Taschengeld-Report 2020: Deutsche Eltern setzen auf regelmäßige Beträge

 

Mit Geld umzugehen gehört zu den wichtigsten Lektionen, die ein junger Mensch fürs Leben lernen sollte. Das wissen auch die Eltern in Deutschland, die ihren Kindern in der Regel ab der ersten Klasse ein eigenes Taschengeld zur Verfügung stellen. Wieviel das ist und wovon der Betrag abhängt, hat CosmosDirekt, der Direktversicherer der Generali in Deutschland, in Zusammenarbeit mit forsa herausgefunden.

 

Viele Eltern wissen, wie hartnäckig ihre Sprösslinge sein können, wenn es um die Erfüllung großer und kleiner Kinderwünsche geht. Ein Besuch im Spaßbad, der neue Roller oder ein großer Eisbecher mit Sahne - "Bitte Mama!" und "Papa, darf ich das haben?" schallt es durch den Erziehungsalltag. Dabei können sich viele Kinder diese Wünsche selbst erfüllen, wenn sie den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Finanzen möglichst früh lernen. Mit einem regelmäßigen Taschengeld können Eltern sie dabei unterstützen. Wie es die Eltern in Deutschland mit dem Taschengeld im Jahr 2020 halten, zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag von CosmosDirekt.

 

Die durchschnittliche Höhe des Taschengeldes, welches sechs- bis neunjährigen Kindern regelmäßig zur freien Verfügung steht, beträgt demnach in diesem Jahr 3,30 Euro pro Woche bzw. 14,30 Euro pro Monat. 2018 bekamen die Kinder noch durchschnittlich 20 Cent mehr pro Woche bzw. 87 Cent mehr pro Monat. Positiv: Für Mädchen und Jungen ist das durchschnittliche Taschengeld genau gleich hoch. Dagegen haben 45 Prozent der Kinder kein eigenes Geld zur Verfügung - das ist der höchste Stand seit 2013.

 

Befragt nach den Kriterien für diese Höhe, orientierten sich 67 Prozent der Eltern am Alter ihres Kindes. Weitere Faktoren sind die Klassenstufe (17 Prozent) und das Verhalten der Kinder (zwölf Prozent). Die Taschengeldhöhe von den Schulnoten abhängig zu machen - was früher durchaus üblich war - scheint der Vergangenheit anzugehören: Nur sechs Prozent der Eltern entschieden sich für diese Antwortmöglichkeit. Damit folgen die meisten Eltern den Empfehlungen von Erziehungsexperten, Taschengeld nicht als Erziehungsmittel in Form von Belohnung oder Bestrafung zu nutzen.

 

Seit 2013 untersucht CosmosDirekt neben der Höhe und der Kriterien auch die Frequenz, mit der die Kinder neues Futter für ihr Sparschwein erwarten können. Lediglich ein Prozent der Kinder zwischen sechs und neun Jahren bekommen in 2020 ihr Taschengeld täglich ausbezahlt. Fast drei Viertel (74 Prozent) haben ein wöchentliches Budget und 24 Prozent der Kids dürfen sich einmal im Monat auf Taschengeld freuen. "Die wöchentliche Auszahlung ist ideal für Kinder im Grundschulalter", weiß Nicole Canbaz, Vorsorgeexpertin bei CosmosDirekt. "Dadurch lernen sie, sich ihr Geld einzuteilen und damit auszukommen. Gleichzeitig ist eine Woche ein überschaubarer Zeitraum, für den auch die jüngsten ABC-Schützen gut planen können."

 

 

Giro-Guthaben der Deutschen überschreitet erstmals Ein-Billionen-Euro-Marke

 

42 Prozent des Geldes auf deutschen Konten liegt auf unverzinsten Girokonten statt auf zinsbringenden Tagesgeld-, Festgeld- und Sparkonten

 

Die Deutschen halten mehr Geld als je zuvor auf dem Girokonto. Mit mehr als einer Billion Euro erreichte das Girovolumen im April 2020 hierzulande ein historisches Rekordhoch und hat sich damit seit dem Jahr 2013 verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute erschienene Analyse des Fintech-Unternehmens Deposit Solutions. Mindestens 42 Prozent des Gesamt-Geldvolumens auf deutschen Konten - über 14.000 Euro pro Bundesbürger - bleiben damit unverzinst.

 

"Ein großer Teil der Ersparnisse der Deutschen bleibt unverzinst auf dem Girokonto liegen, statt zinsbringend auf Tages- oder Festgeldkonten angelegt zu werden. Damit entgehen den Sparern Jahr für Jahr Erträge - auch in Zeiten von Niedrigzinsen.", sagt Dr. Tim Sievers, CEO und Gründer von Deposit Solutions. "Klar im Vorteil sind Kunden, deren Bank es ihnen ermöglicht, höher verzinste Tages- und Festgeldprodukte anderer Institute ganz einfach über das bestehende Konto zu nutzen." In Deutschland bieten unter anderem Institute wie Deutsche Bank, Hamburger Sparkasse und zahlreiche genossenschaftliche Banken ihren Kunden eine solche Lösung an.

 

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinem Giro-Anteil im Mittelfeld. Während Niederländer und Franzosen mit 17 bzw. 33 Prozent wesentlich weniger Geld auf Girokonten halten, ist der Giroanteil in Italien und Spanien mit 67 bzw. 80 Prozent am höchsten.

 

Auch bei der Nutzung von Sicht- gegenüber Termineinlagen lassen sich zwei Lager in Europa unterscheiden: Deutsche, Italiener und Briten tendieren dazu, ihr Geld flexibel auf Giro- oder Tagesgeldkonten zu halten. Nur rund ein Drittel ihres Geldes liegt an Fristen gebunden auf Festgeld- oder Sparkonten. Franzosen dagegen legen zwei Drittel ihres Geldes fest an und halten nur ein Drittel flexibel abrufbar auf Giro- oder Tagesgeldkonten.

