Top 10-Geldanlagen der Bundesbürger 2018 - Girokonto erstmals beliebteste Geldanlage

Die andauernde Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sorgt bei den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen für einen neuen Spitzenreiter: Erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 liegt das „Sparen auf dem Girokonto“ auf Platz 1. Die meisten anderen Geldanlagen haben in der Gunst der Sparer verloren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage zum Sparverhalten der Deutschen. Kantar TNS befragte dazu im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen über 2.000 Bundesbürger im Alter von über 14 Jahren.

 

Nullzinsen für sicheres Sparen – für die Deutschen ist das im Jahr 2018 offensichtlich der beste Grund, sich bei langfristigen Sparformen zurückzuhalten. Man geht „kurz“ und wartet vor einer Neuanlage angesichts einer vielfach beschriebenen leichten Zinswende „am langen Ende“ die weitere Entwicklung erst einmal ab. Anders ist der Aufstieg des Girokontos zur beliebtesten Geldanlage mit nun 42 Prozent der Nennungen nach 41 Prozent im Vorjahr nicht zu erklären.

 

Das Sparbuch als klassischer Spitzenreiter erreichte erstmals seit Beginn dieser speziellen Umfragereihe vor über zehn Jahren mit 41 Prozent nach zuvor 42 Prozent nur den zweiten Platz. Platz 3 teilen sich jetzt der Bausparvertrag und Renten- und Kapitallebensversicherungen mit je 29 Prozent – nach 34 bzw. 32 Prozent im Jahr 2017.

 

Auch Platz 5 ist zwei Mal vergeben: Unverändert 23 Prozent erzielen kurz­fristige Geldanlagen wie Tagesgeldkonten/Festgeldkonten/Termingelder. Auf den gleichen Wert kommen Immobilien, die 2017 allerdings noch von 26 Prozent genannt wurden. Hierbei dürften auch die preislichen Übertreibungen in Ballungsräumen eine Rolle spielen.

 

Zulegen konnten außer dem Girokonto nur noch Investmentfonds. Sie erreichen 21 Prozent nach 20 Prozent vor einem Jahr. Die Riester-Rente verlor 1 Prozentpunkt und kommt jetzt auf 19 Prozent. Den vorletzten Platz belegen erneut Aktien mit 13 statt 15 Prozent. Vermutlich schlägt sich hier auch die DAX-Entwicklung seit Ende Januar 2018 nieder. Auf dem letzten Platz der Top 10 stehen unverändert Festverzinsliche Wertpapiere, die erneut von 6 Prozent der Befragten genannt wurden. 

 

Anleger erwartet 2018 ein Flickenteppich an Informationen

Der deutsche Fondsverband BVI warnt angesichts der 2018 in Kraft tretenden MiFID-II- und PRIIPs-Regeln vor unterschiedlichen Informationen für Anleger. „Im neuen Jahr droht Fondskäufern ein Flickenteppich an widersprüchlichen Informationen“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI. „Je nach Vertriebsweg erhalten sie dann zu ein und demselben Fonds bis zu vier unterschiedliche Dokumente, deren Inhalte sich in wesentlichen Punkten widersprechen. Das wird die Verbraucher eher verwirren als aufklären.“ Auf dieses Problem hatte der BVI die Regulatoren in der Vergangenheit mehrfach hingewiesen.

Der BVI plädiert deshalb dafür, die von der EU-Kommission und den europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) erlassenen Regeln gezielt zu überarbeiten. Dazu Richter: „MiFID und PRIIPs haben 2012 als sinnvolle Vorhaben zum Verbraucherschutz begonnen, sich dann aber im weiteren Prozess zu administrativen Monstren entwickelt. Die EU-Gesetzgeber haben Maß und Ziel verloren und sollten die Auswüchse schnell korrigieren. Für PRIIPs könnte das schon bei der anstehenden Überprüfung Ende 2018 geschehen.“

Fondsgesellschaften und Berater stellen Privatanlegern heute schon das sogenannte OGAW-KIID zur Verfügung, auch bekannt als „wesentliche Anlegerinformationen“. Sie enthalten übersichtliche und vergleichbare Informationen unter anderem zu Kosten, Wertentwicklung und Risiken des jeweiligen Fonds. Zu Riester-Fonds erhält der Anleger zusätzlich ein gesetzlich vorgeschriebenes Produktinformationsblatt. Mit Januar kommen dann die neuen Informationen nach MiFID II hinzu und bei Fondspolicen ein PRIIPs-KID mit Informationen zu den einzelnen Fonds. Ein Vergleich dieser Dokumente führt oft zu absurden Ergebnissen, etwa bei den Kosten: Beim Kauf eines Fonds schreiben MiFID II und PRIIPs vor, die Produktkosten in Euro und Cent offenzulegen.

