Mieter sparen sich arm

 

Ob Jung oder Alt, Mann oder Frau, Mieter oder Eigenheimbesitzer – Deutschland spart.

 

74 Prozent der Bundesbürger legen Geld zur Seite, so eine aktuelle Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Auch wenn einem Mieterhaushalt durchschnittlich nur halb so viel Geld zur Verfügung steht wie dem eines Eigentümers, ist die Zahl der sparenden Mieter mit 72 Prozent fast ebenso hoch wie der Anteil der Eigenheimbesitzer, die Rücklagen bilden (76 Prozent). Betrachtet man das Sparverhalten allerdings im Detail, zeigen sich deutliche Unterschiede: Während Immobilienbesitzer häufiger in Fondsanteile und Aktien investieren (Eigentümer: 34 Prozent; Mieter: 28 Prozent) und in einen Bausparvertrag einzahlen (Eigentümer: 30 Prozent; Mieter: 20 Prozent), liegen die Ersparnisse von Mietern überdurchschnittlich oft auf dem Girokonto (Mieter: 52 Prozent; Eigentümer: 44 Prozent) oder werden zu Hause verwahrt (Mieter: 22 Prozent; Eigentümer: 14 Prozent). „Wohneigentümer legen ihr Geld gewinnbringender an als Mieter“, erklärt Jörg Koschate von der Postbank. „Mieter verschenken Anlagechancen und verkleinern ihren ohnehin enger gesteckten finanziellen Spielraum so zusätzlich.“

 

Vermögen mal sieben

 

Eigentümer sparen zudem nachhaltiger als Mieter: 48 Prozent von ihnen legen Geld für die Modernisierung oder Renovierung von Haus oder Eigentumswohnung zurück, während Mieter in erster Linie für unvorhergesehene Ausgaben sparen (61 Prozent). „Durch Investitionen in die eigene Immobilie schaffen Eigentümer bleibende Werte“, erläutert Jörg Koschate. Offenbar spornt es an, für die eigenen vier Wände zu sparen, denn Immobilienbesitzer bauen im Laufe der Zeit ein deutlich größeres Vermögen auf als Mieter. Laut Statistischem Bundesamt haben Eigentümerhaushalte zwar doppelt so hohe Einnahmen wie Mieter – können aber siebenmal mehr Kapital anhäufen. Tendenz steigend. Zusätzlich profitieren sie von der Entwicklung des Immobilienmarktes. „Während die Belastung für Mieter durch steigende Mieten wächst, erhöht sich das Vermögen von Wohneigentümern dank tendenziell steigender Immobilienpreise“, sagt der Postbank Experte.

 

Jeder Zweite wohnt zur Miete

 

Immer weniger Menschen in Deutschland leisten sich ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung. In kaum einem anderen europäischen Land wohnen so wenige in den eigenen vier Wänden. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt auf, woran das liegt.

 

Deutschland ist ein Mieterland: Weniger als die Hälfte der Deutschen leben in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus.

 

In kaum einem anderen europäischen Land ist dieser Wert so niedrig. Nach der Jahrtausendwende ist die sogenannte Wohneigentumsquote lediglich von 41 Prozent auf 45,5 Prozent gestiegen – seit sieben Jahren stagniert sie. Vor allem junge Menschen leben wieder häufiger zur Miete: 1999 betrug die Wohneigentumsquote der 25- bis 34-Jährigen 23 Prozent – im Jahr 2017 waren es nur noch zwölf Prozent. Bei den 65- bis 74-Jährigen dagegen liegt die Eigentumsquote bei 58 Prozent. Das ergibt eine Analyse auf Grundlage der Haushaltsbefragung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

 

Dass die jungen Generationen immer öfter zur Miete wohnen, hat mehrere Gründe. Zum einen gibt es vor allem in den Großstädten immer mehr Singlehaushalte, und Singles wohnen aufgrund der hohen Kosten, die mit dem Erwerb einer Eigentumsimmobilie verbunden sind, meist zur Miete. Zudem studieren immer mehr junge Menschen, gehen also erst in einem späteren Lebensabschnitt arbeiten und können sich die eigenen vier Wände noch nicht leisten. Bei Paaren ist die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu besitzen, etwa dreimal höher als bei Singles.

 

Lieber ein Haus als eine Wohnung

 

Auch der Andrang auf die Großstädte hat eine direkte Auswirkung auf die Wohneigentumsquote. Die meisten Immobilienkäufer träumen vom Ein- oder Zweifamilienhaus, die aber sind in den Städten rar. „In Zukunft werden immer mehr Menschen in die Städte ziehen wollen“, sagt Studienautor Michael Voigtländer. „Die Wohneigentumsbildung wird deshalb auch weiterhin stagnieren.“ Auch die hohen Erwerbsnebenkosten in Deutschland machen es schwer, Eigenheim zu erwerben.

