Kfz-Versicherung wechseln. Was ist zu beachten?

 

Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO: Die meisten Kfz-Versicherungen haben eine Laufzeit von einem Jahr. Hauptfälligkeit ist dann der 1. Januar. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt beginnt ein neues Versicherungsjahr. Aufgrund einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Ende des Versicherungsjahres ist bei vielen Versicherungen der 30. November Kündigungsstichtag. Wer bis dahin nicht kündigt, dessen Vertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. Einige Versicherer bieten auch unterjährige Vertragslaufzeiten an, die einmonatige Kündigungsfrist ist aber gleich. Es empfiehlt sich, die Laufzeit in den persönlichen Unterlagen zu prüfen. Ansonsten haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, wenn sich beispielsweise der Beitrag – nicht aber aufgrund eines Wohnortwechsels – erhöht. Auch nach einem Schadenfall ist eine außerordentliche Kündigung möglich, etwa wenn Betroffene mit der Regulierung unzufrieden sind. In beiden Fällen haben sie einen Monat Zeit, den Vertrag zu kündigen. Wer sich ein neues Fahrzeug zulegt, kann sich ebenfalls einen neuen Anbieter suchen. Wichtig zu wissen: Bei Saisonkennzeichen ist die Hauptfälligkeit am Tag des Saisonbeginns. Ist das Kennzeichen von April bis Oktober gültig, wäre das der 1. April. Eine Kündigung sollte dem Versicherer dann bis zum 28. beziehungsweise 29. Februar vorliegen.

 

Kfz-Studie 2019: mehrere hundert Euro bei der Autoversicherung sparen

 

Mehr als 47 Millionen Pkw sind aktuell auf Deutschlands Straßen unterwegs. Für 6,5 Millionen Autofahrer wird die Kfz-Versicherung nächstes Jahr allein deshalb teurer, weil ihr Auto in eine andere Typklasse eingestuft wird. Sparen können die meisten, wenn sie ihre Kfz-Versicherung wechseln. Der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat in einer aktuellen Studie untersucht, wie Verbraucher zu einer guten und günstigen Autoversicherung kommen. Dabei haben sich die Experten erstmals auch die neuen Pay-as-you-drive-Tarife angeschaut.

 

Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, muss entscheiden, welchen Versicherungsschutz er haben möchte. Dies geht über aus- und abwählbare Tarifmerkmale, die den Preis maßgeblich beeinflussen. "Verbraucher sollten sich genau überlegen, wie sie ihr Auto nutzen", erklärt Kathrin Gotthold, Redakteurin für Versicherungen bei Finanztip. "Wenn etwa das eigene Kind mit 18 den Führerschein macht und es dann sofort Fahrpraxis über das elterliche Auto erlangen soll, verdoppelt sich der Preis für die Versicherung nahezu." Auch die jährlichen gefahrenen Kilometer schlagen deutlich im Preis zu Buche: "Wer statt 20.000 Kilometer nur noch 15.000 im Jahr fährt, zahlt im Schnitt 12 Prozent weniger. Autofahrer sollten also jedes Jahr schauen und ihre Versicherung an die tatsächliche Fahrleistung anpassen."

 

Wechsel kann mehrere hundert Euro sparen

 

Noch mehr sparen können Autofahrer, wenn sie ihre Kfz-Versicherung wechseln. "In einem unserer Profile spart ein 46-jähriger VW-Golf-Fahrer durch einen Wechsel von einem großen Versicherer in einen günstigeren, vergleichbaren Tarif mehr als 200 Euro im Jahr", erklärt Gotthold. Wichtig beim Wechsel ist, richtig zu vergleichen. "In unserer Untersuchung bietet kein Portal oder Anbieter den besten Preis für jeden." Die Expertin empfiehlt deshalb zu kombinieren: entweder Verivox und Check24 oder eines der beiden Portale und den großen Direktversicherer Huk24, der nicht auf den Portalen vertreten ist.

 

Verivox bietet aktuell besonders oft günstige Tarife

 

"Aktuell bietet Verivox besonders oft sehr günstige Tarife. In unserer Untersuchung mit 32 Profilen ermittelten wir 26 Mal den besten Preis, wenn wir Verivox mit Huk24 kombiniert haben. Und 21 Mal, wenn wir Verivox und Check24 zusammen genutzt haben", erklärt Gotthold. Dieses Ergebnis kann sich allerdings in den kommenden Wochen nochmals ändern, wenn mehr Versicherer ihre Tarife anpassen. "Stand heute gibt es beispielsweise bei der Huk24 noch immer die Tarife aus dem letzten Jahr. Erfahrungemäß kommen die neuen Tarife Ende Oktober mit dem Start der Wechselsaison." Für Verbraucher kann es dann nochmal günstiger werden.

 

Pay-as-you-drive-Tarife nur für Wenigfahrer interessant

 

Relativ neu im Markt sind Pay-as-you-drive-Tarife. "Autofahrer bezahlen bei Pay-as-you-drive ihre Versicherungssumme abhängig davon, wie viele Kilometer sie tatsächlich auch gefahren sind", erklärt Gotthold. Dafür werden die gefahren Strecken vom Versicherer überwacht. Das kann sich lohnen, wenn nur sehr wenig gefahren wird. "In unserer Untersuchung waren einige Tarife bei 2.000 gefahrenen Jahreskilometer teilweise deutlich günstiger als herkömmliche Tarife", sagt Gotthold. "Bei 5.000 Kilometern war der Preisvorteil aber meist schon dahin." Um Pay-as-you-drive zu nutzen, benötigt das Auto einen OBD2-Anschluss, der seit 2004 in allen Neuwagen eingebaut ist.

 

So hat Finanztip untersucht

 

Um den besten Weg zu einer günstigen Kfz-Versicherung zu finden, haben die Finanztip-Experten mit 32 Musterprofilen die Portale Check24, Verivox und Ino24 sowie die Anbieter Huk24 und Allianz miteinander verglichen. Als Referenz für den besten Preis wurde das Portal Nafi-Auto genutzt. Für die Untersuchung der Pay-as-you-drive-Tarife hat Finanztip mit 10 Profilen die entsprechenden Angebote von Friday und Emil mit dem jeweils günstigsten Tarif auf Nafi-Auto bei unterschiedlicher Kilometer-Leistung miteinander verglichen.

 

Beim Tarifwechsel: Für Vorschäden verlangen die meisten Kfz-Versicherer keinen zusätzlichen Aufschlag

 

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss angeben, ob der bisherige Versicherer Vorschäden reguliert hat. Eine aktuelle Untersuchung des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip zeigt: Ein regulierter Schaden sorgt zwar für eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse, bei den meisten Versicherern wird es beim Wechsel durch den Vorschaden aber nicht nochmals teurer. Nur einzelne Anbieter verlangen höhere Beiträge, teilweise bis zu 20 Prozent.

 

Etwa vier Millionen Haftpflichtschäden und rund fünf Millionen Kaskoschäden haben Versicherer im vergangenen Jahr reguliert. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei einem Wechsel der Autoversicherung gelten diese Fälle als Vorschäden. Haben Versicherte einen Schaden gemeldet, müssen sie den bei ihrer neuen Versicherung angeben. Bei einem Versicherungswechsel fließt das in die Tarifberechnung mit ein. Wie eine aktuelle Finanztip-Untersuchung zeigt, wirkt sich das allerdings in den meisten Fällen nicht auf den zu zahlenden Beitrag aus.

 

Nur einzelne Anbieter verlangen einen Aufschlag

 

Der durchschnittliche Aufschlag für einen Haftpflichtschaden bei der Vorversicherung betrug in der Untersuchung knapp zwei Prozent, der bei einem regulierten Kaskoschaden lag bei unter einem Prozent. "In unserer Untersuchung verlangten die meisten Anbieter von den potenziellen Neukunden überhaupt keinen Preisaufschlag wegen eines Vorschadens", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Nur einzelne Anbieter verlangten mehr, teilweise bis zu 20 Prozent". Das Fazit der Expertin: "Ein Vorschaden sollte niemanden abhalten, die Kfz-Versicherung zu wechseln. Im Gegenteil: Nehmen Sie die Schadenregulierung zum Anlass, den Preis für Ihre Autoversicherung zu überprüfen."

 

Nach einem Schaden sinkt die Schadenfreiheitsklasse

 

Wer längere Zeit unfallfrei Auto fährt, steigt bei seiner Versicherung in der Schadenfreiheitsklasse. Je höher die Einstufung, desto günstiger ist der Tarif. Wenn ein Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden gemeldet wird, senkt der Versicherer die entsprechende Schadenfreiheitsklasse gemäß seiner Rückstufungstabelle. "Bei einem Wechsel nach einem Unfall hat der alte Versicherer die Rückstufung bereits vorgenommen. Die Kunden fangen also auch beim neuen Versicherer in der teureren Schadenfreiheitsklasse an", erklärt Gotthold.

 

Neue Typklassen für 11 Millionen Autofahrer

 

Wie hoch der Beitrag einer Kfz-Versicherung ist, hängt von verschiedenen Merkmalen ab – unter anderem auch davon, welches Automodell gefahren wird. Um Kfz-Versicherern die risikogerechte Kalkulation ihrer Beiträge zu erleichtern, werten die Statistiker des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einmal jährlich die Schadenbilanzen aller in Deutschland zugelassenen Automodelle aus. Die Typklassenstatistik des GDV umfasst rund 30.000 verschiedene Modelle und deren Schadenbilanzen der Jahre 2016 bis 2018.

 

Die Logik der unverbindlichen GDV-Typklassenstatistik ist einfach: Werden mit einem Automodell vergleichsweise wenige Schäden und geringe Reparaturkosten verursacht, erhält es eine niedrige Typklasse, bei vielen Schäden und hohen Versicherungsleistungen eine hohe.

