Elektroautos: Verbraucher schätzen Tankkosten oft falsch ein

 

Wer ein Elektroauto fährt, tankt in der Regel deutlich günstiger als die Fahrer von Autos mit Benzinantrieb. Doch das ist der Mehrheit der deutschen Fahrzeughalter nicht bewusst, wie eine Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox ergeben hat.

 

Falsche Einschätzung der Stromkosten

 

Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) schätzen das Verhältnis von Stromkosten und Benzinkosten beim Tanken falsch ein. 22 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die durchschnittlichen Tankkosten für Strom und Benzin für etwa gleich hoch. 31 Prozent gehen davon aus, dass die Tankkosten für Strom höher sind. Rund 47 Prozent der Befragten geben an, dass die Tankkosten für Benzin höher ausfallen als für Strom.

 

„Viele Autofahrer in Deutschland behalten die reinen Tankkosten ziemlich genau im Blick. Dennoch schätzt die Mehrheit das Verhältnis von Strom- und Benzinkosten falsch ein. Wer sein Elektroauto zuhause mit Strom auflädt, zahlt deutlich weniger als für einen vergleichbaren Benzinantrieb“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

 

Tankkosten im Vergleich

 

Laut Bundesverband eMobilität laden rund 80 Prozent der Nutzer von Elektroautos ihre Fahrzeuge zuhause oder beim Arbeitgeber auf. Daher ist für einen Kostenvergleich der durchschnittliche Strompreis für Haushalte (28,65 Cent/kWh im September 2020) ausschlaggebend. An öffentlichen Ladesäulen können je nach Anbieter und Aufladungsart deutlich höhere Kosten entstehen.

 

Der durchschnittliche Stromverbrauch der zehn Elektroauto-Modelle, die im Jahr 2019 am häufigsten zugelassen und durch den ADAC Ecotest geprüft wurden, liegt bei 20 kWh pro 100 km, was Kosten von 5,73 Euro entspricht.

 

Der durchschnittliche Verbrauch von Benzinern liegt bei 7,8 Litern pro 100 km. Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,245 Euro/Liter im September 2020 sind das Kosten von 9,71 Euro.

 

Der durchschnittliche Verbrauch von Pkw mit Diesel liegt bei 7 Litern pro 100 km. Bei einem durchschnittlichen Dieselpreis von 1,049 Euro/Liter im September 2020 sind das Kosten von 7,34 Euro.

 

Drei Modelle im Vergleich

 

Dass die Stromkosten für das Tanken deutlich niedriger liegen als die Benzinkosten, zeigt der Vergleich ähnlicher Automodelle. Der VW e-Golf (136 PS) verbraucht laut dem Test des ADAC rund 17,3 kWh auf 100 Kilometern. Wird der Durchschnittspreis für Haushaltsstrom im September berücksichtigt, entspricht das Kosten von rund 4,96 Euro. Der moderne Benziner VW Golf 1.5 eTSI (150 PS) verbraucht laut ADAC 6,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern, was 7,59 Euro entspricht.

 

„Der Preisunterschied steigt, je höher die jährliche Fahrleistung liegt. Werden 5.000 Kilometer pro Jahr gefahren, müssen rund 130 Euro mehr für Benzin bezahlt werden. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern sind es fast 400 Euro mehr“, sagt Thorsten Storck.

 

Beim sparsamen Diesel VW Golf 2.0 TDI, der laut ADAC Ecotest einen Verbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometern aufweist, liegen die Kosten bei 5,04 Euro und damit nur leicht über den Stromkosten des vergleichbaren Modells.

 

Stromkosten mit richtigem Stromtarif niedrig halten

 

Verbraucher, die ein Elektroauto fahren und zuhause aufladen, können die Stromkosten mit der Auswahl eines günstigen Stromtarifes niedrig halten. Die Experten von Verivox raten daher zum Vergleich der verfügbaren Angebote. Je nach aktuellem Stromtarif können die jährlichen Kosten mit einem günstigeren Ökostromtarif um mehrere Hundert Euro gesenkt werden.

 

Reifenwechsel nicht vergessen! Falsche Bereifung kann teuer werden

 

Der Herbst zeigt sich im Moment vielerorts noch von seiner goldenen Seite. Doch schon bald kann das Wetter umschlagen und spätestens dann wird es ungemütlich auf Deutschlands Straßen. Kfz-Halter*innen sollten daher frühzeitig an die Winterbereifung denken, rät der Bund der Versicherten e. V. (BdV). Denn sie müssen ihr Fahrverhalten den Witterungseinflüssen anpassen und dazu zählt auch die richtige Bereifung. „Tun sie das nicht, kann sich das im Schadenfall negativ auf den Versicherungsschutz auswirken – sowohl in der Kasko- als auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung“, sagt BdV-Pressesprecherin Bianca Boss.

 

 

Verursacht man unter widrigen Witterungseinflüssen einen Unfall, prüft der Kaskoversicherer, ob die/der Kfz-Halter*in grob fahrlässig gehandelt hat, denn dann kann er die Leistung kürzen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist oder keine passende Bereifung benutzt hat. Wer bei Eis und Schnee auf Sommerreifen unterwegs ist, riskiert also, dass der Versicherer nicht den kompletten Schaden übernimmt. „Wer das vermeiden will, sollte vor Abschluss einer Kaskoversicherung darauf achten, dass der Versicherer auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichtet. Dann kürzt er auch bei grober Fahrlässigkeit die Leistung nicht“, erläutert Boss. Wurde bei dem Unfall zudem ein anderes Auto beschädigt, leistet der Haftpflichtversicherer zwar, kann aber die/den Versicherungsnehmer*in aufgrund unangepasster Bereifung in Regress nehmen. Das bedeutet, dass er Zahlungen zurückverlangt, die er an den Unfallgegner geleistet hat – allerdings nur bis zu einer Höhe von 5.000 Euro.

 

Seit 2018 müssen Autofahrer*innen übrigens beim Kauf von Winterreifen auf ein neues Symbol achten: Nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) gelten als wintertauglich. Ältere Reifen mit der M+S-Kennzeichnung dürfen jedoch noch bis September 2024 aufgezogen werden.

 

Diebe steh­len Autos im Wert von 280 Mil­lio­nen Euro

 

Autodiebe haben im vergangenen Jahr 14.229 kaskoversicherte Pkw gestohlen und damit einen wirtschaftlichen Schaden in Höhe von fast 280 Millionen Euro verursacht. Das geht aus dem heute veröffentlichten Kfz-Diebstahlsreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Demnach sank die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge um rund fünf Prozent, während der Schaden für die Bestohlenen hoch blieb: Im Durchschnitt zahlten die Versicherer für jeden Diebstahl mehr als 19.600 Euro (-1%).

 

SUVs und Toyotas im Visier der Autodiebe

 

Bei den Kriminellen hoch im Kurs stehen insbesondere SUVs und Modelle von Toyota. Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen finden sich gleich sechs SUVs, an der Spitze lag die zweite Generation des BMW X6. Mit gleich fünf Modellreihen ist der japanische Hersteller Toyota unter den Top 10 der Autodiebe vertreten. Hier finden sich neben SUVs und dem Sportwagen GT86 auch die beiden Mittelklasse-Limousinen Prius+ und der CT200 der Toyota-Tochter Lexus.

 

Eine deutliche Verschiebung stellten die GDV-Statistiker beim Alter der gestohlenen Pkw fest: Die Diebe entwendeten weniger Neuwagen und dafür mehr Fahrzeuge, die zwischen zwei und drei Jahren alt waren. „Die Bemühungen der Autohersteller, ihre Keyless-Entry-Systeme sicherer zu machen, zahlen sich offenbar aus“, sagt GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen. Bei etwas älteren Modellen lässt sich diese auf Funkchips basierende schlüssellose Technik noch relativ einfach aushebeln, so dass Diebe bevorzugt solche Wagen auswählen.

 

Höchste Diebstahlgefahr in Berlin und Hamburg, geringe Gefahr im Süden

 

Im Vergleich der Bundesländer und Großstädte hatte Berlin erneut die mit Abstand höchste Diebstahlrate. Hier wurden im Laufe des vergangenen Jahres 3.130 kaskoversicherte Pkw gestohlen, rund neun Prozent mehr als im Vorjahr. Inzwischen findet mehr als jeder fünfte Autodiebstahl bundesweit in Berlin statt, die Diebstahlquote stieg von 3,1 auf 3,3 von 1.000 kaskoversicherten Pkw. Ebenfalls vergleichsweise hohe Diebstahlraten ergaben sich für Hamburg (1,4) und Leipzig (1,0). Deutlich geringer war die Diebstahlgefahr im Süden der Republik – so wurden in Bayern und Baden-Württemberg zusammen nicht einmal halb so viele Autos geklaut wie allein in Berlin.

 

Welche Versicherung zahlt bei einem Autodiebstahl?

 

Wenn das Auto gestohlen wurde, ersetzt die Teilkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Auch wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, wird entschädigt, denn die Teilkasko ist automatisch in der Vollkasko inbegriffen. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl keinen Einfluss.

 

Weg frei für E-Ladesäulen in privaten Tiefgaragen

 

E-Auto-Nutzer, die in Mehrfamilienhäusern wohnen, haben künftig einen Anspruch auf Einbau einer Ladesäule in gemeinsam genutzten Tief- und Sammelgaragen. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen und den Weg für eine Reform des Wohnungseigentumsgesetzes freigemacht. Der ADAC begrüßt die Entscheidung des Bundestags als wichtigen Schritt, um das Fahren und Laden eines Autos für einen großen Teil der Bevölkerung praktikabler und damit attraktiver zu machen.

 

Karsten Schulze, Technikpräsident des ADAC: "Elektro-Autos sollen sinnvollerweise dort geladen werden können, wo sie für längere Zeit stehen - das ist vor allem zu Hause der Fall. Für viele E-Auto-Nutzer in Mehrfamilienhäusern war die gesetzliche Lage bislang eine große Hürde für den Zugang zur eigenen E-Ladesäule. Daher ist es richtig und wichtig, dass der Gesetzgeber nun endlich die Voraussetzungen dafür schafft, dass die Nutzer von E-Autos einfacher in privaten Sammel- und Tiefgaragen laden können."

 

Wenn E-Auto-Fahrer auf eigene Kosten einen Ladepunkt installieren möchten und technische Fragen geklärt sind, dürfen Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft die Installation einer Wallbox künftig nicht mehr verhindern.

 

Eine ADAC Studie hatte 2019 ergeben, dass nur vier Prozent der bundesweit rund 4800 untersuchten Tiefgaragen mit mehr als zehn Stellplätzen über einen Stromanschluss und lediglich zwei Prozent über eine Ladesäule oder Wallbox verfügten. Bislang mussten bei Umbauten am Gemeinschaftseigentum alle Miteigentümer zustimmen - war nur einer gegen eine Installation der Wallbox, war ein Einbau nicht möglich.

 

Das nervt Autofahrer am meisten

 

ADAC Umfrage: Belastend sind oft die Verhaltensweisen anderer Verkehrsteilnehmer

 

Staus, Drängler, rücksichtslose Verkehrsteilnehmer - die Liste für potenzielle Aufreger im Straßenverkehr ist lang. Der ADAC hat seine Mitglieder auch in diesem Jahr befragt und wollte wissen, was Autofahrer am meisten nervt. Neben den Klassikern hat sich in diesem Jahr auch ein Neuling in den Fokus gespielt. Unter den 22 abgefragten Situationen wurde klar: Die Mehrheit der 1000 befragten Mitglieder ist durch Verhaltensweisen anderer genervt.

 

Wie schon in den vergangenen Jahren ärgern sich Autofahrer am meisten über zu dichtes Auffahren bei hohen Geschwindigkeiten. 77 Prozent der Befragten gaben dies als den größten Störfaktor an. Damit ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück (79 Prozent im Jahr 2019). Weit oben rangieren auch die Ablenkung durch das Smartphone (75 Prozent) und das plötzliche Abbiegen oder ein spontaner Spurwechsel ohne zu blinken (61 Prozent). 60 Prozent gaben Staus und zähflüssigen Verkehr als belastend an. Aber auch auf der Autobahn kommt es zu Situationen, welche die Befragten als lästig empfinden - insbesondere bei Überholmanövern. Hier werden überholende Lkw-Fahrer (55 Prozent) sowie rechts überholende Pkw-Fahrer (54 Prozent) oft genannt.

 

Neu dabei sind seit diesem Jahr Verkehrsteilnehmer auf E-Scootern. Seit vergangenem Jahr sind sie vermehrt auf den Straßen unterwegs. Mit 45 Prozent gaben fast die Hälfte der befragten Mitglieder an, E-Scooter-Fahrer auf der Straße als störend zu empfinden.

 

Vielen Autofahrern ist nicht bewusst, wie riskant ihr Verhalten für andere im Straßenverkehr ist. Sorglosigkeit, weil bislang noch nichts passiert ist, kann sich schnell einschleichen und ein falsches Sicherheitsgefühl hervorrufen. Der ADAC rät allen Verkehrsteilnehmern, die sich über das Verhalten anderer aufregen, gelassen zu reagieren. Wer sich provozieren lässt, bringt sich letztendlich auch selbst in Gefahr. Wer mehr Zeit für die Wegstrecken einplant verschafft sich auch einen Puffer für unvorhergesehene Störungen und ist somit stressfreier unterwegs.

 

Abzocke im Urlaub: ADAC warnt vor Fake-Pannenhelfern in Ost- und Südosteuropa

 

Die ADAC Versicherung AG warnt erneut vor falschen Pannenhelfern, die sich als Gelbe Engel ausgeben und Reisenden viel Geld für Abschlepp- und teils unnötige Werkstattleistungen abknöpfen. Außer in Ungarn und Serbien sind die Betrüger jetzt auch vermehrt in Bulgarien, Kroatien und Slowenien aktiv. Dazu sind die Slowakei, Litauen und Polen betroffen.

 

Um die Urlauber in die Falle zu locken, nutzen die Betrüger Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der Pannenhilfe-Autos, mit dem Logo des Clubs oder der Aufschrift "Im Auftrag des ADAC". Auch das Personal tritt im Gewand der ADAC Straßenwachtfahrer auf. Aber: Im Ausland betreibt der ADAC keine eigene Straßenwacht-Flotte und die dortigen Vertragspartner dürfen weder auf ihren Fahrzeugen noch an Werkstätten ADAC Logos verwenden.

 

Es gibt jedoch eine Ausnahme: In Norditalien ist ein Gelber Engel ganzjährig als Pannenhelfer für die ADAC Notrufstation tätig.

 

ADAC Plus- oder Premium-Mitglieder sollten daher folgende Hinweise beachten: Im Falle einer Panne außerhalb Deutschlands sollte grundsätzlich der Auslandsnotruf unter der Nummer 00 49 89 22 22 22 kontaktiert werden. Hier wird dann ein Pannenhelfer oder ein Abschleppdienst vor Ort vermittelt. Der "echte" Pannenhelfer kennt die Mitgliedsdaten des Liegengebliebenen oder kann im Zweifelsfall die Daten abrufen, um so den Nachweis zu erbringen, dass er tatsächlich im Auftrag des ADAC handelt.

 

Besonders offensichtlich ist die Taktik vieler Betrüger, bereits an der Autobahn zu warten und direkt nach einer Panne aufzutauchen, um dem Hilfesuchenden ihre Dienste anzubieten. Anrufversuche der Mitglieder beim Auslandsnotruf können fehlschlagen, da die Kriminellen Störsender in ihren Fahrzeugen installiert haben, die das Telefonnetz unterbrechen und eine Mobilfunkverbindung unmöglich machen. In so einer Situation sollten Autofahrer ihr Fahrzeug abschließen, sich einige Meter entfernen und von dort den ADAC Auslandsnotruf kontaktieren.

 

Wenn die ADAC Versicherung AG die Betrüger, beispielsweise mittels Foto von Nummernschildern, identifizieren kann, wird mit Unterstützung des Partnerclubs immer Anzeige auf Unterlassung erstattet. Betrugsanzeigen können nur die Geschädigten erstatten.

 

Wichtig zu wissen: Wenn der Partnerclub vor Ort keine Pannenhilfe leisten kann, wird das Fahrzeug in die nächste geeignete Werkstatt geschleppt (Kostenübernahme maximal 300 Euro). Hier unterstützt der ADAC seine Mitglieder bei Sprachbarrieren. Mitglieder müssen sich darauf einstellen, dass Ersatzteile teurer sind als in Deutschland, da diese oft erst extra eingeflogen werden müssen. Dauert die Reparatur länger als einen Tag, hilft der ADAC auf Wunsch bei der Vermittlung eines Hotels und eines Mietwagen. Die Kosten für Hotel (maximal 3 Tage à 85 Euro pro Person und Nacht) und Mietwagen (maximal 500 Euro) können beim ADAC zur Kostenerstattung eingereicht werden. Dauert die Reparatur länger als drei Tage, wird das Fahrzeug vom ADAC nach Deutschland an den Wohnort zurückgebracht.

