Leistungsvergleich: Krankenkassen unter der Lupe

 

Zu Jahresbeginn stellen sich viele Krankenkassen traditionell neu auf, sie verändern etwa das Leistungsspektrum oder die Höhe des Zusatzbeitrags. Wer dann mit seiner Kasse unzufrieden ist, kann unproblematisch wechseln. Welche Kassen derzeit ein besonders gutes Gesamtpakt bieten, hat jetzt der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip ermittelt. Die Experten haben insgesamt 26 Leistungen von 17 bundesweit tätigen Krankenkassen untersucht.

 

Die allermeisten Leistungen von Krankenkassen sind gleich. Unterschiede gibt es bei Zusatzleistungen, Service und Preis. "Einige Kassen bieten Reiseimpfungen an oder bezahlen die professionelle Zahnreinigung", erklärt Julia Rieder, Versicherungsredakteurin bei Finanztip. "Wem bestimmte Leistungen wichtig sind, der kann durch die Wahl der richtigen Kasse schnell hundert Euro und mehr sparen." Im aktuellen Finanztip-Vergleich boten die IKK Classic und die HEK das beste Gesamtpaket an Zusatzleistungen unter 17 bundeweit tätigen Krankenkassen mit einem breiten Leistungsspektrum.

 

IKK Classic und HEK im Finanztip-Vergleich vorn

 

Der Beitrag der IKK Classic liegt mit 15,6 Prozent leicht unter dem aktuellen Durchschnitt aller Kassen. "Die IKK Classic war im Bereich Familie besonders stark und zahlt ordentliche Zuschüsse zu Sportkursen, professioneller Zahnreinigung oder einer sportmedizinischen Untersuchung", sagt Rieder. Die Hanseatische Krankenkasse, kurz HEK, landete im Finanztip-Vergleich knapp hinter der IKK Classic. Sie verlangt ebenfalls einen Beitrag von 15,6 Prozent. "Besonders umfassende Leistungen bot die HEK bei Impfungen und Krebsfrüherkennung sowie Vorsorgeuntersuchungen für Kinder."

 

Regionale Krankenkasse kann Alternative sein

 

Neben den bundesweiten Krankenkassen gibt es auch Anbieter, die nur regional begrenzt aktiv sind, etwa die AOKs oder BKKs. "Wer gesetzlich versichert ist, darf in jede Kasse eintreten, die in dem Bundesland aktiv ist, in dem derjenige entweder wohnt oder arbeitet", erklärt Rieder. Unter diesen Krankenkassen kann es durchaus Anbieter geben, die mit den Finanztip-Empfehlungen mithalten können. "Es kann sich also lohnen, auch die Leistungen der jeweiligen Krankenkassen vor Ort nochmals zu prüfen."

 

Krankenkassen dürfen niemanden ablehnen

 

Eine gesetzliche Krankenkasse darf niemanden ablehnen und der Wechsel ist einfach: Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. "Wer seine Kasse wechselt, muss aktuell mindestens 18 Monate bei dieser Kasse bleiben, danach kann wieder gewechselt werden", erklärt Rieder. Ausnahme: Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Ab 2021 beträgt die Mindestdauer für Neukunden nur noch 12 Monate.

 

Krankenkassen: Beitragserhöhungen 2020 betreffen rund 2,4 Mio. Versicherte

 

25 Kassen haben GKV-Beitrag zum Jahreswechsel erhöht - nur zwei Beitragssenkungen 

 

"Durch das Milliardendefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung aus dem Vorjahr werden spätestens 2021 weitere Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöhen müssen", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer gesetzliche Krankenversicherung bei CHECK24. "Verbraucher sollten schon jetzt aktiv werden und Leistungen und Beiträge ihrer Krankenkasse unter die Lupe nehmen."

 

Gesetzlich Versicherte verschenkten 2019 rund 4,5 Mrd. Euro an Beiträgen

 

Im Schnitt haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr 0,99 Prozent Zusatzbeitrag verlangt. Wären alle gesetzlich Versicherten zur günstigsten bundesweit tätigen Kasse mit 0,39 Prozent Zusatzbeitrag gewechselt, hätten sie 4,5 Mrd. Euro gespart. 

Die Beitragsbemessungsgrenze ist 2020 von 54.450 Euro auf 56.250 Euro gestiegen. Bei einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent kommen auf Mitglieder der Krankenkassen, die den vollen Beitrag bis zur Bemessungsgrenze zahlen, zusätzliche Kosten von 282,60 Euro pro Jahr zu. Die eine Hälfte davon müssen sie selbst tragen, die andere Hälfte der Arbeitgeber.

 

Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung spart 2020 bis zu 509 Euro pro Jahr

 

Je nach Bundesland wählen Verbraucher aus mindestens 41 öffentlich zugänglichen Krankenkassen. 2020 profitieren Versicherte in Bayern, Hessen und Niedersachsen am stärksten vom Wettbewerb. Dort verlangt die günstigste Kasse nur 0,39 Prozent Zusatzbeitrag, die teuerste 2,2 Prozent. So spart ein gesetzlich Versicherter mit einem Jahreseinkommen von 56.250 Euro bei einem Krankenkassenwechsel bis zu 509 Euro im Jahr laut Check24. 

 

Zahlreiche Änderungen im Gesundheitsbereich 2020

 

Dieser Jahreswechsel brachte wieder wichtige Neuregelungen im Gesundheitsbereich mit sich, die es lohnt, zu kennen. Unter anderem gibt es Apps auf Rezept geben, mehr Geld für Zahnersatz und eine Masernimpfpflicht für Kinder. Was sich für Sie noch ändert, zeigt der Überblick von Stiftung Gesundheitswissen.

 

Digitalisierung im Gesundheitswesen soll gestärkt werden Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das Anfang November 2019 durch den Bundestag beschlossen wurde, sollen laut Bundesregierung Innovationen im Gesundheitssystem gefördert und die Versorgung durch digitale Anwendungen verbessert werden. Dieses Gesetz, das zum 1. Januar 2020 in Kraft tritt, sorgt für viele grundlegende Neuregelungen:

 

   - App auf Rezept:

 

Ärzte und Psychotherapeuten dürfen ausgewählte Gesundheitsapps auf Rezept verordnen. Hierzu zählen zum Beispiel Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen oder mit denen sich Blutzuckerwerte dokumentieren lassen. Voraussetzung aber ist, dass die Anwendung ihre Prüfung beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf IT-Sicherheit, Datenschutz und Funktionalität bestanden hat und in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen aufgenommen wurde. Die Kassen tragen dann in einer einjährigen Testphase die Kosten der App. Die App-Anbieter müssen in dieser Zeit nachweisen, dass ihre Software bei einer besseren medizinischen Versorgung hilft.

 

   - Elektronische Patientenakte (ePA):

 

Spätestens ab dem 1. Januar 2021 müssen die Krankenkassen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Laut Gesetz haben Patienten dann auch Anspruch darauf, dass ihre Ärztin oder ihr Arzt Daten in die ePA einträgt. Das gilt genauso für eine Behandlung im Krankenhaus. Der Arzt erhält für das Anlegen und die Verwaltung der ePA eine Vergütung. Die Nutzung seitens der Patienten erfolgt freiwillig.

