Hobbysportler leben gefährlich: Wer zahlt bei Unfällen?

 

Ob Fußball, Reiten oder Tauchen: Jedes Jahr verletzen sich in Deutschland mehr als eine Millionen Freizeitsportler schwer. Doch die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt nicht immer alle Folgekosten, warnt das Infocenter der R+V Versicherung. Auch bei privaten Unfallversicherungen lohnt ein genauer Blick.

 

Richtig versichert bei Sportunfällen

 

Knochenbrüche, Zerrungen, Bänderrisse: Jeder neunte Unfall passiert beim Sport. Besonders unfallträchtig sind Ballsportarten. Frauen verletzen sich zudem oft bei Gymnastik oder Reiten. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nach einem Sportunfall die Behandlung und die Rehabilitation. Doch wer Sportinvalide wird oder größere kosmetische Operationen braucht, muss in die eigene Tasche greifen – oder auf Erstattung über die private Unfallversicherung hoffen. „Die Leistungen hängen vom Vertrag und der Sportart ab“, sagt Thomas Paufler, Unfall-Experte bei der R+V Versicherung.

 

So musste schon manche Reiterin schon überrascht feststellen, dass nicht jede Unfallversicherung Reitunfälle abdeckt. „Einige Versicherungen zählen beispielsweise Reiten und Tauchen zu den Extremsportarten“, erklärt R+V-Experte Paufler „Dann kann es passieren, dass Versicherte im Ernstfall kein Geld erhalten. Deshalb ist es wichtig, dies vorab zu klären und den Schutz entsprechend auszuwählen.“ Manche Anbieter verlangen einen Risikozuschlag oder bieten Zusatzversicherungen an. Bei anderen sind gängige Sportarten inbegriffen. „Fallschirmspringer, Paraglider, Segelflieger und andere Extremsportler brauchen jedoch immer eine Zusatzversicherung“, sagt Paufler. Wichtig ist zudem, dass Sportler einen Unfall schnell bei der Versicherung melden – sonst riskieren sie ihren Schutz.

 

Vereine sichern ihre Mitglieder ab

 

Bei Vereinssportlern gilt: Die meisten Vereine sind Mitglied im Sportbund des jeweiligen Bundeslandes. Diese haben eine Unfallversicherung abgeschlossen, die bei Sportunfällen einspringt. „Wann diese zahlt und wie hoch die Versicherungssummen sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich“, sagt R+V Experte Paufler. Auch hier lohnt es sich für Sportler, den Umfang des Schutzes vorher zu erfragen. Tipp: Oft kennen sich die Kassenwarte der Vereine gut damit aus.

 

Berufsstart: Volljährig und trotzdem mitversichert

 

Junge Erwachsene sind während Ausbildung, Studium und Freiwilligendiensten oft bei Eltern mitversichert

 

Die Schulzeit ist vorbei, die Frage Lehre oder Studium entschieden. Wenn das Ausbildungsjahr oder das Wintersemester beginnt, ist für viele junge Leute der Zeitpunkt gekommen, sich auf eigene Füße zu stellen und auszuziehen. Muss man sich jetzt auch selbst versichern?

 

Wie die HUK-COBURG mitteilt, sind volljährige, unverheiratete Kinder in der Haftpflicht-, Rechtsschutz- und Hausratversicherung während der Ausbildung bei ihren Eltern kostenlos mitversichert. An der Mitversicherung ändert auch ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder ein Bundesfreiwilligenjahr nichts. Unerheblich ist zudem, ob die Dienste direkt nach dem Schulabschluss, während oder direkt nach der Ausbildung absolviert werden. In der Haftpflichtversicherung sind zusätzlich der Freiwillige Wehrdienst und ein bis zu zwei Jahre dauerndes Work-&Travelprogramm bzw. eine ebenso lange Au-pair-Tätigkeit miteingeschlossen. - Natürlich dürfen die Mitversicherten in dieser Zeit kein eigenes Einkommen haben: Bafög, Lehrlingsgehalt oder der typische Studentenjob, um ein bisschen Taschengeld dazu zu verdienen, spielen keine Rolle.

