Inkasso-Check: Online-Service hilft bei Inkasso-Post

 

Die Reform des Inkassorechts bringt einige Neuheiten mit sich, etwa wenn das Inkasso-Unternehmen wenig Aufwand mit einer Angelegenheit hat. Ist die Forderung berechtigt und zahlt der Betroffene zügig, dürfen Inkassodienste ab sofort nur noch einen verminderten Kostensatz in Rechnung stellen. Trotz des neuen Gesetzes bleibt es für Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin schwer nachzuvollziehen, ob geforderte Inkassokosten zulässig sind. Hilfe bietet der Inkasso-Check der Verbraucherzentralen auf www.verbraucherzentrale-bayern.de/inkasso-check-start.

 

Inkasso-Dienstleister dürfen für das Eintreiben offener Forderungen Kosten berechnen, die sich an der Gebührenordnung von Rechtsanwälten orientieren. „Das gerade in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes im Inkassorecht sieht vor, dass diese Vergütungssätze bei einfachen Fällen verringert werden müssen. Das heißt im Klartext, dass Inkasso-Unternehmen ab sofort weniger Inkassokosten berechnen dürfen“ erklärt Julia Zeller, Juristin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Als einfacher Fall gilt zum Beispiel, wenn Verbraucher zügig reagieren und die aus-stehende Zahlung gleich nach der ersten Aufforderung des Inkasso-Unternehmens vornehmen.

 

Deutlich günstiger als früher wird es auch für Verbraucher, die eine Rechnung bis 50 Euro versehentlich nicht beglichen haben. Durch diese neue Regelung verhindert der Gesetzgeber nun, dass Betroffene Inkasso-Kosten zahlen müssen, die den ursprünglichen Rechnungsbetrag deutlich übersteigen. Doch aufgepasst: „Auch wenn es vorteilhaft sein kann, eine Inkasso-Rechnung schnell zu begleichen, raten wir dringend, diese zuvor immer sorgfältig zu prüfen und nicht voreilig zu zahlen“ sagt Zeller. „Um Verbraucher hierbei zu unterstützen, haben wir unser digitales Tool Inkasso-Check entsprechend der neuen Rechtslage aktualisiert.“

 

Kosten für Verbraucher weiter nur schwer nachzuvollziehen

 

Im Alltag wird es für Verbraucher, die ein Inkassoschreiben erhalten, weiter sehr schwierig sein, die geforderten Kosten nachzuvollziehen. Wer sich zu viel Zeit lässt oder eine Forderung irrtümlicherweise bestreitet, riskiert, dass sich die Kosten erhöhen.

Mit dem kostenlosen Inkasso-Check können Verbraucher eigenständig und jederzeit die verschiedenen Posten der erhaltenen Inkasso-Rechnung prüfen. Nutzer werden dabei online durch eine Reihe von Fragen geführt und erhalten dann eine rechtliche Ersteinschätzung, ob und wieviel sie bezahlen müssen. Zudem können sie, falls nötig, gleich einen passenden Brief an das Inkassounternehmen erstellen lassen.

 

Verbraucher, die Hilfe mit einer Inkasso-Rechnung benötigen, können die Beratung der Verbraucherzentrale Bayern in Anspruch nehmen. Informationen dazu sind auf www.verbraucherzentrale-bayern.de zu finden. Allgemeine Auskünfte zu Verbraucherfragen gibt es am Servicetelefon der Verbraucherzentrale Bayern unter (089) 55 27 94-0.

 

Inflationsrate im Juli 2021 bei +3,8 %

 

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im Juni 2021 bei +2,3 %. Nach dem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn hat sich die Inflationsrate damit etwas abgeschwächt (Mai 2021: +2,5 %). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Mai 2021 um 0,4 %.

 

Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist weiterhin kräftig um 9,4 %

 

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von Juni 2020 bis Juni 2021 überdurchschnittlich um 3,1 %. Die Preise für Energieprodukte lagen dabei mit +9,4 % weiterhin deutlich über der Gesamtteuerung, nach +10,0 % im Mai 2021. Hier wirkten sich neben dem aktuellen Anstieg der Energiepreise auch temporäre Sondereffekte erhöhend auf die Teuerungsrate aus, insbesondere die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe sowie die niedrigen Preise für Energieprodukte vor einem Jahr (Basiseffekt). Besonders günstig waren damals Mineralölprodukte. Teurer binnen Jahresfrist wurden daher vor allem Heizöl (+42,5 %) und Kraftstoffe (+23,5 %). Die Strompreise blieben unverändert.

 

Nahrungsmittel verteuerten sich gegenüber Juni 2020 unterdurchschnittlich um 1,2%

 

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Juni 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat unterdurchschnittlich um 1,2 %, nach +1,5 % im Mai 2021. Günstiger als ein Jahr zuvor war frisches Gemüse mit -2,3 %. Die meisten Nahrungsmittelgruppen weisen einen moderaten Preisanstieg auf, zum Beispiel Fleisch und Fleischwaren (+0,6 %). Merklich teurer wurden Speisefette und Speiseöle (+5,6 %). Darüber hinaus verteuerten sich unter den Waren auch Bekleidungsartikel (+3,6 %) und Fahrzeuge (+3,1 %). Billiger wurden dagegen unter anderem Mobiltelefone (-5,8 %).

 

Inflationsrate ohne Energie bei +1,6 %

 

Die Preiserhöhungen bei den Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich deutlich auf die Inflationsrate ausgewirkt: Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Juni 2021 bei +1,6 % gelegen, ohne Heizöl und Kraftstoffe nur bei +1,5 %.

 

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

 

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im Juni 2021 um 1,6 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %. Des Weiteren stiegen unter anderem die Entgelte für Glücksspiele (+15,1 %), die Preise für Leistungen sozialer Einrichtungen (+5,5 %) sowie Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,7 %). Günstiger waren hingegen zum Beispiel Bahntickets (-3,4 %) und Telekommunikationsdienstleistungen (-1,1 %).

 

Preise gegenüber dem Vormonat um 0,4 % gestiegen

 

Im Vergleich zum Mai 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Juni 2021 um 0,4 %. Die Preise für Energieprodukte zogen um 0,8 % an, insbesondere wurden Heizöl (+3,3 %) und Kraftstoffe (+1,7 %) teurer. Die Preise für Nahrungsmittel gingen hingegen leicht zurück (-0,4 %). Vor allem für frisches Gemüse mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger bezahlen als im Vormonat (-5,4 %).

 

Mehr als jeder vierte Single-Haushalt von Armut betroffen

 

Die Armutsgefahr für Alleinlebende ist in Deutschland nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" deutlich gestiegen. Lebte im Jahr 2006 noch gute jeder fünfte Ein-Personen-Haushalt an der Armutsschwelle oder darunter, so war es 2019 schon mehr als jeder Vierte, schreibt das Blatt unter Berufung auf aktuelle Daten der Bundesregierung, die die Sozialpolitikerin der Linken, Sabine Zimmermann, abgefragt hatte.

 

Ende 2019 waren demnach 26,5 Prozent der Alleinlebenden von Armut bedroht. Im Jahr 2006 waren es noch 21,7 Prozent gewesen. Besonders drastisch hat sich seitdem die Armutsgefährdungsquote unter den alleinstehenden Rentnern im Alter von über 65 Jahren erhöht. Sie stieg von 15,1 auf 24 Prozent. Die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung in Deutschland hat zwischen 2006 und 2019 dagegen nur um knapp zwei Prozentpunkte zugelegt. Aktuell sind es 15,9 Prozent.

 

Als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Gesamtbevölkerung auskommen muss.

 

Durch die Corona-Pandemie werde sich die Lage für Alleinlebende weiter verschärfen, erklärte Zimmermann. Deshalb müsse die Bundesregierung hier einen "absoluten Schwerpunkt" für das neue Jahr setzen und mit einem umfassenden Konzept gegensteuern. Zu den aus ihrer Sicht notwenigen Maßnahmen zählte Zimmermann die Zurückdrängung prekärer Beschäftigung sowie eine Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Arbeitsstunde und eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 90 Prozent des entgangenen Nettolohns.

 

Reserven-Ranking: Diese Nationen sparen am meisten

 

Analyse zeigt, welche Staaten gemessen am Bruttoinlandsprodukt die höchsten Gold- und Währungsreserven besitzen.

 

In vielen Ländern erreicht die Staatsverschuldung während der Corona-Krise Höchstwerte. Welcher Staat glücklicherweise für Krisenzeiten wie jetzt am besten gespart hat, weiß das Informationsportal www.onlinecasinosdeutschland.com. Im Zuge einer aktuellen Analyse verglich das Unternehmen für 153 Länder die aktuellen Gold- und Währungsreserven im Wert von 11,48 Billionen Euro. Die Rücklagen Chinas (1. Platz) entsprechen demnach knapp dem Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Doch welche Nationen wirklich auf den Rückhalt ihrer Reserven setzen können, zeigt das Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Demzufolge befindet sich China nur noch auf Platz 55.

 

Wer im Verhältnis zum BIP führt...

 

Im Verhältnis zum BIP führt das vom Bürgerkrieg gezeichnete Libyen: Zwar bemessen sich die Währungsreserven hier nur auf 71 Mrd. Euro, die jährliche Wirtschaftsleistung liegt jedoch lediglich bei 43,9 Mrd. Euro. Libyens Reserven betragen somit also 163 Prozent seines BIP.

 

Auf dem zweiten Platz der Untersuchung liegt die Schweiz: Mit Gold- und Währungsreserven in Höhe von 721 Mrd. Euro hat die Eidgenossenschaft rund 122 Prozent seiner Wirtschaftsleistung (593 Mrd. Euro) auf der hohen Kante zu liegen. Knapp dahinter rangiert Honkong mit einem Anteil von rund 121 Prozent (Reserven: 372 Mrd. Euro, BIP: 308 Mrd. Euro). Darauf folgen der Libanon und Singapur mit 98 bzw. 77 Prozent.

 

Das wirtschaftsstarke Deutschland belegt mit 5,83 Prozent den 133. Platz. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Länder liegt bei 21 Prozent.

 

...muss nicht in absoluten Zahlen vorne liegen

 

In absoluten Zahlen liegt das Reich der Mitte meilenweit vor der Konkurrenz: Die Volksrepublik China verfügte Ende 2019 über Gold und Devisenreserven in Höhe von rund 2,72 Billionen Euro. Das entspricht entspricht rund einem Viertel der weltweit bekannten Rücklagen. Zum Vergleich: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt betrug zur gleichen Zeit knapp 3,24 Billionen Euro. Auch Japan spielt mit 1,12 Billion Euro in Währungsreserven und Gold in der obersten Liga und reiht sich hinter China ein.

 

Die Schweiz und Russland platzieren sich mit rund 721 Mrd. bzw. 468 Mrd. Euro auf Rang drei und vier. Die USA kommen auf einen Gegenwert von 436 Mrd. Euro, knapp dahinter rangiert Saudi-Arabien mit 434 Mrd. Euro.

 

Deutschland belegt mit 189 Mrd. Euro den dreizehnten Platz und befindet sich deutlich über dem internationalen Durchschnitt von 71 Mrd. Euro.

 

Nur die USA hat größere Goldreserven als Deutschland

 

Die deutschen Goldreserven rangieren im internationalen Vergleich mit einem Wert von 139 Mrd. Euro auf Platz zwei. Nur der sich in Kentucky befindliche U.S.-Stützpunkt Fort Knox und die Zentralbanken der Vereinigten Staaten von Amerika beherbergen mehr Gold als Deutschland: Die USA beanspruchen mit Gold im Wert von 336 Mrd. Euro Platz eins des Rankings - 27 Prozent der gesamten Staatsreserven des Edelmetalls weltweit. Auf Deutschland folgen Italien, Frankreich, Russland und China mit Rücklagen von 101, 100, 93 und 80 Mrd. Euro in Gold.

 

Die deutschen Goldreserven betragen 4,29 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Im Internationalen Vergleich ist diese Quote zwar knapp dreimal so hoch wie der Durchschnitt (1,68 Prozent), trotzdem gibt es 17 Nationen bei denen das Gold einen höheren Anteil ausmacht. Am höchsten ist der Goldanteil am BIP in Usbekistan, im Libanon, in Tadjikistan, Libyen und Kasachstan: Mit 28, 26, 11, 11 und 10 Prozent liegt die Quote hier jeweils im zweistelligen Bereich.

 

Inflationsrate im August 2020 bei 0,0 %

 

Die Inflationsrate in Deutschland - gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - lag im August 2020 bei 0,0 %. Damit bleibt die Inflationsrate auch im August 2020 niedrig. Im Juli 2020 hatte sie bei -0,1 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Juli 2020 um 0,1 %.

 

Senkung der Mehrwertsteuer zum 1. Juli 2020 dämpft weiterhin die Preisentwicklung

 

Ein Grund für die niedrige Inflationsrate ist weiterhin die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer, die als eine Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung zum 1. Juli 2020 umgesetzt wurde und sich seitdem im Vorjahresvergleich dämpfend auf die Verbraucherpreise auswirkt. Es ist allerdings nur schwer messbar, in welchem Umfang die niedrigeren Steuersätze an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurden, da auch viele andere Faktoren die Preisentwicklung beeinflussen.

 

Preisrückgang bei Energieprodukten binnen Jahresfrist leicht abgeschwächt, aber Nahrungsmittel weiterhin moderat teurer mit +0,7 %

 

Die Preise für Waren insgesamt verbilligten sich von August 2019 bis August 2020 um 1,3 %. Ursächlich hierfür sind vor allem die Preisrückgänge bei Energieprodukten (-6,3 %). Der Preisrückgang hat sich jedoch leicht abgeschwächt (Juli 2020: -6,7 %). Im August 2020 verringerten sich insbesondere die Preise für Heizöl (-32,7 %) und Kraftstoffe (-11,3 %) gegenüber dem Vorjahresmonat, hingegen verteuerte sich Strom um 2,1 %. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich nur noch um 0,7 %. Im Juli 2020 hatte die Teuerung für Nahrungsmittel noch bei 1,2 % gelegen. Billiger wurde insbesondere Gemüse (-6,8 %), teurer hingegen vor allem Obst (+5,8 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+4,8 %). Merklich teurer wurden auch Tabakwaren (+6,5 %), günstiger zum Beispiel Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,3 %).

