Studie: Das sind Deutschlands Aktionäre

 

Der durchschnittliche Aktienbesitzer ist männlich, mittelalt, wohlhabend

 

Aktienfonds sind bei Anlegern besonders beliebt

 

Der durchschnittliche Aktienbesitzer in Deutschland ist männlich, um die 40 Jahre alt, verfügt über einen Hochschulabschluss und verdient mindestens 4.000 Euro netto. 42 Prozent der Männer, aber nur 25 Prozent der Frauen besitzen derzeit Wertpapiere. Besonders beliebt dabei sind Aktienfonds. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Aktienkultur in Deutschland" der Initiative "Aktion pro Aktie", zu der sich comdirect, Consorsbank und ING Deutschland zusammengeschlossen haben. Für die zum vierten Mal in Folge durchgeführte Studie wurden im Juli und August 2020 insgesamt 2.000 Deutsche ab 18 Jahren online befragt.

 

Während bei Bundesbürgern unter 35 Jahren das Sparbuch überdurchschnittlich populär ist, entscheiden sich die 45- bis 54-Jährigen besonders häufig für Aktienfonds. Gut ein Viertel von ihnen hat in Fonds investiert; in keiner anderen Altersgruppe ist der Anteil an Aktienfondsbesitzern größer.

 

Jeder zweite Hochschulabsolvent ist Aktionär

 

Auch der Bildungsgrad beeinflusst die Wahl der Geldanlage. Je höher der Abschluss, desto diverser ist auch das eigene Portfolio. So besitzen fast sieben von zehn Hochschulabsolventen mittel- oder langfristige Geldanlagen wie Bausparverträge, Immobilien oder Anleihen. Im Bundesschnitt trifft dies nur etwa für jeden Zweiten zu. Deutsche ohne Abschluss oder mit Volks- oder Hauptschulabschluss besitzen nur zu 41 Prozent mittel- oder langfristige Geldanlagen - dies sind unterdurchschnittlich wenige. Bei Aktien spielt der Faktor Bildung eine noch größere Rolle: Jeder zweite Hochschulabsolvent investiert in Aktien; im Bevölkerungsschnitt sind es gerade mal 34 Prozent. Lediglich 13 Prozent der Menschen ohne oder mit niedrigem Abschluss besitzen Aktien.

 

Nicht nur der Bildungsgrad, auch das Haushaltsnettoeinkommen verändert das Anlageverhalten der Menschen. Wer nur wenig verdient, hat weniger Spielraum zu sparen und zu investieren. Wenn überhaupt, nutzen Geringverdiener eher kurzfristige Geldanlageprodukte wie Girokonto oder Sparbuch. Je höher das Einkommen, desto eher investieren die Bürger in langfristige Anlagen. Drei Viertel der Deutschen mit einem Haushaltseinkommen von mindestens 4.000 Euro netto haben Ersparnisse in Bausparverträgen, Immobilien, Lebensversicherungen, Festgeld oder Anleihen angelegt. Mehr als die Hälfte der Gutverdiener ist am Aktienmarkt aktiv. Im Bundesdurchschnitt verfügt gut jeder Zweite über mittel- und langfristige Anlagen und jeder Dritte über Aktien. Bei einem Haushaltseinkommen von unter 1.000 Euro haben nur 23 Prozent in mittel- und langfristige Anlageprodukte investiert, acht Prozent von ihnen investieren in Aktien.

 

Börse nach dem Corona-Schock: Jeder Zweite glaubt, die Kurse fallen noch tiefer

 

Nach dem historischen Corona-Crash hat an der Börse eine Erholungsphase eingesetzt. Trotzdem glaubt über die Hälfte der Deutschen, dass die Kurse noch tiefer fallen werden. Das zeigt eine repräsentative Innofact-Umfrage im Auftrag von Verivox. Nur eine Minderheit (16 Prozent) rechnet damit, dass sich die Börsenkurse innerhalb eines Jahres erholen. Jeder fünfte (22 Prozent) vom Crash Betroffene stellt die Geldanlage an der Börse grundsätzlich in Frage.

