Regionale Kassen gehören zu den Besten

Wer als Versicherter eine gute Krankenkassen sucht, kann vor Ort, in der Region oder im eigenen Bundesland fündig werden. Denn regionale Kassen  gehören aktuell zu den besten in Deutschland. Das geht aus einem aktuellen Testvergleich von krankenkasseninfo.de hervor.

 

Das unabhängige Vergleichsportal hat erneut alle gesetzlichen Kassen auf ihren Service, Beitragssatz und ihr Leistungsangebot überprüft. Auch die  Bonusprogramme, Wahltarife, Hausarztprogramme und andere besondere  Versorgungsformen für Patienten wurden gründlich ausgewertet. Das  bislang umfangreichste Vergleichsranking listet insgesamt 77 Kriterien  auf. Diese wurden vier verschiedenen Versichertengruppen zugeordnet. So können Studierende, Auszubildende oder werdende Mütter bzw junge  Familien gezielt die Ergebnisse auf ihre Bedürfnisse hin selektieren.

 

Jürgen Kunze, Geschäftsführer der krankenkassennetz.de GmbH: „Unser Test zeigt erneut, dass die Versicherten mit der gezielten Auswahl ihrer

 Krankenkasse einerseits ihren Beitrag senken, andererseits aber auch ihre gesundheitliche Versorgung und Absicherung verbessern können.“

 

Osteopathie: Fast drei Viertel der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Kosten

Osteopathie für knapp jeden dritten Verbraucher wichtiges Kriterium bei Wahl der Kasse

 

72 Prozent der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) beteiligen sich an den Kosten für osteopathische Behandlungen und bieten damit eine Mehrleistung über die gesetzliche Pflicht hinaus. CHECK24 hat dazu alle öffentlich zugänglichen GKV betrachtet. 

 

Als Osteopathie bezeichnet man eine alternative manuelle Behandlungsmethode, die nur mit den Händen und ohne zusätzliche Geräte durchgeführt wird. Dabei sollen Blockaden u. a. in Muskeln und Faszien gelöst werden. Die Wirksamkeit ist umstritten.

 

Rund 21 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme für Osteopathie ab, sieben Prozent machen keine Angaben dazu. "Grundsätzlich erstatten die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für Osteopathie nur, wenn die Therapeuten Mitglied in einem Berufsverband sind", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "Da die Zuschüsse für osteopathischen Behandlungen zwischen den Kassen stark variieren, lohnt sich ein Vergleich."

 

Gesetzliche Krankenkassen:  Zuschüsse für Zahnreinigung von 20 bis 500 Euro

Die Zuschüsse, die viele gesetzliche Krankenkassen zur Zahnreinigung beim Wunschzahnarzt geben, reichen von 20 bis 500 Euro im Jahr. Die meisten Kassen geben zwischen 35 und 60 Euro im Jahr dazu. Zwei zahlen mit 20 Euro im Jahr deutlich weniger, eine mit bis zu 500 Euro deutlich mehr. Die Zeitschrift Finanztest listet in ihrer Ausgabe auf, welche Krankenkassen einen Zuschuss zur Zahnreinigung gewähren, und wie hoch dieser jeweils ist.

 

Eine Kassenleistung ist die Zahnreinigung nicht. Die beiden größten Kassen Barmer und Techniker Krankenkasse beteiligen sich nicht ohne Vorbedingungen an den Kosten für eine professionelle Zahnprophylaxe, andere geben keinen Zuschuss. Finanztest hat 74 für alle Versicherten geöffnete gesetzliche Krankenkassen untersucht. Die Zeitschrift listet die 42 Kassen auf, die einen Zuschuss für die professionelle Zahnreinigung ohne Einschränkungen anbieten. Den höchsten Zuschuss unter den bundesweit geöffneten Kassen, insgesamt 60 Euro pro Jahr, geben DAK Gesundheit, BKK VBU und Viactiv KK.

 

Für die Zuzahlung von bis zu 500 Euro pro Jahr bei der AOK Niedersachsen gelten einige Regeln: Das hohe Budget gilt für verschiedene Extraleistungen insgesamt. Es erhalten nur Kunden, die bis Ende Mai mindestens einen Tag bei der Kasse versichert sind.

 

Wem ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung besonders wichtig ist und wer bei seiner Kasse leer ausgeht, kann dies zum Anlass nehmen, aus seiner gesetzlichen Kasse aus- und in eine andere einzutreten. Doch wichtig ist immer der Gesamtblick auf Beitragssätze, Service und Extraleistungen.

