Kosten fürs Home-Office in der Corona-Krise absetzen?

 

Nach aktuellem Steuerrecht lassen sich die Kosten fürs Home-Office nur dann absetzen, wenn der Arbeitnehmer zu Hause ein eigenes Arbeitszimmer hat. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) empfiehlt, die Bestimmungen angesichts der Corona-Krise zu lockern, sodass auch die Kosten für eine Arbeitsecke absetzbar sein können.

 

Vorübergehendes Home-Office in der Corona-Krise

 

Die meisten Arbeitnehmer, die jetzt aufgrund der Corona-Pandemie teilweise oder ganz von zu Hause aus arbeiten müssen, haben ihren Arbeitsplatz normalerweise im Unternehmen: das Büro mit Schreibtisch, Stuhl, Computer, Telefon, Drucker und ähnlichen Geräten.

 

Wer nun plötzlich im Home-Office ist, sitzt in vielen Fällen am Esstisch, in der Arbeitsecke im Wohnzimmer oder auch am Schreibtisch im Flur und arbeitet mit einem betrieblichen Laptop oder am eigenen Computer mit Login-Zugriff auf den betrieblichen Server.

 

Für die Mehrheit der Arbeitnehmer ist dieses mobile Arbeiten als vorübergehende Lösung angesichts der Corona-Krise gedacht: Um Ansteckungen mit dem Virus zu vermeiden, arbeiten sie für einige Wochen oder Monate ausschließlich von zu Hause aus oder im Wechsel zwischen Büro und zu Hause, sodass beispielsweise nur jeweils ein Arbeitnehmer im Büro des Arbeitgebers sitzt.

 

Aktuelles Steuerrecht: Es muss ein separates Arbeitszimmer sein

 

Nach aktuellem Steuerrecht können Arbeitnehmer die Kosten für ihr Arbeitszimmer nur dann absetzen, wenn es sich dabei um einen eigenen Raum handelt. Ein Durchgangszimmer, den Küchentisch oder die Ecke im Wohnzimmer erkennt das Finanzamt nicht an. Denn: Das Arbeitszimmer muss fast ausschließlich für die berufliche Tätigkeit genutzt werden.

 

Bei der Frage, wie viel Kosten Arbeitnehmer für ihr Arbeitszimmer absetzen können, entscheidet die Art der Nutzung: Ist das separate Arbeitszimmer der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit - zum Beispiel bei freischaffenden Journalisten oder Schriftstellern - können die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten abgesetzt werden.

 

Wird das separate Arbeitszimmer lediglich für bestimmte berufliche Aufgaben genutzt und steht dafür beim Arbeitgeber kein entsprechender Arbeitsplatz zur Verfügung, können maximal 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten in die Steuererklärung eingetragen werden. Das gilt zum Beispiel für Lehrer oder Außendienstmitarbeiter.

 

VLH: Auch die Kosten für die Arbeitsecke sollten in Corona-Zeiten anerkannt werden

 

Für Arbeitnehmer und Angestellte, die derzeit aufgrund der Corona-Pandemie ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten, gilt bislang nach wie vor: Nur für ein separates Arbeitszimmer lassen sich die Kosten absetzen. Wer derzeit und über mehrere Wochen im Home-Office in der Arbeitsecke im Wohnzimmer sitzt, geht leer aus.

 

Die VLH betrachtet es deshalb als sinnvoll, die besondere Situation der Corona-Pandemie bei verstärktem Einsatz im Home-Office steuerlich zu berücksichtigen: Bundesregierung und Finanzministerium sollten für das Steuerjahr auch die tatsächlichen Kosten für eine Arbeitsecke anerkennen, sowie anteilig die Kosten für Strom, Telefon oder Miete - genau wie für den privat finanzierten Bürostuhl oder Computer.

 

Unsere Empfehlungen für Arbeitnehmer

 

Bis entsprechende Änderungen für das Steuerjahr 2020 kommen sollten, empfehlen wir Arbeitnehmern daher folgendes:

 

- Ob mit oder ohne separatem Arbeitszimmer: Arbeitnehmer sollten sich eine schriftliche Bescheinigung ihres Arbeitgebers ausstellen lassen, in welchem Zeitraum ihr Arbeitsplatz im Unternehmen nicht zur Verfügung stand und der

  Arbeitnehmer deshalb von zu Hause aus arbeiten musste.

- Außerdem sollten Arbeitnehmer möglichst präzise aufzeichnen, wann sie ihre Arbeitsecke oder Arbeitszimmer genutzt haben - zum Beispiel in Form einer Tabelle mit Datum, Anzahl der Stunden usw.

- Rechnungen für zum Beispiel Druckerpapier, Schreibmaterial, Stromkosten und Telefonkosten sollten aufbewahrt werden, falls der Arbeitgeber diese Kosten nicht erstattet.

- Je detaillierter die Aufzeichnungen und die Nachweise sind, desto größer sind die Chancen, dass die Finanzämter die Aufwendungen anerkennen.

 

Vorsorge-Sparer aufgepasst: Diese Fehler sollten in der Steuererklärung für 2019 vermieden werden

 

Seit dem vergangenen Jahr dürfen sich Steuerpflichtige für ihre Steuererklärung bis Ende Juli Zeit lassen. Doch ob frühzeitige Abgabe oder Ausreizen der Frist bis zum Ende – wer zusätzlich privat vorsorgt, sollte beim Absetzen der Altersvorsorge-Beiträgen darauf achten, nicht durch falsche Einträge versehentlich Geld zu verschenken. Denn das Finanzamt weist Verbraucher nachträglich nicht darauf hin, wie sie sich besserstellen können.

 

Die Steuererklärung gehört klassischerweise zu den Dingen, die im Alltag gerne möglichst lange aufgeschoben werden. Entlastung erfahren Verbraucher immerhin durch Versicherungsunternehmen, denn diese senden die Informationen über Altersvorsorgebeiträge – zum Beispiel für Riester- oder Basis-Renten – bei Bedarf automatisch ans Finanzamt. Der Gesetzgeber verpflichtet sie, dies anzubieten. Hierfür müssen Versicherte nur ihre Steuernummer beim Unternehmen hinterlegen und in die Datenübermittlung einwilligen. Verbraucher, die ihre Steuererklärung komplett digital ausfüllen und einreichen, profitieren von einem weiteren Vorteil: Die Software übernimmt die Vorjahres-Daten und gibt in den meisten Fällen Hinweise, wenn der Nutzer etwas falsch eingibt.