 

In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. In der Vollkaskoversicherung unterscheiden die Statistiker des GDV 25 Typklassen (10-34). In die Berechnung der Vollkaskoversicherung fließen die Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie die Teilkaskoschäden (u. a. Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse) vollkaskoversicherter Fahrzeuge ein. In der Teilkaskoversicherung gibt es 24 Typklassen (10-33). Für diese Statistik werden die Teilkaskoschäden kaskoversicherter Fahrzeuge betrachtet.

 

Den aktuellen Zahlen zufolge bleibt es in der Kfz-Haftpflichtversicherung für fast drei Viertel bzw. rund 29,7 Millionen Autofahrer bei der Typklasse des Vorjahres. Rund 4,6 Millionen Autofahrer profitieren von besseren Typklassen, für knapp 6,5 Millionen gelten künftig höhere Einstufungen. Große Sprünge sind die Ausnahme, nur für wenige Modelle geht es um mehr als eine Klasse nach oben oder nach unten. So verbessern sich etwa der VW T-Roc 1.5 TSI (Typ A1, seit 2017) und der Kia Stonic 1.2 (Typ YB, seit 2017) jeweils um vier Klassen, während sich der Honda Jazz Hybrid 1.4 (Typ GP1, 2011-2015) um drei und der Skoda Octavia 1.2 TSI (Typ 5E, seit 2012) um zwei Typklassen verschlechtern.

 

Teures Pflaster: Über 70 Prozent Zuschlag in der Kfz-Versicherung

 

Der Wohnort kann die Kfz-Versicherung rund drei Viertel teurer machen. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

 

Für die Modellrechnung wurden Fahrerprofile im Landkreis Leer, der von den Versicherern in Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko sehr günstig eingestuft wird, dem teuren Pflaster Berlin gegenübergestellt.

 

Knapp 300 Euro mehr – wegen des Wohnortes

 

Der Berliner Fahrer zahlt beim Vertrag mit Teilkasko 73 Prozent mehr als der Fahrer in Ostfriesland. Ausgewertet wurden die jeweils 5 besten von über 400 Tarifen für den 45-jährigen Fahrer eines VW Passat. Außer dem Wohnort waren alle Parameter identisch. Bei der Haftpflicht betrug der Unterschied 63 Prozent, beim Vertrag mit Vollkasko 65 Prozent. Das sind 286 Euro im Jahr.

 

Wo die Regionalklassen steigen, müssen Autofahrer auch mit einem steigenden Beitrag im kommenden Jahr rechnen. „Dann haben Autofahrer ein Sonderkündigungsrecht“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Die meisten Versicherer berücksichtigen heute neben den Regionalklassen auch die genaue Postleitzahl. So können die Preise innerhalb einer Stadt oder eines Zulassungsbezirkes deutlich schwanken.“

 

Wer hat die teuren Regionalklassen?

 

In Bayern ballen sich die teuren Regionalklassen. Gerade in Ober- und Niederbayern sowie der Oberpfalz haben zahlreiche Landkreise hohe Einstufungen in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Der Norden und Rheinland-Pfalz sind meist günstig in der Haftpflicht eingestuft. Regionen mit teuren Regionalklassen in der Teilkasko liegen in Ostdeutschland.

 

Die Regionalklassen spiegeln die langjährigen Schadenhöhen in den Städten und Landkreisen wider. Viele Diebstähle oder Hagelschäden erhöhen das Risiko bei der Teilkasko. Wo viel Verkehr ist, gibt es mehr Unfälle. Deshalb werden Großstädte in der Haftpflicht häufig teurer eingestuft als ihr Umland. Das zeigt das Beispiel Berlin.

 

Der Passat-Fahrer im Modellfall würde im nahen Liebenwalde (Landkreis Oberhavel) knapp 100 weniger in der Haftpflicht zahlen als am Stadtrand von Berlin.

 

Beitragsatlas Kfz-Versicherung: Hier zahlen Autofahrer besonders viel

 

Berlin, Hamburg, München und Augsburg sind deutschlandweit die teuersten Pflaster für Autofahrer - zumindest was die Beiträge zur Kfz-Vollkaskoversicherung betrifft. Der Rundumschutz für den Pkw kostet dort bis zu 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und bis zu 67 Prozent mehr als in sehr günstigen Regionen.

 

Das zeigen Beispielberechnungen für über 8.000 Postleitzahlgebiete in der gesamten Bundesrebublik.

 

Der Süden Bayerns gehört generell zu den teuren Regionen in der Kfz-Vollkasko. Dasselbe gilt für alle deutschen Metropolen und viele Großstädte, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Besonders viel kostet die Kfz-Vollkaskoversicherung zum Beispiel auch in Köln, Essen und Nürnberg sowie vielen bayerischen Landkreisen südlich von München.

 

Vergleichsweise günstig ist der Versicherungsschutz für den Pkw dagegen in vielen Regionen Nord- und Ostdeutschlands. In einigen Gemeinden Ostfrieslands etwa ist bis zu 17 Prozent weniger Beitrag fällig als im Bundesdurchschnitt. Sehr wenig zahlen auch Autofahrer in Nordthüringen, dem südlichen Teil Brandenburgs und quasi ganz Mecklenburg-Vorpommern.

 

Ein Grund für die Unterschiede sind die regionalen Schadenstatistiken. "Viele Großstädte sind in hohe Regionalklassen eingestuft", sagt Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherung bei CHECK24. "Berlin etwa hat in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung jeweils den höchsten Wert. Je höher die Einstufung, desto teurer in der Regel die Kfz-Versicherung."

 

Die Regionalklasse bzw. der Wohnort ist aber nur eines von über 50 Tarifmerkmalen, das über die Höhe der Kfz-Versicherung entscheidet. Daneben ist zum Beispiel von Bedeutung, wer das Auto fährt, wie hoch die jährliche Fahrleistung ist und in welche Typklasse das Auto eingestuft ist.

 

Versicherungsschutz beim Carsharing: Vieles ist nicht versichert

 

Auch für die Fahrt im geliehenen Auto gilt: Rote Ampeln überfahren, hinterm Steuer herumknutschen oder mit Flip-Flops auf Gaspedal und Bremse treten – das alles sind grobe Fahrlässigkeiten, genau wie Parken am Hang ohne die Handbremse zu ziehen. Wenn dabei etwas passiert, zahlt die Versicherung nicht oder nur einen Anteil. Solche Beispiele nennt die Juni-Ausgabe von Finanztest, in der sich die Experten der Stiftung Warentest einmal genauer angesehen haben, wie Carsharing-Nutzer eigentlich versichert sind.

 

Kaum jemand braucht ein Auto nur für sich allein. In der Stadt teilt man sich heutzutage ein Auto gleich mit vielen anderen. Carsharing ist vor allem sinnvoll für Leute, die nur selten ein Auto brauchen. „Wer lange Strecken fährt oder ein Auto länger braucht, fährt mit stationsbasiertem Carsharing am besten. One-way-Fahrten macht man am besten mit dem Free-floating-Sharing, also mit Autos, die mehr oder weniger in der Gegend herumstehen“, so Michael Bruns von Finanztest.

 

Sein Tipp: Vorsichtig fahren, denn nicht alles ist versichert. Und oft bleibt es nicht beim Selbstbehalt. Der kann im Übrigen recht hoch sein, ist aber reduzierbar durch Aufstocken der Kasko-Versicherung. Bei kleinen Kratzern, das ergab eine Umfrage unter Finanztest-Lesern, sind die Anbieter meist kulant. Trägt der Mieter aber die Schuld an einem Unfall oder anderen Schäden, kann es teuer werden. Mieter haften nur für Schäden, die der Carsharing-Anbieter ihnen nachweisen kann – nicht also zum Beispiel, wenn unklar ist, ob eventuell ein Fremder in der Standzeit zwischen zwei Mieten einen Kratzer verursacht hat.

 

Welche Versicherung greift bei Unfallschäden auf Parkplätzen und Parkhäusern?

 

Kommt es auf einem Parkplatz oder im Parkhaus zu einem Unfall, gelten meist dieselben Regeln wie bei einem Unfall im Straßenverkehr: Die Beteiligten können, müssen aber nicht die Polizei rufen.

 

Parkplatz

 

Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO: "Wichtig ist, dass die betroffenen Autofahrer Kontaktdaten austauschen und sich, wenn möglich, über den Unfallhergang einigen. Wer bei einem parkenden Auto einen Schaden verursacht, sollte auf den Besitzer warten. Ein Zettel mit Telefonnummer hinter der Windschutzscheibe reicht nicht – unter Umständen kann das Fahrerflucht bedeuten. Für den Versicherungsschutz gilt: Der Schutz der Kfz-Haftplicht- und der Kaskoversicherung greift auch bei einem Unfall auf einem Parkplatz oder im Parkhaus. Wer aber beispielsweise mit seinem vollgepackten Einkaufswagen an ein parkendes Auto stößt und dort Kratzer hinterlässt, der muss sich an seine Privat-Haftpflichtversicherung wenden. Denn die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt nur für Schäden auf, die beim Gebrauch eines Fahrzeugs verursacht werden. Schäden am eigenen Fahrzeug, die ein Unbekannter verursacht hat, übernimmt nur eine Vollkaskoversicherung. Allerdings muss der Versicherungsnehmer dabei die vereinbarte Selbstbeteiligung tragen und verliert einen Teil seines Schadenfreiheitsrabatts. Einige Versicherer bieten daher einen Zusatzbaustein für kleine Schäden an, die mit dem ‚Smart Repair‘-Verfahren repariert werden können. Dabei bedeutet ‚Smart‘ nicht nur schlau, sondern steht als Abkürzung für Small Middle Area Repair Technologies – also Reparaturtechniken für kleine bis mittelgroße Bereiche. Das ist kostengünstiger und bei einigen Versicherern wird der Schadenfreiheitsrabatt nicht zurückgestuft."

