Beitragserhöhungen: Kassen müssen nicht individuell informieren

 

Gesetzlich Versicherte sollten im Januar kommenden Jahres genau auf ihre Gehaltsabrechnung schauen und prüfen, wieviel Krankenkassenbeitrag ihnen abgezogen wird. Denn obwohl mit branchenweiten Beitragserhöhungen bei den Gesetzlichen Krankenkassen zu rechnen ist, kann dies an vielen unbemerkt vorbeigehen!

 

Eigentlich sind die Kassen gesetzlich dazu verpflichtet, im Fall einer Beitragserhöhung ihre Mitglieder in einem persönlichen Schreiben über Beitragserhöhungen zu informieren. Damit muss auf das dadurch entstehende Kündigungsrecht, die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags und auch die Übersicht des GKV-Spitzenverbands zu den Beitragssätzen aller gesetzlichen Krankenkassen Deutschland hingewiesen werden. Liegt der neue Beitrag der Kasse über dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag, muss die Kasse sogar explizit die Möglichkeit benennen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln.

 

Doch in seiner Sitzung am 20. Oktober 2022 hat der deutsche Bundestag im Rahmen der Verabschiedung des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes diese Pflicht der Krankenkassen bis zum 30. Juni 2023 ausgesetzt. Eine allgemeine Information der Krankenkassen, z.B. auf der Internetseite oder in der Mitgliederzeitschrift reicht demnach aus. 100 Millionen Euro an Kosten für Papier und Versandkosten sollen dadurch eingespart werden.

 

Doch zu einem Zeitpunkt, wo auf breiter Front mit Beitragserhöhungen zu rechnen ist, werden die gesetzlich Versicherten so einer wichtigen Informationsquelle beraubt. Umso wichtiger ist es, den Beitrag der eigenen Krankenkasse im Auge zu behalten. Auch das Vergleichsportal www.gesetzlicheKrankenkassen.de wird die Zusatzbeiträge der Krankenkassen schnellstmöglich nach ihrer Bekanntgabe übersichtlich darstellen und damit den Versicherten eine ganz wichtige Informationsquelle bieten.

 

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird um 0,3 Prozentpunkte erhöht auf dann 1,6%. Dazu kommt der einheitliche Grundbeitrag von 14,6%, so dass im Schnitt 16,2% vom Bruttoeinkommen zu zahlen sind– im Maximum sind das dann in der Spitze fast 808 Euro Krankenkassenbeitrag pro Monat (ohne Pflegeversicherung). Auch ein geringer Beitragsunterschied von nur 0,2-Prozentpunkten zwischen zwei Krankenkassen spart dann bis zu 120 Euro jährlich.

 

Zusatzbeitrag: Die Hälfte der Krankenkassen-Versicherten ist in Sorge

 

Fast jeder zweite gesetzlich Versicherte sorgt sich wegen steigender Gesundheitskosten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Gleichzeitig kann sich ein Drittel vorstellen, schon bei einer Ersparnis von 100 Euro im Jahr die Krankenkasse zu wechseln.

 

63 Prozent kennen den Zusatzbeitrag nicht

 

Führende Vertreter der Krankenkassen hatten zuletzt vor einer Verdopplung des Zusatzbeitrages in der gesetzlichen Krankenversicherung gewarnt. 47 Prozent der Befragten in der Umfrage bereitet diese Entwicklung große oder sehr große Sorge. 44 Prozent antworteten, sie würden sich deshalb keine oder geringe Sorgen machen. Befragt wurden die Versicherten Ende November.

 

Der erste Schritt zu diesem Anstieg dürfte schon in den kommenden Tagen erfolgen. Dann beschließen die meisten Krankenkassen auf ihren Verwaltungsratssitzungen die Zusatzbeiträge, die für das kommende Jahr gelten sollen. Die Krankenkassenmitglieder wird diese Mitteilung unvorbereitet treffen. 70 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer in der Umfrage kennen den Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse nicht.

 

100 Euro Ersparnis - für 29 Prozent ein Wechselgrund

 

Aktuell liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent - je zur Hälfte bezahlt von Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Schätzerkreis für die gesetzliche Krankenversicherung geht für das kommende Jahr von einer Steigerung auf 1,3 Prozent aus. Fünf Krankenkassen hatten bereits im Lauf des Jahres ihren Zusatzbeitrag erhöht - im Schnitt sogar um 0,4 Prozentpunkte.