Was war die beste Geldanlage 2017?

Bereits im zweiten Jahr infolge können sich Aktienanleger über zweistellige Renditen freuen. Wer am ersten Handelstag 2017 deutsche Standardaktien (DAX-Werte) kaufte, konnte bis Anfang 2018 einen Wertzuwachs von im Schnitt etwa elf Prozent verbuchen. So wurden aus 10.000 Euro im Verlauf eines Jahres etwa 11.100 Euro.

 

Mit extrem niedrigen Zinsen mussten sich dagegen Sparer begnügen, die auf Nummer sicher gehen wollen. Sparbriefe, Spar- und Termineinlagen bei Banken verzinsten sich nur im Promille-Bereich. Wer auf Bundesanleihen setzte, musste sogar mit Verlusten rechnen, weil die Kurse der Wertpapiere an den Börsen sanken. Fünfjährige Bundesobligationen zum Beispiel verloren gut ein Prozent. Auch der Goldpreis sank (in Euro notiert) von Anfang 2017 bis Anfang 2018 um etwas mehr als ein Prozent, so der Bankenverband.

 

 

Geld aus der Lebensversicherung: Erspartes clever fürs Alter nutzen

Mehr als eine Million Kapitallebensversicherungen wurden 2017 fällig, zeigen Zahlen des Versicherungsverbands GDV. Hunderttausende Kunden stehen damit vor der Frage, was sie mit der Auszahlung machen. Das Geld einfach unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen, ist keine gute Idee. Besser ist es, das Ersparte weiter für sich arbeiten zu lassen, während man monatlich Geld entnimmt – am besten mit einem Auszahlplan, in Ausnahmefällen mit einer Sofortrente. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat die Möglichkeiten unter die Lupe genommen.

 

Wer sich sein Zubrot im Alter aus Aktienvermögen finanziert, hat langfristig die größte Chance auf Gewinne. Deshalb empfiehlt Finanztip diese Strategie. Viele Sparer haben aber Zweifel, wie viel und wie lange sie Geld entnehmen können – schließlich schwanken die Aktienmärkte und das Guthaben kann auch mal weniger werden. „Sparer sollten pragmatisch an die Sache herangehen und behutsam und über einen langen Zeitraum planen“, erklärt Sara Zinnecker, Expertin für Altersvorsorge bei Finanztip. „Vor allem müssen sie bereit sein, im Falle einer großen Krise auch mal einzugreifen und weniger Geld zu entnehmen“. Für die Anlage empfiehlt Finanztip günstige, weltweit ausgelegte Aktien-Indexfonds (ETFs).

 

Im schlimmsten Fall hätte der Sparer mehr als 130.000 Euro übrig

 

Finanztip-Berechnungen ergaben: Wer seit 1973 100.000 Euro angelegt und beliebige 30 Jahre lang vier Prozent im Jahr – das sind 330 Euro monatlich – entnommen hat, kam komfortabel über die Runden. Selbst im schlimmsten Fall, im Zeitraum von 1973 bis 2003, hatte der Sparer am Ende sogar 130.000 Euro übrig – mehr als zu Beginn. Im Fall zweier großer Finanzkrisen in Folge wäre das Geld dagegen nach gut 17 Jahren aufgebraucht gewesen. Zinnecker rät, in schlechten Börsenzeiten die Entnahme zu stoppen: „Läuft es an der Börse dann wieder besser, ist noch genug Kapital vorhanden, um für die nächsten Jahre ausreichend Geld zu erwirtschaften.“ Fondsanteile können Verbraucher regelmäßig selbst im Depot verkaufen oder einen Auszahlplan nutzen, wie ihn zum Beispiel der Wertpapierhändler Flatex anbietet.

 

Die Sofortrente lohnt sich nur, wenn man sehr alt wird

 

Nur wer davon ausgeht, sehr alt zu werden, sollte über eine Sofortrente nachdenken. Der Vorteil: Der Verbraucher muss sich um nichts kümmern, denn die Anlage des Einmalbetrages und die Auszahlung der Rente übernimmt eine Versicherung. „Mit der Sofortrente ist man zwar auf der sicheren Seite,“ sagt Zinnecker. „Die garantierte Rentenzahlung bis zum Lebensende lässt sich die Versicherung aber teuer bezahlen.“ Finanztip empfiehlt unter anderem günstige Online-Tarife der Direktversicherer Europa (Tarif E-SR) oder Huk24 (Tarif RS24).