 

- Online-Sprechstunde als digitale Hausbesuche:

 

Ärzte dürfen ab 2020 über ihr Angebot an Videosprechstunden auf ihrer Internetseite informieren. So sollen Patienten leichter Praxen finden können, die Online-Sprechstunden anbieten. Die ärztliche Aufklärung und Einwilligung für eine Videosprechstunde kann jetzt auch im Rahmen der Videosprechstunde selbst erfolgen - nicht mehr wie bisher im Vorfeld persönlich.

 

- Digitale Gesundheitskompetenz schaffen:

 

Nicht jeder oder jede Versicherte ist gleich fit, was die Nutzung digitaler Gesundheitstechnologien angeht. Damit alle Versicherten künftig gleichberechtigt und selbstbestimmt an den Möglichkeiten der Digitalisierung teilhaben können, müssen die Krankenkassen ihren Versicherten Angebote machen, die die digitale Gesundheitskompetenz fördern.

 

- Weitergabe von Gesundheitsdaten für die Forschung:

 

Daten zur persönlichen Gesundheit können laut dem Gesetzentwurf pseudonymisiert zu Forschungszwecken an den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung übermittelt werden - und zwar ohne, dass der Patient widersprechen kann. Dessen Forschungsdatenzentrum soll damit 30 Jahre und länger arbeiten können, wenn es etwa um den Kampf gegen Demenz, Krebs oder andere Erkrankungen mit einer langen symptomfreien Zeit geht.

 

Impfung gegen Masern wird für Kinder Pflicht

 

Ab 1. März 2020 müssen Eltern nachweisen, dass ihr Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen erhalten hat, bevor es in eine Kita oder Schule aufgenommen wird. Nichtgeimpfte Kinder können vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen werden. Auch alle Mitarbeiter solcher Einrichtungen, wie Erzieher und Lehrer, die nach 1970 geboren sind, müssen ab März 2020 gegen Masern geimpft sein. Wer sich nicht daran hält, dem kann ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro drohen. Geregelt ist das im Masernschutzgesetz, das vom Bundestag am 14. November 2019 verabschiedet und vom Bundesrat am 20. Dezember 2019 gebilligt wurde. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die erste Masern-Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten.

 

Angehörige von Pflegebedürftigen werden entlastet

 

Laut Angehörigen-Entlastungs-Gesetz müssen sich die Kinder von Pflegebedürftigen künftig erst ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 100.000 Euro finanziell an der Pflege beteiligen. Bisher mussten Kinder zu den Heimkosten für ihre Eltern mit beitragen, wenn sie als Alleinstehende mehr als 21.600 Euro netto im Jahr verdienten.

 

Beitragsbemessungsgrenzen gehen nach oben

 

Same procedure as every year: Auch 2020 werden die Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Sozialversicherung an die Lohnentwicklung vom Vorjahr angepasst. Und da die Löhne stiegen, steigen die Beitragsbemessungsgrenzen, und zwar in der gesetzlichen Krankenversicherung auf jährlich 56.250 Euro (2019: 54.450 Euro). Sie markiert den Grenzwert, bis zu dem das Einkommen bei der Berechnung des Beitrages zur gesetzlichen Krankenversicherung herangezogen wird. Gleichzeitig steigt die im Versicherungsrecht relevante allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze - auch Versicherungspflichtgrenze genannt - von 60.750 Euro auf 62.550 Euro. Wer 2020 in die private Krankenversicherung wechseln möchte, muss diese Grenze 2019 überschritten haben und 2020 ebenfalls überschreiten.

 

Höherer Zuschuss bei Zahnersatz

 

Zahnprobleme? Dann aufgepasst: Im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes gibt es ab Oktober 2020 anstatt 50 Prozent von den gesetzlichen Krankenkassen 60 Prozent der Basistherapie als Festzuschuss für Brücken, Kronen und Co. Wer mit dem Bonusheft den regelmäßigen Zahnarztbesuch und Vorsorge über zehn Jahre nachweist, kann sogar mit bis zu 75 Prozent rechnen. Bei fünf Jahren sind es 70 Prozent. In der privaten Krankenversicherung sind die vereinbarten Leistungen für den Zahnbereich in den jeweiligen Tarifen geregelt.

 

Arzneimittelversorgung für chronisch Kranke durch Wiederholungsrezept

 

Wer regelmäßig bestimmte Arzneimittel benötigt, weil er chronisch krank ist, kann ab 2020 von seinem Arzt eine Wiederholungsverordnung bekommen. Pro Rezept darf der Apotheker nach der Erstausgabe maximal drei weitere Male das Medikament ausgeben. Für Privatpatienten gibt es bereits Wiederholungsrezepte in der nun auch für die GKV vorgesehenen Form.

 

Ersatz durch gleiche Wirkstoffe ausgeweitet

 

Ab 2020 können Apotheker auch bei privat Krankenversicherten, bei Beihilfeempfängern sowie Selbstzahlern vom Arzt verschriebene Arzneimittel durch Wirkstoffgleiche ersetzen, die preisgünstiger als das Original sind. Die "Verordnung zur Änderung der Apothekenbetriebsordnung und der Arzneimittelpreisverordnung" hat diese sogenannte Aut-idem-Regelung auch für die PKV eingeführt. Die neue Regelung in der PKV setzt allerdings zusätzlich das Einverständnis der Versicherten voraus.

 

Ausbau der Servicestellen für Facharzttermine

 

116 117 - unter dieser bundesweiten Nummer des ärztlichen Notdienstes erreicht man ab 2020 rund um die Uhr auch die so genannten Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen, die telefonisch Termine bei Fachärzten binnen vier Wochen vermitteln sollen.

 

Schon seit 2016 gibt es die Servicestelle, aber sie war bis dato unter verschiedenen Nummern je nach Bundesland und zu verschiedenen Uhrzeiten erreichbar.

 

Veränderungen bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

 

Frauen zwischen 20 und 65 Jahren bekommen ab dem neuen Jahr Post von ihrer Krankenkasse: Im fünf-Jahres-Takt werden sie zu einer Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eingeladen. Darin ist auch eine Information über Nutzen und Risiken des Früherkennungsprogramms enthalten.

 

Neuer Job ermöglicht Wechsel der Krankenkasse ohne lange Kündigungsfrist

 

Drei von fünf Deutschen wissen nicht, dass sie bei einem Arbeitgeberwechsel in der Regel direkt ihre Krankenkasse wechseln können. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von CHECK24 hervor. 

 

Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts im September 2018 ist ein Wechsel der GKV für pflichtversicherte Arbeitnehmer bei einem Jobwechsel auch ohne Kündigung möglich. Dazu muss dem neuen Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nur eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse vorgelegt werden.

 

Voraussetzung ist zudem, dass der Arbeitnehmer die Bindungsfrist bei seiner aktuellen Krankenkasse gewahrt hat und nicht mehr als 60.750 Euro brutto im Jahr verdient.

