Oldtimerversicherung: Worauf Autofahrer achten sollten 

 

Ein schicker Oldtimer muss kein Vermögen kosten - auch wenn Liebhaber beim Kauf mancher Exemplare ordentlich in die Tasche greifen. Zumindest der Versicherungsschutz ist oft gar nicht teuer. Der Grund: Klassische Fahrzeuge werden weniger und vorsichtiger gefahren. Worauf es beim Versichern ankommt und welche Besonderheiten gelten, verrät die ADAC Autoversicherung AG.

 

Wie ist ein Oldtimer definiert?

 

Was ein Oldtimer ist, hat der Gesetzgeber festgelegt: Es sind Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt und gut erhalten sind. Zudem müssen sie weitestgehend dem Originalzustand entsprechen. Ist das erfüllt, kann das Gefährt mit einem H-Kennzeichen ("historisches Fahrzeug") offiziell als Oldtimer zugelassen werden. Für eine Oldtimerversicherung ist ein solches Kennzeichen aber keine Voraussetzung.

 

Bei manchen Versicherern, wie etwa der Classic-Car-Versicherung der ADAC Autoversicherung, können sogar Pkw ab einem Alter von 20 Jahren und einem Marktwert von 5.000 Euro als Klassiker versichert werden. Liebhaberfahrzeuge, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind, werden als Youngtimer bezeichnet und entweder mit dem üblichen Kfz-Kennzeichen oder einem Saisonkennzeichen zugelassen.

 

Versicherungssumme und Abdeckung von Schäden

 

Wie für jedes Auto ist auch für klassische Fahrzeuge die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Autofahrer auch bei Oldtimern auf eine hohe Versicherungssumme achten. Empfehlenswert sind 100 Millionen Euro für Sachschäden und bis zu 15 Millionen Euro pro verletzte Person bei Personenschäden. Der Haftpflichtschutz kann durch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung erweitert werden. Die Teilkasko versichert den Oldtimer gegen Diebstahl, Brände oder Explosionen, Glasschäden und Kurzschlüsse. Im Schutz inbegriffen sind auch Elementarschäden, etwa durch Sturm, Hagel oder Überschwemmung. Auch die Kosten einer Kollision mit einem Reh oder Wildschwein werden von der Teilkasko übernommen. Besser ist allerdings, wenn die Versicherung nicht nur bei Zusammenstößen mit Haarwild zahlt, sondern bei Tieren aller Art.

 

Worauf Oldtimerfreunde ebenfalls achten sollten: Sind Schäden, die bei einem Fahrzeugtransport entstehen, versichert? Ein umfassender Teilkaskoschutz sollte das beinhalten. Auch der Schutz vor Vandalismus kann sich lohnen. Die Leistungen hierfür sind entweder bereits in der Teilkasko enthalten - wie etwa bei der ADAC Classic-Car-Versicherung - oder in der Vollkasko. Da Liebhaberfahrzeuge oft an Wert gewinnen, empfiehlt es sich, dass Wertsteigerungen beim Versicherungsschutz berücksichtigt werden. Bei einigen Versicherern ist dies sogar bei Steigerungen um bis zu 30 Prozent der Fall.

 

Die Vollkasko deckt zusätzlich zu den Teilkaskoleistungen auch selbstverschuldete Schäden am Oldtimer ab. Wichtig: der Versicherer sollte auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Dann besteht auch voller Versicherungsschutz, wenn beispielsweise eine rote Ampel übersehen wird und es so zum Unfall kommt. Wer sein Fahrzeug besonders gut absichern möchte, wird zudem über eine Allgefahrendeckung nachdenken, die auch weitere Risiken - wie Brems-, Betriebs- oder Bruchschäden - abdeckt.

 

Finanziell beruhigt auf Fahrt gehen

 

Trotz vieler Ähnlichkeiten zu einer normalen Kfz-Versicherung gibt es beim Versicherungsschutz für klassische Fahrzeuge auch Besonderheiten. Die jährliche Fahrleistung ist üblicherweise begrenzt, oft auf 9000 Kilometer. Zudem setzen die Versicherer in der Regel voraus, dass zusätzlich ein Alltagsfahrzeug vorhanden ist. Und im Schadenfall ändert sich normalerweise nichts am Tarif. Autofahrer werden also auch bei selbstverschuldeten Unfällen nicht zurückgestuft. So lassen sich die Ausfahrten mit dem Klassiker noch beruhigter angehen.

 

Kfz-Versicherung: 10 Irrtümer über die Autoversicherung

 

Die drei Arten von Autoversicherung: Haftpflicht, Teil- und Vollkasko decken nicht alle Fälle ab. Wer sich in falscher Sicherheit wiegt, muss unter Umständen draufzahlen. Die Zeitschrift Finanztest beschreibt in der März-Ausgabe 10 Irrtümer über die Autoversicherung.

 

Viele Autofahrer glauben zum Beispiel, dass Fahrer, die nicht im Vertrag stehen, nicht versichert seien. Doch auch sie sind bei Unfällen versichert. Es können aber Strafzahlungen fällig werden.

 

Eine Kollision mit Tieren ist hingegen in Kaskoverträgen nicht automatisch versichert. Das gilt nur für Unfälle mit Haarwild wie Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Ziegen, Hunde, Kühe oder Waschbären zählen nicht dazu. Damit Unfälle mit ihnen von der Versicherung abgedeckt sind, muss in den Bedingungen „alle Tiere“ stehen.

 

Auch der Irrglaube, dass jede Kfz-Haftpflichtversicherung ausreichend Schutz biete, ist weit verbreitet. Die gesetzliche Mindestdeckungssumme für Schäden, die ein Fahrer an fremden Gegenständen verursacht, liegt mit 1,22 Mio. Euro nicht besonders hoch. Bei großen Unfällen kann das zu wenig sein. Deshalb empfiehlt die Stiftung Warentest höhere Deckungssummen, die in vielen Tarifen bereits Standard sind oder gegen einen geringen Aufpreis vereinbart werden können.

 

Der Artikel „Irrtümer über die Kfz-Versicherung“ findet sich in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter test.de/basiswissen-kfz abrufbar.

 

Kfz-Versicherung: Wer darf hinters Steuer?

 

Beliebiger Fahrerkreis erhöht Kfz-Versicherungsbeitrag um 180 Prozent

 

Grundsätzlich dürfen Personen nur dann einen Pkw nutzen, wenn sie im Kfz-Versicherungsvertrag angegeben sind. Fahrberechtigte können entweder namentlich benannt oder über ihre familiäre Zugehörigkeit angegeben werden, z. B. das volljährige Kind. Daneben kann auch ein größerer Fahrerkreis eingetragen werden - beispielsweise dürfen alle Personen über 23 Jahre das Auto nutzen.

 

Die Kfz-Versicherung wird in der Regel umso teurer, je mehr Personen den Pkw fahren dürfen. Denn dadurch steigt statistisch das Unfallrisiko. Ein beliebiger Fahrerkreis verteuert die Kfz-Versicherung im Schnitt um 180 Prozent.

 

"Besonders wenn Fahranfänger*innen in die Kfz-Versicherung ihrer Eltern aufgenommen werden und dadurch der Beitrag steigt, lohnt sich ein Anbietervergleich", sagt Dr. Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei CHECK24. "Die Aufschläge für junge Fahrende unterscheiden sich zwischen einzelnen Versicherern deutlich."

 

Bei falschen Angaben drohen Beitragsanpassungen und Vertragsstrafen - Notfälle ausgenommen

 

Verursacht jemand einen Unfall und ist nicht in der Kfz-Versicherung eingetragen, greift die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung trotzdem. Bei Falschangaben kann es aber trotzdem teuer werden.

 

In diesem Fall berechnet der Kfz-Versicherer den Beitrag für das betreffende Versicherungsjahr neu und fordert den Differenzbetrag nach. Je nach Versicherer können zusätzliche Vertragsstrafen beispielsweise in Höhe eines Jahresbeitrags fällig werden. Auch die Fahrenden kann die Versicherung in Regress nehmen - bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz auch in voller Schadenshöhe.

 

Notfälle sind aber immer ausgenommen. Bei Kreislaufproblemen auf der Autobahn beispielsweise, darf eine weitere Person das Steuer übernehmen. Fahruntüchtigkeit aufgrund von Alkohol zählt allerdings nicht als Notfall.

 

"Manche Assekuranzen versichern zusätzliche Fahrer*innen auch für einige Tage kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr", sagt Dr. Tobias Stuber. "Soll bei der Fahrt in den Urlaub eine weitere Person ans Steuer, lohnt es sich, bei der Kfz-Versicherung nachzufragen."

 

 

 

Das Sonderkündigungsrecht macht es möglich: Kfz-Versicherung nach 30. November kündigen

 

Der vielbeschworene Stichtag zur Kündigung der Kfz-Versicherung ist vorbei. Was wenn die Rechnung des Kfz-Versicherers erst nach dem 30. November im Briefkasten liegt? Man also auch erst später erfährt, dass die Kfz-Versicherung im kommenden Jahr teurer wird. Muss man zwangsläufig beim bisherigen Versicherer bleiben? Nein. Hier kommt das Sonderkündigungsrecht ins Spiel. Die einmonatige Kündigungsfrist beginnt erst bei Erhalt der Rechnung, so die HUK-Coburg.

 

Selbst bei einem günstigeren Beitrag entfällt das Sonderkündigungsrecht nicht automatisch. Es kommt auf den Grund für die günstigere Prämie an. Sinkt der Beitrag, weil sich wegen unfallfreiem Fahren die Schadenfreiheitsklasse verbessert, während das Tarifniveau des Grundbeitrags steigt, bleibt die Sonderkündigung eine lukrative Option. Warum? Nicht unwahrscheinlich, dass die Kfz-Prämie noch günstiger wird, wenn der Kunde sowohl von einem besseren Schadenfreiheitsrabatt als auch von einem niedrigen Tarifniveau profitieren kann.

 

Genau hinschauen und Geld sparen

 

Fazit: Die Rechnung sollte genau gelesen werden. Besteht ein Sonderkündigungsrecht, muss der bisherige Versicherer seinen Kunden deutlich darauf hinweisen. Dem Wechsel zum günstigeren Kfz-Versicherer steht dann - auch nach dem 30. November - nichts im Weg.

 

Vergleichen lohnt sich: Die Preisspannen zwischen den einzelnen Anbietern sind erheblich: Oft lassen sich so ein paar hundert Euro pro Jahr einsparen. Beim Preisvergleich helfen entsprechende Portale im Internet. Doch Vorsicht, kein Portal berücksichtigt alle Kfz-Versicherer und oft handelt es sich leistungsseitig um ein abgespecktes Angebot. Die Recherche in mehreren Portalen ist also unerlässlich. Zudem arbeiten Onlineportale auf Provisionsbasis. Für jede vermittelte Police zahlt ihnen der betroffene Kfz-Versicherer eine Prämie. Onlineportale sind also nur bedingt unabhängig. Manche günstigen Direktversicherer sind dort gar nicht zu finden. Daher lohnt sich stets auch eine parallele Anfrage bei einem günstigen Versicherer, rät die HUK-Coburg.

 

Rückstufung nach Unfall: Darauf sollten Verbraucher bei ihrer Kfz-Versicherung achten

 

Nach einem selbstverschuldeten Unfall stuft die Kfz-Versicherung den Versicherungsnehmer in der Regel in der Schadenfreiheitsklasse zurück. Das bedeutet, dass sein Beitragsrabatt sinkt und er ab dem kommenden Versicherungsjahr mit höheren Kosten rechnen muss. Die Rückstufung erfolgt dabei aber nicht in allen Tarifen gleich. Das kann Beitragsunterschiede von mehreren Hundert Euro bedeuten. Ein Beispiel:

 

Versicherung A kostet jährlich rund 20 Euro weniger als Versicherung B. Nach einem Unfall stuft A den Versicherungsnehmer aber deutlich stärker in der Schadenfreiheitsklasse zurück als B. Das führt dazu, dass im Folgejahr für Versicherung A rund 530 Euro mehr fällig werden als für Versicherung B.

 

"Verbraucher sollten vor Abschluss ihrer Kfz-Versicherung auch immer darauf achten, wie stark sie im Schadensfall in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft werden", sagt Dr. Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei CHECK24. "Detaillierte Informationen in Form einer sogenannten Rückstufungstabelle finden Verbraucher in den Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs."

 

48 Prozent Aufschlag: 75-Jährige zahlen in der Kfz-Versicherung deutlich mehr als jüngere Fahrzeughalter

 

Mit steigendem Alter ziehen auch die Beiträge für die Kfz-Versicherung spürbar an. Wer mit 75 Jahren noch hinter dem Steuer sitzt, zahlt im Durchschnitt 48 Prozent mehr als ein vergleichbarer Fahrer im Alter von 55 Jahren. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Geldratgebers Finanztip.

 

Obwohl Senioren nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer. "Offenbar halten viele Versicherer ältere Fahrer für ein Sicherheitsrisiko", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. So zahlen bereits 65-Jährige in der Finanztip-Untersuchung durchschnittlich 8 Prozent mehr für die Autoversicherung als 55-jährige Autofahrer. 75-Jährige müssen nochmal höhere Beiträge zahlen: Im Durchschnitt 36 Prozent mehr als die Gruppe der 65-Jährigen.

 

Ältere Autofahrer sollten Tarife vergleichen

 

Auf den ersten Blick in die Rechnung fallen die Aufschläge für Ältere nicht auf. "Wer schon lange unfallfrei fährt, profitiert vom Rabatt in den höheren Schadenfreiheitsklassen, dem Schadenfreiheitsrabatt. Der drückt den Beitrag. Dadurch merken viele Senioren gar nicht, dass ihr Grundbeitrag wegen ihres Alters steigt", erklärt Gotthold. Wie hoch die Altersaufschläge sind, unterscheidet sich deutlich von Versicherer zu Versicherer. Finanztip empfiehlt deshalb insbesondere allen Senioren, ihre Autoversicherung jährlich zu überprüfen und gegebenenfalls zu einem preiswerteren Anbieter mit mindestens gleich guten Konditionen zu wechseln. "Wir haben in unserer Untersuchung zwar nur einen Tarif gefunden, der mit zunehmendem Alter günstiger wurde", sagt Gotthold. "Doch alle Autofahrer sollten ihre Kfz-Versicherung am besten jährlich überprüfen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter wechseln."