 

Die Analyse von Deposit Solutions zeigt, dass die Verteilung der Ersparnisse zwischen verzinslichen und unverzinslichen Konten in den einzelnen Ländern stabil bleibt, im Vergleich von Land zu Land jedoch stark variiert.

 

Unterschiedliche Sparpräferenzen wirken sich dabei auch auf die Einlagenfinanzierung der Banken in Europa aus. "Für Banken aus Ländern, in denen die Menschen nicht von sich aus auf Sparkonten setzen, ist die Finanzierung über Einlagen teurer als sie sein müsste. Um diese Herausforderung zu lösen, treiben wir die Entwicklung hin zu einem europäischen Einlagenmarkt weiter voran - damit Banken Kundeneinlagen über Ländergrenzen hinweg einsammeln und Sparer über ihre heimische Hausbank europaweit Zinsangebote nutzen können. Als neue Infrastruktur für einen offenen Einlagenmarkt verbindet unsere Plattform schon heute mehr als 150 Banken aus 20 europäischen Ländern", so Tim Sievers. "Damit füllen wir die Idee eines einheitlichen europäischen Marktes mit neuem Leben."

 

Corona-Virus: Tipps fürs Geldabheben am Automaten

 

Laut Deutscher Bundesbank heben die Deutschen derzeit deutlich mehr Bargeld ab als gewöhnlich. Immer schon war es wichtig, bei der Bedienung von Geldautomaten auf ausreichend Abstand zu anderen Personen zu achten. In Zeiten des Corona-Virus ist jedoch ein Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern unbedingt einzuhalten und gegebenenfalls einzufordern. Um den direkten Kontakt mit bloßen Händen zu vermeiden, können Karteninhaber Schutzhandschuhe, ein Taschentuch oder einen Stift für die Bedienung des Automaten nutzen. Dabei ist es besonders wichtig, die PIN-Eingabe zu verdecken. Falls die Eingangstür der Bank oder Sparkasse nicht bereits geöffnet ist, kann mit den genannten Hilfsmitteln auch der automatische Türöffner betätigt werden. Bei Verlust oder Diebstahl der girocard verhindert ein schnelles Sperren größere Schäden. Der zentrale Sperr-Notruf 116 116* für girocards und die meisten Kreditkarten ist auch in Zeiten von COVID-19 weiterhin rund um die Uhr telefonisch erreichbar.

 

* Sperr-Notruf 116 116 aus Deutschland kostenfrei. Aus dem Ausland mit jeweiliger Landesvorwahl von Deutschland vorweg (meist +49). Sollte der Sperr-Notruf in seltenen Fällen aus dem Ausland nicht geroutet werden können, gibt es alternativ die Rufnummer +49 (0) 30 4050 4050; Gebühren für Anrufe aus dem Ausland abhängig vom ausländischen Anbieter/Netzbetreiber.

 

Girokonten: Noch nie so viele Preiserhöhungen wie diesen Januar

 

188 von knapp 1.300 Banken und Sparkassen haben allein in diesem Monat die Preise für ihre Girokonten erhöht - so viele wie nie zuvor in einem Monat. Zum Vergleich: Im gesamten letzten Jahr waren es rund 550 Geldhäuser. Die Anhebungen fanden dabei vor allem in kleineren Städten und Gemeinden statt, weniger in Deutschlands Metropolen. "Wir vermuten, dass der größere Banken-Wettbewerb in den Großstädten dies verhindert hat", sagt Horst Biallo, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Verbraucherportals.

 

Waren Preisanpassungen früher eher moderat und lagen bei fünf bis zehn Prozent, langen immer mehr Geldhäuser nun vergleichsweise kräftig zu. So erhöhte die Volksbank in der Ortenau, ganz in der Nähe von Offenburg, das Onlinekonto auf 8,90 Euro (vormals 5,90 Euro), das Klassikkonto auf 9,90 Euro (ehemals 6,90 Euro), das Flatkonto auf 15,90 Euro (zuvor 12,90 Euro) und das Platinkonto sogar um 4,00 Euro auf 19,90 Euro im Monat.

 

Am stärksten haben sich die Internetkonten verteuert. Im Schnitt kosteten diese Anfang letzten Jahres noch 2,73 Euro pro Monat, heute sind es schon 3,42 Euro. Die Klassikkonten stiegen von 4,19 auf 4,43 Euro monatlich und die Basiskonten von 4,78 auf 4,91 Euro.

 

Doch nicht nur die Monatspauschalen hoben die Geldhäuser an. Sie drehten oft an sehr vielen Schrauben. Typisches Beispiel ist die Raiffeisenbank Kalbe-Bismark nahe Wolfsburg. Basis- und Filialkonten kosten nun 4,95 statt 3,50 Euro. Überweisungen wurden mehr als dreimal so teuer und schlagen jetzt mit 0,35 Euro je Ausführung zu Buche. Auch die Preise von Girocard und Kreditkarte erhöhten sich.

 

Tröstlich aus Verbrauchersicht: Es gibt weiterhin gut 40 kostenlose Konten und über 60, bei denen Banken auf den monatlichen Pauschalpreis verzichten. Jeder sollte wissen: Beim Bankenwechsel sind die neuen Institute gesetzlich verpflichtet, dem neuen Kunden bei der Kontenumstellung zu helfen. Die meisten Institute freuen sich sogar auf neue Kundschaft. Aber nicht alle. Die Axa Bank nimmt derzeit kein Neugeschäft mehr an.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Verbraucherfinanzen-Deutschland.de