Kfz-Versicherung: Teuerste Regionen zahlen das Doppelte

 

Autofahrer in München zahlen im Durchschnitt doppelt so viel für ihre Kfz-Versicherung wie Autofahrer im thüringischen Kyffhäuserkreis. Das zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox.

 

München, Starnberg, Rosenheim – Oberbayern liegt vorn

 

50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen die Kfz-Versicherungspreise der Münchner. Auf den Plätzen folgen der Landkreis Starnberg, Nürnberg, der Landkreis München und Rosenheim – alle mit etwa 40 Prozent über dem Durchschnitt. Unter den 20 teuersten Städten und Landkreisen liegen 15 in Bayern.

Besonders wenig zahlen die Autofahrer im Kyffhäuserkreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und Salzlandkreis – rund 30 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Das ist etwa die Hälfte der Preise in den teuersten Regionen.

 

Sachsen-Anhalt am günstigsten

 

Bei den günstigsten Regionen dominieren Landkreise aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Top20. Auf Ebene der Bundesländer liegen die Preise in Sachsen-Anhalt am niedrigsten (19 Prozent unter Durchschnitt). Das teuerste Bundesland ist Hamburg (29 Prozent über dem Durchschnitt). Bayern liegt insgesamt auf Platz 3 hinter Berlin.

 

Teure Regionalklassen im Süden

 

Ein wichtiger Grund für die hohen Preise liegt in der Regionaleinstufung. In Städten und Kreisen mit vielen Schadenfällen verlangen die Kfz-Versicherer Prämienzuschläge; bei wenigen Unfällen geben sie einen Rabatt. In Ober- und Niederbayern und der Oberpfalz ballen sich Kreise, die in teure Regionalklassen in der Haftpflicht, Teil- und Vollkasko eingestuft sind. Außerdem fahren die Bayern und Baden-Württemberger Autos mit mehr PS, die tendenziell auch in teure Typklassen eingestuft sind.

 

Rund um Hamburg ist die Regionalklasse für die Haftpflicht teuer, was die Prämie dort nach oben treibt. Großstädte sind oft teurer als das Umland. „Die Versicherer müssen sich nicht exakt nach den Regionalklassen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft richten. Sie orientieren sich aber bei der Berechnung ihrer Beiträge daran“, sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. In die Auswertung gingen alle Versicherungsabschlüsse bei Verivox in den zurückliegenden 12 Monaten ein – unabhängig davon, ob nur Haftpflicht oder auch Kasko abgeschlossen wurde. Ziel war es, die regionalen Unterschiede der tatsächlichen Preise zu ermitteln.

 

Kfz-Versicherung: Wechsel bis zum 30. November kann sich lohnen

 

Ein Wechsel der Autoversicherung ist in der Regel nur einmal jährlich, zum Stichtag 30. November, möglich. Wer also im kommenden Jahr vom Preis-Leistungs-Verhältnis eines anderen Versicherungsanbieters profitieren möchte, sollte sich jetzt informieren. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, rät, die verschiedenen Assekuranz-Konditionen für das Auto schnellstmöglich aber dennoch genau zu vergleichen.

 

Preisgefälle vor Fristende nutzen

 

Die Unfallzahlen sind in den letzten Jahren kaum gesunken und gleichzeitig sind die Kosten für einzelne Schäden am Auto gestiegen. Versicherer reagieren jetzt darauf, indem sie die Preise für die Kfz-Versicherung anziehen. Doch konkurrieren aktuell über 80 Kfz-Versicherer um Kunden, sodass trotzdem Rabatte zu erwarten sind. Insbesondere kurz vor Ende der Wechselfrist am 30. November kommt Verbrauchern der verschärfte Wettbewerb zugute. Es empfiehlt sich daher, den November zu nutzen, um über Vergleichsdatenbanken aktuelle Versicherungstarife für das eigene Auto zu erfragen. Erscheint ein Wechsel sinnvoll, sollte die Kündigung der bisherigen Versicherung direkt im Anschluss erfolgen. Denn diese muss vor dem Stichtag beim Versicherer ankommen.

 

Preis-Leistungs-Verhältnis berücksichtigen

 

Wer sein Auto derzeit bei einem vergleichsweise teuren Anbieter versichert, kann durch den Wechsel zu einem Wettbewerber bis zu 55 Prozent sparen. Der Wechsel zu einem Kfz-Versicherer mit durchschnittlichem Preis kann immer noch eine Ersparnis zwischen 27 und 35 Euro bedeuten. Doch sollte nicht nur der Preis über die Kfz-Versicherung entscheiden. Auch wenn es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestabdeckung gibt, bei den unterschiedlichen Zusatzleistungen der Autoversicherungen gilt es abzuwägen: Falschbetankung und Benzindiebstahl sind beispielsweise nicht grundsätzlich mitversichert und auch ein kostenloses Ersatzfahrzeug stellt im Falle eines Werkstattaufenthalts nicht jede Autoversicherung.

 

Ganzjähriges Sonderkündigungsrecht beachten

 

Hat man die Wechselfrist verpasst, besteht zumindest bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht: Ist der Vertrag teurer geworden, haben Autobesitzer nach Rechnungseingang einen Monat Zeit, um den Vertrag zu kündigen. Jedoch ist die Preissteigerung häufig erst auf den zweiten Blick erkennbar: Der Knackpunkt liegt beim Schadenfreiheits-Rabatt. Dieser fließt meist in die Berechnung mit ein, obwohl er nicht jeden Versicherten betrifft. Entscheidend ist somit der Vergleichsbeitrag, der anzeigt, was man zahlen muss, wenn sich nichts ändert. Ist dieser gestiegen, gilt das Sonderkündigungsrecht.