 

Auto oder Motorrad - Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen sind nicht immer neutral

 

Im Frühjahr kommt in den Auto- und Motorradmarkt Bewegung, nicht nur wegen der vielen neuen Modelle. Auch ein gebrauchtes Auto oder Motorrad findet in der Regel schnell einen neuen Besitzer. Aber ganz egal ob neu oder gebraucht, für die Zulassung wird eine neue Kfz-Versicherung benötigt. Um sich über eine günstige Kfz-Versicherung zu informieren, gibt es viele Möglichkeiten. Ein beliebter Weg sind Vergleichsportale im Internet. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da die Portale nicht immer unabhängig sind oder alle Anbieter beinhalten, warnt die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI).

 

 

„Vergleichsportale im Internet sind zwar auf Grund der darin enthaltenen Vielzahl von Angeboten eine Hilfe bei der Suche nach einer günstigen Kfz-Versicherung für ein Auto oder Motorrad. Allerdings beinhalten sie oftmals nicht die Tarife aller Versicherungen und sind somit nicht unbedingt das preiswerteste oder beste Angebot“, weist Jürgen Buck, Vorstand der GVI, hin. Die meisten Vergleichsportale, wie z.B. Check24, agieren als Vermittler und bekommen für einen abgeschlossenen Vertrag eine Provision vom Versicherer.

 

„Der Preis ist das eine, das andere sind jedoch die Versicherungsleistungen für ein Auto oder Motorrad“, warnt Jürgen Buck. Beispielhaft zählt der Experte folgende Punkte auf: So sollte bei der Wildschadenklausel auf den Einschluss von Tieren aller Art, den Einschluss von Schäden durch Marderbiss und der Verzicht auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Schadens geachtet werden. Die vorgenommenen Filtereinstellungen im jeweiligen Vergleichsportal zur Auswahl einer Kfz-Versicherung sollten immer kritisch überprüft werden, da sie nicht immer mit dem angezeigten Ergebnis übereinstimmen. Um keine Lücke im Versicherungsschutz zu riskieren, sollte im Zweifel ein Experte kontaktiert werden.

 

Mit Saisonkennzeichen Fahrzeug günstig versichern

 

Die Temperaturen steigen, die Straßen sind trocken und Autofahren macht wieder richtig Spaß. Deshalb motten viele im Frühling ihr Winterauto ein und holen Cabrio oder Motorrad aus der Garage. Das sind beileibe keine Einzelfälle: Immerhin waren im letzten Jahr laut Kraftfahrt-Bundesamt knapp 2,3 Millionen Fahrzeuge nur ein paar Monate im Jahr unterwegs.

 

Auto- oder Motorradfahren ist angenehm, das An- und Abmelden eines Fahrzeugs eher lästig. Doch wer nur ein paar Monate im Jahr bei gutem Wetter fährt, will natürlich auch nur für diese Zeit Steuern und Versicherung bezahlen: Ein Saisonkennzeichen macht das, wie die HUK-COBURG mitteilt, möglich. Der Fahrer meldet sein Fahrzeug einmalig für mindestens zwei, maximal elf Monate bei der Zulassungsstelle an. Bis zur endgültigen Abmeldung - weil der Fahrer Auto oder Motorrad beispielsweise verkauft - bleibt der Zulassungszeitraum Jahr für Jahr gültig.

 

Wer ein Saisonkennzeichen beantragt und nicht bereits in der niedrigsten Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) fährt, sollte beim Versichern daran denken: Nur wenn der Vertrag mindestens 180 Tage im Jahr läuft, wird er bei Schadenfreiheit Jahr für Jahr in eine bessere SF-Klasse eingestuft. Zugleich kann sich ein Saisonfahrer mit kombinierter Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung darauf verlassen, dass auch im Ruhezeitraum in der Teilkasko- und der Kfz-Haftpflicht Versicherungsschutz besteht. Sollte das Auto zum Beispiel aus dem Winterquartier gestohlen werden, wäre das ein Fall für die Versicherung.

 

Entspannt zurücklehnen kann sich ein Saisonfahrer auch beim Thema Haupt- und/oder Abgasuntersuchung. Fallen die Untersuchungen in die Ruhezeit, genügt es, sich im ersten Monat der Wieder-Inbetriebnahme um neue Prüfsiegel zu kümmern.

 

Elektronische Versicherungsbestätigung

 

Die Ummeldung von einem normalen auf ein Saisonkennzeichen ist unkompliziert. Man bittet seinen Kfz-Versicherer um die Zusendung einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB). Die legt man zusammen mit dem Personalausweis, der Zulassungsbescheinigung (Teil I und II) und der Bestätigung der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung einfach bei der Zulassungsstelle vor. Schon steht der Ummeldung nichts mehr im Weg.

 

Geleaste Fahrzeuge: Hohes Haftungsrisiko bei Unfall

 

Wer ein Auto geleast oder finanziert hat, ist nicht Eigentümer, sondern nur Halter des Fahrzeugs. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versi­cherung des Unfallgegners den Halter oder Fahrer unter Umständen in Regress nehmen. Dafür springt dann wiederum keine Versicherung ein. Darüber infor­miert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) zum Verkehrsgerichtstag.

 

Eigentümer eines geleasten Fahrzeugs ist die Leasinggesellschaft. Kommt es zu einem Unfall, kann sie Schadensersatzansprüche gegen den Unfallgegner des Halters geltend machen. Sie muss sich dann weder das Mitverschulden des Halters beziehungsweise des Fahrers am Unfall, noch die Betriebs­gefahr des Fahrzeuges anrechnen lassen. In vielen Fällen teilen die Gerichte und Versicherungen die Schäden nach einem Unfall aber in Quoten auf, da allen Beteiligten eine Mitschuld zugesprochen wird.

 

Das bedeutet: Die Versicherung des Unfallgegners kann, nachdem sie den vollen Schaden reguliert hat, das Geld unter Gesamtschuldnergesichtspunkten vom Fahrer beziehungsweise Halter des geleasten Fahrzeugs zurückfordern. „Für diese Regressforderung ist dann aber weder die Vollkaskoversicherung noch die Haftpflichtversicherung oder die GAP-Versicherung eintrittspflichtig“, warnt Rechtsanwalt Dr. Michael Schulte von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein. Hier bestünden somit letztlich erhebliche und unüberschaubare Haftungsrisiken für Halter und Fahrer von geleasten Fahrzeugen.

 

„Der Bundesgerichtshof hat sich zwar bereits mehrfach mit dem Thema befasst, hat das gesetzgeberische Defizit aber nicht korrigiert und allen Lösungsansätzen eine Absage erteilt“, fügt Schulte hinzu.

 

Schulte hält die aktuelle Gesetzeslage für unbefriedigend und keinesfalls interessengerecht. Der Gesetzgeber müsse hier durch eine klare Regelung Abhilfe schaffen. „Auf den Straßen sind immer mehr finanzierte und geleaste Fahrzeuge unterwegs“, warnt der Lüdenscheider Rechtsanwalt. Die Problematik werde immer drängender.

 

Motorradversicherung jetzt noch wechseln – Beiträge steigen schon wieder

 

Jetzt Anfang des Jahres ist ein guter Zeitpunkt die Motorradversicherung zu wechseln. Erstens: Der durchschnittliche Haftpflichtbeitrag ist aktuell 23 Prozent günstiger als noch im Juli 2018. Zweitens: Motorradfahrer mit Saisonkennzeichen ab März können ihren alten Versicherungsvertrag noch bis Ende Januar kündigen. „Zu lange sollten Motorradfahrer mit dem Wechsel ihrer Versicherung nicht mehr warten“, sagt Dr.Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei CHECK24. „Bereits seit Dezember steigen die durchschnittlichen Haftpflichtbeiträge wieder.“

 

Viele Merkmale beeinflussen Preis der Versicherung – günstiger unterwegs mit Saisonkennzeichen

 

Im Vergleich der je fünf günstigsten Versicherungstarife spart ein Motorradfahrer mit einem Saisonkennzeichen von März bis einschließlich Oktober im Schnitt 29 Prozent gegenüber einem ganzjährigen Angebot. „Bei einem Saisonkennzeichen sollte das Motorrad mindestens sechs Monate angemeldet werden, da der Halter nur so nach einem unfallfreien Jahr in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft wird“, sagt Dr. Tobias Stuber. Günstiger ist es auch für Motorradfahrer, die auf dem Land, statt in der Großstadt wohnen oder die Motorleistung ihres Zweirads deutlich drosseln. Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, sollten Verbraucher in jedem Fall alle Angaben wahrheitsgemäß machen.

 

Versicherungsschutz gratis 

 

Saisonkennzeichen werden oft genutzt: Während der Außerbetriebsetzung schützt die Ruheversicherung Auto und Motorrad

 

 

Zeit schlafen zu gehen: Viele Cabrios und Motorräder verschwinden spätestens im November von der Straße. Sie werden vorübergehend außer Betrieb gesetzt und erst im Frühjahr bei schönem wieder Wetter hervorgeholt. Wer nur ein paar Monate im Jahr fährt, will natürlich nur dafür Steuern und Versicherungsbeiträge zahlen. Mit Saisonkennzeichen kein Problem. Mehr als 800.000 Pkw- und 1,3 Millionen Motorradfahrer nutzen laut Kraftfahrt-Bundesamt die Möglichkeit, ihr Fahrzeug einmalig für mindestens zwei, maximal elf Monate bei der Zulassungsstelle anzumelden. Mit Beginn der neuen Saison kann sich der Fahrer ins Auto setzen, Gas geben und losfahren. Der Saisonzeitraum bleibt bis zur endgültigen Abmeldung von Jahr zu Jahr gültig.