 

"Gesetzlich Versicherte können grundsätzlich nach 18 Monaten Mitgliedschaft ihre Krankenkasse wechseln", sagt Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "Es gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende."

 

Jobwechsel: Bindungsfrist an die Krankenkasse - egal ob neu oder alt - beginnt von neuem

 

Ist ein Arbeitnehmer seit mindestens 18 Monaten Mitglied seiner aktuellen Krankenkasse und wechselt seinen Arbeitgeber, hat er in der Regel ein "sofortiges Krankenkassenwahlrecht".

 

Wichtig: Mit diesem Wahlrecht beginnt die 18-monatige Bindungsfrist von neuem - egal, ob der Arbeitnehmer sich für eine neue Kasse entscheidet (aktive Wahl) oder Mitglied seiner bisherigen Kasse bleibt (passive Wahl). Ein Wechsel innerhalb der Frist ist dann nur durch ein Sonderkündigungsrecht möglich, z. B. wenn die Kasse den Zusatzbeitrag erhöht.

 

"Wer einen neuen Job nicht für den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung nutzt, bindet sich für weitere 18 Monate an seine bisherige Krankenkasse", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf. "Das ist vielen gesetzlich Versicherten nicht bewusst."

 

Gesetzliche Krankenkassen: 85 Prozent zahlen Zuschuss für Zahnreinigung

 

Weltweit leiden rund 3,5 Milliarden Menschen an Erkrankungen im Zahnraum. Mit der richtigen Vorsorge ließen sich viele Erkrankungen vermeiden. Viele gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) zahlen nicht nur den Kontrolltermin beim Zahnarzt, sondern auch eine professionelle Zahnreinigung vom Experten.

 

69 der 81 betrachteten öffentlich zugänglichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der professionellen Zahnreinigung ganz oder teilweise - im Höchstfall bis zu 250 Euro im Jahr. Zum Teil bieten die Kassen ihren Versicherten auch ein Jahresbudget an Zusatzleistungen, das unter anderem für die Zahnreinigung verwendet werden kann. Oder sie übernehmen die Kosten nur, wenn die Behandlung bei bestimmten Zahnärzten erfolgt.

 

"Einige Kassen haben die gute Finanzlage genutzt, ihre Leistungen auszuweiten", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "So bieten gerade auch einige günstige Krankenversicherungen inzwischen sehr gute Leistungen im Bereich professionelle Zahnreinigung."

 

Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung spart bis zu 300 Euro im Jahr

 

Ein Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht Versicherten, eine Kasse mit besseren Leistungen zu wählen. Außerdem sparen sie dadurch mehrere Hundert Euro pro Jahr: Gesetzlich Krankenversicherte mit einem Jahreseinkommen von 54.450 Euro (Beitragsbemessungsgrenze 2019) sparen rund 300 Euro im Jahr, wenn sie von der teuersten in die günstigste GKV wechseln.

 

Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 30.000 Euro beträgt die Ersparnis bis zu 170 Euro jährlich. Verbraucher wählen aus mindestens 43 öffentlich zugänglichen Krankenkassen - je nach Bundesland sogar bis zu 57. Das Sparpotenzial ergibt sich aus den unterschiedlichen Zusatzbeiträgen.

 

Gesetzliche Krankenkassen: Mehr Extras

 

Weniger Beitrag, mehr Extras – mit wenig Aufwand können gesetzlich Versicherte ihren Schutz optimieren. Finanztest hat für die August-Ausgabe 75 gesetzliche Krankenkassen untersucht und sagt, wie teuer sie sind und welche Extraleistungen sie bieten. Ein Ergebnis: 28 Kassen haben in diesem Jahr bereits ihren Beitrag gesenkt. Zusätzlich gibt es mehr digitalen Service, Zuschüsse zum Beispiel für Zahnreinigung, künstliche Befruchtung, Vorsorgeuntersuchungen oder alternative Medizin.

 

Wer sparen will, kann sich eine bundesweit geöffnete Krankenkasse mit niedrigem Beitragssatz aussuchen, zum Beispiel die hkk mit 14,99 Prozent oder die BKK Firmus mit 15,04 Prozent. Zahlreiche regionale Kassen sind noch günstiger, bei der AOK Sachsen-Anhalt, zum Beispiel, beträgt der Beitragssatz nur 14,90 Prozent. Wer Wert auf einen Zuschuss zur Zahnreinigung legt, bekommt inzwischen bei 48 Krankenkassen zwischen 40 Prozent pro Reinigung und maximal 500 Euro pro Jahr. Interessant können auch die Bonusprogramme sein, mit denen die Kassen Versicherte mit Geld belohnen, wenn sie an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, sich impfen lassen oder Sport treiben. Für Paare mit Kinderwunsch ist es besonders wichtig, welchen Zuschuss die Kassen für eine künstliche Befruchtung zahlen, die mehrere Zehntausend Euro kosten kann, wenn man selbst dafür aufkommen muss.

 

Wer nicht wechseln möchte, findet bei seiner Kasse möglicherweise neue Extras, die er in Zukunft nutzen kann. Viele Kassen bieten zum Beispiel mehr digitale Leistungen an oder haben sie neu aufgenommen oder zahlen für homöopathische Behandlungen.

 

Reha-Antrag abgelehnt: So können sich Verbraucher wehren

 

Etwa jeder sechste Reha-Antrag wurde in den letzten Jahren von Krankenkassen oder Rentenversicherung abgelehnt. Versicherte sollten sich damit jedoch nicht einfach abfinden. Denn die Chancen, einem Ablehnungsbescheid erfolgreich zu widersprechen, stehen gut. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip erklärt, wie sich die Hürden auf dem Weg zur ersehnten Reha-Maßnahme überwinden lassen.

 

Eine Reha-Maßnahme soll helfen, nach einem Unfall oder einer Krankheit schnell wieder fit zu werden. Umso ärgerlicher ist es, wenn diese nicht bewilligt wird. "Wer eine Ablehnung erhält, sollte widersprechen", rät Julia Rieder, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Denn rund jeder zweite Widerspruch ist erfolgreich." Wichtig ist: Die Frist für den Widerspruch beträgt vier Wochen. Um die Frist zu wahren, reicht zunächst ein formloses Schreiben. Dann sollten Versicherte eine ausführliche Begründung mit der Stellungnahme ihres Arztes nachreichen.

 

Sozialverbände und Fachanwälte können helfen

 

"Die Krankenkasse oder die Rentenversicherung begründen in ihrem Schreiben, warum sie die Reha ablehnen", sagt Rieder. "Darauf sollten Versicherte eingehen und versuchen, die Argumente des Kostenträgers zu entkräften. Hierbei hilft meist der Hausarzt." Gleiches gilt, wenn die Ablehnung nur die Wunschklinik betrifft oder Versicherte die Mehrkosten für die Wunschklinik übernehmen sollen. Wer zusätzliche Unterstützung beim Widerspruch benötigt, kann sich auch an die Sozialverbände SoVD oder VdK wenden. Wird der Widerspruch trotz allem abgelehnt, bleibt Versicherten noch der Gang vor das Sozialgericht. "Betroffene sollten sich aber vorher mit einem Fachanwalt für Sozialrecht beraten."