 

Inflationsrate ohne Energieprodukte mit +0,7 % über der Gesamtteuerung

 

Die deutlichen Preisrückgänge bei Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat wirkten sich dämpfend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Energieprodukte hätte die Inflationsrate im August 2020 bei +0,7 % gelegen.

 

Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 1,0 %

 

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im August 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,0 %. Bedeutsam für diese Preisentwicklung war die Erhöhung bei den Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Auch für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege (+4,8 %) und beim Besuch in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf (+1,9 %) mussten trotz Mehrwertsteuersenkung höhere Preise bezahlt werden. Ursächlich hierfür dürften unter anderem die fortbestehenden Hygieneauflagen nach der Wiedereröffnung in Zeiten der Corona-Pandemie sein. Noch deutlicher erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,6 %), insbesondere Dienstleistungen der häuslichen Pflege mit +7,4 %. Hingegen wurden Fahrkarten im Fernverkehr deutlich günstiger (-16,0 %). Dies ist vor allem auf die bereits seit Jahresbeginn gesunkene Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 % zurückzuführen und nur teilweise auf die aktuelle Senkung des ermäßigten Steuersatzes von 7 % auf 5 %.

 

Heizöl- und Kraftstoffpreise sinken: -1,1 % gegenüber Juli 2020

 

Im Vergleich zum Juli 2020 sank der Verbraucherpreisindex insgesamt im August 2020 um 0,1 %. Die Preise für Energieprodukte gingen um 0,5 % zurück, insbesondere mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher weniger für Heizöl (-4,1 %) und Kraftstoffe (-0,6 %) bezahlen. Auch die Preise für Nahrungsmittel insgesamt gaben leicht nach (-0,3 %, darunter Gemüse: -2,7 %). Hingegen stiegen zum Beispiel die Preise für Bekleidungsartikel um 0,9 %.

 

Inflationsrate im Euroraum voraussichtlich bei -0,2 %

 

Der für den internationalen Vergleich berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland (HVPI) lag im August 2020 um 0,1 % unter dem Stand von August 2019. Nach der Schnellschätzung von Eurostat vom 1. September 2020 lag die Inflationsrate im Euroraum bei -0,2 %.

 

Umfrage: Bargeld nicht mehr beliebtestes Zahlungsmittel

 

Rund vier von zehn Verbrauchern würden einen Supermarkt-Einkauf über 20 Euro mit der Girocard (früher: EC-Karte) bezahlen. Das zeigt eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag von Verivox. Damit hat die Girocard Bargeld als beliebtestes Zahlungsmittel abgelöst. Nur 36 Prozent der Befragten zahlen mit Scheinen und Münzen.

 

Girocard bei kleinen Einkäufen beliebter als Bargeld

 

Für die Umfrage wurden 1.000 Personen im Alter von 18 bis 69 zu ihren Bezahlgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse zeigen, wie stark sich die Bezahlvorlieben der Verbraucher in den letzten Monaten verändert haben. In einer Umfrage aus dem Oktober 2019 gab noch über die Hälfte (51 Prozent) der Teilnehmer Bargeld den Vorzug. Die Girocard war zu diesem Zeitpunkt nur für 35 Prozent das Zahlungsmittel der Wahl.

 

39 Prozent haben schon mit dem Smartphone bezahlt

 

Wer eine Bezahl-App auf seinem Smartphone installiert hat, kann dank des im gerät verbauten NFC-Chips auch das eigene Mobiltelefon zum Bezahlen an der Ladenkasse verwenden. Das funktioniert so ähnlich wie bei kontaktlosen Girocards oder Kreditkarten. Verbraucher halten ihr Smartphone nah ans Bezahlterminal und geben die Zahlung per Gesichtserkennung oder Fingerabdruck-Scan frei.

 

Auch das Smartphone wird heute häufiger als im Vorjahr zum Bezahlen genutzt. Immerhin 13 Prozent würden ihren Supermarkt-Einkauf nach eigenen Angaben typischerweise mit einer Bezahl-App auf ihrem Mobiltelefon bezahlen (2019: 3 Prozent). Zur Kreditkarte greifen nur 9 Prozent (2019: 10 Prozent). Insgesamt haben schon 39 Prozent der Befragten mit ihrem Smartphone bezahlt. Im Vorjahr waren es nur 23 Prozent.

 

Verbraucher zahlen generell öfter kontaktlos

 

Ein wichtiger Grund für die wachsende Beliebtheit des Smartphones als Zahlungsmittel könnte der generelle Boom für kontaktlose Bezahlverfahren sein. In der Verivox-Umfrage geben insgesamt 59 Prozent der Befragten an, heute häufiger als vor einem Jahr kontaktlos zu bezahlen. 29 Prozent nutzen kontaktlose Bezahlverfahren wie EC-Karte, Kreditkarte und Smartphone heute „sehr viel häufiger“, 30 Prozent zumindest „etwas häufiger“ (30 Prozent).

 

Smartphone als Zahlungsmittel für viele noch nicht alltäglich

 

„Trotz des Booms für kontaktlose Bezahlverfahren in der Corona-Krise, ist das Smartphone als Zahlungsmittel im Alltag vieler Verbraucher noch nicht angekommen“, sagt Oliver Maier. Eine mögliche Ursache: Bislang ließen sich die großen Bezahl-Apps von Apple und Google ausschließlich mit Kreditkarten verknüpfen. Die meisten Verbraucher bezahlen aber lieber mit der Girocard, bei der Ausgaben direkt vom Konto abgebucht werden.

 

„Dass die Sparkassen mit ihren rund 39 Millionen Girokonten jetzt die Verknüpfung der Girocard mit Apple Pay ermöglichen, könnte sich deshalb als bedeutender Meilenstein für die Akzeptanz des Smartphones als Zahlungsmittel erweisen“, sagt Oliver Maier.

 

Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland bei 22 857 Euro

 

Der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden/Gemeindeverbände und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) war beim nicht-öffentlichen Bereich (Kreditinstitute sowie sonstiger inländischer und ausländischer Bereich, zum Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland) zum Jahresende 2019 mit 1 898,8 Milliarden Euro verschuldet. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland von 22 857 Euro (2018: 23 113 Euro). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen weiter mitteilt, ist der Schuldenstand damit gegenüber den revidierten Ergebnissen vom 31.12.2018 um 0,9 % oder 17,0 Milliarden Euro gesunken.

 

Bund kann Schuldenstand weiter verringern

 

Der Bund war Ende 2019 mit 1 188,6 Milliarden Euro verschuldet. Der Schuldenstand sank damit um 2,0 % beziehungsweise 24,7 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2018. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl Deutschlands betrugen die Schulden des Bundes 14 308 Euro pro Kopf (2018: 14 638 Euro).

 

Steigende Schulden bei den Ländern

 

Die Schulden der Länder sind im Vorjahresvergleich um 1,4 % beziehungsweise 8,2 Milliarden Euro auf 578,8 Milliarden Euro gestiegen. Das war eine Pro-Kopf-Verschuldung von 6 967 Euro (2018: 6 883 Euro). Am höchsten waren die Schulden je Einwohnerin und Einwohner in den Stadtstaaten: Bremen hatte eine Pro-Kopf-Verschuldung von 43 921 Euro (2018: 31 928 Euro), Hamburg von 18 279 Euro (2018: 18 734 Euro) und Berlin von 14 773 Euro (2018: 15 008 Euro). Unter den Flächenländern verzeichnete das Saarland mit 13 989 Euro (2018: 13 920 Euro) die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 10 609 Euro (2018: 10 686 Euro). Am niedrigsten war die Verschuldung pro Kopf in Sachsen mit 279 Euro (2018: 346 Euro), am zweitniedrigsten in Bayern mit 987 Euro (2018: 1 121 Euro).

 

Gemeinden mit leichtem Schuldenrückgang

 

Der Schuldenstand der Gemeinden und Gemeindeverbände ging im Vorjahresvergleich um 0,3 % beziehungsweise 451 Millionen Euro auf 131,4 Milliarden Euro zurück. Je Einwohnerin und Einwohner waren sie mit 1 708 Euro verschuldet (2018: 1 717 Euro). Die Kommunen im Saarland hatten mit 3 646 Euro (2018: 3 652 Euro) die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, gefolgt von den Kommunen in Rheinland-Pfalz mit 3 205 Euro (Vorjahr: 3 100 Euro) und Nordrhein-Westfalen mit 2 878 Euro (2018: 2 919 Euro). Die geringste kommunale Pro-Kopf-Verschuldung verzeichnete Sachsen mit 646 Euro (2018: 695 Euro), gefolgt von Brandenburg mit 688 Euro (2018: 750 Euro) und Baden-Württemberg mit 781 Euro (2018: 782 Euro). Die Erhöhung des Schuldenstandes der Gemeinden und Gemeindeverbände in Rheinland-Pfalz war bedingt durch die Fusion eines Extrahaushalts mit zwei sonstigen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, deren Schulden in Höhe von rund 500 Millionen Euro im Jahr 2018 nicht in den Schuldenstand eingeflossen waren. In Hessen wurde mit dem Programm "Hessenkasse" im Jahr 2019 weitere 84,5 Millionen Euro (2018: 4 765 Millionen Euro) kommunaler Kassenkredite abgelöst, die in der Schuldenstatistik nun nicht mehr nachgewiesen sind.

 

Die Sozialversicherung war Ende 2019 mit 0,69 Euro pro Person (2018: 1,54 Euro) verschuldet, die Gesamtschulden haben sich damit mehr als halbiert und beliefen sich auf nur noch 57 Millionen Euro (2018: 127 Millionen Euro). Grund für diesen starken Rückgang waren hohe Kredittilgungen der Krankenkassen.

 

Reichtum: Wer zur Oberschicht gehört

 

Wie viele Reiche leben in Deutschland, wie viele Arme? Wieviel Einkommen muss jemand beziehen, um als reich zu gelten? Der aktualisierte interaktive Rechner des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) visualisiert die Einkommensverteilung in Deutschland und kann zur Beantwortung dieser Fragen beitragen.

 

Paare ohne im Haushalt lebende Kinder, die mehr als 5.294 Euro netto monatlich zur Verfügung haben, zählen in Deutschland zu den reichsten zehn Prozent. Bei Singles liegt die Grenze bei 3.529 Euro. Das ist das Ergebnis eines interaktiven IW-Rechners, für den die Verteilungsexperten des Instituts die aktuell verfügbaren Daten aus der Haushaltsbefragung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) neu ausgewertet haben. Insgesamt ist der Wohlstand in Deutschland in den Jahren vor der Coronakrise deutlich gestiegen, zeigen die Berechnungen: Neben der Einkommensgrenze zu den oberen zehn Prozent ist beispielweise auch das Medianeinkommen gestiegen. 2016 lag es bei 1.869 Euro netto im Monat – die Hälfte der Bevölkerung verdiente also mehr, die andere Hälfte weniger. 2017 lag es schon bei 1.946 Euro monatlich, ein deutliches Zeichen für gestiegenen Wohlstand.

 

Ab wann jemand als reich gilt, darüber gibt es keine Einigkeit. In der amtlichen Statistik gilt üblicherweise als relativ einkommensreich, wer das Doppelte des Medianeinkommens monatlich zur Verfügung hat. Als Single zählte man demnach ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.892 Euro zu den reichsten sieben Prozent der Bevölkerung. Tatsächlich glauben aber viele, dass erst bei deutlich höherem Einkommen von Reichtum gesprochen werden kann – die Schätzungen liegen meist zwischen 7.000 und 10.000 Euro netto im Monat. Recht unabhängig davon, wie Reichtum definiert wird, ordnen sich selbst nur wenige der Oberschicht bzw. den Reichen zu.

 

Anteil Reicher wird überschätzt

 

Darüber hinaus überschätzen viele Deutsche den Anteil der Reichen in der Bevölkerung. Nach aktuellen Schätzungen gehen die meisten davon aus, dass mehr als 20 Prozent der Deutschen als reich bezeichnet werden können – und damit ein deutlich größerer Anteil als gemäß der verschiedenen Reichtumsdefinitionen. „Bei Einschätzungen zum Thema Reichtum gehen Daten und Wahrnehmung besonders weit auseinander“, sagt IW-Verteilungsexpertin Judith Niehues. „Kaum jemand empfindet sich selbst als reich, gleichzeitig glauben viele, dass sehr große Teile der Bevölkerung reich sind.“

 

Coronakrise: Verbraucher sorgen sich um finanzielle Einbußen

 

Laut aktueller Umfrage des vzbv sorgt sich jeder Vierte, dass es keine Erstattung bei entfallenen Reisen gibt

Jeder Vierte hat laut aktueller Umfrage Sorgen, dass es für entfallene Reisen oder Veranstaltungen keine Erstattung gibt.

Verbraucher mit geringerem Budget sorgen sich besonders um finanzielle Schwierigkeiten, etwa bei Mietzahlungen oder Altersvorsorge.

Hoher Zuspruch für unbürokratische Finanzhilfen für Verbraucher.

Auch wenn der Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland in der Corona-Krise noch recht gelassen scheint, zeichnen sich bei bestimmten Themen ernste Sorgen ab. Relevante Teile der Bevölkerung sorgen sich etwa um die Gesundheitsversorgung, einen Wertverlust der privaten Altersvorsorge oder die Erstattung entfallener Reisen und Veranstaltungen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von KantarEmnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), die am 31. März und 1. April 2020 durchgeführt wurde.

 

„Die Mehrzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher scheint in der Corona-Krise noch nicht übermäßig beunruhigt. Das ist gut, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade gesundheitliche und finanzielle Sorgen viele Menschen umtreiben. Vor allem in Haushalten mit geringerem Einkommen sind diese Sorgen groß“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

 

Verbraucher sorgen sich um Geldfragen

 

Der Umfrage zufolge sorgen sich 43 Prozent der Befragten sehr oder eher stark, dass Sie bei Krankheiten wegen fehlender Krankenhaus- oder Arztkapazitäten nicht ausreichend behandelt werden können.

 

Daneben dominieren vor allem Geldfragen: Jeder Dritte sorgt sich, dass die private Altersvorsorge wegen sinkender Kurse oder niedrigerer Rendite an Wert verliert (33 Prozent). Bei Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 1.500 bis unter 2.500 Euro betrifft das sogar 49 Prozent.

 

Gut jeder vierte aller Befragten (26 Prozent) sorgt sich, dass er das Geld für abgesagte Reisen, Veranstaltungen oder Kurse nicht wiederbekommt. Bei Befragten mit knapperem Budget (1.500 bis unter 2.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen) treibt diese Sorge 38 Prozent um.