 

Aber nicht nur das: Wird das Fahrzeug eingemottet, erlischt, wie die HUK-COBURG mitteilt, der Versicherungsschutz nicht völlig. Während des Stilllegungszeitraums besteht in der Kfz-Versicherung eine kostenlose Ruheversicherung. Sie kommt in der Kfz-Haftpflichtversicherung hauptsächlich dann zum Tragen, wenn auslaufende Betriebsstoffe wie Öl oder Benzin das Erdreich verschmutzen, vielleicht sogar ins Grundwasser sickern. Fordern zum Beispiel Vermieter oder Kommune deshalb Schadenersatz, wäre das ein Fall für die Versicherung.

 

Die Ruheversicherung kann auch eine Teilkasko-Versicherung (TK) miteinschließen, vorausgesetzt die Versicherung bestand schon vor der Ruhephase. Wichtig wird die Ruheversicherung in der TK vor allem, wenn Winterstürme schwere Gegenstände durch die Luft wirbeln, die dann das Kraftfahrzeug beschädigen. Aber auch Themen wie Motorbrand durch Kurzschluss in der Elektronik oder Diebstahl spielen immer wieder eine Rolle.

 

Um von der kostenlosen Ruheversicherung zu profitieren, muss es sich beim Winterquartier entweder um einen Raum oder zumindest um einen umfriedeten Abstellplatz handeln. Umfriedung kann heißen, der Platz ist von einem Zaun oder einer Hecke umschlossen. Wer ein Carport für diesen Zweck nutzt, sollte die freien Seiten wenigstens mit einer Kette sichern.

 

Sonderkündigungsrecht ermöglicht Wechsel nach 30. November

 

Der vielbeschworene Stichtag zur Kündigung der Kfz-Versicherung, der 30. November, ist vorbei. Was ist, wenn die Rechnung des Versicherers erst danach kommt und man eben auch erst später erfährt, dass die Kfz-Versicherung im kommenden Jahr teurer wird. Muss man zwangsläufig beim bisherigen Versicherer bleiben? Nein. Hier kommt das Sonderkündigungsrecht ins Spiel: Erst mit Erhalt der Beitragsrechnung und Kenntnis über den höheren Beitrag beginnt, wie die HUK-COBURG mitteilt, die einmonatige Kündigungsfrist zu laufen. Selbst bei gesunkenem Beitrag entfällt das Sonderkündigungsrecht nicht automatisch: Versicherte profitieren durch unfallfreies Fahren von sinkenden Schadenfreiheitsklassen. Auch das führt oft zu niedrigeren Prämien, obwohl das Tarifniveau des Grundbeitrags über dem des Vorjahres liegt. Hier bleibt die Sonderkündigung eine Option.

 

Fazit: Die Rechnung sollte sehr genau gelesen werden. Besteht ein Sonderkündigungsrecht, muss der bisherige Versicherer seinen Kunden darauf klar und deutlich darauf hinweisen. Dem Wechsel zum günstigeren Kfz-Versicherer steht dann - auch nach dem 30. November - nichts mehr im Weg.

 

Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall, denn die Preisspannen zwischen den einzelnen Anbietern sind erheblich: Oft lassen sich so ein paar hundert Euro pro Jahr einsparen. Beim Preisvergleich helfen entsprechende Portale im Internet. Doch Vorsicht, kein Portal berücksichtigt alle Kfz-Versicherer und oft handelt es sich leistungsseitig um ein abgespecktes Angebot. Wechselwillige sollten also immer in mehreren Portalen recherchieren. Aber die Rechner arbeiten auf Provisionsbasis, sind also nur bedingt unabhängig. Manche Direktversicherer sind dort gar nicht zu finden. Daher lohnt sich stets auch eine parallele Anfrage bei Direktversicherern.

 

Heißer Kfz-Herbst: Preise im Oktober 4 Prozent günstiger als im Vormonat

 

Die Kfz-Wechselsaison geht in die heiße Phase. Die Preise für Kfz-Versicherungen sind im vergangenen Monat um durchschnittlich 4 Prozent gesunken. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von Vergleichsfällen des Verbraucher-Ratgebers Finanztip. Stichtag für einen Wechsel ist der 30. November. An dem Tag muss die alte Versicherung spätestens gekündigt und der neue Tarif bereits abgeschlossen sein. Allerdings gilt es bei der Jagd nach einer günstigen Kfz-Versicherung einiges zu beachten.

 

Laut einer aktuellen Umfrage von Finanztip hat jeder Fünfte noch nie seine Kfz-Versicherung gewechselt. Dabei kann sich das finanziell vor allem jetzt auszahlen: "Viele Versicherer buhlen im Herbst um neuen Kunden und senken ihre Preise", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. "Wer mit dem Gedanken spielt zu wechseln, sollte jetzt zuschlagen." Wichtig ist, sich einen möglichst großen Marktüberblick zu verschaffen.

 

Nicht nur eine Quelle nutzen

 

Beim Vergleich gilt: "Wer nur an einem Ort sucht, findet nicht alles", warnt Tenhagen. So ist beispielsweise der große Direktversicherer Huk24 nicht auf den Vergleichsportalen vertreten. Die Huk24 hat sich von dort zurückgezogen, um Vermittlungsgebühren zu sparen. "Für Verbraucher ist die Huk24 aber interessant, weil deren Tarife oft sehr günstig sind", erklärt Tenhagen. "Bei unserem aktuellen Test lieferte der Direktversicherer in rund 50 Prozent der Fälle den besten Preis." Allerdings eben nicht immer. Deshalb gilt: unbedingt auch auf einem Portal mit vielen Anbietern die Tarife vergleichen.

 

Angebot auf Portalen unterscheidet sich

 

Das umfassendste Angebot an direkt abschließbaren Tarifen gibt es aktuell bei den beiden großen Portalen Check24 und Verivox. "Obwohl einige Tarife auf beiden Portalen gelistet sind, ist das Angebot nicht identisch", erklärt Tenhagen. So können Tarife der Allianz aktuell nur bei Verivox gefunden werden. Gleiches gilt für den noch jungen Versicherer Friday. Auf der anderen Seite gibt es bei Check24 exklusive Tarife, die sich nur über das Vergleichsportal abschließen lassen. "Trotz der Unterschiede liefern beide Portale für Verbraucher gute Ergebnisse", sagt Tenhagen. Finanztip empfiehlt deshalb Wechselwilligen, bei der Suche ein Portal und die Huk24 zu kombinieren.

 

Die richtigen Merkmale angeben

 

Doch wer eine günstige Kfz-Versicherung sucht, sollte nicht nur Preise vergleichen, sondern auch die richtigen Merkmale wählen. "Zahlen Sie die Versicherung jährlich, schränken Sie den Fahrerkreis ein und wählen Sie die gefahrenen Kilometer lieber knapp als zu großzügig", sagt Tenhagen. "Sind Sie mehr gefahren als angegeben, melden Sie die weiteren Kilometer einfach im Nachhinein der Versicherung." Besonders wichtig: "Schummeln Sie nicht bei den Angaben. Das gibt nur Ärger mit der Versicherung!"

 

Kfz-Versicherung: Teuerste Regionen zahlen das Doppelte

 

Autofahrer in München zahlen im Durchschnitt doppelt so viel für ihre Kfz-Versicherung wie Autofahrer im thüringischen Kyffhäuserkreis. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

 

München, Starnberg, Rosenheim – Oberbayern liegt vorn

 

50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen die Kfz-Versicherungspreise der Münchner. Auf den Plätzen folgen der Landkreis Starnberg, Nürnberg, der Landkreis München und Rosenheim – alle mit etwa 40 Prozent über dem Durchschnitt. Unter den 20 teuersten Städten und Landkreisen liegen 15 in Bayern.

Besonders wenig zahlen die Autofahrer im Kyffhäuserkreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und Salzlandkreis – rund 30 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Das ist etwa die Hälfte der Preise in den teuersten Regionen.

 

Sachsen-Anhalt am günstigsten

 

Bei den günstigsten Regionen dominieren Landkreise aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Top20. Auf Ebene der Bundesländer liegen die Preise in Sachsen-Anhalt am niedrigsten (19 Prozent unter Durchschnitt). Das teuerste Bundesland ist Hamburg (29 Prozent über dem Durchschnitt). Bayern liegt insgesamt auf Platz 3 hinter Berlin.

 

Teure Regionalklassen im Süden

 

Ein wichtiger Grund für die hohen Preise liegt in der Regionaleinstufung. In Städten und Kreisen mit vielen Schadenfällen verlangen die Kfz-Versicherer Prämienzuschläge; bei wenigen Unfällen geben sie einen Rabatt. In Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz ballen sich Kreise, die in teure Regionalklassen in der Haftpflicht, Teil- und Vollkasko eingestuft sind. Außerdem fahren die Bayern und Baden-Württemberger Autos mit mehr PS, die tendenziell auch in teure Typklassen eingestuft sind.

 

Rund um Hamburg ist die Regionalklasse für die Haftpflicht teuer, was die Prämie dort nach oben treibt. Großstädte sind oft teurer als das Umland. „Die Versicherer müssen sich nicht exakt nach den Regionalklassen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft richten. Sie orientieren sich aber bei der Berechnung ihrer Beiträge daran“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. In die Auswertung gingen alle Versicherungsabschlüsse bei Verivox in den zurückliegenden 12 Monaten ein – unabhängig davon, ob nur Haftpflicht oder auch Kasko abgeschlossen wurde. Ziel war es, die regionalen Unterschiede der tatsächlichen Preise zu ermitteln.

 

Kfz-Versicherung: Wechsel bis zum 30. November kann sich lohnen

 

Ein Wechsel der Autoversicherung ist in der Regel nur einmal jährlich, zum Stichtag 30. November, möglich. Wer also im kommenden Jahr vom Preis-Leistungs-Verhältnis eines anderen Versicherungsanbieters profitieren möchte, sollte sich jetzt informieren. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, rät, die verschiedenen Assekuranz-Konditionen für das Auto schnellstmöglich aber dennoch genau zu vergleichen.