 

Auch die typische Studentenbude ist durch die Hausratversicherung der Eltern mitversichert. Und selbst wenn man sich nach Abschluss der Erstausbildung auf eigene Füße stellt und eine eigene Wohnung einrichtet, besteht die kostenlose Mitversicherung noch ein halbes Jahr weiter. Ereignet sich während der Mitversicherungszeit allerdings ein Schaden, ist die Entschädigung auf einen gewissen Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt.

 

Ausland inklusive

 

Ein Auslandssemester ist heute eher die Regel als die Ausnahme: Das wissen Versicherungen und bieten darum in der Hausrat- ebenso wie in der Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung weltweiten Schutz. Dauert der Auslandsaufenthalt jedoch länger als ein halbes Jahr, sollte man zuvor mit seiner Hausratversicherung reden.

 

Ein wichtiges Thema beim Auslandssemester ist die Krankenversicherung. Gesetzlich krankenversicherte Studenten sind bis zum 25. Lebensjahr bei ihren Eltern mitversichert und haben im Gastland Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen. Oft weicht der Leistungskatalog dort aber stark vom deutschen ab und bietet nicht den gewohnten Standard. Fast immer müssen Zuzahlungen geleistet werden. Außerdem greift der Schutz nur in Staaten, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. Wer in den USA oder Australien studieren will, muss sich selbst versichern.

 

Viele private Krankenversicherungen bieten für vorübergehende Auslandsaufenthalte - wie einem Auslandssemester - Schutz im Rahmen einer Auslandsreisekrankenversicherung. Mit dieser Police im Gepäck geht man im Ausland als Privatpatient zum Arzt oder ins Krankenhaus, Eigenanteile werden zurückerstattet und sollte ein Krankenrücktransport nötig werden, ist er miteingeschlossen. Eine Leistung, die keine gesetzliche Krankenkasse übernimmt, die aber schnell etliche tausend Euro kosten kann.

 

Tipps zu Versicherungsverträgen rund ums Boot

 

Ob Boot, Segelboot oder Yacht, wer diese Wasserfahrzeuge nutzt, sollte darauf achten, dass auch die richtigen und wichtigen Versicherungsverträge dabei sind, wenn es das erste Mal nach der Winterpause wieder heißt: Leinen los! Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) weist darauf hin, dass für Bootseigentümer*innen neben einer Privathaftpflichtversicherung, eine Bootshaftpflichtversicherung unverzichtbar und eine Kaskoversicherung sinnvoll sind. „Beschädigt man das eigene Boot oder fügt anderen einen Schaden zu, kann das nämlich sehr teuer werden“, warnt BdV-Pressesprecherin Bianca Boss.

 

Eine Bootshaftpflichtversicherung reguliert Schäden, die man mit Booten bei Dritten verursacht. „Sie wird zumindest für Boote und Yachten benötigt, die mit einem Segel oder Motor betrieben werden“, erläutert Versicherungsexpertin Boss. Es sollte eine ausreichende Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden vereinbart werden.

 

„Schäden, die mit einem Paddel-, Ruder- oder Tretboot verursacht werden, sind von der Privathaftpflichtversicherung gedeckt, über die ohnehin alle abgesichert sein sollten“, so Boss. Einige leistungsstarke Privathaftpflichttarife versichern auch größere Boote bis zu einer bestimmten Segelfläche oder Motorstärke mit – daher lohnt es sich, beim Versicherer nachzufragen. Wer mit einer gemieteten oder gecharterten Yacht unterwegs ist, kann eine Skipperhaftpflichtversicherung abschließen.

 

Schäden am eigenen Boot werden durch die Kaskoversicherung reguliert. Hier sollte eine Allgefahrendeckung vereinbart werden, die alle Schäden versichert, die nicht ausdrücklich vom Versicherungsschutz ausgenommen sind. „Besonders wichtig ist es, eine Versicherungssumme zu wählen, die dem Wert des Bootes oder der Yacht entspricht“, empfiehlt die Verbraucherschützerin. Der Wert sollte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Bei einigen Gesellschaften kann das Boot sogar dauerhaft zum Neuwert versichert werden.