 

Dazu Klaus Müller: „Die Politik macht derzeit vieles richtig. Aber sie muss die Sorgen der Verbraucher ernstnehmen. Ideen wie Zwangsgutscheine bei abgesagten Reisen gehen in die falsche Richtung. Auch in der Krise dürfen Verbraucherrechte nicht aufgeweicht werden. Wie auch für Unternehmen braucht es für Verbraucher Vorschläge und konkrete Angebote, um finanziell über die Runden zu kommen können.“

 

Laut Umfrage sprechen sich 93 Prozent der Befragten für unbürokratische Hilfe für Verbraucher in finanziellen Notlagen aus.

 

Verbraucheraufruf – Verbraucher melden Probleme

 

Die Erkenntnisse der Umfrage decken sich auch mit Erfahrungen, die Verbraucher den Verbraucherzentralen und dem vzbv melden. Nach wie vor sind überteuerte Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel ein sehr großes Ärgernis. Teils erhalten Verbraucher die bestellte Ware gar nicht. Ebenso läuft aus ihrer Sicht die zeitnahe Zustellung von Gutscheinen und Stornierungen bei Reisen – wenn überhaupt - eher schwerfällig an.

 

Das geht aus einer ersten Durchsicht der Beschwerden aus dem Verbraucheraufruf der Verbraucherzentralen und des vzbv zu Problemen in der Corona-Krise hervor. An dem Aufruf können sich Verbraucherinnen und Verbraucher unter folgendem Link beteiligen: https://www.marktwaechter.de/corona

 

Verbraucherinnen und Verbraucher, die Hilfe in ihrem individuellen Fall benötigen, sollten die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen nutzen, Informationen unter http://www.verbraucherzentrale.de/beratung.

 

Zwei VR-Banken bieten kostenlose Gehaltskonten jetzt auch bundesweit an

 

Jede zweite Bank oder Sparkasse hat 2019 an der Gebührenschraube gedreht. Am stärksten verteuerten sich die Onlinekonten, so das Informationsportalbiallo.de. Ihr monatlicher Durchschnittspreis beträgt nun 3,63 statt 2,73 Euro. Wer auch den Filialservice in Anspruch nehmen will, zahlt dafür 4,39 Euro im Monat (2018: 4,19 Euro). Und Premiumkonten, bei denen Girocard, Buchungen und Bargeldabhebungen im Monatspreis enthalten sind, kosten jetzt 9,93 Euro (2018: 9,42 Euro).

 

Ab 1. Januar 2020 wird es bundesweit keine Sparkasse mehr mit einem kostenlosen Girokonto geben. Denn die letztverbliebene Sparkasse - die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach - stellt für ihr "direkt GIRO" dann monatlich 3,95 Euro in Rechnung. Dennoch gibt es auch im neuen Jahr noch rund 100 regionale und überregionale Banken, die Konten ohne monatliche Grundgebühr anbieten.

 

Dazu gehören auch zwei Volks- und Raiffeisenbanken, die ihre gebührenfreien Onlinekonten nun bundesweit anbieten. Bei der Raiffeisenbank Hochtaunus, die mit der Marke "Meine Bank" auf Kundenfang geht, sind sogar 52 Bargeldabhebungen weltweit mit der kostenlosen Mastercard enthalten. Und auch bei der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden gibt es weder eine Monatspauschale noch irgendwelche Kosten für Online-Buchungen oder die Girocard.

 

Zwei Bankengruppen haben 2019 ihre Kunden weitgehend von Preisanhebungen verschont: die Sparda- und PSD Banken. Fast alle halten weiterhin an gebührenfreien Konten fest - auch wenn dies mittlerweile überwiegend Konten sind, die man übers Internet oder Smartphone führt.

 

Tipp: Sicherheit für gebunkertes Bargeld

 

Aus Angst vor Strafzinsen bunkern immer mehr Sparer ihr Bargeld in einem privaten Tresor oder einem Bankschließfach. Doch das Infocenter der R+V Versicherung warnt: Im Schadenfall wird Geld nicht automatisch in voller Höhe erstattet. Verbraucher sollten deshalb unbedingt auf die richtige Absicherung achten.

 

Einbrecher kennen jedes Versteck

 

Laut Berechnungen der Deutschen Bundesbank hat jeder Deutsche durchschnittlich mehr als 70.000 Euro auf der hohen Kante. Wer solche Beträge jedoch bar mit nach Hause nimmt, geht ein hohes Risiko ein. Zwar deckt die Hausratversicherung auch den Diebstahl von Bargeld ab, allerdings nur bis zu etwa 2.000 Euro - abhängig vom Versicherungsvertrag. Dabei ist es auch unerheblich, ob das Geld offen auf dem Tisch liegt oder in der Kaffeedose versteckt ist. "Für Einbrecher ist Bargeld immer eine leichte Beute, und sie kennen die üblichen Verstecke wie Kaffeedose, Matratze oder Gefrierfach. Auch Geldkassetten oder Möbeltresore sind für sie kein Hindernis", sagt Rolf Dockhorn, Experte für Sachversicherungen bei der R+V Versicherung. "Sicherer liegen Scheine und Münzen in einem hochwertigen Safe, der fest verankert ist. Wer zusätzlich noch eine Einbruchmeldeanlage installiert, hat gute Chancen, dass die Versicherung die Entschädigungsgrenze deutlich erhöht." Wieviel bei einem Diebstahl genau erstattet wird, hängt davon ab, welche Bedingungen der Geschädigte mit der Versicherung vereinbart hat.

 

Spezielle Versicherung für Schließfächer

 

Wichtig zu wissen: Selbst in einem Bankschließfach können Sparer nicht unbedingt riesige Summen einlagern - sie sollten ihre Bank fragen, ob Bargeld mitversichert ist und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Auch in der Hausratversicherung ist der Inhalt des Bankschließfaches in der Regel bis zu einer gewissen Summe mit abgedeckt. Dockhorn empfiehlt Verbrauchern, die mehr Geld bunkern möchten, eine zusätzliche Absicherung: "Einige Versicherungen bieten spezielle Kundenschließfachversicherungen an, die Bargeld bis zur vereinbarten Höhe ersetzen. Sie tritt ein, wenn beispielsweise das Kreditinstitut überflutet wird oder Kriminelle die Schließfächer ausrauben."

 

Neu und trickreich: Bargeld-Gebühren mit Zeitsteuerung

 

Die Sparda-Banken sind die einzig verbliebene Bankengruppe, bei der die Kunden weiterhin kostenlos an ihr Geld kommen, berichtet biallo.de. Ganz gleich ob sie es am Schalter oder Automaten holen oder bei einer anderen Sparda-Bank.

 

Was früher überall kostenlos und üblich war, ist eindeutig auf dem Rückzug. Mehr als 800 Banken und Sparkassen vor Ort erheben mittlerweile Gebühren, wenn man an sein Geld will. Dies ist eines der Ergebnisse der jüngsten Marktuntersuchung des Verbraucherportals biallo.de, das fortlaufend die Konditionen von mehr als 1.300 Geldhäusern durchforstet.

 

Rund die Hälfte der Geldinstitute räumt dem Kunden pro Monat zwischen zwei und fünf kostenlose Abhebungen ein, bevor es ans Zahlen geht. Dann aber kräftig. So wie die VR-Bank Lausitz: Nach der fünften Abhebung bei einer anderen VR-Bank werden 4,50 Euro pro Buchungsposten fällig.

 

Gebühren fürs Geldabheben nehmen die meisten regionalen Banken und Sparkassen nur bei den günstigeren Filial- und Onlinekonten, nicht aber bei den Premiumkonten. Bei diesen Konten sind so gut wie alle Bankdienstleistungen zum Pauschalpreis zwischen 8,00 und 30,00 Euro enthalten. Aber auch nicht immer: Die Frankfurter Volksbank etwa nimmt 1,02 Euro pro Abhebung im VR-Bankennetz auch von den Kunden, die das teure Konto mit Pauschalabrechnung für 9,00 Euro im Monat haben.

 

Trickreich sind jene Banken, die ihre Gebühren neuerdings nach der Tageszeit ausrichten. Da nimmt die eine Bank die Bargeld-Gebühren immer außerhalb der Geschäftszeiten, also auch über Mittag, wenn ihre Türen geschlossen sind. Eine andere, die VR-Bank Passau, berechnet 0,35 Cent pro Abhebung von 17:00 bis 08:00 Uhr. Samstags und sonntags aber rund um Uhr, so biallo.de.

 

Basiskonto: Wer arm ist zahlt viel mehr

 

Wer arm ist und kein regelmäßiges Einkommen hat, zahlt für ein Girokonto meist viel mehr als Gehalts- und Rentenempfänger. Bei den teuersten Banken kostet die Kontoführung in der Filiale für den Modellkunden rund 250 Euro im Jahr. Das zeigt die aktuelle Untersuchung der Zeitschrift Finanztest über Jahrespreise für Basiskonten bei 124 Banken.

 

Alle Menschen, auch die ohne ein geregeltes Einkommen, haben per Gesetz Anspruch auf ein Konto. Sozialhilfeempfänger, Geflüchtete oder Wohnungslose haben nur Anspruch auf ein Basiskonto und zahlen dafür besonders viel, bei den teuersten Banken mehr als 200 Euro im Jahr. Teilweise sind die Basiskonten sogar noch teurer als bei der letzten Untersuchung von Finanztest vor zwei Jahren. Vor allem die Kosten für den monatlichen Grundpreis oder die Überweisung per Papier sind gestiegen.

 

Das teuerste Basiskonto im Test hat die Salzlandsparkasse, dicht gefolgt von der Targobank. Bei beiden Banken kostet das Basiskonto für den Modellkunden der Stiftung rund 250 Euro pro Jahr. Bei der Targobank sind das knapp 90 Euro mehr als in der Vorgängeruntersuchung. Für den Modellkunden sehr teuer sind auch die Sparkasse Holstein mit einem Jahrespreis von rund 235 Euro und die Hannoversche Volksbank mit 226 Euro.

 

Immerhin gibt es 47 Banken, bei denen zahlungsschwache Kunden weniger als 100 Euro pro Jahr zahlen. Zwei regionale Banken erheben sogar überhaupt keine Jahresgebühr: Die PSD Karlsruhe Neustadt und die Sparda Baden-Württemberg, so die Stiftung Warentest.

 

Urteil: SEPA-Überweisungen müssen kostenfrei sein

 

vzbv gewinnt Klage gegen Vodafone beim Landgericht München I

 

Für die Zahlung per SEPA-Überweisung dürfen Unternehmen kein Zusatzentgelt von ihren Kunden verlangen. Das gilt auch für Verträge, die noch vor Inkrafttreten eines neuen Gesetzes im Januar 2018 abgeschlossen wurden. Das entschied das Landgericht München I nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Vodafone Kabel Deutschland GmbH.

 

„Das Gericht hat klargestellt, dass Kundinnen und Kunden ihre Rechnungen ohne Zusatzkosten per Überweisung bezahlen können – egal, wann sie ihren Vertrag abgeschlossen haben”, sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim vzbv. „Eine andere Regelung im Kleingedruckten ist unzulässig.“

 

Zusatzentgelt von 2,50 Euro pro Überweisung

 

Vodafone hatte von Kunden mit älteren Verträgen, die nicht per Lastschrift zahlten, eine „Selbstzahlerpauschale“ von 2,50 Euro verlangt. Dies steht im Widerspruch zu einer Neuregelung im BGB, wonach Unternehmen für die Bezahlung mit SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschriften oder Kredit- und Girokarten kein Entgelt verlangen dürfen. Das neue Gesetz geht auf die zweite europäische Zahlungsdiensterichtlinie zurück und trat am 13.1.2018 in Kraft.

 

Bei Vodafone profitierten davon allerdings nur Neukunden. Kunden, die ihren Vertrag vor dem 13.01.2018 abgeschlossen hatten, sollten die Pauschale von 2,50 Euro für jede Überweisung weiterzahlen. Dagegen hatte der vzbv geklagt – und nun vom Landgericht München I Recht bekommen.

 

Verbot gilt auch für Altverträge

 

Das Gericht schloss sich der Auffassung des vzbv an, dass das Gebührenverbot für SEPA-Überweisungen für alle Zahlungsvorgänge ab dem 13.01.2018 gilt, auch wenn der Vertrag selbst noch vor dem Stichtag abgeschlossen wurde. Dies sei schließlich Zweck der EU-Richtlinie und erklärter Wille des deutschen Gesetzgebers. Ein effektiver Verbraucherschutz lasse sich nur sicherstellen, wenn das Gebührenverbot unterschiedslos für Alt- und Neuverträge angewendet werde, so das Gericht.

 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Urteil des LG München I vom 24.09.2019, Az. 33 O 6578/18 – nicht rechtskräftig

 

Strafzinsen auf Einlagen: Mehr als 130 Banken und Sparkassen kassieren Negativzinsen

 

Immer mehr Banken und Sparkassen reichen die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an Privat- oder Geschäftskunden weiter. Das zeigt eine Untersuchung von gut 1.200 Banken und Sparkassen durch das Verbraucherportal biallo.de. Aktuell verlangen 35 Geldhäuser ein sogenanntes Verwahrentgelt von vermögenden Privatkunden, zum Teil schon für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto.

 

14 der 35 Banken und Sparkassen haben ihr Verwahrentgelt bereits an den verschärften Einlagensatz der EZB in Höhe von minus 0,5 Prozent angepasst - darunter auch große Institute wie die Berliner Sparkasse, die Berliner Volksbank oder die Sparkasse Hannover. Dazu wurden die Freibeträge, die von den Strafzinsen ausgenommen sind, zum Teil deutlich gesenkt. Andere große Geldhäuser wie etwa die Hamburger oder Nassauische Sparkasse belassen ihr Verwahrentgelt vorerst bei minus 0,4 Prozent. Auch die Freibeträge liegen nach wie vor bei 500.000 Euro.

 

Bei Geschäftskunden und institutionellen Kunden zählt biallo.de mittlerweile 127 Institute, die hohe Einlagen mit Strafzinsen belegen. Da einige davon auch ein Verwahrentgelt von Privatkunden kassieren, beläuft sich die Zahl insgesamt auf 131 Banken und Sparkassen, die Negativzinsen in Rechnung stellen. Die Zahl könnte in den kommenden Wochen noch steigen. Denn viele Institute erwägen die Einführung von Strafzinsen, falls die EZB ihren Einlagenzins nochmals verschärft.

