Herbststurm-Saison gestartet: Wie versichert man sich sinnvoll und welche Versicherung zahlt für was?

 

Mit „Mortimer“ fegte Ende September der erste Herbststurm mit Windgeschwindigkeiten von über 110 Kilometern in der Stunde über Deutschland. Damit fiel auch der Startschuss für die Unwettersaison. Die orkanartigen Stürme sorgen nicht nur für Zugausfälle, sondern sind besonders Eigenheimbesitzern und Autofahrern ein Dorn im Auge. Denn: wer nicht genügend abgesichert ist, muss mit hohen Kosten durch abgedeckte Dächer oder abgestürzte Äste rechnen. Extremwetter-Ereignisse wie diese führen besonders in den Monaten ab Oktober zu zahlreichen Gefahren und Unfällen. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft sind im Jahr 2018 über drei Milliarden Euro Schäden in der Sach- und Kfz-Versicherung aufgetreten. Dabei seien nur 43 Prozent der Gebäude in Deutschland gegen Naturgefahren versichert. Besonders in nördlichen Bundesländern, wie Niedersachsen oder Hamburg, ist der Anteil der gegen Naturgefahren versicherten Gebäude mit unter 25 Prozent gering.

 

Laut Angaben der Swiss Life Deutschland suchen Verbraucher aber ab den ersten Unwetterwarnungen vermehrt nach Absicherungen gegen Unwetterschäden: „Mit Beginn der Herbststurmsaison registrieren wir eine deutliche Nachfrage nach Sachversicherungen für die Immobilie, den Garten und Fahrzeuge“, sagt Matthias Wald, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Vertriebe von Swiss Life Deutschland. Und weiter: „Regionale Unwetter und starke Stürme nehmen zu und werden oft nur unzureichend abgesichert. Ist einmal ein Schaden aufgetreten, ist eine Nachversicherung des Eigentums nur schwer möglich.“ Weil eine reine Sturmabsicherung nicht existiert, ist die beste Vorkehrung deshalb eine Kombination aus verschiedenen Versicherungen, so der Rat der Versicherungsexperten von Swiss Life. Eine solche besteht aus einer Hausrats-, KfZ-, Haftpflicht-, Wohngebäude-, und Elementarversicherung und bietet sich an, um den Folgen von extremen Wetterereignissen zu trotzen. Um die Schadenregulierung möglichst einfach zu gestalten, sollten bestehende Versicherungen regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Besteht zum Beispiel eine Hausratsversicherung schon seit mehreren Jahren, könnten Neuanschaffungen auch zu höheren Sachwerten führen.

 

Doch welche Versicherung greift wann?

 

Um auch im Schadensfall schnell finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist eine Absicherung sinnvoll. Worauf zu achten ist und welche Versicherung wann greift, verraten die Versicherungsprofis von Swiss Life. Sie erklären die drei häufigsten Schäden:

 

Fall 1: Unwetter beschädigen das eigene Auto.

 

Wenn es stürmt und windet, kann das eigene Auto von Ästen oder Dachziegeln stark beschädigt werden. Die Teilkaskoversicherung übernimmt diese Schäden in den meisten Fällen. Sie greift auch, wenn gegen einen umstürzenden Baum gefahren wird. Falls dieser aber bereits auf der Straße lag, reicht die Teilkasko nicht aus. Nur die Vollkaskoversicherung übernimmt in diesem Fall den Schaden. Bei einer Teilkaskoversicherung wird der Kunde nicht heruntergestuft, er muss allerdings die vereinbarte Selbstbeteiligung zahlen, sofern eine vereinbart wurde. Die Vollkaskoversicherung stuft Kunden bei Eintreten der Leistung für das nächste Kalenderjahr herunter, es sei denn es wurde ein sogenannter „Rabattschutz“ vereinbart, der den Kunden beim aktuellen Versicherer vor einem Mehrbeitrag zur nächsten Hauptfälligkeit schützt. Wenn schwere Unwetter Schnee- und Eislawinen oder Abgänge von Geröll-, Schlamm- und Gesteinsmassen verursachen, übernehmen Voll- und Teilkasko-versicherungen nur in seltenen Fällen.

 

Fall 2: Das Haus wird durch Unwetter beschädigt.

 

Bei Schäden, die der Sturm am Haus verursacht, greift in den meisten Fällen die Wohngebäudeversicherung. Dabei ist es wichtig, dass Sturmschäden explizit in den Leistungen erwähnt werden und auch Nebengebäude, wie beispielsweise Garagen, mit abgesichert sind. Wenn ein Sturm das Dach beschädigt, Regen eintritt und das Wasser im Haus Schäden verursacht, entstehen Folgeschäden. Auch diese müssen in den Versicherungsverträgen genannt werden. Überflutet starker Regen den Keller, greifen nur Elementarversicherungen. Diese müssen zusätzlich zur Gebäude- oder Hausratsversicherung abgeschlossen werden und schützen Mieter und Eigentümer vor den Folgen von Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutschen, Erdbeben und Lawinen. Werden durch Unwetter Einrichtungs- oder Gebrauchsgegenstände beschädigt, übernimmt die Hausratversicherung. Nur wenige Versicherer bieten Versicherungsschutz bei Rückstauschäden durch Starkregen, wenn keine funktionstüchtige Rückstauklappe vorhanden ist. Gerade diese Schäden werden oft unterschätzt.