 

Achtung vor diesen Fehlerquellen

 

Das vereinfachte Bescheinigungsverfahren ist bequem, dennoch müssen steuerpflichtige Vorsorge-Sparer einiges beachten. Um für Riester- und Basisrente tatsächlich staatliche Förderung zu erhalten, müssen sie die geleisteten Beiträge auch an der richtigen Stelle eintragen: Riester-Sparer können pro Jahr maximal 2.100 Euro in der Anlage „AV“ ansetzen. Stehen die Angaben in diesem Formblatt, dann rechnet das Finanzamt automatisch nach, ob sich Sparer mit der Riester-Zulage besserstellen oder mit dem Sonderausgabenabzug.

 

Noch häufiger unterlaufen Fehler beim Eintragen einer Basis-Rente und einer oftmals damit kombinierten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung: Der Jahresgesamtbeitrag ist in Zeile 8 der Anlage „Versorgungsaufwand“ einzutragen. Viele Steuerpflichtige tragen diesen irrtümlich in Zeile 47 bei „freiwilligen eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen“ ein. Das Finanzamt jedoch informiert Steuerzahler nicht über diesen Fehler und erstattet je nach Einkommenshöhe keinen Cent. Nur Beiträge zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung werden hier eingetragen.

 

Betriebsrente muss nicht angesetzt werden

 

Die Beiträge zur geförderten betrieblichen Altersversorgung (bAV) werden nicht in der Steuererklärung angegeben, denn die Zahlung der Beiträge erfolgt über die Entgeltabrechnung direkt vom Arbeitgeber. In der Direktversicherung sind Beiträge in Höhe von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG DRV) von der Steuer befreit (2019: 6.432 Euro). Sozialversicherungsfrei sind vier Prozent der BBG DRV (2019: 3.216 Euro Euro). Bietet der Arbeitgeber die bAV-Durchführungswege Unterstützungskasse oder Direktzusage an, bleiben die Beiträge für diese Durchführungswege in voller Höhe steuerfrei. Werden die Beiträge vom Arbeitgeber getragen, sind sie zudem auch in voller Höhe sozialabgabenfrei. Beiträge im Rahmen einer Entgeltumwandlung sind zusätzlich zu denen einer Direktversicherung bis vier Prozent der BBG DRV sozialabgabenfrei.

 

Folgende Versicherungsbeiträge sind zudem relevant

 

Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können Erwerbstätige für 2019 in Höhe der Basisabsicherung vollständig in der Steuererklärung ansetzen. Diese müssen in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ in den Zeilen 11 bis 44 eingetragen werden. Übersteigen die tatsächlichen Aufwendungen den Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro (Selbstständige: 2.800 Euro), so kann der gesamte Betrag angesetzt werden. Für Verheiratete verdoppelt sich der Betrag bei gemeinsamer Veranlagung. Zudem können Eltern neuerdings auch die Krankenversicherungsbeiträge der bei ihnen steuerlich zu berücksichtigenden Kinder als Sonderausgaben ansetzen, sofern sie Bar- oder Sachunterhalt leisten.

 

Bleibt die Summe von Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträgen unterhalb des ansetzbaren Maximalbetrags, können Steuerpflichtige bis zu ihrer Höchstgrenze zusätzliche Vorsorgeaufwendungen in den Zeilen 47 und 48 angeben. Dazu zählen zum Beispiel Haftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. „Auch den beruflichen Anteil an einem Beitrag zur Rechtsschutzversicherung können Arbeitnehmer steuerlich geltend machen. Viele Versicherer weisen diesen Anteil explizit in der Beitragsrechnung aus“, sagt Michael Schwarz, Leiter Sachversicherungen beim Finanzdienstleister MLP. Diesen Beitragsanteil können Arbeitnehmer als Werbungskosten in der Anlage N erklären.

 

Energetische Gebäudesanierung: Bis zu 40.000 Euro von der Steuer absetzen

 

Neue Fenster, neue Heizung, Wärmedämmung: Seit dem 1. Januar 2020 lassen sich für diese und ähnliche Sanierungsmaßnahmen am eigenen Haus bis zu 40.000 Euro steuerlich absetzen. Um welche Maßnahmen es dabei geht und wie es funktioniert, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).

 

Im Herbst 2019 beschloss das Bundeskabinett das Klimaschutzprogramm 2030. Wer eine Immobilie besitzt und selbst bewohnt, kann demnach seit diesem Jahr folgende Maßnahmen steuerlich absetzen:

 

   - Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken,

   - Erneuerung der Fenster oder Außentüren,

   - Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,

   - Erneuerung einer Heizungsanlage,

   - Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und

     Verbrauchsoptimierung,

   - Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

 

Absetzbar sind 20 Prozent der Aufwendungen, maximal insgesamt 40.000 Euro, und zwar verteilt über drei Jahre. In dem Jahr, in dem die energetische Gebäudesanierungsmaßnahme erfolgt, sowie im darauffolgenden Kalenderjahr sind maximal sieben Prozent der Kosten und höchstens 14.000 Euro absetzbar; im zweiten darauffolgenden Kalenderjahr maximal sechs Prozent der Aufwendungen und höchstens 12.000 Euro.

 

Wichtig: Wer eine energetische Gebäudesanierungsmaßnahme von der Steuer absetzen will, benötigt dafür eine Rechnung. Darin müssen in deutscher Sprache die förderungsfähige energetische Maßnahme, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens und die Adresse des Gebäudes beschrieben sein. Außerdem erkennt das Finanzamt lediglich per Überweisung gezahlte Rechnungen an, keine Barzahlungen.

 

Drei Viertel der Deutschen zahlen gern Steuern

 

Neue repräsentative Umfrage für das Bundesfinanzministerium

 

Die Einstellung der Deutschen zu Steuern und Steuersystem ist nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bundesfinanzministeriums deutlich positiver als allgemein angenommen: Drei Viertel oder 76 Prozent der Bürger geben in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Public an, persönlich gern Steuern zu zahlen und damit einen Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten. Die Umfrageergebnisse liegen der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstag) exklusiv vor. Eine breite Mehrheit von 77 Prozent ist zudem der Meinung, der Staat solle für gute Lebensbedingungen sorgen und seine Bürger absichern, "auch wenn dies mit höheren Steuern verbunden ist".

 

Die breite Mehrheit von 87 Prozent befürwortet die einkommensabhängige Steuerprogression, die Besserverdienende proportional stärker belastet als Geringverdiener. Allerdings ist auch eine knappe Mehrheit von 53 Prozent der Befragten der Meinung, sie müssten persönlich zu viel Steuern und Abgaben zahlen. Acht von zehn Befragten (82 Prozent) sind der Auffassung, dass es keine Steuergerechtigkeit gebe, "weil die Reichen doch immer einen Weg finden, um weniger Steuern zu zahlen als sie müssten".