 

Autodiebstahl im Urlaub: Diese Schritte müssen Betroffene berücksichtigen

 

Wenn das Auto nicht mehr an Ort und Stelle steht, ist der Schock zunächst groß. Ein Diebstahl ist oft nicht auszuschließen: Laut Bundeskriminalamt wurden 2019 über 20.000 Fahrzeuge in Deutschland gestohlen. Besonders im Urlaub, wenn das Fahrzeug länger unbeachtet stehenbleibt, wird ein Diebstahl oft erst spät erkannt und der Ärger ist groß. Denn ein Autodiebstahl zieht viele Telefonate und auszufüllende Formulare mit sich, aber auch finanziell kann es richtig unangenehm werden. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, erklärt welche Schritte nach einem Autodiebstahl zu beachten sind:

 

1. Polizei kontaktieren und Diebstahl anzeigen

 

Steht das Fahrzeug nicht mehr am Abstellort, sollte man sich zuerst bei der Polizei vergewissern, ob das Fahrzeug nicht umgesetzt oder sichergestellt wurde. Gründe dafür können Falschparken, aber auch mangelnde Fahrzeugsicherung sein, beispielsweise durch ein offenes Fenster.Liegt ein Diebstahl vor, sollte gegen Vorlage des Fahrzeugscheins - der sogenannten Zulassungsbescheinigung Teil I - sowie des Personalausweises unverzüglich eine schriftliche Diebstahlsanzeige bei der Polizei erfolgen. Erst danach kann das Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben werden.Bei der Anzeige sind korrekte Angaben zu den Diebstahlsumständen und zum Fahrzeug besonders wichtig. Schätzungen, auch zum Kilometerstand, sollten unterbleiben. Ist sich der Betroffene bei einigen Angaben unsicher, wird dies in die Anzeige aufgenommen. Wichtige, aber fehlende Angaben können nach Prüfung der Unterlagen nachgereicht werden.Wichtig: Erbitten Sie die Aushändigung von schriftlichen Kopien der Anzeige zur Vorlage bei der Versicherung und dem Straßenverkehrsamt. Nicht vergessen: Wenn zum Zeitpunkt des Diebstahls Bank- und oder Kreditkarten im Auto waren, informieren Sie umgehend ihr Kreditinstitut und lassen die Karten sperren.

 

2. Versicherung informieren

 

Anschließend sollte schnellstmöglich schriftlich die Kfz-Kaskoversicherung über den Diebstahl informiert werden. Der Versicherung müssen das Polizeiprotokoll, die Kopie der Diebstahlsanzeige der Fahrzeugbrief - Zulassungsbescheinigung Teil II, alle Fahrzeugschlüssel sowie die Stilllegungsbescheinigung übersandt werden. Wenn der Betroffene im Rahmen seiner Schadensmeldung keine konkreten Aussagen machen kann, können diese Angaben gegebenenfalls nachgereicht werden; von Schätzungen sollte der Betroffene absehen. Zu Nachweiszwecken sollten die Schadensmeldung nebst Unterlagen am besten als Einschreiben/Rückschein versandt werden. Der Leistungsumfang der Versicherung im Schadenfall richtet sich nach den konkret vereinbarten Versicherungsbedingungen, sodass diese im Zweifel individuell geprüft werden müssen. Wurde das Auto aufgefunden, ist aber beschädigt, teilen sie umgehend den Schaden ihrer Versicherung mit.

 

3. Diebstahlanzeige bei anderen Versicherungen

 

Je nach Inhalt des gestohlenen Fahrzeugs und Umfang des Versicherungsschutzes sind ggf. auch eine bestehende Hausratversicherung oder Gepäckversicherung umgehend zu informieren, um weitere Leistungen geltend machen zu können.

 

4. Abmeldung beim Straßenverkehrsamt

 

Wenn nicht davon auszugehen ist, dass das gestohlene Fahrzeug kurzfristig wieder aufgefunden wird, sollte dieses spätestens innerhalb von 14 Tagen nach dem Diebstahl abgemeldet werden, damit keine weiteren Kfz-Steuern und Versicherungsprämien fällig werden. Für die Abmeldung des gestohlenen Fahrzeugs beim Straßenverkehrsamt werden eine Kopie der polizeilichen Diebstahlsanzeige, Kfz-Brief und -schein, damit sind Zulassungsbescheinigung Teil I und II gemeint sowie gegebenenfalls eine Vollmacht benötigt.

 

5. Monatsfrist / Fahrtkosten beim Wiederfinden

 

In den Versicherungsbedingungen ist meist vereinbart, dass erst einen Monat nach Eingang der Schadenanzeige bei der Versicherung das Eigentum an dem gestohlenen Fahrzeug auf diese übergeht. Wird das Fahrzeug vor Ablauf der Monatsfrist wiedergefunden, muss der Versicherungsnehmer das Fahrzeug zurücknehmen. Daher ist die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges erst nach Ablauf der Monatsfrist sinnvoll, um nicht ungewollt zwei Fahrzeuge zu haben. Wird das Fahrzeug vorher aufgefunden, erstattet der Versicherer meist nach den Versicherungsbedingungen die Bahnfahrtkosten zum Sicherstellungs- bzw. Fundort bis 1.500 km.

 

6. Besonderheiten

 

Ist das gestohlene Fahrzeug nicht Ihr Eigentum, da es geleast ist oder sich im Rahmen einer Finanzierung im Sicherungseigentum einer Bank befindet, muss auch die Leasinggesellschaft bzw. die Bank umgehend über den Diebstahl informiert werden. Mietwagenkosten sind üblicherweise nicht in der Teilkaskoversicherung versichert. Ein Ersatzfahrzeug kann jedoch möglicherweise im Rahmen der Mitgliedschaft oder eines Schutzbriefes übernommen werden. Denkbar sind auch entsprechende Ansprüche aus einer Mobilitätsgarantie.

 

7. Auto-Diebstahl im Ausland

 

Sofern eine Teil- oder Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug abgeschlossen wurde, zahlt die Kaskoversicherung in der Regel den Wiederbeschaffungswert des gestohlenen Autos. Unabhängig davon müssen im Ausland alle Schritte genau wie bei einem Diebstahl in Deutschland durchgeführt werden.

 

Autokauf: Gibt es eine Chance auf Rückgabe?

 

Der Dieselskandal ist der Hauptgrund, warum Verbraucher aus ihrem Autokaufvertrag aussteigen wollen. Sie möchten kein mangelhaftes Auto besitzen und befürchten außerdem, es nicht mehr weiterverkaufen zu können. Kürzlich hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) einen Vergleich mit VW erstritten. Dadurch bekommen viele Verbraucher zumindest einen Teil ihres wirtschaftlichen Schadens ersetzt. Ausgenommen von diesem Vergleich sind Kaufverträge, die erst ab dem 1. Januar 2016 abgeschlossen wurden. „Für Verbraucher, die einen solchen Vertrag haben und ihr Auto wieder an den Verkäufer zurückgeben möchten, gibt es trotzdem eine Chance“, sagt Sibylle Miller-Trach von der Verbraucherzentrale Bayern. Dann nämlich, wenn der Kaufvertrag über einen Kredit finanziert wurde und der Kreditvertrag noch widerrufen werden kann. „In diesem Fall kann auch der Kaufvertrag als sogenannter verbundener Vertrag mit widerrufen werden“, so die Finanzjuristin. Eine Widerrufsmöglichkeit kann auch bei KFZ-Finanzierungsleasingverträgen geprüft werden.

 

Verbraucher können ihren Kredit- oder Finanzierungsleasingvertrag dann noch widerrufen, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist oder Pflichtangaben im Vertrag fehlen. In diesem Zusammenhang spielt das aktuelle Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 26. März 2020 eine Rolle. Das Gericht hat entschieden, dass eine typische Formulierung in der Widerrufsbelehrung nicht den Vorgaben der EU-Verbraucherkreditrichtline entspricht. Damit könnten die meisten Verträge noch widerrufen werden. Allerdings ist noch offen, ob sich die deutschen Gerichte – insbesondere der Bundesgerichtshof – an dieser Rechtsprechung orientieren. „Verbraucher, die sich allein auf die beanstandete Formulierung berufen möchten, sollten derzeit besser noch keine kostenpflichtigen rechtlichen Schritte einleiten“, empfiehlt Sibylle Miller-Trach. Die Verbraucherzentrale Bayern bietet zu diesem Thema eine rechtliche Beratung an. Nähere Informationen sind auf der Homepage unter www.verbraucherzentrale-bayern.de zu finden.

 

Die wichtigsten Schritte nach einem Autounfall

 

Was zu tun ist, wenn es plötzlich kracht

 

Sommerurlaub, Wochenendausflüge, Familienbesuche: Vieles ist jetzt wieder möglich. Die Folge: Mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen und voraussichtlich wieder mehr Unfälle. Wenn es plötzlich kracht, ist der Schock erstmal groß. Welche Schritte dann notwendig sind, weiß Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO.

 

 

Schritte nach einem Autounfall

 

 

 

1. Schritt: Unfallstelle sichern!

 

Das Wichtigste nach einem Unfall: Ruhe bewahren! Es kann helfen, erst ein paarmal tief durchzuatmen, bevor die Beteiligten damit beginnen, die Unfallstelle zu sichern. Dazu als erstes den Warnblinker einschalten und anschließend das Warndreieck aufstellen: In der Stadt 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen 150 Meter von der Unfallstelle entfernt. „Dabei darauf achten, dass das Warndreieck auch an unübersichtlichen Stellen für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar ist“, rät Frank Mauelshagen. Übrigens: Eine Warnweste beim Aufstellen zu tragen, ist in Deutschland zwar keine Pflicht, aber dringend zu empfehlen. Was sonst noch in keinem Auto fehlen sollte, fasst folgende Checkliste zusammen.

 

2. Schritt: Polizei rufen?

 

Ist die Unfallstelle gesichert, umgehend prüfen, ob Personen verletzt wurden. „Die Unfallbeteiligten sind dann verpflichtet, erste Hilfe zu leisten – denn hier kann jede Sekunde zählen“, so der Experte. In Zeiten von Corona sind dabei Handschuhe und ein Mundschutz zu empfehlen sowie eine Herzdruck-Massage statt einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Auch dem Opfer - wenn möglich - einen Mundschutz aufsetzen oder alternativ ein Schal oder Taschentuch über Mund und Nase legen. Außerdem müssen Beteiligte sowohl den Notarzt (112) als auch die Polizei (110) rufen. Doch auch ohne Personenschaden muss die Polizei in bestimmten Fällen verständigt werden: Bei sehr hohen Sachschäden, unklarer Schuldfrage, Fahrerflucht, Unfällen mit einem Mietwagen oder Beschädigung eines parkenden Autos, dessen Halter nicht anwesend ist.

 

3. Schritt: Unfallstelle sichten und dokumentieren!

 

Vor allem, wenn keine Polizei vor Ort ist, sollten die Beteiligten den Autounfall möglichst vollständig und detailliert dokumentieren. „Diese Aufzeichnungen sind notwendig, um den Schaden bei der Versicherung zu melden“, erläutert der Kfz-Experte von ERGO. „Dafür die Unfallstelle umfassend fotografieren. Das heißt: Schäden am eigenen und allen anderen beteiligten Autos, den gesamten Unfallort und das Umfeld aus verschiedenen Perspektiven inklusive Verkehrsschilder, Straßenlaternen sowie – wenn vorhanden – Brems- und Schleuderspuren, Splitter oder abgebrochene Teile.“ In diesem Zusammenhang sollten sich Autofahrer auch die Personalien des Unfallgegners geben lassen, die Ausweisdokumente dabei am besten ebenfalls fotografieren. Denn bei einem Autounfall sind alle Parteien dazu verpflichtet, ihre Personalien auszutauschen.

 

4. Schritt: Unfallbericht erstellen!

 

Fotos alleine sind jedoch nicht immer ausreichend. Um den Unfallhergang korrekt zu rekonstruieren, können die Beteiligten zusätzlich einen sogenannten Unfallbericht erstellen. Ist die Polizei vor Ort, übernehmen das die Beamten. Im Internet finden Autofahrer zum Unfallbericht viele Vorlagen. Mauelshagen rät: „Am besten immer eine Vorlage im Handschuhfach aufbewahren.“ Der Bericht sollte folgende Informationen enthalten:

 

Name und Anschrift der Beteiligten sowie gegebenenfalls des Fahrzeughalters

Ort, Datum und Zeit des Unfalls

Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge

Beschreibung des Unfallhergangs

Angabe aller Schäden

Skizze der Unfallstelle

Versicherungsdaten des Unfallgegners (Versicherer, Vertragsnummer)

Name und Anschrift von Zeugen

Unterschriften aller Beteiligten

Bei der Formulierung ist es wichtig, den Unfallhergang präzise, chronologisch, lückenlos und vor allem sachlich zu beschreiben. „Das heißt, ohne Mutmaßungen und Bewertungen, sondern rein auf Tatsachen beruhend“, erklärt der ERGO Experte. Was viele nicht wissen: Die Unterschrift auf dem Unfallbericht bestätigt nur, dass alle Angaben korrekt sind – sie ist kein Schuldanerkenntnis.

 

5. Schritt: Unfallstelle räumen?

 

Bei kleinen Schäden sollten die Beteiligten die Unfallstelle sofort räumen. „Scherben oder Blechteile müssen sie dabei selbst entfernen“, so Frank Mauelshagen. Vor allem wenn die Unfallstelle den Folgeverkehr aufhält, gilt es schnell zu handeln. Ansonsten riskieren Autofahrer ein Bußgeld. Anders bei Personenschäden oder hohen Sachschäden: Hier muss die Unfallstelle unverändert bleiben, bis die Polizei eintrifft. Ist ein Auto so schwer beschädigt, dass es abgeschleppt werden muss, stellt sich die Frage nach der Werkstatt. Bei Eigenverschulden hängt es von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab, ob sich Autofahrer eine Werkstatt aussuchen können, oder nicht. Bei Fremdverschulden kommt die Versicherung des Unfallgegners oft nur für das Abschleppen zur nächstgelegenen Werkstatt auf.

 

Schaden bei Versicherung melden

 

Unfallbeteiligte müssen einen Unfall so schnell wie möglich ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung melden. Eine telefonische Meldung ist gerade bei kleineren Schäden die beste Möglichkeit, um auch direkt das weitere Vorgehen zu besprechen. Trägt der Unfallgegner die volle Schuld, kann es für den Geschädigten außerdem sinnvoll sein, die Versicherung des Verursachers zu kontaktieren. So kann er sichergehen, dass dieser den Schaden gemeldet hat und erhält zusätzlich Unterstützung durch dessen Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Versicherung hilft dann zum Beispiel in der Beauftragung eines Sachverständigen, bei der Auswahl einer geeigneten Werkstatt sowie bei der Aufrechterhaltung der Mobilität durch einen Mietwagen. Die meisten Versicherungen erwarten die Schadensmeldung innerhalb einer Woche. Die genaue Frist steht in den Versicherungsbedingungen. Die Meldung kann zudem schriftlich und häufig auch online erfolgen. Wer die andere Versicherung nicht kennt, kann sie beim Zentralruf der Autoversicherer unter der Telefonnummer 0800 25 026 00 erfragen. Dazu genügt die Angabe des Kfz-Kennzeichens des Unfallgegners.      

 

Reifenpanne – was tun?

 

Verliert ein Reifen langsam Luft, merken Fahrer das meist an einem fremden Fahrgeräusch, einem Klackern oder einer veränderten Lenkung. Platzt ein Reifen während der Fahrt, gibt es einen Knall. In beiden Fällen gilt: Ruhe bewahren, den Warnblinker einschalten und den Wagen auf dem Seitenstreifen oder einem Parkplatz ausrollen lassen – auf keinen Fall stark bremsen! Anschließend Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen. Bei einem Ersatzrad zunächst prüfen, um was für einen Reifen es sich handelt. Ein Notrad ist schmaler und leichter als ein herkömmlicher Reifen. Damit dürfen Autofahrer nur maximal 80 km/h fahren und müssen es so schnell wie möglich gegen ein normales Rad austauschen. Mit einem vollwertigen Ersatzrad dürfen Autofahrer wie gewohnt weiterfahren. Wer mit einem Pannenset kleine Löcher oder Risse in der Lauffläche des Reifens selbst repariert, sollte die Bedienungsanleitung beachten. Aber auch hier gilt: Vorsichtig und mit geringer Geschwindigkeit bis zur nächsten Werkstatt fahren. Wer keinen Ersatzreifen mitführt oder den Wechsel nicht selbst durchführen möchte, sollte einen Pannendienst verständigen. Auch viele Schutzbriefe beinhalten zum Beispiel Pannenhilfen.

 

Mundschutz gehört jetzt in den Erste-Hilfe-Koffer

 

Im Notfall nicht wegschauen: Unterlassene Hilfeleistung ist auch in Corona-Zeiten strafbar. Wer Verletzten nach einem Unfall helfen will, kann jedoch kaum Abstand halten. Autofahrer sollten ihren Erste-Hilfe-Koffer deshalb um einen Mundschutz und Desinfektionsmittel ergänzen, rät das R+V-Infocenter.

 

Niemand muss sich selbst gefährden

 

Derzeit haben viele Menschen Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus. Dennoch sollten die Zeugen eines Unfalls auch jetzt nicht einfach wegschauen. "Bei einem Herzstillstand oder schweren Blutungen geht es oft um Minuten. Ersthelfer können Leben retten, wenn sie die Blutungen stillen oder mit einer Herzdruckmassage beginnen", sagt Katharina Donner, Beratungsärztin bei der R+V Krankenversicherung und Beraterin des Infocenters der R+V Versicherung. Selbstverständlich muss sich aber niemand selbst gefährden. "Da eine Mund-zu-Mund-Beatmung bei Fremden derzeit riskant ist, können Helfer darauf verzichten. Sie ist für Laien ohnehin nicht zwingend erforderlich."

