Inflationsschock: So sparen Verbraucher über 2.500 Euro bei Verträgen

 

Preisanstieg auf breiter Front: Die Inflation in Deutschland ist auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Auch viele Verträge werden teurer. Doch zwischen günstigen und teuren Tarifen gibt es große Preisunterschiede – eine Modellfamilie spart so schnell über 2.500 Euro pro Jahr. Das zeigen Berechnungen des Vergleichsportals Verivox.

 

Energie: Über 700 Euro bei Strom und Gas sparen

 

Haushalte, die Strom oder Gas aus der örtlichen Grundversorgung beziehen, können jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen raus aus ihrem aktuellen Vertrag. Ein Dreipersonenhaushalt (4.000 kWh) spart mit einem Wechsel zum günstigsten empfohlenen Stromtarif durchschnittlich 277 Euro ein. Bei Gas (20.000 kWh) beläuft sich die Wechselersparnis im Schnitt auf 426 Euro pro Jahr.

 

Handy & DSL: Mit Discounter-Tarifen 395 Euro weniger zahlen

 

Rund 240 Euro im Jahr lassen sich bei Internetverträgen sparen, bei Handyverträgen sind es rund 155 Euro jährlich. Vor allem Handytarife mit kleinen und mittleren Datenbudgets sind bei Discounter-Marken wesentlich günstiger zu haben als direkt beim Netzbetreiber. Diese gibt es heute schon für unter 10 Euro im Monat.

 

Gut versichert, 800 Euro gespart

 

Auch bei Versicherungen lohnt es sich, die Tarife regelmäßig zu überprüfen. Zwischen günstigen Tarifen mit guten Leistungen und Angeboten aus dem mittleren Preissegment liegen bei Verivox bei der Privathaftpflicht beispielsweise 79 Euro, bei der Hausratversicherung 143 Euro, bei der Rechtsschutz 310 Euro und bei der Tierhalter-Haftpflicht 71 Euro. Bei der Kfz-Versicherung mit Vollkasko-Schutz sparen Autofahrer mit einem günstigen Tarif im Schnitt 198 Euro.

 

Durch einen Versicherungswechsel lassen sich oftmals auch deutlich bessere Leistungen und verbraucherfreundliche Konditionen sichern.

 

Krankenkassenbeitrag bis zu 612 Euro im Jahr senken

 

Die Gesundheitsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind nahezu identisch. Dennoch variiert der Zusatzbeitrag bei den bundesweit zugänglichen Krankenkassen aktuell zwischen 0,39 und 2,5 Prozent. Durch einen Wechsel können Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 36.000 Euro ihren Krankenkassenbeitrag um bis zu 380 Euro pro Jahr senken. Gutverdiener mit einem Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (58.050 Euro) reduzieren ihren Beitrag mit einem Wechsel vom teuersten zum günstigsten Anbieter sogar um 612 Euro.

 

Die Kündigung des alten Anbieters übernimmt die neue Krankenkasse. Versicherte sind dann 12 Monate an die neue Krankenkasse gebunden.

 

Girokonto zum Nulltarif – im Schnitt 118 Euro sparen

 

59 Euro zahlen Bankkundinnen und -kunden im Schnitt fürs Girokonto, wenn sie alle Überweisungen und Daueraufträge per Online-Banking in Auftrag geben und sich Kontoauszüge ausschließlich ins digitale Postfach zustellen lassen. Bei Top-Banken sind Kontoführung, Überweisungen und Daueraufträge, Lastschriften, Geldabheben und die Girocard kostenfrei. Für eine Familie, in der beide Elternteile ein eigenes Konto haben, beläuft sich das Sparpotenzial auf 118 Euro pro Jahr.

 

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten regelmäßig ihre Verträge überprüfen und neben dem Preis auch die Leistungen und die Erfahrungen anderer Kunden im Blick behalten. Wichtig beim Preisvergleich: Den Tarifrechner stellen sie auf ihre persönlichen Anforderungen ein. Je genauer die Rechner nach dem persönlichen Bedarf filtern, desto besser sind die angezeigten Ergebnisse.

 

Methodik

Die durchschnittliche Ersparnis bei Strom (4.000 kWh) und Gas (20.000 kWh) basiert auf einem Wechsel aus der Grundversorgung hin zum günstigsten Tarif mit fairen Vertragsbedingungen.

 

Bei den Internettarifen wurde die maximale Ersparnis bei einem Wechsel aus einem Telekom-Bestandskundentarif (50 Mbit/s, Vorwahl 030) in den günstigsten verfügbaren Tarif berechnet. Die Ersparnis bei den Handyverträgen basiert auf dem Wechsel aus dem Netzbetreiber-Tarif hin zum günstigsten Tarif bei Verivox im selben Netz (Allnet- und SMS-Flat, mind. 3 GB, 24 Monate Mindestlaufzeit).

 

Bei den Versicherungen wurde der Kostenunterschied zwischen dem günstigsten und einem Tarif im mittleren Preissegment im Verivox-Versicherungsvergleich für eine Berliner Familie mit einem Hund (Beagle) in einer Mietwohnung (80 qm) im Mehrfamilienhaus berechnet. Berücksichtigt wurden dabei nur Tarife, die wichtige Leistungskriterien erfüllen. Die Angaben zur Kfz-Versicherung basieren auf dem Kfz-Versicherungsindex, den Verivox zusammen mit dem Statistik-Experten Professor Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Rosenheim erstellt.

 

Bei der Krankenkasse wurden die Beitragsunterschiede zwischen den Angeboten mit dem günstigsten und höchsten Zusatzbeitrag ermittelt. Berücksichtigt wurden nur bundesweit verfügbare Angebote.

 

Beim Girokonto wurden die durchschnittlichen Kosten für einen Modellkunden bei über 150 Banken ermittelt (Quelle: Stiftung Warentest, 9/2021). Bei Top-Banken ist die Kontonutzung kostenfrei.

 

Hitzeschutz in Wohnräumen: Diese Maßnahmen sorgen für Abkühlung

 

Bei hochsommerlichen Temperaturen sind kühle Wohnräume eine angenehme Abwechslung. Um das Raumklima so komfortabel wie möglich zu gestalten, helfen Rollläden, Ventilatoren oder Klimaanlagen. Auch das Querlüften in den frühen Morgenstunden ist eine effektive Methode. Neben diesen Möglichkeiten beeinflussen zusätzlich die baulichen Eigenarten eines Hauses die Raumtemperaturen. Welche Maßnahmen am besten funktionieren, erläutert die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern:

 

Jalousien, Markisen, Fensterläden, Sonnensegel oder Vorhänge: Sonnenschutz nach Bedarf

 

Besonders viel Hitze dringt durch Balkontüren und (Dach-)Fenster ein. Um die Sonneneinstrahlung zu minimieren und die Wärme erst gar nicht in die Räume zu lassen, sollte der Sonnenschutz in Form von Jalousien, Markisen und Co. möglichst außen angebracht werden.

 

Rollläden: Allround-Genie mit Einbruchschutz

 

Rollläden schützen vor Hitze, Kälte und Einbrechern. „Im Idealfall werden Rollläden schon bei der Bauplanung bedacht. Am fertigen Haus lassen sich Vorbau-Rollläden aber auch leicht nachrüsten“, so die Verbraucherzentrale Bayern.

 

Fassaden- und Dachdämmung: Abkühlung bei Sommerhitze

 

Mit einem guten Wärmeschutz auf Dach und Fassade erhitzen sich Wohnräume weniger schnell. Denn gut gedämmte Häuser lassen an heißen Tagen weniger Wärme eindringen. Daher gilt: Je dicker und besser das Dämmmaterial, desto besser der Hitze- und Wärmeschutz.

 

Fassadengrün und Dachbepflanzung: Natürliche Klimaanlage

 

Mit Fassaden- und Dachbegrünung funktioniert der sommerliche Hitzeschutz auch auf biologische Art und Weise. Die Pflanzen reduzieren das Aufheizen der Gebäude deutlich und verbessern das Mikroklima am Haus. Ausreichend Abstand zwischen Fassade und Bepflanzung verhindert Schäden am Putz und an den Wänden. Erhitzt sich ein herkömmliches Flachdach im Sommer auf bis zu 80 Grad, schützen begrünte Flachdächer vor direkter Sonneneinstrahlung und damit vor starkem Aufheizen. Verantwortlich dafür sind die Substratschicht und die Dachbepflanzung.

 

Wer sich für ein begrüntes Flachdach entscheidet, sollte eine Fachplanung zurate ziehen. Denn das Gewicht von Erde, Pflanzen und abgefangenem Regenwasser kann die Statik des Gebäudes beeinträchtigen. Besondere Sorgfalt sollte auf die Feuchteabdichtung gelegt werden. Das zuständige Bauamt gibt Auskunft, ob für die Begrünung von Dächern und Fassaden eine Regelung der Kommune gilt.

 

Wer Fragen zum Thema hat oder sich über verfügbare Fördermittel informieren möchte, kann sich an die Energieberatung der Verbraucherzentrale Bayern wenden. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden. Weitere Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 

763 Euro im Monat geben Paare mit einem Kind für den Nachwuchs aus

 

Ob Kitagebühren oder Sportschuhe, Schulranzen oder Frühstücksbrote - die Ausgaben von Eltern für ihre Kinder sind vielfältig. Im Jahr 2018 gaben Paare mit einem Kind im Schnitt 763 Euro im Monat für ihren Nachwuchs aus. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, machten die Ausgaben für das Kind damit mehr als ein Fünftel (21 %) der gesamten Konsumausgaben dieses Haushaltstyps in Höhe von monatlich 3 593 Euro aus. Im Vergleich zum Jahr 2013 (660 Euro) sind die Ausgaben für ein Kind um knapp 16 % gestiegen, die gesamten Konsumausgaben um 17 %.

 

Alleinerziehende wandten 35 % ihrer Konsumausgaben fürs Kind auf

 

Alleinerziehende mit einem Kind gaben mit durchschnittlich 710 Euro monatlich etwas weniger aus als Paare, jedoch hatten die Ausgaben fürs Kind bei ihnen einen Anteil von 35 % an den gesamten Konsumausgaben.

 

Die Ausgaben für Kinder bestehen unter anderem aus der materiellen Grundversorgung wie Ernährung, Bekleidung und Wohnen. Hierauf entfiel rund die Hälfte der Ausgaben für Kinder. Auf Freizeit, Unterhaltung und Kultur entfielen rund 15 % der Ausgaben.

