2018: Fünf wichtige Verbesserungen bei Rente und Altersvorsorge

Geringerer Rentenbeitrag, mehr Riester-Förderung, höhere Freibeträge

 

Das Jahr 2018 bietet jede Menge Verbesserungen, auch für die Altersvorsorge. Die R+V Versicherung hat hier die wichtigsten fünf Änderungen zusammengestellt.

 

Pluspunkt 1: Rentenversicherungsbeitrag sinkt

 

 

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt um 0,1 Prozentpunkte, und zwar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Das ist das niedrigste Niveau seit 1995. „Das bedeutet Monat für Monat eine Entlastung im Portemonnaie“, weiß Rentenexpertin Daniela Steinle von der R+V Versicherung.

 

Gut für: Alle, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen

 

Pluspunkt 2: Riester-Grundzulage steigt

 

Die jährliche Grundzulage für die Riester-Rente wird erhöht: von aktuell 154 auf dann 175 Euro. „Insbesondere für Geringverdiener erhöht sich damit der Förderanteil deutlich“, so Daniela Steinle von R+V. Um die Förderung zu erhalten, liegt der minimale Eigenbeitrag weiterhin bei schlanken 60 Euro im Jahr.

 

Gut für: Alle Riester-Sparer – aktuell rund 16 Millionen in Deutschland

 

Pluspunkt 3: Neuer Freibetrag für die Altersvorsorge

 

Eine staatlich geförderte Altersvorsorge wie die Riester-Rente oder eine betriebliche Altersversorgung wird ab 2018 nicht mehr von der Grundsicherung abgezogen. Der Grundfreibetrag für eine solche Rente liegt bei monatlich 100 Euro. „Maximal sind sogar bis zu 204,50 Euro anrechnungsfrei“, so Steinle.

 

Gut für: Alle, die im Rentenalter auf Grundsicherung angewiesen sein könnten und Beiträge für eine geförderte Altersvorsorge zahlen

 

Pluspunkt 4: Geringverdiener erhalten Förderbeitrag

 

Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, ab 2018 auch Geringverdienern eine betriebliche Altersversorgung (bAV) zu ermöglichen: Zahlt ein Arbeitgeber jährlich zwischen 240 und 480 Euro in eine bAV für seinen Mitarbeiter ein, belohnt ihn der Staat mit einem Zuschuss. Außerdem gilt die Zahlung steuermindernd als Betriebsausgabe. „Für Beschäftigte, die 2.200 Euro und weniger verdienen, wird damit eine Möglichkeit der bAV eröffnet – ohne dass sie selbst etwas beisteuern müssen“, erklärt die R+V-Expertin.

 

Gut für: Alle Beschäftigten, die maximal 2.200 Euro monatlich verdienen – zum Beispiel Teilzeitkräfte

 

Pluspunkt 5: Höchstbeitrag für Basisrente steigt

 

Wer eine Basisrente („Rürup-Rente“) hat, kann künftig mehr Geld steuerlich geltend machen. Der jährliche Höchstbetrag steigt 2018 auf 23.712 Euro für Ledige und 47.424 Euro für Paare. „Gerade für Selbstständige lohnt sich diese geförderte Form der Altersvorsorge“, erläutert Daniela Steinle von R+V.

 

Gut für: Selbstständige und Freiberufler, die privat fürs Alter vorsorgen

 

Frauen haben nur halb so viel Rentenanspruch wie Männer

Neue WSI-Studie: Abstand bei gesetzlicher Rente geringer als bei betrieblicher Vorsorge

 

Bei der Altersversorgung haben Frauen das Nachsehen: Der „Gender Pension Gap“ liegt bei 53 Prozent, zeigt ein neuer Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

 

Die aktuelle Auswertung des WSI-Gender-Daten-Portals macht deutlich, wie es um die Geschlechtergerechtigkeit im Ruhestand steht. WSI-Forscherin Dr. Christina Klenner hat gemeinsam mit Dr. Alexandra Wagner und Dr. Peter Sopp vom Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt in Berlin die Einkommen von Rentnern und Rentnerinnen verglichen. Ihrer Analyse zufolge schneiden Frauen bei allen drei Säulen der Alterssicherung schlechter ab als Männer.