 

„Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherung auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichtet. Nur dann sind auch Schäden sicher voll gedeckt, die grob fahrlässig verursacht wurden“, rät Boss. Auch Kosten, die durch Bergung und Beseitigung des Wracks entstehen, sollten versichert sein.

 

Mit dem richtigen Versicherungsschutz in die Fahrradsaison

 

Bei steigenden Temperaturen nimmt auch die Zahl der Verkehrsteilnehmer auf unseren Fuß- und Radwegen spürbar zu. Ob Fahrrad, Scooter oder E-Bike, die Vielfalt der Fortbewegungsmittel bietet Alternativen für jede Altersgruppe. Doch damit steigt auch die Zahl der Unfälle. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) erklärt, welcher Versicherungsschutz wichtig ist. Eine private Haftpflichtversicherung sollte in jedem Fall bestehen. Ebenfalls lohnt sich ein Blick in die Hausratversicherung. „Einige elektrounterstützte Fortbewegungsmittel benötigen jedoch einen speziellen Versicherungsschutz“, so BdV-Pressesprecherin Bianca Boss.

 

Die Privathaftpflichtversicherung ist ein unverzichtbarer Versicherungsvertrag. Eine Person, die einer anderen einen Schaden zufügt, ist dieser zum Ersatz des entstandenen Schadens verpflichtet. Wird z. B. mit dem Fahrrad eine andere Person angefahren, so muss der Schädiger für dadurch entstehende Kosten, wie z. B. Schmerzensgeld, Zahnersatzkosten oder gar einer lebenslangen Rentenzahlung aufgrund einer Invalidität, aufkommen. Die hierdurch entstandenen Aufwendungen werden von der privaten Haftpflichtversicherung übernommen. Darüber hinaus wehrt die private Haftpflichtversicherung Ansprüche ab, die unberechtigt gestellt werden.

 

Die Hausratversicherung kommt für Beschädigungen oder den Verlust des Fortbewegungsmittels auf, wenn diese durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel oder Einbruchdiebstahl verursacht wurden. Voraussetzung für einen Einbruchdiebstahl ist, dass sich das Fortbewegungsmittel in einem abgeschlossenen Raum, also z. B. im Keller, befunden hat.

 

Besonderheit Fahrrad: Wird dieses unterwegs geklaut, liegt kein Einbruchdiebstahl vor. Dann wird von einfachem Diebstahl gesprochen, welcher nur bei einigen Tarifen beitragsfrei mit eingeschlossen ist. Ist dieser nicht eingeschlossen, so kann der Einschluss gegen Beitragszuschlag in der Hausratversicherung erfolgen. Besonders bei hochwertigen Fahrrädern ist dieser Einschluss empfehlenswert.

 

E-Bikes und Pedelecs fallen nicht unter den Schutz der Hausratversicherung, wenn sie nicht mehr als Fahrrad anzusehen sind. „Bestimmte E-Bikes und Pedelecs sind einem Kleinkraftrad gleichgestellt, sie unterliegen der Versicherungspflicht und benötigen daher ein Kennzeichen“, erläutert Boss. Nähere Informationen dazu können Sie hier unserem Blog-Beitrag entnehmen.

 

E-Scooter sind bisher noch nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Ein Gesetzesentwurf für den Straßengebrauch liegt vor, eine Entscheidung wird im Laufe des Jahres erwartet.

 

Handyversicherung - gar nicht mal so smart

 

Smartphones sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die Handys kosten meist mehrere hundert Euro, die neueste iPhone-Generation sogar bis zu 1.700 Euro. Kein Wunder, dass der kleine Begleiter vielen lieb und teuer ist. Eine Versicherung für das Gerät gleich beim Kauf mit abzuschließen, scheint daher auf den ersten Blick vernünftig. „Wer jedoch genauer hinsieht, wird schnell merken, dass die Versicherung alles andere als sinnvoll ist“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV). Der BdV sieht in den Produkten eher eine smarte Geschäftsidee zum Vorteil der Versicherer und Vermittler als einen smarten Schutz.