 

Einmalhandschuhe gehören seit langem in jeden Erste-Hilfe-Koffer. Jetzt ist es sinnvoll, ihn auch mit Mundschutz und Desinfektionsmittel zu bestücken, empfiehlt Donner: "Wer im Kontakt mit anderen Menschen einen Mundschutz anlegt und sich die Hände nach der Hilfeleistung gründlich desinfiziert, verringert die Infektionsgefahr." Augenzeugen, die selbst zur Risikogruppe gehören und deshalb nicht in die Nähe der Verletzten gehen wollen, können trotzdem aktiv werden und den Notruf absetzen, die Unfallstelle absichern und andere zur Hilfeleistung auffordern.

 

Tachobetrug: Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf

 

Jeder dritte Gebrauchte manipuliert

 

Die Corona-Beschränkungen lockern sich allmählich, die Mobilität nimmt zu und auch der Pkw-Markt kommt langsam wieder in Fahrt. Wer jetzt vorhat, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, sollte den Tacho genau unter die Lupe nehmen: Manipulationen am Kilometerzähler können den Preis kräftig in die Höhe treiben.

 

Laut Polizei wird an jedem dritten in Deutschland verkauften Gebrauchtwagen der Tacho manipuliert. Der falsche Kilometerstand führt pro Fahrzeug im Durchschnitt zu einer illegalen Wertsteigerung von 3000 Euro. ADAC Tests haben ergeben: So gut wie keiner der aktuellen Gebrauchtwagen ist manipulationssicher. Bei der Mehrzahl der Autos kann der Kilometerstand mit Hilfe einer Software beliebig verstellt werden - durch Anschluss eines Manipulationsgerätes an die Diagnose-Schnittstelle, die seit etwa dem Baujahr 2000 Vorschrift ist.

 

Der ADAC hat Tipps, wie man sich vor Tachobetrug schützen kann:

 

-  Reparatur-Rechnungen, AU- und TÜV-Berichte, Tankbelege (bei Verwendung einer Tankkarte steht dort der Kilometerstand), Einträge im Inspektionsheft und Ölwechsel-Aufkleber bzw. -Anhänger auf Plausibilität überprüfen. Z.B. wird ein Ölwechsel spätestens alle 30.000 Kilometer fällig.

 

-  Bei Gebrauchtwagenhändlern: Kontakt mit dem Vorbesitzer aufnehmen (Zulassungsbescheinigung Teil II). Mit welchem Kilometerstand wurde das Fahrzeug verkauft? Weitere Vorbesitzer stehen zum Teil im Serviceheft.

 

-  Gebrauchtwagen-Check durchführen lassen in einem ADAC Prüfzentrum oder bei einem ADAC Vertragssachverständigen.

 

-  Nicht nur auf den Kilometerstand, sondern auch auf den Pflegezustand und die Betriebsbedingungen bei den Vorbesitzern achten. Ein Pkw mit wenigen Kilometern, die auf Verschleiß fördernden Kurzstrecken-Fahrten absolviert wurden, kann stärker strapaziert worden sein als ein Fahrzeug mit vielen Kilometern, die vor allem schonend auf Langstrecken gefahren wurden.

 

-  Sich nicht auf Verkäuferangaben wie "Kilometerstand abgelesen" oder "laut Tacho" verlassen, sondern auf der schriftlichen Angabe der "tatsächlichen Laufleistung" im Kaufvertrag bestehen. 

 

Carsharing: Funktioniert meist gut, kann aber teuer werden

 

Fünf von sechs Anbietern mit eigener Flotte schneiden im Carsharing-Test der Stiftung Warentest gut ab. Eine Vermittlungsplattform für Privatautos war jedoch so unzuverlässig, dass das Testurteil Mangelhaft lautet. Je nach Fahrt und Anbieter kann eine Carsharing-Fahrt teuer werden. Der Preisvergleich von test hilft, günstig ans Ziel zu kommen.

 

Ein Kleinwagen kostete im Test für eine Stunde zwischen 4,80 Euro und 15,60 Euro. Für spontane One-Way-Fahrten eignen sich Anbieter ohne feste Stationen, die vor allem in Großstädten präsent sind. Besonders preiswert ist bei kurzen Strecken Sixt Share.

 

Wer Hin- und Rückfahrt machen möchte, zum Beispiel für einen Einkauf im Möbelhaus, fährt günstiger bei den Anbietern mit festen Stationen, zum Beispiel Cambio oder Stadtmobil. Für einen Wochenendausflug ans Meer kann Getaround, ein Vermittlungsportal für Privatautos, sehr günstig sein. Das Portal schneidet im Test befriedigend ab.

 

„Um zu sparen, empfehlen wir, sich bei mehreren Anbietern anzumelden und je nach Strecke den passenden zu wählen“, sagt Testleiterin Anke Scheiber. Insgesamt knapper Testsieger ist Flinkster, das Carsharing-Angebot der Bahn.

 

Von Snappcar, ebenfalls ein Vermittlungsportal für Privatautos, raten die Tester ab. Hier gelang es kaum, ein Fahrzeug zu mieten. Die meisten Autobesitzer lehnten den Buchungswunsch ab oder reagierten gar nicht. Auch gibt es hier sehr deutliche Mängel in der Datenschutzerklärung und deutliche Mängel in den AGB.

 

TÜV, Reparatur und Reifenwechsel: In der Corona-Krise möglich?

 

Was während der Ausgangsbeschränkungen für Fahrzeughalter gilt

Auch während der Corona-Krise müssen Fahrzeughalter darauf achten, dass ihre Autos verkehrstüchtig sind. Zumal sie für viele derzeit besonders wichtig sind, um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Was es aktuell beispielsweise bei TÜV, Reparaturen und Reifenwechsel zu beachten gibt, weiß Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO.

 

 

TÜV: Verlängerte Fristen

 

Die Hauptuntersuchung bestätigt die Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs. Autobesitzer müssen die entsprechenden Termine auch während der Corona-Krise im Blick haben. Aber geht das im Moment überhaupt? Mauelshagen dazu: „Wer jetzt zur Hauptuntersuchung muss, kann sein Fahrzeug beispielsweise bei den großen Prüforganisationen TÜV, GTÜ oder Dekra durchchecken lassen. Möglich ist die Prüfung auch nach wie vor bei autorisierten Werkstätten.“ Termine in Werkstätten, bei denen ein externer Prüfer kommt, können jedoch nicht mehr stattfinden. Einige Prüfstellen haben zudem geänderte Öffnungszeiten oder ihren Betrieb reduziert. Am besten sollten Autofahrer sich im Vorfeld online oder telefonisch über eventuelle Einschränkungen informieren. Das Verkehrsministerium hat den Bundesländern empfohlen, die Frist für die Hauptuntersuchung aufgrund der aktuellen Situation vorübergehend bis zum 30. Juni 2020 zu lockern. „Anstatt der üblichen zwei Monate könnten Fahrzeughalter die Frist dann bis zu vier Monate überziehen, wenn das Bundesland der Empfehlung folgt“, informiert der Kfz-Experte. „Dennoch müssen Autofahrer sicherstellen, dass ihr Fahrzeug weiterhin verkehrssicher ist.“

 

Dringende Reparaturen: Weiterhin erlaubt

 

Ist das Auto im Alltag unentbehrlich, zum Beispiel um zur Arbeit zu kommen, ist bei einem Schaden schnelle Hilfe nötig. Daher dürfen Werkstätten genau wie Pannendienste ihren Betrieb weiterhin aufrechterhalten – aber nur um dringende Reparaturen durchzuführen. Alle anderen Reparaturen sollen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Und nicht jede Werkstatt hat auch geöffnet. „Einige Betriebe sind geschlossen oder arbeiten nur noch im Notfallbetrieb“, so Mauelshagen. „Außerdem können derzeit bei Ersatzteilen Lieferengpässe auftreten.“ Daher auch hier die Empfehlung: Vorher in der Werkstatt anrufen und nachfragen, ob sie die entsprechende Reparatur aktuell durchführen kann. Weil die Kfz-Mechaniker Sicherheits- und Hygienevorschriften einhalten müssen und sie daher aktuell weniger Kunden gleichzeitig bedienen können, sollten Autofahrer für Reparaturen genügend Zeit einplanen.

 

Empfehlungen zum Reifenwechsel

 

Für Sommerreifen gilt die Faustregel: „Von O bis O“ – also von Ostern bis Oktober. In einigen Bundesländern, etwa in Bayern, wo eine verschärfte Ausgangsbeschränkung gilt, ist ein Reifenwechsel derzeit nicht erlaubt. „Bei Temperaturen, die die 20-Grad-Marke nicht weit übersteigen, ist es ohne Weiteres möglich, den Reifenwechsel aufzuschieben“, so Mauelshagen. „Wenn die Temperaturen sommerlich werden, führen Winterreifen aufgrund ihrer speziellen Gummimischung allerdings zu einem weiteren Bremsweg.“ Tipp: Einige Werkstätten bieten einen Hol- und Bringdienst für Reifenwechsel, um den Kundenkontakt auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn der Reifenwechsel dringend ansteht und nicht selbst durchgeführt werden kann, können Fahrzeughalter nachfragen, ob die Werkstatt vor Ort einen solchen Service anbietet.

 

vzbv und VW erzielen Vergleich für betrogene Käufer

 

Ergebnis des außergerichtlichen Vergleichs: VW muss Entschädigungen von geschätzt bis zu 830 Millionen Euro zahlen

 

Mit dem Vergleich erhalten Anspruchsberechtigte Entschädigungsangebote zwischen 1.350 und 6.257 Euro – je nach Modell und Alter des Fahrzeugs.

Volkswagen übernimmt Kosten für individuelle Anwaltsberatung in Höhe von bis zu 190 Euro (netto).

Wer das Angebot nicht annehmen will, kann bis mindestens Oktober Einzelklage erheben.

Fünf Jahre nach Bekanntwerden des Dieselskandals erhält rund eine Viertelmillion betrogener Dieselbesitzer ein Angebot für eine schnelle, transparente und sichere Entschädigung. Auf diesen Vergleich haben sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Volkswagen AG im Rahmen der Musterfeststellungsklage geeinigt.

 

Anspruchsberechtigte Teilnehmer der Musterfeststellungsklage können sich durchschnittlich circa 15 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises von Volkswagen auszahlen lassen. Der Konzern verpflichtet sich, dafür je nach Fahrzeugtyp und Modelljahr Entschädigungssummen von 1.350 bis 6.257 Euro zu zahlen – und plant dafür eine geschätzte Gesamtsumme von 830 Millionen Euro ein. Rund 260.000 Geschädigte werden ein Entschädigungsangebot erhalten. Volkswagen trägt vollständig die Kosten für die Abwicklung des Vergleiches und die Rechtsberatung der Verbraucher.

 

Kontrolle durch unabhängige Wirtschaftsprüfer

 

Unabhängige Wirtschaftsprüfer haben gestern die Höhe der Angebote für plausibel befunden und werden stichprobenartig die Abwicklung des Vergleichs prüfen. Auf eventuelle Ansprüche im Fall eines Entzugs der Betriebserlaubnis oder wenn Hardwarenachrüstungen angeboten werden, muss nicht verzichtet werden.

 

„Der vzbv hat für mehr gestritten. Aber im Rahmen der schwierigen Verhandlungen ist das Ergebnis das maximal Erreichbare. Das Angebot ist nicht großzügig, liegt aber im Rahmen der bisher vor deutschen Gerichten in Individualvergleichen erzielten Entschädigungssummen“, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

 

Verbraucher haben die Wahl

 

Betroffene haben damit eine echte Wahlfreiheit: Sie können den Vergleich annehmen und erhalten so schnell und sicher Geld. Sie können das Vergleichsangebot auch ablehnen. Da der vzbv die Musterfeststellungsklage beendet, können Betroffene dann wiederum bis mindestens Oktober eigene Klagen erheben. Sie sind nicht länger an die Musterfeststellungsklage gebunden.

 

„Die Musterfeststellungsklage hat den großen Vorteil, dass sie kostenlos und ohne großen Aufwand eine gerichtliche Klärung der Ansprüche gegen Volkswagen ermöglicht. Da sie aber leider keine Leistungsklage ist, wäre der Weg bis zu einer Entschädigung auch im Fall erfolgreicher Urteile lang gewesen. Der heutige Vergleich kürzt diese Dauer ganz erheblich ab und führt zu einer schnellen Entschädigung“, sagt Müller. Möglicherweise entscheidet der Bundesgerichtshof bereits in den kommenden Monaten, dass ein Schadensersatzanspruch besteht, aber eine Nutzungsentschädigung abzuziehen ist. „Dann ist Zeit Geld in den Taschen der Verbraucher. Mit jedem gefahrenen Kilometer würden sie dann Ansprüche verlieren.“

 

Diejenigen, die das Vergleichsangebot annehmen möchten, müssen darüber bis zum 20. April 2020 entscheiden: Volkwagen war eine Entscheidung der Betroffenen vor der ersten Verhandlung des Bundesgerichtshofs in Sachen Dieselbetrug wichtig. Am 5. Mai wird der BGH sich mit dem Dieselbetrug befassen. Er wird sich voraussichtlich unter anderem dazu äußern, ob er Schadensersatzansprüche für gerechtfertigt und eine Nutzungsentschädigung für angemessen hält. Ob der BGH Schadensersatzansprüche ablehnt, ob er die bisherige Rechtsprechung bestätigt oder ob er sogar verbraucherfreundlicher urteilt, ist offen. „Wenn Verbraucher individuell klagen möchten, ist das ihr gutes Recht. Betroffene tragen dann allerdings ein gewisses Risiko. Wer weniger Risiko eingehen möchte, kann den Vergleich annehmen“, so Klaus Müller.

 

Vergleich ist transparent und sicher

 

Dem vzbv war es von Beginn der Verhandlungen an wichtig, dass ein Vergleich sicher und transparent abgewickelt wird. „Dieses Ziel haben wir im Sinne der Verbraucher erreicht. Von uns beauftragte, unabhängige Wirtschaftsprüfer kontrollieren per Stichprobe, dass Verbraucher die vereinbarte Summe auch wirklich erhalten,“ so Müller. Für mögliche Streitfragen oder Beschwerden bei der Abwicklung des Vergleiches wird eine Ombudsstelle eingerichtet, die von drei namhaften Persönlichkeiten geleitet werden wird.

 

Kosten für unabhängige individuelle Beratung zahlt VW

 

Verbraucher können sich darüber hinaus von einem Anwalt ihrer freien Wahl beraten lassen. „Für den vzbv war eine freie Anwaltswahl von zentraler Bedeutung“, erklärt Müller. Die für die Erstberatung üblichen Kosten von bis zu 190 Euro (netto) trägt Volkswagen, wenn der Verbraucher den Vergleich annimmt. Wenn sich der Verbraucher hingegen nach einer Beratung entschließt, den Anwalt mit einer Klage zu beauftragen, entstehen diese Kosten in der Regel nicht. „Verbraucher sollten sich von Anwälten beraten lassen, die sich mit Diesel-Verfahren auskennen“, so Müller.

 

Kein Vergleichsangebot werden Dieselbesitzer bekommen, die ihr Auto nach dem 31.12.2015 erworben oder zum Zeitpunkt des Kaufs ihren Wohnsitz nicht in Deutschland hatten. „Wir finden zwar, dass auch diese Menschen Ansprüche haben. Die Grundlagen dafür sind aber so individuell, dass sie im Rahmen einer Musterklage nicht hätten geklärt werden können“, sagt Müller.

 

„Der vzbv hat gegen Volkswagen die erste Massenklage dieser Größenordnung in Deutschland geführt. Dass sie allen Widrigkeiten zum Trotz dazu führt, dass mehr als eine Viertelmillion Geschädigter ein schnelles und unkompliziertes Entschädigungsangebot erhält und die Verjährung vieler weiterer Ansprüche gehemmt wurde, ist ein wichtiger Erfolg“, erklärte Müller.

 

Ab 1. Februar: Jahresvignetten 2019 nicht mehr gültig

 

Empfindliche Strafen bei fehlender oder ungültiger Vignette

 

Ab 1. Februar: Jahresvignetten 2019 nicht mehr gültig / Empfindliche Strafen bei fehlender oder ungültiger Vignette

 

Wer viel in den Nachbarländern Österreich, Schweiz und Tschechien oder in Slowenien unterwegs ist, aber noch keine neue Jahresvignette hat, sollte sich beeilen: Die Vignetten aus 2019 sind nur noch bis Freitag, den 31. Januar 2020, gültig. Dies gilt auch für die digitalen Jahresvignetten für Österreich. Ab 1. Februar werden ausschließlich die neuen Vignetten für 2020 anerkannt.

 

Wer keine gültige Vignette vorweisen kann oder sie nicht richtig an der Windschutzscheibe angebracht hat, muss mit teils hohen Geldbußen rechnen. Am teuersten wird es in Slowenien, wo bis zu 500 Euro fällig werden können. In Österreich kosten solche Mautvergehen mindestens 120 Euro - Manipulationen an der Vignette doppelt so viel. In der Schweiz sind rund 180 Euro zuzüglich Vignettenkosten und in Tschechien Summen ab 200 Euro zu zahlen.