 

Sichere Erträge auch mit Festgeld

 

Wer die Extreme scheut, für den bietet sich eine Kombination aus Aktien-Indexfonds und Festgeld an. „Damit können Verbraucher so planen, dass sie über 15 Jahre eine sichere Auszahlung bekommen“, sagt Zinnecker. „Dafür legen Sie ihr Geld einfach in Festgeld mit verschiedenen Laufzeiten an. Das Geld, dass Sie für das nächste Jahr benötigen, lassen Sie auf dem Giro- oder besser auf dem Tagesgeldkonto.“ Den verbleibenden Teil des Guthabens legen Verbraucher ebenso lang in ETFs an. So kann sich dieses Kapital am Aktienmarkt entwickeln. Nach den 15 Jahren können Sparer erneut überlegen, was sie mit dem restlichen Ersparten machen. 

 

Minizinsen frustrieren Anleger

Studie: 79 Prozent der Sparer gehen mit ihren Geldanlagen sehr behutsam um

 

Obwohl sie sich nur ungern mit Geldanlagen beschäftigen, gehen acht von zehn Sparern (79 Prozent) mit ihrem Vermögen sorgsam um. Immerhin 70 Prozent haben den Anspruch, auf dem neuesten Stand zu sein, was ihre finanzielle Lage angeht. Trotzdem macht sich Frust breit: 40 Prozent haben angesichts der niedrigen Sparzinsen keine Lust, die Rendite von verschiedenen Geldanlagen miteinander zu vergleichen. Erschwert wird den Sparern ihre Orientierung auch von Wissensdefiziten: Lediglich jeder Vierte (27 Prozent) behauptet von sich, dass er sich mit Geldanlagen gut auskennt. Und nicht einmal jeder Zweite hält Aktien auf lange Sicht für ertragreicher als herkömmliche Anlagen. Große Hoffnungen richten sich an die Berater. Zwei Drittel (67 Prozent) erwarten von ihnen, dass sie Anlagealternativen vorschlagen. Dabei zeigen sich Sparer durchaus aufgeschlossen für Aktien und Investmentfonds, auch wenn viele annehmen, zu wenig Geld für eine breitere Streuung zu haben. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

 

Jedem zweiten Sparer (50 Prozent) in Deutschland macht es keinen Spaß, sich um seine Finanzen zu kümmern. Die anhaltend niedrigen Zinsen tun ihr Übriges dazu und führen mittlerweile zu Frust und Resignation unter den Anlegern. 37 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es bei dem niedrigen Zinsniveau egal ist, wie lange sie ihr Geld anlegen, da sie ohnehin keine vernünftige Verzinsung bekommen. Ebenso geben 35 Prozent an, dass es ihnen momentan gleichgültig erscheint, für welche Form der Geldanlage sie sich entscheiden, da sie sowieso keine attraktive Rendite erzielen können. „Das langanhaltend niedrige Zinsniveau ändert die Mentalität der Sparer. Anfangs wollten die Menschen die Phase aussitzen, inzwischen sind die Erwartungen vieler auf den Nullpunkt gesunken. Diese Menschen dürfen wir nicht verlieren, sondern müssen aufzeigen, dass es auch in diesen Zeiten Alternativen gibt“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

 

Im Durchschnitt halten die Befragten eine Streuung ihres Vermögens ab einem Anlagebetrag von 28.500 Euro für sinnvoll

 

Vielen Befragten fehlt allerdings das erforderliche Know-how, um im derzeitigen Marktumfeld eine attraktive Anlagelösung aus der Vielzahl von Produkten ausfindig zu machen: 40 Prozent der Anleger bescheinigen sich selbst schlechte Kenntnisse in Geldanlagen und nur knapp jedem Zweiten (48 Prozent) ist bekannt, dass Aktienanlagen auf lange Sicht die höchsten Erträge bieten. Zwei Drittel der Sparer (67 Prozent) suchen deshalb auch Rat bei ihrem Berater und erwarten von ihm, dass er interessante Anlagealternativen vorschlägt und erläutert. 44 Prozent der Befragten ziehen dabei in Erwägung, Geld aus bestehenden Anlagen in Investmentfonds umzuschichten. Auch der Vermögensstreuung stehen die Anleger relativ offen gegenüber: Etwa die Hälfte (52 Prozent) gibt an, das eigene Geld auf unterschiedliche Anlageformen zu verteilen, um die Risiken zu verringern. Als sinnvoll erachten die Befragten eine Vermögensaufteilung jedoch erst ab einem Anlagebetrag von durchschnittlich 28.500 Euro. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) glaubt sogar, dafür nicht genügend Geld zu haben. „Es ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube, dass zum Aufbau einer ausgewogenen Vermögensstruktur große Geldbeträge erforderlich sind. Wichtig für Anleger ist die Diversifizierung ihrer Ersparnisse, aber unabhängig von der Summe“, sagt Gay.