 

Reha muss medizinisch notwendig und erfolgsversprechend sein

 

Damit ein Antrag auf Reha erfolgreich ist, müssen mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens, die Maßnahme muss medizinisch notwendig und erfolgversprechend sein. Zweitens, Versicherte müssen gesundheitlich in der Lage sein, an den Therapien teilzunehmen. "Je nachdem, wer die Reha genehmigt, können weitere Voraussetzungen dazukommen", sagt Rieder. Für Berufstätige ist meistens die gesetzliche Rentenversicherung für die Reha zuständig, für Rentner die Krankenkasse.

 

Kundenbefragung Gesetzliche Krankenkassen 2019: Versicherte mit Lob und Kritik 

 

Der Service und auch das Leistungsangebot der Krankenkassen werden überwiegend positiv gesehen. Zuviel Bürokratie und mangelnde Transparenz sind dagegen aus Sicht der Versicherten zwei Schwachpunkte. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Deutschen Instituts für Service-Qualität.

 

Bürokratie sorgt für Frust bei Versicherten

 

Die Zufriedenheit der gesetzlich Versicherten hält sich in Grenzen: Nur sieben der 21 Krankenkassen erzielen ein gutes Ergebnis, die weiteren schneiden lediglich "befriedigend" ab. Dabei bewerten 29 Prozent der Befragten die Transparenz ihrer Krankenkasse, etwa bei den Versicherungsbedingungen, nicht positiv. Und fast ein Drittel der Versicherten empfindet die Abläufe bei Anträgen bzw. Kostenübernahmen als zu bürokratisch. Neben der langen Bearbeitungszeit von Anträgen ist auch die ausbleibende oder (zu) geringe Kostenerstattung ein häufig genannter Ärgernisgrund.

 

Service als Schlüsselfaktor

 

Für die Wahl der Krankenkasse sind häufig ein attraktives Bonusprogramm sowie ein guter Kundenservice wichtige Kriterien. Erfreulich: Rund drei Viertel der Befragten zeigen sich mit dem Service zufrieden. Dies kann auch die geringe Wechselbereitschaft erklären - der Großteil der Befragungsteilnehmer (78,3 Prozent) hat noch nie die Krankenkasse gewechselt und plant auch keine Veränderung. Angesichts der Diskussionen um eine Zwei-Klassen-Medizin überraschend: Wenn eine freie Wahlmöglichkeit bestünde, würden sich nur gut 13 Prozent der gesetzlich Versicherten für eine private Krankenversicherung entscheiden.

 

Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität: "Die oft hohe Zufriedenheit der Versicherten mit dem Service und auch der Zuverlässigkeit ist nur eine Seite der Medaille. Das Ergebnis der Befragung spiegelt auch wider, dass es bei den Krankenkassen noch ein deutliches Verbesserungspotenzial gibt, insbesondere in puncto Transparenz und Bürokratieabbau."

 

Die beliebtesten Krankenkassen

 

Sieger und damit beliebteste Krankenkasse ist die SBK Siemens-Betriebskrankenkasse (Qualitätsurteil: "gut"). Das Unternehmen überzeugt die Versicherten insbesondere hinsichtlich des Leistungsangebots und der Zuverlässigkeit und erhält hier im Anbietervergleich jeweils die besten Bewertungen. Zudem fällt der Anteil an Befragten, die über ein Ärgernis berichten, mit fünf Prozent am geringsten aus. Das zweitbeste Ergebnis beim Service und eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft tragen ebenfalls zum positiven Gesamtbild der SBK bei.

 

Auf Rang zwei positioniert sich die Techniker Krankenkasse, ebenfalls mit dem Qualitätsurteil "gut". Beim Service und der Transparenz erzielt die TK die höchste Kundenzufriedenheit aller Krankenkassen; der Service schneidet sogar mit "sehr gut" ab. Die Bereitschaft der Versicherten, ihre Krankenkasse weiterzuempfehlen, ist hier mit einem Net Promoter Score von +51,0 zudem am stärksten ausgeprägt.

 

Den dritten Rang belegt Knappschaft (Qualitätsurteil: "gut"). Hoch ist hier beispielsweise die Zufriedenheit mit der Transparenz: Über 85 Prozent der Bewertungen fallen hierzu positiv aus. Darüber hinaus verfügt die Krankenkasse aus Sicht ihrer Mitglieder über ein gutes Leistungsangebot und der Anteil an Befragten mit Ärgernissen fällt mit sechs Prozent gering aus.

 

In die Online-Befragung flossen insgesamt 2.344 Bewertungen von Personen ein, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Im Mittelpunkt der Panel-Befragung standen die Meinungen der Versicherten zu den Aspekten Service, Leistungsangebot, Zuverlässigkeit sowie Transparenz. Zudem flossen die Weiterempfehlungsbereitschaft und Kundenärgernisse in die Gesamtwertung ein. In der Einzelauswertung wurden alle Unternehmen berücksichtigt, zu denen sich jeweils 100 Kunden geäußert hatten. Dies traf auf 21 von insgesamt 31 bewerteten Krankenkassen zu.

 

Behandlungsfehler

 

Fast 6000 Patienten haben sich im zurückliegenden Jahr offiziell gegen Behandlungsfehler zur Wehr gesetzt.

 

Das belegt eine Statistik der Bundesärztekammer, die Anfang April veröffentlicht wurde. Wie das Ärzteblatt erläutert, bestätigte sich in einem von vier Fällen die vorgebrachte Beschwerde über eine mangelhafte Therapie. Die 5972 Fälle, die 2018 von einer Gutachterkommission oder Schlichtungsstelle zu einem Abschluss gebracht wurden sind aber wohl nur die Spitze eines Eisberg. Bereits im März hatte die Techniker Krankenkasse bekannt gegeben, dass bei ihr knapp 6000 Mitglieder über unzureichende medizinische Versorgung vorstellig geworden sind. Sie geht davon aus, dass sogar jede dritte Kritik zurecht geäußert wurde. „Die Patienten sind selbstbewusster und kritischer geworden“, erläutert Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de. „Die Autorität der Götter in weiß“ gelte nicht mehr uneingeschränkt. Dazu habe, wie der Kassenexperte sagt, nicht zuletzt die Verfügbarkeit von detaillierterem Wissen über Portale und die gegenseitige Ermunterung durch Betroffenen-Gruppen im Internet beigetragen.

 

Lange Prüfungszeiten beklagt - Oft jahrelanges Tauziehen vor Gericht

 

Die Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder in diesem nach wie vor ungleichen Kampf. „Die Beweispflicht liegt beim Patienten, die Behandlungsdokumentation beim Arzt“ gibt Thomas Adolph zu bedenken. Dass ein Gutachter ebenfalls Mediziner sein muss, versteht sich von selbst – macht die Sache aber nicht einfacher. Nicht nur die Techniker Krankenkasse (TK) kritisiert, die Verfahrensdauern vor Gericht. „Wenn bei einer Behandlung oder einer Operation etwas schief läuft, steht oft die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel“, sagt Christian Soltau.  Der Medizinrechtsexperte der TK nennt als eine der Ursachen den hohen Streitwert: „Bei den Prozessen geht es oft um sehr große Geldsummen. Die Haftpflichtversicherungen ziehen die Verfahren deshalb gezielt in die Länge, damit die Opfer unter dem Druck von fehlenden Einnahmen und steigenden Schulden faule Kompromisse bei außergerichtlichen Einigungen eingehen."