 

Horst Biallo, Gründer und Geschäftsführer von biallo.de, rechnet allerdings nicht mit einer flächendeckenden Einführung von Negativzinsen für Kleinsparer: "Die Gefahr, dass Kunden abwandern, wäre zu groß." Der Experte geht stattdessen davon aus, dass die Geldhäuser weiter die Gebühren rund ums Girokonto erhöhen. "Nach unseren aktuellen Untersuchungen hat fast jede dritte Bank in diesem Jahr an der Gebührenschraube gedreht", so Biallo.

 

Fast jede dritte Bank hat die Preise für Girokonten erhöht

 

Gut 400 von rund 1.300 Banken und Sparkassen haben die Preise für private Girokonten in diesem Jahr erhöht. Das waren 128 von knapp 400 Sparkassen und 264 von gut 900 Volks- und Raiffeisenbanken. Der Rest entfällt auf Sparda-, PSD-, Direktbanken sowie private Banken mit Filialen vor Ort. Dies ergibt eine aktuelle Auswertung des Verbraucherportals biallo.de.

 

Im Schnitt hoben die Geldhäuser die Monatspreise für Online-, Basis- und klassische Filialkonten um rund 30 Prozent an. Weniger stark, um rund 20 Prozent, stiegen die Monatspreise der Premiumkonten. Darunter versteht man Privatkonten zum monatlichen Pauschalpreis zwischen zehn und 30 Euro, mit dem alle Bankdienstleistungen rund um das Girokonto plus Giro- und Kreditkarte abgedeckt sind.

 

Über die monatliche Pauschale hinaus, erhöhten jedoch viele Banken die Preise für Girocards und Kreditkarten oder führten Gebühren ganz neu ein, die im vorigen Jahr noch kostenlos waren. Dies betrifft zum Beispiel die Bargeldein- und auszahlungen.

 

"Wir rechnen mit weiteren kräftigen Preisanpassungen in den nächsten Wochen und Monaten", sagt Horst Biallo, Gründer und Inhaber des Verbraucherportals biallo.de. "Damit versuchen die Geldhäuser zurückgehende Erträge aufgrund der niedrigen Zinsen auszugleichen."

 

Dennoch gibt es weiterhin bundesweit 40 kostenlose Girokonten, bei denen Girocard und Überweisungen nichts kosten und auch keine monatliche Grundgebühr in Rechnung gestellt wird, ohne dafür eine Bedingung zu stellen. Zudem verzichten 79 Banken und Sparkassen auf die monatliche Kontoführungsgebühr, wenn ein monatlicher Geldeingang von 800 Euro und mehr eingeht. Oder sie lassen sich wenigstens die Girocard mit einem Jahresbetrag von maximal zwölf Euro bezahlen.

 

Scheck einlösen: So geht’s

 

Zugegeben, in Zeiten, in denen man seine Bankgeschäfte mit dem Smartphone erledigen und im Geschäft kontaktlos bezahlen kann, wirkt ein Scheck ziemlich altmodisch. Doch ab und zu landet auch heute noch ein solches Relikt der Vergangenheit im Briefkasten. Zum Beispiel von der Krankenkasse oder einer Versicherung, die einen Bonus für ihre Mitglieder auszahlt. Viele Bankkunden sind ratlos – wie kommen sie an das Geld? „Wer einen Verrechnungsscheck einlösen will, muss in der Regel zunächst ein spezielles Formular seiner Hausbank ausfüllen. Darin werden Schecknummer, IBAN des Ausstellers sowie der Auszahlungsbetrag eingetragen. Dieses Formular reicht man zusammen mit dem Scheck bei seiner Bank per Post oder in einer Filiale ein“, erklärt Heiko Thunig von der Postbank. Für die Bearbeitung wird meist ein Entgelt fällig. Allzu viel Zeit sollte man sich mit dem Einreichen nicht lassen: Im Inland ausgestellte Schecks müssen innerhalb von acht Tagen, im europäischen Ausland ausgestellte innerhalb von 20 Tagen und im außereuropäischen Ausland ausgestellte innerhalb von 70 Tagen ab dem Ausstellungstag eingelöst werden. Nach Ablauf dieser Fristen kann die Bank die Einlösung verweigern.

 

Studie: Ein Drittel der Bundesbürger bezahlt inzwischen mobil

 

Mobile Payment setzt sich immer stärker durch. Die Zahl der Nutzer in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr kräftig gestiegen. 33 Prozent zahlen mittlerweile kontaktlos per Bank- oder Kreditkarte sowie mittels Smartphone oder -watch. Im vergangenen Jahr war es erst jeder Fünfte. Der Anteil derjenigen, die mobile Bezahlsysteme ablehnen, ist von 61 Prozent im vergangenen Jahr auf 47 Prozent geschrumpft. Dies sind unter anderem Ergebnisse der repräsentativen Postbank-Studie "Die digitalen Deutschen 2019", für die 3.126 Bundesbürger befragt wurden.

 

Wer an Deutschlands Kassen und Automaten noch nicht mobil bezahlt, tut dies hauptsächlich aufgrund von Sicherheitsbedenken. 52 Prozent der Verweigerer fürchten, dass ihnen die Karte oder das mobile Gerät, mit dem sie Mobile Payment nutzen, gestohlen werden könnte. Mangelnde Kenntnis der verschiedenen Anwendungen ist für 23 Prozent der Nicht-Nutzer Grund für die eigene Zurückhaltung. 20 Prozent sind auch der Ansicht, dass der Handel noch nicht flächendeckend auf mobile Bezahlsysteme ausgerichtet ist.

 

Platzhirsch beim kontaktlosen Bezahlen per Smartphone oder -watch ist PayPal. 51 Prozent der Deutschen, die diese Möglichkeiten nutzen, setzen auf die Lösung des Unternehmens aus dem kalifornischen San José. Mit deutlichem Abstand folgen Google Pay mit 13, Payback Pay mit 12 und Apple Pay mit 11 Prozent.

 

Deutsche halten Bargeld weiter die Treue

 

Auch wenn immer mehr Bundesbürger von den Vorzügen mobiler Bezahlmöglichkeiten überzeugt sind, wollen sie nicht komplett aufs Bargeld verzichten. Nur 26 Prozent der Deutschen würden es begrüßen, wenn es gar keine Münzen und Scheine mehr gäbe. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr allerdings um sieben Prozent gestiegen. Vor allem die Digital Natives zeigen sich offen für ein Leben ohne Papiergeld. In der Altersgruppe 18 bis 39 Jahre sprechen sich 43 Prozent für die Abschaffung von Bargeld aus.

 

"Mobiles Bezahlen ist nicht mehr aufzuhalten. Getrieben vor allem durch jüngere Altersgruppen, setzen sich kontaktlose Bezahlmethoden immer stärker durch", sagt Thomas Brosch, Chief Digital Officer der Postbank. "Dass das Tempo hierzulande dennoch vergleichsweise langsam ist, liegt an der Verunsicherung der Bundesbürger durch die hohe Anzahl verschiedener Bezahlsysteme und Anbieter sowie dem ausgeprägten Sicherheitsbewusstsein", so Brosch weiter. "Gerade ältere Bankkunden setzen daher gern auf mobile Bezahlfunktionen ihrer vertrauten Hausbank."

 

Kreditkarte aus dem Ausland sperren

 

Ob gestohlen oder verloren: Wer im Urlaub auf einmal seine Kreditkarte vermisst, ist erstmal geschockt. Aber keine Panik: Betroffene lassen sie am besten umgehend sperren.

 

Bei vielen Karten ist das über die Telefonnummer des zentralen Sperr-Notrufs +49 116 116 möglich. Funktioniert diese Nummer von einem ausländischen Netz aus nicht, ist der Notruf auch unter +49 30 4050 4050 erreichbar. Allerdings nehmen nicht alle Anbieter an diesem zentralen Sperr-Notruf teil.

 

Eine Übersicht aller Teilnehmer finden Reisende auf dessen Website. Kunden anderer Anbieter können die Sperrnummer auf der Website der jeweiligen Bank nachlesen oder in einer Filiale erfragen. Am besten ist es, dies bereits vor der Abreise zu erledigen, um im Notfall schnell die richtige Nummer parat zu haben. Es empfiehlt sich auch, die 16-stellige Kartennummer aufzuschreiben, denn sie ist für die Sperrung notwendig. Mithilfe persönlicher Angaben ist das aber auch möglich. Dazu gehören beispielsweise der Name auf der Karte oder die Adresse. Wer eine Reisegepäck-Versicherung bei der ERGO Reiseversicherung hat, kann sich bei der Sperrung der Karten helfen lassen. Taucht eine gesperrte Karte überraschend wieder auf, können sie ihre Besitzer meist wieder entsperren lassen. Dafür einfach nach dem Urlaub mit der Bank in Verbindung setzen.

 

Tipps fürs Geldabheben im Ausland

 

Urlauber sollten im Ausland bevorzugt Geldautomaten innerhalb von Bankgebäuden während der Öffnungszeiten nutzen, damit sie gegebenenfalls einen Ansprechpartner haben. Automaten, die im Freien stehen, bieten oftmals keinen ausreichenden Sichtschutz und sind anfälliger für Manipulationen, so die Experten von kartensicherheit.de. Vorsicht ist geboten, wenn der Geldautomat anbietet, die Landeswährung zu "garantiertem Wechselkurs" in Euro um- und abzurechnen. Wenn Urlauber dies ablehnen, wird häufig nochmals nachgefragt. Dadurch sollte man sich jedoch nicht verunsichern lassen. Die Wahl der Landeswährung ist immer günstiger. Denn bei der Sofortumrechnung zahlen Karteninhaber in den meisten Fällen drauf, da zusätzliche Gebühren berechnet werden.

 

Weitere nützliche Tipps rund um die Bargeldversorgung im Urlaub:

 

   - Auf keinen Fall die Geheimzahl (PIN) am Türöffner eingeben.

   - Und natürlich gilt auch im Ausland: PIN-Eingabe verdecken.

   - Eine Sprache wählen, die man versteht, um ungewollte Transaktionen wie z.B. Spenden zu vermeiden.

   - Auf einen angemessenen Sicherheitsabstand zu anderen Kunden achten und nicht ablenken lassen.

   - Wenn etwas merkwürdig erscheint, den Vorgang besser abbrechen.

   - Im Falle eines Diebstahls oder Verlusts, muss die girocard sofort unter +49 116 116* gesperrt werden. Das gilt auch, wenn die Karte nicht mehr aus dem Geldautomaten entnommen werden kann.

* Sperr-Notruf 116 116 aus Deutschland gebührenfrei. Sollte der Sperr-Notruf in seltenen Fällen aus dem Ausland nicht geroutet werden können, gibt es alternativ die Rufnummer +49 (0) 30 4050 4050; Gebühren für Anrufe aus dem Ausland abhängig vom ausländischen Anbieter/Netzbetreiber

 

Geldabheben im Ausland: Teure Euro-Falle

 

Wenn Reisende Bares in ausländischer Währung abheben wollen, können sie bis zu 13,7 Prozent mehr zahlen. Diese Mehrkosten werden fällig, wenn sie am Automaten das Angebot annehmen, den Betrag gleich in die Heimatwährung umzurechnen. Dieser Wechselkurs ist für den Touristen meist viel schlechter als der Kurs, mit dem die Heimatbank abrechnet. Diese teure Falle lauert auch für das Bezahlen im Geschäft. Auf diese und weitere Euro-Fallen weist die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juni-Ausgabe hin und gibt Tipps, wie man sie für 23 Länder mit fremder Währung meiden sollte.

 

Finanztest rät, die Sofortabrechnung in Euro abzulehnen und die Abrechnung in Landeswährung zu wählen. In sechs Ländern – Island, Polen, Serbien, Tschechien, Ungarn und der Türkei – werden Touristen aber manchmal in jedem Fall zur Kasse gebeten. Denn bei einigen Anbietern gibt es keine günstige Lösung: Entweder wird eine Geldautomatengebühr fällig oder es gibt einen schlechten Wechselkurs, der teilweise noch mit einer Gebühr kombiniert wird.

 

Vor allem außerhalb Europas berechnen viele Geldautomatenbetreiber eher Gebühren für das Abheben von Geld. Hier sollte man sich einen Automaten suchen, der eine geringe Gebühr erhebt, oder ganz darauf verzichtet.

 

Für den Karteneinsatz verlangen oft auch die Kartenherausgeber teilweise sehr hohe Gebühren: Fürs Bargeldabheben und fürs Umrechnen der Fremdwährung. Wer viel reist, sollte eine Karte nutzen, deren Einsatz keine oder nur geringe Gebühren kostet. Ein Vergleich von Konditionen von Gratis-Girokonten inklusive Girocard und Kreditkarte hat gezeigt: Nur mit der DKB-Kreditkarte sind Geldabheben und Bezahlen im Ausland kostenfrei.

 

So bekommen Sie Bargeld an der Ladenkasse

 

Bankenverband: Rund 19.000 Läden und Tankstellen bieten Abhebung bereits an

Bargeld beim Händler abzuheben ist grundsätzlich kostenlos

Service in der Regel ab Warenumsatz von 20 Euro möglich – teilweise schon ab 10 Euro

 

Ebbe im Portemonnaie? Auf der Suche nach Bargeld ist der Geldautomat noch immer die meist genutzte Anlaufstelle der Deutschen. Das sogenannte „Cashback“, also die Möglichkeit, beim Einkauf an der Supermarktkasse Geld vom Konto abzuheben, gewinnt zunehmend an Popularität. Die Vorteile für Kunden und Handel sind offenkundig: Cashback ist grundsätzlich kostenlos, der Kunde spart sich neben dem Einkauf den Besuch bei einem Geldautomaten und der Handel kann seine Bargeldbestände schmälern.

 

Wie funktioniert Cashback?

 

Das Abheben an der Supermarktkasse ist in Verbindung mit dem Bezahlvorgang beim Einkauf denkbar einfach: Der Kunde steckt seine girocard in das Bezahlterminal oder führt seine kontaktlose girocard nah an das Terminal heran, tippt seine Geheimzahl (PIN) ein. Der Kunde nennt dann dem Händler die Höhe des gewünschten Bargeldbetrages und bekommt schließlich die Scheine von der Kassiererin oder dem Kassierer ausgehändigt. In der Regel können so bis zu maximal 200 Euro mit der girocard abgehoben werden.