 

Besitzer von Aktien und Aktienfonds bleiben bei Kursrückgänge relativ entspannt

 

Weniger empfänglich für Aktien und Aktienfonds zeigen sich die Befragten, die selbst noch keine Aktien und Aktienfonds besitzen (60 Prozent). Die meistgenannten Gründe, weshalb sie ihre Ersparnisse nicht auf diese Weise anlegen, sind Bedenken wegen möglicher Kursschwankungen (58 Prozent), fehlender finanzieller Mittel (56 Prozent) und des Zeitaufwands, regelmäßig die Aktienkurse zu verfolgen (53 Prozent). Die Besitzer von Aktien und Aktienfonds (40 Prozent) hingegen zeigen sich relativ entspannt und zuversichtlich: 91 Prozent bleiben ruhig, wenn es bei ihren Aktien bzw. Aktienfonds zu Kursschwankungen kommt und der Kurs fällt. Denn 62 Prozent betrachten Rückgänge an den Aktienmärkten gleichzeitig als Chance, günstig nachzukaufen. Mit 96 Prozent tendieren fast alle Aktien- und Aktienfondsbesitzer dazu, bei fallenden Notierungen erst einmal die Füße still zu halten und nichts zu unternehmen. „Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass viele Anleger sich überwinden müssen, ihr Geld in Aktien und Aktienfonds anzulegen. Diejenigen, die bereits investiert sind, scheinen sich damit aber recht wohl zu fühlen, weil sie das Auf und Ab an der Börse weniger als Risiko, sondern vielmehr als Chance begreifen und für ihr Durchhaltevermögen letzten Endes mit einer attraktiven Rendite belohnt werden“, so Gay.

 

Besserer Schutz für private Anleger 

Im Januar dieses Jahres ist die neue europäische Finanzmarktrichtlinie, kurz MiFID II genannt, in Kraft getreten. „Dieser Richtlinie verdanken wir neue Regeln im Wertpapierhandelsgesetz, die Verbraucher bei der Geldanlage besser schützen“, sagt Susanne Götz von der Verbraucherzentrale Bayern. „Nun fordert sogar das Gesetz, das Wertpapierdienstleistungsunternehmen wie die Banken die Anlageberatung ehrlich, redlich und professionell im bestmöglichen Interesse der Kunden erbringen müssen“, so die Finanzjuristin. Die Vergütung und Bewertung der Mitarbeiter darf mit dieser neuen Verpflichtung nicht kollidieren. Die Verbraucherschützer begrüßen das, denn schon lange fordern sie eine provisionsunabhängige Beratung. Dass sie die Verbraucher nachhaltig schützt, zeigt ein Blick in die Niederlande. Dort kann man nach fünf Jahren provisionsunabhängiger Beratung einen deutlichen Rückgang von fehlerhaften oder schlechten Finanzberatungen verzeichnen.

 

Für bemerkenswert hält die Verbraucherzentrale Bayern auch die Pflicht, Kosten sowie Zuwendungen an die Bank offenzulegen. Auszuweisen ist, wie sich die Kosten auf die Rendite auswirken. In einem sogenannten Geeignetheitsprotokoll, das das Beratungsprotokoll ablöst, hat die Bank ihre Produktempfehlung darzustellen und zu erläutern. Diese muss zu den Anlagezielen und der Risikobereitschaft des Kunden passen. „Nicht alles ist ganz neu“, sagt Susanne Götz, „denn manches davon wurde zuvor schon von der Rechtsprechung herausgearbeitet“. Das gilt beispielsweise für die Verpflichtung der Banken, eigene Zuwendungen in Form von Rückvergütungen bei der Geldanlage offenzulegen. „Trotz verbessertem Anlegerschutz sollten Verbraucher weiterhin vorsichtig sein“, sagt Susanne Götz. 

 

Performance-Szenarien in Basisinformationsblättern nicht nachvollziehbar

Basisinformationsblätter (BIB) sollen Anleger über die wichtigsten Eigenschaften der angebotenen Anlageprodukte informieren. Die dort anzugebenden Renditen für verschiedene Szenarien zur Wertentwicklung der Anlageprodukte (Performance-Szenarien) stellen für Verbraucher jedoch keine belastbare Entscheidungsgrundlage dar. Das zeigen Erkenntnisse des Marktwächter-Teams in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu BIBs von unterschiedlichen Anbietern. Grund für die teils nicht nachvollziehbaren Angaben sind gesetzlich vorgegebene Berechnungen.