 

Große Mehrheit glaubt nicht an schnelle Erholung

 

Die erlittenen Kurseinbrüche an den Börsen infolge der Covid-19-Pandemie sind historisch ohne Beispiel. Binnen eines Monats brach der deutsche Leitindex DAX um fast 40 Prozent ein. In der Spitze verlor er über 12 Prozent an einem Tag. In der Verivox-Umfrage zeigen sich die Menschen von dieser Erfahrung tief beeindruckt.

 

Obwohl der DAX allein im April rund ein Viertel seiner Verluste wieder ausgeglichen hat, glauben nur wenige an eine schnelle Erholung. 57 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Kurse noch einmal fallen. Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent geht davon aus, dass es ein bis fünf Jahre dauern wird, bis die Börsen wieder ihr Vor-Krisen-Niveau erreichen. 11 Prozent sind der Ansicht, dass es sogar noch länger dauert. Mehr als jeder Zehnte (12 Prozent) glaubt überhaupt nicht an eine vollständige Erholung.

 

Jeder fünfte Betroffene stellt Börseninvestment nun generell in Frage

 

30 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten hatten zum Zeitpunkt des Crashs Geld an der Börse angelegt. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) davon wollen das auch künftig tun. Viele Betroffene hat der Einbruch aber auch verunsichert: Gut jeder fünfte von ihnen stellt die Geldanlage an der Börse inzwischen grundsätzlich in Frage. 17 Prozent sind unentschieden, ob sie sich künftig noch einmal für ein Börseninvestment entscheiden, 5 Prozent werden es eher nicht tun.

 

Auf der anderen Seite wittert ein Teil der Befragten, die bei Ausbruch der Krise noch nicht an der Börse waren, nun offenbar eine günstige Gelegenheit. Etwa jeder sechste (17 Prozent) von ihnen will künftig in Wertpapiere wie Aktien oder Fonds investieren.

 

Fast jeder Zweite findet Aktienanlage sinnvoll

 

"Nach wie vor bietet eine Geldanlage in Aktien die höchsten Rendite-Chancen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Auf dem Sparbuch verlieren die Ersparnisse beim derzeitigen Zinsniveau jedes Jahr an Wert."

 

Insgesamt hält knapp die Hälfte (46 Prozent) der von Verivox Befragten Aktien und Fonds ebenfalls für eine gute Möglichkeit, langfristig Geld anzulegen. Etwa ein Viertel (23 Prozent) ist gegensätzlicher Ansicht. Fast ein Drittel (31 Prozent) ist unsicher oder macht keine Angaben. Selbst unter den Umfrageteilnehmern, die bislang nicht an der Börse investiert haben, hält jeder Dritte (33 Prozent) die Geldanlage in Aktien grundsätzlich für sinnvoll.

 

Tipps für den Vermögensaufbau mit Aktien

 

"Wichtig ist ein langfristiger Anlagehorizont, damit Anleger vorübergehende Kurseinbrüche im Falle einer Krise aussitzen können", sagt Oliver Maier. "Wer in einen breit gestreuten Aktienindex wie den MSCI World investiert und seine Anteile über einen Zeitraum von 15 Jahren gehalten hat, war noch nie im Minus und hat im Schnitt über 7 Prozent Rendite im Jahr erwirtschaftet."

 

Empfehlenswert für den langfristigen Vermögensaufbau ist ein Sparplan, der in günstige Indexfonds (ETF) investiert. Sie bilden einen großen Aktienindex nach und kommen deshalb ohne teuren Fondsmanager aus. "Bei vielen aktiv verwalteten Aktienfonds fließen jedes Jahr bis zu 2 Prozent des Fondsvermögens in Verwaltung und Vertrieb", sagt Oliver Maier. "Ein ETF kommt mit einem Bruchteil dieser Kosten aus. Darüber hinaus bieten viele Depotanbieter Sonderkonditionen für ETF-Sparpläne. So sparen Anleger auch noch die Ordergebühr beim Wertpapierkauf."

 

Verluste aus dem entschädigungslosen Entzug von Aktien können steuerlich geltend gemacht werden

 

Werden (nach dem 31.12. 2008 erworbene) Aktien einem Aktionär ohne Zahlung einer Entschädigung entzogen, indem in einem Insolvenzplan das Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG) auf Null herabgesetzt und das Bezugsrecht des Aktionärs für eine anschließende Kapitalerhöhung ausgeschlossen wird, erleidet der Aktionär einen Verlust, der in entsprechender Anwendung von § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 20 Abs. 4 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuerlich geltend gemacht werden kann. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 03.12.2019 gegen die Auffassung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) entschieden. Das BMF war dem Revisionsverfahren beigetreten.