 

Wenn man die Einkünfte aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privater Altersvorsorge zusammenrechnet, ergibt sich für das Jahr 2015 ein „Gender Pension Gap“ von 53 Prozent. Das heißt: Männer verfügen im Schnitt über mehr als doppelt so hohe Alterssicherungseinkommen wie Frauen. Im Westen fällt die Lücke mit 58 Prozent deutlich größer aus als im Osten mit 28 Prozent. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit einen der höchsten Gender Pension Gaps – nur in Luxemburg ist die Differenz noch geringfügig größer.

 

Zwar sind auch in der gesetzlichen Rente – der mit Abstand wichtigsten Säule der Altersversorgung – die eigenen Ansprüche von Frauen weit niedriger als die von Männern, doch bietet die gesetzliche Rentenversicherung Mechanismen des sozialen Ausgleichs zugunsten von Frauen. So werden hier beispielsweise Phasen der Kindererziehung anerkannt. Die Höhe der gesetzlichen Rente betrug 2015 bei den Männern durchschnittlich 1.154 Euro, bei den Frauen 634 Euro pro Monat – eine Differenz von 45 Prozent.

 

Deutlich größer ist laut Studie die Kluft bei der betrieblichen Altersversorgung in der Privatwirtschaft: Hier liegen die Frauen mit 240 Euro knapp 60 Prozent gegenüber den Männern zurück, die auf 593 Euro kommen. Zudem haben nur 7 Prozent der Rentnerinnen überhaupt eigene Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung, von den männlichen Ruheständlern immerhin 26 Prozent. Günstiger stellt sich die Situation im öffentlichen Dienst dar. Von der Zusatzversorgung profitieren 12 Prozent der weiblichen und 10 Prozent der männlichen Rentner. Aber auch hier erhalten die Männer mit im Schnitt 369 Euro deutlich mehr als die Frauen mit 234 Euro. Laufende Leistungen aus der privaten Altersvorsorge beziehen 5 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen, wobei Letztere mit durchschnittlich 311 Euro deutlich weniger ausgezahlt bekommen als die Männer mit 485 Euro.

 

Besser als die männlichen schneiden die weiblichen Ruheständler nur bei den Hinterbliebenenrenten ab: Bei den Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung kommen Witwen im Schnitt auf 660 Euro, Witwer auf 303 Euro.

 

Für Frauen sei es besonders wichtig die gesetzliche Rente zu stärken, schreiben die Forscherinnen. Viele Frauen hätten keine oder nur niedrige Einkünfte aus der betrieblichen und privaten Alternsversorgung (zweite und dritte Säule). „Gerade für Frauen gilt, dass sie Rentenverluste bei der ersten Säule, der gesetzlichen Rente, kaum anderweitig kompensieren könnten“, sagt WSI-Expertin Christina Klenner.

 

Als Erklärung für die Rentenlücke verweisen die Autoren auf die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern: Berufstätige Frauen nehmen häufiger Auszeiten für die Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, arbeiten öfter in Teilzeit, werden im Schnitt schlechter bezahlt – und erwerben dementsprechend weniger Rentenansprüche. Während 85 Prozent der männlichen Rentner in den alten Bundesländern auf mindestens 30 Versicherungsjahre kommen, sind es bei den Rentnerinnen nur 45 Prozent. Pro Versicherungsjahr sammeln Frauen im Schnitt nur drei Viertel der Entgeltpunkte der Männer.

 

Im Zeitverlauf sind der Analyse zufolge immerhin Fortschritte erkennbar: Der Abstand zu den Alterseinkommen der Männer nimmt von Jahr zu Jahr etwas ab, weil immer mehr Frauen erwerbstätig sind und Sorgearbeit mittlerweile zum Teil bei der Rente honoriert wird. Allerdings wird die Differenz auch deshalb kleiner, weil die Alterseinkünfte der Männer tendenziell sinken. Bis zur wirklichen Gleichstellung ist es zudem noch ein weiter Weg: Aus den Anwartschaften der aktuell Erwerbstätigen zwischen 25 und 65 Jahren ergibt sich bei der gesetzlichen Rente immer noch eine Lücke von 24 Prozent.