 

Wo kann ich Bargeld im Supermarkt abheben?

 

Oftmals wissen Kunden allerdings gar nicht, dass sie neben ihren Einkäufen auch Cash mitnehmen können. Zwar werden sie an der Kasse häufig nach Treuesammelpunkten und Payback-Karten gefragt, aber eher selten danach, ob sie eine Bargeldauszahlung wünschen. Während in der Regel ein Mindestwarenumsatz von 20 Euro Voraussetzung für die zusätzliche Bargeldauszahlung ist, bieten einige große Handelsketten inzwischen diesen Dienst bereits ab 10 Euro Warenumsatz an. Dies ist zum Beispiel bei Rewe, Aldi sowie bei der Drogeriekette dm der Fall. Bei Netto kann sogar bereits ab einem Einkauf in Höhe von 5 Euro Bargeld abgehoben werden.

 

Kleiner Tipp vom Bankenverband: An Shell-Tankstellen gibt es Geldscheine auch dann, wenn Sie weder den Tank gefüllt noch sonst irgendetwas gekauft haben. Dieser Service der Bargeldauszahlung mit der girocard ist für Kunden der Cash Group-Institute kostenlos. Kunden anderer Institute zahlen bei Shell für Abhebungen.

 

Bankenverband warnt vor iTAN-Phishing

 

Betrüger versuchen per E-Mail Daten abzugreifen

 

Drei Tipps wie Kunden sich vor Betrug schützen können

 

Wer derzeit sein iTAN-Verfahren fürs Online-Banking auf ein neueres TAN-Verfahren umstellen will, sollte aufmerksam sein: Betrüger versuchen die Abschaffung der papierhaften TAN-Liste für ihre Zwecke zu nutzen. Bis zum 14. September 2019 müssen Bankkunden auf ein moderneres TAN-Verfahren mit einer Zwei-Faktoren-Authentifizierung umsteigen.

 

Betrüger nutzen dies aus und nehmen – wie die eigene Bank auch - per Mail Kontakt mit den Kunden auf. Die E-Mail enthält dann einen Link zu einer gefälschten Webseite, die dem Online-Banking-Auftritt der eigenen Bank täuschend ähnlich sein kann. Folgt der Kunde dem Link und loggt sich ein, fischt der Betrüger zunächst seine Zugangsdaten ab. In einer weiteren E-Mail oder im Online-Banking über die gefälschte Webseite wird der Kunde nunmehr zur Eingabe der iTAN aufgefordert, mit der er die vermeintlich neue TAN-App freischalten soll. Auch diese fischt der Betrüger ab und nutzt sie dann, um sich Zugang zur echten TAN-App zu verschaffen, die er auf einem eigenen Gerät installiert hat. Jetzt kann er unbemerkt Überweisungen im Namen des Kunden tätigen.

 

Der gesamte Vorgang des Abfischens von Zugangsdaten und iTAN dauert unter Umständen nicht länger als ein paar Minuten. Auch die gefälschten E-Mails weisen mittlerweile einen hohen Grad an Perfektion auf. In der Vergangenheit konnten solche Nachrichten oft schon an der mangelhaften Rechtschreibung erkannt werden. Dies ist inzwischen häufig nicht mehr der Fall. Zudem personalisieren die Kriminellen die E-Mails immer öfter, Bankkunden werden also mit ihrem richtigen Namen angesprochen. Das macht es schwieriger, den Betrugsversuch bereits auf den ersten Blick zu entlarven.

 

Mit diesen drei Tipps können Kunden jedoch das Risiko minimieren, Opfer dieser kriminellen Machenschaften zu werden:

 

Tipp 1: Wer nimmt Kontakt auf? Handelt es sich dabei tatsächlich um die eigene Bank? Hinweise, ob es sich um eine gefälschte E-Mail handelt, finden sich zum Beispiel im Absender der E-Mail.

 

Tipp 2: Geben Sie die Online-Banking-Adresse der eigenen Bank selbst in die Leiste des Browsers ein. Auf keinen Fall sollte der in der E-Mail verwendete Link angeklickt werden! Ob es sich beim Einloggen wirklich um die verschlüsselte Seite Ihrer Bank handelt, erkennen Sie auch daran, dass in der Browserleiste ein Schloss-Symbol erscheint und die Adresse mit „https…“ beginnt.

 

Tipp 3: Prüfen Sie die E-Mail auf sonstige Auffälligkeiten, wie beispielsweise Rechtschreibfehler! Im Zweifel sollten Kunden ihre Bank anrufen, um nachzufragen.

 

Verdächtige E-Mails sollten immer der eigenen Bank gemeldet werden, damit diese dagegen vorgehen und auch andere Bankkunden davor schützen kann, Opfer von Kriminellen zu werden.

 

Sicherer Umgang mit der PIN

 

Die meisten Verbraucher haben mehrere Geheimzahlen, Passwörter und andere persönliche Zugangsdaten. Den Überblick im Passwort-Dschungel zu behalten, ist nicht immer leicht. Da kann es schon mal vorkommen, dass einem beim Bezahlen oder am Geldautomaten die vier Ziffern der PIN für die girocard nicht einfallen. Was tun, damit das nicht passiert?

 

Die PIN auf einem Zettel im Geldbeutel oder gar auf der Karte selbst zu notieren, wäre grob fahrlässig. Banken oder Sparkassen könnten dann die Haftung im Fall missbräuchlicher Verfügungen unter Nutzung von Karte und PIN verweigern. Beherzigen Sie also lieber die Tipps von EURO Kartensysteme für Ihre PIN-Sicherheit:

 

- Lernen Sie Ihre Geheimzahl auswendig. Dazu eignen sich bildhafte Geschichten, die Ihnen gut im Gedächtnis bleiben. Für die Geheimzahl 1311 etwa: Ein (1) Aschenbrödel entdeckt drei (3) Haselnüsse, tanzt auf einem (1) Ball und findet einen (1) Prinzen.

- Verraten Sie Ihre PIN keinem Dritten - auch nicht Familienangehörigen oder anderen Personen Ihres Vertrauens.

- Achten Sie darauf, dass Ihnen niemand bei der PIN-Eingabe zuschaut. Verdecken Sie die Tastatur am Geldautomaten oder an der elektronischen Kasse am besten mit der freien Hand.

- Lassen Sie sich bei der PIN-Eingabe nicht von Fremden ablenken.

 

Geld als Weihnachtsgeschenk? Ja, bitte!

 

Geldscheine unterm Weihnachtsbaum? Hier scheiden sich die Geister. Die einen halten Geldgeschenke für unpersönlich und einfallslos, andere dagegen für besonders nützlich und praktisch. Eine Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank ergibt, dass 57 Prozent der Bundesbürger zu feierlichen Anlässen gerne Geld verschenken, 42 Prozent lehnen dies ab. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Im Norden der Republik ist man Geldgeschenken gegenüber aufgeschlossener als im Süden. Während 69 Prozent der Befragten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen ihre Liebsten gerne mit Geld beglücken, verschenken nur 49 Prozent der Befragten aus Bayern und 51 Prozent aus Baden-Württemberg mit Vorliebe Geld. Interessant – da Süddeutschland, was Indikatoren wie Einkommen, Arbeitslosigkeit und Verschuldung angeht, als die reichere Region Deutschlands gilt.

 

Beliebtes Bargeld

 

Laut Postbank Umfrage finden nur 31 Prozent der Deutschen ein Geldgeschenk zu Weihnachten unpassend, für 66 Prozent ist es akzeptabel. Vor allem die jungen Befragten freuen sich über Bargeld – nur knapp 21 Prozent von ihnen meinen, ein Kuvert unter dem Weihnachtsbaum sei deplatziert, 78 Prozent halten gerne die Hand auf. Iris Laduch-Reichelt von der Postbank erläutert: „Genauso gerne wie wir hierzulande mit Münzen und Scheinen bezahlen, verschenken wir Geld – in der Regel natürlich in bar.“ Die Beliebtheit von Geldgeschenken sei auch ein Grund dafür, dass in einigen Haushalten viel Bargeld verwahrt werde. Laut Postbank Umfrage aus dem vergangenen Jahr haben 17 Prozent der Befragten Summen von 300 bis 1.000 Euro zu Hause, sieben Prozent sogar mehr als 1.000 Euro – davon knapp zwei Prozent stolze 10.000 Euro und mehr. „Die anhaltend niedrigen Anlagezinsen schaffen derzeit wenig Anreiz, die Geldgeschenke auf das Bankkonto einzuzahlen. Und vor dem Kauf von Wertpapieren schrecken noch immer die meisten Sparer zurück“, meint Iris Laduch-Reichelt.

 

Verlustbescheinigung noch bis 15.12. beantragen!

 

Verluste und Gewinne werden zwischen verschiedenen Banken leider nicht automatisch verrechnet. Eine Verlustbescheinigung löst das Problem.

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und steuerlich gesehen sind noch einige Erledigungen sinnvoll. Darunter fällt beispielsweise das Einholen einer Verlustbescheinigung. Wurde bei einer Bank ein Verlust aus der Veräußerung von Aktien festgestellt und gleichzeitig bei einer anderen Bank ein Gewinn aus dem Verkauf von Aktien über dem Sparerpauschbetrag erzielt, so kann der Verlust mit dem Gewinn bei der Einkommensteuererklärung verrechnet werden. Voraussetzung dafür ist die Verlustbescheinigung. Diese wird jedoch nur bis zum 15. Dezember erstellt.

 

Innerhalb eines Bankinstituts werden Verluste aus Kapitalanlagen oder Aktienverkäufen mit den entsprechenden Zins- oder Veräußerungsgewinnen aus Aktien verrechnet, so dass nicht zu viel Abgeltungssteuer abgeführt wird. Doch eine Verrechnung zwischen verschiedenen Banken erfolgt nicht. Die zu viel entrichtete Abgeltungssteuer kann nur im Rahmen der Steuererklärung mit der Anlage KAP zurückgeholt werden.

 

Verlustbescheinigung für Steuererklärung

 

Leider stellen Banken nicht automatisch für Depots und Kapitalanlagen Verlustbescheinigungen aus und senden sie ihren Kunden zu. Darum muss sich jeder Anleger selbst kümmern, falls er bei mehreren Banken Geldanlagen oder Depots führt. Das gilt übrigens auch für Ehepaare, die bei verschiedenen Banken Geldanlagen unterhalten und gemeinsam veranlagt werden. Die gesetzliche Frist für die Verlustbescheinigung läuft am 15. Dezember eines jeden Jahres ab. Danach wird die Verlustbescheinigung nicht mehr rückwirkend ausgestellt und die Verrechnung ist für das laufende Jahr verwirkt.

 

Übrigens können Verluste aus der Veräußerung von Aktien nur mit Gewinnen ebenfalls aus der Veräußerung von Aktien verrechnet werden und nicht mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen, wie Zinsen oder Dividenden. Die anderen Kapitalanlagen können miteinander verrechnet werden. Deshalb werden Verluste auf der Bescheinigung getrennt ausgewiesen, also ein Verlust für Aktienverkäufe und ein weiterer für Kapitalanlagen.

 

Verlustvortrag durch Finanzamt

 

Ist der Verlust höher als die Kapitalerträge, nimmt das Finanzamt eine gesonderte Verlustfeststellung über den verbleibenden Verlust vor. Dieser Restverlust kann im Folgejahr immer noch verrechnet werden, sofern dann wieder Gewinne erzielt und in der Steuererklärung angegeben werden. Daher lohnt es sich, eine Verlustbescheinigung einzuholen, wenn der Sparerfreibetrag bei sich selbst oder dem Ehepartner ausgeschöpft wurde und bei einem anderen Institut ein Verlust verzeichnet wurde.

 

500-Euro-Schein wird nicht mehr ausgegeben

 

Die Europäische Zentralbank hat kürzlich die neuen 100- und 200-Euro-Scheine vorgestellt. Der 500-Euro-Schein steht aber vor dem Aus. Das erklärte Ziel ist es, kriminelle Machenschaften wie Geldwäsche einzudämmen. Bereits seit 2014 wird die größte Euro-Banknote nicht mehr produziert. Viele Einzelhändler nehmen den 500-Euro-Schein schon heute nicht mehr an – auch aus Angst vor Fälschungen, so der Bankenverband.

 

Für den Verbraucher heißt das natürlich nicht, dass Banknoten, die im Umlauf sind, ihren Wert oder ihre Gültigkeit verlieren. Sie bleiben als gesetzliches Zahlungsmittel erhalten und können weiterhin zum Bezahlen im Geschäft benutzt werden. Außerdem können sie unbefristet bei den Filialen der Deutschen Bundesbank umgetauscht werden. Natürlich können Bankkunden auch bei ihrer Hausbank große gegen kleinere Geldnoten eintauschen: Einfach den Betrag am Automaten einzahlen und bei der Auszahlung die gewünschte Stückelung wählen.

 

Die Bundesbürger haben übrigens nach wie vor eine besondere Beziehung zum Bargeld. Zwar gibt es immer mehr Möglichkeiten, bargeldlos zu zahlen, aber nach einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbandes würden nur acht Prozent der Bundesbürger die Abschaffung des Bargeldes befürworten.

 

Stichprobe zu Bankschließfächern: Teurer Schutz mit Risiko-Haken

Wer wichtige Dokumente oder wertvolle Goldmünzen sicher aufbewahren will, denkt oftmals an ein Bankschließfach. Doch eine Stichprobe der Verbraucherzentralen NRW bei acht Filialbanken zeigt: Kunden müssen beim Mieten eines Schließfachs nicht nur mit happigen Kosten rechnen, sondern auch mit Risiken.

 

Was kostet ein Bankschließfach, und was bietet es an Schutz? Das wollte die Verbraucherzentrale NRW von acht Anbietern wissen: Deutscher Bank, Commerzbank, Hypovereinsbank sowie den regionalen Geldinstituten Sparkasse Essen, Stadtsparkasse Düsseldorf, Dortmunder Volksbank, Volksbank Münster und Volksbank Krefeld.

 

Basis für den Vergleich bildete ein Schließfach mit einer für DIN A 4 ausreichenden Grundfläche und zehn Zentimetern Höhe. Die günstigste Jahresmiete bot die Volksbank Münster mit 47 Euro, fast doppelt so viel verlangte die Commerzbank mit 89 Euro pro Jahr. Das Gros bewegte sich im Bereich von 60 Euro.

