätsengpässen bessere Alternativen gibt, als Versicherungen zur Altersvorsorge einfach zu kündigen.

 

In Gesprächen mit den betreuenden BVK-Versicherungskaufleuten können mehrere Varianten durchgespielt werden: Von der Absenkung der Versicherungsleistung, Beitragsfreistellung und -stundung bis hin zur Beleihung des Vertrages. Die vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung ist immer die schlechteste Lösung, denn sie ist mit hohen Verlusten verbunden, und bei Auflösung von Riester-Verträgen müssen zudem noch die staatlichen Zulagen zurückgezahlt werden.

 

Von einem Verschieben der Altersvorsorge auf die Zukunft hält der BVK nichts: "Ist man dann nach einigen Jahren wieder zu Geld gekommen und möchte eine neue Lebensversicherung abschließen, legen die Versicherer bei einem späteren Neuabschluss das dann aktuelle Eintrittsalter zugrunde, so dass die Beiträge deutlich über denen des Altvertrages liegen", informiert Michael H. Heinz. "Außerdem weisen ältere Altersvorsorgeverträge eine deutlich höhere Mindestverzinsung von 4-5 Prozent auf, was sich durch den Zinseszinseffekt zu einem Renditeturbo entwickeln kann. Der Garantiezins für neue Verträge liegt dagegen nur bei 2,25 Prozent."

Heute Unternehmer - morgen Hartz-IV-Empfänger?

Deutschlands Selbständige schlittern sehenden Auges in die Altersarmut. Rund die Hälfte spart nicht regelmäßig oder maximal 200 Euro im Monat für das Rentenalter. Auch an Kenntnis über geeignete Vorsorgeinstrumente mangelt es: Knapp ein Drittel der Selbständigen weiß nicht, dass der Staat mit der Basisrente eigens eine Produktgattung geschaffen hat, mit der Freiberufler und Gewerbetreibende steuerlich gefördert und insolvenzgeschützt für das Alter sparen können.

 

"Die Situation ist alarmierend. Auf der einen Seite klafft bei Selbständigen mit geringen Einkommen eine große Vorsorgelücke. Auf der anderen Seite steht mit der Basisrente ein steuerlich gefördertes Vorsorgeprodukt zur Verfügung. Aber: Die Nachfrage nach der Basisrente ist im Vergleich zu anderen Vorsorgeprodukten noch relativ gering", sagt Dr. Guido Birkner, Analyst beim F.A.Z.-Institut in Frankfurt am Main. Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat im Auftrag von HDI-Gerling und dem F.A.Z.-Institut jeweils 500 Selbständige und 500 Angestellte mit einem Jahresbruttoeinkommen von über 66.000 Euro zu ihrem Vorsorgeverhalten und ihrer Einstellung gegenüber der Basisrente befragt. Die Ergebnisse sind in einem Studienband unter dem Titel "Basisrente für Selbständige und Beschäftigte - Studie zur Planung und zu den Perspektiven der privaten Altersvorsorge" zusammengefasst.

 

Die Basisrente: Alle wollen sie, keiner kennt sie

 

Die Erkenntnisse sind aufrüttelnd und überraschend. Garantierte Rentenleistungen, steuerliche Förderung und regelmäßige Rentenzahlungen sind die wichtigsten Anforderungen, die Selbständige an ein Altersvorsorgeprodukt stellen. Dass die Basisrente diese Anforderungen grundsätzlich vollständig erfüllt, ist 30 Prozent der Selbständigen hingegen unbekannt. Dabei müssten sich Selbständige mit ihrer finanziellen Situation im Alter eigentlich besonders intensiv beschäftigen.

 

Nach aktuariellen Berechnungen leben nämlich beispielsweise Freiberufler länger als der Bevölkerungsdurchschnitt. Selbständige Frauen übertreffen die allgemeine Lebenserwartung um drei, Männer sogar um fast vier Jahre. Entsprechend höher ist der Versorgungsbedarf für die Rentenphase. "Unsere Studie zeigt: Die Basisrente ist ein Wunschprodukt, das nach wie vor nur wenige Selbständige kennen", sagt Markus Drews, Vertriebsvorstand von HDI-Gerling. "Über die Vorteilhaftigkeit müssen wir gemeinsam mit unseren Vertriebspartnern noch stärker aufklären. Die Chancen, dass das gelingt, stehen gut, denn immerhin planen 31 Prozent der Selbständigen, ihre Altersvorsorge aufzustocken."

 

Altersvorsorge vom Unternehmenserfolg entkoppeln

 

Dass die Ansprüche auf eine Basisrente bei Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt sind, ist für Selbständige besonders wertvoll. Denn 53 Prozent der Freiberufler und Gewerbetreibenden haben Erträge aus dem eigenen Betrieb - zum Beispiel den Verkaufserlös - fest in ihre Altersvorsorge eingeplant. Gerät das Unternehmen jedoch vor dem Renteneintritt in eine Schieflage, steht zugleich die gesamte Vorsorgeplanung auf der Kippe. Mit der Basisrente können sich Unternehmer von der wirtschaftlichen Zukunft ihres Betriebs unabhängig machen.

 

Basisrenten-Abschluss für alle Altersgruppen sinnvoll

 

Der hohe Nutzen der Basisrente ergibt sich für alle Altersgruppen. Junge Kunden können viele Jahre lang von den Steuervorteilen und dem Zinseszins-Effekt profitieren. Für ältere Antragsteller bieten beispielsweise Einmalbeitragsprodukte steuerliche Vorteile. Trotzdem ist die Basisrente für viele Menschen der Generation 60+ bislang kein Thema: 39 Prozent der Selbständigen dieser Altersgruppe lehnt sie ab - allerdings ohne dafür konkrete Gründe nennen zu können.

 

Gut verdienende Beschäftigte verschenken Steuervorteile

 

Neben Selbständigen beleuchtet die HDI-Gerling-Studie auch das Vorsorgeverhalten von Beschäftigten, also von Angestellten und Beamten. Während bei den Selbständigen vor allem Personen mit niedrigem Einkommen die Altersvorsorge vernachlässigen, sind es bei den Beschäftigten die Gutverdiener: fast 90 Prozent von ihnen sehen keine Notwendigkeit, über bereits bestehende Versorgungen hinaus ergänzend für das Rentenalter vorzusorgen. Dabei übersehen sie möglicherweise, dass es teuer werden kann, den Lebensstandard im Alter beizubehalten. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass die Rentenphase - durch die steigende Lebenserwartung und dem Wunsch nach einem vorzeitigem Rentenbeginn - oft sehr lang ausfällt. Ganze 82 Prozent der gut verdienenden Beschäftigten planen, sich möglichst frühzeitig zur Ruhe setzen. Ohne großzügig angelegte, zusätzliche private Altersvorsorge werden sie diesen Plan finanziell allerdings kaum verwirklichen können. Die Basisrente bietet auch für diesen Personenkreis eine wirksame Hilfestellung. Denn über den Sonderausgabenabzug für gezahlte Prämien hilft sie Personen mit hohem Einkommensteuersatz, ihre Steuerbelastung merklich zu senken. Damit bezahlt das Finanzamt schon heute einen Teil der Rentenbezüge von morgen.

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