 

Steuerhinterziehung müsse hart bestraft werden, findet die überwältigende Mehrheit der Bürger - egal, ob es sich dabei um Unternehmen (97 Prozent) oder Privatpersonen (92 Prozent) handelt. Allerdings sind nur 38 Prozent der Befragten der Meinung, dass Steuergeld im Allgemeinen sinnvoll verwendet wird.

 

Wenn sie selbst entscheiden könnten, würden die Bürger diese Prioritäten setzen: Auf Platz eins der wichtigsten finanzpolitischen Handlungsfelder rangieren mit 90 Prozent Zustimmung mehr Investitionen in Bildung und Erziehung. Auf Platz zwei folgen mit 87 Prozent Mehrausgaben für die Pflege. Investitionen in mehr bezahlbaren Wohnraum nennen 80 Prozent der Befragten. Dagegen rangiert der Schuldenabbau auf dem vorletzten Platz (23 Prozent) und Ausgaben für Rüstung und Verteidigung mit nur acht Prozent Unterstützung sogar auf dem letzten Platz der Skala. Die Befragten sollten jeweils vier finanzpolitische Ziele nennen und diese dann nach ihrer Wichtigkeit einordnen.

 

Das ändert sich 2020 für Familien

 

Änderungen für Familien 2020

 

Alleinerziehende und Familien haben jetzt ein paar Euros mehr

 

Starke-Familien-Gesetz, Gute-Kita-Gesetz, Bildungs- und Teilhabepaket, Bürokratieentlastungsgesetz III und jetzt ist auch noch das Jahressteuergesetz 2020 in Kraft getreten. So manchen Eltern fällt es schwer, den Überblick zu behalten, inwieweit sie für ihre Kinder eine Erleichterung oder Förderung vom Staat bekommen. Bei nachfolgenden finanziellen Entlastungen für Familien ändert sich im neuen Jahr etwas.

 

Kindergeld & Kinderzuschlag

 

Die Höhen des Kindergeldes und des zusätzlichen Kinderzuschlags für niedrigverdienende Eltern bleiben an sich unverändert. Jedoch entfällt zum 01.01.2020 die bisherige Einkommenshöchstgrenze für den Kinderzuschlag. Somit entfällt der Kinderzuschlag bei ein bisschen mehr Verdienst nicht schlagartig, sondern läuft bei Einkommenssteigerungen gemächlich aus. Die zusätzlichen Einkünfte der Eltern, die über ihren Selbstbedarf hinausgehen, mindern den Kinderzuschlag seit Jahresbeginn nur mehr um 45 Prozent, so dass ein bisschen mehr vom Zuschlag übrigbleibt.

 

Kinderfreibetrag

 

Der Kinderfreibetrag, der das sächliche Existenzminimum von Kindern gewährleisten soll, wurde um 96 Euro je Elternteil auf 2.586 Euro erhöht. Der Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsfreibetrag bleibt unverändert bei 1.320 Euro je Elternteil. Für eine Familie beträgt der Freibetrag pro Kind und Jahr nun 7.812 Euro insgesamt.

 

Kranken- und Pflegeversicherung des Kindes

 

Erziehungsberechtigte Eltern können die zusätzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ihres Kindes künftig als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Es spielt keine Rolle mehr, ob das Kind selbst Einnahmen hat. Die gesetzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung des Kindes können jedoch nur als Vorsorgeaufwendungen, entweder bei den Eltern oder beim Kind, in der Steuererklärung eingetragen werden.

 

Mindestunterhalt

 

Haben sich die Eltern eines Kindes getrennt, so zahlt meist derjenige, bei dem die Kinder nicht leben, Unterhalt an den anderen Elternteil. Für Kinder unter sechs Jahren müssen seit 01.01.2020 mindestens 369 Euro monatlich geleistet werden. Bis zum zwölften Lebensjahr steigt er auf mindestens 424 Euro im Monat an. Bis zur Volljährigkeit beträgt die monatliche Unterstützung mindestens 497 Euro, gemäß der überarbeiteten Düsseldorfer Tabelle. Für volljährige Kinder wurde der Mindestunterhalt in der niedrigsten Einkommensgruppe mit 530 Euro kaum erhöht. Dafür beträgt der Mindestsatz für Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, seit Jahreswechsel 860 Euro pro Monat.

 

Unterhaltsvorschuss

 

Alleinerziehende, die vom anderen Elternteil keine oder nur unregelmäßig Unterhaltszahlungen bekommen, können einen Unterhaltsvorschuss beantragen. Dieser wurde zum Jahresanfang erhöht und beträgt nun bis zum sechsten Geburtstag 165 Euro, bis zum zwölften Lebensjahr 220 Euro und darüber hinaus bis zur Volljährigkeit 293 Euro.

 

Unterhaltshöchstbetrag

 

Wer sein bedürftiges Kind, für das kein Kindergeld mehr gewährt wird, oder seinen bedürftigen Lebenspartner oder seine bedürftigen Eltern finanziell unterstützt, der kann im neuen Jahr 240 Euro mehr steuerlich geltend machen. Entsprechend der Erhöhung des Grundfreibetrags wurde auch der Unterhaltshöchstbetrag auf 9.408 Euro im Jahr angeglichen. Dadurch können höhere Unterhaltsleistungen als bisher, nämlich 784 Euro monatlich, als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Der Höchstbetrag für Unterhaltsleistungen wird jedoch um die Einkünfte des Bedürftigen, die über 624 Euro im Jahr liegen, gekürzt.

 

Gesetzesnovelle ermöglicht mehr Bürgern kostengünstige Einkommensteuerberatung

 

Gute Nachrichten zu Jahresbeginn

 

Das Steuerberatungsgesetz (StBerG) gibt in Deutschland vor, bei welchen Einkunftsarten und bis zu welchen Einkommensgrenzen in einen Veranlagungsjahr ein Lohnsteuerhilfeverein helfend tätig werden darf. Mussten in der Vergangenheit zum Beispiel Steuerpflichtige mit höheren Mieteinnahmen von Lohnsteuerhilfevereinen aufgrund der begrenzten Beratungsbefugnis abgewiesen werden, so bringt das Dritte Bürokratieabbaugesetz ab dem 01.01.2020 für die Bürger Verbesserungen.

 

Die Grenzbeträge für andere Einkunftsarten wurden für Einzelveranlagte um 5.000 Euro jährlich auf 18.000 Euro und für Zusammenveranlagte auf 36.000 Euro erhöht. Sie betreffen in erster Linie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aber z. B. auch Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften oder Einkünfte aus Kapitalvermögen, soweit diese nicht abgeltend besteuert wurden. Aufgrund der hohen Mietpreise in Großstädten war die gesetzlich beschlossene Erweiterung der Einkommensgrenzen längst überfällig.