 

Seit dem 1. Januar 2018 gibt es mit der EU-Verordnung Nr. 1286/1014 eine standardisierte Informationspflicht für BIBs in Bezug auf verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (PRIIP-Verordnung). Anbieter von bestimmten Geldanlageprodukten sind dadurch verpflichtet, in ihren BIBs Angaben zu Performance-Szenarien auf Grundlage gesetzlich vorgegebener Berechnungen zu machen. Bei diesen Angaben handelt es sich um geschätzte jährliche Durchschnittsrenditen für verschiedene Laufzeiten. Die Performance-Szenarien sollen Verbrauchern eine informierte Anlageentscheidung erleichtern.

 

Keine belastbare Entscheidungsgrundlage für Verbraucher

 

Das Marktwächter-Team stellte anlässlich von Verbraucherbeschwerden fest, dass die Angaben in den Performance-Szenarien unlogisch sein können. „Die Performance-Szenarien in den BIBs der untersuchten Zertifikate stellen keine belastbare Entscheidungsgrundlage für Verbraucher dar“, sagt Benjamin Wick, Referent Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

So kann die Umsetzung der gesetzlich vorgegebenen Berechnungen etwa dazu führen, dass die geschätzten jährlichen Durchschnittsrenditen selbst im pessimistischen Szenario nach einem Jahr noch eine durchschnittliche Rendite von 48 Prozent erzielen können (siehe Beispiel 1 im Faktenblatt: Bonus-Zertifikat der Deka Bank).

 

Problem: Berechnungsgrundlage

 

Nicht nachvollziehbare Renditeangaben fanden die Marktwächterexperten in zahlreichen untersuchten BIBs unterschiedlicher Anbieter. „Die Berechnungsgrundlage des Gesetzgebers führt teilweise zu abwegigen Ergebnissen“, so Wick. Die Angaben zu den Szenarien werden mittels Simulationsverfahren gemäß PRIIP-Verordnung ermittelt. Hierbei fließen zwar historische Renditen der Bezugsgrößen ein, wie beispielsweise Zinssätze, Aktienkurse oder Indexstände, allerdings lediglich mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre. Die Verteilung der Renditen über diesen kurzen Zeitraum lässt aber keine validen Schlussfolgerungen über zu erwartende künftige Renditen und Risiken zu.

 

Problem bekannt, Lösung bleibt aus

 

Einige Anbieter sind offenbar schon selbst auf unplausible Angaben aufmerksam geworden. Die DZ-Bank hat beispielsweise einen Hinweis auf „nicht nachvollziehbare Zahlen“ ergänzt (siehe Beispiel 6 im Faktenblatt: Aktienanleihe der DZ Bank). Doch auch entsprechend ergänzte BIBs könnten bei Verbrauchern eher Fragen aufwerfen, als dass sie deren Anlageentscheidung erleichtern.

 

EU-Gesetzgeber muss handeln

 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert die EU-Gesetzgeber auf, die Probleme bei den Basisinformationsblättern umgehend abzustellen. „Der Blick in die Glaskugel hilft Verbrauchern bei der Geldanlage nicht. Unglaubhafte Szenarien zur Wertentwicklung können vielmehr von Vertrieben missbraucht werden, um bestimmte Produkte zu verkaufen. Kaum überprüfbare Berechnungen gehören nicht in Verbraucherinformationen“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt beim vzbv. Die PRIIP-Verordnung soll planmäßig bis zum Jahr 2019 von der EU-Kommission evaluiert werden. 

 

Wenn König Kunde zur Last wird

Auf vielfältige Art und Weise versuchen einige Finanzinstitute im aktuellen Niedrigzinsumfeld, Verbraucher aus langfristigen, gut verzinsten Sparverträgen zu drängen – oder diese Verträge zu kündigen. Das zeigt eine Untersuchung bundesweit erhobener Verbraucherbeschwerden durch das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Auf Grund der Ergebnisse kommen die Marktwächterexperten zu dem Schluss: Die aufgezeigten Finanzinstitute stellen das Prinzip der Vertragstreue in Frage.