 

Per Mausklick zur passenden Praxis in der Nähe

Die bundesweite Suche nach der passenden Praxis von niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten ist für Patienten und Versicherte ab sofort noch einfacher, komfortabler und umfassender möglich. Durch eine gegenseitige Verlinkung der BundesArztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) werden Nutzerinnen und Nutzer der Plattformen jetzt auch direkt auf das entsprechende Such-Angebot von Ärzten und Zahnärzten hingewiesen. Das erleichtert den schnellen Zugang zu Informationen über den kürzesten Weg der Patienten in eine Praxis vor Ort.

 

Über die BundesArztsuche der KBV und die regionalen Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können Ärzte und Psychotherapeuten schnell und unkompliziert gesucht und gefunden werden. Die KVen verfügen über die aktuellsten Daten zu Anschriften und Qualifikationen aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Viele der Körperschaften haben eigene Online-Arztsuchdienste aufgebaut und geben auch telefonisch Auskunft. Gleiches gilt für die Suche von Patienten nach Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Die BundesArztsuche der KBV ist unter www.kbv.de/arztsuche und als kostenlose App für Smartphones oder Tablets verfügbar.

 

Auch die Zahnarztsuche der KZBV unter www.kzbv.de ermöglicht die Suche nach Praxen im gesamten Bundesgebiet. Die entsprechende Verteilerseite wurde kürzlich modernisiert. Unter kzbv.de/zahnarztsuche gelangen Patientinnen und Patienten direkt zu den jeweiligen Ländersuchen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und (Landes)Zahnärztekammern. Diese wiederum nutzen für den kostenfreien Service fortlaufend aktualisierte Adressdatenbanken, die es auch erlauben, nach verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel bestimmten Fachgebieten, Barrierearmut oder spezielle Fremdsprachen-Kenntnisse schnell und unkompliziert eine Praxis in der Umgebung zu finden.

 

Krankenkassen: gesetzlich Versicherte verschenken mindestens 7,1 Mrd. Euro

Baden-Württemberger und Thüringer sparen durch Wechsel der GKV am meisten (903 Euro p. a.). Verbraucher wählen aus bis zu 57 öffentlich zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen

 

Gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland verschenken pro Jahr mehrere Milliarden Euro an Zusatzbeiträgen. Durch den Wechsel zur bundesweit günstigsten Krankenkasse hätten sie 2017 mindestens 7,1 Mrd. Euro sparen können, so das Vergleichsportal CHECK24. Je nach Region stehen sogar noch günstigere Kassen zur Verfügung, was die mögliche Ersparnis weiter erhöht. Krankenkassen erheben seit 2015 zum gesetzlich festgelegten Beitragssatz von 14,6 Prozent einen Zusatzbeitrag. Im Schnitt lag dieser 2017 bei 1,1 Prozent. Das entspricht Beiträgen von rund 15,2 Mrd. Euro. Wechselten alle gesetzlich Versicherten zur bundesweit tätigen Kasse mit dem geringsten Zusatzbeitrag von 0,59 Prozent, würden zusammen nur etwa 8,1 Mrd. Euro fällig.

 

Größtes Sparpotenzial durch Kassenwechsel in Baden-Württemberg und Thüringen

 

Verbraucher wählen je nach Bundesland aus bis zu 57 öffentlich zugänglichen gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Bundesweit agieren 37 verschiedene GKV. Gesetzlich Versicherte in Baden-Württemberg und Thüringen profitieren besonders vom Wettbewerb der Kassen. Dort verzichtet die günstigste GKV 2018 auf einen Zusatzbeitrag, die teuerste verlangt 1,7 Prozent. Das Sparpotenzial beträgt entsprechend 903 Euro pro Jahr bei einem Jahreseinkommen von 53.100 Euro brutto (Beitragsbemessungsgrenze 2018, informiert CHECK24. Sind Verbraucher mehr als 18 Monate bei ihrer GKV versichert, können sie jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten wechseln.