 

Vignettenpreise 2020

 

In Österreich haben sich 2020 die Mautgebühren erhöht. Der neue Preis für die Pkw-Jahresvignette beträgt 91,10 Euro (+ 1,90 Euro), für zwei Monate 27,40 Euro (+ 60 Cent), und das 10-Tages-Pickerl kostet jetzt 9,40 Euro (+ 20 Cent). Die gleichen Preise gelten auch für die digitalen Vignetten. In der Schweiz wurde die Jahresvignette für Autofahrer aus Deutschland aufgrund des Wechselkurses um 1,50 Euro teurer und kostet seit Dezember 38,00 Euro. In Slowenien bleiben die Preise weiterhin stabil: Für ein Jahr Pkw-Maut werden 110 Euro fällig, für einen Monat 30 Euro und für sieben Tage 15 Euro. Die Kosten für die Maut in Tschechien betragen für die Jahresvignette 60,50 Euro (+ 50 Cent), für einen Monat 18,00 Euro (+ 50 Cent) und für 10 Tage unverändert 12,50 Euro.

 

Pkw-Neuzulassungen: Anteil alternativer Antriebe steigt

 

Der Markt für Fahrzeuge mit alternativem Antrieb wie Strom oder Gas wächst weiter: In den ersten drei Quartalen 2019 hat sich die Zahl der Neuzulassungen von Elektro-, Hybrid-, Flüssiggas- und Erdgasantrieben um 65,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöht. Der Anteil neu zugelassener Fahrzeuge mit alternativen Antrieben stieg damit bis Ende September auf 8,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 5,1 Prozent gelegen. Auch im Oktober 2019 setzte sich dieser positive Trend fort. Erstmals erreichten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben einen zweistelligen Anteil an den Pkw-Zulassungen (11,3 Prozent). Das sind die wichtigsten Ergebnisse des dena-Monitoringberichts "Alternative Antriebe in Deutschland (2/2019)".

 

Insgesamt gab es in den ersten drei Quartalen 2019 2,5 Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahreszeitraum. Wesentlicher Treiber des Marktwachstums alternativer Antriebe sind SUVs und Wagen der oberen Mittelklasse. So wurden in den ersten drei Quartalen 2019 die meisten Fahrzeuge mit alternativem Antrieb in der Klasse der SUVs (43.164 Pkw), gefolgt von der oberen Mittelklasse (41.449 Pkw) und der Mittelklasse (37.966 Pkw) zugelassen.

 

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung sieht in den Neuzulassungen des aktuellen Jahres zwei Trends: "Positiv ist das weiterhin steigende Interesse an alternativen Antrieben. Konterkariert wird das jedoch durch den weiterhin starken Absatz von Neuwagen mit hohem Kraftstoffverbrauch. Hier muss die Politik gegensteuern. Fördermaßnahmen für elektrifizierte Antriebe und ein CO2-Preis von 35 Euro die Tonne in sechs Jahren werden keine ausreichende Lenkungswirkung hin zu effizienteren Fahrzeugen bewirken. Allerdings enthält das Klimapaket auch Maßnahmen, die eine entsprechende Wirkung entfalten können wie zum Beispiel die CO2-Komponente bei Dienstwagen und die KFZ-Steuer. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Regelungen den gewünschten Erfolg bringen oder ob hier nachjustiert werden muss."

 

Diesel legt erstmals wieder zu - Top-Seller aus Deutschland

 

Der Anteil der Neuzulassungen von Pkw mit Benzinantrieb verringerte sich in den ersten drei Quartalen 2019 um 5,5 Prozent auf 59,5 Prozent. Die Diesel-Neuzulassungen stiegen um 3,6 Prozent auf insgesamt 885.856 Pkw. Damit haben Diesel ihren Marktanteil in den ersten drei Quartalen 2019 erstmals seit 2015 wieder erhöht (um 1,0 Prozent auf 32,3 Prozent; Vergleichszeitraum sind die ersten drei Quartale 2015). Die Top-Seller der in Deutschland neu zugelassenen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben stammen in den ersten drei Quartalen 2019 mehrheitlich von deutschen Herstellern (64 Prozent). Besonders hoch ist der deutsche Hersteller-Anteil bei den Hybriden mit Ladesteckern (86 Prozent).

 

Elektroautos und Hybride Treiber für Marktwachstum - Flüssiggas-Pkw legen zu

 

Das größte absolute Wachstum alternativer Antriebe verzeichneten erneut Hybridfahrzeuge ohne Ladestecker (HEV), deren Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 90,76 Prozent auf 136.865 Pkw stiegen (+65.119 Pkw). Ihr Marktanteil beträgt nun 5,0 Prozent gegenüber 2,7 Prozent im Vorjahr. Die Anzahl der Hybride mit Ladestecker (PHEV) stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 3,6 Prozent auf 26.487 neu zugelassene Fahrzeuge (2018: 25.567). Ihr Marktanteil bleibt mit 0,97 Prozent nahezu unverändert (+0,01 Prozent). Die Neuzulassungen batterieelektrischer Antriebe (BEV) erhöhten sich in den ersten drei Quartalen 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94,93 Prozent auf 47.903 Pkw (+23.329 Pkw) und übertrafen damit bereits Ende September die Neuzulassungszahl des Gesamtjahrs 2018 deutlich (36.062 Pkw). Ihr Marktanteil steigt von 0,92 Prozent auf 1,75 Prozent. Die Neuzulassungen von Erdgas-Fahrzeugen (CNG) sind nach einem sehr starken Jahr 2018 wieder zurückgegangen und liegen bis September 2019 bei 5.237 Fahrzeugen (2018: 10.057 Pkw). Die Neuzulassungen von Flüssiggas-Fahrzeugen stiegen auf 6.950 Pkw (+ 3.616 Pkw) und verzeichneten mit +108,46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum das größte relative Wachstum. Der Marktanteil verdoppelte sich entsprechend auf 0,25 Prozent. Brennstoffzellen-Pkw erreichen mit 151 Pkw einen Marktanteil von 0,01 Prozent.

 

Stärkstes Marktwachstum in Thüringen und Hamburg, höchster Anteil in Berlin, größter Markt in Bayern

 

In den ersten drei Quartalen 2019 wurden die meisten Pkw mit alternativen Antrieben erneut in Bayern (54.763 Pkw), Nordrhein-Westfalen (43.164 Pkw) und Baden-Württemberg (37.099 Pkw) neu zugelassen. Dies sind auch gleichzeitig die drei Bundesländer mit dem höchsten Anteil von Hybriden mit und ohne Ladestecker. Das größte relative Marktwachstum erzielten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben in Thüringen (+143,1 Prozent, 4.570 Pkw) und Hamburg (+108,9 Prozent, 8.783 Pkw). Den höchsten Anteil an Neuzulassungen mit alternativen Antrieben hat Berlin (11,2 Prozent), gefolgt von Bremen (9,9 Prozent) und Bayern (9,8 Prozent). Bei den reinen batterieelektrischen Pkw hat Thüringen (4,1 Prozent) vor Berlin (2,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (2,5 Prozent) die höchsten Neuzulassungsanteile. Die hohen Zahlen in Thüringen sind auf die Flottenzulassung eines großen Carsharing-Unternehmens zurückzuführen.

 

Elektroautos und E-Scooter im Winter: Stromer-Pkw schon beim Laden heizen

 

Fahren im Winter stellt Elektroautos und E-Scooter vor besondere Herausforderungen.

 

Nicht nur das Laden der Batterie unterliegt speziellen Bedingungen, auch das Anfahren auf Eis und Schnee ist bei E-Mobilen anders als auf trockener Fahrbahn. Was im Einzelnen wichtig ist:

 

Die ADAC Experten haben ermittelt, dass die Reichweite eines Elektroautos im Winterbetrieb 50 Prozent geringer ist. Denn bei niedrigen Temperaturen benötigen nicht nur Lüftung und Fahrzeugbeleuchtung mehr Energie als im Sommer. Zusätzlich ziehen Innenraum-, Heck- und Frontscheiben- sowie Sitz- und Lenkradheizung Energie aus dem Akku. Was für Elektroautos allgemein gilt - nämlich immer eine Reichweitenreserve mit einzuplanen - ist in der kalten Jahreszeit daher umso wichtiger. Batterien verfügen bei Kälte generell über weniger Kapazität. Außerdem: Niedrige Temperaturen reduzieren nicht nur die Reichweite, sondern können auch die Ladezeit verlängern. Ein Tipp: Das E-Auto bereits beim Laden heizen, dann kommt die Energie über das Ladekabel und nicht aus der Antriebsbatterie.

 

Auch das Fahren selbst ist bei einem Stromer mit seinem direkten Drehmoment im Winter tückischer. Gerade beim Anfahren sollte man daher in den Eco-Modus schalten, weil der Motor dann nur eine verringerte Kraft auf die Räder überträgt und das Auto damit besser - und auch sparsamer - vorankommt.

 

Für E-Scooter gilt zum Teil Ähnliches: Auch hier sinkt bei niedrigen Temperaturen die Reichweite des Akkus. Dieser hält zwar laut Hersteller einer Temperatur bis zu minus 20 Grad Celsius stand, sollte aber in beheizten Räumen geladen werden. Für einen besseren Grip auf der Fahrbahn ist es ratsam, eine geringere Geschwindigkeitsstufe bzw. - falls vorhanden - eine Antriebsunterstützung vorzuwählen. Hilfreich ist es auch, den Luftdruck in den Reifen zu senken.

 

Für die Fahrweise empfiehlt es sich generell, die Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anzupassen und sich auf einen erhöhten Bremsweg einzustellen. Insbesondere die Vorderradbremse sollte man behutsam einsetzen bzw. auf Glatteis möglichst überhaupt nicht bremsen oder lenken.

 

Auto ist nicht gleich Auto - vor dem Kauf auf Folgekosten achten

 

Für 84 Prozent der Autofahrer in Deutschland sind die Folgekosten ein wichtiges oder sehr wichtiges Kriterium beim Kauf eines neuen Autos. Damit spielen sie bei der Kaufentscheidung eine größere Rolle als die Umweltverträglichkeit (79 Prozent) oder die Komfortausstattung (54 Prozent) des Fahrzeugs. Das ergab eine aktuelle forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt. Zu den Folgekosten zählen unter anderem Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge. Dabei ist zu beachten: Die Versicherungsbeiträge können stark variieren, beispielsweise je nach Modell und Wohnort des Fahrzeughalters. CosmosDirekt gibt Tipps, worauf bei Folgekosten grundsätzlich zu achten ist.

 

Anfang November gab das Kraftfahrt-Bundesamt bekannt, dass im Vormonat insgesamt 284.593 PKWs zugelassen wurden - ein Plus von über zehn Prozent zum Vorjahresmonat. Damit der Autokauf im Nachhinein nicht zu einer Überraschung führt, empfiehlt sich im Vorfeld eine Prüfung von anfallenden Steuern und Versicherungsbeiträgen. "Jede Käuferin und jeder Käufer sollte sich vor der Unterschrift informieren, mit welchen Folgekosten sie oder er zu rechnen hat", rät Kfz-Versicherungsexperte Roman Wagner von CosmosDirekt. Was Fahrzeughalter über Folgekosten wissen sollten:

 

1. SO BERECHNET MAN DIE KFZ-STEUER

 

"Um die Kosten für die KFZ-Steuer im Vorfeld ermitteln zu können, sind folgende Parameter wichtig: Das Datum der Erstzulassung, die Motorart (Otto-, Diesel-, oder Wankelmotor), der Hubraum in ccm und bei Modellen mit Erstzulassung ab 01.07.2009 noch der CO2-Wert (zuvor: die Emissionsklasse). Alle diese Informationen findet man in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) des Fahrzeugs. Ganz allgemein kann man sagen: Je geringer der Hubraum bzw. der CO2-Ausstoß eines Autos, desto preiswerter wird die Kfz-Steuer. Für die konkrete Berechnung hat das Bundesministerium der Finanzen einen Kfz-Steuer-Rechner im Internet zur Verfügung gestellt."

 

2. TEIL- ODER VOLLKASKO

 

"Beide Versicherungen ersetzen Schäden am eigenen Auto. Allerdings unterscheiden sie sich in den Leistungen: Die Teilkaskoversicherung reguliert üblicherweise Schäden, die durch Sturm, Blitzschlag oder Hagel sowie Brand, Explosion, Überschwemmung, Diebstahl, Glasbruch, Marderbisse oder Zusammenstöße mit Haarwild oder Tieren aller Art entstanden sind. Die Vollkaskoversicherung beinhaltet die Teilkasko und übernimmt darüber hinaus beispielsweise auch Schäden, die durch - auch selbstverschuldeten - Unfall, Vandalismus oder Fahrerflucht verursacht wurden. Dabei muss eine Vollkasko nicht immer teurer als eine Teilkasko sein, denn in der Vollkasko sichern sich unfallfreie Fahrer einen Schadenfreiheitsrabatt, den es in der Teilkasko nicht gibt. Unterm Strich kann so der Vollkaskoschutz sogar günstiger sein."

 

3. RABATTSCHUTZ KANN SICH LOHNEN

 

"Billig ist nicht immer gut, im Schadenfall kann es ganz schön teuer werden. Beispielsweise enthalten einige Versicherungsangebote nicht den Rabattschutz. Dieser verhindert jedoch, dass der Versicherungsbeitrag im nächsten Jahr infolge eines für den Schadenfreiheitsrabatt üblicherweise rückstufungsrelevanten Schadens ansteigt. Daher sollte ein Rabattschutz - sowohl bei der Wahl der Kfz-Haftpflicht- als auch bei der Vollkaskoversicherung - immer mit in Erwägung gezogen werden."

 

4. TREUE ZAHLT SICH AUS

 

"Bei der Vereinbarung einer Werkstattbindung kann man sowohl in der Teil- als auch in der Vollkasko von niedrigeren Beiträgen und Zusatzleistungen wie einem Abholservice profitieren. Eine Fahrzeugreparatur erfolgt in diesem Fall in einer qualifizierten und zertifizierten Partnerwerkstatt des Kfz-Versicherers. Außerdem ist eine Unfallabwicklung mit Werkstattbindung oft stressfreier und bequemer für den Versicherungskunden, weil die Abwicklung der Reparatur zu einem großen Teil vom Versicherer übernommen wird."

 

5. WOHNORT UND MODELL SIND WICHTIG

 

"Zwei wichtige Merkmale bei der Bestimmung der Versicherungsbeiträge sind die - immer wieder jährlich überprüften - Kfz-Regional- und die Pkw-Typklassen. In Deutschland gibt es verschiedene Regionalklassen. Diese geben an, wie hoch die Schadenbilanz eines der 413 deutschen Zulassungsbezirke ist, in denen der Wohnort des Fahrzeughalters liegt, und welches Versicherungsrisiko sich damit verbindet. Zu den herangezogenen Daten gehören u. a. das Fahrverhalten aller Autofahrer der jeweiligen Region, das Verhältnis zwischen Anzahl der Schäden und zugelassener Fahrzeuge sowie die durchschnittliche Schadenshöhe. Für die Kaskoversicherung werden auch die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelschäden und die Anzahl der Wildunfälle berücksichtigt. Je niedriger die Regionalklasse, desto günstiger der Versicherungsbeitrag. In den Kfz-Typklassen erfassen die Versicherungen wiederum die Schaden- und Unfallbilanz aller Automodelle, die in Deutschland zugelassen sind - aktuell über 30.000 unterschiedliche Modelle. Bewertet werden die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre. Das heißt, je öfter ein bestimmtes Modell in Unfälle verwickelt wird, desto höher ist die Typklasse und der Versicherungsbetrag für ein Fahrzeug dieses Typs."

 

Schnee und Sommerreifen passen nicht zusammen

 

Temperaturen und Schneefallgrenzen sinken: Zeit über Winterreifen nachzudenken. Zwar gibt es keine verbindliche Winterreifenpflicht, aber die Straßenverkehrsordnung (§2 Absatz 3a der StVO) fordert von Verkehrsteilnehmern, ihre „Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen“, so die Experten der HUK-Coburg. Und mittlerweile hat der Gesetzgeber diese freie Formulierung auch konkretisiert: Autofahrer müssen bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte Winterreifen aufgezogen haben.

 

Was einen Reifen zum Winterreifen macht? Sein Profil und seine Lauffläche sind so konstruiert, dass er bei Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften als ein Sommerreifen hat. Technische Details müssen Autofahrer beim Kauf nicht kennen.

 

Es genügt auf ein Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zu achten. Neu ist, dass Reifen mit der Kennzeichnung M+S nicht mehr in jedem Fall genügen. Und um als wintertauglich zu gelten, müssen sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sein. Diese Ausnahmeregelung hat bis zum 30. Dezember 2024 Bestand.

 

Wer die Winterreifen-Regelung missachtet, riskiert ein Bußgeld und Punkte in Flensburg. Einen Punkt und ein Bußgeld von mindestens 60 Euro kassieren alle, die die Polizei bei Winterwetter mit Sommerreifen antrifft. Wird der Verkehr durch die falschen Reifen gefährdet werden 80 Euro Bußgeld und ein Punkt fällig. Aber auch dem Halter, der eine Fahrt mit falscher Bereifung zulässt, droht ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ein Punkt.