 

Untervermietung: Wann dürfen Vermieter einen Zuschlag fordern?

 

Ein Vermieter kann seine Erlaubnis zur Untervermietung nur von einem Mietzuschlag abhängig machen, wenn die Untervermietung für ihn ansonsten nicht zumutbar wäre. So hat laut Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, das Landgericht Berlin entschieden.

 

Worum ging es bei Gericht?

 

Der Mieter einer Wohnung mit 153 Quadratmetern in Berlin hatte zwei Zimmer an Untermieter vermietet. Nun wollte er eine weitere Untermieterin aufnehmen und bat den Vermieter um Zustimmung. Dieser lehnte jedoch ab und forderte für die schon vorhandenen Untermieter einen Mietzuschlag von je 200 Euro. Im Mietvertrag fand sich eine Klausel, nach welcher der Vermieter für seine Zustimmung zur Untervermietung einen Mietzuschlag von monatlich 50 Euro verlangen durfte. Während der Vermieter meinte, dass er seine Zustimmung zur Untervermietung generell von einem Mietzuschlag abhängig machen dürfe, war der Mieter der Ansicht, keinen Zuschlag bezahlen zu müssen. Die beiden landeten vor Gericht.

 

Das Urteil

 

Das Landgericht verurteilte den Vermieter dazu, die Erlaubnis zur Untervermietung zu erteilen und zwar ohne Mietzuschlag. Denn nach § 553 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) könne der Vermieter seine Erlaubnis nur von einem Mietzuschlag abhängig machen, wenn ihm die Untervermietung sonst unzumutbar wäre. Dies sei hier jedoch nicht der Fall, da die Wohnung durch die Untervermietung nicht mit mehr Personen belegt werde wie zu Anfang des Mietverhältnisses. Zudem sei eine stärkere Belegung allein kein Grund für einen Mietzuschlag. Der Vermieter habe durch die Untervermietung keine wirtschaftlichen Nachteile. Der Mieter verlange von den Untermietern auch keine Beträge, welche die für die Zimmer anteilig anfallende Miete plus Nebenkosten überstiegen. Darüber hinaus sei die mietvertragliche Vereinbarung über einen Mietzuschlag unwirksam: Nach § 553 Abs. 3 BGB könne der Vermieter die gesetzliche Vorschrift nicht zum Nachteil des Mieters per Vertrag anders regeln.

 

Was bedeutet das für Mieter?

 

„Mancher Vermieter geht davon aus, dass er die Untervermietung nur gegen einen saftigen Mietzuschlag erlauben muss“, erläutert Rassat. Die im Gesetz geregelte Voraussetzung, dass die Untervermietung dem Vermieter ohne Aufpreis unzumutbar sein muss, übersehen viele Vermieter. Unzumutbar wäre beispielsweise, wenn der Mieter eine so hohe Untermiete einnimmt, dass er Gewinn macht, obwohl seine eigene Miete nicht einmal die ortsübliche Vergleichsmiete erreicht. Dann darf der Vermieter erwarten, am Gewinn beteiligt zu werden. „Mieter, die sich ihre Wohnung ohne Untermieter nicht mehr leisten können, sollten sich nicht vorschnell auf eine höhere Miete einlassen, sondern sich erst einmal fachkundig beraten lassen“, so der Tipp der Rechtsexpertin.

 

Landgericht Berlin, Urteil vom 11. Februar 2019, Az. 64 S 104/18

 

Stiftung Warentest testet Schlüsseldienste

 

75 Prozent der Schlüsseldienst-Vermittler erhalten das Urteil Mangelhaft

 

Nur mal schnell den Müll rausgebracht, ein Windstoß - und die Tür ist zu. Der Schlüssel? In der Wohnung. Ein Szenario, das sich in Deutschland einige hundert Mal am Tag ereignet. Für die Betroffenen handelt es sich allerdings um eine Ausnahmesituation. Und die wird laut einem aktuellen Test von Stiftung Warentest meist schamlos ausgenutzt.