 

Fall 3: Schäden an fremdem Eigentum.

 

Ein großer Teil der Schäden durch Unwetter entsteht, wenn Gegenstände herabfallen, wie zum Beispiel Dachziegel oder Äste. Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht tritt dann ein, wenn diese Gegenstände vom Eigenheim andere schädigen. Ist kein Eigentum vorhanden, greifen private Haftpflichtversicherungen, beispielsweise wenn der Blumentopf vom Mietobjekt bei einem starken Sturm herunterfällt.

 

Wenn Sturm und Starkregen zuschlagen, empfiehlt es sich, alle Schäden gewissenhaft zu sichten und zu dokumentieren. Der persönliche Versicherungsberater unterstützt im Schadenfall und hilft beim weiteren Vorgehen. Außerdem wird geraten, Unkosten, die durch Aufräumarbeiten entstehen, zu dokumentieren. Auch sie können im Regelfall eingebracht werden.

 

So versichern Verbraucher ihr E-Bike richtig: Hausrat- oder Fahrradversicherung?

 

Ein gutes E-Bike kostet einige tausend Euro. Um sich vor dem finanziellen Risiko eines Diebstahls abzusichern, sollten Verbraucher eine Versicherung abschließen. Prinzipiell geht das auf zwei Wegen. Entweder versichern Verbraucher ihr E-Bike über einen Fahrradbaustein in ihrer Hausratversicherung oder sie schließen eine separate Fahrradversicherung ab.

 

Am einfachsten gegen Diebstahl versichern Verbraucher ihr E-Bike über einen Fahrradbaustein in ihrer Hausratversicherung. Eine Absicherung ist in der Regel in Höhe von einem bis fünf Prozent der Versicherungssumme möglich. Premiumtarife enthalten den Baustein Fahrraddiebstahl teilweise ohne Aufpreis. Das kann günstiger sein als ein Basistarif plus Zusatzbaustein.

 

Bei 94 Prozent der Tarife im Hausratversicherungsvergleich von CHECK24 können Verbraucher ihr nicht zulassungspflichtiges E-Bike mitversichern. Ebenfalls bei 94 Prozent der Tarife ist das E-Bike rund um die Uhr geschützt, einige wenige Anbieter versichern Fahrräder nur tagsüber.

 

Separate Fahrradversicherung deckt neben Diebstahl auch Unfallschäden oder Verschleiß ab

 

Eine Fahrradversicherung ist in der Regel etwas teurer als der Schutz des E-Bikes über die Hausratversicherung. Dafür zahlt sie nicht nur bei Diebstahl des Bikes, sondern auch wenn einzelne, fest mit dem Rad verbundene Teile wie Sattel oder Akku gestohlen werden. Da ein Akku mehrere hundert Euro kosten kann, lohnt sich ein solcher Versicherungsschutz für E-Bikes besonders.

 

Außerdem sind auch Reparaturkosten nach Vandalismus, Unfall-, Sturz- und Elektronikschäden versichert. Premiumtarife zahlen auch bei Verschleiß einzelner Teile oder bei Bedienungsfehlern. Mit einem Schutzbrief haben Versicherte auch Anspruch auf Unfall- und Pannenhilfe, z. B. durch Unterstützung beim Rücktransport oder in die Werkstatt.

 

Haustürschlüssel verloren – wann zahlt die Versicherung?

 

Lisa K. aus Treuchtlingen:

Mein Nachbar hat mir während seines Urlaubs seinen Wohnungsschlüssel überlassen, damit ich die Pflanzen gießen kann. Jetzt habe ich den Schlüssel verloren. Kommt für den Schaden meine Versicherung auf?

 

Mann sucht etwas in der Tasche

 

Peter Schnitzler, Versicherungsexperte von ERGO:

Nachbarn geben sich während des Urlaubs oft gegenseitig die Wohnungsschlüssel, damit die Pflanzen nicht eingehen und der Briefkasten nicht überquillt. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Gefälligkeitshandlung. Geht währenddessen der Schlüssel verloren, kann das teure Folgen haben: Denn muss nicht nur ein Schloss, sondern – wie in vielen Mehrfamilienhäusern – eine komplette Schließanlage ausgetauscht werden, fallen schnell mehrere Tausend Euro an. Mit einer Privathaftpflichtversicherung lassen sich die Kosten dafür jedoch abfangen. Voraussetzung ist aber, dass Schäden aus Gefälligkeitshandlungen und aus dem Abhandenkommen von Schlüsseln mitversichert sind. Übrigens: Wenn Mieter oder Besitzer einer Eigentumswohnung ihren eigenen Schlüssel verlieren, können sie sich ebenfalls an ihre Haftpflichtversicherung wenden. Besitzer eines Einfamilienhauses können in ihrer Hausratversicherung mithilfe eines Zusatzbausteins den Verlust der eigenen Schlüssel absichern.