 

Preisgefälle vor Fristende nutzen

 

Die Unfallzahlen sind in den letzten Jahren kaum gesunken und gleichzeitig sind die Kosten für einzelne Schäden am Auto gestiegen. Versicherer reagieren jetzt darauf, indem sie die Preise für die Kfz-Versicherung anziehen. Doch konkurrieren aktuell über 80 Kfz-Versicherer um Kunden, sodass trotzdem Rabatte zu erwarten sind. Insbesondere kurz vor Ende der Wechselfrist am 30. November kommt Verbrauchern der verschärfte Wettbewerb zugute. Es empfiehlt sich daher, den November zu nutzen, um über Vergleichsdatenbanken aktuelle Versicherungstarife für das eigene Auto zu erfragen. Erscheint ein Wechsel sinnvoll, sollte die Kündigung der bisherigen Versicherung direkt im Anschluss erfolgen. Denn diese muss vor dem Stichtag beim Versicherer ankommen.

 

Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigen

 

Wer sein Auto derzeit bei einem vergleichsweise teuren Anbieter versichert, kann durch den Wechsel zu einem Wettbewerber bis zu 55 Prozent sparen. Der Wechsel zu einem Kfz-Versicherer mit durchschnittlichem Preis kann immer noch eine Ersparnis zwischen 27 und 35 Euro bedeuten. Doch sollte nicht nur der Preis über die Kfz-Versicherung entscheiden. Auch wenn es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestabdeckung gibt, bei den unterschiedlichen Zusatzleistungen der Autoversicherungen gilt es abzuwägen: Falschbetankung und Benzindiebstahl sind beispielsweise nicht grundsätzlich mitversichert und auch ein kostenloses Ersatzfahrzeug stellt im Falle eines Werkstattaufenthalts nicht jede Autoversicherung.

 

Ganzjähriges Sonderkündigungsrecht beachten

 

Hat man die Wechselfrist verpasst, besteht zumindest bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht: Ist der Vertrag teurer geworden, haben Autobesitzer nach Rechnungseingang einen Monat Zeit, um den Vertrag zu kündigen. Jedoch ist die Preissteigerung häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar: Der Knackpunkt liegt beim Schadenfreiheits-Rabatt. Dieser fließt meist in die Berechnung mit ein, obwohl er nicht jeden Versicherten betrifft. Entscheidend ist somit der Vergleichsbeitrag, der anzeigt, was man zahlen muss, wenn sich nichts ändert. Ist dieser gestiegen, gilt das Sonderkündigungsrecht.

 

Bundesweite Studie: Beachtliche Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungen

 

Durchschnittlich 1.311 Euro zwischen teuerstem und günstigstem Angebot

 

Realistisches Einsparpotenzial je nach Risiko zwischen 281 und 1.071 Euro

 

Bundesweit im Schnitt 41,6 % realistisches Einsparpotenzial

 

 

Bereits zum siebten Mal führte Prof. Dr. Thomas Köhne vom unabhängigen Institut für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Auftrag der Verti Versicherung AG die „Marktstudie zur Preissituation im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt“ durch: Insgesamt wurden deutschlandweit Angebote für zehn verschiedene Musterkunden in 20 Regionen verglichen.

 

Wie jedes Jahr bietet sich zum 30. November für zahlreiche Versicherungskunden wieder die Möglichkeit, bares Geld zu sparen - denn für die meisten Kfz-Policen bedeutet dieses Datum den Kündigungsstichtag und somit die Chance, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Allerdings fällt es vielen Verbrauchern schwer, sich im Tarifdschungel des deutschen Kfz-Versicherungsmarktes zurechtzufinden, und sie lassen sich von der vielfältigen und für Kunden recht unübersichtlichen Tariflandschaft abschrecken. „Indem wir die Ergebnisse unserer unabhängigen Studie uneingeschränkt zugänglich machen, möchten wir dazu beitragen, die Transparenz des Versicherungsmarktes zu verbessern. Außerdem wollen wir dem Verbraucher zeigen, wie sehr es sich lohnen kann, seine Versicherung zu vergleichen. Denn es gibt teilweise enormes Einsparpotenzial“, so Christian Paul Sooth, CFO der Verti Versicherung AG.

 

Durchgeführt wurde die Studie von Prof. Dr. Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Auch er rät Verbrauchern zu einem Versicherungsvergleich: „Zwischen den Versicherungstarifen bestehen erhebliche Preisunterschiede in Bezug auf die einzelnen Musterkunden und Regionen. Durch einen Vergleich lässt sich oft einiges an Geld sparen.“ 

 

Ergebnisse und Hintergründe

 

In den letzten Jahren sind die Prämien über die untersuchten Musterfälle hinweg in der Regel gestiegen. Das erklärt Prof. Dr. Thomas Köhne damit, dass die Verluste der Jahre 2008 bis 2013 noch nicht einmal zur Hälfte ausgeglichen werden konnten, obwohl die Kfz-Versicherung seit 2014 branchenweit positive versicherungstechnische Ergebnisse erwirtschaftet.

 

Hinzu kommt, dass auch in 2018 die Preisunterschiede zwischen den Anbietern von Kfz-Versicherungen enorm sind. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter über alle untersuchten Musterkunden und Regionen hinweg beträgt 1.311 Euro, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen gibt. Zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot beträgt der ermittelte maximale Preisunterschied sogar ganze 2.448 Euro.

 

Daraus resultiert ein je nach Ausgangslage teils beachtliches Einsparpotenzial sowohl für Versicherungsnehmer in Städten als auch in ländlichen Regionen. Für die gleichen Musterkunden sind die Prämien in der Stadt aber im Allgemeinen teurer als auf dem Land – wobei es günstigere Städte (z.B. Hannover, Trier) und teurere ländliche Gegenden (z.B. Freising, Ravensburg) gibt.

 

Vor allem für Berliner kann sich ein Vergleich richtig lohnen: Hier ist das durchschnittliche realistische Einsparpotenzial mit 626 Euro am höchsten. Das geringste Einsparpotenzial gibt es in Wittenberge; aber auch hier sind es im Durchschnitt realistisch immer noch 426 Euro.

 

Im Bundesweiten Vergleich rangiert die Hauptstadt somit auf dem ersten Platz der 20 untersuchten Regionen, was das durchschnittliche realistische Einsparpotenzial angeht.

 

Die Reihenfolge unter den Versicherern ist je nach Musterkunde unterschiedlich. Es sind nicht immer die gleichen Versicherer unter den 20 günstigsten Angeboten. Unter diesen finden sich jedoch überwiegend einzelne Direktversicherer, teils einzelne Maklerversicherer und nur sehr vereinzelt Versicherungsunternehmen mit Multikanalvertrieb.

 

Fazit

 

Auch 2018 bestehen in der Kfz-Versicherung allgemein große Preisunterschiede zwischen den Angeboten der verschiedenen Versicherer. Bei rund 41,5 Millionen privat zugelassenen PKWs und 1,2 Millionen Neuzulassungen (in 2017) ist davon auszugehen, dass bei den Versicherungen dieser Fahrzeuge in vielen Fällen noch ein erhebliches Einsparpotenzial besteht. Kunden können überall sparen, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Das gilt unabhängig davon, welchem Musterkunden man entspricht bzw. welche konkrete Risikosituation man in der Kfz-Versicherung versichern möchte.

 

Darauf sollte man beim Kfz-Versicherungs-Wechsel achten!

 

Den 30. November haben viele Kfz-Halter*innen fest im Blick. Denn sie nutzen den Stichtag, bis zu dem die meisten Kfz-Versicherungen fristgerecht zum ablaufenden Kalenderjahr gekündigt werden können, um nach einem günstigeren Angebot zu suchen. Die Auswahl an Tarifen im Markt ist groß. Verbraucher*innen sollten sich daher Zeit für einen Vergleich nehmen und sich die Leistungen jeweils genau anschauen. „Im Schadenfall nützt einem der günstigste Tarif nichts, wenn das eingetretene Risiko dort nicht abgedeckt ist“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV).

 

Beim alljährlichen Run auf die günstigste Kfz-Versicherung sollten Versicherte u. a. darauf achten, dass folgende Punkte in den Versicherungsbedingungen enthalten sind:

 

 

Die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betragen.

 

Bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten.

 

Über die Wildschadenklausel sollten Schäden durch Kollisionen mit Tieren aller Art versichert sein.

 

Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung sowie deren Folgeschäden sollten abgesichert sein.

 

Sonderausstattungen wie fest eingebaute Navigationsgeräte sollten beitragsfrei mitversichert sein. Dabei ist zu beachten, dass Versicherer hier individuelle Entschädigungsgrenzen setzen.

 

Ebenfalls wichtig zu wissen: Oft bieten Versicherer Rabatte bei Vereinbarung einer Werkstattbindung an. Versicherte verpflichten sich damit, ihr Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Ist das Auto jedoch geleast oder kreditfinanziert, ist hier Vorsicht geboten. Denn möglicherweise darf das Auto dann nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten repariert werden.

 

Insbesondere ältere Autofahrer*innen mit langjähriger, unfallfreier Fahrpraxis wundern sich oft, wenn sich ihre Prämie im neuen Versicherungsjahr trotzdem erhöht. Doch das Risiko in der Altersgruppe 65 plus, einen Unfall zu verursachen, steigt statistisch nun einmal. Und damit steigt auch die Prämie an, die von den Versicherungsunternehmen auf Basis der Statistiken berechnet wird. Die individuell gute Schadenbilanz ist durch die entsprechende Schadenfreiheitsklasse dabei bereits berücksichtigt. „Das ist vielen älteren Versicherten oft nicht klar“, so Boss.

 

Vorsicht sollten Versicherte bei der Nutzung von Vergleichsportalen walten lassen.

 

Viele listen längst nicht alle Versicherungsangebote und Tarife auf, sondern nur jene, mit denen das Portal als Makler einen Vertrag hat. Ein umfassender und neutraler Vergleich aller Versicherungsangebote und Tarife ist so nicht möglich. Verbraucher*innen laufen daher Gefahr, nicht den für sie passenden und/oder auch günstigsten Versicherungsschutz zu erhalten.