 

Ein Anstieg um 0,2 Prozent sorgt dafür, dass der Arbeitnehmeranteil bei einem Einkommen von 47.928 Euro (Bundesdurchschnitt ohne Sonderzahlungen für Vollzeitstellen laut Statistischem Bundesamt) im Jahr um 48 Euro steigt. Bei 0,4 Prozent sind es schon 96 Euro. Für eine Ersparnis bis 100 Euro pro Jahr könnten sich 29 Prozent der Umfrageteilnehmer vorstellen, ihre Krankenkasse zu wechseln.

 

Der günstigste überregionale Anbieter verlangt derzeit 0,39 Prozent Zusatzbeitrag. Wer von einer Krankenkasse mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag hierher wechselt, spart sogar 170 Euro. Bei einer Ersparnis bis 200 Euro pro Jahr kommt für insgesamt 61 Prozent der Befragten ein Wechsel der Krankenkasse in Frage. 26 Prozent schließen einen Wechsel aufgrund der Beitragshöhe generell aus. 170 Euro weniger Beitrag bedeuten dabei nicht automatisch 170 Euro mehr Nettoeinkommen. Da Krankenversicherungsbeiträge komplett steuerlich absetzbar sind, liegt die Nettoersparnis niedriger.

 

Leichterer Wechsel ab Januar

 

"Der Gesetzgeber hat den Wechsel der Krankenkasse Jahr vereinfacht", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Die Kündigung des alten Anbieters übernimmt ab Januar die neue Krankenkasse automatisch. Eine verbraucherfreundliche Regelung, wie sie beim Wechsel des Stromanbieters schon lange funktioniert. Außerdem sind Versicherte künftig nur noch 12 Monate an eine neue Krankenkasse gebunden."

 

Neuer Job ermöglicht Wechsel der Krankenkasse ohne lange Kündigungsfrist

 

Drei von fünf Deutschen wissen nicht, dass sie bei einem Arbeitgeberwechsel in der Regel direkt ihre Krankenkasse wechseln können. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von CHECK24 hervor. 

 

Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts im September 2018 ist ein Wechsel der GKV für pflichtversicherte Arbeitnehmer bei einem Jobwechsel auch ohne Kündigung möglich. Dazu muss dem neuen Arbeitgeber innerhalb von zwei Wochen nach Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nur eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse vorgelegt werden.

 

Voraussetzung ist zudem, dass der Arbeitnehmer die Bindungsfrist bei seiner aktuellen Krankenkasse gewahrt hat und nicht mehr als 60.750 Euro brutto im Jahr verdient.

 

"Gesetzlich Versicherte können grundsätzlich nach 18 Monaten Mitgliedschaft ihre Krankenkasse wechseln", sagt Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "Es gilt eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende."

 

Jobwechsel: Bindungsfrist an die Krankenkasse - egal ob neu oder alt - beginnt von neuem

 

Ist ein Arbeitnehmer seit mindestens 18 Monaten Mitglied seiner aktuellen Krankenkasse und wechselt seinen Arbeitgeber, hat er in der Regel ein "sofortiges Krankenkassenwahlrecht".

 

Wichtig: Mit diesem Wahlrecht beginnt die 18-monatige Bindungsfrist von neuem - egal, ob der Arbeitnehmer sich für eine neue Kasse entscheidet (aktive Wahl) oder Mitglied seiner bisherigen Kasse bleibt (passive Wahl). Ein Wechsel innerhalb der Frist ist dann nur durch ein Sonderkündigungsrecht möglich, z. B. wenn die Kasse den Zusatzbeitrag erhöht.

 

"Wer einen neuen Job nicht für den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung nutzt, bindet sich für weitere 18 Monate an seine bisherige Krankenkasse", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf. "Das ist vielen gesetzlich Versicherten nicht bewusst."