 

Im Streitfall hatte die Klägerin am 14.02.2011 und am 16.01.2012 insgesamt 39 000 Namensaktien einer inländischen AG zu einem Gesamtkaufpreis von 36.262,77 € erworben. Im Streitjahr 2012 wurde über das Vermögen der AG das Insolvenzverfahren eröffnet. In einem vom Insolvenzgericht genehmigten Insolvenzplan wurde gemäß § 225a Abs. 2 der Insolvenzordnung (InsO) das Grundkapital der AG auf Null herabgesetzt und eine Kapitalerhöhung beschlossen, für die ein Bezugsrecht der Klägerin und der übrigen Altaktionäre ausgeschlossen wurde. Der börsliche Handel der Altaktien wurde eingestellt. Da die Klägerin für den Untergang ihrer Aktien keinerlei Entschädigung erhielt, entstand bei ihr ein Verlust in Höhe ihrer ursprünglichen Anschaffungskosten. Das Finanzamt weigerte sich, diesen Verlust zu berücksichtigen.

 

Das sah der BFH anders und gab der Klägerin Recht. Er beurteilte den Entzug der Aktien in Höhe von 36.262,77 € als steuerbaren Aktienveräußerungsverlust. Dieser Verlust sei nach den Beteiligungsquoten auf die Gesellschafter der Klägerin zu verteilen.

 

Zur Begründung führte der BFH aus, dass der Untergang der Aktien keine Veräußerung darstelle und auch sonst vom Steuergesetz nicht erfasst werde. Das Gesetz weise insoweit aber eine planwidrige Regelungslücke auf, die im Wege der Analogie zu schließen sei. Die in § 225a InsO geregelte Sanierungsmöglichkeit sei erst später eingeführt worden, ohne die steuerliche Folgen für Kleinanleger wie die Klägerin zu bedenken. Es widerspreche den Vorgaben des Gleichheitssatzes des  Grundgesetzes in seiner Konkretisierung durch das Leistungsfähigkeits- und Folgerichtigkeitsprinzip, wenn der von der Klägerin erlittene Aktienverlust steuerlich nicht berücksichtigt werde, wirtschaftlich vergleichbare Verluste (z.B. aufgrund eines Squeeze-Out oder aus einer Einziehung von Aktien durch die AG) aber schon.

 

Marktwächter warnen vor unseriösen Aktienangeboten

 

Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Hessen warnen vor unerwünschten Werbeanrufen, bei denen Verbraucher Wertpapiere kaufen sollen. Verbraucher berichten, dass ihnen unter anderem Aktien von Lufthansa, Siemens, Tesla oder Amazon zum Kauf angeboten wurden, die sie nach Zahlung nicht erhielten.

 

„Mit den bekannten Unternehmensnamen werben diese Anbieter um das Vertrauen der Verbraucher“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen. „Sie täuschten den Aktienhandel aber offensichtlich nur vor und haben die Verbraucher schlicht um ihr Geld betrogen.“

 

Vorgetäuschte Käufe, falsche Depots

 

In den vorliegenden Fällen aus dem Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen sollten Verbraucher meist Geld auf ein Konto im Ausland überweisen. Dafür wollte man ein Depot für sie anlegen und die gewünschten Aktien kaufen. Verbraucher berichten, dass nach Zahlung in ihrem Online-Depot aber keine entsprechenden Aktien auftauchten und der geforderte Übertrag auf ein bestehendes anderes Depot nie erfolgte.

 

Anbieter tauchten in Folge schlichtweg ab: Die Internetseite und das Depot konnte man nicht mehr aufrufen, auch sonst hatten Verbraucher keine Möglichkeit mehr, Kontakt aufzunehmen.

 

„Diese Maschen sind uns bekannt. Ob vielversprechender Handel mit Kryptowährungen, binären Optionen oder Fremdwährungen – es gibt Anbieter, die – wenn das Geld erst einmal überwiesen ist – nicht mehr zu erreichen sind. Sitzen Anbieter im Ausland, ist es sowieso schwer, seine Rechte durchzusetzen. Vor einem Kauf sollte man deshalb in jedem Fall die Seriosität des Anbieters überprüfen und sich keinesfalls unter Zeitdruck setzen lassen“, warnt Brandes. Die nationalen Finanzaufsichtsbehörden und die Europäische Aufsichtsbehörde ESMA warnen auf ihren Internetseiten vor Anbietern, die bereits auffällig wurden. Verbraucher können sich so auch bei der Aufsicht des Landes, in dem der Anbieter seinen Sitz hat, informieren.