Wichtig zu wissen: Auch ein Schließfach bietet keine absolute Sicherheit. Daher braucht es eine Versicherung, die den kompletten Wert des eingelagerten Inhalts vor Feuer oder Raub absichern sollte. Mitunter greift hier die eigene Hausratversicherung. Überprüfen lässt sich das etwa in den Bedingungen unter dem Punkt „Außenversicherung“. Allerdings leistet die Hausratversicherung nur, wenn keine andere Assekuranz den Schaden übernimmt. Und bei den meisten Geldinstituten ist eine Versicherung im Mietpreis enthalten. Den höchsten Schutz gab es bei der Sparkasse Essen. Im jährlichen Mietpreis von 49,95 Euro waren bis zu 30.700 Euro abgedeckt.

 

Mager sah es dagegen bei den Genossenschaftsbanken aus: Bei der Volksbank Krefeld waren standardmäßig 5000 Euro versichert, bei der Dortmunder Volksbank 2500 Euro und bei der Volksbank Münster gerade mal 1500 Euro. Schon eine einzelne Goldmünze übersteigt oft locker diese Wert-Grenze.

Obacht ist bei der Stadtsparkasse Düsseldorf und der Deutschen Bank geboten. Dort fehlte eine Versicherung im Mietpreis. Wer seine Pretiosen versichern wollte, brauchte eine passende Hausrat-Police oder musste extra dafür berappen. Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf kostete das rund 54 Euro (40.000 Euro Versicherungsschutz), so dass zusammen mit der Schließfachmiete übers Jahr happige 124 Euro anfielen.

 

Was viele nicht bedenken: Wer ein Schließfach mietet, haftet bei Verlust für die Schlüssel. Kurios gelöst war das bei der Stadtsparkasse Düsseldorf. Der Ersatzschlüssel für ein Fach in der mechanischen Schließanlage kostete 53,48 Euro, während in der elektronischen Anlage 198,73 Euro fällig waren. Den Spitzenpreis im Check rief die Volksbank Münster auf: 350 Euro.

 

Für Schussel, die gleich beide Schlüssel nicht finden können, muss der Schlosser anrücken. Aufbohren und austauschen: Das machte bei der Sparkasse Essen 350 Euro. Andere Konkurrenten lagen ähnlich.

 

Die Volksbank Krefeld machte den Preis davon abhängig, ob ein eigener Mitarbeiter das Schloss auswechseln kann oder ob eine Fremdfirma beauftragt werden muss. Während sie den Einsatz des eigenen Mitarbeiters mit 297,50 Euro kalkulierte, waren es bei der Fremdfirma saftige 773,50 Euro.

Pragmatisch, aber unkonkret blieben Deutsche Bank und Commerzbank. Beide gedachten, lediglich die Rechnung vom beauftragten Schlosser an die Kundschaft weiterzureichen.

 

Damit nicht genug der Widrigkeiten: Denn bei weitem nicht jedem Interessenten gewährten die Geldhäuser Zutritt. Mit Ausnahme der Volksbank Krefeld vermieteten alle Institute im Test ihre Schließfächer nur an Kunden, die bei ihnen auch ein Konto führen.

 

Und selbst die schaffen es nicht immer bis zum Schließfach-Mieter. Denn erst mal muss überhaupt eines frei sein. So meldete etwa die Volksbank Dortmund eine „annähernde Vollauslastung“; in etlichen Filialen würden Wartelisten geführt. Auch andere Geldhäuser wussten von Engpässen „in einzelnen Filialen“.

Besser aus sah es immerhin bei der Sparkasse Essen. Kunden durften hier unter 3.900 freien Schließfächern auswählen. 

 

Wenn der Geldautomat die Karte schluckt – was tun?

Bei Unregelmäßigkeiten am Automaten sofort die Bank kontaktieren

Im Falle eines Kartenverlusts: Karte sofort sperren lassen

Kontoauszüge regelmäßig überprüfen

 

In Deutschland gibt es mehr als 58.000 Geldautomaten zum Geldabheben. Im Schnitt nutzt ein Erwachsener  alle 12 Tage einen Geldautomaten, um sich mit Bargeld zu versorgen. In der Regel läuft es reibungslos, aber wenn etwas außer der Reihe passiert, ist man schnell verunsichert. Was ist zu tun, wenn die Karte plötzlich geschluckt wird?

 

Geldautomat

 

Eine Karte wird zumeist dann eingezogen, wenn sie gesperrt ist. In den meisten Fällen hat der Kunde sie selbst sperren lassen, weil sie verloren oder verlegt wurde. Eine Sperre kann auch dann erfolgen, wenn die PIN mehrfach nacheinander falsch eingegeben wurde. Es kann auch sein, dass die Karte abgelaufen ist, weil bereits eine neue Karte ausgegeben wurde. Generell gilt: Wenn die Karte eingezogen wird, sollte man sofort seine Bank kontaktieren.

 

Sich nicht ablenken lassen – auch das ist am Geldautomat grundsätzlich wichtig. Denn nach einigen Sekunden schließt der Geldausgabeschacht wieder, selbst wenn man die Scheine nicht entnommen hat. Das Gleiche gilt für das rechtzeitige Entnehmen der Karte, sonst wird diese aus Sicherheitsgründen eingezogen. Für diese Fälle gilt: Ist die Filiale des entsprechenden Kreditinstituts gerade geöffnet, kann man sich direkt am Schalter melden. Ansonsten sollte man mit der eigenen Bank Kontakt aufnehmen.

 

Wichtig auch: Regelmäßig die Kontoauszüge sowie Kreditkartenabrechnungen kontrollieren. Unklare Umsätze sollten Kunden der kartenausgebenden Bank unverzüglich mitteilen und diese mit ihr klären, empfiehlt der Bundesverband deutscher Banken.

 

Welches Konto ist das richtige für Paare?

Beim Geld hört die Freundschaft auf, lautet ein oft zitiertes Sprichwort. Umso wichtiger ist es deshalb für Paare, sich Gedanken rund ums Thema Finanzen zu machen. Und ganz gleich, ob es sich nur um einen gemeinsamen Haushalt oder eine Ehe handelt - ein wichtiger Punkt dabei ist das Konto. Welches Kontomodell ist also das richtige für Paare?

 

Braut und Bräutigam

 

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten: Wenn beide Partner bereits über ein Konto verfügen, auf das zum Beispiel Gehalt einfließt und laufende Ausgaben abgebucht werden (Miete, Strom, Mobilfunk, Vereinsbeiträge etc.), kann es sinnvoll sein, beide Konten weiterzuführen. Wer welche Kosten einer gemeinsamen Haushaltsführung übernimmt, kann abgesprochen und aufgeteilt werden. Allerdings fallen dann möglicherweise Kosten für die Kontoführung auch doppelt an. Achtung: Auch ein Ehepartner kann im Notfall nicht einfach über das Konto des anderen verfügen – auch nicht bei Krankheit oder einem schweren Unfall. Für diesen Fall muss eine Kontovollmacht erteilt werden. Entsprechende Formulare gibt es bei der Bank.

 

Viele Paare entscheiden sich für ein gemeinsames Konto in Form eines so genannten „Oder-Kontos“. Hier kann jeder Kontoinhaber grundsätzlich ohne Mitwirkung des anderen über das Konto und Depot verfügen. Zu beachten ist: Die Kontoinhaber eines Gemeinschaftskontos haften gesamtschuldnerisch. Wenn etwa ein Kontoinhaber das gemeinsame Konto überzieht, kann die Bank von jedem einzelnen Kontoinhaber die Rückzahlung in voller Höhe verlangen.

 

Man sollte sich deshalb gut überlegen, ob das Vertrauen groß genug ist, um ein gemeinsames Konto zu führen, empfiehlt der Bankenverband. Es gibt zwar auch eine Notbremse: Jeder Kontoinhaber kann jederzeit die Einzelverfügungsbefugnis des anderen für die Zukunft widerrufen. Ab dann kann nur gemeinsam über das Konto verfügt werden. Im Zweifel kann dies aber auch schon zu spät sein.

 

Viele Paare - unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht - behalten ihre eigenen Girokonten und eröffnen dazu noch ein Gemeinschaftskonto, auf das beispielsweise jeder monatlich einen bestimmten Betrag überweist. Das bietet sich an, wenn man einen gemeinsamen Haushalt führt, so der Bankenverband. 

 

Wie kann ich eine Lastschrift rückgängig machen?

Bei ungeklärten Konto-Abbuchungen schnell Bank kontaktieren

Lastschriftrückgabe ohne Angabe von Gründen innerhalb von acht Wochen möglich

Kontoauszüge regelmäßig überprüfen

 

Jede zweite bargeldlose Zahlung in Deutschland ist eine Lastschrift. Im Schnitt sind es mehr als 300 Lastschriften pro Sekunde, die ausgeführt werden. Lastschriften sind besonders beliebt für regelmäßige Zahlungen - Miete, Strom oder der Beitrag fürs Fitnessstudio: viele regelmäßige Rechnungsbeträge werden vom Gläubiger (z.B. dem Vermieter) vom Konto abgebucht, wenn der Kunde dem Gläubiger hierfür vorab seine Einwilligung mit einem „SEPA-Lastschriftmandat“ gegeben hat. 

 

Was aber ist zu tun, wenn auf dem Kontoauszug eine Belastungsbuchung auftaucht, die man nicht veranlasst oder der man nicht zugestimmt hat? Generell gilt für ungeklärte Abbuchungen: man sollte sich umgehend an die Bank wenden, um den Sachverhalt zu klären. Liegt tatsächlich eine so genannte „nicht autorisierte“ Zahlung vor, wird die Bank den Zahlungsbetrag dem Kunden erstatten. Deshalb ist es besonders wichtig, die Abbuchungen auf den Kontoauszügen regelmäßig zu überprüfen.

 

Für jede SEPA-Basis-Lastschrift gilt: Der Kunde kann innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen Erstattung verlangen. Bei von ihm nicht genehmigten Belastungen ist dies sogar innerhalb von 13 Monaten möglich. Besser ist es jedoch, nicht zu lange zu warten, sondern sich umgehend bei seinem Kreditinstitut zu melden, empfiehlt der Bundesverband deutscher Banken.

 

Stichprobe bei Banken und Sparkassen: Verlorenes Sparbuch kostet bis zu 50 Euro

Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zwölf Banken und Sparkassen zeigt: Wer sein Sparbuch verschusselt, muss für Sperre und Ersatz oft kräftig blechen. Das Sparbuch ist weg – was tun? Die gute Nachricht ist: Das Geld ist nicht verloren, denn die Bank kann Ein- und Auszahlungen in aller Regel nachvollziehen. Doch Eile ist geboten. Denn ein Sparbuch gehört zu den sogenannten "hinkenden Inhaberpapieren". Die Bank darf zwar bei der Auszahlung verlangen, dass der Kunde zusätzlich zum Sparbuch auch seinen Ausweis vorlegt, ist dazu aber nicht verpflichtet. Damit wäre es denkbar, dass unehrliche Finder eines fremden Sparbuchs Geld abheben. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte daher dem Geldinstitut den Verlust zügig melden. Die Bank kann das alte Sparbuch sperren und ein neues ausstellen. Doch das kostet zumeist, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zwölf Geldinstituten zeigte - und zwar bisweilen recht ordentlich.

 

 

Kostenloser Ersatz nach Kartensperrung

Banken dürfen für die Ausstellung einer Ersatz-Bankkarte kein Entgelt verlangen, wenn der Kunde den Verlust seiner Karte angezeigt hat. Eine anderslautende Klausel im Preisverzeichnis ist unwirksam. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands  (vzbv) gegen die Deutsche Postbank AG entschieden. Mit seinem heutigen Urteil hat der Bundesgerichtshof die für Giro- und Kreditkarten übliche Entgeltklausel für das Ausstellen einer Ersatzkarte gekippt“, sagt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim vzbv. Laut BGH gehört die Ausgabe einer Ersatzkarte zumindest bei Verlust oder Diebstahl zu den gesetzlichen Pflichten einer Bank, für die ein Entgelt nicht verlangt werden darf. Offen gelassen hat der BGH, ob für eine Ersatzkarte gezahlt werden muss, wenn eine Karte defekt ist oder sich der Name des Inhabers geändert hat.

 

Kontowechsel - kein Selbstläufer, aber die Mühe wert

Das Girokonto ist das wichtigste Konto. Alle wichtigen und regelmäßigen Buchungen wie Miete, Strom oder das Gehalt werden darüber abgewickelt. Die meisten Verbraucher bleiben für viele Jahre bei der gleichen Bank. Sie scheuen einen Wechsel, obwohl es genügend alternative Angebote auf dem Markt gibt und der Aufwand sich in Grenzen hält.

 

Thomas Beutler, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes empfiehlt, regelmäßig zu prüfen, ob das laufende Konto noch zu einem passt. „Steigende Gebühren, ein Umzug oder auch fehlende Geldautomaten im Umfeld können Gründe sein, sich eine neue Bank und ein neues Girokonto zu suchen.“

 

Ein Wechsel ist einfacher, als viele denken. Die neue Bank ist verpflichtet beim Umzug des Kontos zu helfen, es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch darauf. Trotzdem locken die meisten Banken mit einem eigenen, freiwilligen Umzugsservice. „Es ist nachvollziehbar, dass die Bank den eigenen Wechselservice in den Vordergrund stellt, denn damit umgeht sie die beim gesetzlichen Kontowechsel strengen Fristen und Haftungsregelungen“, sagt Thomas Beutler.  Beim gesetzlichen Kontowechsel haftet beispielsweise die Bank, wenn ein Schaden aus einem fehlgeschlagenen Kontenwechsel entsteht. Der Wechsel muss außerdem innerhalb von 12 Werktagen abgeschlossen sein.

 

Der freiwillige Wechselservice der Banken hat im Vergleich zum gesetzlichen den großen Vorteil, dass er einfacher und oft auch bequemer durchzuführen ist. Beim gesetzlichen muss ein etwas umständliches Formular ausgefüllt werden. „Hier sollte die neue Bank aber behilflich sein“ so der Finanzexperte. Der Vorteil beim gesetzlichen Verfahren ist die mit 13 Monaten deutlich längere Zeitspanne, in der rückwirkend Umsätze geliefert werden müssen. So entgeht auch wirklich kein Lastschriftempfänger, der informiert werden sollte. Beim Verfahren der Banken werden die Umsatzdaten dagegen oft nur der letzten drei Monate oder sogar noch kürzer elektronisch geliefert. „Dann muss man  doch noch die alten Kontoauszüge durchforsten.“ so Beutler. Oftmals wird der freiwillige Kontowechselservice auch an Drittanbieter ausgelagert. „Im Sinne der Datensparsamkeit bei Weitergabe personenbezogener Daten sollte auch dies berücksichtigt werden“, warnt Beutler.