 

Reha-Antrag abgelehnt: So können sich Verbraucher wehren

 

Etwa jeder sechste Reha-Antrag wurde in den letzten Jahren von Krankenkassen oder Rentenversicherung abgelehnt. Versicherte sollten sich damit jedoch nicht einfach abfinden. Denn die Chancen, einem Ablehnungsbescheid erfolgreich zu widersprechen, stehen gut. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip erklärt, wie sich die Hürden auf dem Weg zur ersehnten Reha-Maßnahme überwinden lassen.

 

Eine Reha-Maßnahme soll helfen, nach einem Unfall oder einer Krankheit schnell wieder fit zu werden. Umso ärgerlicher ist es, wenn diese nicht bewilligt wird. "Wer eine Ablehnung erhält, sollte widersprechen", rät Julia Rieder, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Denn rund jeder zweite Widerspruch ist erfolgreich." Wichtig ist: Die Frist für den Widerspruch beträgt vier Wochen. Um die Frist zu wahren, reicht zunächst ein formloses Schreiben. Dann sollten Versicherte eine ausführliche Begründung mit der Stellungnahme ihres Arztes nachreichen.

 

Sozialverbände und Fachanwälte können helfen

 

"Die Krankenkasse oder die Rentenversicherung begründen in ihrem Schreiben, warum sie die Reha ablehnen", sagt Rieder. "Darauf sollten Versicherte eingehen und versuchen, die Argumente des Kostenträgers zu entkräften. Hierbei hilft meist der Hausarzt." Gleiches gilt, wenn die Ablehnung nur die Wunschklinik betrifft oder Versicherte die Mehrkosten für die Wunschklinik übernehmen sollen. Wer zusätzliche Unterstützung beim Widerspruch benötigt, kann sich auch an die Sozialverbände SoVD oder VdK wenden. Wird der Widerspruch trotz allem abgelehnt, bleibt Versicherten noch der Gang vor das Sozialgericht. "Betroffene sollten sich aber vorher mit einem Fachanwalt für Sozialrecht beraten."

 

Reha muss medizinisch notwendig und erfolgsversprechend sein

 

Damit ein Antrag auf Reha erfolgreich ist, müssen mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens, die Maßnahme muss medizinisch notwendig und erfolgversprechend sein. Zweitens, Versicherte müssen gesundheitlich in der Lage sein, an den Therapien teilzunehmen. "Je nachdem, wer die Reha genehmigt, können weitere Voraussetzungen dazukommen", sagt Rieder. Für Berufstätige ist meistens die gesetzliche Rentenversicherung für die Reha zuständig, für Rentner die Krankenkasse.

 

Behandlungsfehler

 

Fast 6000 Patienten haben sich im zurückliegenden Jahr offiziell gegen Behandlungsfehler zur Wehr gesetzt.

 

Das belegt eine Statistik der Bundesärztekammer, die Anfang April veröffentlicht wurde. Wie das Ärzteblatt erläutert, bestätigte sich in einem von vier Fällen die vorgebrachte Beschwerde über eine mangelhafte Therapie. Die 5972 Fälle, die 2018 von einer Gutachterkommission oder Schlichtungsstelle zu einem Abschluss gebracht wurden sind aber wohl nur die Spitze eines Eisberg. Bereits im März hatte die Techniker Krankenkasse bekannt gegeben, dass bei ihr knapp 6000 Mitglieder über unzureichende medizinische Versorgung vorstellig geworden sind. Sie geht davon aus, dass sogar jede dritte Kritik zurecht geäußert wurde. „Die Patienten sind selbstbewusster und kritischer geworden“, erläutert Thomas Adolph vom führenden Vergleichsportal www.gesetzlichekrankenkassen.de. „Die Autorität der Götter in weiß“ gelte nicht mehr uneingeschränkt. Dazu habe, wie der Kassenexperte sagt, nicht zuletzt die Verfügbarkeit von detaillierterem Wissen über Portale und die gegenseitige Ermunterung durch Betroffenen-Gruppen im Internet beigetragen.