 

„Trotz des Stichtags 30.11. im Nacken sollten Versicherte ihren bisherigen Kfz-Versicherungsvertrag erst kündigen, wenn sie woanders auch sicher den benötigten Versicherungsschutz erlangen können“, rät Boss. Zwar muss jeder Versicherer zumindest eine Haftpflichtversicherung anbieten. Diese umfasst aber nur die Mindestversicherungssummen aus dem Pflichtversicherungsgesetz. Mit 1,12 Mio. Euro für Sachschäden ist diese viel zu niedrig.

 

Kündigungstermin Autoversicherung am 30.11. - Wechseltipp: Auf Rückstufung im Schadensfall achten

 

Viele Autofahrer können ihre Kosten für die Autoversicherung durch einen Wechsel reduzieren. Dafür muss aber jetzt gehandelt werden, da der übliche Kündigungstermin der Autoversicherung verstreicht. Bis zum 30. November muss die Kündigung dem Versicherer vorliegen. Doch nicht nur der Preis ist entscheidend, sondern auch vertragliche Bestandteile sind bei einem Wechsel zu beachten, wie z.B. die Rückstufung im Schadensfall. Die neuen Tarife der Autoversicherer für eine Entscheidung liegen bereits vor. Darauf weist aktuell die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI) hin.

 

Die meisten Tarife der Autoversicherungen sehen eine Hauptfälligkeit zum 1. Januar vor. Auf Grund der einheitlichen Kündigungsfrist von einem Monat, muss die Kündigung bis zum 30. November dem Versicherer vorliegen. Doch schon jetzt liegen die neuen Tarife vor. Einen Wechseltipp gibt Jürgen Buck, Vorstand der GVI, gleich mit auf den Weg: „Bewahren Sie den Nachweis der Kündigung auf“. Nachweis ist ein Faxprotokoll, Einschreibebeleg und Eingangsbestätigungs-Email. Zudem darf bei Abschluss der Autoversicherung nicht nur auf den Preis geachtet werden, zumal diese auch noch viele Merkmale für die Preisberechnung mit einbezieht.

 

Deshalb ist der entscheidende Wechseltipp des Experten, die Prüfung der Leistungen der Autoversicherung. „So haben viele ältere Tarife der Kfz-Versicherungen vorteilhaftere Bedingungen. Zum Beispiel ist der Rabattretter, der oftmals im Schadensfall vor einer teureren Rückstufung schützt, bei älteren Tarifen beitragsfrei eingeschlossen. Zudem kann die Rückstufung im Schadensfall generell im neuen Tarif schlechter sein, was vor allem für junge Fahrer wegen der höheren Schadenshäufigkeit oft Auswirkungen hat. Ein Vergleich kann leicht über die Tabellen zum Schadenfreiheitsrabatt-System erfolgen, die sich in den Bedingungs-Anhängen befinden“, so der Fachmann weiter.

 

Studie zeigt schwere Mängel bei der Sicherung von Kindern im Auto

 

Rund die Hälfte aller Kinder unter zwölf Jahren ist im Auto nicht richtig gesichert; 60 Prozent der Kinder sogar so falsch, dass sie im Falle eines Unfalls schwerste Verletzungen davontragen könnten. Das zeigt eine Beobachtungs- und Befragungsstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). In fünf Vorgängerstudien seit 1997 waren die Ergebnisse allerdings noch schlechter.

 

Gurtführung häufiger gravierender Fehler

 

Die häufigsten gravierenden Fehler betrafen die Führung des Gurtes bei der Befestigung des Kindersitzes oder der Babyschale im Auto. Er war entweder nicht durch die vorgeschriebenen Öffnungen geführt oder nicht straff genug angezogen. Zu locker waren auch oft die Gurte, die die Kinder in den Sitzen angelegt hatten.

 

Angesprochen auf die Fehler, zeigten rund 50 Prozent der Befragten keine ausreichende Kenntnis über die korrekte Handhabung. Etwa 20 Prozent war der Fehler bewusst: Sie gaben an, aus Zeitnot oder wegen einer kurzen Fahrtstrecke  die nötige Sorgfalt außer Acht gelassen zu haben. In einigen Fällen hatte das Kind selbst den Gurt gelöst oder die Arme darunter hergeführt.  Signifikant schlechter gesichert waren Kinder bei Personen mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit.

 

Kindersicherungseinrichtungen sind bis zum Alter von einschließlich elf Jahren vorgeschrieben, wenn das Kind nicht größer als 150 cm ist. Im Jahr 2017 starben 14 Kinder bis zu diesem Alter im Auto, über 1.000 wurden schwer verletzt.

 

Kfz-Versicherung: Ältere zahlen im Schnitt 57 Prozent mehr

 

Mit zunehmendem Alter steigen auch die Beiträge für die Autoversicherung. Schon ab 65 Jahren müssen Versicherte durchschnittlich 11 Prozent mehr bezahlen, als wenn sie nur 55 Jahre alt wären. Noch teurer wird es für 75-Jährige: Im Mittel beträgt der Preisaufschlag von 55 auf 75 Jahre für die Kfz-Versicherung satte 57 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren auf Deutschlands Straßen rund 16 Millionen Autofahrer über 65 Jahre. Viele Versicherer halten diese Klientel offenbar für eine sichere Einnahmequelle: „Obwohl Senioren laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Wir haben herausgefunden, dass 65-Jährige heute im Schnitt 11 Prozent mehr bezahlen als 55-Jährige.“ Bei 75-Jährigen beträgt der Preisaufschlag im Mittel aktuell satte 57 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug derselbe Preisaufschlag nur 51 Prozent.

 

Viele merken nicht, dass der Tarif steigt

 

Viele Senioren merken jedoch gar nicht, dass sie mehr bezahlen. Denn wer schon lange unfallfrei fährt, profitiert von steigenden Schadenfreiheitsklassen, die den Beitrag drücken. Durch den stetig steigenden Rabatt fällt der altersbedingte höhere Grundbeitrag oft nicht so auf. Finanztip empfiehlt deshalb insbesondere Senioren, ihren Kfz-Tarif jedes Jahr zu vergleichen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln. Denn obwohl alle Versicherer die Preise im Alter anpassen, gibt es unter den Versicherungstarifen sehr große Unterschiede. Ein Beispiel: Ein 75-jähriger Halter eines VW Golf III zahlt ohne Kaskoschutz bei der Europa-Versicherung im Basistarif 551,22 Euro. Würde er zur BGV in den Basistarif wechseln, müsste er nur 419,75 Euro bezahlen. Das entspricht einer Ersparnis von 131,74 Euro beziehungsweise von rund 31 Prozent. 

 

 

Kfz-Versicherung: Ratenzahlung kostet Autofahrer über eine halbe Milliarde Euro

Die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland verschenkt bei ihrer Kfz-Versicherung bares Geld. Denn 53 Prozent überweisen die Beiträge für die Autoversicherung in Raten, anstatt sie einmal im Jahr zu bezahlen, so eine aktuelle Studie des Verbraucher-Ratgebers Finanztip. Hochgerechnet landen so rund 600 Millionen Euro zusätzlich in den Kassen der Versicherer.

 

Im Schnitt bezahlen Autofahrer nach einer Finanztip-Hochrechnung 430 Euro für ihre Kfz-Versicherung. Mehr als jeder Zweite überweist den Beitrag in Raten. "Viele Versicherte wollen ihre Haushaltskasse nicht mit einer hohen Einmalzahlung belasten", erklärt Silke Kursawe, Expertin für Versicherungen bei Finanztip. Doch das ist nicht ratsam: "Versicherer verlangen für die Ratenzahlung einen deutlichen Aufschlag." Wer etwa seine Beiträge halbjährlich überweist, zahlt im Schnitt knapp 4 Prozent bzw. 15 Euro mehr. Etwas teurer ist mit 7 Prozent bzw. 30 Euro Aufschlag eine quartalsweise Zahlung. Am teuersten wird es für diejenigen, die monatlich überweisen: Hierbei verlangen Versicherer fast 9 Prozent bzw. 36 Euro mehr.

 

Vor allem Jüngere zahlen drauf

 

Auffällig ist: Es sind überdurchschnittlich oft jüngere Autofahrer und Haushalte mit geringem Einkommen, die auf eine Ratenzahlung ausweichen. Dabei könnten gerade die jeden einzelnen Euro gebrauchen. Finanztip empfiehlt deshalb, auf eine Ratenzahlung zu verzichten: "Autofahrer, die auf eine jährliche Zahlweise umstellen, sparen im Schnitt 27 Euro", sagt Silke Kursawe. Hinzu kommt: Einige Versicherungen bieten überhaupt keine Ratenzahlung an. "Wer nur nach Angeboten sucht, die man in Raten bezahlen kann, hat viel weniger Tarife zur Auswahl", sagt Kursawe. "Das mindert die Chance auf einen guten Preis."

 

Autoversicherung:  Kurzzeitschutz für Zusatzfahrer

Wer jemanden ans Steuer lässt, den er bei seiner Versicherung nicht als Fahrer gemeldet hat, kann ihn schnell online oder per App als Zusatzfahrer versichern. Die Kosten betragen zwischen 1,72 und 6,99 Euro für 24 Stunden. Unabhängig vom eigenen Versicherer kann jeder Zusatzschutz übers Internet buchen, den es schon ab 5,49 Euro für 24 Stunden gibt. Über Onlinebezahlsysteme wie Paypal ist direktes Bezahlen und ein schneller Abschluss möglich, so Finanztest.

 

Es kommt immer mal wieder vor, dass jemand anderes als der Halter des Autos und die in der Autoversicherung eingetragenen Fahrer das Steuer übernehmen. Viele Versicherer lassen das gelegentlich kostenlos zu. Wenn der Fahrerkreis aber beschränkt und das Verleihen nicht vorgesehen ist, kann der Versicherungsnehmer bei einem Unfall wegen vertragswidrigen Verhaltens von seiner Versicherung zur Kasse gebeten werden.