 

Die Ergebnisse aufgeschlüsselt

 

Laut Bundesärztekammer ließ sich bei 5.972 Fälle Beschwerden in 69 Prozent kein Fehler nachweisen. Weitere sechs Prozent führten zu mangelhaften Therapieergebnissen, die jedoch nicht kausal mit dem im Antrag genannten Befund standen. In 25 Prozent oder 1.499 Einzelfällen bestätigte sich ein Behandlungsfehler. Nach Schwere aufgeschlüsselt waren 16 Schäden geringfügig, 618 waren vorübergehend als leicht bis mittelstark eingeteilt. Zu vorübergehend schweren Schäden kam es 88-mal. Es gab aber auch bleibende Schädigungen: 462 Fälle gelten als leichter bis mittlerer, 127 als schwere Dauerschäden. Zu einem tödlichen Ende führten Behandlungsfehler in 88 Fällen. „Das sind immerhin noch sechs Prozent der anerkannt nicht lege artis durchgeführten Therapien“, wirft Kassenexperte Adolph kritisch ein.

 

Viele Untersuchungen in der Unfallchirurgie

 

Wie das Ärzteblatt berichtet waren im niedergelassenen Bereich Unfallchirurgie und die Orthopädie – die in der Statistik zusammen erfasst werden – am häufigsten betroffen (402), gefolgt von hausärztlich tätigen Ärzten (229) und Allgemeinchirurgen (136 Fälle). Ein relativ ähnliches Bild zeigte sich im Krankenhaus aus. Der Unfallchirurgie und Orthopädie (1.690 Fälle) folgten Allgemeinchirurgie (680 Fälle) und Innere Medizin (455 Fälle), berichtete Andreas Dohm, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern. Bei den Beschwerden von TK-Versicherten machten Chirurgen ein Drittel der Verdachtsfälle aus. Es folgten Zahnärzte (16 Prozent), Allgemeinmediziner (zwölf Prozent) und Orthopäden (sechs Prozent). Fünf Prozent der vermuteten Behandlungsfehler wurden nach einer Therapie beim Internisten gemeldet. Bei Geburtshilfe, Gynäkologie und Augenärzte waren es jeweils vier Prozent.

 

Gesetzliche Krankenkassen: Extravorsorge für Frauen

 

Von Ultraschall bis Vorsorgekurs – 15 gesetzliche Krankenkassen bieten mindestens zwei zusätzliche Angebote zur Krebsfrüherkennung für Frauen, so die Zeitschrift Finanztest. Dazu gehören ein Ultraschall der Brust und das Programm Discovering Hands, bei dem geschulte Blinde die Brust nach Auffälligkeiten abtasten. Finanztest informiert über die Extraangebote und zeigt im Dauertest auf test.de alle Extras von insgesamt 75 Krankenkassen.

 

Einige andere Kassen bieten zumindest ein Extra: Bei zehn Kassen gibt es Geld für einen MammaCare-Kurs. In diesem Kurs lernen Frauen, wie sie ihre Brüste sorgfältig selbst untersuchen können, denn sie sollten ihre Brüste regelmäßig abtasten. Viele tun das aber nicht, oft weil sie nicht wissen, wie sie es richtig machen. Acht Kassen zahlen für eine Discovering-Hands-Untersuchung extra. Vier bezuschussen einen Ultraschall der Brust.

 

Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ist als Früherkennungsmaßnahme umstritten. Sie ist aus Sicht vieler Experten zu ungenau und bringe deshalb keinen erkennbaren Nutzen. Trotzdem wird sie häufig von Frauenärztinnen und -ärzten empfohlen. Fünf Kassen übernehmen die Kosten anteilig. Darüber hinaus bieten einige Krankenkassen ein intensives Früherkennungsprogramm für Versicherte bei familiärer Vorbelastung mit Brust- und Eierstockkrebs an.

 

Welche Krankenkassen die meisten Zusatzleistungen bieten

 

Die meisten der 73 Millionen gesetzlich Versicherten sparen dieses Jahr ganz ohne selbst etwas zu tun. Der Grund: Sie zahlen nur noch die Hälfte des Zusatzbeitrages für die Krankenkasse. Den anderen Anteil übernimmt der Arbeitgeber. Wer die Krankenkasse wechseln möchte, sollte in diesem Jahr neben dem Preis deshalb auch auf den Service und die passenden Zusatzleistungen achten. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die Leistungen der Kassen verglichen.

 

Bei der Wahl der Krankenkasse können Versicherte wenig richtig falsch machen. "Alle Kassen decken die lebenswichtigen medizinischen Bereiche ab", sagt Julia Rieder, Expertin für Versicherungen von Finanztip. "Bei den Zusatzleistungen gibt es aber Unterschiede." Einige Kassen bieten Reiseimpfungen oder Homöopathie an, bezahlen Sportkurse oder die professionelle Zahnreinigung - die immerhin zwischen 70 und 120 Euro kostet.

 

Je nach gewünschten Leistungen die Krankenkasse auswählen

 

"Vor dem Wechsel der Krankenkasse sollten Verbraucher sich genau überlegen, welche Leistungen für sie individuell wichtig sind", rät Rieder. Finanztip hat im Januar 2019 die Zusatzleistungen verschiedener Kassen untersucht und ihre Angebote in den Bereichen Service, Familienleistungen, Vorsorge und alternative Heilmethoden bewertet. Die umfassendsten Zusatzleistungen bietet die HEK. Aber auch die TK schnitt sehr gut ab und ist zudem sehr günstig. Wer vor allem Wert auf alternative Heilmethoden und Vorsorge legt, ist bei der BKK VBU richtig, diese ist jedoch vergleichsweise teuer. Gute Zusatzleistungen besonders für Familien bietet die Bahn-BKK. In Sachen Serviceangebot und alternative Heilmethoden überzeugt die BKK24.

 

Erhöht die Kasse den Beitrag, besteht ein Sonderkündigungsrecht

 

Wer auf Zusatzleistungen keinen großen Wert legt, findet auf finanztip.de eine Liste der günstigsten Kassen nach Bundesland. Die Experten stellen außerdem ein Musterschreiben für die Kündigung zur Verfügung. "Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende", sagt erklärt Rieder. "Wechseln kann jeder, nachdem er 18 Monate Mitglied bei einer Kasse war. Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht."