 

Mit steigender Kinderzahl sinken die Ausgaben pro Kind: Für zwei Kinder gab ein Paarhaushalt im Schnitt 1 276 Euro monatlich aus, für drei Kinder 1 770 Euro. Zudem zeigt sich: Je älter die Kinder, desto höher die Kosten. Paare mit einem Kind im Alter von bis zu 6 Jahren gaben 679 Euro im Monat für das Kind aus - in diesem Alter spielt die Kinderbetreuung als Ausgabeposten eine größere Rolle. Für Jugendliche von 12 bis unter 18 Jahren gaben die Eltern in Paarhaushalten mit einem Kind mit durchschnittlich 953 Euro im Monat deutlich mehr aus. Hier fallen die höheren Ausgaben für Nahrungsmittel und die Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur stärker ins Gewicht.

 

Studie: Generation Ü50 wechselt Verträge viel zu selten – Durchschnittskunden zahlen bis zu 460 Euro im Jahr drauf

 

Wer einen neuen Vertrag abschließt, bekommt bei vielen Anbietern attraktive Konditionen. Bestandskunden hingegen bezahlen oft mehr und bekommen mitunter sogar weniger Leistung. Der Geldratgeber Finanztip rät deshalb, Strom-, Handy- oder auch Versicherungsverträge regelmäßig zu prüfen und ggf. zu wechseln. Eine aktuelle Finanztip-Studie zeigt nun, dass vor allem über 50-jährige Verbraucher wechselfaul sind. Doch das kann teuer werden: Allein bei den Themen Strom, Handy und Kfz-Versicherung entstehen einem Standardkunden so Mehrkosten von jährlich bis zu 460 Euro.

 

Eine repräsentative Studie von Finanztip zeigt: Knapp jeder Dritte über 50 hat noch nie den Stromanbieter gewechselt. „Wer schon immer Strom bei einem Anbieter bezieht, hängt in der teuren Grundversorgung“, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. Für Betroffene ist das Sparpotential groß – laut einer aktuellen Beispielrechnung von Finanztip bringt der Wechsel in einen günstigen Tarif bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch (3.000 KWh) knapp 150 Euro im Jahr. Aber auch wer vor Jahren schon einmal seinen Stromanbieter gewechselt hat, sollte regelmäßig Tarife vergleichen. „In unserer Beispielrechnung sparten wir knapp 40 Euro bei einem Wechsel von einem älteren in einen günstigen Tarif.“ Genau dieser Fall kommt bei Älteren besonders oft vor: Mehr als jeder zweite über 50 hat vor Jahren zwar schon mal den Stromanbieter gewechselt, vergleicht aber nicht regelmäßig Tarife. Für die Anbieter ist es lukrativ, dass die besonders geburtenstarken Jahrgänge nicht wechseln. 

 

Ältere Handyverträge sind deutlich zu teuer

 

Ein weiterer Kostenfaktor privater Haushalte sind Handytarife. „Im Mobilfunkbereich beobachten wir seit Jahren fallende Preise – erst im E-Netz, jetzt zunehmend auch im hochwertigen D-Netz“, sagt Tenhagen. Die Folge: Je älter ein Tarif ist, desto teurer ist er im Vergleich zu neuen Angeboten. „Vor allem die Generation 50plus telefoniert besonders häufig zu hohen Kosten, denn jeder dritte Handyvertrag von ihnen ist älter als fünf Jahre.“ Besonders im D-Netz geht das in Geld, wie eine Beispielrechnung von Finanztip zeigt: Besteht hier der Vertrag schon seit zehn Jahren zahlen die Inhaber 264 Euro im Jahr zu viel, bei 5 Jahre alten Verträgen immerhin noch 192 Euro. Der Rat vom Finanztip-Chef: „Handyverträge sollten mindestens alle zwei Jahre überprüft werden. Oft reicht es schon, dem Anbieter mit der Kündigung zu drohen, um deutlich bessere Konditionen zu erhalten.“

 

Viele Ältere scheuen den Kfz-Tarifvergleich

 

Dass mit zunehmendem Alter die Autoversicherung teurer wird, ist hinlänglich bekannt. Dennoch fassen 40 Prozent der über 50-Jährigen grundsätzlich ihren aktuellen Tarif nicht an – vor allem, weil sie mit ihrer Versicherung zufrieden sind. Doch diese Treue kostet. „In unserer Beispielrechnung sparten wir im Schnitt bis zu 50 Euro im Jahr durch den Wechsel in einen preiswerteren Tarif. Vor dem Hintergrund, dass Versicherungen mit dem Thema Alter sehr unterschiedlich umgehen und auch Typ- und Regionalklassen jedes Jahr neu berechnet werden, sollte Versicherte ab 50 jedes Jahr Tarife vergleichen. Macht die eigene Versicherung ein faires Angebot, ist die Treue verdient. Andernfalls unbedingt wechseln! Das geht mit Tarifrechnern im Netz sehr einfach und dauert maximal eine halbe Stunde.“

 

Vom Ansparen über Einbruchschutz bis E-Auto-Ladestation: Wofür es rund um das eigene Zuhause Fördergeld vom Staat gibt

 

Rund um das eigene Zuhause gibt es attraktive Förderangebote. Vielen ist aber nicht bewusst, bei welchen Vorhaben sie Anspruch auf Geld vom Staat haben. Die LBS Bayern gibt einen Überblick über unterschiedliche Förderungen vom Ansparen über das Abzahlen eines Darlehens bis zur Modernisierung.

 

Sparen für ein eigenes Zuhause

 

Eigenkapital gehört dazu, wenn man ein Eigenheim solide finanzieren möchte. Das Ansparen wird im jetzigen Umfeld kaum mit Zinsen belohnt. Aber der Staat hilft mit beim Aufbau von Eigenmitteln. Die Wohnungsbauprämie ist seit diesem Jahr erhöht worden. Wer pro Jahr bis zu 700 Euro (1400 Euro für Verheiratete) auf einen Bausparvertrag einzahlt, erhält dann eine Wohnungsbauprämie von 10 Prozent auf diese Einzahlungen - also bis zu 70 Euro (Singles) bzw. 140 Euro (Verheiratete) pro Jahr. Und weil auch die Einkommensgrenzen angehoben wurden, kommen mehr Menschen in den Genuss der Förderung, erklärt die LBS Bayern.

 

Außerdem unterstützen viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt mit vermögenswirksamen Leistungen. Mit neun Prozent Arbeitnehmer-Sparzulage fördert der Staat dabei jährliche Einzahlungen bis zu 470 Euro in einen Bausparvertrag. Das sind maximal 43 Euro im Jahr.

 

Höhere Fördersummen sind beim Wohn-Riester drin. Seit dem Beitragsjahr 2018 erhält jeder förderberechtigte Erwachsene 175 Euro Grundzulage vom Staat. Zusätzlich gibt es für jedes Kind 185 Euro und für ab 2008 Geborene sogar jeweils 300 Euro Kinderzulage oben drauf. Diese Zulagen werden ohne Einkommensgrenzen gewährt. Sie bekommt, wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlt, maximal jedoch 2100 Euro inklusive Zulagen.

 

Immobilienkauf oder -Bau

 

Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft oder baut und dabei Vorgaben für besonders energieeffiziente Gebäude erfüllt, profitiert nicht nur von geringeren Nebenkosten und hohem Wohnkomfort, sondern er kann auch Förderungen von der bundeseigenen Förderbank KfW erhalten. Dabei sind Zuschüsse in Höhe von mehreren zehntausend Euro möglich.

 

Abzahlen eines Darlehens

 

Nicht nur beim Ansparen, sondern auch beim Abzahlen einer Finanzierung hilft die Riester-Förderung. Hier wirkt sie sich sogar besonders stark aus. Denn dank Förderung können Immobilienfinanzierer schneller tilgen und werden früher schuldenfrei. Mittlerweile können auch Immobilienbesitzer profitieren, die schon vor 2008 ihr Haus oder ihre Wohnung erworben haben - also bevor es Wohnriester überhaupt gab. Bei einer Anschlussfinanzierung können sie ebenfalls die Förderung einbinden, erklärt die LBS Bayern.

 

Altersgerechter Umbau

 

Wer ein Haus gebaut oder gekauft hat, ist zunächst mit dem Tilgen der Kredite beschäftigt. Wie soll man da noch Kosten für den altersgerechten Komfort stemmen? Riester-Bausparen kann helfen. Statt einer Instandhaltungsrücklage zahlen Eigentümer einfach jene vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens (maximal 2100 Euro inklusive Zulage) auf einen Bausparvertrag ein, die im Rahmen des Wohn-Riester-Sparens gefördert werden. Viele haben ihr Haus gebaut oder gekauft, als es diese staatliche Hilfe noch nicht gab. Jetzt profitieren auch sie davon, denn seit 2014 ist es gestattet, das Guthaben aus einem Wohn-Riester-Bausparvertrag für barrierefreie Umbauten zu nutzen.

 

Zusätzlich sind Förderkredite und Zuschüsse bis zu 6250 Euro von der KfW möglich - und das unabhängig vom Alter der Eigentümer.

 

Einbruchschutz

 

Wer sein Eigenheim besser gegen Einbrecher schützen will, kann auch dafür Unterstützung vom Staat erhalten. Gefördert werden zum Beispiel einbruchhemmende Türen, Fenster oder auch Alarmanlagen. Neben Förderkrediten gibt es Zuschüsse bis zu einer Höhe von 1600 Euro bei der KfW.

 

Energetische Sanierung

 

Wer ein altes Wohngebäude auf einen modernen energetischen Stand bringt, kann von unterschiedlichen Förderprogrammen der KfW profitieren. Unterstützt werden zum Beispiel Dachdämmungen, Austausch der Heizung oder Installation einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage.

 

Smart-Home-Technik

 

Ob Lichtsteuerung, Rolladensteuerung oder eine smarte Heizung - vieles an moderner Technik für Wohngebäude kann mit Förderkrediten und Zuschüssen der KfW umgesetzt werden. Dabei können Programme für altersgerechte Umbauten oder auch energetische Sanierungen genutzt werden.