 

Um gut verzinste Sparverträge loszuwerden, versuchen einige Finanzinstitute Kunden zu beeinflussen. Damit diese selbst ihre Verträge beenden, heben einige beispielsweise einseitig die Nachteile der Verträge hervor, andere appellieren an die Verantwortung für das Bausparkollektiv oder drohen die Kündigung an, wenn man nicht den Tarif wechselt. In anderen Fällen legen Finanzinstitute Verträge zu Lasten der Kunden eng aus und nutzen beispielsweise eine nicht geleistete Nachzahlung der Sparbeiträge oder Anpassung der Tarife als Grundlage für eine Kündigung. Schließlich berufen sich einige auch auf im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) vorgesehene Kündigungsrechte eines Darlehensnehmers, um Sparverträge zu kündigen. „Indem Finanzinstitute versuchen, Sparverträge zu beenden, deren vertraglich vereinbarte Laufzeit noch nicht erreicht ist oder die als langfristige Geldanlage zum Beispiel zur Altersvorsorge beworben wurden, stellen sie das Prinzip der Vertragstreue in Frage“, betont Beate Weiser, Referentin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 

Prämiensparverträge betroffen

 

Betroffen sind neben zahlreichen Bausparverträgen in erster Linie Prämiensparverträge verschiedener Sparkassen. Diese zeichnen sich durch vergleichsweise geringe variable Sparzinsen aus, die mit zunehmender Laufzeit durch steigende Prämien ausgeglichen werden sollen. Nun, da vielfach die höchste Prämienstufe erreicht ist, versuchen einige Sparkassen, diese Verträge zu beenden.

 

„Gebot der Wirtschaftlichkeit“ als Kündigungsgrund

 

Drei Kreissparkassen begründeten die Kündigungen von Prämiensparverträgen beispielsweise damit, als Unternehmen dem „Gebot der Wirtschaftlichkeit“ zu unterliegen. Doch auch Verbraucher müssen wirtschaftlich denken und sind darauf angewiesen, rentable Verträge abzuschließen und zu behalten. „Wenn Finanzinstitute langfristige Sparverträge kündigen oder Kunden überreden, sich von diesen Verträgen zu trennen, wälzen sie die negativen Folgen des Niedrigzinsumfeldes einseitig auf die Verbraucher ab“, so Weiser. Aber nur wenige Finanzinstitute berücksichtigen die wirtschaftlichen Interessen der Verbraucher, etwa indem sie bei Beendigungen alle vereinbarten Zinsen vorab bezahlen oder Verbrauchern zumindest einen finanziellen Ausgleich anbieten.

 

Kündigungsrechte umstritten

 

In den betroffenen langfristigen Spar- und Bausparverträgen war ein Kündigungsrecht des Anbieters häufig nicht vereinbart. Um dennoch kündigen zu können, nutzen einige Anbieter die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, u. a. des Darlehensrechts. Die Verbraucherzentralen und der vzbv gehen im Wege der Verbandsklage gegen einzelne Kündigungen vor.

 

 

Dubiose Geldanlagen im Internet: Anbieter kaum zu greifen

Hohe Renditen und dauerhaftes „passives Einkommen“: dafür werben fragwürdige Anbieter in Sozialen Medien und im Internet. Selten erfahren Interessenten Konkretes über die Geschäftsmodelle, mit denen diese Gewinne erwirtschaftet werden sollen. Aber oft treffen sie auf Strukturen, die wie verbotene Schneeballsysteme aussehen. Den Verbraucherzentralen liegen Beschwerden aus elf Bundesländern zu unterschiedlichsten Anbietern vor. Die Internetseiten haben oft gar kein Impressum oder geben einen Unternehmenssitz im Ausland an.

 

Mit wenig Aufwand finanziell unabhängig werden: Dafür werben fragwürdige Investment-Anbieter verstärkt im Internet. Die Ansprache ist vielfältig: Beispielsweise nahmen Anbieter Kontakt über Jobangebote oder einen Aufruf in einem Spielsuchtforum auf. Die Recherchen des Marktwächterteams ergaben außerdem, dass bei Facebook ein Like unter einem Beitrag genügt, um direkt vom Anbieter kontaktiert zu werden. Über den Facebook-Messenger wiederum werden zum Beispiel Handynummern ausgetauscht, die Zutritt zu WhatsApp-Gruppen verschaffen.