 

Versicherungsschutz nicht gefährden

 

Bei einem Unfall nicht auszuschließen, sind Konsequenzen beim Versicherungsschutz. Insbesondere wenn Schneematsch schon wochenlang für Behinderungen auf den Straßen gesorgt hat. Natürlich reguliert die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Unfallverursachers immer den Schaden des Opfers. Allerdings kann sie den eigenen Versicherungsnehmer, der ohne Winterreifen unterwegs war, im Nachgang mit bis zu 5.000 Euro in Regress nehmen.

Aber auch beim Unfallopfer kann falsche Bereifung durchaus zum Problem werden: Lässt sich nachweisen, dass dessen fehlende Winterausrüstung ursächlich für den Unfall war – weil sich zum Beispiel der Bremsweg drastisch verlängert hat – muss das Unfallopfer mit einer Mithaftung rechnen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers ersetzt den Schaden nicht komplett, sondern nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz. Besonders prekär kann sich das bei Personenschäden auswirken, wenn es um Schmerzensgeld, Verdienstausfall oder Rentenzahlungen geht.

Fazit: Sommerreifen und winterliche Straßenverhältnisse passen nicht zusammen. Wer das ignoriert, riskiert neben den Folgen beim Versicherungsschutz auch rechtliche Konsequenzen, insbesondere wenn durch den Unfall Personen verletzt wurden.

 

Höchstgeschwindigkeit

 

Nicht immer entspricht die maximale Geschwindigkeit, die man mit den montierten Winterreifen fahren darf, der Höchstgeschwindigkeit des Autos: Winterreifen sind weicher als Sommerreifen. Fährt man schneller als erlaubt, erhitzt sich die Karkasse (das tragende Gerüst des Reifens), kann der Reifen platzen. Beim Räderwechsel in der Werkstatt sollte man darauf achten, dass auf einem Zettel am Armaturenbrett die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Reifen vermerkt ist oder die elektronische Anzeige des Fahrzeugs entsprechend eingestellt wird. Selbstverständlich sollten Reifengrößen verwendet werden, die vom Fahrzeughersteller vorgeschrieben sind. Und noch etwas ist wichtig, die Profiltiefe der Winterreifen. Mindestens 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber vor. Experten empfehlen zur eigenen Sicherheit aber 4 Millimeter, so die HUK-Coburg.

 

 

Bei falscher Bereifung drohen Auswirkungen auf den Kfz-Versicherungsschutz

 

Noch lässt der Winter in Deutschland auf sich warten, aber spätestens, wenn Frost und Schnee Einzug halten, sollten Autofahrer*innen an die Winterbereifung denken. Einen Stichtag, bis zu dem die Winterreifen aufgezogen sein müssen, gibt es nicht, aber Autofahrer*innen müssen ihr Fahrverhalten den Witterungseinflüssen anpassen – und dazu gehört auch eine ordnungsgemäße Bereifung. „Wer bei Eis und Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert im Schadenfall deutliche Leistungskürzungen in der Kaskoversicherung“, warnt Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV).

 

Verursacht man bei widrigen Witterungsverhältnissen einen Unfall, prüft der Versicherer, ob die/der Fahrer*in grob fahrlässig gehandelt hat – also zum Beispiel mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist oder eben keine passende Bereifung benutzt hat. Dann kann es bei einem Kaskoschaden am eigenen Auto zu einer Leistungskürzung kommen. „Unser Tipp: Versicherte sollten beim Abschluss einer Kaskoversicherung immer darauf achten, dass der Versicherer auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichtet. Dann nimmt der Versicherer im Schadenfall keinen Abzug der Leistung vor, sondern zahlt generell 100 Prozent“, erläutert Boss.

 

Zahl der Autodiebstähle auf Rekordtief

 

Autodiebe haben im vergangenen Jahr 15.037 kaskoversicherte Autos gestohlen. Das waren 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Pkw-Diebstähle sank damit auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

 

Hoch im Kurs bei Autodieben sind insbesondere SUVs und teure Limousinen.

 

Mitte der 90er-Jahre hatten die Versicherer noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr registriert. Weiter gestiegen ist hingegen der wirtschaftliche Schaden für die Bestohlenen: Nach dem heute veröffentlichten Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zahlten die Versicherer für jeden Diebstahl im Durchschnitt mehr als 19.800 Euro (plus sieben Prozent). Insgesamt verursachten Autodiebe im Jahr 2018 Schäden von 298 Millionen Euro.

 

Jeder fünfte Diebstahl passiert in Berlin

 

Im Vergleich der Bundesländer und Großstädte hatte Berlin erneut die mit Abstand höchste Diebstahlrate. Hier wurden im Laufe des vergangenen Jahres 2.877 Pkw gestohlen, die Diebstahlquote lag bei 3,1 von 1.000 kaskoversicherten Pkw. Ebenfalls vergleichsweise hohe Diebstahlraten ergaben sich für Leipzig (1,5), Hamburg (1,4) und Hannover (1,0). Deutlich geringer war die Diebstahlgefahr im Süden der Republik. So wurden in Bayern und Baden-Württemberg zusammen nicht einmal halb so viele Autos geklaut wie allein in Berlin.

 

SUVs und Luxuslimousinen im Visier der Autodiebe

 

Bei den Kriminellen hoch im Kurs standen insbesondere SUVs und teure Limousinen. Das 2018 am häufigsten gestohlene Modell war der Mazda CX-5 2.2 D AWD; unter den „Lieblingen der Autodiebe“ fanden sich gleich mehrere X-Modelle von BMW.

 

Welche Versicherung zahlt bei einem Autodiebstahl?

 

Wenn das Auto gestohlen wurde, ersetzt die Teilkaskoversicherung den entstandenen Schaden. Auch wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, wird entschädigt, denn die Teilkasko ist automatisch in der Vollkasko inbegriffen. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt hat ein Autodiebstahl keinen Einfluss.

 

Wie können sich Autofahrer schützen?

 

Ausführliche Hinweise zum Schutz vor Autodiebstählen gibt die Polizei unter diesem Link: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl-und-einbruch/diebstahl-rund-ums-kfz/tipps/#panel-1652-0

 

Von Oktober bis Ostern: so wird das Auto sicher für den Winter

 

Der Oktober bedeutet nicht nur Herbst, Kastanien und Erntedank. Beim „O“ klingelt es auch vielen Autofahrern im Kopf: Von „O bis O“ nämlich, also von Oktober bis Ostern ist der empfehlenswerte Zeitraum für das Fahren mit Winterreifen. Gesetzlich vorgeschrieben ist diese Spanne nicht, wohl aber gilt in der Straßenverkehrsordnung (StVO) die situative Winterreifenpflicht. Wer trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen fährt, hat bei einem Unfall ein Problem mit seiner Versicherung, so der ADAC.

 

Falsche Bereifung gefährdet Kaskoschutz

 

Die StVO schreibt vor, dass bei winterlichen Verhältnissen – also bei Glatteis, Eis- und Schneeglätte – Winterreifen zum Fahren aufgezogen sein müssen. Wessen Auto dann noch sommerlich unterwegs ist, handelt laut dem Gesetzgeber grob fahrlässig – im Falle eines Unfalls muss ein Versicherungsnehmer dann mit einer Leistungskürzung seiner Kaskoversicherung rechnen. Ähnliche Auswirkungen hat die Fahrlässigkeit auf den Haftpflichtschutz, die den Schaden eines eventuellen Unfallgeschädigten auffängt. Die Winterreifenpflicht soll diesen Folgen gleich vorbeugen. Deshalb zahlt ein bei Eis und Schnee erwischter Sommerreifenfahrer 60 Euro und erhält einen Punkt im Fahrerlaubnisregister in Flensburg. Zusätzlich – viele wissen das nicht – haftet der Fahrzeughalter: Auch er kassiert einen Punkt und muss sogar 75 Euro bezahlen.

 

Zu erkennen sind Winterreifen am sogenannten „Alpine-Symbol“ – ein Berg mit einer Schneeflocke. Zusätzlich gelten bis zum 30. September 2024 Reifen mit M+S-Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind.

 

Profiltiefe beachten

 

In der Werkstatt prüfen die Profis, aber wer die Winterbesohlung seines Autos selbst durchführt, muss auch auf die nötige Profiltiefe achten: Mindestens 1,6 Millimeter sollten noch da sein, der ADAC empfiehlt eher 4 Millimeter. Motorräder sind übrigens von der situativen Winterreifenpflicht ausgenommen. Sie müssen nach eigenem Ermessen einschätzen, ob eine Fahrt bei aktuellen Wetterverhältnissen sicher ist. Verursachen sie aufgrund schlechter Bereifung einen Unfall, haften Biker aber genauso wie Autofahrer bzw. hat das die gleichen Auswirkungen auf ihren Fahrzeugversicherungsschutz.

 

Batterie noch stark genug?

 

Auch das restliche Fahrzeug sollte auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Minusgerade nämlich machen vor allem der Batterie zu schaffen. Ist sie noch leistungsfähig genug? Mithilfe eines Multimeters kann das jeder selbst nachprüfen. Für einen ersten Eindruck: Dauert das Anlassen merklich länger oder reduziert sich die Lichthelligkeit nach wenigen Sekunden, sind das Anzeichen einer alternden Batterie und die Fahrt in die Werkstatt ist empfehlenswert.

 

Ebenfalls in gutem Zustand sein sollten die Wischerblätter und Fenster- bzw. Türdichtungen. Erstere sorgen für eine klare Sicht ohne Schlieren, letztere reduzieren die Feuchtigkeit im Auto und damit das Beschlagen der Scheiben.

 

Wildunfall - was tun?

 

In den dunklen Herbstmonaten Oktober bis Dezember kommt es häufig zu Wildunfällen. Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild – wie Rehe und Wildschweine – verursacht werden, begleicht die Teilkaskoversicherung. Manche Anbieter zahlen sogar bei Zusammenstößen mit Tieren jeglicher Art. „Das erleichtert die Beweislast und beschleunigt die Schadenregulierung“, erklärte Schadenexpertin Margareta Bösl von der uniVersa Versicherung und gibt fünf Tipps, wie man sich nach einem Unfall verhalten sollte. Erstens: Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern. Zweitens: Polizei anrufen, die den zuständigen Förster oder Jagdpächter informiert. Drittens: Das verletzte oder getötete Tier möglichst nicht anfassen, sondern auf den Förster/Jagdpächter warten. Viertens: Fotos von der Unfallstelle aufnehmen und Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Fünftens: Den Schaden der Versicherung melden. „Wer einen Kfz-Schutzbrief mitversichert hat, kann vom Versicherer auch eine kostenfreie Pannen- und Unfallhilfe in Anspruch nehmen sowie das Abschleppen und Bergen organisieren lassen“, so Bösl.

 

Winterreifen und Ganzjahresreifen: Profiltiefe entscheidend

 

TÜV Rheinland: Ganzjahresreifen eher Kompromisslösung

Wintertauglichkeit nur bis 4 Millimeter Profiltiefe garantiert

 

Wenn die Witterung für matschige oder glatte Straßen sorgt, ist für Autofahrer der Wechsel auf wintertaugliche Reifen Pflicht. Um sich den Austausch auf Winterreifen zu ersparen setzen einige Fahrzeughalter auf Ganzjahresreifen. "Ebenso wie reine Winterreifen sind Ganzjahresreifen mit einem Schneeflockensymbol gekennzeichnet. Das heißt, dass der Hersteller die Wintertauglichkeit des Reifens zusichert. Der Reifen greift bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius nachweislich besser auf der Straße", erklärt Thorsten Rechtien, Kfz-Experte bei TÜV Rheinland.

 

Profiltiefe unbedingt messen

 

Doch Ganzjahresreifen sind laut Rechtien immer eine Kompromisslösung. Wer einen Ganzjahresreifen fährt, sollte besonders beachten: Hersteller garantieren die Wintertauglichkeit der Reifen nur bis zu einer Profiltiefe von vier Millimetern. "Wer seine Reifen während des ganzen Jahres fährt, hat diese Profiltiefe natürlich schneller erreicht als jemand, der zwischen Winter- und Sommerreifen wechselt. Grob geschätzt verlieren Reifen einen Millimeter Profiltiefe pro 10.000 Kilometer", so Rechtien. Sein Tipp daher: Zu Beginn der Wintersaison unbedingt die Profiltiefe prüfen. Sind es weniger als vier Millimeter, verliert der Reifen an Griff und wird der Bremsweg bei Schnee und Eis länger - egal, ob Ganzjahresreifen oder reiner Winterreifen.

 

Als abgefahren und nicht mehr verkehrssicher gilt ein Reifen, wenn er weniger als die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweist. Ob die Profiltiefe noch genügt, lässt sich bei vielen Reifen an der Reifenverschleißanzeige (Tread Wear Indicator, TWI) erkennen. Diese ist durch ein Dreieckssymbol an der Flanke der Reifen gekennzeichnet. Ansonsten genügt ein einfacher Profiltiefenmesser.

 

Altersbedingte Beschädigungen bei Hauptuntersuchung geprüft

 

Ebenfalls wichtig ist das Alter der Reifen. Die Härtung und damit Alterung der Reifen wird unter anderem davon bestimmt, ob Fahrzeughalter ihr Auto in der Regel in einer Garage oder draußen parken und wie sie diese bei Nichtnutzung lagern. "Starke UV-Einstrahlung führt beispielsweise dazu, dass Reifen schneller aushärten. Eine allgemeingültige Lebensdauer von Reifen lässt sich daher nicht nennen", so Rechtien. Ob ein Reifen altersbedingte Beschädigungen aufweist, prüfen zum Beispiel die Experten von TÜV Rheinland bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung. Immer gültig ist ein weiterer Tipp von TÜV Rheinland-Experte Rechtien: "Der Luftdruck muss stimmen. Die entsprechenden Werte sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs und häufig im Tankdeckel oder im Einstiegsbereich zu finden. Hier auch dringend die Werte für Voll- oder Teilbeladung beachten. Nur so ist die optimale Sicherheit gewährleistet."

 

E-Auto: Wie gut ist die Beratung beim Kauf?

 

Der Wissensbedarf in punkto Elektromobilität ist hoch - insbesondere im Vorfeld einer Kaufentscheidung. Umso wichtiger ist eine korrekte, fachkundige und faire Beratung. Vor diesem Hintergrund hat der ADAC die Qualität der Beratung in 40 Autohäusern in Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart getestet.

 

Nach Herstellern differenziert erhalten BMW-Händler die besten Bewertungen. Die untersuchten BMW-Händler überzeugten mit der kompetentesten Beratung. Die Bayern verkaufen ihren i3 bereits seit sechs Jahren, so dass sie auf reichlich Erfahrung mit E-Autos zurückgreifen können. Entsprechend professionell präsentierten alle besuchten Autohäuser ihr Angebot - inklusive Wallboxen, Installationsservice oder Zugang zu öffentlichen Ladesäulen.

 

Auf den weiteren Rängen finden sich mit Renault und Nissan ebenfalls Hersteller mit langjähriger Erfahrung beim E-Autoverkauf. Am unteren Ende stehen mit Hyundai, Mercedes-Benz und Kia Hersteller, deren Händler unter der mangelnder Fahrzeugverfügbarkeit und langen Lieferzeiten leiden. So haben es selbst motivierte Verkäufer schwer, ein Fahrzeug zu bewerben, das nicht im Verkaufsraum steht oder quasi nicht erhältlich ist.

 

Die regionale Betrachtung zeigt, dass die Elektromobilität in der Region um Stuttgart (Durchschnittsnote 2,3) am besten aufgestellt ist, während in Köln und Hamburg (Note 3,2) noch Verbesserungspotenzial besteht. Für das gute Ergebnis der Stuttgarter könnten Förderprojekte und die Diskussionen um Fahrverbote ursächlich sein.

 

Erfreulich: kein einziger Verkäufer versuchte, unserem Tester das gewünschte E-Auto auszureden. Alle Beratungen waren im Hinblick auf die E-Mobilität neutral bis positiv. Die Gespräche zeigten auch den großen Einfluss von Motivation und Kompetenz des Verkaufspersonals. Am authentischsten waren jene, die selbst Erfahrungen mit E-Autos im Alltag gemacht haben. Überzeugend wirkt insbesondere eine Demonstration der häufig noch unbekannten Technologie am realen Fahrzeug und Ladestation. Um festzustellen, ob das Elektroauto für den Kunden im Alltag passt, sollte eine ausgiebige Probefahrt (auch über Nacht) angeboten werden.

 

Der Test in 40 Autohäusern wurde deutschlandweit von einem fachkundigen ADAC Mitarbeiter nach standardisierten Kriterien und einheitlicher Vorgehensweise durchgeführt, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. 

 

 

E-Scooter: Was Fahrer wissen sollten

 

Seit mehr als zwei Monaten sind E-Scooter auf deutschen Straßen unterwegs und erfreuen sich großer Beliebtheit. Zumindest bei ihren Fahrern. Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Nicht alle in Elektrofachmärkten angebotenen Roller haben die notwendige Genehmigung, um auf der Straße zu fahren. Daher müssen viele Käufer derzeit noch auf die Lieferung ihrer Roller warten. Welche Regeln für E-Roller gelten und worauf Käufer achten sollten, hat sich der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip angesehen.