 

Ladestation für Elektroautos

 

900 Euro Zuschuss von der KfW sind pro Ladepunkt drin, wenn eine Ladestation für Elektroautos an der Garage oder dem Stellplatz eines Wohngebäudes installiert wird.

 

Ob Neubau, Kauf, Umbau oder Sanierung - die Experten von LBS und Sparkassen helfen dabei, staatliche Förderungen rund um das eigene Zuhause bestmöglich in die Finanzierung zu integrieren.

 

Baukindergeld: Wichtige Frist bis Ende März 2021 verlängert

 

Bau- und kaufwilligen Familien räumt die Bundesregierung wegen Corona ein bisschen mehr Zeit ein, sich ihre Chance auf 12.000 Euro Baukindergeld pro Kind zu sichern. Die Antragsfrist gilt jetzt nicht mehr bis Ende dieses Jahres, sondern bis Ende März. "Das bedeutet, wer bis zum 31. März 2021 einen Kaufvertrag unterzeichnet oder die Baugenehmigung erhält, kann noch bis Ende 2023 einen Antrag auf Baukindergeld bei der Förderbank KfW stellen", sagt LBS-West-Chef Jörg Münning. Wichtig ist, dass der Antrag innerhalb der ersten 6 Monate nach Einzug gestellt wird.

 

Zwei Jahre nach Einführung des Baukindergeldes waren nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis Ende August dieses Jahres mehr als 260.000 Anträge mit einem Volumen von rund 5,5 Mrd. Euro bei der KfW eingegangen. Das entspricht durchschnittlich 1,8 geförderten Kindern pro Antrag. Wenige Monate vor Ende der Antragsfrist war damit knapp die Hälfte des Fördertopfes in Höhe von insgesamt 9,9 Mrd. Euro ausgeschöpft. "Die Wohneigentumsbildung ist ein wichtiger Schritt für die eigene Altersvorsorge. Ich hätte mir eine mutigere Entscheidung der Politik gewünscht, das Baukindergeld langfristiger zu sichern und den Familien damit gerade jetzt in Zeiten von Corona mehr Planungssicherheit zu geben", so Jörg Münning.

 

Mit 51.680 geförderten Wohneinheiten stammte bis Ende Juni dieses Jahres mehr als jeder fünfte Antrag aus Nordrhein-Westfalen. Die KfW schüttete dabei knapp 1,1 Mrd. Euro an die Häuslebauer zwischen Rhein und Weser aus. Dahinter folgten Baden-Württemberg mit rund 714 Mio. Euro, Bayern mit ca. 709 Mio. Euro und Niedersachsen mit gut 620 Mio. Euro. In Bremen wurden in den gut zwei Jahren, in denen es die Leistung gibt, 41 Mio. Euro Baukindergeld vergeben.

 

Wer hat Anspruch auf das Baukindergeld?

 

Als natürliche Person haben Sie Anspruch auf das Baukindergeld, wenn Sie:

 

-  (Mit-)Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum geworden sind und selbst kindergeldberechtigt sind oder mit der kindergeldberechtigten Person in einem Haushalt leben und

-  in Ihrem Haushalt mindestens ein Kind gemeldet ist, das zum Zeitpunkt der Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Für das Kind muss im Haushalt zudem eine Kindergeldberechtigung vorliegen.

-  Ihr jährliches zu versteuerndes Haushaltseinkommen darf 90.000 Euro bei einem Kind, zuzüglich 15.000 Euro je weiterem Kind, nicht überschreiten. Das Kind muss die oben genannten Bedingungen erfüllen. 

 

Was wird gefördert?

 

Der erstmalige Erwerb oder Bau von Wohneigentum für die eigene Familie, wenn dies zum Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrages oder der Erteilung der Baugenehmigung ihre einzige Wohnimmobilie in Deutschland ist. So möchte der Staat den Mietwohnungsmarkt entlasten und vor allem Familien in die eigenen vier Wände bringen. Ob Neubau, Bestandsbau, Wohnung oder Haus ist dabei ganz egal. Positiv ist auch: Die große Koalition hat sich darauf geeinigt, keine Begrenzung für Quadratmeter einzuführen. Damit ist die Wohnfläche Ihres Eigenheims für die Förderung nicht relevant.

 

Wie viel Baukindergeld gibt es?

 

Für jedes Kind unter 18 Jahren gibt es einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. So können Sie insgesamt 12.000 Euro für jedes Kind erhalten, wenn Sie Ihr Eigenheim ununterbrochen 10 Jahre lang selbst für Wohnzwecke nutzen. Für Kinder, die nach Antragseingang geboren oder in den Haushalt aufgenommen werden, können Sie kein Baukindergeld beantragen.

 

Fristen und Daten

 

Ihr Kaufvertrag muss zwischen dem 01.01.2018 und 31.03.2021 unterzeichnet worden sein. Für Neubauten gilt: Innerhalb dieses Zeitraums müssen Sie die Baugenehmigung erhalten haben. Da das Baukindergeld ausschließlich für selbstgenutztes Wohneigentum gewährt wird, ist der Einzug in Ihr Eigenheim für den Förderzeitraum entscheidend. Bis zu 6 Monate nach Einzug können Sie den Antrag auf die staatliche Förderung stellen. Bei Erwerb einer bereits bewohnten Mietwohnung muss der Antrag spätestens 6 Monate nach Unterzeichnung des Kaufvertrags erfolgen.

 

Familie: Zuschüsse vom Staat

 

Kinder kosten Geld – je älter, desto mehr. Ein ausreichendes finanzielles Polster aufzubauen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, besonders für Eltern. Gut, dass der Staat ihnen unter die Arme greift. Ein Überblick.

Ist finanzielle Abhängigkeit der Preis fürs Familienleben? Eine aktuelle Kantar-Umfrage im Auftrag der Postbank zeigt, dass Menschen, die mit mehr als zwei Personen in einem Haushalt leben, deutlich häufiger finanziell abhängig sind. Jeder Dritte (35 Prozent), der mit vier Personen oder mehr unter einem Dach lebt, ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Zum Vergleich: Nur knapp 15 Prozent der Paare und 19 Prozent der Singles reichen die eigenen Einkünfte nicht zum Leben aus. „Ein Grund ist sicherlich die Betreuungszeit, die meist von einem Elternteil aufgebracht wird. Deshalb wird die Arbeit zumindest zeitweise aufgegeben oder reduziert“, erklärt Eva Grunwald von der Postbank. Ihr Tipp: „Es empfiehlt sich, bereits vor der Familiengründung regelmäßig Rücklagen zu bilden und staatliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen.“ Zum Beispiel über vermögenswirksame Leistungen (VL): Je nach Arbeits- oder Tarifvertrag zahlt der Arbeitgeber bis zu 480 Euro im Jahr auf eine Geldanlage wie den Bausparvertrag ein. Liegt das zu versteuernde Einkommen des Arbeitnehmers unter 17.900 Euro im Jahr, bei Ehepaaren unter 35.800 Euro, schießt der Staat die Arbeitnehmersparzulage hinzu, die jährlich 43 Euro beziehungsweise 86 Euro für Ehepaare beträgt. Ein Bausparvertrag lohnt sich noch mehr, wenn Sparer zusätzlich zu den VL mindestens 50 Euro im Jahr einzahlen. Dann steht ihnen die „Wohnungsbauprämie“ zu, die Ende 2019 reformiert wurde: Ab 2021 sieht sie nun Einkommensgrenzen von 35.000 Euro für Alleinstehende und 70.000 Euro für Ehepaare vor (aktuell: 25.600 Euro/51.200 Euro). Gleichzeitig steigt der staatliche Zuschuss von 8,8 Prozent auf zehn Prozent und gilt für Bausparbeiträge und Zinsen von bis zu 700 Euro beziehungsweise 1.400 Euro (aktuell: 512 Euro/1.024 Euro).

 

Förderung jetzt einsetzen

 

Sind Kinder auf der Welt, rentiert sich die Investition in einen zertifizierten Riester-Sparvertrag, da der Staat attraktive Zulagen beisteuert: Zur jährlichen Grundzulage von 175 Euro gibt es 185 Euro geschenkt für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, und für später geborene sogar 300 Euro. Voraussetzung ist eine eigene Sparleistung von vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens. Das Sparguthaben plus Förderung können Anleger im Rahmen von „Wohn-Riester“ bereits vor Rentenbeginn nutzen, um eine selbst genutzte Immobilie zu erwerben. Dies schließt auch die Tilgung einer Immobilienfinanzierung ein. „Für diesen Zweck kann das Kapital jederzeit ohne Verlust der Förderung entnommen werden – der Betrag muss sich allerdings auf mindestens 3.000 Euro belaufen“, ergänzt die Postbank Expertin. Wer nicht unmittelbar förderberechtigt ist, wie zum Beispiel Hausfrauen oder -männer, kann trotzdem riestern. Voraussetzung ist, dass der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner bereits einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat.

 

Die neue Solidarität ist Abstand – oder wie wir unseren Tag positiv ohne persönliche Kontakte gestalten können

 

Für die meisten Menschen sind soziale Kontakte Anregung und Wertschätzung, Abwechslung und Entspannung. Der persönliche Austausch mit Freunden, Kollegen oder auch dem Ladenbesitzer nebenan – all das sind wichtige Momente, die zu einem gelungenen Tag beitragen können. Wenn eine Kontaktsperre vom Staat durchgesetzt wird, gibt es einen sehr wichtigen Grund dafür. Zum Beispiel der Virus COVID-19.

 

Ausgehbeschränkungen und Kontaktsperren sind Ausnahmesituationen, die nur die wenigsten bisher erlebt haben. Für viele Familien weltweit kommt wochenlanges Arbeiten von zu Hause mit oder ohne Kinderbetreuung hinzu. In der HDI Gruppe arbeiten über 90 % der MitarbeiterInnen von zu Hause. In dieser Situation kann Stress durch verschiedenste Faktoren entstehen. Mit bewährten Verhaltensmaßnahmen und mentalen Strategien kann diese Ausnahmesituation „mit kühlem Kopf“ gemeistert werden. Prof. Frank Jacobi, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin, stellt wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die positiv auf das persönliche Wohlbefinden wirken:

 

1. Tagesstruktur

 

Struktur hilft gegen Chaos, gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Das bedeutet konkret: wie immer aufstehen, sich anziehen, übliche Essens-, Schlafens-, Arbeits- oder Lern- und Feierabendzeiten einhalten.