 

Wie viel Geld im Alter fehlt. Versicherungsverband präsentiert neuen Rentenrechner

Verbraucher können ab sofort im Internet ihre finanzielle Versorgungslücke ausrechnen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat dazu seinen Rentenrechner aktualisiert. In vier einfachen Schritten lässt sich überprüfen, wie viel Geld im Rentenalter fehlt und ob die private Altersvorsorge ausreicht. Darüber hinaus können die Nutzer ihre monatliche Rente im Fall einer möglichen Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit ermitteln. Verbraucher benötigen dazu lediglich die gesetzliche Renteninformation und – falls vorhanden – die jährlichen Standmitteilungen ihrer privaten oder betrieblichen Altersvorsorge. Der neue Rentenrechner berücksichtigt die Unisex-Tarife, die seit dem 21.12.2012 für neu abgeschlossene Verträge gelten. Der Rentenrechner befindet sich auf der GDV-Homepage unter dem Kurz-Link www.gdv.de/rentenrechner.

Die meisten Selbständigen betreiben Altersvorsorge oder haben Vermögen, aber etwa 700.000 sorgen nicht genügend für das Alter vor

Mehr als die Hälfte der Selbständigen in Deutschland ist nicht bei einer obligatorischen Rentenkasse (gesetzliche Rentenversicherung oder berufsständische Versorgungswerke) versichert. Das bedeutet aber nicht, dass der Großteil finanziell unzureichend auf den Ruhestand vorbereitet ist. Denn mehr als die Hälfte der nicht obligatorisch versicherten Selbständigen hat eine Kapitallebensversicherung oder eine private Rentenversicherung. Vor allem ist aber oft Immobilien- sowie Anlagevermögen vorhanden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über eine mögliche gesetzlich vorgeschriebene obligatorische Vorsorge für Selbständige.

Im Jahr 2013 waren 57 Prozent aller Selbständigen nicht obligatorisch rentenversichert. Dabei gibt es keine großen Unterschiede zwischen den Selbständigen mit Angestellten und den Solo-Selbständigen. Grundsätzlich ist der Anteil der Versicherten in Westdeutschland etwas höher als in Ostdeutschland, bei den männlichen Selbständigen höher als bei den weiblichen, und bei den vollzeitbeschäftigten höher als bei den teilzeitbeschäftigten Selbständigen. Deutlich größer ist der Anteil der Versicherten bei jenen, deren selbständige Tätigkeit die Haupteinnahmequelle ihres Haushaltes darstellt. Je höher die berufliche Qualifikation, desto größer ist auch der Anteil der gesetzlich Rentenversicherten – dieser Zusammenhang ist bei den Solo-Selbständigen besonders ausgeprägt. Auch mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Selbständigen, die in eine gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Über die Höhe der Einzahlungen kann allerdings auf Basis der für die Untersuchung verfügbaren Daten keine Aussage gemacht werden.

 

Insbesondere beim Vermögen sind Solo-Selbständige deutlich schlechter gestellt

 

Fast zwei Drittel der nicht gesetzlich versicherten Selbständigen verfügen über ein Immobilien-, Geld- oder Anlagevermögen von mindestens 100.000 Euro. 40 Prozent haben sogar ein Vermögen von mindestens 250.000 Euro. Bei den Vermögenswerten sind die Solo-Selbständigen schlechter gestellt als die Selbständigen mit Beschäftigten. Überdies lebt knapp die Hälfte der nicht gesetzlich Rentenversicherten in Haushalten, die über eine Kapitallebensversicherung verfügen, fast ein Drittel hat eine private Rentenversicherung.

Insgesamt haben mindestens zwölf Prozent aller Selbständigen noch nicht hinreichend für das Alter vorgesorgt, denn sie Zahlen weder in die gesetzliche Rentenkasse oder in eine private Versicherung ein, noch haben sie ein größeres Vermögen (von 100.000 Euro). Wenn man die Messlatte für das Vermögen auf 250.000 Euro legt, gilt dies sogar für 16 Prozent ­aller Selbständigen, bei den Solo-Selbständigen sind es fast 20 Prozent. Alles in allem sieht DIW-Forscher Karl Brenke bei den Selbständigen nicht die Gefahr einer massenhaften Altersarmut – aber eine beachtliche Minderheit könnte später auf den Bezug der Grundsicherung im Alter angewiesen sein.

 

Umkehrhypothek? Fehlanzeige!