 

Just married: Welche Versicherungsverträge angepasst werden sollten

 

Die schöne Jahreszeit lockt zum „JA-Sagen“. Doch was hat der neue Familienstand mit Versicherungen zu tun? Eine ganze Menge – und daher empfiehlt der Bund der Versicherten e. V. (BdV), die Hochzeit zum Anlass zu nehmen, die Versicherungsverträge zu überprüfen und zu aktualisieren. „Häufig lassen sich aufgrund der neuen Konstellation sogar Versicherungsbeiträge sparen“, erklärt Bianca Boss, Pressesprecherin des BdV. Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf der privaten Haftpflicht-, der Risikolebens- und der Hausratversicherung liegen.

 

Eine gemeinsame Privathaftpflichtversicherung reicht, wenn man geheiratet hat oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. Der zuletzt abgeschlossene – also jüngere – Vertrag kann dann aufgehoben werden. Bestand aber zuvor nur ein Single-Tarif, muss die/der neue Partner*in dem Versicherer gemeldet werden und wird dann mit in den Vertrag aufgenommen. Der Tarif wird dann umgestellt und die Prämie angepasst.

 

Bei der Hausratversicherung ist es nicht ganz so einfach, denn der überflüssige Vertrag muss extra gekündigt werden. Die Kündigung muss spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres bei der Versicherungsgesellschaft eingehen. Einige Versicherer sind auch bereit, den jüngeren Vertrag schon zum Zeitpunkt des Zusammenzugs aufzuheben. Erhöht sich die Versicherungsprämie aufgrund eines Umzugs in eine andere Tarifzone, so besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht. „In jedem Fall empfiehlt es sich nach der Zusammenlegung von zwei Haushalten, die Versicherungssumme zu überprüfen und den Wert des Hausrats neu anzupassen“, rät Bianca Boss.

 

Geht es nach der Heirat in die eigenen vier Wände, kann für die Absicherung der Immobilienfinanzierung eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Diese empfiehlt sich, wenn es darum geht, die/den Partner*in für den Fall des eigenen Todes abzusichern. Besteht schon eine Risikolebensversicherung, kann eine Überprüfung des Bezugsrechts wie auch der Todesfallsumme sinnvoll sein.

 

„Für die Zusammenlegung von Versicherungsverträgen muss man jedoch nicht erst bis zur Heirat warten. Schon eine gemeinsame Wohnung ermöglicht es, dass Verträge zusammengeführt und viel Geld gespart werden kann“, so der Tipp der Verbraucherschützerin.

 

E-Scooter: So wird das neue Trend-Gefährt richtig versichert

 

Nach einigem Hin und Her ist es soweit: Auch die Deutschen dürfen bald E-Scooter fahren. Doch über die Freude am neuen Fortbewegungsmittel sollten sie eines nicht vergessen: Den richtigen Versicherungsschutz. Das müssen Trendsetter wissen, bevor sie auf den Elektro-Roller steigen.

 

Sie sind leise, umweltfreundlich, günstig im Verbrauch – und super angesagt, um sich in der Stadt schnell und staufrei fortzubewegen. Besonders für Pendler sind sie attraktiv, um etwa den letzten Kilometer von der S-Bahn-Station zum Arbeitsplatz zurückzulegen. Elektronische Tretroller – kurz E-Scooter – dürfen nach anderen europäischen Ländern nun bald auch in Deutschland auf die Straße; einer entsprechenden Verordnung hat der Bundesrat jetzt zugestimmt.

 

E-Roller muss versichert werden

 

Doch anders als beim Fahrrad gilt nicht: Kaufen und los geht’s. Denn für E-Scooter besteht Versicherungspflicht. Das heißt, es muss eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden – die private Haftpflichtversicherung reicht nicht aus. „Im Gegensatz zum Fahrrad oder Pedelec müssen Fahrer keine eigene Kraft aufwenden, um sich mit dem E-Scooter fortzubewegen. Er gilt daher als Kraftfahrzeug“, erklärt Michael Schwarz, Leiter Sachversicherung beim Finanzdienstleister MLP.

 

Fehlender Versicherungsschutz kostet

Die selbstklebende Versicherungsplakette erhalten Scooterfahrer über den Versicherer. In die bestehende Kfz-Versicherung kann der Roller nicht integriert werden, denn als eigenständiges Kraftfahrzeug braucht er auch eine eigene Versicherung. Wer ohne eine gültige Versicherungsplakette auf öffentlichen Wegen und Plätzen unterwegs ist, riskiert eine Strafe. Im Falle eines Unfalls kann es noch ungemütlicher werden: „Falls es nach einem Unfall zu Schadens-ersatzforderungen kommt, muss der Fahrer ohne Versicherungsschutz diese aus eigener Tasche zahlen. Das kann schnell teuer werden“, warnt Schwarz. Deshalb: Erst Plakette besorgen, dann losrollen.