 

Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Unterhaltsleistungen, Renten oder andere Altersbezüge, Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen stehen einer Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein niemals entgegen. Darüber hinaus dürfen Übungsleiter, ehrenamtliche Helfer und kommunale Mandatsträger auch dann betreut werden, wenn sie selbstständig tätig sind, die Einnahmen aber aufgrund von Freibeträgen steuerfrei sind. Betreiber von Photovoltaikanlagen sind weiterhin ausgeschlossen, da sie steuerlich als Unternehmer gelten.

 

Die neuen Einkommensgrenzen gelten ab sofort auch rückwirkend für Steuerjahre vor 2020. So mancher Arbeitnehmer, Rentner oder Pensionär kann daher ab sofort von den Vorteilen eines Lohnsteuerhilfevereins, die ihm in der Vergangenheit verwehrt blieben, profitieren. Die Gesetzesnovelle macht es möglich, sich z. B. bei der Lohi umfassend, aber kostengünstig steuerlich beraten zu lassen und die lästige Erstellung einer Steuererklärung und Prüfung des Steuerbescheids in die Hand von Profis zu übergeben, die meistens ein paar Euros mehr an steuerlicher Rückerstattung herausholen können.

 

Steuererklärung: So berechnen Berufstätige ihre Arbeitstage

 

Das Jahr hat 365 Tage, doch an wie vielen Tagen hat ein Arbeitnehmer gearbeitet? Die Antwort darauf ist entscheidend für die Berechnung der Pendlerpauschale: Je mehr Arbeitstage umso höher die Pendlerpauschale und umso größer die zu erwartende Steuerrückerstattung. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, wie Arbeitstage korrekt berechnet werden und warum das so wichtig ist.

 

Korrekte Berechnung der Arbeitstage: So geht's

 

   1. Ziehen Sie die Wochenenden von den 365 Tagen ab. Übrig bleiben etwa 260 Arbeitstage.

   2. Rechnen Sie die Feiertage, Urlaube, Krankheitstage, Fortbildungen, Dienstreisen und Betriebsausflüge heraus.

   3. Das Ergebnis ist die Anzahl der Arbeitstage, an denen Sie als Arbeitnehmer gearbeitet haben.

 

Sie sind unsicher, wie viele Wochenend- und Feiertage es in Ihrem Bundesland gibt? Der VLH-Arbeitstage-Rechner hilft weiter: https://www.vlh.de/wissen-service/steuerrechner/arbeitstage-berechnen.html

 

Zu viel oder zu wenig Arbeitstage berechnet: das passiert

 

Finanzbeamte schauen gerne genau hin: Sind in der Steuerklärung zum Beispiel viele Fortbildungskosten eingetragen? Oder etliche Arztrechnungen? Passt das zu der Anzahl der angegebenen Arbeitstage?

 

Im Zweifel kann das zuständige Finanzamt Sie dazu auffordern, die Anzahl Ihrer Arbeitstage nachzuweisen. Zum Beispiel durch ein Schreiben vom Arbeitgeber. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Strafverfahren drohen, beispielsweise wenn wiederholt zu viele Arbeitstage angegeben wurden.

 

Umgekehrt gilt: Wer zu wenige Arbeitstage angibt, hat Pech gehabt und erhält für seine Fahrten zur Arbeit weniger Steuern zurück als ihm zustehen.

 

Seit 1. Januar 2020: Steuerklasse kann mehrmals im Jahr gewechselt werden

 

Ehegatten und Lebenspartner konnten bislang einmal im Jahr ihre Steuerklasse wechseln. Nur in Ausnahmefällen war es möglich, die Steuerklassenkombination im gleichen Jahr ein zweites Mal zu wechseln. Neu: Ab sofort können Ehe- und Lebenspartner mehrmals im Jahr ihre Steuerklasse ändern und damit die für sie steuergünstigste Kombination wählen. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) mit den wichtigsten Details im Kurz-Überblick.

 

Steuerklassenwechsel: Das ist neu ab 1. Januar 2020

 

   - Ehepartner und Lebenspartner können ihre Steuerklassen mehrfach pro Jahr wechseln.

   - Das geht über den zweiseitigen "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern", den es in Papierform bei jedem Finanzamt gibt oder online auf den Internetseiten des Bundesfinanzministerium.

   - Die geänderte Steuerklassenkombination gilt mit Beginn des nächsten Monats, der auf die Antragstellung folgt. Beispiel: Wer seine Steuerklassen am 14. März ändert, für den gilt die neue Kombination ab dem 1. April.

   - Wichtig: Ehepaare und Lebenspartner, die möchten, dass eine bestimmte Steuerklassenkombination noch für das laufende Jahr gilt, müssen sie nach wie vor bis spätestens zum 30. November geändert haben. Damit sind diejenigen gemeint, die im Laufe eines Kalenderjahres ihre Steuerklassenkombination nicht geändert haben, aber für die eine andere Kombination vorteilhaft wäre.

 

Steuerklassenwechsel: So war es früher

 

   - Ehepaare und Lebenspartner konnten einmal im Jahr ihre Steuerklassenkombination wechseln, nämlich 3 und 5 oder 4 und 4  (mit oder ohne Faktor).

   - Ein zweiter Wechsel war nur in folgenden Ausnahmefällen möglich:

o wenn ein Ehegatte bzw. Lebenspartner verstarb,

 

o bei einer dauerhaften Trennung oder

 

o wenn ein Ehepartner bzw. Lebenspartner arbeitslos wurde oder nach einer Arbeitslosigkeit wieder eine Beschäftigung aufgenommen hatte.

 

   - Wer seine Steuerklassen bis zum 30. November änderte, für den galt die neue Kombination rückwirkend fürs ganze Jahr.

 

Unterlagen-Checkliste für die Steuererklärung 2019

 

Checkliste für die Einkommensteuererklärung 2019

 

Dank der neuen Abgabetermine für die Steuererklärung bleibt allen in 2020 mehr Zeit um die Steuererklärung für das Vorjahr selbst anzufertigen oder von Steuerfachleuten anfertigen zu lassen. Doch so mancher Steuerpflichtige, der eine Steuererstattung vom Finanzamt erwartet, bevorzugt es seine Steuererklärung so schnell wie möglich einzureichen. Denn dann steht die im Jahr einmalige Rückzahlung früher zur Verfügung.