 

Ohne Führerschein und ohne Helm düsen die Elektro-Tretrollerfahrer durch den Spätsommer. Das dürfen sogar schon 14-Jährige - allerdings nicht auf den gemieteten Modellen. Denn fürs Mieten müssen Fahrer volljährig sein. Gerollert wird auf dem Radweg. Ist keiner vorhanden, müssen Scooter-Fahrer auf die Straße ausweichen. Fußwege und Fußgängerzonen sind tabu. Wer sich einen eigenen Roller kauft, zahlt dafür zwischen 750 und 1.650 Euro. "Wichtig ist, dass Sie mit Versicherung und Zulassung unterwegs sind", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Sonst riskieren Sie ein Bußgeld von bis zu 70 Euro und eventuell sogar einen Punkt in Flensburg."

 

Ist das Fahrzeug nicht zugelassen, kann es teuer werden

 

Um die Zulassung kümmert sich in der Regel der Hersteller. Ob ein Roller für die Straße zugelassen ist, lässt sich am Typenschild auf der Unterseite oder am Rahmen des Fahrzeugs erkennen. Dort steht die Bezeichnung "Elektrokleinstfahrzeug" sowie eine Identifikationsnummer. "Es wurden aber bereits Fahrzeuge ohne Zulassung verkauft", sagt Gotthold. "Besitzen Sie einen solchen Roller, sollten Sie den Händler bitten, das Gefährt zurückzunehmen und Ihnen mit Zulassung zurückzuschicken."

 

Im Prinzip können Käufer auch selbst eine Einzelbetriebserlaubnis beantragen. Das ist aber kompliziert. Sie wird nur erteilt, wenn der Scooter die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Erfüllt er sie von Werk aus nicht, muss der Fahrer nachrüsten. Bevor die entsprechende Zulassungsstelle die Betriebserlaubnis erteilt, kontrollieren Prüfstellen, ob der E-Scooter tatsächlich den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Und diese Prüfung kann teuer werden.

 

Eine Kfz-Versicherung ist ein Muss

 

Die E-Scooter brauchen Versicherungsschutz. Finanztip rät zur Kfz-Haftpflicht. "Diese deckt alle Schäden ab, die Sie bei Dritten verursachen", erklärt Gotthold. "Allerdings nur bis zu einer festgelegten Summe. Wir empfehlen mindestens 100 Millionen Euro je Schadensfall und 15 Millionen Euro je geschädigter Person." Die Verträge kosten zwischen 19 und 60 Euro jährlich. Wer auch Diebstahl-, Brand- und Sturmschäden abdecken möchte, wählt zusätzlich eine Kaskoversicherung. "Achten Sie beim Abschluss der Versicherung darauf, dass Sie Fahrzeugnummer und Seriennummer nicht vertauschen", warnt Gotthold. Das sei ein häufiger Fehler. "Damit riskieren Sie, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt."

 

Als Nachweis des Versicherungsschutzes gilt die Versicherungsplakette. Sie wird an der Rückseite des Tretrollers angebracht, direkt unter dem Scheinwerfer. Achtung: Die Plakette ist nur begrenzt gültig, und zwar vom 1. März bis zum 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Danach müssen Rollerbesitzer einen neuen Vertrag abschließen.

 

Wer sich den E-Tretroller lieber leihen möchte, als ihn zu kaufen, lädt die App eines Sharing-Anbieters herunter, registriert sich und hinterlegt die Zahlungsmethode. Lime, Tier, Voi und Co. akzeptieren meist Kreditkarte, Debitkarte oder Paypal. Jede angefangene Minute kostet derzeit 15 bis 20 Cent. Obendrauf kommt noch eine Leihgebühr von einem Euro.

 

E-Fahrzeuge laden: Stromdieb wider Willen

 

Auf das „Wo“ kommt es an: Besitzer von E-Rollern, E-Bikes und Elektroautos sollten genau überlegen, wo sie ihr Fahrzeug aufladen. Denn wer sich ohne Erlaubnis an Gemeinschaftssteckdosen bedient, begeht Stromdiebstahl. Davor warnt das Infocenter der R+V Versicherung.

 

An Gemeinschaftsdosen nur mit Genehmigung tanken

 

Eigenheimbesitzer können ihr Elektrofahrzeug einfach zu Hause an einer speziellen Steckdose laden. Doch bei gemeinschaftlich genutzten Stromquellen ist die Situation eine andere: Wenn in Tiefgaragen oder Parkhäusern geeignete Steckdosen vorhanden sind, wird der Strom häufig nur über einen Zähler abgerechnet. „Nutzer müssen also im Vorfeld klären, ob und unter welchen Bedingungen sie ihr Elektrofahrzeug dort aufladen können. Der Vermieter oder die Hausverwaltung müssen ausdrücklich zustimmen“, sagt Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung. Dasselbe gilt, wenn Arbeitnehmer ihre E-Bikes oder E-Roller am Arbeitsplatz aufladen.

 

Eine Möglichkeit ist, dass der Fahrzeugbesitzer auf eigene Kosten eine Ladestation in der Tiefgarage anbringt. Doch auch dafür braucht er die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. „Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge an einzelnen Tiefgaragenplätzen sind im Moment noch nicht so weit verbreitet“, sagt R+V-Experte Kretschmer.

 

Erdgas-Pkw mit bester Treibhausgas-Bilanz - Elektroauto erst nach 8 und 14 Jahren besser als Benziner und Diesel

 

Erdgasautos haben derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten. Alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zusammengerechnet schneiden sie klar besser ab als Benziner, Diesel und sogar als Elektroautos - bei Nutzung des aktuell gültigen Strommix. Erst bei Gebrauch von 100 Prozent regenerativem Strom weist das Elektroauto eine deutliche bessere Bilanz auf als alle anderen Antriebsarten auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Lebenszyklus-Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. Für die Untersuchung wurden Fahrzeuge in der so genannten "Golfklasse" herangezogen, deren jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer und die Gesamtlebensdauer 15 Jahren beträgt.

 

Im Vergleich zum Benziner-Pkw kann das mit dem deutschen Strommix betriebene Elektroauto derzeit seine Vorteile erst nach 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren geltend machen. Noch schlechter fällt der Vergleich zum Diesel aus: Erst bei 219.000 Kilometer oder 14,6 Jahren ist das E-Auto in punkto Klimafreundlichkeit besser. Besonders ins Gewicht fällt bei der Bilanz des Elektroautos die aufwändige und treibhausgas-intensive Produktion der Batterien. Auch der nach wie vor hohe Anteil an Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix verschlechtern die Klimabilanz der E-Autos. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren und der Verteilnetze kann diese Bilanz aufbessern.

 

Um die Klimawirkung zu bestimmen, werden verschiedene Energieaufwendungen betrachtet. Dazu zählen die Treibhausgas-Emissionen, die bei der Fahrzeugherstellung und -recycling entstehen. Auch die bei der Produktion, der Bereitstellung und beim Verbrauch des Kraftstoffs oder des Stroms entstehenden Emissionen fließen in die Bilanz.

 

Das exzellente Abschneiden des Erdgasautos zeigt laut ADAC, wie gut konventionelle Antriebe in der Treibhausgas-Bilanz sein können. Würde sich der Anteil von Biomethan aus Abfall- und Reststoffen weiter erhöhen, könnte das Ergebnis noch besser ausfallen.

 

Autokauf: Barzahler im Vorteil

 

Durchschnittlich 31.130 Euro gaben die Deutschen 2018 für einen Neuwagen aus, so der aktuelle Report des Marktforschungsunternehmens Deutsche Automobil Treuhand GmbH. Das ist eine stattliche Summe, die wohl kaum jemand aus der Portokasse bezahlt. Ob eigene Ersparnisse oder Kredit von der Bank: „Für einen Autokäufer ist es von Vorteil, wenn er als Barzahler auftritt – dann gibt es vom Händler in der Regel die besten Konditionen“, erklärt Christian Fuhs von der Postbank. Bei einigen Banken lässt sich der Autokredit heute bereits vollständig online abschließen – zum Beispiel per digitaler Signatur. Dazu benötigt man eine Webcam und ein Mikrofon an PC, Tablet oder Smartphone. Die Besonderheit eines Kfz-Kreditvertrags: Um die oft günstigeren Kfz-Kreditkonditionen zu erhalten, ist es bei vielen Banken erforderlich, innerhalb von sechs Wochen nach der Kreditauszahlung die Original-Zulassungsbescheinigung Teil II des Autos (ehemals „Kfz-Brief“), einen Sicherungsübereignungsvertrag und eine Kopie des Kaufvertrags bei seiner Bank einzureichen.

 

LG Essen: Autokäufer müssen sich beim Abgasskandal keine Nutzungsvorteile anrechnen lassen

 

Das Landgericht Essen hat mit Urteil vom 19.06.2019 - 3 O 439/18 - entschieden, dass sich der Käufer eines Dieselfahrzeugs, das mit einer Schummelsoftware ausgestattet ist, keine Nutzungsvorteile für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen muss. Vorher hatten bereits das LG Augsburg, LG Halle und das LG Frankfurt/Oder das so gesehen. Die Klägerin aus Monheim am Rhein erwarb im Jahre 2013 einen gebrauchten VW Golf VI Cabriolet 2,0 TDI zu einem Kaufpreis von 23.925,00 Euro. Infolge der Abgasmanipulation durch die beklagte Volkswagen AG erlitt sie einen erheblichen Wertverlust. Die von HAHN Rechtsanwälte vertretene Klägerin hat die Volkswagen AG deshalb auf Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung in Anspruch genommen.

 

Das Landgericht ist dabei der Argumentation von HAHN gefolgt, dass die Klägerin sich keinen Nutzungswertersatz für gefahrene Kilometer anrechnen lassen muss. Zu beachten sei, so das Gericht, dass der Schadensausgleich nicht die Präventivfunktion des Deliktrechts, insbesondere der einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung, unterlaufen dürfe. Im Fall einer vorliegenden vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung, die noch dazu solche gravierenden Ausmaße annimmt, ist unter Berücksichtigung einer wertenden Betrachtung der vermeintlichen Vorteile des Geschädigten ausnahmsweise kein Vorteilsausgleich dem Schädiger zuzubilligen.

 

Der Klägerin wurde durch das Landgericht vollumfänglich Schadensersatz zugesprochen. Dieser Schadensersatz beinhaltet neben dem Kaufpreis auch die Finanzierungskosten, insbesondere den Zinsaufwand. "Das Urteil hat erhebliche Signalwirkung für weitere Verfahren", so Rechtsanwältin Dr. Petra Brockmann von HAHN. Wer als Hersteller - gleich welcher Marke - Kunden sittenwidrig schädigt, muss mit einer umfänglichen Haftung ohne Vorteilsausgleich für die gefahrenen Kilometer rechnen.

 

Knapp 200 Euro Miete für den Stellplatz: Parken ist in deutschen Großstädten ein teures Vergnügen

 

Eine halbe Stunde einen Parkplatz suchen und am nächsten Tag entdeckt man wieder eine neue Schramme an der Stoßstange. Wer nicht jeden Tag suchen und sein Auto sicher abgestellt wissen möchte, kommt um einen Stellplatz nicht herum. Doch dieser Luxus hat seinen Preis. Die teuersten Garagen und Stellplätze gibt es in Frankfurt - bis zu 199 Euro Miete müssen Autobesitzer in der Mainmetropole pro Monat zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt.de, für die die Mietpreise von Stellplätzen und Garagen in den 14 größten deutschen Städten untersucht wurden. Demnach werden vor allem für Tiefgaragenstellplätze, die zentrumsnah im Frankfurter Stadtteil Westend oder in der Altstadt liegen, derart hohe Mieten verlangt. Wie teuer die Stellplätze sind, zeigt der Vergleich von Immowelt.de zu Chemnitz oder Cottbus, wo man für die gleiche Miete sogar eine 1-Zimmer-Wohnung bekommt.

 

Allerdings geht es auch in Frankfurt günstiger: Schon ab 19 Euro Miete pro Monat werden Suchende fündig. Der Stellplatz ist dann allerdings zumeist nicht überdacht und befindet sich in den Randbezirken. Pkw-Besitzer, die in der Innenstadt einen Stellplatz suchen, weil sie beispielsweise täglich in die Arbeit pendeln, haben fast keine andere Wahl, als sich einen teuren Stellplatz zu mieten.

 

Teure Stellplätze in Stuttgart und Hamburg

 

Hinter Frankfurt folgt mit großem Abstand Stuttgart mit einer Spanne von 17 Euro bis zu 150 Euro. Auch hier gilt: Die preiswerten Stellplätze befinden sich eher am Stadtrand, in Stuttgart Mitte müssen 100 Euro und mehr eingeplant werden. Auch Hamburg, wo die Mieten bis zu 140 Euro kosten, sowie Berlin und Nürnberg mit Spitzenpreisen von jeweils 130 Euro zählen beim Parken zu den teuersten Großstädten. München, das bei Wohnungspreisen mit großem Abstand am teuersten ist, liegt bei den Stellflächen auf einem ungewohnten Mittelfeld-Platz: Selbst in den innenstadtnahen Lagen wie Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt oder Au-Haidhausen kosten Garagen mit 125 Euro deutlich weniger als in Frankfurt oder Stuttgart. Die günstigsten Stellplätze werden in der bayerischen Landeshauptstadt schon für monatlich 15 Euro angeboten.

 

Hannover, Essen und Dresden am günstigsten

 

Die günstigsten Spitzenpreise für Stellplätze oder Garagen aller untersuchten Städte gibt es in Hannover. Selbst Garagen in zentrumsnahen Viertel wie Linden-Mitte sind hier für rund 60 Euro zu haben. Die Preispanne in Hannover bewegt sich zwischen 20 und 67 Euro. Ebenfalls preiswert parken Autobesitzer in den beiden Ruhrgebietsstädten Essen (16 bis 70 Euro) und Dortmund (17 bis 75 Euro). Auch in Dresden (10 bis 70 Euro) und Bremen (15 bis 80 Euro) sind Stellplätze vergleichsweise günstig.

 

Datenbasis für die Berechnung der Stellplatz-Mietpreise in den 14 größten Städten in Deutschland waren 5.600 Garagen und Stellplätze, die im Jahr 2018 auf immowelt.de inseriert wurden. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden.

 

Frauenparkplätze: Dürfen dort wirklich nur Frauen parken?

 

Sie liegen in der Nähe von Ausgängen oder Treppenhäusern, sind gut beleuchtet und oft videoüberwacht - Frauenparkplätze gibt es inzwischen in fast jedem Parkhaus. Doch dürfen auch Männer Frauenparkplätze nutzen - zum Beispiel, wenn das Parkhaus voll ist? Oder droht dann ein Strafzettel? Das hat die R+V24-Direktversicherung deutsche Autofahrer in einer aktuellen Studie gefragt. Über die Hälfte (57 %) der Befragten gehen davon aus, dass auf Frauenparkplätzen auch nur Frauen parken dürfen. Das Überraschende: "Verboten ist das Parken für Männer hier nicht", erläutert Anka Jost, Kfz-Expertin bei der R+V24-Direktversicherung. "Die Straßenverkehrsordnung kennt keine Frauenparkplätze. Also winkt auch kein Strafzettel." Sehr wohl kann der Parkhausbetreiber unberechtigt Parkende aber von diesen Plätzen verweisen.

 

Um Frauen vor allem abends und nachts mehr Sicherheit zu bieten, weisen viele Parkhäuser spezielle Parkflächen aus. "Es ist zwar wenig rücksichtsvoll, wenn Männer auf diesen Plätzen parken," sagt Anka Jost. "Eine Ordnungswidrigkeit gemäß Straßenverkehrsordnung ist es jedoch nicht." Aber der Betreiber kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Hausverbot erteilen, weil die Parkenden gegen die Nutzugsordnung des Parkhauses verstoßen. "Das Gleiche gilt für Mutter-Kind-Parkplätze, wie man sie bei vielen Supermärkten findet", so Anka Jost. "Diese sollen Eltern das Herausheben von Kleinkindern erleichtern und sind deshalb breiter angelegt." Wer hier nur aus Bequemlichkeit parkt, riskiert zwar kein "Knöllchen", kann aber des Platzes verwiesen werden. Nicht zuletzt lautet die Grundregel im Straßenverkehr in der StVO: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. "Dies sollten Autofahrer auch in punkto Parkplätze berücksichtigen", rät die Versicherungsexpertin.

 

Diesel-Umtauschprämien-Test zeigt: Prämienangebote der Autohersteller sind uneinheitlich

 

Wer sein altes Diesel-Fahrzeug gegen einen Neuwagen oder jungen Gebrauchten eintauschen möchte und auf die vom Bundesverkehrsminister im Oktober 2018 angekündigten Umtauschprämien hofft, ist stark vom guten Willen der Hersteller abhängig. Ein Test des MDR-Magazins "Umschau" hat ergeben: Die deutschen Autobauer zahlen die Wechselprämie meist nur für bestimmte alte Diesel-Fahrzeuge der Abgasnormen 4 oder 5. Auch werden Autokäufern außerhalb der Schwerpunktregionen mit besonders schlechten Luftwerten meist schlechtere oder gar keine Prämien angeboten als denjenigen, die in den besonders belasteten Städten leben.