 

Versicherungstipp: Modernisieren und Renovieren

 

Ein neuer Wintergarten oder Carport, das Dachgeschoss ausbauen, ein altersgerechter Umbau oder in eine neue Heizungsanlage, bessere Fenster und Wärmedämmung investieren? Das günstige Zinsniveau nutzen derzeit viele Hauseigentürmer, um ihr Eigenheim zu modernisieren, energieeffizient zu sanieren oder nach eigenen Wünschen auszubauen. In der Wohngebäudeversicherung sollte man dies zum Anlass nehmen und prüfen, ob der Wert des Hauses noch der Versicherungssumme entspricht. Jede Wertverbesserung kann sonst zu einer gefährlichen Unterversicherung und Leistungskürzungen im Schadenfall führen, erklärt Schadenexpertin Margareta Bösl von der uniVersa. Kommt auf der Baustelle ein Dritter zu Schaden, weil notwendige Sicherungsmaßnahmen nicht oder nicht genügend getroffen wurden, kann dies hohe Schadenersatzforderungen auslösen. Kleinere Bauvorhaben sind in der Regel bereits über die Privathaftpflichtversicherung mitversichert. Deshalb sollte man zuerst dort nachfragen, ob der Versicherungsschutz für das geplante Vorhaben ausreicht, empfiehlt Bösl. Sonst ist eine extra Bauherrenhaftpflichtversicherung erforderlich.

 

Nach der Schneeschmelze kommt die Flut. Doch wer zahlt für vollgelaufene Keller und teure Renovierungsarbeiten?

 

"Viele denken, dass die Wohngebäudeversicherung oder die Hausratversicherung Hochwasserschäden abdecken. Das stimmt jedoch nicht", klärt Peter Meier, Vorstandsmitglied der NÜRNBERGER Versicherung auf. "Nur die erweiterte Naturgefahrenversicherung schützt Sie gegen Schäden an der Immobilie und am Mobiliar durch Naturgewalten wie Überschwemmungen, Schneedruck oder Erdrutsch."

 

Was unterscheidet Hoch- von Schmelzwasser?

 

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Gelangt von massiv eingeschneiten Gebäuden Schmelzwasser ins Haus, weil die noch vorhandenen Schneemassen den Weg in den Kanal oder anderweitigen Ablauf versperren, zahlt auch die Naturgefahrenversicherung nicht. "Der Gebäudeeigentümer hat die Pflicht, seine Ablaufwege freizuhalten und von Schnee und Eis zu befreien", informiert der Experte. Ansonsten muss er für die Schäden selbst aufkommen.

 

Richtig absichern

 

Gut 300 Millionen Euro Schaden richten Überschwemmungen nach Starkregen und Hochwasser jährlich an. Dennoch haben nur 41 % der Haushalte eine Wohngebäudeversicherung mit Naturgefahrenschutz. Auf staatliche Unterstützung sollten sich Hausbesitzer aber nicht mehr verlassen, sondern selbst ihr Heim vor den Folgekosten nach Überschwemmungen absichern. Ab 1. Juli 2019 fordert die Bayerische Staatsregierung mehr Eigeninitiative und zahlt keine Soforthilfe mehr, wenn die Schäden versicherbar gewesen wären.

 

Weiße Gefahr auf dem Dach

 

Wetterdienste warnen vor starken Schneefällen. Die weißen Massen lassen auch Dächer nicht kalt: Kommt es zum Einsturz, können Hausbesitzer bald nicht mehr auf staatliche Soforthilfe hoffen.

 

Wer sich selbst kümmert, tut gut daran, denn die Bayerische Staatsregierung fordert künftig mehr Eigeninitiative: Sie will ab dem 1. Juli 2019 keine Soforthilfe mehr zahlen, wenn die Schäden versicherbar gewesen wären. Daher sollten sich Hausbesitzer nicht allein auf die staatliche Unterstützung verlassen, sondern ihr Heim selbst vor den Folgekosten einer Naturkatastrophe absichern. Seit 2017 ist die Nürnberger Partner der Kampagne "Elementar versichern" der Bundesregierung und informiert die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten des Versicherungsschutzes.

 

Zusatzbaustein Naturgefahren

 

"Für Hausdächer können ein paar Zentimeter Neuschnee manchmal schon zum Elefantengewicht werden. Kommt es durch eine hohe Schneelast zu Schäden an der Immobilie und dem Inventar, so greift die Wohngebäude- oder Hausratversicherung erst einmal nicht. Stattdessen springt - soweit vorhanden - die Naturgefahrenversicherung ein", erklärt Peter Meier, Vorstandsmitglied bei der Nürnberger Versicherung. "Eine bestehende Wohngebäude- oder Hausratversicherung kann jedoch in der Regel problemlos um den Baustein "Weitere Naturgefahren" ergänzt werden. Die Versicherung leistet dann auch bei Schäden durch Erdrutsch und Erdfall, Lawinen, Hochwasser sowie Überschwemmungen nach Starkregen."

 

Vielfältiger Verssicherungsschutz

 

Einstürzende Dächer und Gebäudeschäden sind nicht die einzigen Risiken, die von der schweren Schneelast ausgehen. Dachlawinen stellen eine weitere Bedrohung dar. Dabei können Autos oder gar Fußgänger von den Schneebrettern getroffen werden. Wer die entstandenen Schäden übernehmen muss, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Prinzipiell gilt: Beschädigt eine Dachlawine das Auto, kommt die Vollkaskoversicherung für die entstandenen Kosten auf. Werden dagegen Fußgänger verletzt, muss unter Umständen auch der Hausbesitzer beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung zahlen.