 

So hat Finanztip untersucht

 

Ziel der Untersuchung war herauszufinden, welchen Einfluss hohes Alter auf den Kfz-Versicherungstarif hat. Dafür hat Finanztip im Juli 2020 zehn unterschiedliche Profile mit unterschiedlichen Fahrern und Automodellen erstellt und für diese auf dem Vergleichsportal Nafi Preise für Kfz-Versicherungen abgefragt. Dabei wurde das Alter variiert, während alle anderen Merkmale unverändert blieben. Als Vergleich wurden Preise für 55-, 65- und 75-jährige Fahrer erhoben. In die Auswertung gingen die jeweils ersten 30 Ergebnisse eines jeden Profils ein.

 

Weniger Kfz-Schäden durch Corona: Versicherte sollten nicht abwarten und auf Erstattungen hoffen

 

Vor allem der erste Lockdown im Frühjahr hat zu weniger Unfällen und damit auch zu weniger Kfz-Schäden geführt. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage unter 15 Kfz-Versicherungen des Geldratgebers Finanztip. Demnach verzeichneten alle befragten Anbieter weniger Schäden als in den Vorjahren. Die meisten Kunden werden von dieser Entwicklung wohl nicht automatisch profitieren. Einige Anbieter schließen Beitragserstattungen an ihre Versicherten grundsätzlich aus. Verbraucher müssen etwas tun, um jetzt Geld zu sparen.

 

Der Kfz-Versicherer Huk stellt Kunden derzeit Beitragserstattungen für das Jahr 2020 in Aussicht, weil das Schadensaufkommen wegen Corona gesunken sei. "Sicher sind diese Rückerstattungen allerdings noch nicht", weiß Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Die Huk will erst das Versicherungsjahr abschließen, zeigt sich jedoch optimistisch, dass das Schadensaufkommen etwa 5 Prozent geringer als üblich ausfällt." Andere Versicherungen sind hinsichtlich möglicher Beitragserstattungen deutlich zurückhaltender. So will etwa die Ergo zunächst abwarten und dann den Schadensaufwand für das ganze Jahr 2020 erst einmal bewerten. Ähnlich äußert sich die VKB. Der Versicherer Verti schließt Beitragsreduzierungen für das laufenden Jahr von vornherein aus.

 

Nicht hoffen und abwarten, sondern handeln

 

"Hoffen und abwarten ist angesichts dieser Ankündigungen für Verbraucherinnen und Verbraucher keine gute Strategie," sagt Gotthold. Vielmehr gelte es erstens, die Tarife für das kommende Jahr zu vergleichen und zweitens, weniger gefahrene Kilometer noch in diesem Jahr dem aktuellen Versicherer zu melden. Finanztip empfiehlt, für den Vergleich ein großes Vergleichsportal in Kombination mit dem Direktversicherer Huk24 zu nutzen. "Stellt sich der aktuelle Vertrag als gut und günstig heraus, können Versicherte bleiben und gegebenenfalls einen Bonus für 2020 einstreichen", sagt Gotthold. "Wer deutlich weniger Kilometer gefahren ist als sonst, sollte das in jedem Fall seiner Versicherung melden und kann so meist den Beitrag für 2020 noch drücken."

 

Höhere Kosten durch Lieferengpässe

 

Dass die Versicherer mit dem Einsparbonus für ihre Kunden zurückhaltend sind, ist nicht nur mutwillig. Grundsätzlich bestätigen zwar alle von Finanztip befragten Versicherungen, dass die Zahl der Schäden niedriger als üblich war. Allerdings könne es trotz weniger Schäden für die Versicherungen auch teurer werden. "Einige Autoversicherer klagen über höhere Kosten für Ersatzteile, unter anderem auf Grund coronabedingter Lieferengpässe und erhöhter Hygieneanforderungen", so Gotthold. Zudem stünden wegen dieser Lieferengpässe Autos teils auch länger in der Werkstatt - was dazu führen könne, dass über längere Zeiträume Kosten für Mietwägen anfallen würden.

 

Wildunfall – und nun?

 

Im Herbst wird es auf Deutschlands Straßen gefährlicher: Durch vermehrten Wildwechsel steigt insbesondere in der Dämmerung das Unfallrisiko. Glücklicherweise bleibt es bei den meisten Wildunfällen bei Blechschäden. Vor den Folgekosten schützt die richtige Versicherung. „Die Kaskoversicherung deckt Schäden ab, die durch Kollisionen mit Haarwild entstehen. Unfälle mit Tieren jeder Art sind damit aber nicht versichert“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV). Kfz-Halter*innen sollten daher prüfen, ob ihre Police auch den sogenannten erweiterten Wildschadenschutz beinhaltet.

 

 

Ein Zusammenstoß mit Haarwild ist sowohl in der Teil- als auch in der Vollkaskoversicherung versichert. Als Haarwild gelten unter anderem Hasen, Füchse, Wildschweine sowie Rehe und Hirsche. Nicht in diesem Versicherungsschutz enthalten sind hingegen Unfälle mit Nutz- und Haustieren – beispielsweise mit einer Kuh oder Katze. Auch Kollisionen mit Federwild, Wölfen oder Waschbären sind nicht abgedeckt. Das ist nur dann der Fall, wenn die Versicherungsbedingungen ausdrücklich einen Zusammenstoß mit Tieren jeder Art einschließen. „Auf diese sogenannte erweiterte Wildschadenklausel sollten Kfz-Halterinnen und –Halter achten – am besten vor Abschluss des Vertrages“, rät Boss.

 

Versicherte, die wegen eines Wildunfalls ihre Teilkaskoversicherung in Anspruch nehmen, müssen übrigens keine negativen Auswirkungen auf ihren Schadenfreiheitsrabatt fürchten. In der Vollkaskoversicherung führt die Schadenregulierung indes regelmäßig zu einer Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse.

 

Nach einem Wildunfall sollten Betroffene zunächst die Unfallstelle absichern, die Polizei rufen und am Unfallort auf Polizei beziehungsweise Jäger warten. Auf keinen Fall darf das angefahrene Wild vom Unfallort entfernt werden, da sonst eine Anzeige wegen Wilderei droht. Wichtig ist zudem die Dokumentation des Schadens durch Fotos und die umgehende Meldung an die Kfz-Versicherung.

 

Finanztip-Kfz-Studie 2020: Mit dem richtigen Tarif mehrere hundert Euro sparen

 

In diesem Jahr bleibt bei Vielen das Auto in der Garage. Besonders Pendler haben durch coronabedingtes Homeoffice oft deutlich weniger Kilometer auf dem Tacho. Die gute Nachricht: Wer weniger Auto gefahren ist, kann von seinem Versicherer Geld zurückbekommen. Dazu kommen jedoch zwei schlechte Nachrichten: Erstens zahlt keine Versicherung von sich aus Beiträge zurück. Zweitens erstatten einige Anbieter nicht rückwirkend - sondern erst ab dem Zeitpunkt der Meldung durch den Versicherten.

 

Wer eine Kfz-Versicherung abschließt, muss unter anderem angeben, wie viele Kilometer er im Jahr fahren wird. "Die jährliche Fahrleistung beeinflusst den Beitrag deutlich", weiß Kathrin Gotthold, Versicherungs-Expertin bei Finanztip. "Wenn wir statt 15.000 Kilometer nur 10.000 Kilometerleistung pro Jahr angegeben haben, sparten wir in unserer Studie im Schnitt 8 Prozent Beitrag". Dieser Umstand könnte dieses Jahr für viele Versicherte wichtig werden: Wegen Corona arbeiten viele Arbeitnehmer vermehrt im Homeoffice, es wird weniger gependelt. "Wer weniger fährt als er Anfang des Jahres geschätzt und angegeben hat, zahlt eigentlich zu viel", sagt Gotthold.

 

Einige Versicherungen erstatten Beiträge erst ab Meldung

 

Automatisch bekommt jedoch niemand eine Rückzahlung. Eine Umfrage von Finanztip unter den größten sowie den nach einer aktuellen Finanztip-Untersuchung günstigen Anbietern zeigt zudem: Nicht alle Versicherungen geben Beiträge rückwirkend für das ganze Jahr an die Versicherten zurück. "Eine ganze Reihe von Versicherern passt den Beitrag erst ab dem Zeitpunkt an, ab dem sich der Versicherte meldet", sagt Gotthold. "Das ist natürlich ein großer Unterschied - nicht nur finanziell, sondern auch mit Blick auf den Service."

 

Insbesondere wer bei einer Versicherung ist, die nicht bereit ist, den Beitrag, rückwirkend anzupassen, muss jetzt schnell handeln: Angegebene Kilometer aus der Police mit den jetzt tatsächlich anfallenden abgleichen und dem Versicherer mitteilen. "Wir empfehlen, die geringere Fahrleistung schriftlich per Mail oder Brief an seine Versicherung zu melden und um Bestätigung des Erhalts zu bitten", sagt Gotthold. "Wer auf Nummer sicher gehen will, schickt alles per Einschreiben." Kunden von kulanteren Versicherern, können sich damit bis Ende des Jahres Zeit lassen.

 

Wechsel der Versicherung kann mehrere hundert Euro sparen

 

Noch mehr Geld können Autofahrer sparen, wenn sie ihre Kfz-Versicherung wechseln. "Vor allem wenn der letzte Versicherungswechsel lange her ist, ist das Sparpotential groß", sagt Gotthold. "In einem unseren untersuchten Profilen zahlt ein 58-jähriger VW-Touran-Fahrer nur durch einen Wechsel von einem großen Versicherer in einen günstigeren, vergleichbaren Tarif 23 Prozent weniger im Jahr." Wichtig beim Wechsel ist, gründlich zu vergleichen und dafür mehrere Rechner zu nutzen. "In unserer Untersuchung bietet kein Portal oder Anbieter den besten Preis für jeden." Die Expertin empfiehlt deshalb zu kombinieren: eines der beiden großen Portale Verivox oder Check24 mit dem großen Direktversicherer Huk24, der oft günstig aber nicht auf den Portalen vertreten ist.

 

Günstige Tarife einfach: Kombination aus Verivox und Huk24 hat knapp die Nase vorn

 

In der aktuellen Finanztip-Untersuchung mit 32 Profilen wurde über die Kombination Huk24 und Verivox 24 Mal der beste Preis gefunden - 19 Mal bei der Kombination Huk24 und Check24. "Unsere Empfehlung ist, entweder Verivox oder Check24 mit Huk24 zu kombinieren", sagt Gotthold. Denn die Unterschiede sind gering und das Ergebnis kann sich in den kommenden Wochen nochmals ändern, wenn mehr Versicherer ihre Tarife anpassen. "Stand heute gibt es beispielsweise bei der Huk24 noch immer die Tarife aus dem letzten Jahr. Erfahrungemäß kommen die neuen Tarife Ende Oktober", sagt Gotthold. Für Verbraucher kann es dann insgesamt nochmal günstiger werden.

 

Um den besten Weg zu einer günstigen Kfz-Versicherung zu finden, haben die Finanztip-Experten mit 32 Musterprofilen die Portale Check24, Verivox und Ino24 sowie den Direktversicherer Huk24 verglichen. Als Referenz für den besten Preis wurde das Portal Nafi-Auto genutzt.

 

Familienrabatt in der Kfz-Versicherung? Eltern zahlen drauf

 

Früher hieß es, junge Familien sparen bei der Auto-Versicherung: Die Versicherer würden die Vorsicht junger Eltern belohnen. Doch die aktuelle Untersuchung von Finanztip zeigt, dass Eltern in der Kfz-Versicherung oft nicht sparen. Vielmehr müssen sie besonders gut vergleichen - sonst zahlen sie drauf.

 

Familien fahren vorsichtiger? Das sehen die Versicherer ganz offenbar nicht so. "Oft denken Eltern, dass sie in der Kfz-Versicherung durch einen Familienrabatt einen Bonus einfahren können", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungs-Expertin bei Finanztip. "Der Gedanke dahinter ist, dass Eltern - vor allem mit kleineren Kindern im Auto - tendenziell vorsichtiger und sicherer unterwegs seien. Und das müsse sich doch auch positiv auf den Beitrag niederschlagen." Allerdings zeigt die aktuelle Finanztip-Studie: Bei einem Großteil der untersuchten Versicherungstarife gibt es keinen Rabatt für Kinder - vielmehr wird es für Eltern teils deutlich teurer.

 

Gründlich vergleichen lohnt sich

 

Nach der Studie müssen Eltern von U18-Kindern im Schnitt sogar minimal mehr zahlen als Fahrer ohne minderjährige Kinder. Untersucht hat das die Experten-Redaktion von Finanztip für eine Familie mit 12-jährigem Kind: In der Spitze betrug dabei der Aufschlag 9 Prozent. Auf der anderen Seite stehen Abschläge bis zu 6 Prozent. Das zeigt vor allem eines: Eltern sollten nicht auf einen Rabatt vertrauen. Ohnehin gilt: "Ein Rabatt allein macht einen Kfz-Versicherungstarif nicht günstig. Ein gründlicher Vergleich aber lohnt sich allemal", sagt Gotthold. Und das nicht nur mit kleinen Kindern.

 

Größere Kinder hingegen kosten richtig Aufschlag

 

"Wer das eigene Kind als Fahranfänger mit in seinen Vertrag aufnimmt, dem kann es schnell passieren, dass dadurch doppelt so viel Beitrag fällig wird", sagt die Finanztip-Expertin. Das Untersuchungsergebnis zeigt: Die Aufnahme eines 18-jährigen Führerscheinneulings in den Fahrerkreis sorgte dafür, dass sich die Beiträge auf das Doppelte erhöhten. Teurer wird es nicht einmal, wenn man dem Nachbar einen Autoschlüssel gibt - solange dieser nur mehr Fahrerfahrung hat als das eigene Kind.