 

Nach den Recherchen der "Umschau" sind die Prämienangebote der deutschen Hersteller sehr uneinheitlich: Mercedes zahlt die Umtauschprämie nur für Euro-4-Diesel. Fahrzeuge, die der ebenfalls aufgrund ihrer Emissionswerte kritisierten Euronorm 5 entsprechen, werden beim Verkauf nicht bezuschusst. Zudem variiert die Höhe der Prämie, je nachdem, ob der Wagen innerhalb oder außerhalb der Schwerpunktregion verkauft wird, zwischen 2.000 Euro und 10.000 Euro. BMW zahlt zwar eine bundesweite Umtauschprämie in Höhe von 2.000 Euro, allerdings nur für Euro-5-Diesel. Für ältere Fahrzeuge, etwa mit der Euronorm 4, wird keine Prämie gezahlt. Das soll sich erst zum April 2019 ändern. Auch Volkswagen und Audi bieten bundesweit eine Umtauschprämie in Höhe von 7.000 Euro an, diese Aktion ist jedoch befristet bis Ende April. Inwiefern es danach weitere Aktionen geben wird, ist nicht bekannt.

 

Die Oppositionspolitiker von FDP, Linken und Grünen kritisieren die sehr unterschiedlichen Prämien als bessere Rabattaktion der Autohersteller. Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic sagt im Gespräch mit der "Umschau": "Die vom Bundesverkehrsminister groß angekündigten Umtauschprämien sind eine Luftnummer, weil sie sehr uneinheitlich sind. Die lokale Fixierung der Umtauschprämie macht keinen Sinn, weil die Menschen heute mobil sind. Insofern ist dies sinnlos." Der Verkehrspolitiker und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, spricht ebenfalls von einem Flop bei den Umtauschprämien: "Das Bundesverkehrsministerium muss endlich dafür sorgen, dass die Hersteller zur Verantwortung gezogen werden und nicht mit absurden und widersprüchlichen Umtauschaktionen noch das Geschäft der Hersteller ankurbeln."

 

Das Bundesverkehrsministerium wollte sich auf Anfrage aktuell nicht zu dem Thema äußern. Die verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Daniela Ludwig, verweist jedoch auf die Freiwilligkeit der Automobilhersteller, Prämien anzubieten: "Wir können sie nicht zwingen, nur bestimmte Gebiete rauszunehmen oder alle Gebiete reinzunehmen." Die SPD sieht das ähnlich. Die AfD spricht dagegen von einem moralischen Zwang für die Autoindustrie, eine Umtauschprämie anbieten zu müssen: "Die Umtauschprämien auch außerhalb der Schwerpunktgebiete einzufordern, wäre in keiner Weise verhältnismäßig", sagt der verkehrspolitische Sprecher der Partei, Dirk Spaniel.

 

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte im Oktober 2018 ein Konzept zur Luftreinhaltung vorgestellt. Neben der Nachrüstung alter Dieselfahrzeuge waren Umtauschprämien für ihn eine besonders wichtige Säule: "Wir haben sehr kraftvoll und sehr weitblickend ein Angebot für die Millionen Diesel-Besitzer entwickelt mit interessanten Tauschprämien. Wir reden von 1,4 Millionen Fahrzeugen mit einem Volumen von 7 Milliarden Euro." Eine gesetzliche Vorgabe dazu gibt es nicht, so das MDR-Magazin "Umschau".

 

TÜV überziehen: je länger, je teurer

 

Die Hauptuntersuchung für das Auto einfach erst später machen lassen: Die Hälfte der Deutschen glaubt, dass sie bis zu zwei Monate überziehen kann, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kfz-Direktversicherers R+V24. "Und tatsächlich wird erst nach diesen zwei Monaten ein Bußgeld fällig, wenn dies im Zuge einer Polizeikontrolle auffällt", sagt Anka Jost, Kfz-Expertin bei der R+V24-Direktversicherung. "Je länger die Hauptuntersuchung überfällig ist, desto teurer wird es."

 

Die Hauptuntersuchung (HU) soll sicherstellen, dass ein Auto verkehrstauglich ist. "Und das ist auch sehr wichtig. Denn beim TÜV werden unter anderem die Bremsen, Lenkung oder der Motor geprüft. Dadurch lassen sich auch frühzeitig Schäden ausschließen, die im schlimmsten Fall vielleicht zu einem Unfall führen könnten." Seit 2010 ist auch die Abgasuntersuchung (AU) Teil der HU. In der Regel sind beide zusammen alle zwei Jahre fällig. Neuwagen müssen zum ersten Mal nach 36 Monaten vorgestellt werden. Für Motorräder gilt immer eine Frist von 24 Monaten.

 

"Der Fahrzeughalter muss dabei den Termin im Auge behalten und ist auch dafür verantwortlich, wenn er die HU zu spät durchführen lässt", so Anka Jost.

 

Bußgelder und Punkte möglich

 

Zwar müssen Autofahrer bei der Prüfstelle selbst nicht mit Konsequenzen rechnen, wenn sie ihre HU zu spät machen lassen. Allerdings sind sie verpflichtet, ab einer Überziehung von zwei Monaten eine umfassendere HU durchzuführen - und die ist etwa 20 Prozent teurer als die normale. Zusätzlich liegt bei jeder Überziehung der HU-Frist eine Ordnungswidrigkeit vor. Dafür kann die Polizei Bußgelder verhängen.

 

Bußgelder bei Überziehung der HU

 

               Bußgeld    Punkte

HU um 2 bis zu 4 Monate überzogen        15 EUR

HU um über 4 bis 8 Monate überzogen      25 EUR

HU um über 8 Monate überzogen            60 EUR     

 

Sogenannte Nutzkraftwagen, wie zum Beispiel LKW oder Busse, müssen sich einer Sicherheitsprüfung unterziehen. Hier müssen die Halter bei Überschreitung des TÜV mit strengeren Sanktionen rechnen.

 

Alkohol im Blut: Hände weg vom Steuer

 

Alkohol kann Versicherungsschutz kosten

Beifahrer: Mitverschulden möglich

Rad fahren schützt vor Strafe nicht

 

 

 

Helau und Alaaf: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen und nähert sich langsam ihrem Höhepunkt. Für viele Narren gehört ein guter Schluck genauso zum Fasching wie die gute Laune. Manch einer fühlt sich nach ein, zwei Gläsern immer noch als Herr des Geschehens, doch der Eindruck täuscht. Schon geringe Alkoholmengen genügen, um die Reaktionsfähigkeit drastisch einzuschränken.

 

Bei Fahrauffälligkeiten - wie dem Fahren von Schlangenlinien oder zu dichtem Auffahren - drohen bereits ab 0,3 Promille ein Fahrverbot, Punkte und ein Bußgeld. Wer mit 0,5 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, wird mit mindestens 500 Euro zur Kasse gebeten, darf sich mindestens einen Monat nicht ans Steuer setzen und kassiert zwei Punkte in Flensburg.

 

Ist ein Autofahrer mit mehr als 1,1 Promille unterwegs, geht der Gesetzgeber automatisch von absoluter Fahruntüchtigkeit aus. Wen die Polizei so antrifft, der muss sich für mindestens sechs Monate von seinem Führerschein verabschieden. Weitere Konsequenzen sind drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Bei solch einer Trunkenheitsfahrt wird der Führerschein entzogen. Seine Rückgabe muss bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden.

 

Fahranfänger sollten berücksichtigen: Bis zum 21. Geburtstag beziehungsweise während der Probezeit ist Alkohol am Steuer absolut tabu. Auch Rad fahren und Alkohol passen nicht zusammen: Wer angetrunken einen Unfall verursacht, läuft ab 0,3 Promille ebenfalls Gefahr, seinen Führerschein verlieren. Ab 1,6 Promille muss auch ein Radfahrer mit einem Verfahren rechnen - unabhängig davon, ob er einen Führerschein besitzt.

 

Nicht mit Versicherungsschutz spielen

 

Soweit die strafrechtliche Seite. War bei einem Unfall Alkohol im Spiel, kann sich das, wie die HUK-COBURG mitteilt, auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Inwiefern hängt vom Blutalkoholspiegel und der individuellen Fahrtüchtigkeit ab. Also davon, ob der Fahrer eine Situation erkannt und angemessen reagiert hat. Wer Schlangenlinien gefahren ist, Autos gerammt hat oder von der Straße abgekommen ist, hat diese Grenze überschritten. Wie viel Alkohol zu Ausfallerscheinungen führt, ist bei jedem verschieden. Im Extremfall genügt ein Glas Sekt.

 

Lässt sich der Unfall eindeutig auf Alkoholkonsum zurückführen, greift in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Trunkenheitsklausel. Sie befreit den Versicherer von seiner Leistungspflicht. Das heißt: Die Versicherung reguliert den Schaden des Opfers, nimmt aber den Unfallverursacher in Regress. Maximal 5.000 Euro kann sie sich vom Schädiger zurückholen.

 

In der Kasko-Versicherung kann sich der Versicherer auf Leistungsfreiheit berufen und nur einen Teil des Schadens oder gar nichts bezahlen. Bei 1,1 Promille gilt der Alkoholgenuss automatisch als unfallursächlich. Allerdings genügen auch geringere Mengen, um den Versicherungsschutz ins Wanken zu bringen. Die Gretchenfrage ist und bleibt die Ursächlichkeit für die Karambolage.

 

Beifahrer mit in der Verantwortung

 

Auch wer bei seinem alkoholisierten Trinkkumpan ins Auto steigt, muss bei einem Unfall mit Konsequenzen rechnen. Wird der Beifahrer verletzt, können seine Ansprüche gekürzt werden, die er im Normalfall gegen den Verursacher gehabt hätte. Dies gilt zum Beispiel für das Schmerzensgeld. Die Rechtsprechung unterstellt hier, dass ein Beifahrer, der sich zu einem Betrunkenen ins Auto setzt, sich selbst gefährdet und die Verletzungsfolgen dadurch mit verursacht hat. Selbst am Morgen nach einer fröhlich durchzechten Nacht ist der Alkohol immer noch ein Thema. Schließlich dauert es um die zehn Stunden, bis ein Promille Alkohol im Körper abgebaut wird. Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.

 

Kraftstoff so teuer wie vor mehr als vier Jahren

 

Trotz der weiter deutlich sinkenden Rohölpreise und nur geringen Schwankungen beim Euro-Kurs erreichten die Kraftstoffpreise in Deutschland im November erneut einen Jahreshöchststand. Wie die monatliche Marktauswertung des ADAC zeigt, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Monatsmittel 1,526 Euro, das sind 1,2 Cent mehr als im Oktober. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer im Schnitt 1,431 Euro bezahlen und damit 4,3 Cent mehr als im Oktober. Die Preisspanne zwischen beiden Kraftstoffsorten verringerte sich auf unter zehn Cent pro Liter.

 

Am teuersten waren Benzin und Diesel am Sonntag, 11. November. Ein Liter Super E10 kostete an diesem Tag im Schnitt 1,550 Euro je Liter, für Diesel mussten Autofahrer 1,457 Euro bezahlen. Ähnlich teuer war Kraftstoff zuletzt vor mehr als vier Jahren.

 

Am billigsten tankten die Verbraucher zum Monatsende. Am Freitag, 30. November, kostete Super E10 im Durchschnitt 1,475 Euro und Diesel 1,374 Euro.

 

Der kontinuierliche Höhenflug der Kraftstoffpreise ist nach Ansicht des ADAC weder mit dem Wetter noch mit dem Niedrigwasser an Rhein und Main, das zu punktuellen Lieferschwierigkeiten führte, hinreichend zu erklären. Der enorme bundesweite Preissprung der vergangenen Wochen ist daher deutlich überzogen.

 

TÜV-Report 2019: Jedes fünfte Auto bekommt keine Plakette

 

Gut jeder fünfte Gebrauchtwagen (21,2 Prozent) ist durch die Hauptuntersuchung (HU) der TÜV-Prüfstellen gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Fahrzeuge mit "erheblichen Mängeln" über alle Altersklassen hinweg um 1,3 Prozent gestiegen. Stellen die Prüfer erhebliche Mängel fest, müssen die Autobesitzer ihr Fahrzeug reparieren und erneut prüfen lassen. Weitere 12,0 Prozent aller Fahrzeuge waren mit "geringen Mängeln" unterwegs (minus 1,9 Prozent). In absoluten Zahlen 4.789 Fahrzeuge oder 0,1 Prozent galten als "verkehrsunsicher" und mussten sofort stillgelegt werden. Das geht aus dem aktuellen "TÜV-Report 2019" hervor, für den rund 8,8 Millionen Hauptuntersuchungen der TÜV-Unternehmen ausgewertet wurden. "Die Hauptuntersuchung als wichtige Säule der Verkehrssicherheit in Deutschland steht vor gravierenden Veränderungen", sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV), bei Vorstellung des TÜV-Reports in Berlin. Aktuell stehen eine veränderte Mängelsystematik, neue Grenzwerte bei der Abgasuntersuchung und der Einstieg in die Prüfung digitaler Systeme wie eCall im Mittelpunkt. "Die Zukunft der Hauptuntersuchung ist digital", sagte Bühler. "Autos sind heute rollende Computer und Datenspeicher. Wenn immer mehr sicherheitskritische Komponenten eines Fahrzeugs digital gesteuert werden, muss sich die HU anpassen. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen."

 

Alternde Fahrzeugflotte

 

Als einen wichtigen Grund für die gestiegene Durchfallquote hat der TÜV-Verband die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland ermittelt. Das Durchschnittsalter aller Pkw beträgt aktuell 9,4 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Autos im Schnitt 1,3 Jahre älter und im Vergleich zum Jahr 2000 sogar um 2,5 Jahre. "Der Fahrzeugbestand in Deutschland wird von Jahr zu Jahr älter. Über kurz oder lang wird das zu einem Problem für die Verkehrssicherheit", sagte Bühler. Denn mit höherem Alter steige die Fehleranfälligkeit der Pkw. Nach den Ergebnissen des aktuellen TÜV-Reports fällt nur jedes zehnte 4 bis 5 Jahre alte Fahrzeug mit erheblichen Mängeln durch die HU, während es bei den 10 bis 11 Jahre alten Fahrzeugen mehr als jedes vierte ist (28 Prozent). "Gerade die Halter älterer Autos sind aufgerufen, ihre Fahrzeuge regelmäßig zu warten, um sich und andere nicht in Gefahr zu bringen", sagte Bühler.

 

Gewinner ist der Porsche 911

 

Der Gewinner des TÜV-Reports 2019 ist der Porsche 911. Der Sportwagen hat mit einem Anteil von 2,5 Prozent die geringste Quote erheblicher Mängel (EM-Quote) unter den 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeugen. Da der Gewinner in dieser Altersklasse die niedrigste EM-Quote aller untersuchten Fahrzeuge hat, wird das entsprechende Modell zum Gesamtsieger erklärt. Der Porsche 911 sichert sich aber nicht nur den Gesamtsieg, sondern gewinnt auch in allen anderen Altersklassen. Während bei den 2-3 Jährigen und 4-5 Jährigen der Porsche 911 Typ 991 gewinnt, ist es bei den 6-7 Jährigen, 8-9 Jährigen und 10-11 Jährigen der Typ 997. "Dass ein Fahrzeug in allen Altersklassen so überzeugend abschneidet, hat es in der Geschichte des TÜV-Reports noch nicht gegeben", sagte Bühler. Insgesamt haben die deutschen Hersteller mit zahlreichen Top-10-Platzierungen in den verschiedenen Altersklassen sehr gut abgeschnitten. Darüber hinaus gewinnt Mercedes mit seinen Modellen die Wertungen für die vom Kraftfahrt-Bundesamt festgelegten Wagenklassen Kompaktklasse, Mittelklasse, SUV und Van. Der Opel Adam gewinnt bei den Minis und der Hyundai i20 bei den Kleinwagen.

 

Schlusslichter in den verschiedenen Altersklassen sind in diesem Jahr der Dacia Logan mit einer EM-Quote bei den 2-3 Jahre alten Fahrzeugen in Höhe von 14,6 Prozent, der Peugeot 206 bei den 4-5 Jährigen mit 28,0 Prozent und bei den 6-7 Jährigen wieder der Dacia Logan mit 30,9 Prozent. Bei den 8-9 Jahre alten Fahrzeugen teilen sich Renault Kangoo und Chevrolet Matiz den letzten Platz mit einer EM-Quote von 37,1 Prozent. Bei den 10-11 Jahre alten Fahrzeugen verliert erneut der Dacia Logan: vier von zehn Logans (40,6 Prozent) fallen in diesem Alter durch die HU.

 

Technische Mängel nicht unterschätzen

 

Ein Dauerbrenner bei der HU ist das Thema Licht. Vor allem ältere Fahrzeuge fallen auf den TÜV-Prüfständen mit defekter Beleuchtung auf. "Fahrzeugnutzer sollten häufiger überprüfen, ob sämtliche Leuchten funktionieren. Das ist gerade in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig", sagte Bühler. Ein weiteres Problem ist Ölverlust an Motor und Antrieb. Austretendes Öl ist kritisch, da es bei einem Unfall brandbeschleunigend wirkt. Darüber hinaus belastet entweichendes Öl die Umwelt. Mängel an den Achsfedern und den Stoßdämpfern verschlechtern nicht nur den Fahrkomfort, sondern sind auch ein Sicherheitsrisiko, weil die Fahrzeuge nicht mehr stabil auf der Straße liegen. Das ist vor allem in engen Kurven oder bei Ausweichmanövern gefährlich. Nicht zuletzt müssen die Bremsen regelmäßig gewartet werden, um sicher unterwegs zu sein.