 

Lange Prüfungszeiten beklagt - Oft jahrelanges Tauziehen vor Gericht

 

Die Krankenkassen unterstützen ihre Mitglieder in diesem nach wie vor ungleichen Kampf. „Die Beweispflicht liegt beim Patienten, die Behandlungsdokumentation beim Arzt“ gibt Thomas Adolph zu bedenken. Dass ein Gutachter ebenfalls Mediziner sein muss, versteht sich von selbst – macht die Sache aber nicht einfacher. Nicht nur die Techniker Krankenkasse (TK) kritisiert, die Verfahrensdauern vor Gericht. „Wenn bei einer Behandlung oder einer Operation etwas schief läuft, steht oft die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel“, sagt Christian Soltau.  Der Medizinrechtsexperte der TK nennt als eine der Ursachen den hohen Streitwert: „Bei den Prozessen geht es oft um sehr große Geldsummen. Die Haftpflichtversicherungen ziehen die Verfahren deshalb gezielt in die Länge, damit die Opfer unter dem Druck von fehlenden Einnahmen und steigenden Schulden faule Kompromisse bei außergerichtlichen Einigungen eingehen."

 

Die Ergebnisse aufgeschlüsselt

 

Laut Bundesärztekammer ließ sich bei 5.972 Fälle Beschwerden in 69 Prozent kein Fehler nachweisen. Weitere sechs Prozent führten zu mangelhaften Therapieergebnissen, die jedoch nicht kausal mit dem im Antrag genannten Befund standen. In 25 Prozent oder 1.499 Einzelfällen bestätigte sich ein Behandlungsfehler. Nach Schwere aufgeschlüsselt waren 16 Schäden geringfügig, 618 waren vorübergehend als leicht bis mittelstark eingeteilt. Zu vorübergehend schweren Schäden kam es 88-mal. Es gab aber auch bleibende Schädigungen: 462 Fälle gelten als leichter bis mittlerer, 127 als schwere Dauerschäden. Zu einem tödlichen Ende führten Behandlungsfehler in 88 Fällen. „Das sind immerhin noch sechs Prozent der anerkannt nicht lege artis durchgeführten Therapien“, wirft Kassenexperte Adolph kritisch ein.

 

Viele Untersuchungen in der Unfallchirurgie

 

Wie das Ärzteblatt berichtet waren im niedergelassenen Bereich Unfallchirurgie und die Orthopädie – die in der Statistik zusammen erfasst werden – am häufigsten betroffen (402), gefolgt von hausärztlich tätigen Ärzten (229) und Allgemeinchirurgen (136 Fälle). Ein relativ ähnliches Bild zeigte sich im Krankenhaus aus. Der Unfallchirurgie und Orthopädie (1.690 Fälle) folgten Allgemeinchirurgie (680 Fälle) und Innere Medizin (455 Fälle), berichtete Andreas Dohm, Geschäftsführer der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern. Bei den Beschwerden von TK-Versicherten machten Chirurgen ein Drittel der Verdachtsfälle aus. Es folgten Zahnärzte (16 Prozent), Allgemeinmediziner (zwölf Prozent) und Orthopäden (sechs Prozent). Fünf Prozent der vermuteten Behandlungsfehler wurden nach einer Therapie beim Internisten gemeldet. Bei Geburtshilfe, Gynäkologie und Augenärzte waren es jeweils vier Prozent.

 

Gesetzliche Krankenkassen: Extravorsorge für Frauen

 

Von Ultraschall bis Vorsorgekurs – 15 gesetzliche Krankenkassen bieten mindestens zwei zusätzliche Angebote zur Krebsfrüherkennung für Frauen, so die Zeitschrift Finanztest. Dazu gehören ein Ultraschall der Brust und das Programm Discovering Hands, bei dem geschulte Blinde die Brust nach Auffälligkeiten abtasten. Finanztest informiert über die Extraangebote und zeigt im Dauertest auf test.de alle Extras von insgesamt 75 Krankenkassen.

 

Einige andere Kassen bieten zumindest ein Extra: Bei zehn Kassen gibt es Geld für einen MammaCare-Kurs. In diesem Kurs lernen Frauen, wie sie ihre Brüste sorgfältig selbst untersuchen können, denn sie sollten ihre Brüste regelmäßig abtasten. Viele tun das aber nicht, oft weil sie nicht wissen, wie sie es richtig machen. Acht Kassen zahlen für eine Discovering-Hands-Untersuchung extra. Vier bezuschussen einen Ultraschall der Brust.