 

Krankenkassen: gesetzlich Versicherte verschenken 3,6 Mrd. Euro pro Jahr

 

Größtes Sparpotenzial für gesetzlich Versicherte in Sachsen-Anhalt

 

Gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland verschenken jährlich mehrere Milliarden Euro. Im Schnitt verlangen die gesetzlichen Krankenkassen aktuell 0,9 Prozent Zusatzbeitrag. Würden alle gesetzlich Versicherten zur günstigsten bundesweit tätigen Kasse mit 0,39 Prozent Zusatzbeitrag wechseln, würden sie um 3,6 Mrd. Euro entlastet. Das ist ein Vielfaches von dem, was die aktuellen Beitragssenkungen bewirken. 25 Krankenkassen haben ihre Beiträge zum Jahreswechsel gesenkt, zwei weitere folgen im ersten Halbjahr. Diese Beitragsanpassungen entlasten die Arbeitnehmer um etwa eine halbe Milliarde Euro.

 

Bis zu 381 Euro Sparpotenzial durch Krankenkassenwechsel

 

Je nach Bundesland wählen Versicherte aus mindestens 42 öffentlich zugänglichen Krankenkassen. Vom Wettbewerb profitieren besonders Verbraucher in Sachsen-Anhalt. Dort verlangt die günstigste Kasse nur 0,3 Prozent Zusatzbeitrag, die teuerste 1,7 Prozent. Bei einem Kassenwechsel sparen gesetzlich Versicherte mit einem Jahreseinkommen von 54.450 Euro (Beitragsbemessungsgrenze 2019 so bis zu 381 Euro im Jahr. Für Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 30.000 Euro beträgt das Sparpotenzial bis zu 210 Euro. "Bei der Auswahl einer neuen Krankenkasse sind neben dem Zusatzbeitrag vor allem die kassenindividuellen Leistungen entscheidend", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24.

 

Gesetzliche Krankenkassen: 24 für alle geöffneten Kassen haben Beitrag gesenkt

 

Das neue Jahr bringt ein Plus für gesetzlich Krankenversicherte. Doch einige sparen mehr als andere. Insgesamt 24 der 81 für alle geöffneten Kassen haben ihren Beitragssatz gesenkt. Der Krankenkassenvergleich der Stiftung Warentest zeigt: Oft lassen sich mit einem Kassenwechsel einige Hundert Euro im Jahr sparen.

 

Reduziert haben ihren Beitrag zum Beispiel die TK von 15,5 auf 15,3 Prozent, die AOK Rheinland/Hamburg von 16,0 auf 15,7 Prozent, die AOK Baden-Württemberg und die AOK Hessen von 15,6 auf 15,5 Prozent. Am stärksten gesenkt hat die Securvita BKK von 16,3 auf 15,7 Prozent. Die Ersparnis ist abhängig vom Einkommen. Wechselt jemand zu einer Kasse, deren Beitragssatz 1 Prozent günstiger ist und verdient 3000 Euro brutto, bringt der Wechsel pro Jahr rund 180 Euro Ersparnis. Sehr gut verdienende Arbeitnehmer sparen sogar rund 270 Euro pro Jahr.

 

Wer mit seiner Krankenkasse zufrieden ist, sollte allerdings nicht nur auf den Beitrag schauen. Oft lässt sich auch sparen, wenn die Kasse benötigte Extraleistungen übernimmt – etwa für ärztlich verordnete Osteopathie oder einen Zuschuss für eine professionelle Zahnreinigung. Das Angebot an Zusatzleistungen unterscheidet sich allerdings von Kasse zu Kasse. Ein Krankenkassenvergleich lohnt also auch bei den Extraleistungen, denn oft geht es auch hier um viel Geld. Das ist etwa bei einer Kinderwunschbehandlung (künstliche Befruchtung) der Fall.

 

Deutscher Bundestag beschließt Gesetz zur GKV-Beitragsentlastung

 

Der Deutsche Bundestag hat den Gesetzentwurf zur Beitragsentlastung der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Versichertenentlastungsgesetz – GKV-VEG) beschlossen. Das Gesetz soll in den Kernpunkten am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Es ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.   

 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Mit diesem Gesetz entlasten wir die Beitragszahler langfristig um acht Milliarden Euro. Die Krankenkassen müssen künftig ihre Überschüsse an sie zurückgeben. Kleine Selbstständige und Existenzgründer profitieren von erheblichen Entlastungen. Und außerdem zahlen Arbeitnehmer und Rentner kommendes Jahr nur noch den halben Zusatzbeitrag. Weiteren finanziellen Spielraum haben die Krankenkassen bei den Zusatzbeiträgen, die 2019 im Schnitt um mindestens 0,1 Prozentpunkte sinken können. Selbst wenn die Pflegebeiträge steigen, bleibt im nächsten Jahr mehr Netto vom Brutto."

 

Zu den Regelungen im Einzelnen:

 

Paritätische Finanzierung der Krankenversicherungsbeiträge

 

Um Arbeitnehmer und Rentner zu entlasten, wird ab 1. Januar 2019 der von den Krankenkassen festzusetzende Zusatzbeitragssatz zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. Rentnern und der Rentenversicherung gezahlt. Der paritätisch finanzierte allgemeine Beitragssatz (14,6 Prozent) bleibt unverändert.

 

Mindestbeitrag für Kleinselbstständige mehr als halbiert

 

Hohe GKV-Beiträge überfordern Kleinselbstständige und Existenzgründer, die sich gesetzlich versichern wollen. Deshalb werden freiwillig versicherte Selbstständige ab dem kommenden Jahr bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten in der GKV gleichgestellt (einheitliche Mindestbemessungsgrundlage 2019 für freiwillig Versicherte und Selbstständige: 1.038,33 Euro). Damit verringert sich der Mindestbeitrag für hauptberuflich Selbstständige erheblich (statt ca. 360 Euro ca. 156 Euro Mindestbeitrag). Zudem wird ein deutlicher Bürokratieabbau erreicht. Der Nachweis, ob eine haupt- oder nebenberufliche Selbstständigkeit vorliegt, entfällt.

 

Entlastung bei Krankengeld oder Mutterschaftsgeld 

 

Freiwillig Versicherte sind während des Bezugs von Krankengeld oder Mutterschaftsgeld von der Pflicht befreit, Mindestbeiträge zu zahlen. Beiträge werden während dieser Zeit nur auf tatsächlich bestehende beitragspflichtige Einnahmen erhoben. 

 

Abschmelzen der Finanzreserven bei den Krankenkassen

 

Um die Beitragszahler zu entlasten, dürfen die Finanzreserven einer Krankenkasse den Umfang einer Monatsausgabe künftig nicht mehr überschreiten. Überschüssige Finanzreserven müssen ab dem Jahr 2020 über einen Zeitraum von drei Jahren abgebaut werden. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, soll vorab eine Reform des Risikostrukturausgleichs auf den Weg gebracht werden. Bereits ab dem Beschluss heute im Bundestag dürfen Krankenkassen, die über mehr als eine Monatsausgabe an Finanzreserven verfügen, ihren Zusatzbeitragssatz nicht mehr anheben.

 

Abbau der Beitragsschulden bei ungeklärten Mitgliedschaften

 

Die Krankenkassen werden verpflichtet, passive Mitgliedschaften zu beenden. Bislang endet eine freiwillige GKV-Mitgliedschaft nur dann, wenn das Mitglied seinen Austritt erklärt. Wenn ein GKV-Mitglied aber unbekannt verzogen ist, keine Beiträge mehr bezahlt und sich nicht abmeldet, wird es obligatorisch zum Höchstbeitrag weiterversichert. Damit haben die Krankenkassen in erheblichem Maß (fiktive) Beitragsschulden angehäuft.

