Hundehalter sollten Haftpflichtversicherung genau prüfen 

Etwa 100.000 Haftpflichtschäden verursachen Hunde laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr. 

 

Beruhigter dürften da Hundehalter aus Sachsen-Anhalt sein, wenn sie mindestens eine nach dem hiesigen Hundegesetz verpflichtende Hundehaftpflichtversicherung über mindestens 1 Million Euro für Personen- und Sachschäden sowie 50.000 Euro für sonstige Vermögensschäden vorweisen können. Denn verursacht der Vierbeiner einen Schaden, tritt die Hundehaftpflichtversicherung dafür ein.

 

Diese Versicherung ist spätestens drei Monate nach Geburt des Hundes abzuschließen und aufrechtzuerhalten. Hundehalter, die dieser Verpflichtung nicht nachkommen oder nur unzureichende Deckungssummen in ihren Policen vereinbart haben, begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu zehntausend Euro geahndet werden kann. 

 

Außerdem sollte sich jeder Hundehalter bewusst sein, dass jeder vom Hund verursachte Schaden ohne passenden Versicherungsschutz im Einzelfall finanziell Existenz bedrohend sein kann. Hundebesitzer sollten deshalb kein finanzielles Risiko eingehen und eine entsprechende Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen. Dabei geht es nicht nur um Verletzungen, die anderen durch den Vierbeiner zugefügt wurden. Tierhalter können beispielsweise auch für Folgeschäden haftbar gemacht werden, wenn jemand erschrickt und sich deshalb verletzt. Auch für Sachschäden an gemieteten Räumen, die durch den Hund versursacht werden, haftet der Hundehalter. Egal, ob dem Hundehalter ein Verschulden trifft oder nicht. Die private Haftpflichtversicherung des Hundehalters deckt solche Schäden nicht ab.

 

Die Verbraucherzentrale rät zu einer höheren Versicherungssumme als gesetzlich vorgeschrieben. Das sind mindestens 3 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden sowie mindestens 50.000 Euro für Vermögensschäden. Damit sind die Hundehalter im Schadenfall auf der sicheren Seite und der jährliche Beitrag ist nicht viel teurer als bei niedrigeren Deckungssummen. Die Versicherungsbeiträge für eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung betragen je nach Versicherer und Leistungsumfang ab 60,- Euro im Jahr. Wer eine Selbstbeteiligung vereinbart, zahlt etwas weniger, so die Verbraucherzentrale.

 

Tier-Krankenversicherung in 2017 gefragter

Ob Camping im heimischen Wald oder Entspannen an sonnigen Stränden: Hundebesitzer verbringen ihre freie Zeit am liebsten in Begleitung ihrer Vierbeiner. Doch gerade Erkundungstouren in der Natur bergen für Hunde Verletzungsgefahren. Eine Gelenkverletzung beim Wandern oder ein Muschelsplitter in der Pfote werden da zum unerwünschten Souvenir. „Die Behandlung solcher Verletzungen beim Tierarzt ist häufig nicht mit einem einzigen Besuch abgeschlossen“, weiß Sven Poplawski, Experte der AGILA Haustierversicherung. „Vor allem Untersuchungen im Ausland enden schnell mit einer hohen Rechnung.“ Etwa ein Viertel aller Halter hat vor dem Kauf des Hundes die anfallenden Tierarztkosten unterschätzt. Das ergab eine exklusive Umfrage der AGILA Haustierversicherung mit Statista unter 1.390 Hundebesitzern.

 

Hinzu kommt, dass rund 77% der Befragten keine Versicherung für ihre Fellnase abgeschlossen haben, die die Kosten einer tierärztlichen Behandlung abdeckt. Dabei gehören Tierarztbesuche zu einem langen, gesunden Hundeleben dazu. Bereits im Welpenalter müssen die Vierbeiner geimpft und entwurmt werden, um späteren Krankheiten vorzubeugen. Von Schnupfen über Ausschlag bis zu einer plötzlich auftretende Allergie: Mit der Behandlung sind unweigerlich auch Ausgaben verbunden. Eine Krankenversicherung ist für Hunde daher ebenso sinnvoll wie für Menschen. Erkrankt der Vierbeiner, summieren sich die Kosten für Erstversorgung, Diagnose, Behandlung und Nachkontrolle schnell. Alleine bei einer MRT-Untersuchung fallen durchschnittliche 500 Euro an, für die Behandlung eines Kreuzbandrisses oder einer Hüftgelenkserkrankung des Vierbeiners werden im Schnitt sogar 1.500 Euro aufgerufen. Eine Krankenversicherung deckt auch solche hohen und für die Besitzer oft unerwarteten Summen ab.

 

Wer eine Tierkrankenversicherung für Hunde abschließen möchte, sollt sich vorher ausreichend informieren, rät Sven Poplawski. „Nicht jede Versicherung bietet dieselben Konditionen an. Häufig ist die Höhe des Beitrags von Rasse oder Alter des Tieres abhängig. Auch eine Behandlung im Ausland ist nicht immer abgedeckt.“ Es lohnt sich also, die verschiedenen Angebote genau zu vergleichen.

 

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