 

Bundesweite Studie: Beachtliche Preisunterschiede bei Kfz-Versicherungen

 

Durchschnittlich 1.311 Euro zwischen teuerstem und günstigstem Angebot

 

Realistisches Einsparpotenzial je nach Risiko zwischen 281 und 1.071 Euro

 

Bundesweit im Schnitt 41,6 % realistisches Einsparpotenzial

 

 

Bereits zum siebten Mal führte Prof. Dr. Thomas Köhne vom unabhängigen Institut für Versicherungswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Auftrag der Verti Versicherung AG die „Marktstudie zur Preissituation im deutschen Kfz-Versicherungsmarkt“ durch: Insgesamt wurden deutschlandweit Angebote für zehn verschiedene Musterkunden in 20 Regionen verglichen.

 

Wie jedes Jahr bietet sich zum 30. November für zahlreiche Versicherungskunden wieder die Möglichkeit, bares Geld zu sparen - denn für die meisten Kfz-Policen bedeutet dieses Datum den Kündigungsstichtag und somit die Chance, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Allerdings fällt es vielen Verbrauchern schwer, sich im Tarifdschungel des deutschen Kfz-Versicherungsmarktes zurechtzufinden, und sie lassen sich von der vielfältigen und für Kunden recht unübersichtlichen Tariflandschaft abschrecken. „Indem wir die Ergebnisse unserer unabhängigen Studie uneingeschränkt zugänglich machen, möchten wir dazu beitragen, die Transparenz des Versicherungsmarktes zu verbessern. Außerdem wollen wir dem Verbraucher zeigen, wie sehr es sich lohnen kann, seine Versicherung zu vergleichen. Denn es gibt teilweise enormes Einsparpotenzial“, so Christian Paul Sooth, CFO der Verti Versicherung AG.

 

Durchgeführt wurde die Studie von Prof. Dr. Thomas Köhne, Fachleiter Versicherung an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Auch er rät Verbrauchern zu einem Versicherungsvergleich: „Zwischen den Versicherungstarifen bestehen erhebliche Preisunterschiede in Bezug auf die einzelnen Musterkunden und Regionen. Durch einen Vergleich lässt sich oft einiges an Geld sparen.“ 

 

Ergebnisse und Hintergründe

 

In den letzten Jahren sind die Prämien über die untersuchten Musterfälle hinweg in der Regel gestiegen. Das erklärt Prof. Dr. Thomas Köhne damit, dass die Verluste der Jahre 2008 bis 2013 noch nicht einmal zur Hälfte ausgeglichen werden konnten, obwohl die Kfz-Versicherung seit 2014 branchenweit positive versicherungstechnische Ergebnisse erwirtschaftet.

 

Hinzu kommt, dass auch in 2018 die Preisunterschiede zwischen den Anbietern von Kfz-Versicherungen enorm sind. Der durchschnittliche Preisunterschied zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter über alle untersuchten Musterkunden und Regionen hinweg beträgt 1.311 Euro, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Musterkunden und Regionen gibt. Zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot beträgt der ermittelte maximale Preisunterschied sogar ganze 2.448 Euro.

 

Daraus resultiert ein je nach Ausgangslage teils beachtliches Einsparpotenzial sowohl für Versicherungsnehmer in Städten als auch in ländlichen Regionen. Für die gleichen Musterkunden sind die Prämien in der Stadt aber im Allgemeinen teurer als auf dem Land – wobei es günstigere Städte (z.B. Hannover, Trier) und teurere ländliche Gegenden (z.B. Freising, Ravensburg) gibt.

 

Vor allem für Berliner kann sich ein Vergleich richtig lohnen: Hier ist das durchschnittliche realistische Einsparpotenzial mit 626 Euro am höchsten. Das geringste Einsparpotenzial gibt es in Wittenberge; aber auch hier sind es im Durchschnitt realistisch immer noch 426 Euro.

 

Im Bundesweiten Vergleich rangiert die Hauptstadt somit auf dem ersten Platz der 20 untersuchten Regionen, was das durchschnittliche realistische Einsparpotenzial angeht.

 

Die Reihenfolge unter den Versicherern ist je nach Musterkunde unterschiedlich. Es sind nicht immer die gleichen Versicherer unter den 20 günstigsten Angeboten. Unter diesen finden sich jedoch überwiegend einzelne Direktversicherer, teils einzelne Maklerversicherer und nur sehr vereinzelt Versicherungsunternehmen mit Multikanalvertrieb.

 

Fazit

 

Auch 2018 bestehen in der Kfz-Versicherung allgemein große Preisunterschiede zwischen den Angeboten der verschiedenen Versicherer. Bei rund 41,5 Millionen privat zugelassenen PKWs und 1,2 Millionen Neuzulassungen (in 2017) ist davon auszugehen, dass bei den Versicherungen dieser Fahrzeuge in vielen Fällen noch ein erhebliches Einsparpotenzial besteht. Kunden können überall sparen, sowohl in den Städten als auch auf dem Land. Das gilt unabhängig davon, welchem Musterkunden man entspricht bzw. welche konkrete Risikosituation man in der Kfz-Versicherung versichern möchte.

 

Darauf sollte man beim Kfz-Versicherungs-Wechsel achten!