Verbraucher können wegen fehlender Angebote abbezahlte Immobilien nicht beleihen

 

Viele ältere Haus- oder Wohnungsbesitzer möchten eine abbezahlte Immobilie zu Geld machen, ohne diese verkaufen oder ausziehen zu müssen. Doch für die Finanzierungsform der sogenannten Umkehrhypothek gibt es in Deutschland keine richtigen Angebote mehr. „Die Kreditinstitute lassen ihre Kunden im Regen stehen. Dabei ist der Bedarf durchaus vorhanden“, meint Alexander Krolzik von der Verbraucherzentrale Hamburg. Regelmäßig wenden sich Verbraucher auf der Suche nach einer Umkehrhypothek an die Hamburger Verbraucherschützer.

 

„Obwohl Umkehrhypotheken ausdrücklich von den strengeren Vorgaben der seit 2016 geltenden Wohnimmobilienkreditrichtlinie ausgenommen wurden, tut sich nichts auf dem Markt“, berichtet Krolzik. „Nur mit sehr viel Glück finden Interessenten bei kleinen regionalen Banken oder Nischenanbietern, was sie suchen. Dennoch sieht die Politik keinen Handlungsbedarf und meint, das Problem hätte sich erledigt.“

 

Bei einer Umkehrhypothek bekommen Eigentümer einer Immobilie einen Kredit. Das Darlehen, für das sie weder Zinsen noch Tilgung zahlen müssen, wird als Einmalbetrag oder in Monatsraten ausgezahlt und im Gegenzug eine Grundschuld auf Haus oder Wohnung eingetragen. Erst am Ende der Laufzeit werden die Zinsen aufaddiert und mit der Kreditsumme zurückgezahlt, beispielsweise über den Verkauf der Immobilie oder weitere Darlehen ohne Tilgung bis zur Beleihungsgrenze. In vielen Fällen werden Umkehrhypotheken erst mit dem Tod des Eigentümers abgelöst.

 

„Für Menschen, denen im Rentenalter wenig Geld zur Verfügung steht, weil alle Ersparnisse ein Leben lang in eine Immobilie flossen, wäre die Umkehrhypothek genau die richtige Finanzierungsform. Damit könnten Immobilieneigentümer von ihrem gebildeten Vermögen profitieren. Aber ohne Anbieter kein Angebot!“, bedauert Krolzik. Er rät Betroffenen über Alternativen wie Leib-, Immobilien- oder Zustifterrenten nachzudenken, gibt jedoch zu bedenken, dass Verbraucher auch bei diesen Produkten Abstriche machen müssten. Die Verbraucherzentrale unterstützt Immobilieneigentümer dabei, die Vor- und Nachteile verschiedener Rentenfinanzierungen gegeneinander abzuwägen und mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen abzugleichen.

 

Lebensversicherung: Garantie am Ende? Was kommt dann?

Video-Diskussionsrunde zu den Themen: Lohnt sich die Lebensversicherung noch, auch wenn das Niedrigzinsniveau weiter anhält? Können Garantien langfristig noch aufrecht erhalten werden? Wie rentabel ist die geförderte Altersversorgung in Form der Riester- und Rüruprente für den Verbraucher tatsächlich? Beratungsqualität am Pranger - zu Recht?

 

Es diskutieren Lars Georg Volkmann, Vorstandsmitglied der VPV Versicherungen, Gerd Güssler, Geschäftsführer des Versicherungs - Analysehauses KVPro, Prof.Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer IFA, Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften, und Friedrich A. Wanschka, Chefredakteur Verbraucherfinanzen-Deutschland.de.

Kapitalanlagebestand der Lebensversicherer auf 900 Milliarden angewachsen

Die deutschen Lebensversicherer bauen für ihre Kunden immer mehr Kapital auf. Insgesamt ist das von den Lebensversicherern angelegte Geld im Jahr 2013 auf über 900 Milliarden gestiegen. Dabei wuchs der Kapitalanlagebestand, den die Lebensversicherungen und Pensionskassen direkt verwalten, im Jahr 2013 um 32 Milliarden Euro auf 824 Milliarden Euro (Vorjahr: 792 Milliarden Euro). Hinzu kommen noch knapp 78 Milliarden Euro (Vorjahr: 66 Mrd.) an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen. Dies geht aus der Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2014“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft hervor. Sie enthält zentrale Strukturdaten. So stiegen 2013 die von den Unternehmen an ihre Kunden ausgezahlten Leistungen um 4,9 Prozent auf 80,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 76,5 Milliarden Euro). Tag für Tag zahlen die Lebensversicherer damit über 200 Millionen Euro aus.