 

Bankenverband: So betreiben Sie sicheres Online-Banking

Online-Banking ist sehr sicher! Das glauben 53 Prozent der Deutschen. Unter denen, die Online-Banking nutzen, ist die Zahl sogar noch höher: 84 Prozent. Dennoch haben viele Menschen Angst vor „Phishing“, so nennt man es, wenn persönliche Daten abgefischt werden. Wer sich aber an bestimmte Regeln und Tipps hält, kann sowohl Mobile-Banking als auch Online-Banking sicher betreiben.

 

- Meist ist der PC zu Hause das Einfallstor für Kriminelle. Als Online-Banking-Kunde müssen Sie gewisse Sorgfaltspflichten einhalten: Installieren Sie einen Virenscanner und eine Firewall. Auch die Software sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Sobald Sie ein Update angeboten bekommen, nutzen Sie es und zögern die Installation nicht hinaus. Sie sollten auch niemals Online-Banking auf fremden Rechnern (z.B. in einem Internet-Café) tätigen.

 

- Gleiches gilt für Ihr Smartphone. Es ist wie ein kleiner Computer. Sie müssen die Software auf dem aktuellsten Stand halten. Beim mobileTAN-Verfahren sollten Sie Ihr Smartphone nicht gleichzeitig zum Online-Banking und Empfang der SMS nutzen.

 

- Speichern Sie niemals Kennwörter, Ihre Geheimzahl (PIN) und TANs in Apps, in der Cloud oder auf Ihrer Festplatte. Auch nicht als Telefonnummern verschlüsselt im Handy.

 

- Bei Cyberattacken versuchen Betrüger Sie auf kopierte Online-Banking-Websites der Banken zu locken, um Daten abzufischen. Bevor Sie sich einloggen, überprüfen Sie, ob es sich wirklich um die verschlüsselte Seite Ihrer Bank handelt. Das erkennen Sie u. a. daran, dass im Browser ein Schloss-Symbol erscheint und die Webadresse mit https… beginnt.

 

- Antworten Sie niemals auf vermeintliche E-Mails Ihrer Bank, die Sie beispielsweise zu einer Bestätigung Ihrer Daten auffordern. Klicken Sie keine Links an, um solche Daten einzugeben. Ihre Bank wird dies nicht abfragen.

 

- Beziehen Sie nur Apps aus autorisierten Quellen. Seien Sie bei Gratis-Versionen von ansonsten käuflich zu erwerbenden Apps skeptisch, denn es könnte sich um Schadsoftware handeln.

 

Auf keinen Fall sollten Sie folgenden Aufforderungen während der Banking-Sitzung nachkommen:

 

- einer Abfrage mehrerer TAN,

- einer TAN-Eingabe zur Aufhebung einer angeblichen Kontosperrung oder Laufzeitbeschränkung Ihrer iTAN-Liste,

- einer TAN-Eingabe zur Bestätigung der Kontodaten,

- einer Rücküberweisung einer (vermeintlich) eingegangenen Zahlung,

- einer Durchführung einer Testüberweisung,

- einer Installation von Sicherheitszertifikaten oder Sicherheitssoftware/App.

 

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, können Sie Online-Banking sicher und bequem betreiben. Sollten Sie tatsächlich Opfer von Phishing-Betrügern werden, wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank, rät der Bundesverband deutscher Banken.

 

ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige: Gnadenlos abkassiert

Handwerker und die anderen der insgesamt 4,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland müssen oft bereits für die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto Zinsen zahlen. Das zeigt eine Untersuchung von ÖKO-TEST. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fallen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutscht das Konto tatsächlich einmal ins Minus, erreichen die Sollzinsen bis zu 12,81 Prozent. Während Privatkunden derzeit von Banken mit kostenlosen Girokonten plus Startguthaben umworben werden und schlimmstenfalls 80 Euro im Jahr zahlen, fangen die Preise für Geschäftsgirokonten auf diesem Niveau erst an – teilweise sind sie sogar bis zu zehn Mal so teuer wie für Privatkonten. ÖKO-TEST rät Selbstständigen, unbedingt die Preise zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind von Bank zu Bank exorbitant. Während manche 250 Euro im Jahr verlangen, explodieren bei anderen Instituten die Kosten auf bis zu 1.000 Euro. Dazu schlägt alles weitere extra zu Buche: Es entstehen Gebühren für Buchungen sowie Konto- und Kreditkarten. Guthabenzinsen sind dagegen Mangelware.

 

Wer ein günstiges Konto sucht und die Angebote vergleichen will, stößt jedoch auf Intransparenz. Nur die wenigsten Banken sind bereit, die Preise für Geschäftsgirokonten offenzulegen. ÖKO-TEST hat 87 Banken angeschrieben, von diesen wollten sich 54 nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Auskunft.

Dabei lässt sich mit einem Vergleich viel Geld sparen, vor allem beim Kontokorrentkredit. Dieser ist eine richtige Kostenfalle, wie ÖKO-TEST kritisiert. Zwar können die meisten Selbstständigen schon froh sein, wenn ihnen überhaupt ein Kontokorrentkredit gewährt wird. Ist das der Fall, schwanken die Sollzinsen in den ÖKO-TEST-Musterfällen zwischen 6,75 und 12,81 Prozent. Manche Banken lassen sich sogar die Bereitschaft, Geschäftskunden einen Kontoüberziehungsrahmen einzuräumen, fürstlich honorieren, auch wenn man gar nicht in die Miesen rutscht. Die Bereitstellungsprovisionen liegen bei bis zu drei Prozent pro Jahr auf den nicht ausgeschöpften Teil des Kreditrahmens. Eine Bank im Test stellt zusätzlich noch ein Bearbeitungsentgelt von mindestens 150 Euro in Rechnung. Das summiert sich: In den Musterfällen, die ÖKO-TEST berechnet hat, kommen schon mal 586 Euro pro Jahr zusammen, obwohl der Kreditrahmen nicht genutzt wurde. ÖKO-TEST empfiehlt allen Selbstständigen, sich Abzockerkonditionen nicht bieten zu lassen. Es lohnt sich, mit der Bank zu feilschen, denn Bereitstellungsprovisionen und Kreditzinsen sind verhandelbar.

 

Shopping und Banking sicher im Netz

Die Sicherheit im Netz ist gerade für Bankkunden ein wichtiges Thema. 45 Prozent der Deutschen wickeln ihre Bankgeschäfte online ab, Tendenz: steigend. 46 Prozent halten Onlinebanking für sehr sicher. Zu Recht, denn, wer seine Sorgfaltspflichten einhält und gewisse Sicherheitstipps beachtet, der kann unbesorgt im Internet Überweisungen tätigen, per Kreditkarte shoppen gehen, SEPA-Lastschriften erteilen oder seine Kontodaten abfragen. Hier sind die wichtigsten Regeln, die Sie beherzigen sollten:

 

1.Sichern Sie Ihren PC zu Hause. Installieren Sie immer den aktuellsten Virenscanner und die neueste Firewall-Software. Betriebssysteme und Programme sollten immer up-to-date sein, ebenso wie der Internetbrowser. Denn: Der Computer ist immer das erste Einfallstor für Cyber-Betrüger.

2.Betreiben Sie Onlinebanking immer nur von einem sicheren PC aus. Niemals im Internetcafé oder in Hotels unterwegs.

3.Geben Sie Ihre Zugangsdaten nur ein, wenn Sie sich auf der geschützten Seite der Bank befinden und eine verschlüsselte Verbindung besteht. Das lässt sich unter anderem daran erkennen, dass die Internetadresse der Bank mit https:// beginnt. Oder am Schloss in der Browserleiste.

4.Wählen Sie ein sicheres Passwort aus. Zum Onlineshopping oder auch beim Onlinebanking braucht man zur Identifizierung ein Passwort. Dieses sollte individuell und nicht zu knacken sein. Es ist mindestens acht Stellen lang und besteht zum Beispiel aus einer Mischung von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen.

5.Geben Sie ihre sensiblen Daten wie Passwörter, PIN und TANs niemals an Dritte weiter. Sie dürfen weder in Ihrem Computer, noch in Ihrem Handy gespeichert sein – auch nicht „verschlüsselt“ als Telefonnummer oder Geburtsdatum, etc. Wer dies tut, verletzt seine Sorgfaltspflichten und bekommt im Falle eines Schadens sein Geld womöglich nicht erstattet.

6.Wenn Sie das mobileTAN-Verfahren (mTAN) nutzen, also Ihr Mobiltelefon beim Onlinebanking im Einsatz haben, müssen Sie dieses genauso aktiv vor Schadprogrammen schützen, wie den PC zu Hause. Bedenken Sie: Smartphones sind kleine Computer, die abgesichert werden müssen.

7.Beim mTAN-Verfahren darf das Smartphone, mit dem die TANs empfangen werden, nicht gleichzeitig fürs Onlinebanking genutzt werden.

8.Nutzen Sie das iTAN-Verfahren, also eine durchnummerierte Liste mit TANs, bewahren Sie diese sicher auf. Sie darf auf keinen Fall abfotografiert oder eingescannt werden.

9.Vorsicht: im Zuge der Umstellung auf den SEPA-Zahlungsverkehr bringen Betrüger aktuell Phishing-Mails in Umlauf, in denen der Verbraucher aufgefordert wird, seine Kontodaten zu Zwecken der Überprüfung und Bestätigung preiszugeben. Folgen Sie niemals solchen Links und öffnen Sie keine Dateianhänge. Grundsätzlich gilt: Banken versenden niemals E-Mails, in denen sie Ihre Kunden zur Eingabe von Kontodaten oder sensiblen Zugangscodes oder Geheimnummern (PIN und TANs) auffordern.

10.Überprüfen Sie regelmäßig und in kurzen Abständen Ihre Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen. Sollten Sie Unstimmigkeiten feststellen, informieren Sie unverzüglich Ihre Bank. Wenn Sie vermuten, dass jemand Ihre geheimen Zugangsdaten (z. B. PIN oder TANs) kennt, lassen Sie den Online-Zugang zum Konto sofort sperren.

  

Das oberste Gebot beim Onlinebanking oder Onlineshopping ist: Vertrauen sie Ihrem gesunden Menschenverstand, seien Sie wachsam. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, brechen Sie den Vorgang am besten ab. Wenn Sie eine E-Mail mit unbekanntem Absender bekommen oder auch vermeintlich von Ihrer Bank, seien Sie misstrauisch. Wenn Ihnen ein Internetshop nicht vertrauenswürdig erscheint, kaufen Sie woanders. Dann kommen Sie sicher durchs Netz. 

 

Onlinebanking-Betrug: Finger weg von dubiosen App-Angeboten

Die Technologiemesse CEBIT steht ganz im Zeichen von Datenschutz und Datensicherheit. Aber: Wer Daten nutzt, muss auch für ihren Schutz sorgen. Das gilt insbesondere beim Onlinebanking! Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet tätigen, wie 46 Prozent der Deutschen, sollten dies nach dem Motto "Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Verhalten" tun. Denn nur, wer wichtige Sicherheitsregeln beachtet, kann auch sicheres Onlinebanking betreiben. Dazu gehört, dass man seinen PC mit aktuellen Virenscannern und Firewalls schützt. In einer sich ständig technologisch weiterentwickelnden Welt wandeln sich auch die Angriffswerkzeuge kontinuierlich mit der Weiterentwicklung der Technologien. Denn Betrugsmaschen funktionieren am besten, solange sie noch keiner kennt. Deshalb versuchen Kriminelle mit laufend neuen Methoden an Ihr Geld zu kommen. Eine relativ neue, derzeit beliebte Masche: Bankkunden werden kostenlose Versionen von Apps für ihr Smartphone oder ihren Tablet-PC angeboten, die üblicherweise bezahlt werden müssen. Von solchen "Angeboten" sollte man unbedingt die Finger lassen, denn beim Herunterladen dieser vermeintlichen Apps wird eine Schadsoftware auf mobile Endgerät übertragen, die sensible Nutzerdaten des Kunden (PINs und Passwörter) abfischt.

Auch sind zurzeit weiterhin gefälschte E-Mails mit der vermeintlichen Bank als Absender im Umlauf, mit denen Betrüger versuchen, Bankkunden ihre Zugangsdaten zum Onlinebanking zu entlocken. Betreffzeilen lauten beispielsweise:

  • Helfen Sie uns unsere Kundenservice zu verbessern
  • Umstellung im Onlinebanking auf SEPA
  • Wichtige Informationen zu Ihrem Girokonto
  • Wichtige Mitteilung für Nutzer einer Banking Software


Lassen Sie sich auch nicht durch möglicherweise entstehende Kosten oder Fristen unter Druck setzen. Ihre Bank wird Ihnen niemals die Änderung Ihrer PIN oder TANs in Rechnung stellen oder überhaupt online abfragen. 

 

Einlagensicherung bei ausländischen Banken - Innerhalb der EU bis zu 100.000 Euro abgesichert

Enttäuscht von den Niedrigzinsen heimischer Banken, richten immer mehr Anleger ihren Blick auf ausländische Geldinstitute. Oft bleiben aber ein mulmiges Gefühl und die Frage, wie sicher das Geld dort aufgehoben ist. Doch Zinsjäger können beruhigt sein. Denn wer ein paar Regeln beachtet, muss nicht um sein Erspartes bangen. Innerhalb der EU sind Gelder grundsätzlich bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Bank und Kunde ohne Selbstbehalt geschützt. "Alle Kreditinstitute, die ihren Hauptsitz in der Europäischen Union haben, müssen ihren Kunden auf Grundlage einer EU-Richtlinie seit dem 31.12.2010 die Rückzahlung von Spareinlagen in dieser Höhe garantieren", erklärt Thomas Prangemeier, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals Verivox. Das gleiche gilt für Banken mit Sitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, die eine Zweigniederlassung in Deutschland betreiben. Um zum Geschäftsbetrieb zugelassen zu werden, sind sie verpflichtet, sich einer der deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen anzuschließen. Diese finanzieren sich durch jährliche Beiträge der Mitglieder. Für Nicht-EU-Mitgliedsstaaten zeichnet sich ein differenziertes Bild. In der Schweiz und in Liechtenstein etwa umfasst der gesetzliche Einlagenschutz 100.000 Schweizer Franken. Das entspricht ca. 82.000 Euro. Zwei Millionen Norwegische Kronen (ca. 270.000 Euro) sind in Norwegen geschützt. Auch in der Türkei gibt es ein staatliches Einlagensicherungssystem. Doch das springt im Schadenfall nicht für Devisenausländer ein. Die am deutschen Markt tätigen türkischen Banken wickeln ihr Geschäft aber über Tochtergesellschaften in den Niederlanden und Österreich ab und unterliegen somit der EU-Einlagensicherung.