Planen Sie ein Highlight am Tag ein, auf das Sie sich freuen.

Setzen Sie sich realistische Ziele und planen Sie Ihren Tag möglichst genau und verbindlich! Erstellen Sie nicht nur „to-do“-Listen, sondern auch „done“-Listen und erzählen Sie anderen von Ihrer Zielerreichung.

Durch geplantes Handeln hat man das Gefühl, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern diese aktiv zu gestalten.

Setzen Sie sich realistische Ziele und planen Sie Ihren Tag möglichst genau und verbindlich. Selbst Kinder machen da mit.

 

2. Konsumieren Sie Medien bewusst und gezielt

 

Die Psychologie weiß aus Erfahrung von Menschen, die Katastrophen und Tragödien erlebt haben, dass ein Übermaß an Beschäftigung mit diesen Geschehnissen in Nachrichten und Meldungen aller Art negative emotionale Folgen haben und die negativen Effekte noch weiter verstärken kann.

Ein tägliches Update aus einer verlässlichen Quelle reicht aus, um angemessen auf dem Laufenden zu bleiben. Begrenzen Sie es auf 30 Minuten.

 

3. Nutzen Sie Ihre Stärken

 

Besinnen Sie sich auf Ihre Ressourcen. Sie helfen, Krisensituationen durchzustehen.

Innere Ressourcen sind alles, was Sie an positiven Erfahrungen in Ihrem Leben gemacht haben. Welche Probleme habe ich in der Vergangenheit überwunden und gelöst? Wie habe ich das gemacht? Was hat mir dabei geholfen? Was sind meine Stärken und Talente, Ziele und Werte?

Ressourcen sind Kraftquellen. Aktivieren und nutzen Sie diese.

 

4. Beachten Sie Ihre Gefühle

 

Jeder hat unterschiedlichste Gefühle in dieser ungewohnten Situation, z.B. Verwirrung, Angst oder Stress.

Beachten Sie sie und versuchen Sie, Ihre Gefühle zu akzeptieren.

Nehmen Sie sich Zeit, um wahrzunehmen und auszudrücken, was Sie fühlen. Vielleicht möchten Sie mal wieder Tagebuch schreiben, malen, dem verstaubten Instrument Töne entlocken oder meditieren.

 

5. Richten Sie eine Grübelzeit ein

 

In dieser Stresssituation ist Grübeln eine Strategie der Verarbeitung. Ein Zuviel davon ist aber oft kontraproduktiv und kann zusätzlichen Stress verursachen.

Machen Sie etwas, das Ihnen guttut, wenn die Grübelei beginnt. Z.B. backen oder lesen.

Nehmen Sie sich am Tag (nicht abends oder nachts) 10-20 Minuten Zeit, in der Sie so viel Grübeln können, wie Sie möchten. Stellen Sie sich Ihren Timer.

Wenn außerhalb dieser Zeiten Sorgen auftauchen, sagen Sie sich: „Darüber denke ich in meiner Grübelzeit nach –nicht jetzt.“

Regelmäßig angewendet, automatisiert sich dieser Gedanke und kann große Entlastung schaffen.

 

6. Machen Sie Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen

 

Angst und Entspannung kann nicht gleichzeitig passieren. Entspannungsübungen, reduzieren Ängste und können helfen, achtsam und akzeptierend mit der ungewohnten Situation umzugehen.

Suchen Sie im Internet nach passenden Übungen, die das Spüren des Körpers und des Atems beinhalten.

Auch Yoga und Meditieren entspannen.

 

7. Bewegen Sie sich

 

Bleiben Sie nicht nur mental, sondern auch körperlich aktiv. Bewegung wirkt sich positiv auf unsere Psyche - und natürlich auf die körperliche Fitness - aus.

Bewegen Sie sich an die frische Luft.

Sport im Wohnzimmer ist Trend: Videos im Internet liefern Anregungen und Trainingsprogramme. Auch für Kinder hervorragend.

Überlegen Sie, wann für Sie eine gute Zeit für Bewegung ist.

 

8. Denken sie daran: Die Situation wird sich normalisieren

 

Die aktuelle Pandemie wird unweigerlich vorübergehen. Neubesinnung und Normalisierung werden folgen.

Planen Sie auch Aktivitäten, die Sie nach dem Überstehen der jetzigen Situation ausführen möchten.

 

Hochzeit: So viel kosten Fotograf, DJ, Band und Co.

 

Die Hochzeit gilt vielen als schönster Tag des Lebens. Paare, die diesen Tag von einem Experten vorbereiten lassen wollen, finden bei CHECK24 Profis Hochzeitsplaner. Im Schnitt kosten die Dienste eines professionellen Hochzeitsplaners 1.386 Euro.

 

Brautpaare, die die Zeremonie und die anschließende Feier gerne für die Nachwelt festhalten möchten, buchen einen Foto- oder Videograf. Für einen Videografen, der die Feierlichkeiten mindestens sechs Stunden begleitet, werden im Schnitt 1.403 Euro fällig. Fotografen sind etwas günstiger, für die gleiche Dauer zahlt das Brautpaar durchschnittlich 1.124 Euro.

 

Wer die Zeremonie von einem Sänger begleiten lassen möchte, zahlt hierfür im Schnitt 342 Euro. Ein Alleinunterhalter kostet 484 Euro. Eine Band für die musikalische Abendgestaltung schlägt mit durchschnittlich 1.562 Euro zu Buche. Für einen DJ werden 621 Euro fällig.

 

Stiftung Warentest testet Schlüsseldienste

 

75 Prozent der Schlüsseldienst-Vermittler erhalten das Urteil Mangelhaft

 

Nur mal schnell den Müll rausgebracht, ein Windstoß - und die Tür ist zu. Der Schlüssel? In der Wohnung. Ein Szenario, das sich in Deutschland einige hundert Mal am Tag ereignet. Für die Betroffenen handelt es sich allerdings um eine Ausnahmesituation. Und die wird laut einem aktuellen Test von Stiftung Warentest meist schamlos ausgenutzt.

 

Im Frühjahr 2019 hat Stiftung Warentest in fünf deutschen Großstädten überregional arbeitende Schlüsseldienst-Vermittler und lokale Schlüsseldienste unter die Lupe genommen. Fazit: Insbesondere die Vermittlungsportale schneiden sehr schlecht ab - bis auf eine Ausnahme: Der Schlüsseldienst-Service von Gelbe Seiten geht als Testsieger hervor und wird mit der Note Gut ausgezeichnet. Neben routinierten Türöffnungen und verlässlichen Kosten punktet der Vermittlungsservice vor allem mit seiner für sehr gut befundenen Hotline und geringen Wartezeiten. Die Türöffnung zum Festpreis durch geprüfte lokale Schlüsseldienste kann online, per App oder telefonisch gebucht werden und ist in 62 deutschen Städten verfügbar. Kostenpunkt: 89 Euro für eine zugefallene und 119 Euro für eine abgeschlossene Tür.

 

"Die Ergebnisse von Stiftung Warentest zeigen, dass wir mit unserem Schlüsseldienst-Service genau richtig liegen. In kaum einer anderen Branche gibt es so viele Fälle von Betrug und unsachgemäßer Bearbeitung. Der Schaden, der hilfesuchenden Bürgern hierdurch entsteht, ist immens - und vermeidbar. Umso mehr freuen wir uns natürlich, dass Stiftung Warentest unsere Vermittlung geprüfter Schlüsseldienste zu Festpreisen mit der Note Gut ausgezeichnet hat", so Dr. Uwe Breier, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft.

 

Alle übrigen getesteten Schlüsseldienst-Vermittlungen fallen mit der Note Mangelhaft durch. Eine häufig genutzte Masche: Mit umgeleiteten Rufnummern täuschen die überregionalen Anbieter dem Kunden lokale Nähe vor und verlangen für die mitunter erfundenen Leistungen Wucherpreise. Besser schneiden die direkt beauftragten Vor-Ort-Schlüsseldienste ab: Laut Stiftung Warentest leisten sieben von zehn gute Arbeit zu fairen Preisen.

 

Einrichtung voll abziehbar: Sie fällt bei doppelter Haushaltsführung nicht unter die Höchstbegrenzung

 

Wer sich abseits seines eigentlichen Lebensmittelpunktes aus beruflichen Gründen einen zweiten Wohnsitz zulegen muss, der kann eine Reihe von Ausgaben (Fahrtkosten, Miete) geltend machen. Auch eventuell anzuschaffende Einrichtungsgegenstände gehören nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS dazu. (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 18/17)

 

Der Fall: Ein Steuerzahler mietete am Ort seiner Beschäftigung eine Zwei-Zimmer-Wohnung an. Neben der Miete machte er im Rahmen der doppelten Haushaltsführung Strom, Telefon, Rundfunkgebühren und anderes geltend. 3.000 Euro an Werbungskosten kamen zudem für Möbel und Haushaltsgegenstände zusammen. Das Finanzamt stimmte grundsätzlich zu, ordnete das Mobiliar den nur beschränkt abziehbaren Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft zu. Das hatte zur Folge, dass der Betroffene wegen Überschreitung der Höchstgrenzen nur einen Teil seiner Ausgaben geltend machen konnte.

 

Das Urteil: Die höchsten deutschen Finanzrichter entschieden, dass die angeschafften Möbel nicht - wie vom Fiskus behauptet - unter die Rubrik "Nutzung der Unterkunft" fielen, sondern es sich um einen eigenständigen Posten handle. Die Ausgaben dafür fielen nicht unter die Höchstbetragsbegrenzung und seien deswegen in vollem Umfang als Werbungskosten absetzbar.

 

Nachbarn müssen Kinderlärm im Mietshaus tolerieren

 

Ein Mieter im Mehrfamilienhaus kann von seinen Nachbarn durchaus verlangen, übermäßigen Lärm zu vermeiden. Dass Kinder Lärm machen, ist jedoch normal. Nachbarn müssen dies hinnehmen, solange der Lärm nicht unzumutbare Formen annimmt. Dabei kommt es sehr auf den Einzelfall an. Dies geht laut Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor.

 

Worum ging es bei Gericht?