Die fünf größten Irrtümer zum Thema private Lebensversicherung

Lebensversicherungen geraten öfter in Kritik. Grund dafür ist auch oft die mangelnde Informiertheit der Kunden. Die Gothaer klärt deshalb über die häufigsten Irrtümer zum Thema private Lebensversicherung auf:

Irrtum 1: Große Summen kann man sich nicht leisten. Um den Hinterbliebenen einen adäquaten Lebensstandard zu garantieren, müssten monatlich hohe Summern in die Lebensversicherung einbezahlt werden, was für manche Kundengruppen finanziell nicht möglich ist.

Eine so genannte "Risiko-Lebensversicherung", mit der man die Hinterbliebenen absichern kann, schützt schon zu einem recht günstigen Beitrag. Bei dieser Police wird ausschließlich im Todesfall geleistet. Versicherungsschutz in Höhe von 300.000 Euro erhält beispielsweise ein 30jähriger Mann bereits für einen Monatsbeitrag von rund 23 Euro.

Irrtum 2: Ist im Vertrag der Ehepartner als Begünstigter genannt, erlischt der Anspruch automatisch mit der Scheidung. Es bekommt automatisch die aktuelle Ehefrau das Geld, auch wenn es bereits die zweite oder dritte Ehe ist.

Nein, der Ehegattenwechsel muss der Versicherung angezeigt und die Begünstigung schriftlich geändert werden. Steht nur „Ehepartner“ im Vertrag, erhält die Person das Geld, mit der die Ehe zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestand. Allerdings kann man auch den „in gültiger Ehe lebenden Ehegatten“ als Begünstigten eintragen. Eine Änderungsmitteilung kann aber jederzeit formlos bei der Versicherung eingereicht werden.

Irrtum 3: Die Lebensversicherung fällt automatisch mit in die Erbmasse.

Das gilt nur, wenn der Versicherte keinen Begünstigten für den Todesfall angegeben hat. Als Begünstigte können bei Privatversicherungen beliebig viele Personen festgelegt werden. Bei mehreren Begünstigten kann zusätzlich festgelegt werden, wie die Leistung anteilig aufgeteilt wird. Geschieht dies nicht, erhalten alle zu gleichen Teilen die Leistung.

Irrtum 4: Bei knapper Kasse hilft nur die Kündigung der Lebensversicherung.

Vorschnelle Kündigung bei kurzfristiger Finanzknappheit ist keine Lösung. Hierdurch entstehen dem Kunden Nachteile, wie der Verlust von eventuellen Steuervorteilen. Zudem können Kunden zum regulären Ablauf den so genannten "Schlussanteil" erhalten, der die Auszahlung wesentlich erhöht. Viele Versicherer bieten auch Möglichkeiten, die Beiträge für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen.

Irrtum 5: Kredite bekommt man nur von der Bank.

Es geht auch anders: Bei einem Policendarlehen wird ein Teil des bislang aufgebauten Vertragsguthabens der Lebens- oder Rentenversicherung als sogenanntes Policendarlehen ausgezahlt. Der Darlehenszins ist in der Regel günstiger als die Zinsen für einen Dispokredit. Außerdem erfolgt keine aufwändige Kreditprüfung, sondern der Kunde erhält zeitnah sein Geld. Auch eine Tilgung ist jederzeit möglich. Wird nichts zurückgezahlt, verrechnet der Lebensversicherer den Darlehensbetrag zum Versicherungsablauf mit der fälligen Auszahlung. Das Policendarlehen eignet sich vor allem, um einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überbrücken.