 

In absehbaren Fällen ist es daher sinnvoll, sich um einen Zusatzschutz zu kümmern, wenn die gelegentliche Mitnutzung des Autos nicht erlaubt ist. Online kann schnell per Klick ein Zusatzfahrer für 24 Stunden oder länger gebucht werden. Dann fährt der neue Fahrer ganz legal.

 

Auch für Carsharing- und Mietwagenfahrer lässt sich das Risiko versichern, auf einer Selbstbeteiligung von maximal 1000 Euro sitzen zu bleiben. Die Police kostet jeweils 4,00 Euro für 24 Stunden. Der Schutz gilt nur in Deutschland, so die Stiftung Warentest.

 

Versicherungstipp: Autounfall im Ausland - was ist zu tun? 

Unbekannte Verkehrsregeln, anderer Fahrstil: Wer selten im Ausland am Steuer sitzt, ist dort schnell gestresst - und die Unfallgefahr wächst. Laut repräsentativer forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland, hatten neun Prozent der deutschen Fahrer mit Auslandserfahrung bereits einen Unfall mit Blech- bzw. Personenschaden in einem anderen Land. Was müssen Autofahrer beachten, die in einen Schaden außerhalb Deutschlands verwickelt sind? Welche Fallstricke gibt es? Tipps von Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt.

 

Die halbe Miete: Eine gute Vorbereitung

 

Damit ein Blechschaden im Ausland einfacher abgewickelt werden kann, gehört ein Europäischer Unfallbericht mit an Bord. "Autofahrer sollten am besten zwei Exemplare des Unfallberichts - eines für sich selbst und eines für den Unfallgegner - ins Handschuhfach legen. Er erlaubt eine präzise Darstellung des Unfallhergangs und ist in allen europäischen Sprachen erhältlich", sagt Frank Bärnhof. Zusätzlich hilft die Grüne Karte, sie dient als Nachweis, dass das Fahrzeug Kfz-Haftpflicht versichert ist. Sie ist zwar nur noch außerhalb der EU Pflicht, macht aber die Schadenregulierung auch innerhalb Europas einfacher. Die Grüne Karte kann man gratis bei seinem Kfz-Versicherer anfordern.

 

Empfehlenswert ist zudem ein Schutzbrief. Er wird sowohl von Automobilclubs als auch von Versicherern angeboten und kommt für die Kosten auf, falls der eigene Wagen beispielsweise bei Pannen oder Unfällen abgeschleppt werden muss. In den Versicherungsleistungen sind oftmals auch zusätzliche Services im Ausland enthalten, dies können beispielsweise Ersatzteilversand, Fahrzeugtransport oder Kostenerstattung bei Reiseabbruch sein.

 

Unfall passiert: Das ist vor Ort zu tun

 

Als erstes sollte man die Unfallstelle absichern. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anziehen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in etwa 100 Metern Entfernung vor der Unfallstelle. Wurden Personen verletzt, müssen umgehend die Rettungskräfte (Notrufnummer 112 in allen EU-Ländern) informiert werden. Erst anschließend sollte die Erstversorgung durchgeführt werden.

 

Falls die Unfallfahrzeuge nicht schwer beschädigt sind, können sie umgehend von der Unfallstelle entfernt werden, um zu keiner Gefahr für den Verkehr zu werden. "Bei größeren Schäden sollten Autofahrer die Fahrzeuge stehen lassen. Am besten mit dem Mobiltelefon oder einer Kamera Fotos vom Unfallort, den Fahrzeugschäden und der Endstellung der Autos fertigen", sagt Frank Bärnhof. Aufgenommen werden sollten zudem das Kennzeichen, Name und Anschrift des Fahrzeughalters und des Fahrers (falls abweichend). Wichtig sind auch die genaue Zeit, der Ort des Unfalls und die Anschrift von Zeugen. Haben Sie den Europäischen Unfallbericht zur Hand, füllen Sie diesen aus und lassen ihn von allen Beteiligten unterschreiben.

 

Nach dem Unfall nicht vergessen

 

Wer in einen Unfall verwickelt ist, sollte unbedingt seine eigene Kfz-Versicherung informieren - auch wenn er glaubt, nicht schuld zu sein. Frank Bärnhof: "Beim Zentralruf der Deutschen Autoversicherer (Inland: 0800 2502600; Ausland: 0049(40)300330300) erfahren Betroffene den Namen der zuständigen Versicherung des Unfallgegners - vorausgesetzt es handelt sich um ein Fahrzeug aus der Europäischen Union sowie aus Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz." Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung, der in Deutschland ansässig ist.

 

Wohnwagen-Anhänger braucht eigene Versicherung

Urlaubszeit: In den Sommermonaten rollt die Reisewelle - darunter zahlreiche Wohnwagen-Anhänger. Doch wenn ein Unfall passiert, bleibt der Besitzer mitunter auf dem Schaden sitzen, warnt das R+V-Infocenter. Denn der Wohnwagen gilt als eigenes Fahrzeug - und ist nicht mit dem Zugfahrzeug versichert.

 

Hohes Unfallrisiko

 

Fehlende Routine, Spurrillen oder Bodenwellen: Die Fahrt mit dem Wohnwagen-Anhänger ist riskant. Trägt das Gefährt bei einem Unfall Schäden davon, kann das für den Halter teuer werden. "Wie beim Auto deckt auch bei einem Wohnwagen nur die Vollkaskoversicherung Unfallschäden am eigenen Fahrzeug ab", sagt Karl Walter, Abteilungsdirektor Kfz-Schaden bei der R+V Versicherung. Allerdings braucht der Anhänger eine eigene Vollkaskoversicherung. "Der Schutz des Zugfahrzeugs gilt nicht für den Anhänger."

 

Während die Kaskoversicherung jedoch freiwillig ist, benötigen Wohnwagen-Anhänger - wie alle anderen Fahrzeuge auch - für die Zulassung zum Straßenverkehr immer eine Haftpflichtversicherung. "Diese ist gesetzlich vorgeschrieben", so R+V-Experte Walter.

 

So sind Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen beitragsfrei versichert

Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen sind außerhalb der Saison beitragsfrei haftpflicht- und teilkaskoversichert. Sie dürfen in dieser Zeit aber nicht im öffentlichen Straßenraum unterwegs sein. Wer sein Motorrad oder Cabrio nur im Sommer fährt, kann für sein Fahrzeug ein Saisonkennzeichen beantragen. Der Vorteil: Das Fahrzeug muss nicht vor und nach jeder Saison an- und abgemeldet werden – die Gültigkeit der Kennzeichen und der Versicherungsschutz erlöschen nicht, sondern ruhen nur bis zum Start der nächsten Saison. Außerhalb der Saison dürfen Autos oder Motorräder nicht gefahren und auch nicht auf der Straße geparkt werden. Der Halter muss das Fahrzeug in einer Garage oder auf einem Platz abstellen, der vom öffentlichen Straßenraum getrennt ist – etwa durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer. Was viele nicht wissen: Außerhalb der Saison besteht eine beitragsfreie Ruheversicherung. Ist das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, gilt auch in dieser Zeit der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung – obwohl kein Beitrag anfällt, teilt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit. Hat der Halter also eine Kaskoversicherung abgeschlossen, ist sein Fahrzeug auch im Winter gegen Diebstahl, Feuer, Marderbisse sowie gegen Schäden durch Blitze, Stürme und Hagel versichert.

 

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel die Typklasse, die Kilometerleistung und die Anzahl schadenfreier Jahre. Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Weil ältere Fahrer aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, gibt es auch das Merkmal „Alter des Fahrers“, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt. Eine Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV zeigt, dass ältere Fahrer im Schnitt mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters. Der GDV gibt seinen Mitgliedsunternehmen daher unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist - der Versicherungsbeitrag sinkt also dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 21 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren. Die GDV-Bekanntgabe ist unverbindlich, der Beitrag Sache der einzelnen Versicherer.

 

Worauf es beim Kfz-Versicherungsvertrag ankommt

Viele Kfz-Halter kennen sie zur Genüge – die alljährliche Jagd nach der günstigsten Kfz-Versicherung. Da die meisten Kfz-Versicherungsverträge zum Ende des Kalenderjahres kündbar sind – mit Frist von einem Monat – vergleichen sie in diesen Tagen entsprechende Angebote. „Wie bei allen Verträgen sollte man aufmerksam das Kleingedruckte in den eingeholten Angeboten lesen, denn nur wenn die Versicherungsbedingungen den entsprechenden Schadensfall vorsehen, kommt der Versicherer dafür auf“, rät Claudia Frenz, Pressereferentin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV). Die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betragen. Bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Auch sollten über die Wildschadensklausel Schäden durch Kollision mit Tieren jeder Art versichert sein, also auch bei einem Unfall durch einen herrenlos herumlaufenden Hund. Wichtig ist auch, dass Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung und deren Folgeschäden in den Kaskobedingungen abgesichert sind. Sinnvoll ist auch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von 150 Euro in der Teilkasko- sowie 300 Euro oder 500 Euro in der Vollkaskoversicherung. Denn, nach einem Schadensfall kann der Vertrag außerordentlich durch den Versicherer, aber auch durch den Versicherungsnehmer gekündigt werden. Wird eine Kaskoversicherung von Seiten des Versicherers gekündigt, erschwert dies einen Anschlussvertrag bei einer anderen Versicherungsgesellschaft. Oft bieten Versicherer Rabatte bei Vereinbarung einer Werkstattbindung an. Ist das Auto jedoch geleast oder kreditfinanziert, sollten Versicherte vorab prüfen, ob sie sich gegenüber dem Kredit- oder Leasinggeber verpflichtet haben, ihr Auto nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten reparieren zu lassen. Diese Werkstätten müssen nicht zwangsläufig auch Vertragswerkstätten des Versicherers sein, so der BdV.