 

Wenn hingegen nur Ehe- oder Lebenspartner das Auto fahren, führt das in der untersuchten Stichprobe sogar zu einer minimalen Ersparnis. "Wir empfehlen, bei der Wahl der Kfz-Versicherung besonders aufmerksam zu sein, mehrere Angebote einzuholen und, wenn die Versicherung zu teuer wird, regelmäßig zu wechseln", sagt Gotthold.

 

So hat Finanztip untersucht

 

Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, welchen Einfluss minderjährige Kinder sowie Fahranfänger auf den Kfz-Versicherungstarif haben. Dafür hat Finanztip im Juli 2020 zehn Profile mit unterschiedlichen Fahrern und Automodellen erstellt und für diese auf dem Vergleichsportal Nafi Preise für Kfz-Versicherungen abgefragt. Dabei wurde das entsprechende Merkmal jeweils variiert, während alle anderen Merkmale unverändert blieben. In die Auswertung gingen die jeweils ersten 30 Ergebnisse eines jeden Profils ein.

 

Neue Typklassen: Kfz-Versicherung bis zu 33 Prozent teurer

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat heute die neuen Typklassen für rund 30.000 Automodelle veröffentlicht. Die neuen Einstufungen können im Extremfall für einen Anstieg der Kfz-Versicherung um 33 Prozent sorgen, wie Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen.

 

Haftpflicht beim Tesla Model S ein Drittel teurer

 

16 Typklassen gibt es in der Haftpflichtversicherung (von 10 bis 25). Das Model S von Tesla wurde gleich um 4 Stufen auf die Typklasse 23 hochgestuft. Das bedeutet, dass ein Tesla-Fahrer für den Haftpflicht-Teil seiner Kfz-Versicherung 33 Prozent mehr bezahlen muss, wie die Modellrechnung von Verivox zeigt.

 

Der Mitsubishi Outlander 2.0 AWD Hybrid klettert um drei Typklassen in der Vollkasko, zwei in der Teilkasko und eine in der Haftpflicht. Der Beitrag steigt damit um 22 Prozent. In der Modellrechnung macht das 206 Euro aus.

 

Über 200 Euro sparen - Suzuki Jimny

 

Günstiger fahren die Besitzer eines Suzuki Jimny 1.5 Allrad und eines VW Golf VI 2.0R TSI, die dank neuer Vollkasko-Typklassen 29 bzw. 19 Prozent weniger zahlen. In der Modellrechnung sinkt der Kfz-Versicherungsbeitrag für den Suzuki um 227 Euro. Fahrer eines BMW 640I Coupe Xdrive können sich auf einen sinkenden Beitrag in der Haftpflicht freuen. Sie zahlen im kommenden Jahr rund ein Viertel weniger.

 

Unterschiedliche Zuschläge - Beitrag vergleichen

 

Je mehr Schäden für ein Modell beglichen werden, desto höher ist die Typklasse und desto teurer die Versicherungsprämie. Weniger Schäden senken den Beitrag. "Für bestehende Verträge gelten die Veränderungen meist zum 1. Januar. Autofahrer, für die sich die Kfz-Prämie im kommenden Jahr durch die Neueinstufung verteuert, haben ein Sonderkündigungsrecht," sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Die Zuschläge der Versicherer für teurere Typklassen sind unterschiedlich hoch. Deshalb lohnt sich ein Beitragsvergleich."

 

Kfz-Versicherung: Ratenzahlung kostet fast 10 Prozent mehr

 

Während Kreditangebote immer öfter mit Nullzinsen werben, verlangen viele Kfz-Versicherungen saftige Zuschläge für die Ratenzahlung. Wer etwa das Geld monatlich statt jährlich an seinen Versicherer überweist, zahlt im Schnitt fast 10 Prozent mehr, in einem Fall betrug der Zuschlag 25 Prozent. Auch für halb- und vierteljährliche Zahlungen verlangen die meisten Versicherungen Aufschläge. Das zeigt eine aktuelle Studie von Finanztip, die darlegt, wie verschiedene Tarifmerkmale die Kfz-Versicherungsprämie beeinflussen. Und wie Versicherte deutlich sparen können.

 

Jeden Monat in kleinen Happen den Beitrag für die Kfz-Versicherung zahlen? Das kann teuer werden: "Die meisten Kfz-Versicherer verlangen satte Zuschläge, wenn man sich auf Ratenzahlung einlässt", sagt Kathrin Gotthold, Expertin für Versicherungen bei Finanztip. In der aktuellen Finanztip-Untersuchung zahlen die Test-Versicherten im Schnitt 4 Prozent mehr, wenn sie das Geld halbjährlich statt jährlich überweisen. Und wer viermal im Jahr oder monatlich bezahlen möchte, muss noch tiefer in die Tasche greifen: Dann betragen die durchschnittlichen Aufschläge 9 bzw. 9,5 Prozent.

 

Aufschläge schwanken sehr stark

 

Es gibt beim Bezahlen jedoch große Unterschiede zwischen den Versicherungen. "Einige Anbieter, zum Beispiel die Huk, bieten eine monatliche Zahlweise gar nicht an. Oder beim Versicherer Friday: Da kostete monatliches Überweisen genauso viel wie eine Einmalzahlung", sagt Gotthold. Darüber hinaus schwanken die Aufschläge von Versicherer zu Versicherer stark. "In unserer Untersuchung haben wir Aufschläge für die monatliche Zahlung von bis zu 25 Prozent festgestellt." Wer sichergehen möchte, den günstigsten Preis zu bekommen, der sollte komplett auf die Ratenzahlung verzichten: "Wir empfehlen, wenn möglich die Kfz-Versicherung immer auf einen Schlag zu zahlen", rät Gotthold. Ohnehin sollten Verbraucher unbedingt die Konditionen verschiedener Versicherungen vergleichen. "Wer unbedingt monatlich bezahlen möchte, sollte beim Vergleichen besonders gut hinschauen."

 

Autos länger zum Neuwert versichern – Kfz-Versicherer bessern nach

 

Autofahrer können neu gekaufte Autos heute besser schützen. 42 Prozent aller Tarife versichern Neuwagen zwei Jahre lang zum Neuwert, deutlich mehr als noch 2018. Das zeigt eine Auswertung von über 500 Kfz-Versicherungstarifen durch das Vergleichsportal Verivox.

 

Neuwertentschädigung: Über 500 Tarife im Test

 

Die Neuwertentschädigung verbessert den Kaskoschutz für Neuwagen. Während der Kfz-Versicherer nach einem selbstverschuldeten Totalschaden oder Diebstahl eigentlich nur den Wiederbeschaffungswert ersetzen muss, zahlen die meisten Tarife für eine bestimmte Frist den höheren Neuwert. Bei 212 von 510 Tarifen der aktuellen Verivox-Auswertung läuft diese Frist mindestens 24 Monate ab dem Kauf, teilweise auch länger. Das entspricht 42 Prozent aller Angebote. Vor zwei Jahren waren es erst 36 Prozent. In den besten Tarifvarianten wird die Frist sogar auf 60 Monate erhöht.

 

„Die Versicherer liefern sich nicht nur bei den Preisen, sondern auch bei den Leistungen einen harten Wettbewerb“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Bei Neuwert- und Kaufpreisentschädigung bessern die Anbieter seit einigen Jahren im Sinne der Autofahrer nach.“

 

Gebrauchtwagenkäufer profitieren mittlerweile auch

 

Auch für Käufer von Gebrauchtwagen hat sich die Tariflandschaft verbessert. Bei 144 Tarifen erhalten Kunden mindestens 24 Monate nach dem Kauf noch den Kaufpreis statt des Wiederbeschaffungswertes. 2018 waren es 111. Der Anteil stieg von 23 auf 28 Prozent. „Noch sind die Leistungen für Gebrauchtwagen weniger gut als für Neuwagen. Ich erwarte aber, dass sich das in wenigen Jahren angleicht“, sagt Wolfgang Schütz.

 

Dennoch gibt es weiterhin Tarife, die ausschließlich den Wiederbeschaffungswert zahlen. Bei Neuwagen sind das 9 Prozent und bei den Gebrauchten 34 Prozent. Viele Versicherer schränken die Neuwertentschädigung auf den Erstbesitzer ein. Das kann auch für sogenannte Tages- oder Händlerzulassungen gelten. Dann gelten für das Auto die Regeln zur Kaufpreisentschädigung.

 

Kfz-Versicherung für E-Autos günstiger als für Benziner

 

Die Versicherungsbeiträge für Elektroautos sind oft deutlich günstiger als für Benziner. Bei einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox zahlten die E-Auto-Fahrer 14 Prozent weniger als die Besitzer von Benzinern.

 

Ausgewertet wurden für acht Elektroautos und die vergleichbaren Benziner-Modelle die jeweils zehn günstigsten Kfz-Versicherer am Markt. In sieben Fällen war das E-Auto günstiger zu versichern. "Das überrascht in zweifacher Hinsicht: Erstens kosten E-Autos deutlich mehr als vergleichbare Benziner-Modelle. Dann wäre eine teurere Kaskoprämie zu erwarten, weil die Schadenkosten tendenziell höher sind", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Außerdem waren bei einer Stichprobe im Jahr 2014 die Versicherungen für E-Autos tatsächlich noch teurer - damals um sechs Prozent.

 

Günstige Einstufung für Elektroautos

 

Mittlerweile haben die Versicherungsmathematiker über einige Jahre Erfahrungen mit Schadenhäufigkeit und Schadenhöhen von Elektromodellen gesammelt, die nun in die Beitragsberechnung einfließen. Wenn die Beiträge niedriger sind, deutet das darauf hin, dass E-Auto-Fahrer vergleichsweise wenige Schäden melden. "Es gibt auch Versicherer, die mit einem generellen E-Auto-Bonus werben. Aber sie sind in der Minderheit", sagt Wolfgang Schütz.

 

Alle Modellfälle wurden mit identischen Werten berechnet. Sie unterscheiden sich lediglich in den Fahrzeugen. Beitragsunterschiede beruhen also auf den Schadenkosten der einzelnen Modelle. Eine wichtige Basis für die Kalkulation der Kfz-Versicherer sind dabei die Typklassen. Automodelle, bei denen es viele oder besonders teure Schäden gibt, werden in eine hohe Typklasse eingruppiert. Das verteuert die Kfz-Versicherung.

 

Corona-Krise: Wer weniger Auto fährt, muss weniger Versicherung zahlen

 

Homeoffice statt Büro, Fahrt zum Supermarkt statt Spritztour an den Gardasee - in der Corona-Krise fahren viele Autobesitzer weniger. 30 Prozent weniger Fahrleistung können die Kfz-Versicherung bis zu 24 Prozent günstiger machen, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt.

 

12 Prozent weniger Beitrag im Schnitt

 

Wenn ein Autofahrer statt 20.000 Kilometern nur 14.000 im Jahr fährt, dann zahlt er im Schnitt 12 Prozent weniger für seine Kfz-Versicherung. Die höchsten Nachlässe lagen sogar bei 24 Prozent, die niedrigsten bei 5 Prozent.

 

Wer 17.000 Kilometer fährt, spart bei fast jedem zweiten Versicherer gegenüber den 20.000 Kilometern. Diese Tarife sind im Schnitt 6 Prozent günstiger. In die Verivox-Analyse flossen über 300 Vollkasko-Tarife von 67 Versicherern ein. Ist das Auto nur in der Haftpflicht versichert, sind die Rabatte etwas niedriger.

 

Autofahrer müssen aktiv werden

 

Alle Kfz-Versicherer berücksichtigen die Fahrleistung bei ihrer Preisberechnung. Deshalb geben die Autofahrer vor Abschluss des Vertrages an, wie viel sie voraussichtlich fahren werden. "Wer wegen Corona deutlich weniger im gesamten Jahr fährt, kann sich zu viel gezahlte Beiträge zurückholen", sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH.

 

Die Versicherer gehen dabei sehr unterschiedlich vor. Es gibt Anbieter, die ohnehin am Ende jedes Jahres nach dem aktuellen Kilometerstand fragen und weniger gefahrene Kilometer mit dem Preis für das kommende Jahr verrechnen.

 

Kunden können Verträge teilweise selbst korrigieren

 

Bei den anderen Verträgen müssen Autofahrer selbst tätig werden. Die Versicherer erlauben meist bis zum Ende des Jahres, die neue Kilometerangabe zu nennen. Sie erstellen dann eine neue Police mit dem geänderten Beitrag rückwirkend für das gesamte Jahr. Es gibt auch Direktversicherer, bei denen die Versicherten im Online-Zugang die Änderung selbst vornehmen können.

 

Ob sich eine Nachmeldung rechnet, hängt davon ab, wie sehr die Fahrleistung voraussichtlich sinkt. Die Versicherer haben mehrheitlich Schwellenwerte, ab denen sich die Versicherungsbeiträge ändern. Bei vielen Versicherer sind zum Beispiel 9.000, 12.000, 15.000 und 20.000 Kilometer solche Schwellenwerte. Werden sie erreicht, lohnt sich eine Nachfrage.

 

Ablenkung verursacht jeden 10. Unfall in Deutschland

 

Im Straßenverkehr gibt es viele Gefahrenquellen. Alkohol, Drogen, Müdigkeit und zu schnelles Fahren - das sind Unfallursachen, die in der öffentlichen Wahrnehmung überwiegen. Eine zentrale Gefahr wird dabei sehr häufig unterschätzt: die Ablenkung. Das bestätigen aktuelle Daten erneut: Auf Deutschlands Straßen verursacht Ablenkung jeden zehnten Unfall oder führt zu einer gefährlichen Situation. Damit stellt die Ablenkung statistisch gesehen eine ebenso große Gefahr dar wie zu schnelles Fahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung.

 

Laut aktueller DA Direkt Statistik haben drei Ablenkungs-Faktoren einen signifikant hohen Einfluss darauf in einen Unfall oder in eine gefährliche Situation zu geraten: Dazu zählen die Nutzungshäufigkeit des Smartphones, eine gereizte Stimmung im Auto und die eigene Angst des Fahrers davor, dass andere Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellen. In Summe können so rund zwei Drittel (60%), der durch Ablenkung verursachten Unfälle erklärt werden. Nicht überraschend belegen die Daten ebenfalls, dass mit jedem Jahr, das die Befragten älter werden, sie seltener in Unfälle oder gefährliche Situationen verwickelt sind. Anders ausgedrückt, je jünger, desto gefährlicher.