 

Erhöhung des Aktienanteils bei Altersrückstellungen

 

Der Aktienanteil an Anlagen, mit denen die Krankenkassen ihre betriebsinternen Altersrückstellungen absichern, wird von 10 auf 20 Prozent erhöht. Das entspricht Regelungen im Versorgungsrücklagegesetz des Bundes und verschafft den Kassen mit Blick auf die anhaltende Niedrigzinsphase Chancen auf höhere Renditen. Hiervon profitieren mittelbar auch die Beitragszahler. Zugleich bleiben die Risiken bezogen auf das Gesamtanlagevolumen begrenzt.

 

Besserer Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit nach Ende der Dienstzeit

 

Ab dem 1. Januar 2019 wird für ehemalige Soldatinnen und Soldaten auf Zeit ein einheitlicher Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht. Die Betroffenen erhalten ein Beitrittsrecht zur freiwilligen Versicherung und nach dem Ende ihrer Dienstzeit einen Zuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen, der anstelle der bisherigen Beihilfe geleistet wird.

 

Regionale Kassen gehören zu den Besten

Wer als Versicherter eine gute Krankenkassen sucht, kann vor Ort, in der Region oder im eigenen Bundesland fündig werden. Denn regionale Kassen  gehören aktuell zu den besten in Deutschland. Das geht aus einem aktuellen Testvergleich von krankenkasseninfo.de hervor.

 

Das unabhängige Vergleichsportal hat erneut alle gesetzlichen Kassen auf ihren Service, Beitragssatz und ihr Leistungsangebot überprüft. Auch die  Bonusprogramme, Wahltarife, Hausarztprogramme und andere besondere  Versorgungsformen für Patienten wurden gründlich ausgewertet. Das  bislang umfangreichste Vergleichsranking listet insgesamt 77 Kriterien  auf. Diese wurden vier verschiedenen Versichertengruppen zugeordnet. So können Studierende, Auszubildende oder werdende Mütter bzw junge  Familien gezielt die Ergebnisse auf ihre Bedürfnisse hin selektieren.

 

Jürgen Kunze, Geschäftsführer der krankenkassennetz.de GmbH: „Unser Test zeigt erneut, dass die Versicherten mit der gezielten Auswahl ihrer

 Krankenkasse einerseits ihren Beitrag senken, andererseits aber auch ihre gesundheitliche Versorgung und Absicherung verbessern können.“

 

Osteopathie: Fast drei Viertel der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Kosten

Osteopathie für knapp jeden dritten Verbraucher wichtiges Kriterium bei Wahl der Kasse

 

72 Prozent der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) beteiligen sich an den Kosten für osteopathische Behandlungen und bieten damit eine Mehrleistung über die gesetzliche Pflicht hinaus. CHECK24 hat dazu alle öffentlich zugänglichen GKV betrachtet. 

 

Als Osteopathie bezeichnet man eine alternative manuelle Behandlungsmethode, die nur mit den Händen und ohne zusätzliche Geräte durchgeführt wird. Dabei sollen Blockaden u. a. in Muskeln und Faszien gelöst werden. Die Wirksamkeit ist umstritten.

 

Rund 21 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme für Osteopathie ab, sieben Prozent machen keine Angaben dazu. "Grundsätzlich erstatten die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für Osteopathie nur, wenn die Therapeuten Mitglied in einem Berufsverband sind", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "Da die Zuschüsse für osteopathischen Behandlungen zwischen den Kassen stark variieren, lohnt sich ein Vergleich."

 

Gesetzliche Krankenkassen:  Zuschüsse für Zahnreinigung von 20 bis 500 Euro

Die Zuschüsse, die viele gesetzliche Krankenkassen zur Zahnreinigung beim Wunschzahnarzt geben, reichen von 20 bis 500 Euro im Jahr. Die meisten Kassen geben zwischen 35 und 60 Euro im Jahr dazu. Zwei zahlen mit 20 Euro im Jahr deutlich weniger, eine mit bis zu 500 Euro deutlich mehr. Die Zeitschrift Finanztest listet in ihrer Ausgabe auf, welche Krankenkassen einen Zuschuss zur Zahnreinigung gewähren, und wie hoch dieser jeweils ist.

 

Eine Kassenleistung ist die Zahnreinigung nicht. Die beiden größten Kassen Barmer und Techniker Krankenkasse beteiligen sich nicht ohne Vorbedingungen an den Kosten für eine professionelle Zahnprophylaxe, andere geben keinen Zuschuss. Finanztest hat 74 für alle Versicherten geöffnete gesetzliche Krankenkassen untersucht. Die Zeitschrift listet die 42 Kassen auf, die einen Zuschuss für die professionelle Zahnreinigung ohne Einschränkungen anbieten. Den höchsten Zuschuss unter den bundesweit geöffneten Kassen, insgesamt 60 Euro pro Jahr, geben DAK Gesundheit, BKK VBU und Viactiv KK.

 

Für die Zuzahlung von bis zu 500 Euro pro Jahr bei der AOK Niedersachsen gelten einige Regeln: Das hohe Budget gilt für verschiedene Extraleistungen insgesamt. Es erhalten nur Kunden, die bis Ende Mai mindestens einen Tag bei der Kasse versichert sind.

 

Wem ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung besonders wichtig ist und wer bei seiner Kasse leer ausgeht, kann dies zum Anlass nehmen, aus seiner gesetzlichen Kasse aus- und in eine andere einzutreten. Doch wichtig ist immer der Gesamtblick auf Beitragssätze, Service und Extraleistungen.

 

Per Mausklick zur passenden Praxis in der Nähe

Die bundesweite Suche nach der passenden Praxis von niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten ist für Patienten und Versicherte ab sofort noch einfacher, komfortabler und umfassender möglich. Durch eine gegenseitige Verlinkung der BundesArztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) werden Nutzerinnen und Nutzer der Plattformen jetzt auch direkt auf das entsprechende Such-Angebot von Ärzten und Zahnärzten hingewiesen. Das erleichtert den schnellen Zugang zu Informationen über den kürzesten Weg der Patienten in eine Praxis vor Ort.

 

Über die BundesArztsuche der KBV und die regionalen Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können Ärzte und Psychotherapeuten schnell und unkompliziert gesucht und gefunden werden. Die KVen verfügen über die aktuellsten Daten zu Anschriften und Qualifikationen aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Viele der Körperschaften haben eigene Online-Arztsuchdienste aufgebaut und geben auch telefonisch Auskunft. Gleiches gilt für die Suche von Patienten nach Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Die BundesArztsuche der KBV ist unter www.kbv.de/arztsuche und als kostenlose App für Smartphones oder Tablets verfügbar.