 

Mit Sturmschäden richtig umgehen

 

Besonders im Herbst und Winter kann es in Deutschland sehr stürmisch werden: der Temperaturunterschied zwischen warmer Tropenluft und kalter Polarluft ist so groß, dass sich Sturmtiefs bilden. Bereits zum Herbstbeginn zog das Sturmtief Fabienne mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 158 Stundenkilometer über Süd- und Mitteldeutschland hinweg und verursachte schwere Unwetterschäden.

 

„Um sein Hab und Gut vor solchen Naturgewalten zu schützen, sind zwei Dinge wichtig: Das Haus wetterfest machen und die notwendigen Versicherungen abschließen“, erklärt Claudia Scheerer, Pressesprecherin im Konzern Versicherungskammer.

 

Vorbereitung ist alles

 

Lose Dachziegel, herumliegende Gegenstände oder morsche Äste können bei einem Sturm Passanten verletzen oder Autos beschädigen. Hausbesitzer können bei einem Schadenfall haftbar gemacht werden, wenn sie Gefahrenquellen auf ihrem Grundstück nicht beseitigen. Damit nichts und vor allem niemand zu Schaden kommt, sollten Gebäudeeigentümer regelmäßig mögliche Risiken kontrollieren und beheben.

 

Wann ist ein Sturm ein Sturm?

 

Versicherungen sprechen von einem Sturm, wenn eine Windstärke von acht, also mindestens 62 Stundenkilometer, erreicht wird. Ein Sturm kann Hausdächer abdecken und Bäume entwurzeln. Wenn Teile des Dachs abgedeckt werden, kann auch die Einrichtung in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Schäden am Haus kommt die Wohngebäudeversicherung auf. Wenn der Sturm die Einrichtung beschädigt hat, springt die Hausratversicherung ein. Damit das eigene Auto abgesichert ist, ist eine Teilkaskoversicherung notwendig.

 

Elementarschäden nicht vergessen

 

Heftige Stürme, aber auch Hochwasser- und Überschwemmungskatastrophen, wie wir sie in den vergangenen Jahren bereits mehrmals, vor allem auch regional sehr begrenzt, gesehen haben, können für schwere Schäden an Gebäuden sorgen. Vielen Hausbesitzern ist oft nicht bewusst, dass ihr Gebäude nicht gegen alle Naturgefahren versichert ist. Für Schäden bei Überschwemmungen durch Hochwasser und Starkregen leistet eine Elementarschadenversicherung, die in der Regel mit einer Wohngebäudeoder Hausratversicherung abgeschlossen wird. Angesichts der Tatsache, dass die Bayerische Staatsregierung ab dem 1. Juli 2019 Unwetteropfern keine staatlichen Soforthilfen mehr gewährt, wenn die Immobilie versicherbar gewesen wäre, erhält die Elementarschadenversicherung eine besondere Brisanz. Entgegen der häufigen Annahme, dass eine große Anzahl von Gebäuden in Bayern nicht versicherbar wäre, sagt Scheerer: „Wir können in unserem Geschäftsgebiet 99,8 Prozent der Gebäude gegen Elementarschäden versichern“.

 

In jedem Fall ist es wichtig, nach einem Unwetter die Schäden mit Fotos oder Videos zu dokumentieren. Anschließend sollte man unverzüglich die Versicherung informieren. Hilfreich ist auch, eine Liste der zerstörten und beschädigten Gegenstände zu erstellen.

 

Verträge beenden:  Überflüssige Versicherungen kündigen oder widerrufen

Überflüssige Versicherungen kündigen oder widerrufen ist leicht. Entscheidend dafür ist der richtige Zeitpunkt, schreibt die Zeitschrift Finanztest.

 

Am schnellsten müssen Kunden handeln, die online einen Vertrag abgeschlossen haben, den sie gar nicht brauchen. Sobald die Versicherungsunterlagen per E-Mail ankommen, können Kunden den Abschluss längstens 14 Tage widerrufen. Ist dieser Zeitraum vorbei, gibt es noch eine zweite Chance, wenn der Versicherer einen Kunden beim Abschluss nicht über sein Widerrufsrecht informiert hat. Dann kann dieser auch Jahre später noch eine Rückabwicklung des Vertrags verlangen.

 

Verträge lassen sich auch ordentlich kündigen. Wer Überflüssiges entdeckt oder woanders ein besseres oder günstigeres Angebot erhält, kommt so aus alten Verträgen heraus. Die meisten Verträge werden für ein Jahr geschlossen. Ein bis drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahrs muss das Kündigungsschreiben bei der Versicherungsgesellschaft sein. Wichtig ist daher, den Brief rechtzeitig abzuschicken, am besten per Einschreiben mit Rückschein. Verpasst jemand die Kündigungsfrist, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr, es sei denn, es liegt ein Grund für eine außerordentliche Kündigung vor.

 

Außerordentlich kündigen kann man beispielsweise nach einem Schadensfall, wenn die Versicherung die Leistung ablehnt, nach einer Beitragserhöhung, wegen der Verschlechterung der Bedingungen oder wenn das zu versichernde Risiko wegfällt, so Finanztest. 