 

Ein Smartphone ist nicht nur begehrtes Diebesgut, es ist auch schnell einmal heruntergefallen. Da erscheint es sinnvoll, das gute Stück zu versichern. Doch die auf dem Markt erhältlichen Handyversicherungen bieten meist nicht den Schutz, den sich die Zielgruppe von ihnen verspricht. „Das fängt schon damit an, dass die Handyversicherung meist eine Zeitwertversicherung ist. Sie erstattet also keineswegs den Kaufpreis, sondern nur den aktuellen Wert des Telefons – und der Wertverfall bei Handys ist hoch“, erläutert Versicherungsexpertin Boss. Zudem wird im Schadenfall meist eine Selbstbeteiligung fällig, die sich an der Höhe des Kaufpreises orientiert.

 

„Ein weiteres Manko ist der oft fehlende Diebstahlschutz. Dieser muss meist gegen einen zusätzlichen Betrag erworben werden“, so Boss. Das erhöht die scheinbar günstigen Versicherungsprämien – oft sogar um das Doppelte. Und auch dann kann es im Fall eines Diebstahls noch zur Leistungsverweigerung kommen. Einige Versicherer zahlen nur, wenn das Handy ständig beaufsichtigt wurde und die „Abwehrbereitschaft“ des Versicherten gegeben war – ein Nickerchen in der S-Bahn kann dann schnell den Versicherungsschutz kosten. „Einbruchdiebstahl und Raub des Handys sind meist ohnehin über die Hausratversicherung abgedeckt – und zwar zum Neuwert“, erklärt die Verbraucherschützerin. 

 

Studie zu Reiseversicherungen auf Online-Portalen                                Schnell geklickt, zu teuer versichert

Urlauber zahlen bei der Buchung auf Reiseportalen durchschnittlich 31,50 Euro mehr für ihre Reiseversicherung, als wenn sie diese unabhängig vom Portal buchen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie von Covomo, dem unabhängigen Vergleichsportal für Spezial- und Zusatzversicherungen. Für die Studie hat Covomo Reiseversicherungsangebote von 14 Portalen für einen Beispielurlaub auf Mallorca untersucht und die Punkte Transparenz, Aufdringlichkeit, Angebotsvielfalt, Vertragsart sowie Selbstbehalt und Preis analysiert.

 

Das Ergebnis: Die durchschnittliche Gesamtnote von 3,1 für das Versicherungsangebot der Reiseportale hat sich im Vergleich zur Untersuchung 2016 um fast eine halbe Notenstufe gesteigert. „Die Versicherungsangebote haben sich verbessert, im Detail gibt es bei beispielsweise Transparenz und Angebotsvielfalt aber noch viel Luft nach oben“, sagt Studienleiter Dr. Eberhard Riesenkampff, Gründer und Geschäftsführer von Covomo. „Urlauber sollten daher unbedingt abseits der Reise-Portale schauen und die Tarife über Online-Vergleichsrechner vergleichen.“

 

Das Mallorca-Szenario: Im Schnitt 31,50 Euro und damit 43 Prozent teurer

 

Das Studienbeispiel, eine Pauschalreise nach Mallorca für zwei Personen mit einem Reisewert von 2.500 Euro, zeigt: Die angebotenen Reiseversicherungen kosten im Schnitt 104,50 Euro und damit rund 31,50 Euro mehr als beim Abschluss über eine Vergleichsseite.