 

Den 30. November haben viele Kfz-Halter*innen fest im Blick. Denn sie nutzen den Stichtag, bis zu dem die meisten Kfz-Versicherungen fristgerecht zum ablaufenden Kalenderjahr gekündigt werden können, um nach einem günstigeren Angebot zu suchen. Die Auswahl an Tarifen im Markt ist groß. Verbraucher*innen sollten sich daher Zeit für einen Vergleich nehmen und sich die Leistungen jeweils genau anschauen. „Im Schadenfall nützt einem der günstigste Tarif nichts, wenn das eingetretene Risiko dort nicht abgedeckt ist“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV).

 

Beim alljährlichen Run auf die günstigste Kfz-Versicherung sollten Versicherte u. a. darauf achten, dass folgende Punkte in den Versicherungsbedingungen enthalten sind:

 

 

Die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betragen.

 

Bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten.

 

Über die Wildschadenklausel sollten Schäden durch Kollisionen mit Tieren aller Art versichert sein.

 

Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung sowie deren Folgeschäden sollten abgesichert sein.

 

Sonderausstattungen wie fest eingebaute Navigationsgeräte sollten beitragsfrei mitversichert sein. Dabei ist zu beachten, dass Versicherer hier individuelle Entschädigungsgrenzen setzen.

 

Ebenfalls wichtig zu wissen: Oft bieten Versicherer Rabatte bei Vereinbarung einer Werkstattbindung an. Versicherte verpflichten sich damit, ihr Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Ist das Auto jedoch geleast oder kreditfinanziert, ist hier Vorsicht geboten. Denn möglicherweise darf das Auto dann nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten repariert werden.

 

Insbesondere ältere Autofahrer*innen mit langjähriger, unfallfreier Fahrpraxis wundern sich oft, wenn sich ihre Prämie im neuen Versicherungsjahr trotzdem erhöht. Doch das Risiko in der Altersgruppe 65 plus, einen Unfall zu verursachen, steigt statistisch nun einmal. Und damit steigt auch die Prämie an, die von den Versicherungsunternehmen auf Basis der Statistiken berechnet wird. Die individuell gute Schadenbilanz ist durch die entsprechende Schadenfreiheitsklasse dabei bereits berücksichtigt. „Das ist vielen älteren Versicherten oft nicht klar“, so Boss.

 

Vorsicht sollten Versicherte bei der Nutzung von Vergleichsportalen walten lassen.

 

Viele listen längst nicht alle Versicherungsangebote und Tarife auf, sondern nur jene, mit denen das Portal als Makler einen Vertrag hat. Ein umfassender und neutraler Vergleich aller Versicherungsangebote und Tarife ist so nicht möglich. Verbraucher*innen laufen daher Gefahr, nicht den für sie passenden und/oder auch günstigsten Versicherungsschutz zu erhalten.

 

„Trotz des Stichtags 30.11. im Nacken sollten Versicherte ihren bisherigen Kfz-Versicherungsvertrag erst kündigen, wenn sie woanders auch sicher den benötigten Versicherungsschutz erlangen können“, rät Boss. Zwar muss jeder Versicherer zumindest eine Haftpflichtversicherung anbieten. Diese umfasst aber nur die Mindestversicherungssummen aus dem Pflichtversicherungsgesetz. Mit 1,12 Mio. Euro für Sachschäden ist diese viel zu niedrig.

 

Kündigungstermin Autoversicherung am 30.11. - Wechseltipp: Auf Rückstufung im Schadensfall achten

 

Viele Autofahrer können ihre Kosten für die Autoversicherung durch einen Wechsel reduzieren. Dafür muss aber jetzt gehandelt werden, da der übliche Kündigungstermin der Autoversicherung verstreicht. Bis zum 30. November muss die Kündigung dem Versicherer vorliegen. Doch nicht nur der Preis ist entscheidend, sondern auch vertragliche Bestandteile sind bei einem Wechsel zu beachten, wie z.B. die Rückstufung im Schadensfall. Die neuen Tarife der Autoversicherer für eine Entscheidung liegen bereits vor. Darauf weist aktuell die Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. (GVI) hin.

 

Die meisten Tarife der Autoversicherungen sehen eine Hauptfälligkeit zum 1. Januar vor. Auf Grund der einheitlichen Kündigungsfrist von einem Monat, muss die Kündigung bis zum 30. November dem Versicherer vorliegen. Doch schon jetzt liegen die neuen Tarife vor. Einen Wechseltipp gibt Jürgen Buck, Vorstand der GVI, gleich mit auf den Weg: „Bewahren Sie den Nachweis der Kündigung auf“. Nachweis ist ein Faxprotokoll, Einschreibebeleg und Eingangsbestätigungs-Email. Zudem darf bei Abschluss der Autoversicherung nicht nur auf den Preis geachtet werden, zumal diese auch noch viele Merkmale für die Preisberechnung mit einbezieht.

 

Deshalb ist der entscheidende Wechseltipp des Experten, die Prüfung der Leistungen der Autoversicherung. „So haben viele ältere Tarife der Kfz-Versicherungen vorteilhaftere Bedingungen. Zum Beispiel ist der Rabattretter, der oftmals im Schadensfall vor einer teureren Rückstufung schützt, bei älteren Tarifen beitragsfrei eingeschlossen. Zudem kann die Rückstufung im Schadensfall generell im neuen Tarif schlechter sein, was vor allem für junge Fahrer wegen der höheren Schadenshäufigkeit oft Auswirkungen hat. Ein Vergleich kann leicht über die Tabellen zum Schadenfreiheitsrabatt-System erfolgen, die sich in den Bedingungs-Anhängen befinden“, so der Fachmann weiter.