 

Ein Ehepaar wohnte in einer Mietwohnung direkt unter einer Familie mit zwei Kindern im Alter von 14 und 16 Jahren. Das 1962 gebaute Haus verfügte nicht über die heute übliche Trittschalldämmung. Das Paar fühlte sich immer wieder durch Geräusche aus der oberen Wohnung gestört – lautes Herumtrampeln, Türen schlagen und Gepolter. Ein von ihnen erstelltes Lärmprotokoll wies täglich bis zu acht Lärmbelästigungen aus, meist nachmittags bis abends etwa um 22:30 Uhr, aber auch in der Zeit der Mittagsruhe. Nachdem Absprachen auf Dauer keine Wirkung zeigten, verklagten sie die Familie auf Unterlassung. Diese widersprach: Die Behauptungen könnten nicht der Wahrheit entsprechen. Die Eltern seien bis 16 Uhr beziehungsweise 22 Uhr arbeiten, die Kinder kämen erst um 17 Uhr aus der Schule. Die Kinder trauten sich nicht mehr auf den Balkon, weil der Nachbar darunter sie dann sofort anschreie. Die Eltern trauten sich kaum noch, Hausarbeiten durchzuführen, da diese Lärm verursachen könnten. Der Kläger sitze den ganzen Tag da und mache sich Notizen über das Kommen und Gehen seiner Nachbarn, weshalb er mit dem ganzen Haus zerstritten sei.

 

Das Urteil

 

„Das Amtsgericht München sah hier keinen Raum für ein Unterlassungsurteil“, kommentiert Michaela Rassat die Entscheidung. In Altbauten sei mit erhöhter Lärmbelastung zu rechnen. Kinderlärm sei als Ausdruck der natürlichen Entfaltung von Kindern üblich und von den Nachbarn grundsätzlich hinzunehmen. Zwar müssten die Eltern so gut wie möglich dafür sorgen, dass ihre Kinder nicht durch Lärm andere Mieter belästigten. Gerade Jugendliche im Alter von 14 bis 16 ließen sich aber nicht mehr unbedingt alles von den Eltern vorschreiben. Für vereinzelte Lärmbelästigungen nach 22 Uhr seien die Eltern deshalb nicht haftbar zu machen. Das Gericht sah es nicht als bewiesen an, dass der Lärm im vorliegenden Fall ein unzumutbares Maß erreicht habe. Die Kläger legten gegen das Urteil Berufung ein. Das Berufungsgericht veranlasste über 14 Tage eine Dauerlärmmessung durch einen Sachverständigen. Die Messung ergab, dass die Trittgeräusche meist zwischen 22 und 33 Dezibel lagen und 37 Dezibel nicht überschritten. Bis zu 40 Dezibel gelten für Trittschall als normal. Die Kläger nahmen ihre Berufung daraufhin zurück. Die Kosten für Messung und Gutachten in Höhe von 8.440 Euro mussten sie übernehmen.

 

Was bedeutet das für Verbraucher?

 

Deutsche Gerichte sind beim Thema Kinderlärm meist eher liberal eingestellt. Natürlich gibt es auch hier Grenzen – etwa, wenn das Lärmen mutwillig erfolgt, um andere zu stören. „Es kommt auch auf die Art, Dauer und Lautstärke der Geräusche an, auf die Tageszeit, auf das Alter und die Entwicklung der Kinder sowie auf die Möglichkeiten der Eltern, Einfluss auf den Lärmpegel zu nehmen“, erklärt Rassat und rät: „Der erste Schritt sollte immer ein ruhiges Gespräch sein – kein ärgerliches Geschrei zum Nachbarn hin. So lässt sich vielleicht auch trotz Differenzen ein gutnachbarschaftliches Verhältnis bewahren.“

Amtsgericht München, Urteil vom 23. Mai 2019, Az. 283 C 1132/17

 

Nichtwohngebäude: Ältere Energieausweise werden ungültig

 

Bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Immobilien ist ein Energieausweis Pflicht

 

Die ersten Energieausweise von Nichtwohngebäuden verlieren in diesem Jahr ihre Gültigkeit. Sie wurden seit Anfang Juli 2009 ausgestellt und laufen nach zehn Jahren ab. Eigentümer, die ihr Gebäude in naher Zukunft verkaufen, vermieten oder verpachten wollen, müssen einen aktuellen Energieausweis vorlegen. Das Gleiche gilt, wenn im Zuge einer Sanierung eine energetische Bilanzierung durchgeführt worden ist. Darauf verweist die Deutsche Energie-Agentur (dena).

 

Wer einen neuen Energieausweis erstellen lassen möchte, kann sich an einen qualifizierten Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste wenden (www.energie-effizienz-experten.de). Bei der Wahl des Energieausweises rät die dena zum Bedarfsausweis. Denn nur der ist wirklich aussagekräftig und macht unterschiedliche Häuser vergleichbar.

 

Warum ein Bedarfsausweis?

 

In Deutschland gibt es zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Letzterer basiert auf den Verbrauchswerten der vergangenen drei Jahre. Das Ergebnis des Ausweises hängt also stark vom Verhalten der jeweiligen Bewohner ab.

 

Deshalb empfiehlt die dena den Bedarfsausweis. Hier berechnet ein Energieberater den Energiebedarf anhand einer technischen Analyse der Gebäudedaten. Anschließend dokumentiert er den energetischen Zustand des Gebäudes, und zwar unabhängig vom Nutzerverhalten: Die Qualität der Gebäudehülle (Fenster, Decken und Außenwände) sowie der Anlagen für Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung und die Arten der Energieträger werden dabei berücksichtigt. Der Bedarfsausweis stellt folglich den energetischen Zustand des Gebäudes genauer dar als der Verbrauchsausweis. Auch mögliche Sanierungsmaßnahmen, mit denen der Zustand verbessert und der Wert der Immobilie gesteigert werden kann, lassen sich exakter aufzeigen.

 

Generell haben Eigentümer von Nichtwohngebäuden die Wahl zwischen einem Bedarfs- und einem Verbrauchsausweis.

 

Unseriöse Tests: Erfundene Warentests täuschen Verbraucher

 

Im Internet wimmelt es nur so vor erfundenen Warentests oder „Testsiegern“, die bei der Stiftung Warentest angeblich gut abgeschnitten haben, tatsächlich aber durchgefallen sind. Die Portale machen damit Kasse und täuschen Verbraucher. Wie man sogenannte Fake-Test-Portale erkennt, wird in der August-Ausgabe der Zeitschrift test erklärt.

 

Viele Verbraucher freuen sich, wenn sie Gratis-Testurteile im Netz finden. Doch meist haben die eine geringe bis gar keine Aussagekraft, vermeintliche Testsieger können sogar absolute Flops sein. Ein Beispiel: Ein mit Schadstoffen belasteter Kinderwagen bekam von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil mangelhaft, ein Vergleichsportal pries ihn an und behauptete, er entspreche „rundum den Empfehlungen der Stiftung Warentest“. Mit dieser Masche lässt sich einfach Geld verdienen: Neben den angeblich getesteten Waren stehen weiterführende Links, die direkt zum Produkt bei Onlinehändlern wie Amazon, Ebay oder Otto leiten. Klickt ein Besucher der Fake-Test-Seite auf einen Link und kauft das Produkt anschließend bei Amazon oder Co, kassiert der Betreiber der Webseite eine Provision – je nach Produktart zwischen 1 und 15 Prozent des Nettopreises.

 

Zahlreiche Fake-Test-Portale verstoßen gegen geltendes Recht, etwa das Urheber-, Wettbewerbs- oder Presserecht. Deshalb mahnen Verbraucherschützer die Macher der Tests regelmäßig ab. Oft ist das schwierig, weil auf den Seiten kein oder ein fragwürdiges Impressum zu finden ist. Um die Verwirrung perfekt zu machen, tummeln sich neben reinen Fake-Test-Portalen auch Webseiten mit Links zu Onlineshops, deren Mitarbeiter mal ein Produkt ausprobiert oder Kundenrezensionen ausgewertet haben. Danach erstellen sie eine fragwürdige Bestenliste und küren einen sogenannten Vergleichssieger.

 

Internetseiten mit unseriösen Tests lassen sich oft erkennen: Die falschen Tester bewerten häufig alle Produkte positiv, schließlich wollen sie zum Kauf verleiten. Verweise zu Onlineshops sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass das vermeintliche Testportal eine Provision von den Händlern kassiert. Weil sie gar nichts testen, können die falschen Testportale ihre Untersuchungen auch nicht beschreiben. Seriöse Testorganisationen erläutern und veröffentlichen, auf welche Art und Weise sie die Produkte geprüft und bewertet haben. Bei vielen Fake-Test-Seiten sucht man vergebens nach einem Impressum, obwohl das in Deutschland Pflicht ist. Gibt es doch ein Impressum, verweist es oft auf Adressen in weit entfernten Ländern. Professionelle Tests sind sehr aufwendig und teuer, deshalb werden sie in der Regel nicht kostenlos ins Netz gestellt.

 

Achtung, Alarm - Urteile zum Thema Warn- und Überwachungsanlagen

 

Warn- und Überwachungsanlagen gewinnen eine immer größere Bedeutung - sei es, dass sie (wie gesetzlich vorgeschrieben) im Falle von Rauchentwicklung Alarm schlagen oder Einbrecher verscheuchen sollen. Es versteht sich von selbst, dass es dabei gelegentlich auch zu Streitigkeiten kommen kann. Mal geht es um die vermeintlich fehlerhafte Anbringung der Geräte, mal um den Signalton, der als Störung empfunden wird. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat acht Urteile deutscher Gerichte zu diesem Thema gesammelt.

 

Wer auf eigene Faust eine Alarmanlage installiert, der sollte wissen, was er tut. Denn kommt es später zu einem Fehlalarm mit Polizeieinsatz, dann kann der Betreiber der Anlage zur Kasse gebeten werden. Das musste ein Kioskbesitzer erfahren, zu dessen Geschäft die Beamten eines Abends wegen aktivierter Alarmleuchte gerufen worden waren. Vor Ort stellten sie keinen Einbruchsversuch fest. Für die Kosten des Einsatzes nach diesem Fehlalarm wurde dem Kioskbesitzer vom Verwaltungsgericht Neustadt (Aktenzeichen 5 K 414/11) 120 Euro aufgebürdet.