 

Überraschende Studienergebnisse: Technische Ausstattung von Autos führt zu mehr Ablenkung

 

Nach eigener Einschätzung sind über die Hälfte der deutschen Autofahrer häufig bis sehr häufig abgelenkt. Aber nur wer die Ablenkungsursachen kennt und richtig einschätzt, kann sich in vielen Fällen entsprechend verhalten und einer Unaufmerksamkeit während der Fahrt bewusst entgegensteuern. Das Bewusstsein für die Gefahrenquelle Ablenkung ist wichtig, da die Studie überraschende Ergebnisse offenlegt: Bemerkenswert ist beispielsweise, dass die Ausstattung mit technischen Geräten, wie Bordcomputer oder Head-Up-Display, die den Fahrer entlasten und helfen sollen, den Effekt haben, dass Autofahrer häufiger Unfälle verursachen. Dies liegt daran, dass die Bedienung offensichtlich stark ablenkt.

 

Ablenkungsursache Nummer 1 bleibt das Smartphone

 

Aus der Untersuchung der DA Direkt Versicherung und infas quo geht weiter hervor, dass die stärkste Ablenkung insgesamt vom Smartphone ausgeht - fast die Hälfte der Befragten nutzt es sehr häufig während der Fahrt (43%). Egel ob Telefonate geführt oder sogar Bilder und Nachrichten auf Social Media gepostet werden, die Bedienung des Smartphones während der Fahrt lenkt stark vom Straßenverkehr ab. In Deutschland gilt jedoch eindeutig per Gesetz: Das Telefonieren mit dem Smartphone am Ohr ist verboten. Sind Smartphone oder Navigationssystem in einer entsprechenden Halterung montiert, heißt es im aktuellen Gesetzestext, dass der Blick des Fahrers nur kurz auf dem Gerät verweilen darf, soweit es die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse erlauben. Interessant ist, dass laut Untersuchung jeder vierte Autofahrer (24%) während der Fahrt Google Maps auf dem Smartphone als Navigationssystem nutzt.

 

Mehr als ein Drittel (37%) der deutschen Autofahrer sind durch Podcast und Hörbuch abgelenkt.

 

Diverse Praxisbeispiele belegen die unzähligen Möglichkeiten, sich beim Autofahren ablenken zu lassen. Dabei werden Nebentätigkeiten sehr häufig unterschätzt: Es sind die scheinbar harmlosen Dinge, die Autofahrer während der Fahrt machen, diese sorgen aber oft für Unaufmerksamkeit und Ablenkung - das belegen die Studienergebnisse. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass mehr als ein Drittel (37%) der deutschen Autofahrer durch Podcasts und Hörbücher ablenkt ist. Auch das Flirten während der Fahrt lenkt jeden Zehnten ab (9%). Genauso häufig ist Essen oder Trinken während der Fahrt für die Ablenkung verantwortlich (11%). Nicht zu unterschätzen sind aber auch aktuelle Trends: Laut der Studie sorgt das intensive Rauchen von E-Zigaretten für erhöhte Ablenkung und steigert somit die Unfallgefahr ebenfalls sehr deutlich.

 

Peter Stockhorst, Chef der DA Direkt Versicherung, zur Studie: "Die Gefahren, die von der Ablenkung im Straßenverkehr ausgehen, werden schlicht unterschätzt oder gar ganz verkannt. Die Folge ist ein stark gesteigertes Unfallrisiko. Sensibilisierung durch fundierte Aufklärung ist der wichtigste Schritt für eine sichere Autofahrt. Es gilt aufzuzeigen, welche Ablenkungsfallen im Straßenverkehr und im Umgang mit Mitfahrern, smarter Technik und Nebentätigkeiten lauern. Hier setzt die bundesweite, repräsentative Online-Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung an."

 

Frauen unterschätzen und Männer überschätzen Bremsweg in einer Gefahrensituation

 

Bereits wenige Sekunden Ablenkung haben starke negative Auswirkung auf die Konzentration am Steuer. Bei Tempo 80 legen Autofahrer in zwei Sekunden mehr als 40 Meter Wegstrecke zurück. Drei Sekunden bei 120Km/h bedeuten rund 100 Meter Blindfahrt. Auf die Frage 'was meinen Sie, wie viel Strecke legen Sie in 3 Sekunden - blind für das eigentliche Verkehrsgeschehen - zurück?' zeigten sich in der Studie geschlechterspezifische Unterschiede. Bei einer durchschnittlichen Autobahnfahrt mit 120Km/h unterschätzten Frauen den tatsächlichen zurückgelegten Weg. Männer neigen dazu die Distanz zu überschätzen.

 

 

Unfall beim Rückwärtsfahren: Wer hat Schuld?

 

Rückwärtsgang einlegen und raus aus der Parklücke - doch was ist, wenn jetzt ein Unfall geschieht? Was die meisten Autofahrer nicht wissen: Wenn es im Rückwärtsgang kracht, bekommt der Rückwärtsfahrer in den meisten Fällen mindestens eine Teilschuld zugesprochen. "Bei Unfällen in der Rückwärtsbewegung gilt nach der Straßenverkehrsordnung eine besondere Sorgfaltspflicht des Rückwärtsfahrenden - bei Unfällen spricht daher der Anscheinsbeweis zunächst gegen ihn", sagt Anka Jost, Kfz-Expertin der R+V24-Versicherung. "Das heißt, man hat zunächst voll Schuld. Dem anderen Verkehrsteilnehmer muss eine mögliche Mitschuld erst nachgewiesen werden."

 

Wie hoch die Schuld der einzelnen Parteien dann rechtlich zu bewerten ist, hängt natürlich stets vom Einzelfall ab. Dabei spielen beispielsweise die Geschwindigkeiten der Beteiligten eine Rolle, ebenso die Straßen- und Verkehrssituation. "Autofahrer sollten generell vermeiden, an unübersichtlichen Stellen wie Kurven oder vor einem Hügel rückwärts zu fahren", rät Jost. "Handelt ein Fahrer extrem fahrlässig, kann es unter Umständen passieren, dass die Kaskoversicherung für den Schaden am eigenen Auto nicht aufkommt." Dies gilt zum Beispiel dann, wenn der Autofahrer im dichten Stadtverkehr mit hoher Geschwindigkeit über eine längere Strecke zurückfährt und dabei mit einem anderen Auto zusammenprallt.

 

Nach Straßenverkehrsordnung ist Rückwärtsfahren zwar erlaubt - aber nur gegen die Fahrtrichtung und wenn Autofahrer sich dabei so verhalten, dass sie andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden. "Autofahrer sollten vorsichtig und langsam fahren und einen guten Rundumblick haben." Dabei ist es ratsam, Innen- und Außenspiegel aktiv zu nutzen - auch akustische Signale oder Rückfahrkameras helfen Autofahrern dabei, Gegenstände oder Menschen hinter sich zu erkennen. "Beim Einparken kann auch ein Einweiser hilfreich sein", sagt Jost.

 

Autobahn: Rückwärtsfahren strengstens verboten

 

Auf der Autobahn gilt strengstes Rückwärtsfahrverbot, denn das ist hochgefährlich. Entsprechend fällt die Strafe aus: Beim Zurücksetzen in einer Ein- oder Ausfahrt sind 75 Euro fällig, plus 1 Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei - im rollenden Verkehr muss der Autofahrer bei rücksichtslosem Rückwärtsfahren mit 3 Punkten rechnen. Außerdem kann die Fahrerlaubnis entzogen und eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren verhängt werden. Auch in Einbahnstraßen gelten besondere Regelungen: Hier dürfen Fahrer den Rückwärtsgang nur zum Ein- oder Ausparken einlegen.

 

Kfz-Versicherung: Punktesünder zahlen bis zu 22 Prozent mehr

 

Wer Punkte in Flensburg hat, muss teilweise bei der Kfz-Versicherung draufzahlen. Bisher unterscheiden aber nur drei Versicherer zwischen vorsichtigen Fahrern und Punktesündern. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Dabei fänden viele Verbraucher einen Zuschlag sogar richtig.

 

Drei Versicherer unterscheiden nach Punkten in Flensburg

 

Bis zu 22 Prozent Zuschlag zahlt ein Autofahrer mit Punkten in Flensburg bei der AdmiralDirekt.de. Verivox hat für drei Modellfälle die Tarife von 66 Versicherern analysiert. Drei der Versicherer erheben einen Zuschlag, wenn der Versicherte bei Vertragsbeginn angibt, dass er Punkte in Flensburg hat. Bei den anderen Versicherern haben Einträge im Fahreignungsregister keinen Einfluss auf den Versicherungsbeitrag.

 

Bei der AdmiralDirekt.de schwankt der Zuschlag zwischen 19 und 22 Prozent. Im Modellfall mit Vollkasko zahlt ein 25-jähriger ohne Punkte bis zu 140 Euro weniger im Jahr. Bei der AXA liegt die Differenz zwischen null und 17 Prozent und beim HDI bei 3 Prozent.

 

„Autofahrer sollten deshalb immer korrekte Angaben machen, wenn beim Antrag auf eine Kfz-Versicherung nach den Punkten in Flensburg gefragt wird“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Falschangaben können Nachforderungen oder im Schadenfall Strafen nach sich ziehen.“

 

Zustimmung für Zuschläge

 

Bei den Autofahrern kommen Rabatte für vorsichtiges Fahren beziehungsweise Zuschläge für Punktesünder überwiegend gut an. Das Institut für Versicherungswesen der Technischen Hochschule Köln hatte 2017 gefragt, welche Merkmale bei der Preisberechnung Verbraucher für gerecht halten. Die Anzahl der Punkte in Flensburg erhielt die zweithöchste Zustimmung von insgesamt 22 verschiedenen Merkmalen. 69 Prozent der Befragten hielten es eher für gerecht, wenn Punkte im Fahreignungsregister beim Preis der Kfz-Versicherung berücksichtigt werden. Nur 18 Prozent hielten es eher für ungerecht.

 

Kfz-Versicherung: Vorsicht vor versteckter Beitragserhöhung

 

Versicherungsnehmer sollten die Beitragsrechnung ihrer Kfz-Versicherung für kommendes Jahr genau prüfen. Waren sie im abgelaufenen Jahr unfallfrei, verbessert sich in der Regel 2020 ihre Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse). Ändert sich an den anderen beitragsrelevanten Merkmalen (z. B. Regional- oder Typklasse) nichts, müsste sich der Versicherungsbeitrag verringern. Dadurch können Versicherer Preiserhöhungen leicht verstecken.

 

Beispiel: Der Kunde zahlt aktuell 458 Euro im Jahr für seine Kfz-Versicherung. Sein Versicherer verlangt im kommenden Jahr 446 Euro, also rund drei Prozent weniger. Doch der Blick auf den Vergleichsbeitrag 1) zeigt: Die Kosten hätten auf 413 Euro sinken müssen. Der neue Kfz-Versicherungsbeitrag fällt acht Prozent zu hoch aus - eine versteckte Preiserhöhung des Versicherers.

 

"Viele Kunden wissen nicht, dass sie selbst bei gesunkenen Beiträgen noch deutliches Sparpotenzial durch einen Versicherungswechsel haben", sagt Dr. Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei CHECK24. "Besonders in der wettbewerbsintensiven Wechselsaison lohnt es sich, die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen. Seit August ist der durchschnittliche Haftpflichtbeitrag für Kfz-Versicherungswechsler um 16 Prozent gesunken."

 

Eine versteckte Beitragserhöhung ist für den Verbraucher nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Der CHECK24-Sonderkündigungsrechner (http://bit.ly/sonderkündigungsrechner) hilft, eine solche Preiserhöhung aufzudecken. Bis zum Stichtag am 30. November können Fahrzeughalter Kfz-Versicherungsverträge, deren Hauptfälligkeit auf den 1. Januar fällt, regulär kündigen. Im Falle einer (versteckten) Beitragserhöhung hat der Versicherungsnehmer ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht.

 

Sind Sommerreifen in der Garage versichert?

 

Peter Schnitzler, Versicherungsexperte von ERGO: Wenn Autofahrer ab Oktober wieder die Winterreifen aufziehen (lassen), stellt sich für viele die Frage: Wohin mit den Sommerreifen? Die Garage eines Mehrfamilienhauses ist einerseits ein guter Lagerplatz, weil sie hier niemanden stören.

 

Andererseits sind die Reifen aber auch leichte Beute für Diebe, denn solche Garagen sind häufig einfach zugänglich. Die Hausratversicherung kommt nur im Fall eines Einbruchdiebstahls aus verschlossenen Garagen für den entstandenen Schaden auf. Und das auch nur dann, wenn Zubehörteile von Kraftfahrzeugen mitversichert sind.

 

Dies ist aber häufig nicht oder nur im begrenzten Umfang der Fall. Dann können sich Autobesitzer an ihre Teil- beziehungsweise Vollkaskoversicherung wenden. Doch auch hier lohnt ein Blick in die Versicherungsunterlagen: In der Regel kommen Versicherer nur für den Schaden auf, wenn die Garage stets abgeschlossen ist.

 

Kfz-Verträge: Nachbessern lohnt sich

 

Deutschland bekommt Post! Aktuell dominieren aber weder Wahlbenachrichtigungen, der Ikea-Katalog oder Weihnachtskarten, sondern die jährliche Beitragsrechnung des Kfz-Versicherers. Während sich manche Versicherte freuen – etwa, weil sie in Zukunft durch eine neue Schadenfreiheitsklasse sparen werden –, müssen andere mit einer Beitragserhöhung rechnen. Dann gleich den Anbieter zu wechseln muss nicht sein! Zahlreiche Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherte können mit einer Neuanpassung ihres Tarifs nämlich noch einiges für sich herausholen. An welchen Stellschrauben eine Nachjustierung lohnt, das erklärt Armin Eckert, Kfz-Versicherungs-Experte der Gothaer Versicherung.