 

Auch die Zahnarztsuche der KZBV unter www.kzbv.de ermöglicht die Suche nach Praxen im gesamten Bundesgebiet. Die entsprechende Verteilerseite wurde kürzlich modernisiert. Unter kzbv.de/zahnarztsuche gelangen Patientinnen und Patienten direkt zu den jeweiligen Ländersuchen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und (Landes)Zahnärztekammern. Diese wiederum nutzen für den kostenfreien Service fortlaufend aktualisierte Adressdatenbanken, die es auch erlauben, nach verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel bestimmten Fachgebieten, Barrierearmut oder spezielle Fremdsprachen-Kenntnisse schnell und unkompliziert eine Praxis in der Umgebung zu finden.

 

Krankenkassen: gesetzlich Versicherte verschenken mindestens 7,1 Mrd. Euro

Baden-Württemberger und Thüringer sparen durch Wechsel der GKV am meisten (903 Euro p. a.). Verbraucher wählen aus bis zu 57 öffentlich zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen

 

Gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland verschenken pro Jahr mehrere Milliarden Euro an Zusatzbeiträgen. Durch den Wechsel zur bundesweit günstigsten Krankenkasse hätten sie 2017 mindestens 7,1 Mrd. Euro sparen können, so das Vergleichsportal CHECK24. Je nach Region stehen sogar noch günstigere Kassen zur Verfügung, was die mögliche Ersparnis weiter erhöht. Krankenkassen erheben seit 2015 zum gesetzlich festgelegten Beitragssatz von 14,6 Prozent einen Zusatzbeitrag. Im Schnitt lag dieser 2017 bei 1,1 Prozent. Das entspricht Beiträgen von rund 15,2 Mrd. Euro. Wechselten alle gesetzlich Versicherten zur bundesweit tätigen Kasse mit dem geringsten Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent, würden zusammen nur etwa 8,1 Mrd. Euro fällig.

 

Größtes Sparpotenzial durch Kassenwechsel in Baden-Württemberg und Thüringen

 

Verbraucher wählen je nach Bundesland aus bis zu 57 öffentlich zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Bundesweit agieren 37 verschiedene GKV. Gesetzlich Versicherte in Baden-Württemberg und Thüringen profitieren besonders vom Wettbewerb der Kassen. Dort verzichtet die günstigste GKV 2018 auf einen Zusatzbeitrag, die teuerste verlangt 1,7 Prozent. Das Sparpotenzial beträgt entsprechend 903 Euro pro Jahr bei einem Jahreseinkommen von 53.100 Euro brutto (Beitragsbemessungsgrenze 2018, informiert CHECK24. Sind Verbraucher mehr als 18 Monate bei ihrer GKV versichert, können sie jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten wechseln.

 

Demografie nur zu 17 Prozent für die Kostenentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung verantwortlich

Das Altern der Gesellschaft hat weit weniger Einfluss auf die Kostensteigerung im Gesundheitswesen, als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von der AOK Niedersachsen und der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Untersucht wurde, welchen Einfluss die demografische Entwicklung der Bevölkerung auf die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen hat. Während ein gesetzlich Versicherter im Jahr 2004 noch durchschnittliche Ausgaben von 1.722 Euro verursachte, waren dies im Jahr 2015 bereits 2.656 Euro - also 54 Prozent mehr. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese enorme Kostensteigerung nur zu einem geringen Teil auf die demografische Entwicklung zurückgeht. "Hätte sich die Altersstruktur der Versichertengemeinschaft nicht verändert, wäre der Ausgabenanstieg nur unwesentlich geringer ausgefallen" sagt Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

 

Lediglich 17 Prozent des durchschnittlichen Kostenanstiegs in der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich auf die Alterung der Versichertengemeinschaft zurückführen. "Wir konnten nachweisen, dass die demografische Entwicklung nicht wie so häufig vermutet der große Kostentreiber im Gesundheitswesen ist. Der medizinische Fortschritt und insbesondere neue, teure Produkte sind der dominierende Faktor für den Kostenanstieg", erläutert Peter. Dennoch wird der demographische Wandel in den nächsten 15 Jahren zu Finanzierungslücken bei den Krankenkassen führen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer-Generation aus dem Berufsleben ausscheiden, zahlen sie als Rentner weniger Geld in die GKV ein. Diese Einnahmen fehlen dann, um die Versorgung zu finanzieren.

 

"Um die Beitragssätze stabil zu halten", betont Peter, "ist es wichtig, dass an anderer Stelle für Entlastung gesorgt wird. Eine Regulierung der oft extrem hohen Preise für neue Arzneimittel, neue Medizinprodukte oder andere technische Neuerungen im Gesundheitswesen ist unbedingt erforderlich. Entscheidend ist an dieser Stelle eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung."

 

Kostenlose Familienversicherung: Krankenkassen informieren zu wenig

Gesetzlich Versicherte können als Familienangehörige unter bestimmten Bedingungen kostenlos krankenversichert werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes. Doch leider informieren Krankenkassen hierzu zu wenig und erschweren Verbrauchern den Zugang. Die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden: Kinder können in der Regel bis zum Alter von 18, unter bestimmten Bedingungen bis 25 Jahren kostenlos mitversichert werden. Auch Ehepartner können bis zu einem bestimmten Einkommen kostenlos über die Versicherung des Ehegatten abgesichert werden.

"Wir stellen regelmäßig fest, dass Versicherte nicht ausreichend über die Möglichkeiten einer Familienversicherung informiert werden. Zudem versuchen Krankenkassen den Eintritt oder den Verbleib in der Familienversicherung zu erschweren" kritisiert Dr. Julia Nill, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Obwohl beispielsweise Verdienstmöglichkeiten für Studenten klar geregelt sind, erschweren Krankenkassen den Verbleib in der Familienversicherung.

 

Umfrage: 40 Prozent verzichten auf Vorsorgeuntersuchungen

Obwohl viele medizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Versicherten in Deutschland kostenlos sind, zeigen zahlreiche Bundesbürger kein Interesse an diesen Gesundheitsangeboten. In einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag des Patientenmagazins "HausArzt" geben 40,2 Prozent der Befragten an, dass sie nicht zu den regelmäßigen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen gehen. Von den Männern sagen das sogar 47,1 Prozent, von den Frauen jede Dritte (33,6 Prozent). Die Gründe dafür sind vielfältig. Mehr als zwei Drittel (67,5 Prozent) derer, die auf (regelmäßige) Vorsorgeuntersuchungen verzichten, suchen nach eigenen Angaben nur dann einen Arzt auf, wenn es ihnen schlecht geht. 42,1 Prozent sagen (zudem), dass sie gar nicht so genau wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen es eigentlich gibt.

 

Fast jeder Dritte (31,7 Prozent) gibt an, einfach immer wieder zu vergessen, beim Arzt einen Termin zu vereinbaren. Mehr als jedem Sechsten (17,5 Prozent) ist schon der Gedanke an solche Präventionsuntersuchungen unangenehm, 15,2 Prozent haben nach eigenem Empfinden nicht die Zeit, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. 11,9 Prozent fürchten sich der "HausArzt"-Umfrage zufolge, bei der Untersuchung könnten ernsthafte Krankheiten festgestellt werden. 6,5 Prozent halten Vorsorgeuntersuchungen für unnötig.

 

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