 

KFZ Versicherung: Kleine Autounfälle bei Schnee und Eis richtig abwickeln

Eis und Schnee machen die Autofahrt im Winter schnell zur Rutschpartie. Kommt es dann zu einem Bagatellunfall, müssen die Beteiligten nicht unbedingt die Polizei rufen. Für eine schnelle Schadenabwicklung sollten sie sich aber so schnell wie möglich beim Versicherer melden. Die Tipps der Versicherer für das Verhalten nach Bagatellunfällen: Wenn es gekracht hat, muss zuerst der Unfallort gesichert werden. Also: Warnblinker anmachen, Warndreieck aufstellen und so schnell wie möglich die Fahrbahn wieder frei machen. Kleinere Unfälle dokumentieren die Beteiligten danach am besten selbst, zum Beispiel mit dem Europäischen Unfallbericht. Dieser ist kostenlos beim Autoversicherer erhältlich oder kann bei der GDV Dienstleistungs-GmbH online angefordert werden. Das Unfallprotokoll sollte mindestens die folgenden Angaben enthalten:

 

1.Das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners

2.Namen und Adressen der beteiligten Fahrer

3.Ort und Zeit des Unfalles

4.Namen und Adressen von Zeugen

5.Fotos vom eigenen und vom gegnerischen Fahrzeugschaden

 

Schäden unverzüglich dem Versicherer melden

Nach einem Unfall muss unverzüglich der Versicherer informiert werden. Sind die Versicherungspapiere am Unfallort nicht zur Hand, hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter 0800/2502600 weiter. Zum Nachweis der Schadenhöhe reicht in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt oder ein Foto des Schadens aus. Auf ein zeit- und kostenaufwendiges Gutachten wird bei kleinen Schäden zumeist verzichtet – so können Blechschäden schnell abgewickelt und behoben werden. Für den Versicherungsschutz gilt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für die Reparaturen am eigenen Auto, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

 

Kfz-Versicherung - Nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen vergleichen

Mit dem Jahreswechsel läuft für die meisten Autofahrer auch die Kfz-Versicherung aus. Traditionell werben viele Versicherer jetzt um neue Kunden. Die wichtigsten Fragen in Sachen Versicherungswechsel beantwortet Mathias Zunk, Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft-Verbraucherservice.

 

Worauf sollten Autofahrer bei der Auswahl ihres Kfz-Versicherers achten?

Mathias Zunk: Sie sollten sich umfassend informieren und sich nicht nur am Beitrag, sondern auch an den Leistungen orientieren. Sieht die Versicherung eine Werkstattbindung vor? Gibt es einen Rabattschutz oder eine Fahrerschutzversicherung? Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert? Zahlt der Versicherer bei Wildunfällen mit Haarwild oder bei Unfällen mit Tieren jeglicher Art? Mit solchen und ähnlichen Fragen sollte man sich beschäftigen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet.

 

Was ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten?

Zunk: Am sichersten ist es, schriftlich zu kündigen und sich die Kündigung vom Versicherer auch bestätigen zu lassen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Da die meisten Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, muss das Schreiben also spätestens bis zum 30. November bei der Versicherung eingegangen sein. In diesem Jahr fällt der 30. November auf einen Sonntag, die Kündigung sollte also spätestens am 28. November beim Versicherer ankommen – auch wenn zahlreiche Versicherer im Sinne der Kundenfreundlichkeit den nächsten Werktag als fristgerechten Eingang der Kündigung akzeptieren werden.

 

Kann jeder Autofahrer seine Versicherung zum Jahresende kündigen?

Zunk: Nein. Entscheidend ist nicht das Ende des Kalenderjahres, sondern das Ende des Versicherungsjahres. Bei den meisten Autofahrern läuft der Vertrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Manche Kfz-Versicherungsverträge enden jedoch unterjährig. Das jeweilige Datum ist in der Kfz-Versicherungspolice zu finden.

 

Gibt es neben dem Ende des Vertragsjahres noch weitere Anlässe, zu denen die Kfz-Versicherung gekündigt werden kann?

Zunk: Ja. Nach einem Schaden haben beide Vertragsparteien – also sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer – ein außerordentliches Kündigungsrecht. Erhöht der Versicherer den Beitrag aus kaufmännischen Gründen, zum Beispiel wenn es Veränderungen in der Typklasse des Fahrzeuges oder bei der Einstufung in die Regionalklasse gibt, kann der Kunde den Vertrag außerordentlich kündigen. Liegt der Grund für eine Preiserhöhung hingegen beim Kunden, weil er beispielsweise mehr Kilometer im Jahr gefahren ist als ursprünglich angegeben und der Versicherer den Beitrag entsprechend anpasst, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Und zu guter Letzt: Wenn das Auto verkauft wird, endet der Vertrag automatisch beziehungsweise geht auf den neuen Besitzer über. Der kann dann entscheiden, ob er die Versicherung fortführt oder zu einem anderen Versicherer wechselt.

 

Winterreifenpflicht nur auf winterlichen Straßen

Auswirkungen falscher Bereifung auf die Haftpflicht- und Kaskoversicherung

 

Bei erster Schneeglätte und Glatteis sind viele Autofahrer verunsichert, ob Winterreifen Pflicht sind oder nicht. Eine durchgehende Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Von Sicherheitsexperten werden jedoch Winterreifen für den Zeitraum von Oktober bis Ostern empfohlen. Wer aber sein Auto auch bei Eis und Schnee fahren will, muss es mit Winterreifen ausrüsten – so steht es zumindest in der Straßenverkehrsordnung. Ansonsten kann dies im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Kaskoversicherung im Schadensfall einen Teil der Leistung einbehält. In der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, dass, wenn Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf den Straßen herrschen, mit Fahrzeugen gefahren werden darf, die mit sogenannten M+S-Reifen an den Antriebsachsen ausgestattet sind. Ist man bei der oben beschriebenen Witterung noch mit Sommerreifen unterwegs, kann dies Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Verursacht man unter diesen Gegebenheiten einen Unfall, prüft die Versicherungsgesellschaft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Die Folgen: Hat man einen Schaden an seinem eigenen Auto verursacht, also einen Vollkaskoschaden, kann es zu einer Leistungskürzung kommen. Der Bund der Versicherten rät daher, immer nur Tarife abzuschließen, die im Bereich der Kaskoversicherung auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und damit einer Leistungskürzung verzichten. Wenn man neben dem eigenen Fahrzeug auch noch ein anderes Auto beschädigt, kann der Haftpflichtversicherer unter gewissen Umständen Zahlungen, die er an den Unfallgegner geleistet hat, bis zu einer Höhe von 5.000 Euro zurück verlangen.

 

Bußgeld und Punkte bei Verletzung der Winterreifenpflicht

Die Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen sieht vor, dass Autofahrer etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss seit vergangenem Jahr mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Behinderung drohen 80 Euro und ein Punkt. Im Falle eines Unfalls aufgrund falscher Bereifung kann dies wegen grober Fahrlässigkeit zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen. Bei der Regulierung des Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite droht dem mit Sommerreifen fahrenden Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine Mithaftung. Auch in vielen Nachbarländern gibt es laut ADAC für die Wintermonate oder bei winterlichen Straßenverhältnissen die Pflicht, mit Winterreifen zu fahren. Bei Zuwiderhandlungen drohen zum Teil hohe Bußgelder. Die Regel, wonach etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eis nur mit Winterreifen gefahren werden darf, gilt neben Deutschland auch in Österreich und Luxemburg. Kroatien und Italien schreiben für viele Strecken von November bis April generell Winterreifen vor. In Südtirol betrifft dies beispielsweise die A22 (Brennerautobahn) und das Stadtgebiet von Bozen. Auch in Frankreich und der Schweiz kann eine solche Verpflichtung durch Beschilderungen ausgesprochen werden. In Tschechien gilt zwischen 1. November und 31. März auf allen Straßen eine Winterreifenpflicht. Slowenien schreibt die Benutzung zwischen dem 15. November und dem 15. März sowie bei winterlichen Straßen vor. In Schweden gilt dies ebenfalls, sowie generell zwischen 1. Dezember und 31. März. In den Niederlanden, Polen, der Türkei, Irland und Großbritannien gibt es keine Regelungen. Wer dort in den Wintermonaten mit dem Auto unterwegs ist, sollte laut ADAC auch ohne gesetzliche Vorschrift Winter- oder Ganzjahresreifen aufzuziehen.

 

Nach Unfall alle Zeugen angeben: Im Extremfall kann Versicherung Leistung verweigern

Wer in einen Unfall verwickelt ist, hat oft mit Ärger, Unannehmlichkeiten und Schriftverkehr mit der Versicherung zu kämpfen. Das gilt vor allem, wenn die Polizei den Unfall nicht aufnimmt, zum Beispiel wenn es sich nur um Sachschaden handelt. Dann kommt es - nach Informationen des Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) - besonders darauf an, Zeugen zu benennen. Doch manch ein Unfallbeteiligter meldet nur solche Zeugen, die sein eigenes einwandfreies Verhalten bestätigen wollen. Wer bei Zeugen Zweifel hat, ob diese auch in seinem Sinn aussagen werden, könnte geneigt sein, in der schriftlichen Unfallmeldung an den Versicherer die Frage nach Zeugen mit "Nein" zu beantworten. Allerdings warnt der KS davor, denn das kann im Extremfall zum Verlust der Versicherungsleistung führen. Das gilt auch, wenn man meint, der namentlich bekannte Zeuge könnte keinen sachdienlichen Beitrag zur Aufklärung des Unfallhergangs leisten. Versicherungsrechtlich handelt es sich nämlich um eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit. Immerhin geht die Rechtsprechung davon aus, dass falsche Angaben zu Zeugen geeignet sind, die Interessen des Versicherers ernsthaft zu gefährden.

 

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