 

Aktienfonds Europa Welche Folgen der Brexit für Anleger hat

 

Der britische Aktienmarkt ist in Europa der mit dem größten Gewicht. Anleger sind deshalb verunsichert und fragen sich, wie ihr Investment das Drama um den Brexit wegsteckt. Die Zeitschrift Finanztest hat sich die langfristigen Aussichten von Investments in den europäischen Markt genauer angesehen und rät zur Ruhe. „Als langfristiger Anleger müssen Sie Ihre Europa-Fonds jetzt nicht hastig verkaufen“, sagt Yann Stoffel, Finanzexperte der Stiftung Warentest. „Wer allerdings die Unsicherheit nicht erträgt, kann leicht die Ländergewichtung weg von Großbritannien und Europa zugunsten der USA und der Pazifikregion verschieben“.

 

Nach dem Austrittsvotum der Briten haben sich britische Aktien nicht mehr so gut entwickelt wie der europäische Gesamtmarkt, aber nicht so schlecht, wie viele dachten. Das schwache Pfund minderte zwar die Gewinne hiesiger Anleger, sorgte aber für gute Geschäfte britischer Global Player, weshalb der dortige Aktienmarkt stieg. Die in den Fonds am stärksten vertretenen Firmen sind oft global aufgestellt, also nur zum Teil vom Geschehen in Europa abhängig. Es gibt eine Vielzahl von europäischen Firmen, die Weltmarktführer sind, und auf vielen Technologiefeldern wie Automatisierung, Maschinenbau, Bio- oder Umwelttechnologie hat der Kontinent viel zu bieten.

 

Dennoch rät Finanztest, nicht nur in den europäischen Markt zu investieren, sondern in eine globale Anlage wie den MSCI World. Er umfasst 23 Länder, der MSCI Europe nur 15. Eine Idee für reine Europa-Anleger ist, je zur Hälfte auf Aktienfonds Europa und Aktienfonds Welt zu setzen. Eine andere Idee ist, sein Weltdepot aus verschiedenen Einzelbausteinen zusammenzusetzen. Europa-Fonds bleiben dabei, USA und Japan werden neu hinzugemischt. Erste Wahl sind markttypische ETF. Aber auch einige aktiv gemanagte Fonds lohnen einen Blick.

 

DAX-Aktien sind bei Privatanlegern am beliebtesten

 

Die Consorsbank hat ausgewertet, welche 30 Aktien in den Depots der Privatanleger am häufigsten vertreten sind.

 

Dabei stammen 19 der 30 Top-Aktien aus dem DAX: In den meisten Depots ist nach wie vor die „Volksaktie“ Deutsche Telekom zu finden. Auf den Plätzen 2 bis 6 folgen mit Daimler, Deutsche Bank, BASF, Allianz und Siemens weitere DAX-Werte.

 

Erst auf Platz 7 findet sich mit der Commerzbank eine Aktie aus dem MDAX, die allerdings bis vor kurzem noch im Deutschen Aktienindex gelistet war. Weitere MDAX-Aktien im Ranking sind Osram (Platz 16), Uniper (Platz 19) und K+S (Platz 26). Die beliebteste „Auslandsaktie“ bei den Consorsbank-Kunden ist Apple (11.), gefolgt von Amazon (15.) sowie Nokia (20.). Auch Nestle (23.), Microsoft (25.), Royal Dutch Shell (27.) und Cisco Systems (28.) finden sich in den Top 30.

 

15-Jahres-Rechnung zeigt: Aktien sind der beste Inflationsschutz

 

Mehr als die Hälfte der Deutschen kann nicht einschätzen, wie viel des Ersparten die Inflation auffrisst. Das zeigt eine aktuelle Axa-Umfrage. Gut 2.500 Milliarden Euro liegen derzeit nahezu unverzinst auf deutschen Giro-, Tages- und Festgeldkonten. Wer seine Geldanlage richtig planen will, sollte jedoch unbedingt die Inflation mitberücksichtigen. Ein aktienstarkes Portfolio bot im historischen Vergleich eine weitaus bessere Rendite nach Inflation. Das zeigen aktuelle Rendite-Analysen des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip.