 

Studie zeigt schwere Mängel bei der Sicherung von Kindern im Auto

 

Rund die Hälfte aller Kinder unter zwölf Jahren ist im Auto nicht richtig gesichert; 60 Prozent der Kinder sogar so falsch, dass sie im Falle eines Unfalls schwerste Verletzungen davontragen könnten. Das zeigt eine Beobachtungs- und Befragungsstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). In fünf Vorgängerstudien seit 1997 waren die Ergebnisse allerdings noch schlechter.

 

Gurtführung häufiger gravierender Fehler

 

Die häufigsten gravierenden Fehler betrafen die Führung des Gurtes bei der Befestigung des Kindersitzes oder der Babyschale im Auto. Er war entweder nicht durch die vorgeschriebenen Öffnungen geführt oder nicht straff genug angezogen. Zu locker waren auch oft die Gurte, die die Kinder in den Sitzen angelegt hatten.

 

Angesprochen auf die Fehler, zeigten rund 50 Prozent der Befragten keine ausreichende Kenntnis über die korrekte Handhabung. Etwa 20 Prozent war der Fehler bewusst: Sie gaben an, aus Zeitnot oder wegen einer kurzen Fahrtstrecke  die nötige Sorgfalt außer Acht gelassen zu haben. In einigen Fällen hatte das Kind selbst den Gurt gelöst oder die Arme darunter hergeführt.  Signifikant schlechter gesichert waren Kinder bei Personen mit nicht deutscher Staatsangehörigkeit.

 

Kindersicherungseinrichtungen sind bis zum Alter von einschließlich elf Jahren vorgeschrieben, wenn das Kind nicht größer als 150 cm ist. Im Jahr 2017 starben 14 Kinder bis zu diesem Alter im Auto, über 1.000 wurden schwer verletzt.

 

Kfz-Versicherung: Ältere zahlen im Schnitt 57 Prozent mehr

 

Mit zunehmendem Alter steigen auch die Beiträge für die Autoversicherung. Schon ab 65 Jahren müssen Versicherte durchschnittlich 11 Prozent mehr bezahlen, als wenn sie nur 55 Jahre alt wären. Noch teurer wird es für 75-Jährige: Im Mittel beträgt der Preisaufschlag von 55 auf 75 Jahre für die Kfz-Versicherung satte 57 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

 

Laut Kraftfahrt-Bundesamt fahren auf Deutschlands Straßen rund 16 Millionen Autofahrer über 65 Jahre. Viele Versicherer halten diese Klientel offenbar für eine sichere Einnahmequelle: „Obwohl Senioren laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil seltener in Verkehrsunfälle verwickelt sind, werden die meisten Kfz-Versicherungen mit dem Alter immer teurer“, sagt Silke Kursawe, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Wir haben herausgefunden, dass 65-Jährige heute im Schnitt 11 Prozent mehr bezahlen als 55-Jährige.“ Bei 75-Jährigen beträgt der Preisaufschlag im Mittel aktuell satte 57 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug derselbe Preisaufschlag nur 51 Prozent.

 

Viele merken nicht, dass der Tarif steigt

 

Viele Senioren merken jedoch gar nicht, dass sie mehr bezahlen. Denn wer schon lange unfallfrei fährt, profitiert von steigenden Schadenfreiheitsklassen, die den Beitrag drücken. Durch den stetig steigenden Rabatt fällt der altersbedingte höhere Grundbeitrag oft nicht so auf. Finanztip empfiehlt deshalb insbesondere Senioren, ihren Kfz-Tarif jedes Jahr zu vergleichen und gegebenenfalls den Versicherer zu wechseln. Denn obwohl alle Versicherer die Preise im Alter anpassen, gibt es unter den Versicherungstarifen sehr große Unterschiede. Ein Beispiel: Ein 75-jähriger Halter eines VW Golf III zahlt ohne Kaskoschutz bei der Europa-Versicherung im Basistarif 551,22 Euro. Würde er zur BGV in den Basistarif wechseln, müsste er nur 419,75 Euro bezahlen. Das entspricht einer Ersparnis von 131,74 Euro beziehungsweise von rund 31 Prozent. 

 

 

Kfz-Versicherung: Ratenzahlung kostet Autofahrer über eine halbe Milliarde Euro

Die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland verschenkt bei ihrer Kfz-Versicherung bares Geld. Denn 53 Prozent überweisen die Beiträge für die Autoversicherung in Raten, anstatt sie einmal im Jahr zu bezahlen, so eine aktuelle Studie des Verbraucher-Ratgebers Finanztip. Hochgerechnet landen so rund 600 Millionen Euro zusätzlich in den Kassen der Versicherer.

 

Im Schnitt bezahlen Autofahrer nach einer Finanztip-Hochrechnung 430 Euro für ihre Kfz-Versicherung. Mehr als jeder Zweite überweist den Beitrag in Raten. "Viele Versicherte wollen ihre Haushaltskasse nicht mit einer hohen Einmalzahlung belasten", erklärt Silke Kursawe, Expertin für Versicherungen bei Finanztip. Doch das ist nicht ratsam: "Versicherer verlangen für die Ratenzahlung einen deutlichen Aufschlag." Wer etwa seine Beiträge halbjährlich überweist, zahlt im Schnitt knapp 4 Prozent bzw. 15 Euro mehr. Etwas teurer ist mit 7 Prozent bzw. 30 Euro Aufschlag eine quartalsweise Zahlung. Am teuersten wird es für diejenigen, die monatlich überweisen: Hierbei verlangen Versicherer fast 9 Prozent bzw. 36 Euro mehr.