 

 

Beim Autoneukauf einmal abgeschlossen, danach aus den Augen verloren – dieses Dasein fristen viele Kfz-Versicherungen. Doch über die Jahre verändert sich das Leben des Versicherungsnehmers und viele vergessen: Auch ihre Haftpflicht- und Kaskopolicen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Versicherer sprechen hier von „weichen Merkmalen“. „Mancher fährt heute vielleicht weniger als noch vor zehn Jahren oder die Kinder, die ursprünglich einmal als Mitnutzer eingetragen wurden, sind heute ausgezogen. Beides wären Faktoren, die den Versicherungsbeitrag senken“, erklärt Armin Eckert.

 

Weitere Sparmöglichkeiten

 

Günstiger wird eine Kfz-Haftpflicht- und/oder Kaskoversicherung nicht nur über eine positive Bilanz bei der Schadensfreiheit. „Sparen kann auch, wer jährlich statt quartalsweise zahlt, seine Selbstbeteiligung erhöht, oder wer sich für einen Werkstattservice entscheidet, also dafür, einen Blech- oder Karosserieschaden in einer Vertragswerkstatt seines Versicherers reparieren zu lassen“, sagt der Gothaer Kfz-Experte. „Auch bei den Jahreskilometern haben viele einen zu hohen Wert überschlagen. Eine Neuanpassung bringt hier durchaus finanzielle Vorteile. Und: Wer in der Zwischenzeit weitere Verträge beim gleichen Versicherer abgeschlossen hat, kann von Kombiangeboten profitieren, die im Paket insgesamt günstiger sind – so auch bei der Gothaer.“

 

Vertragsänderungen unkompliziert möglich

 

Armin Eckert rät: „Einfach mal in den Versicherungsschein schauen, wie denn der aktuelle Tarif zusammengestellt ist und hinterfragen, ob er so noch passt. Vertragsänderungen sind in der Regel auch während des Jahres problemlos möglich. Die beste Beratung bekommen Versicherte dann im Gespräch mit ihrem Vermittler. Er informiert über die vielen Ansatzpunkte, die sich monetär lohnen und einen Anbieterwechsel vermeidbar machen.“

 

Kfz-Versicherung wechseln. Was ist zu beachten?

 

Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO: Die meisten Kfz-Versicherungen haben eine Laufzeit von einem Jahr. Hauptfälligkeit ist dann der 1. Januar. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt beginnt ein neues Versicherungsjahr. Aufgrund einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Ende des Versicherungsjahres ist bei vielen Versicherungen der 30. November Kündigungsstichtag. Wer bis dahin nicht kündigt, dessen Vertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr. Einige Versicherer bieten auch unterjährige Vertragslaufzeiten an, die einmonatige Kündigungsfrist ist aber gleich. Es empfiehlt sich, die Laufzeit in den persönlichen Unterlagen zu prüfen. Ansonsten haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, wenn sich beispielsweise der Beitrag – nicht aber aufgrund eines Wohnortwechsels – erhöht. Auch nach einem Schadenfall ist eine außerordentliche Kündigung möglich, etwa wenn Betroffene mit der Regulierung unzufrieden sind. In beiden Fällen haben sie einen Monat Zeit, den Vertrag zu kündigen. Wer sich ein neues Fahrzeug zulegt, kann sich ebenfalls einen neuen Anbieter suchen. Wichtig zu wissen: Bei Saisonkennzeichen ist die Hauptfälligkeit am Tag des Saisonbeginns. Ist das Kennzeichen von April bis Oktober gültig, wäre das der 1. April. Eine Kündigung sollte dem Versicherer dann bis zum 28. beziehungsweise 29. Februar vorliegen.

 

Beim Tarifwechsel: Für Vorschäden verlangen die meisten Kfz-Versicherer keinen zusätzlichen Aufschlag

 

Wer seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss angeben, ob der bisherige Versicherer Vorschäden reguliert hat. Eine aktuelle Untersuchung des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip zeigt: Ein regulierter Schaden sorgt zwar für eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse, bei den meisten Versicherern wird es beim Wechsel durch den Vorschaden aber nicht nochmals teurer. Nur einzelne Anbieter verlangen höhere Beiträge, teilweise bis zu 20 Prozent.

 

Etwa vier Millionen Haftpflichtschäden und rund fünf Millionen Kaskoschäden haben Versicherer im vergangenen Jahr reguliert. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei einem Wechsel der Autoversicherung gelten diese Fälle als Vorschäden. Haben Versicherte einen Schaden gemeldet, müssen sie den bei ihrer neuen Versicherung angeben. Bei einem Versicherungswechsel fließt das in die Tarifberechnung mit ein. Wie eine aktuelle Finanztip-Untersuchung zeigt, wirkt sich das allerdings in den meisten Fällen nicht auf den zu zahlenden Beitrag aus.

 

Nur einzelne Anbieter verlangen einen Aufschlag

 

Der durchschnittliche Aufschlag für einen Haftpflichtschaden bei der Vorversicherung betrug in der Untersuchung knapp zwei Prozent, der bei einem regulierten Kaskoschaden lag bei unter einem Prozent. "In unserer Untersuchung verlangten die meisten Anbieter von den potenziellen Neukunden überhaupt keinen Preisaufschlag wegen eines Vorschadens", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Nur einzelne Anbieter verlangten mehr, teilweise bis zu 20 Prozent". Das Fazit der Expertin: "Ein Vorschaden sollte niemanden abhalten, die Kfz-Versicherung zu wechseln. Im Gegenteil: Nehmen Sie die Schadenregulierung zum Anlass, den Preis für Ihre Autoversicherung zu überprüfen."

 

Nach einem Schaden sinkt die Schadenfreiheitsklasse

 

Wer längere Zeit unfallfrei Auto fährt, steigt bei seiner Versicherung in der Schadenfreiheitsklasse. Je höher die Einstufung, desto günstiger ist der Tarif. Wenn ein Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden gemeldet wird, senkt der Versicherer die entsprechende Schadenfreiheitsklasse gemäß seiner Rückstufungstabelle. "Bei einem Wechsel nach einem Unfall hat der alte Versicherer die Rückstufung bereits vorgenommen. Die Kunden fangen also auch beim neuen Versicherer in der teureren Schadenfreiheitsklasse an", erklärt Gotthold.

 

Teures Pflaster: Über 70 Prozent Zuschlag in der Kfz-Versicherung

 

Der Wohnort kann die Kfz-Versicherung rund drei Viertel teurer machen. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

 

Für die Modellrechnung wurden Fahrerprofile im Landkreis Leer, der von den Versicherern in Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko sehr günstig eingestuft wird, dem teuren Pflaster Berlin gegenübergestellt.

 

Knapp 300 Euro mehr – wegen des Wohnortes

 

Der Berliner Fahrer zahlt beim Vertrag mit Teilkasko 73 Prozent mehr als der Fahrer in Ostfriesland. Ausgewertet wurden die jeweils 5 besten von über 400 Tarifen für den 45-jährigen Fahrer eines VW Passat. Außer dem Wohnort waren alle Parameter identisch. Bei der Haftpflicht betrug der Unterschied 63 Prozent, beim Vertrag mit Vollkasko 65 Prozent. Das sind 286 Euro im Jahr.

 

Wo die Regionalklassen steigen, müssen Autofahrer auch mit einem steigenden Beitrag im kommenden Jahr rechnen. „Dann haben Autofahrer ein Sonderkündigungsrecht“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Die meisten Versicherer berücksichtigen heute neben den Regionalklassen auch die genaue Postleitzahl. So können die Preise innerhalb einer Stadt oder eines Zulassungsbezirkes deutlich schwanken.“

 

Wer hat die teuren Regionalklassen?

 

In Bayern ballen sich die teuren Regionalklassen. Gerade in Ober- und Niederbayern sowie der Oberpfalz haben zahlreiche Landkreise hohe Einstufungen in Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko. Der Norden und Rheinland-Pfalz sind meist günstig in der Haftpflicht eingestuft. Regionen mit teuren Regionalklassen in der Teilkasko liegen in Ostdeutschland.

 

Die Regionalklassen spiegeln die langjährigen Schadenhöhen in den Städten und Landkreisen wider. Viele Diebstähle oder Hagelschäden erhöhen das Risiko bei der Teilkasko. Wo viel Verkehr ist, gibt es mehr Unfälle. Deshalb werden Großstädte in der Haftpflicht häufig teurer eingestuft als ihr Umland. Das zeigt das Beispiel Berlin.

 

Der Passat-Fahrer im Modellfall würde im nahen Liebenwalde (Landkreis Oberhavel) knapp 100 weniger in der Haftpflicht zahlen als am Stadtrand von Berlin.

 

Beitragsatlas Kfz-Versicherung: Hier zahlen Autofahrer besonders viel

 

Berlin, Hamburg, München und Augsburg sind deutschlandweit die teuersten Pflaster für Autofahrer - zumindest was die Beiträge zur Kfz-Vollkaskoversicherung betrifft. Der Rundumschutz für den Pkw kostet dort bis zu 38 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und bis zu 67 Prozent mehr als in sehr günstigen Regionen.

 

Das zeigen Beispielberechnungen für über 8.000 Postleitzahlgebiete in der gesamten Bundesrebublik.

 

Der Süden Bayerns gehört generell zu den teuren Regionen in der Kfz-Vollkasko. Dasselbe gilt für alle deutschen Metropolen und viele Großstädte, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Besonders viel kostet die Kfz-Vollkaskoversicherung zum Beispiel auch in Köln, Essen und Nürnberg sowie vielen bayerischen Landkreisen südlich von München.

 

Vergleichsweise günstig ist der Versicherungsschutz für den Pkw dagegen in vielen Regionen Nord- und Ostdeutschlands. In einigen Gemeinden Ostfrieslands etwa ist bis zu 17 Prozent weniger Beitrag fällig als im Bundesdurchschnitt. Sehr wenig zahlen auch Autofahrer in Nordthüringen, dem südlichen Teil Brandenburgs und quasi ganz Mecklenburg-Vorpommern.

 

Ein Grund für die Unterschiede sind die regionalen Schadenstatistiken. "Viele Großstädte sind in hohe Regionalklassen eingestuft", sagt Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherung bei CHECK24. "Berlin etwa hat in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung jeweils den höchsten Wert. Je höher die Einstufung, desto teurer in der Regel die Kfz-Versicherung."

 

Die Regionalklasse bzw. der Wohnort ist aber nur eines von über 50 Tarifmerkmalen, das über die Höhe der Kfz-Versicherung entscheidet. Daneben ist zum Beispiel von Bedeutung, wer das Auto fährt, wie hoch die jährliche Fahrleistung ist und in welche Typklasse das Auto eingestuft ist.

 

Versicherungsschutz beim Carsharing: Vieles ist nicht versichert

 

Auch für die Fahrt im geliehenen Auto gilt: Rote Ampeln überfahren, hinterm Steuer herumknutschen oder mit Flip-Flops auf Gaspedal und Bremse treten – das alles sind grobe Fahrlässigkeiten, genau wie Parken am Hang ohne die Handbremse zu ziehen. Wenn dabei etwas passiert, zahlt die Versicherung nicht oder nur einen Anteil. Solche Beispiele nennt die Juni-Ausgabe von Finanztest, in der sich die Experten der Stiftung Warentest einmal genauer angesehen haben, wie Carsharing-Nutzer eigentlich versichert sind.

 

Kaum jemand braucht ein Auto nur für sich allein. In der Stadt teilt man sich heutzutage ein Auto gleich mit vielen anderen. Carsharing ist vor allem sinnvoll für Leute, die nur selten ein Auto brauchen. „Wer lange Strecken fährt oder ein Auto länger braucht, fährt mit stationsbasiertem Carsharing am besten. One-way-Fahrten macht man am besten mit dem Free-floating-Sharing, also mit Autos, die mehr oder weniger in der Gegend herumstehen“, so Michael Bruns von Finanztest.

 

Sein Tipp: Vorsichtig fahren, denn nicht alles ist versichert. Und oft bleibt es nicht beim Selbstbehalt. Der kann im Übrigen recht hoch sein, ist aber reduzierbar durch Aufstocken der Kasko-Versicherung. Bei kleinen Kratzern, das ergab eine Umfrage unter Finanztest-Lesern, sind die Anbieter meist kulant. Trägt der Mieter aber die Schuld an einem Unfall oder anderen Schäden, kann es teuer werden. Mieter haften nur für Schäden, die der Carsharing-Anbieter ihnen nachweisen kann – nicht also zum Beispiel, wenn unklar ist, ob eventuell ein Fremder in der Standzeit zwischen zwei Mieten einen Kratzer verursacht hat.

 

Welche Versicherung greift bei Unfallschäden auf Parkplätzen und Parkhäusern?

 

Kommt es auf einem Parkplatz oder im Parkhaus zu einem Unfall, gelten meist dieselben Regeln wie bei einem Unfall im Straßenverkehr: Die Beteiligten können, müssen aber nicht die Polizei rufen.

 

Parkplatz

 

Frank Mauelshagen, Kfz-Experte von ERGO: "Wichtig ist, dass die betroffenen Autofahrer Kontaktdaten austauschen und sich, wenn möglich, über den Unfallhergang einigen. Wer bei einem parkenden Auto einen Schaden verursacht, sollte auf den Besitzer warten. Ein Zettel mit Telefonnummer hinter der Windschutzscheibe reicht nicht – unter Umständen kann das Fahrerflucht bedeuten. Für den Versicherungsschutz gilt: Der Schutz der Kfz-Haftplicht- und der Kaskoversicherung greift auch bei einem Unfall auf einem Parkplatz oder im Parkhaus. Wer aber beispielsweise mit seinem vollgepackten Einkaufswagen an ein parkendes Auto stößt und dort Kratzer hinterlässt, der muss sich an seine Privat-Haftpflichtversicherung wenden. Denn die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt nur für Schäden auf, die beim Gebrauch eines Fahrzeugs verursacht werden. Schäden am eigenen Fahrzeug, die ein Unbekannter verursacht hat, übernimmt nur eine Vollkaskoversicherung. Allerdings muss der Versicherungsnehmer dabei die vereinbarte Selbstbeteiligung tragen und verliert einen Teil seines Schadenfreiheitsrabatts. Einige Versicherer bieten daher einen Zusatzbaustein für kleine Schäden an, die mit dem ‚Smart Repair‘-Verfahren repariert werden können. Dabei bedeutet ‚Smart‘ nicht nur schlau, sondern steht als Abkürzung für Small Middle Area Repair Technologies – also Reparaturtechniken für kleine bis mittelgroße Bereiche. Das ist kostengünstiger und bei einigen Versicherern wird der Schadenfreiheitsrabatt nicht zurückgestuft."