 

Die Finanztip-Experten haben die Renditen abzüglich des Inflationsverlusts über 15 Jahre von zwei Portfolios verglichen: ein weltweiter Aktienkorb mit einem geringen Anteil Tagesgeld und eine Anlage ausschließlich in Tages- und Festgeld. "Ende 2018 konnten sich Sparer doppelt so viel leisten wie Ende 2003 ", sagt Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlage bei Finanztip. "Pro Jahr waren mit weltweiten Aktien gut 4 Prozent nach Inflation drin. In derselben Zeit haben Sparer den Wert ihres Geldes gerade einmal so erhalten, wenn sie ihr Geld je zur Hälfte in Tages- und Festgeld gesteckt haben. Aktien sind der beste Inflationsschutz."

 

Mit weltweiten ETFs das Risiko minimieren

 

Anleger sollten jedoch nicht in einzelne Aktien investieren. Zinnecker rät stattdessen zu günstigen Indexfonds (ETFs), die breit streuen. Der Vorteil: "ETFs bündeln gleich mehrere Hundert Aktien aus verschiedenen Ländern und Branchen. Das Risiko ist so auf viele Schultern verteilt." Finanztip empfiehlt ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World oder den MSCI All Countries World Index (ACWI). Im erstgenannten stecken die 1.600 wichtigsten Aktien der Industriestaaten, im zweiten die mehr als 2.750 wichtigsten Aktien der Industrie- und Schwellenländer.

 

Langer Atem bringt den Erfolg

 

Wichtig für eine gute Rendite ist eine langfristige Anlage. Das sind nicht zwei Jahre und ein paar Monate, wie die Deutschen laut Axa-Umfrage vermuten. "15 Jahre Zeit sollten Sie Ihrem Geld zum Vermehren schon geben", erklärt Zinnecker. "Unsere Analysen von 1975 bis heute haben gezeigt, dass Anleger mit einem aktienstarken Portfolio in diesem Anlagezeitraum nie Geld verloren haben, der Finanzkrise oder einzelnen schlechten Börsenjahren wie 2018 zum Trotz."

 

Turbulente Zeiten an der Börse – 5 Tipps für Anleger

Die letzte Woche im Februar war nichts für Anleger mit schwachen Nerven: Der US-Leitindex Dow Jones verlor an einem einzigen Tag 1.600 Punkte – so viel wie noch nie zuvor. Die Folge: Kurseinbrüche an den Börsen weltweit, auch in Frankfurt. Mittlerweile hat sich die Wall Street wieder gefangen, und auch der DAX erholt sich von den Turbulenzen. Was bleibt, ist bei vielen Anlegern Unsicherheit – und so mancher Börsen-Neuling fragt sich vielleicht, ob ein Investment in Aktien das Richtige ist. der Bankenverband gibt fünf Tipps für jeden Anleger.

 

1.Zeit mitbringen: Für eine lohnende Aktienanlage ist ein langfristiger Anlagehorizont wichtiger als der Zeitpunkt des Aktienkaufs. Auf kurze bis mittlere Sicht besteht für Aktienanleger dagegen ein erhebliches Risiko. Klar ist: Ein historischer Rückblick bietet keine Gewähr für künftige Wertentwicklungen. Doch die Vorteile einer langfristigen Aktienanlage – einer Beteiligung an ertragsstarken Unternehmen und damit am Produktivkapital der Wirtschaft – bestehen nach wie vor.

 

2.Breite Streuung im Depot: In einem Depot sollte nie nur eine Aktie liegen. Wer nicht selbst einzelne Aktien auswählen und beobachten will, sollte auf Fonds setzen. Zum Beispiel bilden börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) einen zugrunde liegenden Index möglichst genau nach. Fonds sind für kleinere Anlagebeträge besser geeignet als Einzelaktien. Zudem kann man in Aktienfonds auch mit kleineren Beträgen regelmäßig investieren.