 

Brandmeldeanlagen sollten so angebracht und so eingestellt werden, dass sie tatsächlich nur im Notfall aktiv werden. In einem Seniorenzentrum war das offensichtlich nicht so. Dort löste bereits leicht angebranntes Essen in der Küche einer Altenwohnung zwei Mal nacheinander einen Fehlalarm aus und die Feuerwehr musste anrücken. Die Behörden forderten jeweils 400 Euro Einsatzkostenpauschale. Das Verwaltungsgericht Neustadt (Aktenzeichen 5 K 491/14) entschied, dass dies wegen der ungenügenden Einstellung der Brandmelder durch den Betreiber der Anlage gerechtfertigt sei.

 

Mieter sollten bei der Überprüfung und Wartung von Rauchwarnmeldern in ihren Räumlichkeiten kooperativ sein. Sind sie das nicht, so rechtfertigt das einem Urteil des Landgerichts Konstanz zufolge (Aktenzeichen 11 S 83/17) die fristlose Kündigung durch den Eigentümer. Eine vorherige Abmahnung ist nicht nötig. Ein solches Verhalten stellt nämlich eine Gefährdung des Mietshauses und all seiner Bewohner dar.

 

Wo sich ein Überwachungsgerät befindet, da besteht rein theoretisch häufig auch die Möglichkeit anderweitiger Überwachung der Wohnungsnutzer. Ein Mieter lehnte zum Beispiel einen Funk-Rauchmelder mit Fernwartung ab, weil er fürchtete, dieses Gerät könne zur Übermittlung anderer, persönlicher Daten verwendet werden. Tatsächlich wurden einmal im Monat Daten weitergeleitet (zum Batteriestand und zur Frage, ob die Umgebung des Brandmelders nicht verstellt ist). Doch das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen 1 BvR 2921/15) nahm seine Beschwerde mangels Erfolgsaussichten gar nicht erst an.

 

Grundsätzlich wird bei Fehlalarmen zwischen privaten, manchmal technisch nicht so ausgereiften Anlagen und Anlagen im öffentlichen Interesse unterschieden. Bei Version Nummer eins werden im Falle von Fehlschaltungen häufig Gebühren für die unnötige Anfahrt der Einsatzkräfte verlangt, bei Version Nummer zwei ist das in der Regel nicht so. Das mussten Hausbesitzer erfahren, deren optischer Alarm an ihrem Haus sich als unbegründet erwiesen hatte. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 18 K 323/01) bestätigte die 170 Euro Gebühr und legte in seinem Urteil auch fest, dass bei Einrichtungen zum Schutz des öffentlichen Interesses (zum Beispiel Museen) solche Zahlungen in der Regel nicht angebracht seien.

 

Alarmanlagen haben es an sich, dass sie eine gewisse Lautstärke entwickeln. Schließlich sollen sie ja im Notfall auf sich aufmerksam machen. Wenn allerdings bereits das Einschalten Geräusche verursacht (hier: kurzfristig 105 Dezibel), dann müssen das die Nachbarn nach Ansicht des Amtsgerichts Duisburg (Aktenzeichen 33 C 2116/16) nicht dulden. Schon gar nicht sei das angebracht, entschieden die Richter, wenn der Besitzer seine Anlage wegen seiner Schichtarbeit häufig erst zur Nachtzeit in Betrieb nehme.

 

Wer im Rahmen des betreuten Wohnens ein Hausnotrufsystem bei sich zu Hause installieren lässt, der kann dafür die Steuerermäßigung der haushaltsnahen Dienstleitung geltend machen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Aktenzeichen 7 K 7128/17) hielt es in dem Zusammenhang nicht für entscheidend, dass sich die Notrufzentrale selbst außerhalb der Wohnung befindet und damit im örtlichen Sinne nicht unbedingt "haushaltsnah" ist.

 

Besitzer von Gebäuden und Grundstücken sind dazu verpflichtet, den Fortbestand von Feuermelde- und Alarmeinrichtungen auf ihrem Anwesen zu dulden. Das gehört zur Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Das Verwaltungsgericht Arnsberg (Aktenzeichen 7 K 3053/11) wies mit dieser Begründung die Klage einer Eigentümerin ab, die eine auf dem Dach ihres Gebäudes befindliche Feuerwehrsirene entfernen lassen wollte. Sie hatte die Immobilie, eine ehemalige Grundschule, von der Kommune erworben und bestritt nun die Notwendigkeit genau dieses Standorts. Die Fachleute sahen es jedoch anders.

 

Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft: Experte warnt vor zu niedrigen Rückzahlungen

 

Weist Ihre aktuelle Mietnebenkostenabrechnung eine Gutschrift und keine Nachzahlung auf? Glückwunsch! Vor allem aber: Vorsicht! Denn 77 Prozent der Gutschriften sind fehlerhaft berechnet und müssten eigentlich höher ausfallen. Das geht aus einer Analyse des Mietrechtsexperten Mineko hervor, der knapp 30.000 Nebenkostenabrechnungen auf ihre Richtigkeit überprüft hat.

 

Mieter könnten im Schnitt 48 Prozent mehr Geld zurückerhalten Demnach fallen Rückzahlungen im Schnitt 110 Euro zu gering aus. Mieter erhalten somit durchschnittlich 48 Prozent weniger Geld zurück, als ihnen zusteht. Doch nur die wenigsten Gutschriften werden angezweifelt: Gerade einmal 13 Prozent der bei Mineko zur Überprüfung eingereichten Abrechnungen wiesen eine Rückzahlung seitens der Vermieter oder Hausverwaltungen auf.

 

Chris Möller, Gründer und Geschäftsführer von Mineko, kommentiert: "Gutschriften auf Nebenkostenabrechnungen können für Mieter eine Falle sein: Diese freuen sich über zurückerstattetes Geld, anstatt die Richtigkeit der Gutschrift zu hinterfragen. Unsere Untersuchung zeigt, dass sich die Überprüfung der Nebenkostenabrechnung auszahlt: In 77 Prozent der kontrollierten Fälle stünde den Mietern eine im Schnitt mehr als 100 Euro höhere Rückzahlung zu, als ihnen über die Abrechnung angekündigt wurde."

 

11 Prozent der Bescheide sind aufgrund ihrer Form oder Frist ungültig Nicht nur die Höhe der festgelegten Summe der Gutschrift oder Nachzahlungsaufforderung erwies sich in den meisten Fällen als fehlerhaft. 11 Prozent der eingereichten Abrechnungen waren aus formalen Fehlern oder aufgrund falscher Fristen ungültig. In dieser Situation sind Mieter nicht verpflichtet, einer Zahlungsaufforderung nachzukommen. So können Verbraucher durchschnittlich sogar 487 Euro an Nachzahlungen einsparen.

 

Nebenkosten für leere Nachbarwohnung: Wer zahlt?

 

Grundsteuer, Flurbeleuchtung oder Straßenreinigung: Ein Teil der allgemeinen Nebenkosten wird in der Regel auf die Mieter umgelegt. Doch wenn eine Wohnung leer steht, muss der Eigentümer viele der laufenden Kosten übernehmen - nicht die Nachbarn. Darauf macht das Infocenter der R+V Versicherung aufmerksam.

 

Bei Leerstand: Betriebskosten Sache des Eigentümers

 

In jedem Mehrfamilienhaus fallen allgemeine Betriebskosten an, die sich alle Parteien teilen - und die auch bei Leerstand weiterhin bezahlt werden müssen. "Der Vermieter ist verpflichtet, alle umlagefähigen Betriebskosten zu begleichen. Selbst wenn eine Wohnung in seinem Haus nur kurzzeitig nicht vermietet ist, darf er diese normalerweise nicht auf die anderen Mieter des Hauses abwälzen", sagt Michael Rempel, Jurist bei der R+V Versicherung. "Nur in begründeten Ausnahmefällen kann der Vermieter hiervon abweichen - etwa bei Müllgebühren, die pro Person abgerechnet werden." Hinzu kommt: Wenn in der freien Wohnung Strom, Wasser oder Heizung verbraucht wird, etwa für Renovierungsarbeiten, ist dies ebenfalls Sache des Vermieters.

 

Weitere Tipps 

 

- Zu Betriebskosten, die der Vermieter für eine leerstehende Wohnung anteilig zahlen muss, gehören in der Regel Kosten für die Straßenreinigung, die Hausreinigung, Versicherungen, den Betrieb des Aufzugs, Steuern und Allgemeinstrom.

- Mieter sollten die Nebenkostenabrechnung besonders dann prüfen, wenn Wohnungen im Haus leer stehen: Wurde die nicht vermietete Wohnung mit in die Umlage einbezogen?

- Mieter sollten grundsätzlich darauf achten, dass die umlagefähigen Betriebskosten exakt aufgeschlüsselt sind und der vereinbarte Verteilschlüssel eingehalten wird.

 

Dächer sicher von der Schneelast befreien

 

Gesetzliche Unfallversicherung gibt Hinweise

 

Wer Schnee auf Dächern räumt, sollte unbedingt auf eine fachgerechte Absturzsicherung achten. Darauf weisen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hin. Was ist zu beachten, damit die Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Hilfeleistungsorganisationen, Bundeswehr, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von entsprechenden Firmen und Privatpersonen sicher sind bei ihrer Arbeit auf den Dächern? Die gesetzliche Unfallversicherung gibt dazu Tipps und weiterführende Hinweise.

 

Wird die Schneedecke auf einem Dach zu schwer, ist die Statik des Gebäudes gefährdet. Um einer möglichen Einsturzgefahr zuvor zu kommen, werden die Dächer geräumt. Ob eine Räumung geboten ist, ergibt eine Prüfung durch eine fachkundige Person. Sie prüft sowohl die Statik und den Zustand des Gebäudes als auch das Gewicht der Schneelast. Die hierzu erforderlichen Lastannahmen sind in Normen geregelt*. Für die direkte, manuelle Ermittlung der Schneelast können Schneemessrohre verwendet werden. Dabei wird mit einem Rohr eine Schneemenge ausgestochen, gewogen und als Flächenlast umgerechnet. Nachdem der Eigentümer bzw. Gebäudebetreiber so ermittelt hat, ob eine Schneeräumung erforderlich ist, müssen die verantwortlichen Einsatzkräfte vor Beginn der Arbeiten ein Räumkonzept und eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Eine Person mit hierfür ausreichenden Kenntnissen sollte dann die Räumarbeiten koordinieren und überwachen.