 Am besten schneidet beim Mallorca-Szenario das Urlaubsportal Travelscout24 mit der Note „Gut“ ab, dicht gefolgt von Urlaubspiraten.de und Sonnenklar.tv. Den letzten Platz im Covomo-Ranking belegt Lastminute.de. „Die Preise für eine Reiseversicherung schwanken sehr stark – in unserem Szenario zwischen 84 Euro und 138 Euro.“

 

Hände weg von Handyversicherungen

Teure Policen mit vielen Ausschlüssen

 

Smartphones sind auch in diesem Jahr wieder der Renner im Weihnachtsgeschäft. Beim Kauf eines Gerätes bieten Verkäufer dem Kunden gerne eine Handyversicherung mit an. Einige Angebote gibt es sogar nur inklusive eines Versicherungsvertrags. Was viele Kunden nicht wissen: Nur in den wenigsten Fällen ist der Abschluss eines solchen Vertrages sinnvoll. In der Regel sind die Tarife zu teuer und beinhalten häufig eine ganze Reihe von Ausschlüssen wie Diebstahl oder Schäden durch Witterungseinflüsse. „Lassen Sie sich vom Verkäufer nicht zum Abschluss einer Versicherung überreden“, warnt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten e. V. (BdV). „Bietet der Händler ein Handy oder einen Mobilfunkvertrag nur inklusive einer Versicherung an, entscheiden Sie sich besser für ein anderes Produkt oder kaufen das Wunschgerät gleich ganz woanders.“ In den Verträgen sind die Bedingungen und Gründe für einen Ausschluss häufig nicht eindeutig formuliert und bieten so einen Interpretationsspielraum. Im Schadensfall ist Ärger zwischen dem Kunden und dem Versicherer vorprogrammiert. Zudem erfährt der Kunde nicht selten erst nach seiner Unterschrift, was für einen Vertrag er eigentlich abgeschlossen hat, da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst mit Abschluss des Vertrages ausgehändigt werden. „Der Kunde kauft die Katze im Sack“, kritisiert Oetzmann. Die Prämie der Versicherung steht selten in einem angemessenen Verhältnis zum Wert des Handys, zumal im Schadensfall in der Regel nur der Zeitwert und nicht der Neuwert eines Gerätes ersetzt wird. Unter bestimmten Bedingungen sind Handys, Tablets und Notebooks ohnehin in der Hausratversicherung mitversichert. Informieren Sie sich bei Ihrem Versicherer, welche Risiken und Schäden im Vertrag abgedeckt sind. Hier können Sie auch sicher sein, von einem Versicherungsexperten beraten zu werden. Im Mobilfunkgeschäft oder Elektronikmarkt bekommen Sie Verträge von Elektronik-Fachverkäufern angepriesen, die oft keine oder nur bedingt Ahnung von Versicherungsprodukten haben, so der Bund der Versicherten.

 

Angehörige müssen für Bestattungskosten aufkommen - Was viele nicht wissen: In Deutschland besteht eine Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten

Der Tod eines Angehörigen bedeutet nicht nur einen schmerzlichen Verlust. Er verursacht auch Kosten. Immer häufiger kommt es vor, dass die Angehörigen die finanziellen Belastungen der Bestattung nicht tragen können oder möchten. Was viele nicht wissen: In Deutschland besteht eine Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten. Demnach müssen die nächsten Angehörigen die Kosten für die Bestattung übernehmen. In der Regel sind dies die Ehepartner, Kinder oder Geschwister.

 

"Die Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten gilt auch bei zerrütteten Familienverhältnissen und auch dann, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind", weiß Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Monuta Versicherungen in Deutschland. "Man hört immer wieder von Fällen, bei denen Kinder völlig überraschend die Bestattungskosten eines Elternteils übernehmen müssen, obwohl sie seit Kindesalter keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern hatten." Doch die Rechtslage ist eindeutig: Volljährige leibliche Kinder sind für die Bestattung ihrer Eltern verantwortlich. Auch bei zerrütteten Familienverhältnissen können die Kosten nicht auf die Allgemeinheit verlagert werden. Zudem entbindet die finanzielle Situation die Angehörigen nicht von ihrer Verpflichtung. Notfalls müssen sie auf Sozialhilfe zurückgreifen. "Was viele auch heute noch vergessen: die Krankenkassen zahlen seit 2004 kein Sterbegeld zur Deckung der Bestattungskosten mehr", sagt Capellmann.