 

Vor allem Jüngere zahlen drauf

 

Auffällig ist: Es sind überdurchschnittlich oft jüngere Autofahrer und Haushalte mit geringem Einkommen, die auf eine Ratenzahlung ausweichen. Dabei könnten gerade die jeden einzelnen Euro gebrauchen. Finanztip empfiehlt deshalb, auf eine Ratenzahlung zu verzichten: "Autofahrer, die auf eine jährliche Zahlweise umstellen, sparen im Schnitt 27 Euro", sagt Silke Kursawe. Hinzu kommt: Einige Versicherungen bieten überhaupt keine Ratenzahlung an. "Wer nur nach Angeboten sucht, die man in Raten bezahlen kann, hat viel weniger Tarife zur Auswahl", sagt Kursawe. "Das mindert die Chance auf einen guten Preis."

 

Autoversicherung:  Kurzzeitschutz für Zusatzfahrer

Wer jemanden ans Steuer lässt, den er bei seiner Versicherung nicht als Fahrer gemeldet hat, kann ihn schnell online oder per App als Zusatzfahrer versichern. Die Kosten betragen zwischen 1,72 und 6,99 Euro für 24 Stunden. Unabhängig vom eigenen Versicherer kann jeder Zusatzschutz übers Internet buchen, den es schon ab 5,49 Euro für 24 Stunden gibt. Über Onlinebezahlsysteme wie Paypal ist direktes Bezahlen und ein schneller Abschluss möglich, so Finanztest.

 

Es kommt immer mal wieder vor, dass jemand anderes als der Halter des Autos und die in der Autoversicherung eingetragenen Fahrer das Steuer übernehmen. Viele Versicherer lassen das gelegentlich kostenlos zu. Wenn der Fahrerkreis aber beschränkt und das Verleihen nicht vorgesehen ist, kann der Versicherungsnehmer bei einem Unfall wegen vertragswidrigen Verhaltens von seiner Versicherung zur Kasse gebeten werden.

 

In absehbaren Fällen ist es daher sinnvoll, sich um einen Zusatzschutz zu kümmern, wenn die gelegentliche Mitnutzung des Autos nicht erlaubt ist. Online kann schnell per Klick ein Zusatzfahrer für 24 Stunden oder länger gebucht werden. Dann fährt der neue Fahrer ganz legal.

 

Auch für Carsharing- und Mietwagenfahrer lässt sich das Risiko versichern, auf einer Selbstbeteiligung von maximal 1000 Euro sitzen zu bleiben. Die Police kostet jeweils 4,00 Euro für 24 Stunden. Der Schutz gilt nur in Deutschland, so die Stiftung Warentest.

 

Versicherungstipp: Autounfall im Ausland - was ist zu tun? 

Unbekannte Verkehrsregeln, anderer Fahrstil: Wer selten im Ausland am Steuer sitzt, ist dort schnell gestresst - und die Unfallgefahr wächst. Laut repräsentativer forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland, hatten neun Prozent der deutschen Fahrer mit Auslandserfahrung bereits einen Unfall mit Blech- bzw. Personenschaden in einem anderen Land. Was müssen Autofahrer beachten, die in einen Schaden außerhalb Deutschlands verwickelt sind? Welche Fallstricke gibt es? Tipps von Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt.

 

Die halbe Miete: Eine gute Vorbereitung

 

Damit ein Blechschaden im Ausland einfacher abgewickelt werden kann, gehört ein Europäischer Unfallbericht mit an Bord. "Autofahrer sollten am besten zwei Exemplare des Unfallberichts - eines für sich selbst und eines für den Unfallgegner - ins Handschuhfach legen. Er erlaubt eine präzise Darstellung des Unfallhergangs und ist in allen europäischen Sprachen erhältlich", sagt Frank Bärnhof. Zusätzlich hilft die Grüne Karte, sie dient als Nachweis, dass das Fahrzeug Kfz-Haftpflicht versichert ist. Sie ist zwar nur noch außerhalb der EU Pflicht, macht aber die Schadenregulierung auch innerhalb Europas einfacher. Die Grüne Karte kann man gratis bei seinem Kfz-Versicherer anfordern.

 

Empfehlenswert ist zudem ein Schutzbrief. Er wird sowohl von Automobilclubs als auch von Versicherern angeboten und kommt für die Kosten auf, falls der eigene Wagen beispielsweise bei Pannen oder Unfällen abgeschleppt werden muss. In den Versicherungsleistungen sind oftmals auch zusätzliche Services im Ausland enthalten, dies können beispielsweise Ersatzteilversand, Fahrzeugtransport oder Kostenerstattung bei Reiseabbruch sein.

 

Unfall passiert: Das ist vor Ort zu tun

 

Als erstes sollte man die Unfallstelle absichern. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage, das Anziehen der Warnweste und das Aufstellen des Warndreiecks in etwa 100 Metern Entfernung vor der Unfallstelle. Wurden Personen verletzt, müssen umgehend die Rettungskräfte (Notrufnummer 112 in allen EU-Ländern) informiert werden. Erst anschließend sollte die Erstversorgung durchgeführt werden.