 

"Eine gute Vorbereitung ist das A und O für einen sicheren Einsatz", sagt Martin Sobottke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). "Ebenso wichtig ist eine gute Kommunikation aller Beteiligten und die Identifizierung möglicher Gefahrenquellen. Ein besonderes Augenmerk muss auf die Absturzgefahr und entsprechende Schutzmaßnahmen gelegt werden."

 

Worauf müssen Einsatzkräfte achten?

 

Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten, müssen vor der Schneeräumung eines Daches einige Rahmenbedingungen geprüft werden.

 

- Wie sehen die Wetterprognosen aus? Ist weiterer Schneefall angekündigt?

- Welche Arbeitsmittel werden auf der Dachfläche benötigt und wie können sie dorthin transportiert werden?

- Wie weit erhöht sich die Last auf dem Dach durch die Einsatzkräfte und ihr Material?

- Gibt es einen sicheren Zugang zur Dachfläche?

- Gibt es sichere Abwurfstellen für den Schnee?

- Wie sehen die Absturz- und Durchsturzsicherungsmaßnahmen für die Einsatzkräfte aus?

 

Auf Flachdächern sollten die Einsatzkräfte möglichst durch eine Umwehrung gesichert sein. Ist diese nicht vorhanden und es besteht Absturzgefahr, müssen die Einsatzkräfte durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz gesichert werden. An Steildächern müssen temporäre Auffangeinrichtungen eingerichtet werden. Wenn dies nicht möglich ist, muss ebenfalls eine Sicherung durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz erfolgen. Dazu müssen geeignete Anschlageinrichtungen, möglichst am Dachfirst, montiert werden oder mit einem Kran oder der Drehleiter der Feuerwehr geschaffen werden.

 

Neue Rechte und Pflichten für Vermieter 2019

 

Die Auskunftspflicht für Vermieter wird verschärft

 

Mit der Anpassung des Mietrechts wird vor allem die Auskunftspflicht für Vermieter strenger, falls eine Ausnahme von der Mietpreisbremse in Anspruch genommen wird. Jeder ab dem 01.01.2019 geschlossene Mietvertrag nimmt den Vermieter in die Pflicht, dem Mieter vor Vertragsabschluss schriftlich mitzuteilen, dass eine solche Ausnahme in Anspruch genommen wird. Der Grund der Ausnahme muss dem Mieter gegenüber mit Nachweisen untermauert werden.

 

Unterlässt der Vermieter das, kann eine Ausnahme für zwei Jahre nicht mehr beansprucht werden. Zudem haben Mieter dann Anspruch auf die Erstattung von zu viel gezahlter Miete.

 

Exkurs: Was ist die Mietpreisbremse, wo gilt sie und gibt es Ausnahmen?

 

Die Mietpreisbremse reguliert die Erhöhung der Miete bei Wiedervermietungen. Diese darf maximal 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Sie gilt für Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt, in anderen Worten: in jeder deutschen Großstadt. Die Bundesländer entscheiden darüber, welche Gebiete unter die Mietpreisbremse fallen. Vermieter können sich jedoch auf folgende Ausnahmen berufen:

 

Neu errichtete Wohnungen bei Erstvermietung

 

Erstmalige Vermietung nach umfangreicher Modernisierung

Vormieter hat bereits mehr gezahlt, als bei der Mietpreisbremse zulässig wäre. In diesem Fall muss der Vermieter nicht auf den eigentlich zulässigen Wert runter gehen bei einer Weitervermietung.

 

Die Modernisierungsumlage auf die Miete sinkt

 

Die Modernisierungskosten können jährlich nur noch in Höhe von 8 Prozent anstatt wie bisher 11 Prozent auf den Mietpreis umgelegt werden. Diese Absenkung gilt bundesweit für Modernisierungen, die ab dem 01.01.2019 angekündigt werden.

Darüber hinaus tritt eine Kappungsgrenze bei der Umlage von Modernisierungen in Kraft: Innerhalb von 6 Jahren dürfen maximal 3€ pro Quadratmeter umgelegt werden. Sollte die Miete unter 7€ pro Quadratmeter liegen, darf diese innerhalb von 6 Jahren nur um maximal 2€ steigen.

 

Vereinfachte Kostenaufstellung bei Modernisierungen

 

Die Gesetzesnovelle bringt auch eine Vereinfachung für Vermieter mit, die ihre Immobilie modernisieren. Bei Modernisierungskosten von bis zu 10.000€ lässt sich die Kostenaufstellung in einer vereinfachten Weise umsetzen. Dabei werden 30% der Gesamtkosten pauschal abgezogen, wodurch die übrigen 70% als Modernisierung auf die Miete umgelegt werden können. Im vereinfachten Verfahren müssen keine Angaben zu künftigen Betriebskosten gemacht werden.

Es dürfen allerdings für fünf Jahre maximal 10.000€ im vereinfachten Verfahren angesetzt werden – weitere Mietpreiserhöhungen aufgrund von Modernisierungen sind in diesem Zeitfenster in der Regel ausgeschlossen. Darüber hinaus muss in der Mieterhöhungserklärung und der Modernisierungsankündigung festgehalten sein, dass das vereinfachte Verfahren angewendet wird.

 

Ordnungswidrigkeit und Bußgeld bei „Herausmodernisieren“

 

Mit der Gesetzesänderung wird es Vermietern erschwert, Mieter durch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen zur Kündigung zu veranlassen. Es wird eine Pflichtverletzung des Vermieters vermutet, falls er die Maßnahmen nach der Ankündigung nicht innerhalb von zwölf Monaten beginnt oder wenn die Arbeiten nach Beginn mehr als zwölf Monate ruhen, sodass der Mieter erheblich und unnötig belastet wird. Der Vermieter kann sich von der Vermutung entlasten, wenn ein nachvollziehbarer Grund vorgebracht wird.

Das gezielte „Herausmodernisieren“ ist mit dem neuen Gesetz eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 100.000€ geahndet werden kann. Mieter können zudem auf Schadensersatz klagen.

 

Mieter können einfacher eine Rüge aussprechen

 

Mit dem neuen Gesetz werden die Rechte als Mieter gestärkt: Verstöße gegen die Mietpreisbremse können nun einfacher gerügt werden. Nach alter Rechtslage war eine qualifizierte Rüge notwendig, die Nachweise und Begründungen enthielt. Jetzt reicht eine formlose und einfache Rüge aus, damit die Miethöhe beanstandet wird. Falls der Vermieter sich auf eine Ausnahme beruft und in Folge dessen Angaben zur Begründung macht, muss die Rüge sich auf diese Angaben berufen. In allen anderen Fällen reicht eine Rüge ohne Begründung aus.

Mieter können weiterhin nur die Mieten zurückfordern, die nach der Rüge fällig werden. Diese Änderungen betreffen nur Mietverträge, die ab 2019 geschlossen werden. Auf diese Änderungen weist die Grundeigentümer-Versicherung hin.

 

 

Bis zu 45 Prozent vom Einkommen: So hoch sind die Wohnkosten für Mittelschicht-Familien

 

Die Mieten in Deutschlands Großstädten steigen weiter an. Vor allem auch junge Familien mit Kindern aus der Mittelschicht haben derzeit Probleme, bezahlbare Wohnungen in Ballungsgebieten zu finden. Eine Analyse der 14 größten Städte von immowelt.de, verdeutlicht das Problem. Dafür wurde aus dem mittleren Einkommen und den Kosten für die Warmmiete die Wohnkostenquote einer Modellfamilie berechnet.

 

Spitzenreiter bei dieser Quote ist München mit 45 Prozent. Dort müssen Familien mit mittlerem Einkommen fast die Hälfte ihrer Einkünfte von im Schnitt 4.242 Euro (netto) für Warmmiete (1.907 Euro) ausgeben. Angesichts dieser hohen Quote bleibt Paaren mit zwei Kindern häufig nur die Wohnungswahl am preiswerteren Stadtrand oder im Umland. Die zentralen Lagen von München dürften für viele Durchschnittsverdiener längst zu hochpreisig sein.

 

Bankenmetropole liegt bei Einkommen vor Berlin

 

Die traditionell teure Banken-Stadt Frankfurt am Main und Berlin folgen mit einer Wohnkostenquote für Mittelschicht-Familien von jeweils 39 Prozent auf dem zweiten Platz. Zwar liegt Frankfurt mit 4.122 Euro beim Gesamteinkommen deutlich vor Berlin (3.559 Euro). Allerdings ist in der Mainmetropole das Mietniveau mit 1.607 Euro Warmmiete höher als in der Bundeshauptstadt mit 1.387 Euro.

 

Dresdner Wohnquote höher als in Stuttgart

 

Mit Dresden liegt eine ostdeutsche Stadt auf dem geteilten Rang 4. Familien mit mittlerem Einkommen müssen dort 32 Prozent ihres monatlichen Budgets von 3.444 Euro für das Wohnen ausgeben. Die Quote in Dresden ist damit so hoch wie die in Nürnberg und um einen Prozentpunkt höher als die in Stuttgart mit 31 Prozent. Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs schlägt bei den mittleren Einkommen mit 4.249 Euro sogar knapp München. Die Warmmieten für eine familientaugliche Wohnung betragen in Stuttgart 1.327 Euro. Das ergibt Platz 5 im Vergleich.

 

Das beste Verhältnis von Warmmiete und Einkommen aller deutschen Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern bieten Dortmund und Essen mit je 22 Prozent. In Dortmund kostet eine Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern 817 Euro, das mittlere Netto-Einkommen einer Familie beläuft sich dort auf 3.646 Euro. In Essen sind die Mieten mit 847 Euro zwar etwas teurer, doch dafür sind die Einkommen der Modellfamilie mit 3.775 Euro ein wenig besser als in Dortmund.

 

Für die Analyse von Immowelt wurde das Durchschnittsgehalt für die jeweilige Stadt zugrunde gelegt (Median des Einkommens am Wohnort) und mit 150 Prozent pro Paar veranschlagt (ein Partner arbeitet demnach Vollzeit, der andere in 50-Prozent-Teilzeit). Hinzugerechnet wurde die Zahlung von Kindergeld für zwei Kinder. Dieses Einkommen entspricht dem, was gemeinhin als Mittelschicht angesehen wird. Aus dem Verhältnis von Gesamteinkommen sowie Miet- und Nebenkosten der jeweiligen Stadt für eine familientaugliche Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern ergibt sich schließlich die sogenannte Wohnkostenquote.