 

Studie Vorsorgeatlas Deutschland: Wer sich nur auf die staatliche Rente verlässt, ist im Alter verlassen

Die umlagefinanzierte staatliche Altersversorgung reicht nicht annähernd aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter fortzuführen. Verlassen sich die 38 Millionen Arbeitnehmer lediglich auf die staatliche Altersversorgung, fehlen ihnen nach heutiger Kaufkraft im Schnitt 800 Euro pro Monat. Das ist ein Ergebnis des neuen "Vorsorgeatlas Deutschland", der vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt wurde. Allerdings können die 16,6 Millionen Menschen, die privat zusätzlich für ihr Alter vorsorgen, im Durchschnitt ihre Rentenlücke schließen. Sie ersetzen damit im Ruhestand 59,9 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens und erreichen damit nahezu das lebensstandardsichernde Ziel von 60 Prozent. "Bezüglich der Verteilung der Ansprüche gibt es jedoch deutliche Unterschiede", betont Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge. Rund die Hälfte der Personen (8,3 Millionen) mit Ansprüchen aus der gesetzlichen und der geförderten privaten Altersversorgung erhält nämlich weniger als 54,6 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. "Nur wer darüber hinaus Geld zurücklegt, hat auf jeden Fall ausreichend vorgesorgt", so Prof. Raffelhüschen.

 

Staatliche Rente führt zu deutlichen Einbußen im Alter

 

In der Studie werden neben den "klassischen" Alterssicherungssystemen der ersten Schicht (Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung) und der Vorsorgewege der zweiten Schicht (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes) auch das Geld- und Immobilien-vermögen der Haushalte (dritte Schicht) betrachtet. Für ein ausreichendes Versorgungsniveau, das die Fortführung der gewohnten Lebenshaltung während der Rente ermöglicht, wird ein Alterseinkommen von mindestens 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens benötigt. Dies kann allein mit der ersten Schicht nicht annähernd erreicht werden. Nur mit Ansprüchen aus dieser Schicht können die Menschen lediglich 43,3 Prozent ihres Einkommens ersetzen. Dies bedeutet nach heutiger Kaufkraft im Durchschnitt eine Lücke von mehr als 800 Euro pro Monat. Eine Ausnahme stellen lediglich Beamte dar, welche zum Großteil bereits durch ihre Pensionsansprüche ausreichend versorgt sind. 

 

Besonders dramatisch sieht es bei der Versorgung der jungen Menschen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung aus, was auf die zahlreichen Rentenreformen seit dem Jahr 2001 zurückzuführen ist. Die 20- bis 34-Jährigen können mit ihrer zukünftigen Rente nur 38,4 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen. Wollen sie ihren Lebensstandard halten, sind sie auf jeden Fall auf eine ersetzende private oder betriebliche Vorsorge angewiesen. Nutzen sie diese Möglichkeit, erreichen sie aufgrund der langen Ansparzeit die höchsten Ansprüche und Ersatzquoten im Vergleich zu den anderen Altersgruppen. Allerdings verfügt bisher nur knapp über ein Drittel der jüngsten Altersgruppe über Ansprüche aus der zweiten Schicht.

 

Die Riester-Rente erfüllt ihre sozialpolitische Aufgabe

 

Die vorliegende Untersuchung zeigt auch, dass die 16,6 Millionen Erwerbstätigen mit Ansprüchen sowohl aus der ersten als auch aus der zweiten Schicht im Durchschnitt 59,9 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen können. Dies gilt vor allem für jene Bürger mit einem Nettoeinkommen von bis zu 1.500 Euro im Monat, die hauptsächlich die Riester-Rente als Vorsorgeform nutzen. "Damit ist belegt, dass das System der Riester-Rente sozialpolitisch funktioniert und hierdurch besonders Personen mit niedrigen und mittleren Einkommen gefördert werden", betont Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Auch könne er die pauschale Kritik an der Riester-Rente nicht nachvollziehen, da es viele sehr gute Angebote gebe. "Nur weil bei der ADAC-Pannenstatistik manche Autos schlecht abschneiden, wird auch nicht gleich die Abschaffung aller Autos gefordert", betont Reinke. Man müsse ungünstige Produkte kritisieren, den Menschen aber gleichzeitig Alternativen aufzeigen. Ansonsten würden die Bürger so verunsichert, dass sie lieber gar nichts mehr täten.