 

3.Ruhe bewahren: Die jüngsten Schwankungen an der Börse haben es wieder deutlich gemacht: Wer an der Börse langfristig investiert, muss die Nerven bewahren. Wer als Verbraucher zu schnell handelt, erzielt oft nicht den gewünschten Gewinn, wohl aber hohe Kosten.

 

4.Risikobereitschaft festlegen: Höhere Renditechancen sind auch immer mit höheren Risiken verbunden. Deshalb müssen Kunden sich vor einer Anlageentscheidung über ihre eigene Risikobereitschaft im Klaren sein.

 

5.Kosten vergleichen: Für den Kauf und Verkauf von Aktien entstehen Kosten, für kleine Kaufaufträge gelten meist Mindestgebühren. Die Banken bieten zumeist verschiedene Depotvarianten an – hier sollten Anleger die Kosten vergleichen und die auf sie abgestimmte Variante wählen.  

 

Aktien: Finanzamt an Verlusten beteiligen

So mancher Anleger fürchtet DAX Verluste. Da kann es trösten, dass man den Fiskus an Veräußerungsverlusten beteiligen kann, wenn die Aktien nach 2008 erworben wurden, weist der Bankenverband hin. Denn mit Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) seit dem 1. Januar 2009 lassen sich sämtliche Verluste aus Kapitalanlagen mit abgeltungsteuerpflichtigen Gewinnen verrechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Anleger die Wertpapiere wenige Tage oder mehrere Jahre gehalten hat. Allerdings sind Kursverluste aus Aktien, die ab Anfang 2009 gekauft wurden, auch nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechenbar. Auf Verluste aus allen anderen Wertpapieranlagen können dagegen nicht nur Kursgewinne, sondern auch Zinsen und Dividenden angerechnet werden. Wenn es sich um Geldanlagen im Inland handelt, übernehmen die Banken für den Anleger die Verlustrechnung. Bleibt am Jahresende mangels verrechenbarer Erträge ein Überhang, überträgt die Bank diesen auf das nächste Jahr und verrechnet die Verluste dann. Es sei denn, der Kunde will seine Verluste im Rahmen der steuerlichen Veranlagung geltend machen. Dann muss er bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen. Wer seine Aktien vor dem Jahr 2009 gekauft hat, kann Veräußerungsverluste nicht mit Gewinnen verrechnen. Umgekehrt gilt hier aber auch: Werden solche „Altbestände“ nun verkauft, bleiben Kursgewinne steuerfrei, so der Tipp des Bankenverbandes.

 

Augen auf beim Aktienkauf – Nur ein gut informierter Anleger hat Aussicht auf Erfolg

Aktien sind so beliebt wie seit Jahren nicht mehr. Die Börse Stuttgart hat wertvolle Tipps für Anleger, die den Einstieg am Aktienmarkt wagen wollen. Aktien erleben einen neuen Aufschwung. Rekordverdächtig niedrige Zinsen für sichere Bundesanleihen und die hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der europäischen Staatsschuldenkrise lassen Sachwerte derzeit für viele Investoren attraktiv erscheinen. Mitten in der Krise steigt deshalb das Interesse von Privatanlegern an Aktien. „Wir stellen fest, dass sich Privatanleger momentan wieder stärker in Aktien engagieren“, sagt Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung an der Börse Stuttgart.

Diesen Trend bestätigt eine Statistik, die das Deutsche Aktieninstitut (DAI) veröffentlicht hatte. Somit besitzen nun 10,2 Millionen Menschen direkt oder indirekt über Fonds Aktien – so viele wie seit dem Boomjahr 2007 nicht mehr. Tatsächlich erscheinen die Bedingungen für Aktionäre mit längerfristigem Anlagehorizont derzeit günstig. Viele Titel aus dem deutschen Standardwerte-Index DAX weisen Dividendenrenditen zwischen 3 und 7 Prozent auf und sind mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen im einstelligen Bereich günstig bewertet. Hinzu kommt, dass Aktien Sachanlagen sind, wie Dittrich erklärt: „Jeder, der ein Investment in Aktien tätigt, kauft damit auch einen Anteil am Anlagevermögen des Unternehmens. Dieser Vorteil spielt für Privatanleger angesichts möglicher Inflationsrisiken eine immer wichtigere Rolle.“

 