 

Für alle, die es kaum mehr erwarten können, Geld vom Finanzamt zu bekommen, stellt die Lohnsteuerholfe Bayern die aktualisierte Unterlagen-Checkliste für die Steuererklärung 2019 zur Verfügung.

 

Hier geht es zum kostenlosen Download: Checkliste für die Einkommensteuer 2019

 

https://www.lohi.de/fileadmin/lohi/pdf/Checkliste-Unterlagen-Einkommensteuererklaerung_2019.pdf

 

Steuern 2020: Das ändert sich

 

Klimasteuer, Pendlerpauschale, Grundsteuer, Grundrente: Die meisten der großen steuerlichen Änderungen kommen erst ab 2021. Welche Einzelmaßnahmen die Bundesregierung bereits für 2020 plant und was sich im Steuerrecht 2020 auf jeden Fall ändert, zeigt der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) im Überblick.

 

 

Das ändert sich im Steuerrecht 2020

   

 

 

- Höherer Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag steigt um 192 Euro. Mit dem gleichbleibenden Betreuungsfreibetrag in Höhe von 2.640 Euro erhöht sich dadurch der Kinderfreibetrag auf 7.812 Euro pro Kind und Jahr. Die Änderung gilt für den Veranlagungszeitraum 2019, also die Steuererklärung 2019.

 

   - Mehr Grundfreibetrag: Auch der Grundfreibetrag steigt an, nämlich von 9.168 Euro auf 9.408 Euro im Jahr. Sinn und Zweck dieses Freibetrages ist die Existenzsicherung eines steuerfreien Mindesteinkommens - denn für Einkommen unter dem Grundfreibetrag, müssen keine Steuern gezahlt werden.

 

   - Teurere Flugtickets: Ab 1. April 2020 steigt die Luftverkehrssteuer und Flugticket-Preise werden dadurch höher.

   - Höhere Umzugskostenpauschale: Ab 1. März 2020 klettert die Umzugskostenpauschale auf 1.639 Euro für Verheiratete und 820 Euro für Singles.

 

Diese steuerlichen Änderungen plant die Bundesregierung für 2020

 

   - Energetische Gebäudesanierung: Ab 2020, und für zunächst zehn Jahre, sollen folgende Maßnahmen steuerlich gefördert werden, und zwar für diejenigen, die eine Immobilie besitzen und selbst bewohnen:

die Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken, o die Erneuerung der Fenster oder Außentüren, o die Erneuerung oder der Einbau einer Lüftungsanlage, o die Erneuerung einer Heizungsanlage, o der Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung, o die Optimierung bestehender Heizungsanlagen.

 

Geplant ist, dass 20 Prozent der Aufwendungen, maximal insgesamt 40.000 Euro steuerlich absetzbar sind, und zwar in dem Jahr, in dem die Maßnahme abgeschlossen wurde. Im Kalenderjahr, das auf die energetische Gebäudesanierungsmaßnahme folgt, sollen maximal sieben Prozent der Kosten und höchstens 14.000 Euro abgesetzt werden können; im zweiten darauffolgenden Kalenderjahr maximal sechs Prozent der Aufwendungen und höchstens 12.000 Euro.

 

   - Günstiger Bahnfahren: Die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten im Bahnfernverkehr sinkt von 19 auf sieben Prozent.

   - Geförderte E-Autos: Wer einen Elektro- oder Hybriddienstwagen auch privat nutzt, soll nur die Hälfte des geldwerten Vorteils versteuern müssen, und zwar bis 2030 statt nur bis 2021.

   - Geförderte Diensträder: Diensträder sind seit 2019 steuerfrei und werden es nach Plänen der Bundesregierung auch weiterhin bleiben; ursprünglich sollte die Steuerfreiheit für Diensträder am 31. Dezember 2021 enden.

   - Höhere Verpflegungspauschale: Wer beruflich mehr als acht Stunden am Tag unterwegs ist, soll künftig pauschal 14 Euro pro Tag für die Verpflegung absetzen können; 28 Euro sind es für mehr als 14 Stunden.

   - Höhere Kraftfahrerpauschale: Für Übernachtungen im Lkw sind acht Euro pro Arbeitstag geplant.

 

Folgende steuerliche Änderungen sollen ab 2021 und später greifen

 

   - Pendlerpauschale steigt: Im Rahmen des Bundesklimaschutzgesetzes ("Klimasteuer") steigt die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent pro Kilometer, also um fünf Cent. Wenigverdiener, die mit ihrem Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegen, erhalten die sogenannte Mobiliätsprämie: Das sind 14 Prozent der erhöhten Pauschale, also 4,9 Cent ab dem 21. Kilometer. Die aufgestockte Pendlerpauschale und die Mobilitätsprämie sollen am 1. Januar 2021 beginnen und am 31. Dezember 2026 enden.

 

   - Modernisierte Grundsteuer: Bis Ende 2019 soll geklärt sein, wie die Grundsteuer von Immobilien künftig zu erheben ist. Das Bundesverfassungsgericht hatte mit seinem Urteil vom 10. April 2018 festgestellt, dass die Berechnungsgrundlage der Grundsteuer in der bisherigen Form veraltet, verfassungswidrig und deshalb zu überarbeiten ist. Das neue Grundsteuergesetz muss bis zum 31. Dezember 2019 im Bundesgesetzblatt stehen. Anschließend haben die Behörden fünf Jahre Zeit, die nötigen statistischen Daten zu erheben und die Werte der Grundstücke zu ermitteln.

 

Die neu berechnete Grundsteuer ist ab dem 1. Januar 2025 zu zahlen. Die künftige Höhe der individuellen Grundsteuer bleibt unklar, da zunächst die Werte der Grundstücke und statistischen Miethöhen festgestellt werden müssen. Fest steht: Die Grundsteuer wird von Hauseigentümern und Grundstücksbesitzern gezahlt, aber in der Regel auf Mieter umgelegt. Die genaue Höhe wird von den Kommunen über Hebesätze festgelegt. Durch die Anpassung der Berechnungsgrundlage an aktuelle Werte dürfte die Steuerlast für viele steigen.

 

 - Automatische Grundrente: Wer bislang viele Jahre nur wenig in die Rentenkasse eingezahlt hatte, bekam bis dato auch nur eine sehr niedrige Rente

 

- teilweise noch unter dem Niveau der Grundsicherung. Die Große Koalition hat in einem Kompromiss beschlossen, dieses Problem mit der sogenannten Grundrente zu lösen: Rentner sollen auf jeden Fall so viel Geld bekommen, dass sie deutlich über der Grundsicherung liegen. Ab 2021 soll deshalb jeder eine Grundrente erhalten, der 35 Jahre lang Beiträge an die Rentenkasse gezahlt hat. Gezahlt wird bis zu 80 Prozent der Rente, die ein Durchschnittsverdiener in Deutschland in diesen Jahren erwirbt.