 

Was Versicherte beim Umzug beachten sollten

Ein Umzug will gut geplant sein: Umzugswagen mieten, helfende Hände finden, Versorgungsunternehmen und Internetanbieter informieren. Auch das Thema Versicherungen sollte in den Planungen berücksichtigt werden. Der Bund der Versicherten e. V. (BdV) klärt auf, welche Versicherungen für Schäden zahlen, die beim Umzug entstehen, und was Versicherte ansonsten beachten sollten. „Noch bevor der Umzugswagen rollt, sollte die Hausratversicherung die neue Anschrift kennen. Während des Wohnungswechsels besteht dann in beiden Wohnungen Versicherungsschutz“, sagt BdV-Pressesprecherin Bianca Boss. Zudem sollten alle am Umzug beteiligten Privatpersonen eine Privathaftpflichtversicherung besitzen.

 

Eine Privathaftpflichtversicherung ist auch beim Umzug unverzichtbar. „Beschädigt man etwa beim Tragen eines Schranks die Zimmertür der Mietwohnung, kommt die Privathaftpflichtversicherung dafür auf, denn sie tritt auch für Beschädigungen von „Mietsachen“ ein“, so Boss. Auch wenn Helfenden etwa der Flatscreen aus den Händen rutscht und zerstört wird, ist der Schaden durch deren Privathaftpflichtversicherung gedeckt. Besitzen sie allerdings keine Privathaftpflichtversicherung, besteht kein durchsetzbarer Schadenersatzanspruch. „Wer vorsätzlich etwas kaputt macht, muss in die eigene Tasche greifen. In diesen Fällen hilft keine Versicherung.“, erläutert die Verbraucherschützerin.

 

Wird der Umzug durch eine Spedition durchgeführt, haftet diese bei Beschädigungen – allerdings nach den Vertragsbedingungen des Umzugsunternehmens häufig begrenzt, bis zu einer bestimmten Schadenhöhe, pro Kubikmeter Laderaum. Im schlimmsten Fall hat der Umziehende das Nachsehen, weil ein Schaden nicht in voller Höhe übernommen wird. „Wer sich gegen dieses Risiko restlos schützen will, sollte eine Transportversicherung zum Neuwert abschließen“, so die Versicherungsexpertin.

 

Wird der Umzug auf eigene Faust mit einem geliehenen Transporter abgewickelt, besteht unterwegs kein Versicherungsschutz für die Ladung für transportbedingte Schäden. „Allerdings ist das Hab und Gut über die Außenversicherung der Hausratversicherung abgesichert, wenn eine auch sonst dort versicherte Gefahr eintritt, etwa das Umzugsfahrzeug abbrennt oder ein Einbruchdiebstahl stattfindet“, sagt Boss.

 

Dem Versicherungsunternehmen der Hausratversicherung muss ein Wohnungswechsel spätestens bei Umzugsbeginn angezeigt werden. Dabei ist die neue Wohnfläche und ein eventuell geänderter Hausratwert übermittelt werden. Falls der Prämiensatz durch den Umzug in eine höhere Tarifzone steigt, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Dieses kann innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung über die Erhöhung genutzt werden.

 

Der Kfz-Versicherung ist bei Umzug innerhalb eines Ortes lediglich die neue Anschrift mitzuteilen. Ändern sich durch den Wohnungswechsel prämienrelevante Faktoren, wird die Versicherungsgesellschaft die Prämie neu einstufen. Auch bei allen Personenversicherungen wie Berufsunfähigkeits-, Lebens- und Rentenversicherungen sowie Unfall- und Krankenversicherungen muss die neue Anschrift übermittelt werden.

 

Verliebt, verlobt, versichert: Diese Versicherungen sollten Paare anpassen

In den Sommermonaten werden jedes Jahr die meisten Ehen geschlossen. Das Jawort hat jedoch nicht nur Einfluss auf den Familienstand – auch der Versicherungsbedarf ändert sich. „Paare sollten unbedingt ihre Versicherungen prüfen und anpassen, denn häufig können sie durch den Bund fürs Leben auch von besseren Konditionen profitieren“, erläutert Bianca Boss, Pressesprecherin des Bund der Versicherten e. V. (BdV). Der BdV empfiehlt insbesondere die Prüfung von bestehenden Haftpflicht-, Risikoleben- und Hausratversicherungen.

 

Der Blick in den Versicherungsordner kann sich für Frischvermählte lohnen, denn häufig zeigt sich erhebliches Sparpotenzial. „Hatten beide Partner bisher jeweils eine Privathaftpflichtversicherung, ist eine der Policen künftig überflüssig. Der zuletzt geschlossene Vertrag kann in der Regel aufgehoben werden", so Boss. Wichtig ist es auch die Versicherung zu informieren, mit der der Haftpflichtvertrag weitergeführt werden soll. Beinhaltet der verbleibende Vertrag bereits eine Familienpolice, ändert sich die Prämie nicht. „Wurde er jedoch als Singletarif abgeschlossen, werden die meisten Versicherungen diesen in eine Familienpolice umstellen und die Prämie neu berechnen“, erklärt die Verbraucherschützerin.