 

Auto oder Motorrad - Vergleichsportale für Kfz-Versicherungen sind nicht immer neutral

 

Im Frühjahr kommt in den Auto- und Motorradmarkt Bewegung, nicht nur wegen der vielen neuen Modelle. Auch ein gebrauchtes Auto oder Motorrad findet in der Regel schnell einen neuen Besitzer. Aber ganz egal ob neu oder gebraucht, für die Zulassung wird eine neue Kfz-Versicherung benötigt. Um sich über eine günstige Kfz-Versicherung zu informieren, gibt es viele Möglichkeiten. Ein beliebter Weg sind Vergleichsportale im Internet. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da die Portale nicht immer unabhängig sind oder alle Anbieter beinhalten, warnt die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI).

 

 

„Vergleichsportale im Internet sind zwar auf Grund der darin enthaltenen Vielzahl von Angeboten eine Hilfe bei der Suche nach einer günstigen Kfz-Versicherung für ein Auto oder Motorrad. Allerdings beinhalten sie oftmals nicht die Tarife aller Versicherungen und sind somit nicht unbedingt das preiswerteste oder beste Angebot“, weist Jürgen Buck, Vorstand der GVI, hin. Die meisten Vergleichsportale, wie z.B. Check24, agieren als Vermittler und bekommen für einen abgeschlossenen Vertrag eine Provision vom Versicherer.

 

„Der Preis ist das eine, das andere sind jedoch die Versicherungsleistungen für ein Auto oder Motorrad“, warnt Jürgen Buck. Beispielhaft zählt der Experte folgende Punkte auf: So sollte bei der Wildschadenklausel auf den Einschluss von Tieren aller Art, den Einschluss von Schäden durch Marderbiss und der Verzicht auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Schadens geachtet werden. Die vorgenommenen Filtereinstellungen im jeweiligen Vergleichsportal zur Auswahl einer Kfz-Versicherung sollten immer kritisch überprüft werden, da sie nicht immer mit dem angezeigten Ergebnis übereinstimmen. Um keine Lücke im Versicherungsschutz zu riskieren, sollte im Zweifel ein Experte kontaktiert werden.

 

Mit Saisonkennzeichen Fahrzeug günstig versichern

 

Die Temperaturen steigen, die Straßen sind trocken und Autofahren macht wieder richtig Spaß. Deshalb motten viele im Frühling ihr Winterauto ein und holen Cabrio oder Motorrad aus der Garage. Das sind beileibe keine Einzelfälle: Immerhin waren im letzten Jahr laut Kraftfahrt-Bundesamt knapp 2,3 Millionen Fahrzeuge nur ein paar Monate im Jahr unterwegs.

 

Auto- oder Motorradfahren ist angenehm, das An- und Abmelden eines Fahrzeugs eher lästig. Doch wer nur ein paar Monate im Jahr bei gutem Wetter fährt, will natürlich auch nur für diese Zeit Steuern und Versicherung bezahlen: Ein Saisonkennzeichen macht das, wie die HUK-COBURG mitteilt, möglich. Der Fahrer meldet sein Fahrzeug einmalig für mindestens zwei, maximal elf Monate bei der Zulassungsstelle an. Bis zur endgültigen Abmeldung - weil der Fahrer Auto oder Motorrad beispielsweise verkauft - bleibt der Zulassungszeitraum Jahr für Jahr gültig.

 

Wer ein Saisonkennzeichen beantragt und nicht bereits in der niedrigsten Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) fährt, sollte beim Versichern daran denken: Nur wenn der Vertrag mindestens 180 Tage im Jahr läuft, wird er bei Schadenfreiheit Jahr für Jahr in eine bessere SF-Klasse eingestuft. Zugleich kann sich ein Saisonfahrer mit kombinierter Kfz-Haftpflicht- und Kasko-Versicherung darauf verlassen, dass auch im Ruhezeitraum in der Teilkasko- und der Kfz-Haftpflicht Versicherungsschutz besteht. Sollte das Auto zum Beispiel aus dem Winterquartier gestohlen werden, wäre das ein Fall für die Versicherung.

 

Entspannt zurücklehnen kann sich ein Saisonfahrer auch beim Thema Haupt- und/oder Abgasuntersuchung. Fallen die Untersuchungen in die Ruhezeit, genügt es, sich im ersten Monat der Wieder-Inbetriebnahme um neue Prüfsiegel zu kümmern.

 

Elektronische Versicherungsbestätigung

 

Die Ummeldung von einem normalen auf ein Saisonkennzeichen ist unkompliziert. Man bittet seinen Kfz-Versicherer um die Zusendung einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB). Die legt man zusammen mit dem Personalausweis, der Zulassungsbescheinigung (Teil I und II) und der Bestätigung der letzten Haupt- und Abgasuntersuchung einfach bei der Zulassungsstelle vor. Schon steht der Ummeldung nichts mehr im Weg.

 

Geleaste Fahrzeuge: Hohes Haftungsrisiko bei Unfall

 

Wer ein Auto geleast oder finanziert hat, ist nicht Eigentümer, sondern nur Halter des Fahrzeugs. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versi­cherung des Unfallgegners den Halter oder Fahrer unter Umständen in Regress nehmen. Dafür springt dann wiederum keine Versicherung ein. Darüber infor­miert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) zum Verkehrsgerichtstag.

 

Eigentümer eines geleasten Fahrzeugs ist die Leasinggesellschaft. Kommt es zu einem Unfall, kann sie Schadensersatzansprüche gegen den Unfallgegner des Halters geltend machen. Sie muss sich dann weder das Mitverschulden des Halters beziehungsweise des Fahrers am Unfall, noch die Betriebs­gefahr des Fahrzeuges anrechnen lassen. In vielen Fällen teilen die Gerichte und Versicherungen die Schäden nach einem Unfall aber in Quoten auf, da allen Beteiligten eine Mitschuld zugesprochen wird.

 

Das bedeutet: Die Versicherung des Unfallgegners kann, nachdem sie den vollen Schaden reguliert hat, das Geld unter Gesamtschuldnergesichtspunkten vom Fahrer beziehungsweise Halter des geleasten Fahrzeugs zurückfordern. „Für diese Regressforderung ist dann aber weder die Vollkaskoversicherung noch die Haftpflichtversicherung oder die GAP-Versicherung eintrittspflichtig“, warnt Rechtsanwalt Dr. Michael Schulte von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein. Hier bestünden somit letztlich erhebliche und unüberschaubare Haftungsrisiken für Halter und Fahrer von geleasten Fahrzeugen.

 

„Der Bundesgerichtshof hat sich zwar bereits mehrfach mit dem Thema befasst, hat das gesetzgeberische Defizit aber nicht korrigiert und allen Lösungsansätzen eine Absage erteilt“, fügt Schulte hinzu.

 

Schulte hält die aktuelle Gesetzeslage für unbefriedigend und keinesfalls interessengerecht. Der Gesetzgeber müsse hier durch eine klare Regelung Abhilfe schaffen. „Auf den Straßen sind immer mehr finanzierte und geleaste Fahrzeuge unterwegs“, warnt der Lüdenscheider Rechtsanwalt. Die Problematik werde immer drängender.

 

Versicherungsschutz gratis 

 

Saisonkennzeichen werden oft genutzt: Während der Außerbetriebsetzung schützt die Ruheversicherung Auto und Motorrad

 

 

Zeit schlafen zu gehen: Viele Cabrios und Motorräder verschwinden spätestens im November von der Straße. Sie werden vorübergehend außer Betrieb gesetzt und erst im Frühjahr bei schönem wieder Wetter hervorgeholt. Wer nur ein paar Monate im Jahr fährt, will natürlich nur dafür Steuern und Versicherungsbeiträge zahlen. Mit Saisonkennzeichen kein Problem. Mehr als 800.000 Pkw- und 1,3 Millionen Motorradfahrer nutzen laut Kraftfahrt-Bundesamt die Möglichkeit, ihr Fahrzeug einmalig für mindestens zwei, maximal elf Monate bei der Zulassungsstelle anzumelden. Mit Beginn der neuen Saison kann sich der Fahrer ins Auto setzen, Gas geben und losfahren. Der Saisonzeitraum bleibt bis zur endgültigen Abmeldung von Jahr zu Jahr gültig.

 

Aber nicht nur das: Wird das Fahrzeug eingemottet, erlischt, wie die HUK-COBURG mitteilt, der Versicherungsschutz nicht völlig. Während des Stilllegungszeitraums besteht in der Kfz-Versicherung eine kostenlose Ruheversicherung. Sie kommt in der Kfz-Haftpflichtversicherung hauptsächlich dann zum Tragen, wenn auslaufende Betriebsstoffe wie Öl oder Benzin das Erdreich verschmutzen, vielleicht sogar ins Grundwasser sickern. Fordern zum Beispiel Vermieter oder Kommune deshalb Schadenersatz, wäre das ein Fall für die Versicherung.

 

Die Ruheversicherung kann auch eine Teilkasko-Versicherung (TK) miteinschließen, vorausgesetzt die Versicherung bestand schon vor der Ruhephase. Wichtig wird die Ruheversicherung in der TK vor allem, wenn Winterstürme schwere Gegenstände durch die Luft wirbeln, die dann das Kraftfahrzeug beschädigen. Aber auch Themen wie Motorbrand durch Kurzschluss in der Elektronik oder Diebstahl spielen immer wieder eine Rolle.

 

Um von der kostenlosen Ruheversicherung zu profitieren, muss es sich beim Winterquartier entweder um einen Raum oder zumindest um einen umfriedeten Abstellplatz handeln. Umfriedung kann heißen, der Platz ist von einem Zaun oder einer Hecke umschlossen. Wer ein Carport für diesen Zweck nutzt, sollte die freien Seiten wenigstens mit einer Kette sichern.

 

Sonderkündigungsrecht ermöglicht Wechsel nach 30. November

 

Der vielbeschworene Stichtag zur Kündigung der Kfz-Versicherung, der 30. November, ist vorbei. Was ist, wenn die Rechnung des Versicherers erst danach kommt und man eben auch erst später erfährt, dass die Kfz-Versicherung im kommenden Jahr teurer wird. Muss man zwangsläufig beim bisherigen Versicherer bleiben? Nein. Hier kommt das Sonderkündigungsrecht ins Spiel: Erst mit Erhalt der Beitragsrechnung und Kenntnis über den höheren Beitrag beginnt, wie die HUK-COBURG mitteilt, die einmonatige Kündigungsfrist zu laufen. Selbst bei gesunkenem Beitrag entfällt das Sonderkündigungsrecht nicht automatisch: Versicherte profitieren durch unfallfreies Fahren von sinkenden Schadenfreiheitsklassen. Auch das führt oft zu niedrigeren Prämien, obwohl das Tarifniveau des Grundbeitrags über dem des Vorjahres liegt. Hier bleibt die Sonderkündigung eine Option.

 

Fazit: Die Rechnung sollte sehr genau gelesen werden. Besteht ein Sonderkündigungsrecht, muss der bisherige Versicherer seinen Kunden darauf klar und deutlich darauf hinweisen. Dem Wechsel zum günstigeren Kfz-Versicherer steht dann - auch nach dem 30. November - nichts mehr im Weg.

 

Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall, denn die Preisspannen zwischen den einzelnen Anbietern sind erheblich: Oft lassen sich so ein paar hundert Euro pro Jahr einsparen. Beim Preisvergleich helfen entsprechende Portale im Internet. Doch Vorsicht, kein Portal berücksichtigt alle Kfz-Versicherer und oft handelt es sich leistungsseitig um ein abgespecktes Angebot. Wechselwillige sollten also immer in mehreren Portalen recherchieren. Aber die Rechner arbeiten auf Provisionsbasis, sind also nur bedingt unabhängig. Manche Direktversicherer sind dort gar nicht zu finden. Daher lohnt sich stets auch eine parallele Anfrage bei Direktversicherern.

 

Kfz-Versicherung: Wechsel bis zum 30. November kann sich lohnen

 

Ein Wechsel der Autoversicherung ist in der Regel nur einmal jährlich, zum Stichtag 30. November, möglich. Wer also im kommenden Jahr vom Preis-Leistungs-Verhältnis eines anderen Versicherungsanbieters profitieren möchte, sollte sich jetzt informieren. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, rät, die verschiedenen Assekuranz-Konditionen für das Auto schnellstmöglich aber dennoch genau zu vergleichen.

 

Preisgefälle vor Fristende nutzen

 

Die Unfallzahlen sind in den letzten Jahren kaum gesunken und gleichzeitig sind die Kosten für einzelne Schäden am Auto gestiegen. Versicherer reagieren jetzt darauf, indem sie die Preise für die Kfz-Versicherung anziehen. Doch konkurrieren aktuell über 80 Kfz-Versicherer um Kunden, sodass trotzdem Rabatte zu erwarten sind. Insbesondere kurz vor Ende der Wechselfrist am 30. November kommt Verbrauchern der verschärfte Wettbewerb zugute. Es empfiehlt sich daher, den November zu nutzen, um über Vergleichsdatenbanken aktuelle Versicherungstarife für das eigene Auto zu erfragen. Erscheint ein Wechsel sinnvoll, sollte die Kündigung der bisherigen Versicherung direkt im Anschluss erfolgen. Denn diese muss vor dem Stichtag beim Versicherer ankommen.