 

Wer Anspruch auf eine Grundrente hat, soll künftig durch die automatische Einkommensprüfung ermittelt werden. Die Daten dafür erhält die Rentenversicherung vom Finanzamt. Es muss kein Antrag ausgefüllt werden, sondern das zu versteuernde Einkommen ist die Grundlage für den Anspruch auf Grundrente. Der daraus berechnete Wert wird für jedes Jahr mit dem Durchschnittseinkommen in Deutschland verglichen. Wer dann am Ende der Rechnung deutlich unter dem Schnitt liegt, dessen Rentenanspruch wird deutlich aufgewertet.

 

Auch Sachspenden lassen sich steuerlich absetzen

 

Weihnachtspäckchen für eine wohltätige Organisation können als Sachspende geltend gemacht werden

 

In der Vorweihnachtszeit nehmen die Spendenaufrufe in den Medien und die Anzahl der Aktionen, die für wohltätige Zwecke ins Leben gerufen werden, beachtlich zu. Und auch die Bereitschaft zu geben oder zu helfen ist angesichts des bevorstehenden größten Festes der Christen höher als unterm Jahr. Meistens werden Spenden in Form einer Geldspende getätigt, aber gerade im Advent werden viele Päckchen mit Sachspenden bestückt und z. B. in Konvois in Richtung Rumänien, Ukraine oder Moldawien gefahren. Die Lohnsteuerhilfe Bayern klärt auf wie Sachspenden steuerlich behandelt werden:

 

Geldspende oder Sachspende?

 

Spenden im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind sowohl Geld- als auch Sachzuwendungen, die freiwillig und ohne Gegenleistung an zugelassene Organisationen getätigt werden. Ergo sind Sachspenden ebenfalls steuerlich begünstigt! Jedoch muss bei milden Gaben aus dem Privatvermögen in Form von Gegenständen durch die begünstigte Organisation eine Zuwendungsbestätigung als Nachweis für die Spende ausgestellt werden. Diese sollte aufgrund der Belegvorhaltepflicht parat liegen und muss neben dem Empfänger genaue Angaben über den gespendeten Gegenstand und dessen Wert enthalten.

 

Neue gekaufte Sachspenden

 

Als Wert der Spende ist der Marktwert des Gegenstands maßgebend. Die Ermittlung ist bei neu gekauften Gegenständen unkompliziert, da der Marktwert dem Einkaufspreis entspricht, welcher auf dem Kassenbon steht. Dieser muss an die begünstigte Organisation als Nachweis übergeben werden. Nur so darf diese die Zuwendungsbestätigung ausstellen. Damit können Sachspenden als Sonderausgabe in der Steuererklärung berücksichtigt werden.

 

Gebrauchte Sachspenden

 

Bei gebrauchten Artikeln ist der Marktwert schwieriger zu ermitteln. Der Marktwert ist der Preis, zu dem dieser Artikel aktuell verkauft werden könnte. Hierbei spielt der Zustand des Artikels eine Rolle und ob überhaupt eine Nachfrage für diesen existiert. Ob es einen Markt für besagten Artikel gibt kann z. B. über Kleinanzeigen im Internet ermittelt werden. Auch lassen sich so Anhaltspunkte für den Wert finden. Im Zweifelsfall muss die begünstigte Organisation eine Schätzung anhand des historischen Kaufpreises, des Alters und des Zustands vornehmen.

 

Spendenpakete

 

Werden mehrere Gegenstände gespendet, tun es eine Pauschalbewertung oder Sammelzuwendungsbestätigung leider nicht, denn es muss für jeden einzelnen Gegenstand der Marktwert ermittelt und in der Zuwendungsbestätigung festgehalten werden. Eine übersichtliche Aufstellung, die die einzelnen Artikel, den ursprünglichen Kaufpreis, das Kaufdatum, den Zustand und den Marktwert enthält, ist für das Erstellen der Zuwendungsbestätigung erforderlich.

 

Wann lohnt sich ein Steuerabzug?

 

Der Steuerabzug ist also nur bei neu gekauften Artikeln, bei denen der Rechnungsbetrag recht einfach auf der Zuwendungsbestätigung ausgewiesen werden kann, mit einem geringen Aufwand verbunden. Gebrauchte Gegenstände zu spenden rentiert sich – rein steuerlich betrachtet – nur bei teuren Gegenständen, bei denen die Zusammenstellung aller erforderlichen Belege für die begünstigte Organisation die Mühe und den damit verbundenen Zeitaufwand wert sind. Menschlich betrachtet lohnt sich zu spenden natürlich immer, denn es wird anderen Menschen damit geholfen und das sorgt für ein gutes Gefühl.

 

Einkommensteuererklärung 2019 wird einfacher!

 

Ab Veranlagungszeitraum 2019 berücksichtigt das Finanzamt elektronisch vorliegende Daten automatisch

 

„Viele Menschen, vor allem Rentnerinnen und Rentner sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, können ihre Steuererklärung ab dem Veranlagungszeitraum 2019 wesentlich einfacher erstellen“, freut sich der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker. Der Finanzverwaltung liegen inzwischen viele steuerlich relevante Daten in elektronischer Form vor. Diese müssen nun nicht mehr selbst in der Einkommensteuererklärung erfasst werden – sie werden vom Finanzamt automatisch berücksichtigt.

 

Die Papiervordrucke für die Einkommensteuererklärung wurden deshalb für den Veranlagungszeitraum 2019 neu gestaltet. Bereiche für Daten, die der Finanzverwaltung in der Regel bereits elektronisch vorliegen, sind farblich hervorgehoben und müssen grundsätzlich nicht mehr ausgefüllt werden. Dies betrifft beispielsweise Lohndaten, Renten oder bestimmte Beiträge zur Kranken-/Pflegeversicherung und Altersvorsorge. In bestimmten Fällen kann sogar die Abgabe der Anlagen N und R sowie Vorsorgeaufwand komplett entfallen, soweit keine abweichenden oder zusätzlichen Werte vorliegen. „Damit wird der Umfang der Papiererklärungen auf das Notwendigste beschränkt“, so Füracker.