 

Neuerungen bei der Hauptuntersuchung

 

Die Hauptuntersuchung von Pkw befindet sich infolge der Digitalisierung, neuen Vorgaben zum Umweltschutz und der Harmonisierung auf EU-Ebene in einem grundlegenden Wandel. Am 20. Mai 2018 wurde in Deutschland mit dem "gefährlichen Mangel" eine neue Mängelkategorie eingeführt und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt. Für die Fahrzeughalter hat das in der Praxis aber nur geringe Auswirkungen: Sie erhalten einen Hinweis auf dem Prüfbericht und haben dann - wie bei den erheblichen Mängeln - einen Monat Zeit für die Reparatur und HU-Nachprüfung.

 

Bereits seit Anfang 2018 ist wieder eine Abgasuntersuchung mit Endrohrmessung bei der HU Pflicht. "Nur mit einer Kombination aus Abgasmessung am Auspuff, einer Auswertung der Diagnosedaten und einer Sichtprüfung können die Prüfer Verschleiß, Manipulationen oder Defekte an der Abgasanlage richtig erkennen", sagte Bühler. Ihre volle Wirksamkeit entfalte die Endrohrmessung aber erst mit den neuen Grenzwerten, die ab 1. Januar 2019 dem Stand der Technik angepasst werden. Ein weiterer Meilenstein ist die Messung der Partikelanzahl bei Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2021. Darüber hinaus fordert der TÜV-Verband, dass zukünftig auch die Stickoxid-Emissionen (NOx) von Dieseln bei der Abgasuntersuchung überprüft werden. "Schmutzige Luft macht Menschen krank", sagte Bühler. "Die Prüfungen stellen sicher, dass die Abgasreinigung in unseren Fahrzeugen einwandfrei funktioniert."

 

Prüfung digitaler Komponenten

 

Darüber hinaus erfolgt der Einstieg in die digitale Hauptuntersuchung. Seit dem 1. April 2018 ist der Einbau des eCall-Notrufsystems in Neuwagen Pflicht. Die Prüfverfahren für bestimmte digitale Komponenten sind allerdings noch in der Entwicklung und bislang soll nur das Vorhandensein eines eCall-Moduls geprüft werden, nicht aber seine Funktion. "Statt um Rost und Öl geht es in Zukunft um Bits und Bytes bei der Hauptuntersuchung", sagte Bühler. "In den Prüfkatalogen müssen Kriterien für die digitale Sicherheit von Fahrzeugen ergänzt werden." Dabei gehe es sowohl um den Schutz vor kriminellen Hackerangriffen als auch um die Prüfung sicherheitsrelevanter Funktionen, die von Software gesteuert werden. Bühler: "Die Prüforganisationen müssen Zugang zur Software von sicherheits- und umweltrelevanten Fahrzeugkomponenten sowie zu den entsprechenden Diagnosedaten bekommen. Nur so können sie ihrem gesetzlichen Prüfauftrag nachkommen."

 

Kfz-Reparaturen: Preise für Auto-Ersatzteile steigen weiter

 

Pkw-Ersatzteile wie Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben sind in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden: Die Preise stiegen von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um 4 Prozent, für Scheinwerfer sogar um 7 Prozent, wie aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex hervorgeht.

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beobachtet die Preisentwicklung seit Januar 2013. Seitdem stiegen die Kosten für Ersatzteile deutlich schneller als die Inflationsrate: Während der Verbraucherpreis-Index um 6,9 Prozent stieg, verteuerten sich Pkw-Ersatzteile im selben Zeitraum durchschnittlich um 24 Prozent. Rückleuchten sind seit 2013 um fast 50 Prozent, Kofferraumklappen um über 30 Prozent teurer geworden.

 

Bei den Versicherern führen die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. Im Jahr 2013 kostete die Kfz-Haftpflichtversicherer ein Pkw-Sachschaden im Schnitt rund 2.400 Euro, im vergangenen Jahr bereits 2.700 Euro.

 

Preise rund ums Auto seit 2000 um 36 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: Im August 2018 lagen die Preise rund ums Auto um gut 36 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September mit.

 

Während sich seit dem Jahr 2000 die Verbraucherpreise in Deutschland durchschnittlich um rund 30 % erhöht haben, stiegen die Preise für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen um gut 36 %. Die Kraftstoffpreise liegen aktuell um fast 50 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000.

 

Mit einer Steigerung um fast 79 % in den letzten 18 Jahren legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr noch stärker zu.

 

Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um knapp 57 %. Erfreulich für alle, die ausschließlich zu Fuß unterwegs sind: Die Preise für Schuhe stiegen seit 2000 nur um gut 14 %.

 

Steuern auf Benzin und Diesel im EU-Vergleich: Wo der Staat den größten Anteil haben will

Für Kfz-Besitzer gibt es zwei lästige Themen: Parkplatzsuche und Benzinpreise. Hinzu kommt, dass auf den Benzinpreis nicht nur eine Mehrwertsteuer erhoben wird, sondern auch noch eine Energiesteuer. Diese, auch als Mineralölsteuer bekannte, Steuer für Diesel und Benzin fällt EU-weit sehr unterschiedlich aus, wie Campanda, die weltweit größte Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, festgestellt hat.

 

Dieselskandal, Fahrverbote und zu hohe Abgaswerte - die alltäglichen Herausforderungen für Autofahrer reißen nicht ab. Zusätzlich verlangt der Fiskus auch noch einen großen Anteil vom Verkaufspreis für Diesel und Benzin. Wie Deutschland im EU-weiten Ranking bei der Energiesteuer abschneidet, hat Campanda ermittelt.

 

Briten und Italiener zahlen am meisten beim Diesel

 

Die höchsten Abgaben müssen die Briten beim Diesel-Tanken zahlen: 0,660 Euro pro Liter Treibstoff werden dort allein für die Energiesteuer fällig. Die Italiener landen mit 0,618 Euro auf Platz zwei. Zur Top Fünf gehören außerdem Frankreich (0,610 Euro), Belgien (0,560) und Slowenien (0,502 Euro). In all diesen Ländern überwiegt die Energiesteuer sogar den reinen Verkaufspreis. Hierzulande müssen 0,470 Euro pro Liter Diesel an Energiesteuer gezahlt werden. Deutschland landet damit beim europäischen Diesel-Preis-Vergleich auf dem elften Platz. Beim Gesamtpreis für Diesel liegt Deutschland mit 1,172 Euro sogar im unteren Mittelfeld.

 

Auch bei Benzin liegen die Italiener vorn

 

Anderer Treibstoff, andere Steuer - Gleich bleibt allerdings, dass die Italiener auch beim Benzin für den Staat tief in die Tasche greifen müssen: 0,728 Euro müssen sie an Abgaben leisten. Teurer ist es nur für die Niederländer mit 0,786 Euro. Platz drei belegt Griechenland (0,711 Euro). Bei insgesamt 19 Nationen, wie zum Beispiel Dänemark, Frankreich, Schweden und Belgien, ist die geforderte Steuer sogar höher als der reine Verkaufspreis. Darunter auch Deutschland auf Platz acht mit 0,655 Euro Energiesteuer bei einem Gesamtpreis von 1,340 Euro, der im guten Mittelfeld liegt.

 

In Osteuropa gibts weniger für den Fiskus

 

Die geringsten steuerlichen Abgaben müssen Bulgaren leisten, sowohl beim Benzin (0,363 Euro) als auch beim Diesel (0,330 Euro). Benziner tanken am besten in Bulgarien (1,045 Euro), Polen (1,106 Euro) oder Rumänien (1,112 Euro): Hier ist der Verkaufspreis am günstigsten. Diesel-Fahrer können vor allem in Luxemburg (1,015 Euro), Bulgarien (1,038 Euro) und Litauen (1,082 Euro) sparen.

 

Insgesamt ist die Energiesteuer für Benzin höher als für Diesel. Durchschnittlich werden für Benzin 0,563 Euro und für Diesel 0,452 Euro fällig.

 

So viel kostet ein eigenes Auto

Lohnt sich ein eigenes Auto überhaupt? Diese Frage stellen sich Großstädter, die von der Parkplatzsuche genervt sind. Die Tarifexperten von Verivox haben die typischen Mobilitätskosten mit und ohne Auto gegenübergestellt: In Großstädten fahren Familien und Singles mit einem Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing und Mietwagen insgesamt günstiger. Vor allem Singles sparen, wenn sie aufs eigene Auto verzichten.

 

Modellfall 1: Vierköpfige Familie mit und ohne Auto

 

Die Modellfamilie wohnt in Berlin und hat zwei Kinder (8 und 10 Jahre alt). Für die alltäglichen Wegstrecken, wie den Weg zur Arbeit oder Besorgungen, nutzt ein Elternteil das Familienfahrzeug. Der Partner und die Kinder haben für Arbeits- und Schulweg Jahreskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Ausflüge und Urlaubsreisen unternimmt die ganze Familie mit dem Wagen. Die jährlichen Kosten inklusive Kfz-Steuer, Sprit- und Werkstattkosten belaufen sich auf 6.256 Euro. Teurer zu stehen kommt ein Zweitwagen. Zusätzlichen Fixkosten für Steuer, Versicherung und Co. stehen kaum Einsparungen gegenüber. In dem Szenario liegen die Kosten 1.400 Euro über der Alternative aus Mietwagen, Tram und Co.

 

Modellfall 2: Singles

 

Der Single im zweiten Modellfall nutzt im Alltag entweder sein eigenes Auto oder alternativ einen Mix aus Nahverkehr, Carsharing und Mietwagen. Für Ausflüge setzt er lieber auf günstige Fernbusse oder die Bahn, denn er ist flexibler als die vierköpfige Familie. Insgesamt gibt er für seine Mobilität jährlich 3.893 Euro aus. Ist er dagegen mit dem eigenen vier Jahre alten Mittelklassewagen unterwegs, steigen die Ausgaben auf 4.443 Euro. Singles sparen damit ohne Auto 550 Euro im Jahr.

 

Große Unterschiede zwischen Großstadt und Land

 

In Großstädten ist es für Verbraucher leichter auf den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing oder Mietwagen umzusteigen. In ländlichen Regionen mit schlechter Anbindung und ohne Carsharing-Netz ist es jedoch oft unmöglich, aufs eigene Auto zu verzichten.

 

Damit fährt man gut: Tipps für Autokäufer und -verkäufer

Gebrauchte Autos sind gefragter denn je: Im Jahr 2013 zählte das Kraftfahrtbundesamt in der Bundesrepublik erstmals seit zwölf Jahren wieder über sieben Millionen Gebrauchtwagenzulassungen. Bei den Personenkraftwagen macht das ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Es ist davon auszugehen, dass das Kraftfahrtbundesamt auch 2014 in den Monaten März und April wieder einen merklichen Zulassungsanstieg bei den PKW’s verzeichnen wird. Vor allem durch Autobörsen oder Kleinanzeigenportale im Internet legte der Autoverkauf unter Privatleuten in den letzten Jahren enorm zu. Fällt der Gebrauchtwarenhändler als Zwischenschritt und „Sicherheitspuffer“, sparen Käufer und Verkäufer in der Regel zwar Geld, müssen allerdings selbst verstärkt auf Gefahrenquellen achten.

Wahrheitsgetreue Angaben schützen vor Schadenersatzforderungen

„Sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer ist ein schriftlicher Vertrag unablässig. Der reduziert spätere Schadenersatzforderungen und sollte vor allem für den Verkäufer die Angaben wie zu Vorbesitzern und Unfallschäden wahrheitsgetreu und vollständig erfassen“, fasst Armin Eckert, Kfz-Versicherungsexperte der Gothaer zusammen. Und: „Auch wenn es sich kleinlich anhört: Auf der sicheren Seite sind beide Seiten, wenn man sich den Personalausweis des Gegenübers zeigen lässt“, so Eckert weiter.

Beim Vertragsabschluss sollten folgende Dokumente vorliegen:

- KFZ-Brief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II
- KFZ-Schein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
- Bescheinigung über die Haupt- und Abgasuntersuchung
- Kundendienst-Heft
- Reparatur-Rechnungen

Mit Sicherheit Freude beim Autokauf

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Angaben des Verkäufers im Ausweis mit denen auf der KFZ-Zulassung und dem Fahrzeugbrief identisch sind. Prüfen sollte man auch das Kundendienst-Heft. Die darin aufgeführten Reparaturen sollten im Idealfall mit Rechnungen belegt werden können. Und: Ganz gleich, wie weit entfernt der Verkäufer stationiert ist: Eine Probefahrt mit dem Auto sollte man immer machen. Am besten man nimmt noch eine weitere Person mit, die auch Augen und Ohren offen hält. Ist der Kauf abgeschlossen, muss der Wagen unverzüglich bei der Zulassungsstelle umgemeldet werden: „Dazu benötigt man als Bestätigung über eine bestehende KFZ-Versicherung die sieben-stellige eVB-Nummer. Bei uns ist diese beim Versicherungsberater oder online auf unserer Website erhältlich“, erklärt Eckert.

Was Verkäufer beachten sollten

Selbst wenn man schon eine mündliche Zusage hat: Bei einer Probefahrt sollte man den potentiellen Käufer nicht alleine fahren lassen, schließlich wurde bisher noch kein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen. Kommt es zum Kaufabschluss, ist es ratsam, auf Barzahlung zu bestehen. Ideal ist es, zusammen zur Bank zu gehen, das Geld prüfen zu lassen und gleich auf das eigene Konto einzuzahlen. Dabei sollte die Nummer des Personalausweises notiert werden. Erst wenn dieser Schritt erledigt ist, können dem Käufer die Fahrzeugpapiere ausgehändigt werden. Den Empfang sollte man sich bestätigen lassen. Anschließend sollte die Zulassungsstelle sowie die Versicherung zeitnah informiert werden.“, so der Versicherungsexperte Eckert von der Gothaer Versicherung.

 

Preise rund ums Auto in 10 Jahren um mehr als 20 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: In den letzten zehn Jahren sind die Preise rund ums Auto um mehr als 20 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben sich im Vergleich dazu die Verbraucherpreise insgesamt in Deutschland im selben Zeitraum durchschnittlich um rund 17 % erhöht. Das deutliche Plus bei den Preisen für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen ist vor allem auf die Verteuerung bei Kraftstoffen zurückzuführen. Der Preis für Superbenzin erhöhte sich zwischen August 2004 und August 2014 um 30 %, Diesel wurde sogar um mehr als 40 % teurer. Mit einer Steigerung um etwa 42 % seit August 2004 legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr jedoch noch stärker zu. Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um etwa 37 %. Erfreulich für alle, die auf das Fahrrad umgestiegen sind: Die Preise für Fahrräder kletterten nur um knapp 10 %.

ADAC Autokostenvergleich: Von Rentabilität noch weit entfernt - was Elektroautos den Verbraucher kosten

Wer ein Elektroauto kauft, ist zwar zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und soll in Zukunft auch von Sonderparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer Fahrerlaubnis für Busspuren profitieren: Bei der Rentabilität, sprich den Autokosten pro Kilometer, können die meisten Stromkarossen aber noch immer nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Im aktuellen ADAC Autokostenvergleich schafft dies mit dem BMW i3 nur ein einziges Elektroauto. Gegenüber einem in Ausstattung und Leistung vergleichbaren 1er-Benziner von BMW (55,4 Cent) ist das E-Mobil aus München um 3,1 Cent günstiger pro Kilometer unterwegs. Möglich ist dieser Sieg im Kostenduell Strom gegen Sprit aufgrund einer nicht allzu großen Differenz im Anschaffungspreis des Elektromobils gegenüber dem klassenhöheren BMW 118i. Der Vergleich Elektromobil gegen Dieselauto endet im Fall des BMW i3 immerhin noch unentschieden: Beide Modelle kosten den Autofahrer 52,3 Cent pro Kilometer. Für seinen Autokostenvergleich hat der Automobilclub die E-Modelle sowie die in Ausstattung und Leistung vergleichbaren Versionen von neun Herstellern unter die Lupe genommen. Nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. Grundlage der Berechnung sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- bzw. Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung - bei einer Haltedauer von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15 000 Kilometern.

 

Direkt hinter dem BMW i3 liegt im Autokostenvergleich der VW e-Golf. Mit 54,1 Cent pro Kilometer ist die Stromversion des Golfs aber bereits um 5,5 Cent pro Kilometer teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Hinter dem VW e-Golf folgt der Elektrowagen von Nissan, der Leaf acenta. Für ihn müssen Autofahrer 7,5 Cent pro Kilometer mehr als für den vergleichbaren Benziner aufbringen. Die kosten-günstigsten E-Autos sind mit 43,0 Cent pro Kilometer der smart fortwo coupe electric drive (alte Baureihe), mit 43,9 Cent pro Kilometer der Renault Zoe Z.E. Life und mit 45,7 Cent der VW e up!. Mit Ausnahme des smart und Renault sind alle anderen E-Autos mehr als 13 Cent pro Kilometer teurer als die verglichenen Modelle mit Verbrennungsmotor. 16,2 Cent plus sind es beim E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle gegenüber dem gar noch klassenhöheren Space Star. Grund für die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der Elektroautos ist laut ADAC immer noch der zum Teil deutlich höhere Anschaffungspreis. Da Elektro-mobile wegen ihrer begrenzten Reichweite eher auf kürzeren Strecken unterwegs sind, wirken sich die Stromkostenvorteile nicht oder kaum entscheidend aus. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Von Januar bis November 2014 wurden jedoch gerade mal 7 518 batterieelektrische Autos neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum waren es rund 2,8 Millionen Pkw mit konventionellen Antrieben. Derzeit liegt der Bestand an E-Autos bei 19 500, so der ADAC.

 

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