 

Falls die Unfallfahrzeuge nicht schwer beschädigt sind, können sie umgehend von der Unfallstelle entfernt werden, um zu keiner Gefahr für den Verkehr zu werden. "Bei größeren Schäden sollten Autofahrer die Fahrzeuge stehen lassen. Am besten mit dem Mobiltelefon oder einer Kamera Fotos vom Unfallort, den Fahrzeugschäden und der Endstellung der Autos fertigen", sagt Frank Bärnhof. Aufgenommen werden sollten zudem das Kennzeichen, Name und Anschrift des Fahrzeughalters und des Fahrers (falls abweichend). Wichtig sind auch die genaue Zeit, der Ort des Unfalls und die Anschrift von Zeugen. Haben Sie den Europäischen Unfallbericht zur Hand, füllen Sie diesen aus und lassen ihn von allen Beteiligten unterschreiben.

 

Nach dem Unfall nicht vergessen

 

Wer in einen Unfall verwickelt ist, sollte unbedingt seine eigene Kfz-Versicherung informieren - auch wenn er glaubt, nicht schuld zu sein. Frank Bärnhof: "Beim Zentralruf der Deutschen Autoversicherer (Inland: 0800 2502600; Ausland: 0049(40)300330300) erfahren Betroffene den Namen der zuständigen Versicherung des Unfallgegners - vorausgesetzt es handelt sich um ein Fahrzeug aus der Europäischen Union sowie aus Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz." Die Schadenabwicklung erfolgt über einen Schadenregulierungs-Beauftragten der ausländischen Versicherung, der in Deutschland ansässig ist.

 

Wohnwagen-Anhänger braucht eigene Versicherung

Urlaubszeit: In den Sommermonaten rollt die Reisewelle - darunter zahlreiche Wohnwagen-Anhänger. Doch wenn ein Unfall passiert, bleibt der Besitzer mitunter auf dem Schaden sitzen, warnt das R+V-Infocenter. Denn der Wohnwagen gilt als eigenes Fahrzeug - und ist nicht mit dem Zugfahrzeug versichert.

 

Hohes Unfallrisiko

 

Fehlende Routine, Spurrillen oder Bodenwellen: Die Fahrt mit dem Wohnwagen-Anhänger ist riskant. Trägt das Gefährt bei einem Unfall Schäden davon, kann das für den Halter teuer werden. "Wie beim Auto deckt auch bei einem Wohnwagen nur die Vollkaskoversicherung Unfallschäden am eigenen Fahrzeug ab", sagt Karl Walter, Abteilungsdirektor Kfz-Schaden bei der R+V Versicherung. Allerdings braucht der Anhänger eine eigene Vollkaskoversicherung. "Der Schutz des Zugfahrzeugs gilt nicht für den Anhänger."

 

Während die Kaskoversicherung jedoch freiwillig ist, benötigen Wohnwagen-Anhänger - wie alle anderen Fahrzeuge auch - für die Zulassung zum Straßenverkehr immer eine Haftpflichtversicherung. "Diese ist gesetzlich vorgeschrieben", so R+V-Experte Walter.

 

So sind Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen beitragsfrei versichert

Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen sind außerhalb der Saison beitragsfrei haftpflicht- und teilkaskoversichert. Sie dürfen in dieser Zeit aber nicht im öffentlichen Straßenraum unterwegs sein. Wer sein Motorrad oder Cabrio nur im Sommer fährt, kann für sein Fahrzeug ein Saisonkennzeichen beantragen. Der Vorteil: Das Fahrzeug muss nicht vor und nach jeder Saison an- und abgemeldet werden – die Gültigkeit der Kennzeichen und der Versicherungsschutz erlöschen nicht, sondern ruhen nur bis zum Start der nächsten Saison. Außerhalb der Saison dürfen Autos oder Motorräder nicht gefahren und auch nicht auf der Straße geparkt werden. Der Halter muss das Fahrzeug in einer Garage oder auf einem Platz abstellen, der vom öffentlichen Straßenraum getrennt ist – etwa durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer. Was viele nicht wissen: Außerhalb der Saison besteht eine beitragsfreie Ruheversicherung. Ist das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, gilt auch in dieser Zeit der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung – obwohl kein Beitrag anfällt, teilt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit. Hat der Halter also eine Kaskoversicherung abgeschlossen, ist sein Fahrzeug auch im Winter gegen Diebstahl, Feuer, Marderbisse sowie gegen Schäden durch Blitze, Stürme und Hagel versichert.

 

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel die Typklasse, die Kilometerleistung und die Anzahl schadenfreier Jahre. Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Weil ältere Fahrer aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, gibt es auch das Merkmal „Alter des Fahrers“, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt. Eine Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV zeigt, dass ältere Fahrer im Schnitt mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters. Der GDV gibt seinen Mitgliedsunternehmen daher unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist - der Versicherungsbeitrag sinkt also dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 21 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren. Die GDV-Bekanntgabe ist unverbindlich, der Beitrag Sache der einzelnen Versicherer.

 