 

„Noch komfortabler ist die elektronische Abgabe der Steuererklärung über ‚Mein ELSTER - Ihr Online-Finanzamt‘“, betont Füracker. Dort können die dem Finanzamt vorliegenden Daten einfach per Mausklick in die Steuererklärung übernommen werden. Anschließend kann die voraussichtliche Steuer automatisch berechnet und die Erklärung komplett papierlos und sicher an das Finanzamt übermittelt werden. Nach der Bearbeitung durch das Finanzamt können das Ergebnis des Steuerbescheids elektronisch abgerufen und eventuelle Abweichungen bequem überprüft werden. Weitere Informationen dazu im Internet unter www.elster.de.

 

Trotz Baukindergeld können Familien Steuervorteile für Handwerkerleistungen nutzen

 

Gut fürs Familienbudget: Baukindergeld beantragen und Handwerkerleistungen absetzen

 

Viele Familien träumen von einem Eigenheim. In Großstädten bleibt der Wunsch für die Mittelschicht aufgrund der hohen Grundstückspreise auch bei Niedrigzinsen meist unerreichbar. In ländlichen Gebieten ist das Eigenheim eher greifbar, weil dort die Grundstückspreise meist deutlich günstiger sind. Ob in der Stadt oder auf dem Land, der Staat gewährt u. a. über die KfW einen Zuschuss in Form des Baukindergelds. Im Normalfall schließen sich staatliche Bauförderung und Steuervorteile aus. Bei Bezug von Baukindergeld können Familien dennoch Handwerkerleistungen mit der Einkommensteuererklärung geltend machen und somit ihre finanzielle Belastung nach dem Hausbau senken, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Das Baukindergeld unterstützt Familien und Alleinerziehende beim erstmaligen Erwerb von Wohneigentum, indem für jedes kindergeldberechtigte Kind 1.200 Euro pro Jahr zufließen. Die Förderung erstreckt sich über zehn Jahre und ist an das durchschnittliche zu versteuernde Haushaltseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor dem Antrag gebunden. Dieses darf 75.000 zuzüglich 15.000 je Kind nicht übersteigen. Als Nachweis müssen die Einkommensteuerbescheide der geforderten Vorjahre vorgelegt werden. Sollten keine Einkommensteuererklärungen bis dahin abgegeben worden sein, müssen diese für das Baukindergeld nachträglich erstellt und eingereicht werden.

 

Da die Auszahlung der Fördermittel erst nach dem Einzug in die Immobilie beginnt und in jährlichen Raten erfolgt, ist das Baukindergeld als Eigenkapital zum Erwerb oder für den Bau nicht verwendbar. Vielmehr kann es für die Tilgung des Darlehens eingesetzt werden. Kinder sind förderfähig, wenn sie bei Antragstellung bereits geboren waren und noch nicht volljährig sind. Eine förderberechtigte Familie mit drei Kindern, die zusammen in der Immobilie wohnen, erhält so über zehn Jahre verteilt insgesamt 36.000 Euro von der KfW für ihr Eigenheim.

 

Der Antrag kann ausschließlich online bei der KfW und frühestens nach dem Einzug gestellt werden, da hierfür die Meldebestätigungen der Gemeinde vorliegen müssen. Die Antragsfrist endet bereits sechs Monate nach dem Einzug in das Wohneigentum. Die Baugenehmigung für einen Neubau oder der Kaufvertrag für die eigene Immobilie müssen indes zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 ausgestellt worden sein. Der Einzug muss spätestens im Jahr 2023 erfolgen, denn letzte Anträge bei der KfW werden nach derzeitigem Stand bis zum 31.12.2023 angenommen.

 

Das Baukindergeld kann mit weiteren der zahlreichen Förderprogrammen des Staates, der KfW oder der einzelnen Bundesländer kombiniert werden, diese können jedoch für die Nutzung von Steuervorteilen schädlich sein. Denn Handwerkerleistungen lassen sich jährlich mit 20 Prozent der Arbeits-, Anfahrts- und Maschinenkosten bis 1.200 Euro absetzen und reduzieren direkt die Steuerlast. Dies ist nicht nur bei Renovierung, Sanierung oder Modernisierung einer gekauften Immobilie möglich, sondern auch bei Neubauten, wenn die Handwerkerleistungen nach dem Einzug in Anspruch genommen werden, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Welche Versicherungen können in die Steuererklärung?

 

Die Deutschen lieben Versicherungen und sichern sich gerne gegen mögliche Risiken ab. Im Durchschnitt zahlte jeder Einwohner 2.438 Euro in private Versicherungen im Jahr 2018 ein. Insgesamt ergibt der Bestand an privaten Versicherungsverträgen ein Volumen von rund 202,4 Milliarden Euro. Das sind knapp 6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die in die Versicherungen fließen. Im Interesse jedes einzelnen Steuerzahlers ist es, seine Steuerlast durch die Aufwendungen für Versicherungsbeiträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu reduzieren.

 

Welche Versicherungen sind steuerlich absetzbar?

 

Der Fiskus unterscheidet generell zwischen Sachversicherungen und personenbezogenen Versicherungen, die entweder berufliche Risiken ausgleichen oder das Einkommen absichern. "Während berufsbezogene Versicherungen in voller Höhe abgesetzt werden können, können die Ausgaben für Vorsorgeversicherungen nur beschränkt abgesetzt werden", erklärt Mark Weidinger, Vorstand der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi).

 

Überhaupt nicht abgesetzt werden können reine Sachversicherungen, wie eine Hausrat-, Gebäude-, Fahrrad-, KFZ-Kasko- oder Reisegepäckversicherung. Ebenso nicht absetzbar sind der private Rechtsschutz und Kapitallebensversicherungen, die nach 2004 abgeschlossen wurden. Letztere werden als Geldanlage bewertet.

 

Berufsbezogene Versicherungen als Werbungskosten

 

Versicherungen, die für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit abgeschlossen wurden, können in die Anlage N als Werbungskosten eingetragen werden. Hierzu zählen eine Berufshaftpflicht- oder Berufsunfallversicherung sowie ein Rechtsschutz für Arbeitsrecht. Wurde die Versicherung in einem Bündel mit anderen Versicherungen gemeinsam abgeschlossen, ist der berufliche Anteil herauszurechnen und zu belegen.

 

Private Vorsorgeversicherungen als Sonderausgaben

 

Die meisten Versicherungen fallen unter die sonstigen Vorsorgeaufwendungen in der Anlage Vorsorgeaufwand. Jeder Steuerpflichtige kann Kosten bis zur Höchstgrenze von 1.900 Euro, Ehepaare bis 3.800 Euro geltend machen. "Die Krux dabei ist, dass dieser Höchstbetrag oftmals schon mit der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung aufgebraucht ist, so dass weitere private Versicherungsaufwendungen sich leider nicht mehr steuerlich auswirken", so der Steuerexperte der Lohi. Übersteigen die gesetzlichen Versicherungen den Höchstbetrag, werden diese immerhin in voller Höhe anerkannt. Beitragserstattungen privater Krankenversicherungen sind abzuziehen.