 

Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigen

 

Wer sein Auto derzeit bei einem vergleichsweise teuren Anbieter versichert, kann durch den Wechsel zu einem Wettbewerber bis zu 55 Prozent sparen. Der Wechsel zu einem Kfz-Versicherer mit durchschnittlichem Preis kann immer noch eine Ersparnis zwischen 27 und 35 Euro bedeuten. Doch sollte nicht nur der Preis über die Kfz-Versicherung entscheiden. Auch wenn es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestabdeckung gibt, bei den unterschiedlichen Zusatzleistungen der Autoversicherungen gilt es abzuwägen: Falschbetankung und Benzindiebstahl sind beispielsweise nicht grundsätzlich mitversichert und auch ein kostenloses Ersatzfahrzeug stellt im Falle eines Werkstattaufenthalts nicht jede Autoversicherung.

 

Ganzjähriges Sonderkündigungsrecht beachten

 

Hat man die Wechselfrist verpasst, besteht zumindest bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht: Ist der Vertrag teurer geworden, haben Autobesitzer nach Rechnungseingang einen Monat Zeit, um den Vertrag zu kündigen. Jedoch ist die Preissteigerung häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar: Der Knackpunkt liegt beim Schadenfreiheits-Rabatt. Dieser fließt meist in die Berechnung mit ein, obwohl er nicht jeden Versicherten betrifft. Entscheidend ist somit der Vergleichsbeitrag, der anzeigt, was man zahlen muss, wenn sich nichts ändert. Ist dieser gestiegen, gilt das Sonderkündigungsrecht.

 

Kündigungstermin Autoversicherung am 30.11. - Wechseltipp: Auf Rückstufung im Schadensfall achten

 

Viele Autofahrer können ihre Kosten für die Autoversicherung durch einen Wechsel reduzieren. Dafür muss aber jetzt gehandelt werden, da der übliche Kündigungstermin der Autoversicherung verstreicht. Bis zum 30. November muss die Kündigung dem Versicherer vorliegen. Doch nicht nur der Preis ist entscheidend, sondern auch vertragliche Bestandteile sind bei einem Wechsel zu beachten, wie z.B. die Rückstufung im Schadensfall. Die neuen Tarife der Autoversicherer für eine Entscheidung liegen bereits vor. Darauf weist aktuell die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI) hin.

 

Die meisten Tarife der Autoversicherungen sehen eine Hauptfälligkeit zum 1. Januar vor. Auf Grund der einheitlichen Kündigungsfrist von einem Monat, muss die Kündigung bis zum 30. November dem Versicherer vorliegen. Doch schon jetzt liegen die neuen Tarife vor. Einen Wechseltipp gibt Jürgen Buck, Vorstand der GVI, gleich mit auf den Weg: „Bewahren Sie den Nachweis der Kündigung auf“. Nachweis ist ein Faxprotokoll, Einschreibebeleg und Eingangsbestätigungs-Email. Zudem darf bei Abschluss der Autoversicherung nicht nur auf den Preis geachtet werden, zumal diese auch noch viele Merkmale für die Preisberechnung mit einbezieht.

 

Deshalb ist der entscheidende Wechseltipp des Experten, die Prüfung der Leistungen der Autoversicherung. „So haben viele ältere Tarife der Kfz-Versicherungen vorteilhaftere Bedingungen. Zum Beispiel ist der Rabattretter, der oftmals im Schadensfall vor einer teureren Rückstufung schützt, bei älteren Tarifen beitragsfrei eingeschlossen. Zudem kann die Rückstufung im Schadensfall generell im neuen Tarif schlechter sein, was vor allem für junge Fahrer wegen der höheren Schadenshäufigkeit oft Auswirkungen hat. Ein Vergleich kann leicht über die Tabellen zum Schadenfreiheitsrabatt-System erfolgen, die sich in den Bedingungs-Anhängen befinden“, so der Fachmann weiter.

 

Studie zeigt schwere Mängel bei der Sicherung von Kindern im Auto

 

Rund die Hälfte aller Kinder unter zwölf Jahren ist im Auto nicht richtig gesichert; 60 Prozent der Kinder sogar so falsch, dass sie im Falle eines Unfalls schwerste Verletzungen davontragen könnten. Das zeigt eine Beobachtungs- und Befragungsstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). In fünf Vorgängerstudien seit 1997 waren die Ergebnisse allerdings noch schlechter.

 

Gurtführung häufiger gravierender Fehler

 

Die häufigsten gravierenden Fehler betrafen die Führung des Gurtes bei der Befestigung des Kindersitzes oder der Babyschale im Auto. Er war entweder nicht durch die vorgeschriebenen Öffnungen geführt oder nicht straff genug angezogen. Zu locker waren auch oft die Gurte, die die Kinder in den Sitzen angelegt hatten.

 

Angesprochen auf die Fehler, zeigten rund 50 Prozent der Befragten keine ausreichende Kenntnis über die korrekte Handhabung. Etwa 20 Prozent war der Fehler bewusst: Sie gaben an, aus Zeitnot oder wegen einer kurzen Fahrtstrecke  die nötige Sorgfalt außer Acht gelassen zu haben. In einigen Fällen hatte das Kind selbst den Gurt gelöst oder die Arme darunter hergeführt.  Signifikant schlechter gesichert waren Kinder bei Personen mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit.

 

Kindersicherungseinrichtungen sind bis zum Alter von einschließlich elf Jahren vorgeschrieben, wenn das Kind nicht größer als 150 cm ist. Im Jahr 2017 starben 14 Kinder bis zu diesem Alter im Auto, über 1.000 wurden schwer verletzt.

 

Kfz-Versicherung: Ältere zahlen im Schnitt 57 Prozent mehr

 

Mit zunehmendem Alter steigen auch die Beiträge für die Autoversicherung. Schon ab 65 Jahren müssen Versicherte durchschnittlich 11 Prozent mehr bezahlen, als wenn sie nur 55 Jahre alt wären. Noch teurer wird es für 75-Jährige: Im Mittel beträgt der Preisaufschlag von 55 auf 75 Jahre für die Kfz-Versicherung satte 57 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren auf Deutschlands Straßen rund 16 Millionen Autofahrer über 65 Jahre. Viele Versicherer halten diese Klientel offenbar für eine sichere Einnahmequelle: „Obwohl Senioren laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Wir haben herausgefunden, dass 65-Jährige heute im Schnitt 11 Prozent mehr bezahlen als 55-Jährige.“ Bei 75-Jährigen beträgt der Preisaufschlag im Mittel aktuell satte 57 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug derselbe Preisaufschlag nur 51 Prozent.

 

Viele merken nicht, dass der Tarif steigt

 

Viele Senioren merken jedoch gar nicht, dass sie mehr bezahlen. Denn wer schon lange unfallfrei fährt, profitiert von steigenden Schadenfreiheitsklassen, die den Beitrag drücken. Durch den stetig steigenden Rabatt fällt der altersbedingte höhere Grundbeitrag oft nicht so auf. Finanztip empfiehlt deshalb insbesondere Senioren, ihren Kfz-Tarif jedes Jahr zu vergleichen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln. Denn obwohl alle Versicherer die Preise im Alter anpassen, gibt es unter den Versicherungstarifen sehr große Unterschiede. Ein Beispiel: Ein 75-jähriger Halter eines VW Golf III zahlt ohne Kaskoschutz bei der Europa-Versicherung im Basistarif 551,22 Euro. Würde er zur BGV in den Basistarif wechseln, müsste er nur 419,75 Euro bezahlen. Das entspricht einer Ersparnis von 131,74 Euro beziehungsweise von rund 31 Prozent. 

 

 

Kfz-Versicherung: Ratenzahlung kostet Autofahrer über eine halbe Milliarde Euro

Die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland verschenkt bei ihrer Kfz-Versicherung bares Geld. Denn 53 Prozent überweisen die Beiträge für die Autoversicherung in Raten, anstatt sie einmal im Jahr zu bezahlen, so eine aktuelle Studie des Verbraucher-Ratgebers Finanztip. Hochgerechnet landen so rund 600 Millionen Euro zusätzlich in den Kassen der Versicherer.

 

Im Schnitt bezahlen Autofahrer nach einer Finanztip-Hochrechnung 430 Euro für ihre Kfz-Versicherung. Mehr als jeder Zweite überweist den Beitrag in Raten. "Viele Versicherte wollen ihre Haushaltskasse nicht mit einer hohen Einmalzahlung belasten", erklärt Silke Kursawe, Expertin für Versicherungen bei Finanztip. Doch das ist nicht ratsam: "Versicherer verlangen für die Ratenzahlung einen deutlichen Aufschlag." Wer etwa seine Beiträge halbjährlich überweist, zahlt im Schnitt knapp 4 Prozent bzw. 15 Euro mehr. Etwas teurer ist mit 7 Prozent bzw. 30 Euro Aufschlag eine quartalsweise Zahlung. Am teuersten wird es für diejenigen, die monatlich überweisen: Hierbei verlangen Versicherer fast 9 Prozent bzw. 36 Euro mehr.

 

Vor allem Jüngere zahlen drauf

 

Auffällig ist: Es sind überdurchschnittlich oft jüngere Autofahrer und Haushalte mit geringem Einkommen, die auf eine Ratenzahlung ausweichen. Dabei könnten gerade die jeden einzelnen Euro gebrauchen. Finanztip empfiehlt deshalb, auf eine Ratenzahlung zu verzichten: "Autofahrer, die auf eine jährliche Zahlweise umstellen, sparen im Schnitt 27 Euro", sagt Silke Kursawe. Hinzu kommt: Einige Versicherungen bieten überhaupt keine Ratenzahlung an. "Wer nur nach Angeboten sucht, die man in Raten bezahlen kann, hat viel weniger Tarife zur Auswahl", sagt Kursawe. "Das mindert die Chance auf einen guten Preis."

 

Autoversicherung:  Kurzzeitschutz für Zusatzfahrer

Wer jemanden ans Steuer lässt, den er bei seiner Versicherung nicht als Fahrer gemeldet hat, kann ihn schnell online oder per App als Zusatzfahrer versichern. Die Kosten betragen zwischen 1,72 und 6,99 Euro für 24 Stunden. Unabhängig vom eigenen Versicherer kann jeder Zusatzschutz übers Internet buchen, den es schon ab 5,49 Euro für 24 Stunden gibt. Über Onlinebezahlsysteme wie Paypal ist direktes Bezahlen und ein schneller Abschluss möglich, so Finanztest.

 

Es kommt immer mal wieder vor, dass jemand anderes als der Halter des Autos und die in der Autoversicherung eingetragenen Fahrer das Steuer übernehmen. Viele Versicherer lassen das gelegentlich kostenlos zu. Wenn der Fahrerkreis aber beschränkt und das Verleihen nicht vorgesehen ist, kann der Versicherungsnehmer bei einem Unfall wegen vertragswidrigen Verhaltens von seiner Versicherung zur Kasse gebeten werden.

 

In absehbaren Fällen ist es daher sinnvoll, sich um einen Zusatzschutz zu kümmern, wenn die gelegentliche Mitnutzung des Autos nicht erlaubt ist. Online kann schnell per Klick ein Zusatzfahrer für 24 Stunden oder länger gebucht werden. Dann fährt der neue Fahrer ganz legal.

 

Auch für Carsharing- und Mietwagenfahrer lässt sich das Risiko versichern, auf einer Selbstbeteiligung von maximal 1000 Euro sitzen zu bleiben. Die Police kostet jeweils 4,00 Euro für 24 Stunden. Der Schutz gilt nur in Deutschland, so die Stiftung Warentest.

 

Versicherungstipp: Autounfall im Ausland - was ist zu tun? 

Unbekannte Verkehrsregeln, anderer Fahrstil: Wer selten im Ausland am Steuer sitzt, ist dort schnell gestresst - und die Unfallgefahr wächst. Laut repräsentativer forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland, hatten neun Prozent der deutschen Fahrer mit Auslandserfahrung bereits einen Unfall mit Blech- bzw. Personenschaden in einem anderen Land. Was müssen Autofahrer beachten, die in einen Schaden außerhalb Deutschlands verwickelt sind? Welche Fallstricke gibt es? Tipps von Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt.

 

Die halbe Miete: Eine gute Vorbereitung

 

Damit ein Blechschaden im Ausland einfacher abgewickelt werden kann, gehört ein Europäischer Unfallbericht mit an Bord. "Autofahrer sollten am besten zwei Exemplare des Unfallberichts - eines für sich selbst und eines für den Unfallgegner - ins Handschuhfach legen. Er erlaubt eine präzise Darstellung des Unfallhergangs und ist in allen europäischen Sprachen erhältlich", sagt Frank Bärnhof. Zusätzlich hilft die Grüne Karte, sie dient als Nachweis, dass das Fahrzeug Kfz-Haftpflicht versichert ist. Sie ist zwar nur noch außerhalb der EU Pflicht, macht aber die Schadenregulierung auch innerhalb Europas einfacher. Die Grüne Karte kann man gratis bei seinem Kfz-Versicherer anfordern.

 

Empfehlenswert ist zudem ein Schutzbrief. Er wird sowohl von Automobilclubs als auch von Versicherern angeboten und kommt für die Kosten auf, falls der eigene Wagen beispielsweise bei Pannen oder Unfällen abgeschleppt werden muss. In den Versicherungsleistungen sind oftmals auch zusätzliche Services im Ausland enthalten, dies können beispielsweise Ersatzteilversand, Fahrzeugtransport oder Kostenerstattung bei Reiseabbruch sein.

 

Unfall passiert: Das ist vor Ort zu tun

 

Als erstes sollte man die Unfallstelle absichern. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anziehen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in etwa 100 Metern Entfernung vor der Unfallstelle. Wurden Personen verletzt, müssen umgehend die Rettungskräfte (Notrufnummer 112 in allen EU-Ländern) informiert werden. Erst anschließend sollte die Erstversorgung durchgeführt werden.