Worauf es beim Kfz-Versicherungsvertrag ankommt

Viele Kfz-Halter kennen sie zur Genüge – die alljährliche Jagd nach der günstigsten Kfz-Versicherung. Da die meisten Kfz-Versicherungsverträge zum Ende des Kalenderjahres kündbar sind – mit Frist von einem Monat – vergleichen sie in diesen Tagen entsprechende Angebote. „Wie bei allen Verträgen sollte man aufmerksam das Kleingedruckte in den eingeholten Angeboten lesen, denn nur wenn die Versicherungsbedingungen den entsprechenden Schadensfall vorsehen, kommt der Versicherer dafür auf“, rät Claudia Frenz, Pressereferentin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV). Die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betragen. Bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Auch sollten über die Wildschadensklausel Schäden durch Kollision mit Tieren jeder Art versichert sein, also auch bei einem Unfall durch einen herrenlos herumlaufenden Hund. Wichtig ist auch, dass Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung und deren Folgeschäden in den Kaskobedingungen abgesichert sind. Sinnvoll ist auch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von 150 Euro in der Teilkasko- sowie 300 Euro oder 500 Euro in der Vollkaskoversicherung. Denn, nach einem Schadensfall kann der Vertrag außerordentlich durch den Versicherer, aber auch durch den Versicherungsnehmer gekündigt werden. Wird eine Kaskoversicherung von Seiten des Versicherers gekündigt, erschwert dies einen Anschlussvertrag bei einer anderen Versicherungsgesellschaft. Oft bieten Versicherer Rabatte bei Vereinbarung einer Werkstattbindung an. Ist das Auto jedoch geleast oder kreditfinanziert, sollten Versicherte vorab prüfen, ob sie sich gegenüber dem Kredit- oder Leasinggeber verpflichtet haben, ihr Auto nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten reparieren zu lassen. Diese Werkstätten müssen nicht zwangsläufig auch Vertragswerkstätten des Versicherers sein, so der BdV.

 

KFZ Versicherung: Kleine Autounfälle bei Schnee und Eis richtig abwickeln

Eis und Schnee machen die Autofahrt im Winter schnell zur Rutschpartie. Kommt es dann zu einem Bagatellunfall, müssen die Beteiligten nicht unbedingt die Polizei rufen. Für eine schnelle Schadenabwicklung sollten sie sich aber so schnell wie möglich beim Versicherer melden. Die Tipps der Versicherer für das Verhalten nach Bagatellunfällen: Wenn es gekracht hat, muss zuerst der Unfallort gesichert werden. Also: Warnblinker anmachen, Warndreieck aufstellen und so schnell wie möglich die Fahrbahn wieder frei machen. Kleinere Unfälle dokumentieren die Beteiligten danach am besten selbst, zum Beispiel mit dem Europäischen Unfallbericht. Dieser ist kostenlos beim Autoversicherer erhältlich oder kann bei der GDV Dienstleistungs-GmbH online angefordert werden. Das Unfallprotokoll sollte mindestens die folgenden Angaben enthalten:

 

1.Das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners

2.Namen und Adressen der beteiligten Fahrer

3.Ort und Zeit des Unfalles

4.Namen und Adressen von Zeugen

5.Fotos vom eigenen und vom gegnerischen Fahrzeugschaden

 

Schäden unverzüglich dem Versicherer melden

Nach einem Unfall muss unverzüglich der Versicherer informiert werden. Sind die Versicherungspapiere am Unfallort nicht zur Hand, hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter 0800/2502600 weiter. Zum Nachweis der Schadenhöhe reicht in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt oder ein Foto des Schadens aus. Auf ein zeit- und kostenaufwendiges Gutachten wird bei kleinen Schäden zumeist verzichtet – so können Blechschäden schnell abgewickelt und behoben werden. Für den Versicherungsschutz gilt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für die Reparaturen am eigenen Auto, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

 

Kfz-Versicherung - Nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen vergleichen

Mit dem Jahreswechsel läuft für die meisten Autofahrer auch die Kfz-Versicherung aus. Traditionell werben viele Versicherer jetzt um neue Kunden. Die wichtigsten Fragen in Sachen Versicherungswechsel beantwortet Mathias Zunk, Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft-Verbraucherservice.

 

Worauf sollten Autofahrer bei der Auswahl ihres Kfz-Versicherers achten?

Mathias Zunk: Sie sollten sich umfassend informieren und sich nicht nur am Beitrag, sondern auch an den Leistungen orientieren. Sieht die Versicherung eine Werkstattbindung vor? Gibt es einen Rabattschutz oder eine Fahrerschutzversicherung? Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert? Zahlt der Versicherer bei Wildunfällen mit Haarwild oder bei Unfällen mit Tieren jeglicher Art? Mit solchen und ähnlichen Fragen sollte man sich beschäftigen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet.

 

Was ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten?

Zunk: Am sichersten ist es, schriftlich zu kündigen und sich die Kündigung vom Versicherer auch bestätigen zu lassen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Da die meisten Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, muss das Schreiben also spätestens bis zum 30. November bei der Versicherung eingegangen sein. In diesem Jahr fällt der 30. November auf einen Sonntag, die Kündigung sollte also spätestens am 28. November beim Versicherer ankommen – auch wenn zahlreiche Versicherer im Sinne der Kundenfreundlichkeit den nächsten Werktag als fristgerechten Eingang der Kündigung akzeptieren werden.

 

Kann jeder Autofahrer seine Versicherung zum Jahresende kündigen?

Zunk: Nein. Entscheidend ist nicht das Ende des Kalenderjahres, sondern das Ende des Versicherungsjahres. Bei den meisten Autofahrern läuft der Vertrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Manche Kfz-Versicherungsverträge enden jedoch unterjährig. Das jeweilige Datum ist in der Kfz-Versicherungspolice zu finden.

 

Gibt es neben dem Ende des Vertragsjahres noch weitere Anlässe, zu denen die Kfz-Versicherung gekündigt werden kann?