 

Die Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke ist als Früherkennungsmaßnahme umstritten. Sie ist aus Sicht vieler Experten zu ungenau und bringe deshalb keinen erkennbaren Nutzen. Trotzdem wird sie häufig von Frauenärztinnen und -ärzten empfohlen. Fünf Kassen übernehmen die Kosten anteilig. Darüber hinaus bieten einige Krankenkassen ein intensives Früherkennungsprogramm für Versicherte bei familiärer Vorbelastung mit Brust- und Eierstockkrebs an.

 

Osteopathie: Fast drei Viertel der gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Kosten

Osteopathie für knapp jeden dritten Verbraucher wichtiges Kriterium bei Wahl der Kasse

 

72 Prozent der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) beteiligen sich an den Kosten für osteopathische Behandlungen und bieten damit eine Mehrleistung über die gesetzliche Pflicht hinaus. CHECK24 hat dazu alle öffentlich zugänglichen GKV betrachtet. 

 

Als Osteopathie bezeichnet man eine alternative manuelle Behandlungsmethode, die nur mit den Händen und ohne zusätzliche Geräte durchgeführt wird. Dabei sollen Blockaden u. a. in Muskeln und Faszien gelöst werden. Die Wirksamkeit ist umstritten.

 

Rund 21 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen lehnen die Kostenübernahme für Osteopathie ab, sieben Prozent machen keine Angaben dazu. "Grundsätzlich erstatten die gesetzlichen Krankenkassen Kosten für Osteopathie nur, wenn die Therapeuten Mitglied in einem Berufsverband sind", sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Geschäftsführer GKV bei CHECK24. "Da die Zuschüsse für osteopathischen Behandlungen zwischen den Kassen stark variieren, lohnt sich ein Vergleich."

 

Per Mausklick zur passenden Praxis in der Nähe

Die bundesweite Suche nach der passenden Praxis von niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten ist für Patienten und Versicherte ab sofort noch einfacher, komfortabler und umfassender möglich. Durch eine gegenseitige Verlinkung der BundesArztsuche der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Zahnarztsuche der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) werden Nutzerinnen und Nutzer der Plattformen jetzt auch direkt auf das entsprechende Such-Angebot von Ärzten und Zahnärzten hingewiesen. Das erleichtert den schnellen Zugang zu Informationen über den kürzesten Weg der Patienten in eine Praxis vor Ort.

 

Über die BundesArztsuche der KBV und die regionalen Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) können Ärzte und Psychotherapeuten schnell und unkompliziert gesucht und gefunden werden. Die KVen verfügen über die aktuellsten Daten zu Anschriften und Qualifikationen aller in Deutschland niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Viele der Körperschaften haben eigene Online-Arztsuchdienste aufgebaut und geben auch telefonisch Auskunft. Gleiches gilt für die Suche von Patienten nach Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Die BundesArztsuche der KBV ist unter www.kbv.de/arztsuche und als kostenlose App für Smartphones oder Tablets verfügbar.

 

Auch die Zahnarztsuche der KZBV unter www.kzbv.de ermöglicht die Suche nach Praxen im gesamten Bundesgebiet. Die entsprechende Verteilerseite wurde kürzlich modernisiert. Unter kzbv.de/zahnarztsuche gelangen Patientinnen und Patienten direkt zu den jeweiligen Ländersuchen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) und (Landes)Zahnärztekammern. Diese wiederum nutzen für den kostenfreien Service fortlaufend aktualisierte Adressdatenbanken, die es auch erlauben, nach verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel bestimmten Fachgebieten, Barrierearmut oder spezielle Fremdsprachen-Kenntnisse schnell und unkompliziert eine Praxis in der Umgebung zu finden.

 

Demografie nur zu 17 Prozent für die Kostenentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung verantwortlich

Das Altern der Gesellschaft hat weit weniger Einfluss auf die Kostensteigerung im Gesundheitswesen, als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von der AOK Niedersachsen und der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

Untersucht wurde, welchen Einfluss die demografische Entwicklung der Bevölkerung auf die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen hat. Während ein gesetzlich Versicherter im Jahr 2004 noch durchschnittliche Ausgaben von 1.722 Euro verursachte, waren dies im Jahr 2015 bereits 2.656 Euro - also 54 Prozent mehr. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese enorme Kostensteigerung nur zu einem geringen Teil auf die demografische Entwicklung zurückgeht. "Hätte sich die Altersstruktur der Versichertengemeinschaft nicht verändert, wäre der Ausgabenanstieg nur unwesentlich geringer ausgefallen" sagt Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