 

Im Frühjahr 2019 hat Stiftung Warentest in fünf deutschen Großstädten überregional arbeitende Schlüsseldienst-Vermittler und lokale Schlüsseldienste unter die Lupe genommen. Fazit: Insbesondere die Vermittlungsportale schneiden sehr schlecht ab - bis auf eine Ausnahme: Der Schlüsseldienst-Service von Gelbe Seiten geht als Testsieger hervor und wird mit der Note Gut ausgezeichnet. Neben routinierten Türöffnungen und verlässlichen Kosten punktet der Vermittlungsservice vor allem mit seiner für sehr gut befundenen Hotline und geringen Wartezeiten. Die Türöffnung zum Festpreis durch geprüfte lokale Schlüsseldienste kann online, per App oder telefonisch gebucht werden und ist in 62 deutschen Städten verfügbar. Kostenpunkt: 89 Euro für eine zugefallene und 119 Euro für eine abgeschlossene Tür.

 

"Die Ergebnisse von Stiftung Warentest zeigen, dass wir mit unserem Schlüsseldienst-Service genau richtig liegen. In kaum einer anderen Branche gibt es so viele Fälle von Betrug und unsachgemäßer Bearbeitung. Der Schaden, der hilfesuchenden Bürgern hierdurch entsteht, ist immens - und vermeidbar. Umso mehr freuen wir uns natürlich, dass Stiftung Warentest unsere Vermittlung geprüfter Schlüsseldienste zu Festpreisen mit der Note Gut ausgezeichnet hat", so Dr. Uwe Breier, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft.

 

Alle übrigen getesteten Schlüsseldienst-Vermittlungen fallen mit der Note Mangelhaft durch. Eine häufig genutzte Masche: Mit umgeleiteten Rufnummern täuschen die überregionalen Anbieter dem Kunden lokale Nähe vor und verlangen für die mitunter erfundenen Leistungen Wucherpreise. Besser schneiden die direkt beauftragten Vor-Ort-Schlüsseldienste ab: Laut Stiftung Warentest leisten sieben von zehn gute Arbeit zu fairen Preisen.

 

Wohnen 2018: Mieten und Mietbelastung in Metropolen besonders hoch

 

Die aktuelle Lage auf den Wohnungsmärkten der Metropolen in Deutschland hat dazu geführt, dass Haushalte, die ab 2015 eine Wohnung neu angemietet haben und dort eingezogen sind, überdurchschnittlich hohe Mieten zahlen. Dies zeigen die Ergebnisse der Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation in Deutschland für das Jahr 2018. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, mussten private Haushalte nach eigenen Angaben bundesweit im Schnitt 7,70 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter für eine in 2015 und später angemietete Wohnung bezahlen. Damit liegen diese Mietkosten um 12 % über der durchschnittlichen Nettokaltmiete in Deutschland (6,90 Euro).

 

Hohe Nettokaltmieten für Neuanmietungen ab 2015 in Metropolen und Bundesländern mit großer Wirtschaftskraft

 

Weit über dem jeweiligen Landesdurchschnitt liegen die Nettokaltmieten für Neuanmietungen ab dem Einzugsjahr 2015 und später in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg. Am größten war der Unterschied jedoch in Berlin. So lag in Berlin 2018 die durchschnittliche Nettokaltmiete für 2015 und danach angemietete Wohnungen bei 9,10 Euro pro Quadratmeter und damit um fast ein Viertel höher als der Berliner Mietendurchschnitt insgesamt (7,40 Euro). Die höchsten Nettokaltmieten für solche Neuanmietungen mussten Mieter mit 10,30 Euro in Hamburg entrichten.

 

Geringer als im Bundesdurchschnitt war der Unterschied zwischen den Nettokalt-mieten bei Neuanmietungen ab 2015 zu den jeweiligen Durchschnittsmieten vor allem in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, aber auch in Nordrhein-Westfalen.

 

Hohe Mieten sind vor allem ein Problem der Metropolen in Deutschland. So lag 2018 die durchschnittliche Nettokaltmiete je Quadratmeter für Neuanmietungen ab dem Einzugsjahr 2015 in den sieben Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf bei 10,80 Euro und damit um gut 21 % über dem allgemeinen Durchschnitt in diesen Städten (8,90 Euro).