Zunk: Ja. Nach einem Schaden haben beide Vertragsparteien – also sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer – ein außerordentliches Kündigungsrecht. Erhöht der Versicherer den Beitrag aus kaufmännischen Gründen, zum Beispiel wenn es Veränderungen in der Typklasse des Fahrzeuges oder bei der Einstufung in die Regionalklasse gibt, kann der Kunde den Vertrag außerordentlich kündigen. Liegt der Grund für eine Preiserhöhung hingegen beim Kunden, weil er beispielsweise mehr Kilometer im Jahr gefahren ist als ursprünglich angegeben und der Versicherer den Beitrag entsprechend anpasst, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Und zu guter Letzt: Wenn das Auto verkauft wird, endet der Vertrag automatisch beziehungsweise geht auf den neuen Besitzer über. Der kann dann entscheiden, ob er die Versicherung fortführt oder zu einem anderen Versicherer wechselt.

 

Winterreifenpflicht nur auf winterlichen Straßen

Auswirkungen falscher Bereifung auf die Haftpflicht- und Kaskoversicherung

 

Bei erster Schneeglätte und Glatteis sind viele Autofahrer verunsichert, ob Winterreifen Pflicht sind oder nicht. Eine durchgehende Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Von Sicherheitsexperten werden jedoch Winterreifen für den Zeitraum von Oktober bis Ostern empfohlen. Wer aber sein Auto auch bei Eis und Schnee fahren will, muss es mit Winterreifen ausrüsten – so steht es zumindest in der Straßenverkehrsordnung. Ansonsten kann dies im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Kaskoversicherung im Schadensfall einen Teil der Leistung einbehält. In der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, dass, wenn Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf den Straßen herrschen, mit Fahrzeugen gefahren werden darf, die mit sogenannten M+S-Reifen an den Antriebsachsen ausgestattet sind. Ist man bei der oben beschriebenen Witterung noch mit Sommerreifen unterwegs, kann dies Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Verursacht man unter diesen Gegebenheiten einen Unfall, prüft die Versicherungsgesellschaft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Die Folgen: Hat man einen Schaden an seinem eigenen Auto verursacht, also einen Vollkaskoschaden, kann es zu einer Leistungskürzung kommen. Der Bund der Versicherten rät daher, immer nur Tarife abzuschließen, die im Bereich der Kaskoversicherung auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und damit einer Leistungskürzung verzichten. Wenn man neben dem eigenen Fahrzeug auch noch ein anderes Auto beschädigt, kann der Haftpflichtversicherer unter gewissen Umständen Zahlungen, die er an den Unfallgegner geleistet hat, bis zu einer Höhe von 5.000 Euro zurück verlangen.

 

Bußgeld und Punkte bei Verletzung der Winterreifenpflicht

Die Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen sieht vor, dass Autofahrer etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss seit vergangenem Jahr mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Behinderung drohen 80 Euro und ein Punkt. Im Falle eines Unfalls aufgrund falscher Bereifung kann dies wegen grober Fahrlässigkeit zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen. Bei der Regulierung des Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite droht dem mit Sommerreifen fahrenden Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine Mithaftung. Auch in vielen Nachbarländern gibt es laut ADAC für die Wintermonate oder bei winterlichen Straßenverhältnissen die Pflicht, mit Winterreifen zu fahren. Bei Zuwiderhandlungen drohen zum Teil hohe Bußgelder. Die Regel, wonach etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eis nur mit Winterreifen gefahren werden darf, gilt neben Deutschland auch in Österreich und Luxemburg. Kroatien und Italien schreiben für viele Strecken von November bis April generell Winterreifen vor. In Südtirol betrifft dies beispielsweise die A22 (Brennerautobahn) und das Stadtgebiet von Bozen. Auch in Frankreich und der Schweiz kann eine solche Verpflichtung durch Beschilderungen ausgesprochen werden. In Tschechien gilt zwischen 1. November und 31. März auf allen Straßen eine Winterreifenpflicht. Slowenien schreibt die Benutzung zwischen dem 15. November und dem 15. März sowie bei winterlichen Straßen vor. In Schweden gilt dies ebenfalls, sowie generell zwischen 1. Dezember und 31. März. In den Niederlanden, Polen, der Türkei, Irland und Großbritannien gibt es keine Regelungen. Wer dort in den Wintermonaten mit dem Auto unterwegs ist, sollte laut ADAC auch ohne gesetzliche Vorschrift Winter- oder Ganzjahresreifen aufzuziehen.

 

Nach Unfall alle Zeugen angeben: Im Extremfall kann Versicherung Leistung verweigern

Wer in einen Unfall verwickelt ist, hat oft mit Ärger, Unannehmlichkeiten und Schriftverkehr mit der Versicherung zu kämpfen. Das gilt vor allem, wenn die Polizei den Unfall nicht aufnimmt, zum Beispiel wenn es sich nur um Sachschaden handelt. Dann kommt es - nach Informationen des Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) - besonders darauf an, Zeugen zu benennen. Doch manch ein Unfallbeteiligter meldet nur solche Zeugen, die sein eigenes einwandfreies Verhalten bestätigen wollen. Wer bei Zeugen Zweifel hat, ob diese auch in seinem Sinn aussagen werden, könnte geneigt sein, in der schriftlichen Unfallmeldung an den Versicherer die Frage nach Zeugen mit "Nein" zu beantworten. Allerdings warnt der KS davor, denn das kann im Extremfall zum Verlust der Versicherungsleistung führen. Das gilt auch, wenn man meint, der namentlich bekannte Zeuge könnte keinen sachdienlichen Beitrag zur Aufklärung des Unfallhergangs leisten. Versicherungsrechtlich handelt es sich nämlich um eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit. Immerhin geht die Rechtsprechung davon aus, dass falsche Angaben zu Zeugen geeignet sind, die Interessen des Versicherers ernsthaft zu gefährden.

 

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