 

Altersarmut droht! Studie: Deutsche kümmern sich zu wenig um ihre Altersvorsorge

Fast die Hälfte (47 Prozent) der Bundesbürger beschäftigt sich nur wenig oder überhaupt nicht mit der eigenen Altersvorsorge. Sie sind mit der Wertentwicklung der Vorsorgeprodukte unzufrieden und blicken pessimistisch in die Zukunft. So lauten die Ergebnisse einer repräsentativen Studie der youGov Deutschland AG im Auftrag des britischen Versicherers Standard Life. Das Meinungsforschungsinstitut hat insgesamt 1.150 Frauen und Männer in ganz Deutschland zu ihrer Altersvorsorge befragt. Zwar sind 30 Prozent zuversichtlich, dass sie eine finanzielle Absicherung im Alter erzielen können - gleichzeitig sind sich 28 Prozent der Bürger allerdings nicht sicher, ob sie dieses Ziel tatsächlich erreichen werden. 29 Prozent gehen sogar davon aus, dass sie ihr Vorsorgeziel wahrscheinlich nicht oder sogar auf keinen Fall erreichen werden. Alarmierend sind auch die Antworten der befragten Rentner: Nur 37 Prozent sind mit ihrem Einkommen zufrieden. 36 Prozent sind unzufrieden und 27 Prozent der Befragten sehen ihre finanzielle Situation zwiespältig. „Es ist nicht mehr die Frage, ob es zu einer Altersarmut kommt, sondern nur noch, in welchem Umfang sie kommen wird“, sagt Sven Enger, CEO von Standard Life Deutschland. „Dass sich deutsche Bürger aktuell dafür entscheiden, nichts für ihre Altersvorsorge zu tun, wird langfristig fatale Folgen haben. Die Versicherungsbranche hat einen gesellschaftlichen Auftrag, die Kunden von der Wichtigkeit ihrer Altersvorsorge zu überzeugen.“

 

Enttäuschung über die Wertentwicklung der Vorsorgeprodukte

 

Ein Grund für die pessimistische Haltung dürfte die Unzufriedenheit mit der Performance der Produkte sein: 33 Prozent der Befragten haben mit einer höheren Wertentwicklung ihrer Altersvorsorgeprodukte gerechnet. 36 Prozent zeigen sich mit der Performance größtenteils zufrieden, positiv überrascht sind hingegen nur 3 Prozent. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Befragten überwiegend auf konservative, renditeschwache Produkte setzen: Das Sparbuch (24 Prozent), die Immobilie, der Bausparvertrag und die Kapitallebensversicherung (mit jeweils 23 Prozent) gelten laut dieser Umfrage als die beliebtesten Altersvorsorgeprodukte. Sie liegen damit deutlich vor Aktienfonds (14 Prozent), Aktien (12 Prozent) oder fondsgebundenen Rentenversicherungen (10 Prozent).

 

Klassische Lebensversicherung ist Auslaufmodell – Garantiezins kaum bekannt

 

Die klassische Lebensversicherung war jahrzehntelang aufgrund ihrer Garantien ein gefragtes Instrument zur Altersvorsorge. Der garantierte Rechnungszins sinkt jedoch seit Jahren kontinuierlich und beträgt seit 1. Januar 2012 nur noch 1,75 Prozent. Der klassischen Lebensversicherung stehen die Deutschen dementsprechend zunehmend skeptisch gegenüber: 76 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass eine klassische Lebensversicherung nicht für die Vorsorge ausreicht. Hinsichtlich der Höhe des Garantiezinses herrscht Unwissen: 41 Prozent gaben an, nicht zu wissen, wie hoch der Garantiezins ist. 26 Prozent schätzten ihn höher als 2 Prozent ein, nur 20 Prozent kannten den tatsächlichen Garantiezins.

 

Insolvenzschutz des Anbieters wichtig für Anleger

 

Was sorgt bei den Befragten, bezogen auf die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten, für ein sicheres Gefühl? Hier rangieren der Insolvenzschutz des Anbieters (mit 65 Prozent der Nennungen) und die Garantie der eingezahlten Beiträge (63 Prozent) ganz vorne. Danach folgt die Anlagekompetenz des Anbieters (43 Prozent). Das Image des Anbieters (33 Prozent), seine Finanzstärke und seine Erfahrung (jeweils 32 Prozent) werden nicht so hoch bewertet. „Investmentkompetenz gewinnt in Zeiten niedriger Zinsen und volatiler Kapitalmärkte immer mehr an Bedeutung. Denn nur mit der notwendigen Erfahrung kann ein Versicherer für den Kunden ausreichend hohe und stabile Erträge erzielen“, sagt Enger. „Dies ist aus meiner Sicht der entscheidende Faktor, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen und gleichzeitig die Auswirkungen der Altersarmut zu begrenzen.“

 

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