 

Diese Versorgungslücke kann mit einer Sterbegeldversicherung geschlossen werden. Einerseits können Eltern eine Trauerfall-Vorsorge abschließen, um ihren Kindern im Fall der Fälle nicht finanziell zur Last zu fallen. Andererseits können aber auch Kinder eine solche Versicherung im Namen ihrer Eltern abschließen. Mit einer Trauerfall-Vorsorge kann schon mit geringen monatlichen Beiträgen vorgesorgt werden. So muss für eine 50-jährige Frau ein monatlicher Beitrag von nur 8,18 Euro eingezahlt werden, um für eine Bestattung im Wert von 3.000 Euro vorzusorgen. Der Versicherungsschutz besteht ein Leben lang ab der ersten Beitragszahlung. Und: Die Trauerfall-Vorsorge gehört zum sozialhilferechtlichen Schonvermögen. Sollte der Versicherte arbeitslos oder zum Hartz IV-Empfänger werden, hat der Staat keinen Zugriff auf das angesparte Geld.

 

Schon bei Trennung Policen prüfen - BdV: Keine Scheidung ohne Bürokratie

Dass eine Scheidung viel Geld kostet, liegt nicht nur an den Gerichts- und Anwaltskosten. Was die wenigsten Paare vermuten: Auch die Versicherer kassieren mit. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV): "Jetzt haben sogar Richter den Gesellschaften zugestanden, bis zu 500 Euro kassieren zu dürfen, wenn sie zum Beispiel eine private Rentenversicherung auf die Partner aufteilen sollen."

 

Als Faustformel gab das Oberlandesgericht Stuttgart vor, dass Lebensversicherer mindestens 100 Euro, maximal aber 500 Euro an Teilungskosten berücksichtigen dürfen (Az. 15 UF 120/10). Allerdings hat das Gericht Rechtsbeschwerde gegen diesen Beschluss zugelassen. Der BdV hat eine Reihe von wichtigen Punkten zusammengestellt, die die Paare schon während der Trennungsphase beachten sollten:

 

+ Häufig übersehen wird die Änderung des Bezugsrechts bei Lebensversicherungen.

 

+ Bei der Privathaftpflichtversicherung ist der Ehepartner des Versicherungsnehmers in der Trennungszeit mitversichert. Das ändert sich mit der Scheidung. Lilo Blunck: "Trotzdem sollte schon im Trennungsjahr jeder für einen eigenen Vertrag sorgen. Denn der Versicherungsschutz könnte in Gefahr geraten, wenn der Versicherungsnehmer die Prämie nicht zahlt oder gleich einen neuen Partner mitversichert." Unabhängig davon bleiben die Kinder über die Eltern versichert.

 

+ Die Hausratversicherung bleibt prinzipiell beim Versicherungsnehmer. Ist er der ausziehende Partner, nimmt er die mit. Interessant: Diese Police gilt trotz Auszugs sogar für beide Wohnungen noch bis zu drei Monate nach der nächsten Prämienfälligkeit. Möglicherweise muss aber die Versicherungssumme an die neuen Verhältnisse angepasst werden. Der im bisherigen Domizil bleibende Partner muss spätestens nach den drei Monaten bei Bedarf einen eigenen Vertrag abschließen.

 

+ In der Kfz-Versicherung ändert sich nichts, es sei denn der Beitrag ändert sich nach Umzug durch eine andere Regionalklasse. Wenn der ehemalige Partner nach der Trennung erstmals ein eigenes Fahrzeug versichern möchte, steigt er schlimmstenfalls mit einem Beitragssatz von rund 240 Prozent ein.

 

+ Privat Krankenversicherte sollten bestehende Verträge, über die sie beide versichert sind, umgehend aufteilen lassen. Dadurch werden sie jeweils eigenständige Versicherungsnehmer und müssen nicht etwa über den Partner abrechnen.

 

+ Dringender Handlungsbedarf besteht für in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei mitversicherten und nicht berufstätigen Ehepartner. Die müssen sich binnen drei Monaten nach der Scheidung um eine eigene Mitgliedschaft kümmern. Die Kinder bleiben unverändert mitversichert.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Verbraucherfinanzen-Deutschland.de