Nur ein gut informierter Anleger hat Aussicht auf Erfolg 



Wer einsteigen will, sollte laut Dittrich allerdings einige Punkte beachten: „Es ist wichtig, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren. Privatanleger sollten nur in Firmen investieren, deren Geschäftsmodell sie durchdrungen haben.“ Dittrich vergleicht dies mit dem Autokauf: So wie sich viele Deutsche vor der Entscheidung für ein neues Auto intensiv mit Details wie der Motorisierung und den Ausstattungsvarianten beschäftigten, sollten sich Anleger vor dem Aktienkauf mit den Kennzahlen des Unternehmens, den angebotenen Produkten und Dienstleistungen sowie der Konkurrenzsituation im Umfeld des Unternehmens auseinandersetzen. Denn immer noch gelte die Grundregel, dass man nur in Unternehmen investieren soll, deren Risikoprofil dem eigenen entspricht. „Darüber hinaus sollten Anleger auch nur Geld investieren, auf das sie in den nächsten Jahren nicht angewiesen sind“, so Dittrich weiter. „Denn wer in Aktien investiert, hat in der Regel einen Anlagehorizont zwischen fünf und zehn Jahren und ist eher mittelfristig orientiert.“ Einer der Gründe dafür: Längere Halteperioden können starke Verluste in einzelnen schlechten Jahren ausgleichen und dadurch das mit Aktien verbundene Risiko abmildern.

 

Risikostreuung ist der Schlüssel zu einer ausgewogenen Geldanlage

 

Misstrauisch sollten Anleger immer dann werden, wenn sie mit unrealistisch hohen Renditeversprechen gelockt werden. Oft handelt es sich bei den entsprechenden Aktien um Pennystocks mit Kursen im Centbereich. „Solche Papiere sind hochspekulativ und nur für erfahrene, risikoaffine Anleger geeignet“, sagt Dittrich. Dies sei schon darin begründet, dass sich die Beschaffung valider Informationen zu solchen Unternehmen häufig sehr schwierig gestalte. Anleger sollten sich daher immer fragen, wer von solchen dubiosen Anlageempfehlungen profitieren könnte, so Dittrich weiter. Grundsätzlich gelte, dass ausreichendes Wissen über Börse und Finanzen der beste Schutz für Anleger sei.

 

Altersvorsorge mit Aktien - unverstanden, ungeliebt und ungenutzt

Eine relative Mehrheit der Deutschen (43 Prozent) hält Altersvorsorge mit Aktien für zu unsicher und deren Kursschwankungen für zu gefährlich. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere durchgeführt worden ist. Vor allem unter Frauen ist die Auffassung verbreitet, dass sich Aktien für die Altersvorsorge nicht eignen: 47 Prozent schätzen Aktien als zu unsicher für die Anlage von Altersvorsorgevermögen ein. Unter den Männern vertreten 39 Prozent diese Auffassung. Dieses Vorurteil, das sich nicht mit Fakten belegen lässt, ist demnach weit unter den deutschen Sparern verbreitet.

 

Vor allem Ältere treffen diese Einschätzung. Die Umfrage zeigte eine fast schon lineare Abhängigkeit vom Alter. Während unter den 18- bis 24-Jährigen lediglich 27 Prozent Aktien für die Altersvorsorge für problematisch halten, sind es in der Altersgruppe ab 65 Jahren mit 53 Prozent nahezu doppelt so viele. Ein klarer Zusammenhang zeigt sich auch mit dem Einkommen. Je höher das Einkommen, desto eher werden Aktien als geeignetes Mittel für die Altersvorsorge angesehen. Aktien in der Altersvorsorge sind also am ehesten bei jüngeren Männern mit höherem Einkommen anzutreffen.

 

„Obwohl sich die Experten einig sind, dass Aktien wegen der langfristigen Anlagedauer für die Altersvorsorge sehr gut geeignet sind, herrscht unter den Deutschen verbreitet eine gegenteilige Auffassung. Sie lehnen mehrheitlich Aktien in der Altersvorsorge ab. Die Anbieter von Altersvorsorgeprodukten werden noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern nach Auswertung der jüngsten DIA-Umfrage.