 

Geldanlage in außereuropäischen Ländern

Die Pleiten der isländischen Kaupthing Bank im Jahr 2008 und der deutschen Noa Bank im Jahr 2010 machen deutlich, dass nicht nur der mögliche Zinsertrag bei der Wahl des Tages- oder Festgeldkontos eine Rolle spielen sollte, sondern auch die Absicherung der Ersparnisse. Wer ein zinsstarkes Tages- oder Festgeldkonto außerhalb des heimischen Marktes sucht, sollte sich in jedem Fall vorab über die Höhe des Einlagenschutzes informieren.

 

Ansprüche rechtzeitig geltend machen

Kommt es zu einer Bankenpleite, informiert die zuständige Entschädigungseinrichtung alle betroffenen Sparer. Diese haben dann ein Jahr Zeit, ihren Anspruch geltend zu machen. Die Frist zur Auszahlung von berechtigten Forderungen ist gesetzlich auf höchstens 30 Tage begrenzt.

 

Umfrage zum Einkauf mit EC-Karte und Unterschrift: Saftige Strafen für ungedecktes Konto

Viele Kunden glauben, dass der Einkauf bezahlt ist, wenn sie an der Kasse die Rechnung mit EC-Karte und Unterschrift begleichen. Ein Irrtum. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW bei Supermärkten und großen Filialisten zeigt: Das kann teuer werden, falls das Konto nicht gedeckt ist. Nicht passieren kann das Kunden, die mit Karte und Geheimzahl (PIN) zahlen.

Dass aus 16 Euro für einen Einkauf im Supermarkt durchaus auch mal mehr als 100 Euro werden können, bekam Frank Jensen (Name geändert) zu spüren. Auslöser für den saftigen Aufschlag war die Art, wie er Milch, Brötchen & Co. bezahlt hatte: mit Bankkarte und seiner Unterschrift. Weil Jensens Konto zum Zeitpunkt des Einkaufs nicht gedeckt war, wurde die Lastschrift von der Bank zurückgegeben. Der Kunde beließ es über Wochen dabei, ohne die Verbindlichkeiten zu begleichen. Deshalb gab der Supermarkt die offene Forderung an ein Inkassobüro weiter. Das sattelte auf den ursprünglichen Betrag weitere 85 Euro für Bank- , Auskunfts- und Anwaltsgebühren oben drauf. Darüber hinaus wurde Jensen ein Schufa-Eintrag angedroht, falls er die Rechnung nicht umgehend begleichen sollte.

 

Vielen Kunden ist nicht bewusst, dass der Einkauf noch nicht endgültig bezahlt ist, wenn an der Kasse das Lastschriftverfahren mit Unterschrift zum Einsatz kommt. Erst mit dem erfolgreichen Einzug des Betrags ist die Zahlung abgeschlossen. Im Gegensatz zur Zahlung mit Bankkarte und Geheimzahl (PIN): Dabei wird die Kontodeckung direkt bei der Zahlung geprüft.

Ist dagegen bei einer Zahlung mit Autogramm das Konto über das Dispo-Limit hinaus in den roten Zahlen, kann die Bank die Einlösung der Lastschrift verweigern – und der Händler sitzt auf einer offenen Forderung. Von 20 großen Handelsketten wollte die Verbraucherzentrale NRW wissen, wie sie in solchen Fällen reagieren. Von den elf Antwort bereiten Unternehmen bekannten sich die meisten dazu, das Lastschriftverfahren einzusetzen. Lediglich bei Aldi und Douglas sei die Kartenzahlung ausschließlich mit Geheimzahl möglich. Für Galeria Kaufhof wiederum ist die Zahlung mit Unterschrift nur eine Notfalllösung, etwa wenn die für das Geheimzahl-Verfahren erforderliche Online-Verbindung zur Bank nicht verfügbar ist. Kurios: H&M setzt Geheimzahl- und Unterschriftsverfahren wechselweise nach dem Zufallsprinzip ein. Somit kann es durchaus vorkommen, dass an derselben Kasse heute mit Geheimzahl und morgen mit Unterschrift bezahlt wird. Kommt es beim Einzug zu Problemen, starten die Unternehmen meist einen zweiten Versuch. Nur Tengelmann und Real wollten zu ihrem Verfahren keine Angaben machen und verwiesen darauf, dass Rücklastschriften von einem Dienstleister bearbeitet werden. Um die Chance auf ein gedecktes Konto zu erhöhen, versucht Rewe, den zweiten Geldeinzug auf den Anfang des Monats zu legen, wenn etwa das Gehalt frisch eingegangen ist. Gelingt der zweite Versuch, muss der Kunde nur die Gebühren übernehmen, die die Bank dem Händler für die Rückgabe der ersten Lastschrift in Rechnung gestellt hat. Ikea verlangt darüber hinaus noch Bearbeitungsgebühren von fünf Euro. Schlägt der zweite Einzugsversuch fehl, kann es allerdings schnell teuer werden. Bereits die Anforderung der Adresse von der Bank für die Zustellung der Mahnung kann Händler mehr als 20 Euro kosten. Die werden an den säumigen Zahler genauso weitergereicht wie etwa Mahngebühren und Kosten für die Beauftragung eines Inkassobüros.

 

Vorsicht: Mitunter, das zeigen verärgerte Reaktionen von Kunden bei der Verbraucherzentrale, machen Händler schon nach der ersten geplatzten Lastschrift kurzen Prozess - und treiben dafür Zusatzkosten von fast 40 Euro ein. Deshalb sollten Kunden, die per Last- und Unterschrift zahlen, die regelmäßige Prüfung ihrer Kontoauszüge nicht auf die leichte Schulter nehmen – das gilt vor allem, wenn sich der Kontostand dem Dispo-Limit nähert. Wird beim Einkaufen eine Lastschrift nicht eingelöst, ist schnelles Handeln angesagt. Wer innerhalb weniger Tage aktiv wird und den offenen Posten per Barzahlung oder Überweisung begleicht, kann die Zusatzkosten in erträglichen Grenzen halten oder bisweilen sogar gänzlich vermeiden. 

 

EC- und Kreditkartenbetrug: So schützen Sie sich vor „Karten-Tricks“ 

Bargeldloses Bezahlen ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Ob beim Internet-Shopping oder im Supermarkt an der Kasse: Zahlen mit EC- oder Kreditkarte ist praktisch und unkompliziert. Doch leider nutzen auch Trickdiebe den weit verbreiteten Einsatz immer wieder aus. Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geben Tipps, wie Sie sich vor den „Karten-Tricks“ schützen können und was im Falle eines Kreditkartenmissbrauchs zu tun ist.

 

Beim Betrug mit Debitkarten (z.B. Girocard, früher auch als EC-Karte bezeichnet) mit PIN waren die Fallzahlen in Rheinland-Pfalz 2017 mit 653 im Vergleich zum Jahr davor (2016: 761 Fälle) rückläufig. Betrugsfälle mit rechtswidrig erlangten Debitkarten ohne PIN konnten um ca. 45 Prozent von 520 (2016) auf 287 Fälle im Jahr 2017 gesenkt werden. Trotz rückläufiger Fallzahlen gilt es weiterhin achtsam zu bleiben.

 

Die Täter gelangen meist durch Diebstahl oder Einbruch in den Besitz der Zahlungskarte und damit an die Daten der Zahlungskarten. Das unrechtmäßige Auslesen und Abspeichern der gesamten Kartendaten kann zur späteren Herstellung von Kartendubletten genutzt werden. Darüber hinaus können die Täter durch Ausspähen der PIN, z.B. bei der PIN-Verwendung am Geldautomat oder beim Bezahlen im Ladengeschäft in deren Besitz kommen. Die Kriminellen können zudem bei einer unverschlüsselten Internetverbindung Kartendaten von Privatpersonen oder Firmen abgreifen. Beim Phishing versuchen die Betrüger durch gefälschte Internetmails oder mittels Viren und Schadprogrammen wie Trojaner an Zahlungsdaten, Passwörter oder persönliche Daten zu gelangen. Die Täter können mit der Debitkarte und PIN im Handel bezahlen, Geld abheben oder mit Kreditkartendaten im Mail-, Phone, bzw. Internet-Order-Verfahren bezahlen.

 

Ein Schaden ist aber oftmals vermeidbar und erfordert lediglich sicherheitsbewusstes Verhalten und rasches Handeln des Betroffenen beim Verlust oder Diebstahl der Zahlungskarte.

 

Die Tipps der Polizei:

 

•Behandeln Sie Ihre Bank- und Kreditkarten so sorgfältig wie Bargeld und tragen Sie diese dicht am Körper, verteilt in verschlossenen Innentaschen der Kleidung.

•Lassen Sie Zahlungskarten niemals in Büro-/Arbeitsräumen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Hotelzimmern, Kraftfahrzeugen etc. liegen – weder offen noch versteckt, auch nicht für kurze Zeit.

•Rechnen Sie insbesondere in Restaurants, Kaufhäusern, Bahnhöfen oder Flughäfen sowie auf Messen oder Ausstellungen mit Taschendieben.

•Überzeugen Sie sich regelmäßig, ob Sie Ihre Karte(n) noch besitzen.

•Bewahren Sie Kreditkarten-/Bankkartenbelege sorgfältig auf und werfen Sie diese nicht in den Papierkorb der Bank/des Geschäftes. Mit den Kontodaten aus dem Papierkorb ist Ihr Geld vor Tätern nicht mehr sicher. Vernichten Sie verschriebene Belege, unter Umständen auch den Durchschlag.

•Vergleichen Sie zeitnah Ihre Rechnungen mit Abbuchungen auf Ihrem Konto.

•Behalten Sie Ihre Karte stets im Auge.

•Stellen Sie sicher, dass Sie nach dem Bezahlen stets Ihre eigene EC- oder Kreditkarte zurückerhalten. Bestehen Sie darauf, dass verschriebene Kreditkartenbelege, unter Umständen auch der Durchschlag, sofort ungültig gemacht werden.

•Beachten Sie alle Auflagen, die Ihr Geld- oder Kreditkarteninstitut vertraglich mit Ihnen vereinbart hat. Lesen Sie auch das Kleingedruckte im Vertrag – vor allem die Abschnitte über die Haftung; diese legen fest, welche Sorgfaltspflichten Sie im Umgang mit Ihrer Zahlungskarte zu erfüllen haben.

•Lassen Sie Ihre Karte bei Verlust sofort für den weiteren Gebrauch sperren, auch wenn diese aus nicht nachvollziehbaren Gründen vom Geldautomaten einbehalten wird! Das Gerät könnte von Straftätern manipuliert sein.

•Erstatten Sie bei Verdacht auf eine Straftat sofort Anzeige bei der Polizei.

 

Umgang mit der PIN (Verhalten an Geldautomaten, Kassen etc.)

 

• Geben Sie Ihre PIN nie an Dritte weiter. Nicht einmal Geldinstitute oder Kreditkartenunternehmen kennen die PIN; weder Amtspersonen (z. B. Polizeibeamte) noch Mitarbeiter von Geldinstituten werden nach Ihrer PIN fragen. Prägen Sie sich am besten Ihre PIN ein und vernichten Sie den PIN-Brief. Auf keinen Fall sollten Sie die PIN irgendwo notieren (schon gar nicht auf der Zahlungskarte; aber auch nicht im Adressbuch, getarnt als Telefonnummer o. Ä.).

• Beobachten Sie bereits vor dem Geldabheben am Geldautomaten Ihr Umfeld genau. Achten Sie auf die äußere Beschaffenheit des Geldautomaten, melden Sie auffällige Veränderungen sofort der Polizei! Seien Sie sich der Risikosituation immer bewusst!

• Achten Sie bei der Eingabe der PIN am Geldautomaten oder im Handel am Kassenautomaten stets darauf, dass niemand den Vorgang beobachten kann; bitten Sie aufdringliche Personen oder angebliche Helfer höflich aber bestimmt, auf Distanz zu bleiben.

• Verdecken Sie die PIN-Eingabe, indem Sie die Hand oder Geldbörse als Sichtschutz dicht über die Tastatur halten. Dies erschwert ein Ausspähen erheblich!

• Geben Sie – selbst bei Aufforderung – die PIN niemals an Türöffnern ein, auch nicht bei Geldinstituten. Verständigen Sie in solchen Fällen sofort die Polizei!

• Befolgen Sie keine Hinweiszettel, die zur mehrmaligen Eingabe der PIN auffordern!

• Geben Sie beim Bezahlen nicht die PIN bekannt und achten Sie auf die Rückgabe der eigenen Zahlungskarte.

 

Telefonnummern zum Sperren der Zahlungskarte

 

Zentraler Sperr-Notruf: 116 116

 

Sofern sich Ihr Kartenherausgeber nicht dem Sperr-Notruf 116 116 angeschlossen hat, verwenden Sie bitte folgende Rufnummern:

 

  Debitkarte (früher ec-Karte)  01805  021 021

  American Express    069  97 97 2000

  MasterCard    0800 819 1040

  Diners Club    069 90 01 50-135/-136

  VISA     0800 811 8440

 

 Weitere Informationen zum Thema Zahlungskartenbetrug wie z.B. das Faltblatt „Vorsicht Kartentricks“ erhalten sie bei den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen.

 

Informieren können Sie sich auch im Internet unter:

www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/ec-und-kreditkartenbetrug.html

www.sperr-notruf.de

www.kartensicherheit.de

www.polizei.rlp.de/de/aufgaben/praevention/kriminalpraevention/ansprechpartner/

www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/bank-und-kreditkarten-von-gaunern-und-gebuehren-5179

 

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