 

Lediglich 17 Prozent des durchschnittlichen Kostenanstiegs in der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich auf die Alterung der Versichertengemeinschaft zurückführen. "Wir konnten nachweisen, dass die demografische Entwicklung nicht wie so häufig vermutet der große Kostentreiber im Gesundheitswesen ist. Der medizinische Fortschritt und insbesondere neue, teure Produkte sind der dominierende Faktor für den Kostenanstieg", erläutert Peter. Dennoch wird der demographische Wandel in den nächsten 15 Jahren zu Finanzierungslücken bei den Krankenkassen führen. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer-Generation aus dem Berufsleben ausscheiden, zahlen sie als Rentner weniger Geld in die GKV ein. Diese Einnahmen fehlen dann, um die Versorgung zu finanzieren.

 

"Um die Beitragssätze stabil zu halten", betont Peter, "ist es wichtig, dass an anderer Stelle für Entlastung gesorgt wird. Eine Regulierung der oft extrem hohen Preise für neue Arzneimittel, neue Medizinprodukte oder andere technische Neuerungen im Gesundheitswesen ist unbedingt erforderlich. Entscheidend ist an dieser Stelle eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung."

 

Kostenlose Familienversicherung: Krankenkassen informieren zu wenig

Gesetzlich Versicherte können als Familienangehörige unter bestimmten Bedingungen kostenlos krankenversichert werden. Das ist ein wichtiger Bestandteil des gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes. Doch leider informieren Krankenkassen hierzu zu wenig und erschweren Verbrauchern den Zugang. Die kostenlose Mitversicherung von Familienangehörigen ist an verschiedene Voraussetzungen gebunden: Kinder können in der Regel bis zum Alter von 18, unter bestimmten Bedingungen bis 25 Jahren kostenlos mitversichert werden. Auch Ehepartner können bis zu einem bestimmten Einkommen kostenlos über die Versicherung des Ehegatten abgesichert werden.

"Wir stellen regelmäßig fest, dass Versicherte nicht ausreichend über die Möglichkeiten einer Familienversicherung informiert werden. Zudem versuchen Krankenkassen den Eintritt oder den Verbleib in der Familienversicherung zu erschweren" kritisiert Dr. Julia Nill, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Obwohl beispielsweise Verdienstmöglichkeiten für Studenten klar geregelt sind, erschweren Krankenkassen den Verbleib in der Familienversicherung.

 

Umfrage: 40 Prozent verzichten auf Vorsorgeuntersuchungen

Obwohl viele medizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Versicherten in Deutschland kostenlos sind, zeigen zahlreiche Bundesbürger kein Interesse an diesen Gesundheitsangeboten. In einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag des Patientenmagazins "HausArzt" geben 40,2 Prozent der Befragten an, dass sie nicht zu den regelmäßigen kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen gehen. Von den Männern sagen das sogar 47,1 Prozent, von den Frauen jede Dritte (33,6 Prozent). Die Gründe dafür sind vielfältig. Mehr als zwei Drittel (67,5 Prozent) derer, die auf (regelmäßige) Vorsorgeuntersuchungen verzichten, suchen nach eigenen Angaben nur dann einen Arzt auf, wenn es ihnen schlecht geht. 42,1 Prozent sagen (zudem), dass sie gar nicht so genau wissen, welche Vorsorgeuntersuchungen es eigentlich gibt.

 

Fast jeder Dritte (31,7 Prozent) gibt an, einfach immer wieder zu vergessen, beim Arzt einen Termin zu vereinbaren. Mehr als jedem Sechsten (17,5 Prozent) ist schon der Gedanke an solche Präventionsuntersuchungen unangenehm, 15,2 Prozent haben nach eigenem Empfinden nicht die Zeit, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. 11,9 Prozent fürchten sich der "HausArzt"-Umfrage zufolge, bei der Untersuchung könnten ernsthafte Krankheiten festgestellt werden. 6,5 Prozent halten Vorsorgeuntersuchungen für unnötig.

 

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