 

Lässt der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen noch Spielraum übrig, können private Versicherungen wie Haftpflicht-, KFZ-Haftpflicht-, Tierhalterhaftplicht-, Zusatzkranken-, Zahn-, Pflege-, Auslandskranken-, Unfall-, Berufsunfähigkeits-, Risikolebens-, Sterbegeld- und Kapitallebensversicherungen, die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden, abgesetzt werden.

 

Versicherung von Kindern

 

Die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung von Kindern können, solange ein Anspruch auf Kindergeld besteht, in die Anlage Kind eingetragen werden. Ist der Bezug von Kindergeld beendet, können sie als Sonderausgaben bei den Eltern abgezogen werden, sofern das Kind einen Anspruch auf Unterhalt hat und die Eltern die Versicherungsbeiträge tatsächlich übernommen haben.

 

Weihnachtsgeld ist steuerpflichtig

 

Ob Weihnachtsgeld, Bonuszahlung oder Gewinnbeteiligung: Bestimmte Geldleistungen des Arbeitgebers gelten als Sonderzahlung und sind für den Arbeitnehmer steuerpflichtig. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) informiert.

 

Knapp neun von zehn Tarifbeschäftigten in Deutschland (86,9 Prozent) erhalten im Jahr 2019 Weihnachtsgeld, wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte. Durchschnittlich handle es sich dem Bundesamt zufolge um 2.632 Euro Weihnachtsgeld brutto und damit 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Nach den aktuellen Daten des WSI-Internetportals "Lohnspiegel.de" der Hans-Böckler-Stiftung sind es allerdings nur 76 Prozent der Tarifbeschäftigten und 42 Prozent der übrigen Arbeitnehmer. In der Gesamtheit erhalten der Stiftung zufolge 53 Prozent der Arbeitnehmer Weihnachtsgeld.

 

Sonderzahlung treibt Steuersatz in die Höhe

 

Für alle Arbeitnehmer, die Weihnachtsgeld erhalten, gilt: Durch das höhere Monatsgehalt - Gehalt und Sonderzahlung werden gemeinsam überwiesen - steigt auch der Steuersatz. Das bedeutet, dass in diesem Monat höhere Abzüge bei zum Beispiel der Lohnsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer fällig werden. Es bleibt unterm Strich weniger Netto vom Brutto.

 

Geld mit Abgabe der Steuererklärung zurückholen

 

Hat ein Arbeitnehmer in einem Monat zu viel Steuern gezahlt, kann er sich unter bestimmten Umständen das Geld über die Steuererklärung im kommenden Jahr vom Finanzamt zurückholen. Der Weg: Rechtzeitung und vollständig die Einkommensteuererklärung ausfüllen und beim zuständigen Finanzamt einreichen.

 

Nobelpreis ist steuerfrei, andere Preisgelder nicht

 

Preisgelder versteuern

Preisgelder für ein Lebenswerk sind steuerfrei

 

Die Lohnsteuerhilfe Bayern informiert:

Seit dem Jahr 1901 werden im Monat Oktober Menschen, die einen großen Beitrag für die Menschheit geleistet haben, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Insgesamt wurden bislang exakt einhundert Deutsche mit einem Nobelpreis belohnt. Zuletzt wurde er im Jahr 2017 an den Deutschen Joachim Frank für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie vergeben. Wer diesen Preis bekommt, erhält neben einer hochkarätigen Goldmedaille, einer Urkunde und einer Einladung zu einem Bankett auch in diesem Jahr einen Geldbetrag in Höhe von umgerechnet 830.000 Euro.

 

Von diesem Preisgeld zwackt die Bundesrepublik nichts ab. Der Nobelpreisträger darf das Geld komplett behalten und muss es nicht versteuern. Diese Steuerbefreiung trifft jedoch auf viele andere Preisgelder im wissenschaftlichen und künstlerischen Metier nicht zu. Die Finanzbehörden unterscheiden zwischen nicht steuerpflichtigen und steuerpflichtigen Preisgeldern. Maßgebend sind die Ausschreibungsbedingungen und die Ziele, die eine Preisverleihung verfolgt.

 

Steuerpflichtige Preisgelder

 

Preisgelder müssen immer dann versteuert werden, wenn sie in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit des Ausgezeichneten stehen. Das ist der Fall, wenn ein spezielles Werk geschaffen wurde, um einen Preis zu gewinnen bzw. der Preis den Charakter eines leistungsbezogenen Entgelts hat. Wird an einem Ideenwettbewerb teilgenommen, bewirbt man sich dafür und erschafft etwas, um zu gewinnen. Auch Angestellte einer Universität, die mit Wissenschaftspreisen ausgezeichnet werden, müssen diese als Arbeitslohn angeben, da ein klarer Zusammenhang mit ihrer beruflichen Forschungstätigkeit an der Universität gegeben ist.

 

Ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht zudem, wenn der Preis die berufliche Tätigkeit fördert oder dadurch Mehreinnahmen generiert. Wird z. B. ein Kunstwerk im Zusammenhang mit der Preisverleihung ausgestellt, stellt der Preis eine positive Werbung dar, so dass ein wirtschaftlicher Nutzen aus der Preisverleihung gezogen werden kann. Erschafft ein Regisseur einen Film, der mit einem Preis ausgezeichnet wird, ist das Preisgeld in der Regel zu versteuern. Denn einerseits ist der Film ein einzelnes Werk aus seiner beruflichen Tätigkeit und andererseits wird die Ehrung publikumswirksam Mehreinnahmen in die Kasse spielen.

 

Steuerfreie Preisgelder

 

Wird jemand für sein Lebenswerk oder gesamtes Schaffen ausgezeichnet oder erfolgt die Ehrung aufgrund seiner Vorbildfunktion, Persönlichkeit oder Grundeinstellung, steht dieses Preisgeld nicht im Zusammenhang mit den steuerbaren Einkünften, die das Einkommensteuergesetz kennt. Daher sind diese Preisgelder steuerfrei. Hierunter fallen die Nobelpreise, denn sie werden für die herausragende Persönlichkeit des Preisträgers im Zusammenhang mit seinen bahnbrechenden Gesamtleistungen vergeben – sei es im Rahmen einer führenden wissenschaftlichen Forschungstätigkeit in Physik, Chemie oder Medizin, des vorbildlichen politischen Engagements für Weltfrieden oder Menschenrechte oder eines literarischen Lebenswerks.

 

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