 

Großes West-Ost-Gefälle beim Aktienbesitz

Auch fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist Deutschland ein geteiltes Land, zumindest was die Aktienquote angeht: In den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besitzen in keinem Kreis mehr als fünf Prozent der Bevölkerung Aktien oder Fonds. Einen so geringen Wertpapierbesitz findet man in den westlichen Bundesländern nur im Saarland. Dies sind Ergebnisse des aktuellen comdirect Anlage-Atlas. Die soziodemografische Analyse zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Mai 2018 durchgeführt.

 

Fonds besitzen nur 1,6 Prozent der Ostdeutschen (inklusive Berlin). In den westlichen Bundesländern sind es dagegen 15,3 Prozent. Auch wenn dies bereits eine deutlich höhere Quote als im Osten ist, zeigen die Ergebnisse, dass die Deutschen insgesamt Wertpapier-Muffel sind. Nur jeder achte Bundesbürger investiert in Fonds, bei Aktien ist es sogar nur knapp jeder Dreizehnte. Das wirkt sich negativ auf den Sparerfolg der Deutschen aus, erklärt Matthias Hach, Vorstandsmitglied der comdirect bank AG: „Allein im ersten Quartal 2018 haben deutsche Sparer 7,1 Milliarden Euro verloren, weil sie auf Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen setzen. Deren Verzinsung liegt zum Teil deutlich unter der Inflationsrate. Das zeigt: An Wertpapieren führt beim langfristigen Vermögensaufbau kein Weg vorbei.“

 

Mehr Aktionäre auf dem Land als in der Stadt

 

Auch zwischen Land und Stadt wird ein Gefälle sichtbar: Menschen in ländlichen Gebieten setzen stärker auf Aktien und Fonds als Großstädter. In den 401 Kreisen und kreisfreien Städten besitzen im Durchschnitt 7,5 Prozent der Bevölkerung Aktien. Bei den 50 größten Städten Deutschlands liegt der Schnitt dagegen nur bei rund vier Prozent, so zum Beispiel in Heidelberg (4,3 Prozent) und Nürnberg (3,8 Prozent).

 

Auch beim Fondsbesitz zeigt sich eine deutliche Diskrepanz: Mit knapp 13 Prozent entspricht Düren in Nordrhein-Westfalen dem Durchschnitt unter den Kreisen und kreisfreien Städten. Unter den größten Städten liegt dieser bei nur rund sieben Prozent – so in Augsburg (7,4 Prozent) und Karlsruhe (6,9 Prozent).

 

„Das Ergebnis überrascht auf den ersten Blick, bei unserer letzten Befragung vor zwei Jahren war es noch umgekehrt“, sagt comdirect-Vorstand Hach. Ein Grund könnte sein, dass Menschen aus ländlicheren Gebieten im Schnitt über ein höheres Haushaltsnettoeinkommen als Großstädter verfügen. „Es gibt nach wie vor einen Zusammenhang zwischen Einkommen und Aktienbesitz. Dabei ist die Geldanlage mit Wertpapieren schon ab 25 Euro im Monat möglich. Gerade für diejenigen, die weniger Geld zur Verfügung haben, bieten Wertpapiere die Chance, sich langfristig ein finanzielles Polster aufzubauen“, sagt Hach.

 

München und Bayern insgesamt sind Vorreiter

 

Im Bundesvergleich ist der Süden Deutschlands Spitzenreiter in Sachen Aktien und Fonds. Hier legen deutlich mehr Menschen ihr Geld in Wertpapiere an als in anderen Regionen. Unter den größten Städten führt München mit beachtlichem Abstand die Liste an: Fast jeder zweite Münchner (49,9 Prozent) hat in einen Fonds investiert. Auf Platz zwei folgt das niedersächsische Oldenburg mit 20,5 Prozent. Aktien besitzt etwa jeder sechste Münchner (16,7 Prozent). Zum Vergleich: In Erfurt sind es nur 0,2 Prozent. Auch im restlichen Bayern setzt sich dieser Trend fort. Neun der zehn Kreise und Städte mit dem höchsten Fondsbesitzanteil liegen in Bayern. Bei Aktien sind es sieben von zehn Kreisen beziehungsweise Städte.

Aber auch in Hessen und Baden-Württemberg leben überdurchschnittlich viele Aktien- oder Fondsbesitzer. In Hessen ist Offenbach (0,9 Prozent) unter allen Kreisen und kreisfreien Städten die einzige mit einem Aktien- und Fondsbesitzanteil von unter fünf Prozent.

 

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