 

Ähnlich ist es, wenn bisher zwei separate Hausratversicherungen bestanden und das Paar nun zusammenzieht. „Der Versicherer, bei dem der jüngere Vertrag besteht, ist meistens bereit, diesen aufzuheben. Ansonsten bleibt nur die ordentliche Kündigung – diese muss spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres erfolgen“, erläutert Boss. Außerdem sollte die Versicherungssumme überprüft und gegebenenfalls an den Wert des gemeinsamen Hausrats anpasst werden.

 

Um die bessere Hälfte auch nach dem eigenen Tod versorgt zu wissen, ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll. Eine solche Hinterbliebenenabsicherung ist nicht nur bei finanzieller Abhängigkeit wichtig, sondern auch, wenn noch Kredite abzuzahlen sind. „Wird eine bestehende Risikolebensversicherung in die Partnerschaft eingebracht, sollte das Bezugsrecht dementsprechend angepasst werden“, so die Versicherungsexpertin.

 

Übrigens können einige Versicherungsverträge nicht erst zusammengelegt werden, nachdem der Bund fürs Leben geschlossen wurde. Schon die gemeinsame Wohnung führt unter Umständen dazu, dass man Verträge zusammenführen und damit viel Geld sparen kann.

 

Europäischer Vergleich: Sind die Deutschen überversichert?

2219 Euro geben die Bundesbürger pro Kopf jährlich für Versicherungsprodukte aus – weniger als die Hälfte davon jedoch nur für Produkte der Altersversorge wie Lebensversicherungen. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland damit deutlich hinterher. In der Schaden- und Unfallversicherung liegen die durchschnittlichen Beiträge im europäischen Mittelfeld. Dass die Deutschen übersichert seien, eine regelmäßig geäußerte Vermutung, bestätigt der vom europäischen Versicherungsverband Insurance Europe (IE) vorgelegte Bericht demnach nicht. Europäer geben laut dem Bericht von Insurance Europe im Durchschnitt 1.843 Euro pro Jahr für Versicherungen aus. Die Deutschen liegen mit ihren 2219 Euro somit leicht über dem europäischen Schnitt. Wesentlich mehr Geld für private Versicherungen geben die Bürger etwa in der Schweiz (fast 6.000 Euro), den Benelux-Staaten (Niederlande: 4492 Euro, Luxemburg: 3624 Euro, Belgien: 2910) und in den skandinavischen Ländern aus (Dänemark: 3778 Euro, Finnland: 3676 Euro, Norwegen: 3508 Euro, Schweden: 2740 Euro).

 

Decken sich Deutsche übermäßig mit Versicherungen ein?

Die gern geäußerte Vermutung, die Deutschen seien ein Volk, das sich übermäßig mit Versicherungsprodukten eindeckt und quasi überversichert ist, kann die Untersuchung des Versicherungsverbandes damit nicht bestätigen. Vor allem im Bereich Altersvorsorge besteht offensichtlich Nachholbedarf. Im Schnitt gab hier jeder Deutsche 1067 Euro für Lebensversicherungen im Jahr aus. Damit rangiert Deutschland zum Beispiel weit hinter den Briten (2740 Euro). Auch in Belgien (1925 Euro), Frankreich (1728 Euro), Italien (1146 Euro) und den Niederlanden (1135 Euro) geben die Menschen mehr für private Altersvorsorge aus als in Deutschland.

 

Durchschnittliche Pro-Kopf-Beiträge in Schaden- und Unfallversicherung

In den Sparten der Schaden- und Unfallversicherung (u.a. Kraftfahrt-, Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherung) rangieren die Deutschen mit durchschnittlichen Pro-Kopf-Beiträgen in Höhe von jährlich 716 Euro ebenfalls hinter Großbritannien (991 Euro), Österreich (951 Euro), Frankreich (885 Euro) und Belgien (863 Euro). 

 

2.219 Euro geben die Deutschen im Schnitt jedes Jahr für Versicherungen aus

Ob alle Risiken bestmöglich abgedeckt sind und wo gespart werden kann, offenbart ein regelmäßiger Policen-Check. CosmosDirekt gibt Tipps, wie man den Überblick behält und im Bedarfsfall optimal versorgt ist. Das gilt auch für Unterlagen und Dokumente im Versicherungsordner. Denn wer seine Policen kennt, kann Sparpotenziale identifizieren und eventuell vorhandene Absicherungslücken schließen. Zunächst heißt es: Für einen schnellen Zugriff und Überblick die Versicherungsunterlagen sichten und thematisch sortieren. Wer auf den Papierordner ganz verzichten möchte, dem bieten virtuelle Versicherungsordner im Internet, wie zum Beispiel "meinCosmosDirekt", zahlreiche Vorteile. Von jedem Ort aus kann man so auf die Unterlagen zugreifen und wichtige Versicherungsangelegenheiten unabhängig regeln.

 

Verträge prüfen und Vorteile nutzen

 

Viele Verträge enthalten wertvolle Zusatzleistungen, die mit dem Abheften der Unterlagen schnell in Vergessenheit geraten. Hilfreiche Extras bei der Unfallversicherung sowie Nachversicherungsgarantien beim Risiko- oder Berufsunfähigkeitsschutz sind Beispiele. "Wer sich die Mühe macht, seine Verträge auf solche Zusatzleistungen hin zu überprüfen und sich eine Merkliste erstellt, kann im Leistungsfall profitieren", erklärt Michael Greifenberg, Versicherungsexperte von CosmosDirekt.