 

Demografie nur zu 17 Prozent für die Kostenentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung verantwortlich

Das Altern der Gesellschaft hat weit weniger Einfluss auf die Kostensteigerung im Gesundheitswesen, als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von der AOK Niedersachsen und der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Untersucht wurde, welchen Einfluss die demografische Entwicklung der Bevölkerung auf die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen hat. Während ein gesetzlich Versicherter im Jahr 2004 noch durchschnittliche Ausgaben von 1.722 Euro verursachte, waren dies im Jahr 2015 bereits 2.656 Euro - also 54 Prozent mehr. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese enorme Kostensteigerung nur zu einem geringen Teil auf die demografische Entwicklung zurückgeht. "Hätte sich die Altersstruktur der Versichertengemeinschaft nicht verändert, wäre der Ausgabenanstieg nur unwesentlich geringer ausgefallen" sagt Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

 

Lediglich 17 Prozent des durchschnittlichen Kostenanstiegs in der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich auf die Alterung der Versichertengemeinschaft zurückführen. "Wir konnten nachweisen, dass die demografische Entwicklung nicht wie so häufig vermutet der große Kostentreiber im Gesundheitswesen ist. Der medizinische Fortschritt und insbesondere neue, teure Produkte sind der dominierende Faktor für den Kostenanstieg", erläutert Peter. Dennoch wird der demographische Wandel in den nächsten 15 Jahren zu Finanzierungslücken bei den Krankenkassen führen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer-Generation aus dem Berufsleben ausscheiden, zahlen sie als Rentner weniger Geld in die GKV ein. Diese Einnahmen fehlen dann, um die Versorgung zu finanzieren.

 

"Um die Beitragssätze stabil zu halten", betont Peter, "ist es wichtig, dass an anderer Stelle für Entlastung gesorgt wird. Eine Regulierung der oft extrem hohen Preise für neue Arzneimittel, neue Medizinprodukte oder andere technische Neuerungen im Gesundheitswesen ist unbedingt erforderlich. Entscheidend ist an dieser Stelle eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung."

 

Kostenlose Familienversicherung: Krankenkassen informieren zu wenig

Gesetzlich Versicherte können als Familienangehörige unter bestimmten Bedingungen kostenlos krankenversichert werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes. Doch leider informieren Krankenkassen hierzu zu wenig und erschweren Verbrauchern den Zugang. Die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden: Kinder können in der Regel bis zum Alter von 18, unter bestimmten Bedingungen bis 25 Jahren kostenlos mitversichert werden. Auch Ehepartner können bis zu einem bestimmten Einkommen kostenlos über die Versicherung des Ehegatten abgesichert werden.

"Wir stellen regelmäßig fest, dass Versicherte nicht ausreichend über die Möglichkeiten einer Familienversicherung informiert werden. Zudem versuchen Krankenkassen den Eintritt oder den Verbleib in der Familienversicherung zu erschweren" kritisiert Dr. Julia Nill, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Obwohl beispielsweise Verdienstmöglichkeiten für Studenten klar geregelt sind, erschweren Krankenkassen den Verbleib in der Familienversicherung.

 

Umfrage: 40 Prozent verzichten auf Vorsorgeuntersuchungen

Obwohl viele medizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Versicherten in Deutschland kostenlos sind, zeigen zahlreiche Bundesbürger kein Interesse an diesen Gesundheitsangeboten. In einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag des Patientenmagazins "HausArzt" geben 40,2 Prozent der Befragten an, dass sie nicht zu den regelmäßigen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen gehen. Von den Männern sagen das sogar 47,1 Prozent, von den Frauen jede Dritte (33,6 Prozent). Die Gründe dafür sind vielfältig. Mehr als zwei Drittel (67,5 Prozent) derer, die auf (regelmäßige) Vorsorgeuntersuchungen verzichten, suchen nach eigenen Angaben nur dann einen Arzt auf, wenn es ihnen schlecht geht. 42,1 Prozent sagen (zudem), dass sie gar nicht so genau wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen es eigentlich gibt.

 

Fast jeder Dritte (31,7 Prozent) gibt an, einfach immer wieder zu vergessen, beim Arzt einen Termin zu vereinbaren. Mehr als jedem Sechsten (17,5 Prozent) ist schon der Gedanke an solche Präventionsuntersuchungen unangenehm, 15,2 Prozent haben nach eigenem Empfinden nicht die Zeit, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. 11,9 Prozent fürchten sich der "HausArzt"-Umfrage zufolge, bei der Untersuchung könnten ernsthafte Krankheiten festgestellt werden. 6,5 Prozent halten Vorsorgeuntersuchungen für unnötig.

 

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