 

Falls die Unfallfahrzeuge nicht schwer beschädigt sind, können sie umgehend von der Unfallstelle entfernt werden, um zu keiner Gefahr für den Verkehr zu werden. "Bei größeren Schäden sollten Autofahrer die Fahrzeuge stehen lassen. Am besten mit dem Mobiltelefon oder einer Kamera Fotos vom Unfallort, den Fahrzeugschäden und der Endstellung der Autos fertigen", sagt Frank Bärnhof. Aufgenommen werden sollten zudem das Kennzeichen, Name und Anschrift des Fahrzeughalters und des Fahrers (falls abweichend). Wichtig sind auch die genaue Zeit, der Ort des Unfalls und die Anschrift von Zeugen. Haben Sie den Europäischen Unfallbericht zur Hand, füllen Sie diesen aus und lassen ihn von allen Beteiligten unterschreiben.

 

Nach dem Unfall nicht vergessen

 

Wer in einen Unfall verwickelt ist, sollte unbedingt seine eigene Kfz-Versicherung informieren - auch wenn er glaubt, nicht schuld zu sein. Frank Bärnhof: "Beim Zentralruf der Deutschen Autoversicherer (Inland: 0800 2502600; Ausland: 0049(40)300330300) erfahren Betroffene den Namen der zuständigen Versicherung des Unfallgegners - vorausgesetzt es handelt sich um ein Fahrzeug aus der Europäischen Union sowie aus Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz." Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung, der in Deutschland ansässig ist.

 

Wohnwagen-Anhänger braucht eigene Versicherung

Urlaubszeit: In den Sommermonaten rollt die Reisewelle - darunter zahlreiche Wohnwagen-Anhänger. Doch wenn ein Unfall passiert, bleibt der Besitzer mitunter auf dem Schaden sitzen, warnt das R+V-Infocenter. Denn der Wohnwagen gilt als eigenes Fahrzeug - und ist nicht mit dem Zugfahrzeug versichert.

 

Hohes Unfallrisiko

 

Fehlende Routine, Spurrillen oder Bodenwellen: Die Fahrt mit dem Wohnwagen-Anhänger ist riskant. Trägt das Gefährt bei einem Unfall Schäden davon, kann das für den Halter teuer werden. "Wie beim Auto deckt auch bei einem Wohnwagen nur die Vollkaskoversicherung Unfallschäden am eigenen Fahrzeug ab", sagt Karl Walter, Abteilungsdirektor Kfz-Schaden bei der R+V Versicherung. Allerdings braucht der Anhänger eine eigene Vollkaskoversicherung. "Der Schutz des Zugfahrzeugs gilt nicht für den Anhänger."

 

Während die Kaskoversicherung jedoch freiwillig ist, benötigen Wohnwagen-Anhänger - wie alle anderen Fahrzeuge auch - für die Zulassung zum Straßenverkehr immer eine Haftpflichtversicherung. "Diese ist gesetzlich vorgeschrieben", so R+V-Experte Walter.

 

So sind Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen beitragsfrei versichert

Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen sind außerhalb der Saison beitragsfrei haftpflicht- und teilkaskoversichert. Sie dürfen in dieser Zeit aber nicht im öffentlichen Straßenraum unterwegs sein. Wer sein Motorrad oder Cabrio nur im Sommer fährt, kann für sein Fahrzeug ein Saisonkennzeichen beantragen. Der Vorteil: Das Fahrzeug muss nicht vor und nach jeder Saison an- und abgemeldet werden – die Gültigkeit der Kennzeichen und der Versicherungsschutz erlöschen nicht, sondern ruhen nur bis zum Start der nächsten Saison. Außerhalb der Saison dürfen Autos oder Motorräder nicht gefahren und auch nicht auf der Straße geparkt werden. Der Halter muss das Fahrzeug in einer Garage oder auf einem Platz abstellen, der vom öffentlichen Straßenraum getrennt ist – etwa durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer. Was viele nicht wissen: Außerhalb der Saison besteht eine beitragsfreie Ruheversicherung. Ist das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, gilt auch in dieser Zeit der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung – obwohl kein Beitrag anfällt, teilt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit. Hat der Halter also eine Kaskoversicherung abgeschlossen, ist sein Fahrzeug auch im Winter gegen Diebstahl, Feuer, Marderbisse sowie gegen Schäden durch Blitze, Stürme und Hagel versichert.

 

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel die Typklasse, die Kilometerleistung und die Anzahl schadenfreier Jahre. Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Weil ältere Fahrer aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, gibt es auch das Merkmal „Alter des Fahrers“, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt. Eine Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV zeigt, dass ältere Fahrer im Schnitt mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters. Der GDV gibt seinen Mitgliedsunternehmen daher unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist - der Versicherungsbeitrag sinkt also dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 21 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren. Die GDV-Bekanntgabe ist unverbindlich, der Beitrag Sache der einzelnen Versicherer.

 

KFZ Versicherung: Kleine Autounfälle bei Schnee und Eis richtig abwickeln

Eis und Schnee machen die Autofahrt im Winter schnell zur Rutschpartie. Kommt es dann zu einem Bagatellunfall, müssen die Beteiligten nicht unbedingt die Polizei rufen. Für eine schnelle Schadenabwicklung sollten sie sich aber so schnell wie möglich beim Versicherer melden. Die Tipps der Versicherer für das Verhalten nach Bagatellunfällen: Wenn es gekracht hat, muss zuerst der Unfallort gesichert werden. Also: Warnblinker anmachen, Warndreieck aufstellen und so schnell wie möglich die Fahrbahn wieder frei machen. Kleinere Unfälle dokumentieren die Beteiligten danach am besten selbst, zum Beispiel mit dem Europäischen Unfallbericht. Dieser ist kostenlos beim Autoversicherer erhältlich oder kann bei der GDV Dienstleistungs-GmbH online angefordert werden. Das Unfallprotokoll sollte mindestens die folgenden Angaben enthalten:

 

1.Das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners

2.Namen und Adressen der beteiligten Fahrer

3.Ort und Zeit des Unfalles

4.Namen und Adressen von Zeugen

5.Fotos vom eigenen und vom gegnerischen Fahrzeugschaden

 

Schäden unverzüglich dem Versicherer melden

Nach einem Unfall muss unverzüglich der Versicherer informiert werden. Sind die Versicherungspapiere am Unfallort nicht zur Hand, hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter 0800/2502600 weiter. Zum Nachweis der Schadenhöhe reicht in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt oder ein Foto des Schadens aus. Auf ein zeit- und kostenaufwendiges Gutachten wird bei kleinen Schäden zumeist verzichtet – so können Blechschäden schnell abgewickelt und behoben werden. Für den Versicherungsschutz gilt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für die Reparaturen am eigenen Auto, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

 

Kfz-Versicherung - Nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen vergleichen

Mit dem Jahreswechsel läuft für die meisten Autofahrer auch die Kfz-Versicherung aus. Traditionell werben viele Versicherer jetzt um neue Kunden. Die wichtigsten Fragen in Sachen Versicherungswechsel beantwortet Mathias Zunk, Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft-Verbraucherservice.

 

Worauf sollten Autofahrer bei der Auswahl ihres Kfz-Versicherers achten?

Mathias Zunk: Sie sollten sich umfassend informieren und sich nicht nur am Beitrag, sondern auch an den Leistungen orientieren. Sieht die Versicherung eine Werkstattbindung vor? Gibt es einen Rabattschutz oder eine Fahrerschutzversicherung? Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert? Zahlt der Versicherer bei Wildunfällen mit Haarwild oder bei Unfällen mit Tieren jeglicher Art? Mit solchen und ähnlichen Fragen sollte man sich beschäftigen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet.

 

Was ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten?

Zunk: Am sichersten ist es, schriftlich zu kündigen und sich die Kündigung vom Versicherer auch bestätigen zu lassen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Da die meisten Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, muss das Schreiben also spätestens bis zum 30. November bei der Versicherung eingegangen sein. In diesem Jahr fällt der 30. November auf einen Sonntag, die Kündigung sollte also spätestens am 28. November beim Versicherer ankommen – auch wenn zahlreiche Versicherer im Sinne der Kundenfreundlichkeit den nächsten Werktag als fristgerechten Eingang der Kündigung akzeptieren werden.

 

Kann jeder Autofahrer seine Versicherung zum Jahresende kündigen?

Zunk: Nein. Entscheidend ist nicht das Ende des Kalenderjahres, sondern das Ende des Versicherungsjahres. Bei den meisten Autofahrern läuft der Vertrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Manche Kfz-Versicherungsverträge enden jedoch unterjährig. Das jeweilige Datum ist in der Kfz-Versicherungspolice zu finden.

 

Gibt es neben dem Ende des Vertragsjahres noch weitere Anlässe, zu denen die Kfz-Versicherung gekündigt werden kann?

Zunk: Ja. Nach einem Schaden haben beide Vertragsparteien – also sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer – ein außerordentliches Kündigungsrecht. Erhöht der Versicherer den Beitrag aus kaufmännischen Gründen, zum Beispiel wenn es Veränderungen in der Typklasse des Fahrzeuges oder bei der Einstufung in die Regionalklasse gibt, kann der Kunde den Vertrag außerordentlich kündigen. Liegt der Grund für eine Preiserhöhung hingegen beim Kunden, weil er beispielsweise mehr Kilometer im Jahr gefahren ist als ursprünglich angegeben und der Versicherer den Beitrag entsprechend anpasst, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Und zu guter Letzt: Wenn das Auto verkauft wird, endet der Vertrag automatisch beziehungsweise geht auf den neuen Besitzer über. Der kann dann entscheiden, ob er die Versicherung fortführt oder zu einem anderen Versicherer wechselt.

 

Winterreifenpflicht nur auf winterlichen Straßen

Auswirkungen falscher Bereifung auf die Haftpflicht- und Kaskoversicherung

 

Bei erster Schneeglätte und Glatteis sind viele Autofahrer verunsichert, ob Winterreifen Pflicht sind oder nicht. Eine durchgehende Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Von Sicherheitsexperten werden jedoch Winterreifen für den Zeitraum von Oktober bis Ostern empfohlen. Wer aber sein Auto auch bei Eis und Schnee fahren will, muss es mit Winterreifen ausrüsten – so steht es zumindest in der Straßenverkehrsordnung. Ansonsten kann dies im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Kaskoversicherung im Schadensfall einen Teil der Leistung einbehält. In der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, dass, wenn Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf den Straßen herrschen, mit Fahrzeugen gefahren werden darf, die mit sogenannten M+S-Reifen an den Antriebsachsen ausgestattet sind. Ist man bei der oben beschriebenen Witterung noch mit Sommerreifen unterwegs, kann dies Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Verursacht man unter diesen Gegebenheiten einen Unfall, prüft die Versicherungsgesellschaft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Die Folgen: Hat man einen Schaden an seinem eigenen Auto verursacht, also einen Vollkaskoschaden, kann es zu einer Leistungskürzung kommen. Der Bund der Versicherten rät daher, immer nur Tarife abzuschließen, die im Bereich der Kaskoversicherung auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und damit einer Leistungskürzung verzichten. Wenn man neben dem eigenen Fahrzeug auch noch ein anderes Auto beschädigt, kann der Haftpflichtversicherer unter gewissen Umständen Zahlungen, die er an den Unfallgegner geleistet hat, bis zu einer Höhe von 5.000 Euro zurück verlangen.

 

Bußgeld und Punkte bei Verletzung der Winterreifenpflicht

Die Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen sieht vor, dass Autofahrer etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss seit vergangenem Jahr mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Behinderung drohen 80 Euro und ein Punkt. Im Falle eines Unfalls aufgrund falscher Bereifung kann dies wegen grober Fahrlässigkeit zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen. Bei der Regulierung des Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite droht dem mit Sommerreifen fahrenden Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine Mithaftung. Auch in vielen Nachbarländern gibt es laut ADAC für die Wintermonate oder bei winterlichen Straßenverhältnissen die Pflicht, mit Winterreifen zu fahren. Bei Zuwiderhandlungen drohen zum Teil hohe Bußgelder. Die Regel, wonach etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eis nur mit Winterreifen gefahren werden darf, gilt neben Deutschland auch in Österreich und Luxemburg. Kroatien und Italien schreiben für viele Strecken von November bis April generell Winterreifen vor. In Südtirol betrifft dies beispielsweise die A22 (Brennerautobahn) und das Stadtgebiet von Bozen. Auch in Frankreich und der Schweiz kann eine solche Verpflichtung durch Beschilderungen ausgesprochen werden. In Tschechien gilt zwischen 1. November und 31. März auf allen Straßen eine Winterreifenpflicht. Slowenien schreibt die Benutzung zwischen dem 15. November und dem 15. März sowie bei winterlichen Straßen vor. In Schweden gilt dies ebenfalls, sowie generell zwischen 1. Dezember und 31. März. In den Niederlanden, Polen, der Türkei, Irland und Großbritannien gibt es keine Regelungen. Wer dort in den Wintermonaten mit dem Auto unterwegs ist, sollte laut ADAC auch ohne gesetzliche Vorschrift Winter- oder Ganzjahresreifen aufzuziehen.

 

Nach Unfall alle Zeugen angeben: Im Extremfall kann Versicherung Leistung verweigern

Wer in einen Unfall verwickelt ist, hat oft mit Ärger, Unannehmlichkeiten und Schriftverkehr mit der Versicherung zu kämpfen. Das gilt vor allem, wenn die Polizei den Unfall nicht aufnimmt, zum Beispiel wenn es sich nur um Sachschaden handelt. Dann kommt es - nach Informationen des Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) - besonders darauf an, Zeugen zu benennen. Doch manch ein Unfallbeteiligter meldet nur solche Zeugen, die sein eigenes einwandfreies Verhalten bestätigen wollen. Wer bei Zeugen Zweifel hat, ob diese auch in seinem Sinn aussagen werden, könnte geneigt sein, in der schriftlichen Unfallmeldung an den Versicherer die Frage nach Zeugen mit "Nein" zu beantworten. Allerdings warnt der KS davor, denn das kann im Extremfall zum Verlust der Versicherungsleistung führen. Das gilt auch, wenn man meint, der namentlich bekannte Zeuge könnte keinen sachdienlichen Beitrag zur Aufklärung des Unfallhergangs leisten. Versicherungsrechtlich handelt es sich nämlich um eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit. Immerhin geht die Rechtsprechung davon aus, dass falsche Angaben zu Zeugen geeignet sind, die Interessen des Versicherers ernsthaft zu gefährden.

 

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