 

Einkommen minus Miete: In Dortmund bleibt bundesweit am meisten in der Tasche, in München am wenigsten

Teure Trend-Städte: Miete zehrt in München, Berlin und Hamburg das Einkommen auf 

Ruhrgebietsstädte punkten beim Verhältnis von Einkommen und Miete, Dortmund mit bestem Wert

Solides Mittelfeld: Wirtschaftlich starke Städte wie Nürnberg und Düsseldorf mit ausgeglichenem Verhältnis

 

In deutschen Trend-Städten zehren die hohen Mieten die Einkommen für Fach- und Führungskräfte auf. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Analyse der Online-Jobplattform StepStone und des Immobilienportals immowelt.de. Das Verhältnis zwischen Durchschnittsgehältern der Jahre 2017 und 2018 und den aktuellen Mietpreisen zeigt: Wer in München, Berlin und Hamburg wohnen und arbeiten will, zahlt dafür einen hohen Preis. München bildet dabei das Extrem: Fach- und Führungskräfte können dort im Schnitt ein Jahresgehalt von 66.800 Euro erwarten. Eine Wohnung mit 80 bis 100 Quadratmeter kostet jedoch auch 1.500 Euro im Monat. Vom hohen Brutto-Einkommen gehen damit 27 Prozent für die Miete drauf. Auch in Hamburg und Berlin bleibt nach Abzug der jährlichen Mietkosten verhältnismäßig wenig im Portemonnaie: 24 Prozent (Berlin) beziehungsweise 22 Prozent (Hamburg) des Brutto-Einkommens wandern in beiden Städten pro Jahr im Schnitt an den Vermieter.

 

Die traditionell hochpreisige Banker-Stadt Frankfurt am Main landet bei den Mietpreisen hinter München auf Platz 2. Die hohen Gehälter in der Finanzbranche heben das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt aber auf 67.700 Euro und damit auf den höchsten Wert unter den größten deutschen Städten. Für die Miete müssen 21 Prozent eingeplant werden.

 

Ausgeglichenes Verhältnis abseits der klassischen Trend-Städte

 

Ein bereits deutlich besseres Verhältnis von Einkommen und Mietpreisen finden Jobsuchende in Dresden und Stuttgart. Zwar trennen diese Städte beim durchschnittlichen Brutto-Jahreseinkommen mehr als 20.000 Euro, gemeinsam ist beiden aber ein Anteil von 19 Prozent für die Miete. In Nürnberg müssen 18 Prozent vom durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt für die Miete eingeplant werden. "Das Leben in Trend-Städten wie Berlin, Hamburg und München ist begehrt, aber auch sehr teuer", sagt Immowelt-CEO Carsten Schlabritz. "Arbeitgeber aus mittleren Großstädten mit günstigeren Mieten können diesen Standortfaktor nutzen, um hochqualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen."

 

Das beste Verhältnis aller deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern bietet Dortmund: 580 Euro kostet dort im Median eine Wohnung. Das entspricht einem Wohnkostenanteil von nur 12 Prozent am mittleren Brutto-Einkommen für Fach- und Führungskräfte von 56.200 Euro. Auch in Essen ist das Wohnen günstig: Hier steht einer mittleren Monatsmiete von 590 Euro ein Durchschnittsgehalt von 55.600 Euro gegenüber, ein Anteil von 13 Prozent.

 

Laut StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers sollten Fachkräfte bei der Jobsuche nicht nur nach dem besten Verhältnis von Gehalt und Wohnkosten Ausschau halten: "Wer aus mehreren Jobangeboten wählen kann, sollte alle Faktoren einkalkulieren. Dazu gehört die Höhe des Gehalts genauso wie die Lebenshaltungskosten, vor allem aber die Frage, ob ich mich beim neuen Arbeitgeber wirklich wohlfühle und der Job zu mir passt."

 

Mietermagnet Großstadt: Ostdeutsche Ballungszentren um bis zu 104 Prozent teurer als vor 10 Jahren

Die Landflucht zeigt in Ostdeutschland deutliche Spuren: Während die Mietpreise in den Ballungszentren seit 2008 kräftig steigen, bleiben sie in ländlichen Regionen weitestgehend auf unverändertem Niveau. Das zeigt eine Analyse von immowelt.de, für die in einem 10-Jahresvergleich die Kaltmieten in allen Stadt- und Landkreisen der ostdeutschen Bundesländer untersucht wurden. Die stärkste Preisentwicklung verzeichnet Berlin. Wer in der Hauptstadt wohnt, muss mittlerweile mehr als doppelt so viel Miete (+104 Prozent) zahlen als vor 10 Jahren. Der Quadratmeter kostet aktuell im Median 11,40 Euro. Die Strahlkraft der Bundeshauptstadt reicht bis in den umliegenden Speckgürtel: In den Landkreisen Dahme-Spreewald (+50 Prozent) und Oberhavel (+48 Prozent) haben die Mietpreise ebenfalls kräftig angezogen. Nach Berlin verzeichnen diese beiden Landkreise die zweit- und drittgrößte Steigerung in Ostdeutschland. Mieter müssen für ihre Wohnung in Dahme-Spreewald 9,00 Euro pro Quadratmeter bezahlen, in Oberhavel 8,90 Euro. Damit lebt es sich dort noch deutlich günstiger als in der Hauptstadt. Viele Jobs und das positive Image der Stadt wirken wie ein Magnet auf jährlich tausende Berliner Zuzügler, die den Kampf um bezahlbare Wohnungen zunehmend verschärfen. Grund für viele, sich in den naheliegenden Landkreisen niederzulassen und für den Job in die Großstadt zu pendeln.

 

Günstige Mieten locken Studenten in den Osten

 

Neben Berlin erleben derzeit auch weitere Großstädte in Ostdeutschland einen regelrechten Boom. Doch nicht alleine die Zuzügler aus den ländlichen Regionen treiben die Preise in den Ballungszentren in die Höhe. Die vergleichsweise günstigen Mieten und modernen Universitäten lockten in den vergangenen 10 Jahren viele Studenten in den Osten. Mittlerweile macht sich dies auf dem Wohnungsmarkt deutlich bemerkbar: Am stärksten ist die Preissteigerung in Leipzig. Der Quadratmeter kostet aktuell 6,50 Euro - das sind 35 Prozent mehr als 2008. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich in Dresden, Erfurt oder Jena beobachten: Dort sind die Mieten ebenfalls um rund ein Drittel angestiegen. In Jena ist das Preisniveau mittlerweile deutlich erhöht: Eine Wohnung kostet dort 9,00 Euro pro Quadratmeter, was die Stadt zur drittteuersten Ostdeutschlands macht.

 

Landflucht und Strukturprobleme: kaum Mietpreissteigerung in Sachsen

 

Das Wohnen, Arbeiten und Leben zentralisiert sich in Ostdeutschland auf die größeren Städte mit guter Infrastruktur, Bildungsangeboten und Jobs. Seit vielen Jahren kämpft besonders das Bundesland Sachsen mit starken Strukturproblemen. Sachsens ländliche Regionen vereinsamen und altern. Die jungen Menschen zieht es wegen der guten Arbeitsmarktsituation in die Großstädte. Die Analyse von immowelt.de bestätigt diesen Trend. Während die Städte Leipzig und Dresden steigende Mieten verzeichnen, bleibt die Preisentwicklung in den umliegenden Kreisen fast ganz aus. In 7 sächsischen Stadt- und Landkreisen sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um maximal 10 Prozent gestiegen - ein Wert, der sogar deutlich unter der Inflation von 15 Prozent seit 2008 liegt.

 

Nicht alle Großstädte vom Preisanstieg betroffen

 

Während die Mieten in den meisten Großstädten seit 2008 deutlich teurer geworden sind, gibt es Orte, die von dieser Entwicklung ausgenommen sind. In Chemnitz sind die Mietpreise lediglich um 6 Prozent angestiegen. In Rostock lässt sich im 10-Jahresvergleich sogar eine Stagnation der Mietpreise erkennen. Dort zahlen die Mieter 6,80 Euro pro Quadratmeter - und damit genauso viel wie 2008. Trotz guter wirtschaftlicher Lage und einer großen Universität blieb eine Preissteigerung in der Hansestadt aus. Grund könnte die schwankende Bevölkerungsentwicklung sein. Denn lange hatte die Stadt an der Ostsee mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Erst seit kurzem erlebt sie wieder einen Aufschwung - der die Mietpreisspirale künftig wieder ankurbeln könnte. Das zeigt sich auch daran, dass neben Plattenbauten vermehrt Neubauten in Warnemünde auf den Markt kommen.

 

Wissenswertes zum Rundfunkbeitrag

Der Rundfunkbeitrag wird pro Wohnung erhoben 

 

•    Wer Post bekommt sollte reagieren

•    Schriftliche Anmeldung beim Beitragsservice ist Pflicht

•    Ermäßigung oder Gebührenbefreiung in Einzelfällen möglich

 

„Wer in diesen Tagen Post vom Beitragsservice ARD, ZDF und Deutschlandradio (umgangssprachlich GEZ) bekommt, sollte darauf reagieren“ empfiehlt Nicole Mertgen von der Verbraucherzentrale in Bremen.

Jeder Wohnungsinhaber ist grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, sich beim Beitragsservice anzumelden. Es genügt, dass eine einzige, in der Wohnung lebende Person sich anmeldet und den Rundfunkbeitrag zahlt. Da dem Beitragsservice manchmal nicht bekannt ist, wie viele Personen in einer Wohnung leben, stimmt er sich regelmäßig mit den Einwohnermeldeämtern ab. Dieser Abgleich wird derzeit durchgeführt. Lassen sich Einwohner keiner bereits beim Beitragsservice angemeldeten Wohnung zuordnen, werden sie angeschrieben. „Dieser Datenabgleich ist gesetzlich geregelt und daher rechtmäßig“, sagt Nicole Mertgen.

 

An-, Ab und Ummeldungen und Anträge auf Ermäßigung oder Befreiung sind stets schriftlich auf den Formularen der Beitragsservices zu stellen. Privat genutzte Zweit- oder Ferienwohnungen müssen auch angemeldet werden Hier wird ein separater Beitrag erhoben. Eventuell besteht die Möglichkeit der Beitragsbefreiung oder Ermäßigung.

 

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