 

Neue Lebenssituation - neuer Bedarf

 

Veränderungen im Leben haben auch Auswirkungen auf den Versicherungsbedarf. So können Paare, die in häuslicher Gemeinschaft leben, mit gemeinsamen Versicherungen Geld sparen: Verträge wie eine private Haftpflicht- oder Hausratversicherung werden nur noch einmal benötigt. Bei Umzug oder Umbau ist außerdem eine Anpassung der Hausratversicherung notwendig. Vergrößert sich der Wohnraum, reicht die bisherige Versicherungssumme meist nicht mehr aus.

 

Optimieren und sparen

 

Jedes Jahr sichern sich viele Autofahrer durch einen Wechsel der Kfz-Versicherung Vorteile - allein 2013 haben 1,87 Millionen ihren Kfz-Versicherer gewechselt. Weniger bekannt ist dieses Vorgehen zum Beispiel bei der privaten Haftpflicht- oder Hausratversicherung. Auch hier bieten neuere Tarife je nach Versicherer häufig bessere Leistungen im Schadenfall als ältere.

 

Ausmisten und aufbewahren

 

Versicherungsverträge und Vertragsänderungen müssen so lange aufbewahrt werden, wie die Police gültig ist. Achtung: Wurde ein Vertrag gekündigt, gehören nicht alle Unterlagen sofort in den Müll. "Wer Auszahlungen erwartet, etwa aus einer Lebens- oder Rentenversicherung, sollte die Vertragsdokumente aufbewahren", sagt Michael Greifenberg. "Sie können später für steuer- oder erbschaftsrechtliche Fragen wichtig werden." Grundsätzlich gilt: Dokumente mit sensiblen Daten sollten sachgerecht vernichtet werden.

 

Tipps für Hinterbliebene: Was sie über Versicherungen wissen sollten

Testament, Tod, Nachlass - keine Themen, mit denen man sich gern befasst. Im Ernstfall jedoch sollten Lebenspartner oder andere Angehörige den Überblick über abgeschlossene Policen und Leistungen haben. CosmosDirekt erklärt, was Hinterbliebene wissen sollten. Damit Angehörigen bei einem Todesfall die Suche nach Unterlagen und Fristen erspart bleibt, sollten Versicherte ihre Verträge sowie andere wichtige Dokumente sicher und geordnet ablegen. Partner oder Angehörige sollten nicht nur wissen, welche Versicherungspolicen existieren; sie sollten auch darüber informiert sein, was im Fall der Fälle zu tun ist.

 

Policen mit Kapitalauszahlungen

 

Lebens- und Unfallversicherungen zahlen im Todesfall an Hinterbliebene. Wichtigster Schritt für den Versicherten: im Vertrag namentlich klären, wer im Todesfall die Leistung erhalten soll. Dieses sogenannte Bezugsrecht sollten Versicherte von Zeit zu Zeit überprüfen und bei veränderten Gegebenheiten anpassen. Nur so können sie sicherstellen, dass die Leistung wirklich an die Person gezahlt wird, die sie zum aktuellen Zeitpunkt begünstigen wollen. Denn unabhängig von sonstigen privatrechtlichen Verfügungen wie z.B. einem Testament wird die Versicherungsleistung immer an den in der Police genannten Empfänger gezahlt. Angehörige sollten wissen, aus welchen Verträgen sie eine Zahlung zu erwarten haben. Denn der Versicherer kann erst dann eine Leistung erbringen, wenn ihm der Todesfall auch angezeigt wird. Verträge wie Lebens- oder Unfallversicherungen bedürfen keiner besonderen Kündigung; sie enden automatisch, wenn der Versicherte stirbt.

 

Sachversicherungen

 

Private Haftpflichtversicherung: Sie endet bei Tod des Versicherten grundsätzlich automatisch. Gilt der Schutz jedoch auch für Familienmitglieder, bleibt er bestehen, bis der nächste Beitrag fällig wird. Dann können sich Angehörige entscheiden, ob sie die Police übernehmen möchten.

 

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Übernehmen Erben Wohnung oder Haus des Verstorbenen, geht die Hausratversicherung bzw. die Wohngebäudeversicherung automatisch auf sie über. Eine Kündigung ist erst zum regulären Ablauf vorgesehen, ein vorzeitiges Sonderkündigungsrecht existiert nicht. In der Regel zeigen sich die Versicherer bei vorzeitigen Kündigungen kulant und akzeptieren diese auch vor dem regulären Termin. Einzige Ausnahme: die Wohngebäudeversicherung. Hier wird zum Schutze des künftigen Gebäude-Eigentümers eine Vertragskündigung erst nach der Eintragung des neuen Eigentümers in das Grundbuch akzeptiert.

 

Kfz-Versicherung: Auch eine Kfz-Versicherung wird automatisch umgeschrieben, wenn ein Erbe das Fahrzeug übernimmt. Wie bei Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gilt auch bei der Kfz-Versicherung kein Sonderkündigungsrecht, es sei denn der Erbe veräußert das Fahrzeug.

 

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