 

Anbieter im Schadensfall kaum zu greifen

 

Die Marktwächterexperten haben sich aufgrund der Beschwerden die Internetseiten von über 50 Anbietern näher angesehen: In mehr als der Hälfte der Fälle fehlte das Impressum. „Das ist kein gutes Zeichen“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Mehr als zwei Drittel der untersuchten Internet-Domains sind im Ausland registriert, davon sogar mehrere bei ein und derselben Postfachadresse in Panama. Verbraucher hätten große Schwierigkeiten, ihre Rechte hier durchzusetzen.“

 

Oft Einzahlung als Voraussetzung

 

Auch die Geschäftsmodelle sind meist vage: Durch Klicks auf Werbeanzeigen, monatliche Einzahlungen, raffinierte Anlagestrategien des Anbieters – oft aber durch das Werben von neuen Teilnehmern sollen Nutzer viel Geld verdienen können. Dabei werden hohe Renditen in Aussicht gestellt. Häufig muss man zuvor einen „Unkostenbeitrag für Schulungen“ oder einen Mitgliedsbeitrag zahlen. Im Anschluss sollen Mitglieder neue Teilnehmer werben. Ab einer bestimmten Anzahl von geworbenen Personen erhalten sie angeblich Geld – allerdings verdienen immer mehrere Ebenen von Teilnehmern an den Einzahlungen mit.

 

„Bei vielen dieser Anbieter liegt der Verdacht nah, dass es sich schlicht um verbotene Schneeballsysteme handelt“, sagt Brandes. „Auszahlungen werden dann immer nur aus den Einzahlungen neuer Mitglieder finanziert, und das System bricht zwangsläufig zusammen.“

 

Empfehlungen für Anleger von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Grauer Markt und schwarze Schafe

 

Die Broschüre der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantwortet Fragen zum Grauen Kapitalmarkt: Woran erkennen Sie Produkte des Grauen Kapitalmarkts? Was sind die Gefahren für Sie als Anleger? Worauf müssen Sie achten, bevor Sie investieren? Nicht alle Unternehmen, die auf dem Finanzmarkt tätig sind, werden kontrolliert und stehen unter staatlicher Aufsicht: Wenn Anbieter keine Erlaubnis der BaFin benötigen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen, spricht man vom Grauen Kapitalmarkt. Bei Produkten, die dort angeboten werden, sollten Sie besonders vorsichtig sein! Grauer Markt und schwarze Schafe (PDF, 396KB)

Depotkosten: Anleger können oft mehrere hundert Euro sparen

Wer seine Aktien bei einer Filialbank lagert und sie dort auch handelt, kann durch den Wechsel zu einem billigeren Anbieter wie einem Onlinedepot oft hunderte Euro pro Jahr sparen. Das rechnet die Stiftung Warentest vor. Das größte Sparpotenzial ist für aktive Anleger drin. Sie sind bei ihrer Bankfiliale an der Ecke selten gut aufgehoben. Bei einem Musterdepot von 30.200 Euro war der Preis der teuersten Filialbank über 800 € teurer als das billigste Onlinedepot. Das macht einen Renditeunterschied von knapp drei Prozent.

Die meisten Anleger in Deutschland zahlen unnötig viel für Lagerung und Handel von Wertpapieren. Nur etwa 10 Prozent des Wertpapiervermögens ist bei Direktbanken deponiert, der Rest bei Filialbanken, und damit bei der teuersten Adresse.

Um die Depotgebühren und Provisionen für den Handel von Wertpapieren zu vergleichen, bildeten die Tester von Finanztest zwei Modelldepots. Das große Depot hatte ein Volumen von 101.500 Euro, das kleinere von 30.200 Euro. Für diese beiden Depots wurde bei den 44 verschiedenen Filial-, Direktbanken und Onlinebrokern jeweils eine bestimmte Anzahl von Transaktionen berechnet. Geordert wird dabei per Telefon und Internet bzw. in der Filiale. Filialkunden, die ihrer Bank treu bleiben wollen, können nach den Testergebnissen ihre Orderkosten senken, indem sie nicht den Service, sondern die Selbstbedienung wählen. Internetmuffel sind bei der Postbank gut aufgehoben. Für viele ist jedoch ein Depotwechsel eine gewinnbringende Alternative. 

 

Rendite oder Sicherheit – Zehn Tipps zur Geldanlage

Auf annähernd fünf Billionen Euro beläuft sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland. Nie zuvor waren die Deutschen so wohlhabend wie heute. Doch die Euro-Schuldenkrise verunsichertviele Bundesbürger. Zudem sind die Zinsen so niedrig, dass sich mancher fragt, ob Sparen überhaupt noch lohnt. Zehn Grundregeln können dafür sorgen, Geld gut und sicher anzulegen:

  • Ersparnisse und Vermögen grundsätzlich breit streuen. Niemals einseitig alles auf eine Karte setzen, auch wenn ein Angebot noch so attraktiv scheinen mag. Denn keiner kann die Zukunft sicher vorhersagen.
  • Bei anstehenden Anlageentscheidungen nicht unter Zeitdruck setzen lassen.
  • Einen „Notgroschen“ für unvorhersehbare, plötzliche Ausgaben schnell verfügbar anlegen, beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto. Was darüber hinausgeht, kann – je nach persönlichen Anlagezielen – auch längerfristig angelegt werden.
  • Grundsätzlich gilt: Hoher Zins, hohes Risiko. Hohe Zinsangebote deshalb sorgfältig auf Risiken prüfen.
  • Bei Anlagen in fremden Währungen das Wechselkursrisiko nicht unterschätzen. Was nutzt ein hoher Zins in fremder Währung, wenn diese abwertet?
  • Bei Wertpapieren auf die Bonität des Emittenten (Zahlungsfähigkeit des Schuldners) achten. Das gilt nicht nur für Unternehmen, die Wertpapiere emittieren, sondern auch für Staaten, wie die aktuelle Schuldenkrise in Europa deutlich zeigt.
  • Viele Aktien bieten derzeit attraktive Dividenden von über vier Prozent und langfristig die Chance auf Kurssteigerungen. Aktien sind Substanzwerte, aber auch Risikopapiere. Man sollte sie nur kaufen, wenn das investierte Geld langfristig angelegt werden kann. Zudem ist eine breite Streuung auf verschiedene Aktientitel wichtig.
  • Gold wird oft als Beimischung empfohlen. Edelmetalle sind aber keine zinsbringenden Anlagen. Profitieren lässt sich nur von weiter steigenden Preisen.
  • Kapitalanlagen nicht ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten auswählen.
  • Vor undurchsichtigen Finanzangeboten sollte man sich hüten. Anleger tun gut daran, die Produkte, für die sie sich entscheiden, auch grundsätzlich zu verstehen. 

Wechsel der Geldanlage ist häufig mit Kosten verbunden und schmälert den Ertrag

Sparer sollten sich nicht von kurzlebigen Trends dazu verleiten lassen, ihre Geldanlage auf den Kopf zu stellen. Denn ein Wechsel ist häufig mit Kosten verbunden, die den Ertrag schmälern. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin. Sparer riskieren möglicherweise sogar Verluste, wenn sie hektisch zwischen verschiedenen Anlagen hin- und herspringen. Kosten bei der Geldanlage entstehen, weil beim Kauf oder Verkauf Gebühren fällig werden. Diese muss die neue Geldanlage erst wieder wettmachen. Auf den Punkt bringt das die Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“. Sie besagt, dass Sparer langfristig anlegen sollten. Deshalb ist auch die sorgsame Prüfung, ob eine Geldanlage zu den eigenen Zielen und Bedürfnissen passt, im Vorfeld jeder Anlageentscheidung so wichtig. Gleichwohl sollten Anleger ihre Depotentwicklung im Blick haben, denn stets entwickeln sich einige Märkte, Branchen und Anlageklassen besser als andere. Wechsel oder Ergänzungen können unter Umständen also auch sinnvoll sein.

Anlagebetrug: Warnsignale beachten – dubiose Angebote erkennen

Historisch niedrige Zinsen und kein Ende in Sicht. Auf der krampfhaften Suche nach höheren Renditen lassen sich Anleger leider immer wieder auf dubiose, vermeintlich lukrative Angebote ein. So sind die erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte nach Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) 2013 gegenüber 2012 um 29 Prozent auf 6.365 gestiegen. Die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte weit höher sein. Um sich zu schützen, so der Bankenverband, sollten Anleger deutliche Warnsignale beachten:

 

Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kundenkontakte per Telefon. Bei solchen Anrufen gilt: Lassen Sie sich nicht auf ein Gespräch ein.

 

Gewinnversprechen: Traumhafte Renditen blenden und verleiten Anleger zu unbedachten Entscheidungen. Eine Orientierungshilfe: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren sich aktuell mit etwa ein Prozent. Deutlich höheren Renditegarantien bei ähnlichen Anlageprodukten sind mit äußerster Vorsicht zu begegnen.

 

Provisionsregelungen: Überzogene Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, lassen Sie unbedingt die Finger von der Offerte.

 

Auslandsadressen: Erkundigen Sie sich nach dem Geschäftssitz des Vermittlers. Befindet sich dieser in einem exotischen Land, ist Vorsicht angesagt. Dort können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche oft nur schwer durchsetzen.

 

Zeitdruck: Häufig setzen die schwarzen Schafe des Geldgeschäfts Anleger mit dem Argument unter Druck, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut.

 

Folgegeschäfte: Um potenzielle Anleger in Sicherheit zu wiegen, schütten die vermeintlichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapitaleinsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleichzeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

 

Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, sollten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten, rät der Bundesverband deutscher Banken.

 

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