 

Mietbelastung in Metropolen teils bei 30 % Die höheren Durchschnittsmieten in den Metropolen und größeren Städten tragen dazu bei, dass die betroffenen Mieterhaushalte auch mit überdurchschnittlichen Mietbelastungsquoten zu kämpfen haben. Demnach lag 2018 der Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, den die Haushalte insgesamt für die Bruttokaltmiete aufwendeten, bundesweit bei 27,2 %, in Metropolen bei 29,5 %. Für Haushalte, die ihre Wohnung in den letzten vier Jahren neu angemietet haben, lag die Mietbelastungsquote bundesweit bereits bei 28,6%. Leben diese Haushalte in einer Metropole beziehungsweise in einer größeren Stadt, nähert sich die Mietbelastung dem Wert von 30 % oder liegt sogar darüber, wie das Beispiel Hamburg zeigt (30,4 % durchschnittliche Mietbelastung insgesamt, 31,4 % für Neuanmietungen ab Einzugsjahr 2015). Hohe Mietbelastungsquoten sind eher im Westen Deutschlands zu finden als im Osten. Haushalte in Sachsen und Thüringen haben mit jeweils rund 23 % die geringste durchschnittliche Mietbelastung in Deutschland.

 

Nettokaltmieten in Wohnungen von privaten Wohnungsunternehmen am höchsten Von den knapp 37 Millionen bewohnten Wohnungen in Deutschland (ohne Wohnheime und ohne Wohnungen in Gebäuden, die überwiegend gewerblich genutzt werden) waren 2018 mehr als die Hälfte (53,5 %) vermietet. Eigentümer dieser Mietwohnungen waren zu 58 % private Vermieter und zu 23 % Wohnungsgenossenschaften. 15 % der Mietwohnungen waren im Besitz von privaten Wohnungsunternehmen und 4 % der Mietwohnungen gehörten öffentlichen und kommunalen Wohnungsunternehmen.

 

Mieter, die 2018 in Wohnungen privater Wohnungsunternehmen lebten, zahlten mit durchschnittlich 7,30 Euro je Quadratmeter die höchsten Nettokaltmieten. Zum Vergleich lagen die Nettokaltmieten der von Privatpersonen vermieteten Wohnungen bei 7 Euro. Unter dem Bundesdurchschnitt von 6,90 Euro für die Nettokaltmieten blieben die öffentlichen und kommunalen Wohnungsunternehmen mit 6,60 Euro und die Wohnungsgenossenschaften mit 6,40 Euro.

 

Vermieter muss Grundsteuerbescheide prüfen

 

Umlage ja, aber mit Sorgfalt

 

Es ist weithin bekannt, dass Eigentümer von vermieteten Immobilien die Grundsteuer auf ihre Mieter umlegen dürfen. Allerdings kann erwartet werden, dass diese Bescheide vom Vermieter auf ihre Plausibilität und Berechtigung hin überprüft werden. So hat es nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS die Justiz entschieden. (Oberlandesgericht Brandenburg, Aktenzeichen 11 U 109/15)

 

Der Fall: Ein größeres Anwesen war zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung vermietet worden. Dementsprechend hätte eine Besteuerung sämtlicher Flächen nach einer im konkreten Fall angemessenen, günstigeren Variante der Grundsteuer erfolgen müssen. Das geschah allerdings nicht, stattdessen wurde vom Fiskus eine falsche Art der Besteuerung angewendet. Der Eigentümer unternahm nichts dagegen, obwohl der Mieter ihn sogar darauf hingewiesen hatte. In der Folge stritten beide vor Gericht darum, ob der Mieter nun den höheren Betrag zahlen müsse oder nicht.

 

Das Urteil: Der Eigentümer habe "in besonders grober Weise gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot" verstoßen, befand ein Zivilsenat des Oberlandesgerichts Brandenburg. Er sei gehalten gewesen, die Richtigkeit der Grundsteuerbescheide zu prüfen, was er nicht getan habe. "Ein verständiger Eigentümer" hätte sich aber genau so verhalten und mit dem Finanzamt in Verbindung treten müssen.

 

Umfrage: Mieter wider Willen

 

Deutschland ist ein Mieterland: Doch warum besitzen so wenige Menschen Wohneigentum – trotz steigender Mietpreise und niedriger Bauzinsen?

 

Eine aktuelle Postbank Umfrage liefert Antworten. In kaum einem anderen europäischen Land leben so viele Menschen zur Miete wie in Deutschland. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes besaßen 2018 nur 48 Prozent aller Bundesbürger eine Immobilie. Die Eigentümerquote liegt damit weit unter dem europäischen Durchschnitt von 70 Prozent und stagniert seit rund zehn Jahren. Warum haben so wenige Deutsche ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung? Am Wunsch mangelt es zumindest nicht, das zeigt eine Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Demnach würde jeder zweite Mieter (51 Prozent) gerne in den eigenen vier Wänden leben. Von den 30- bis 39-Jährigen hegen sogar 73 Prozent diesen Wunsch, von den 18- bis 29-Jährigen 69 Prozent. Auch an den staatlichen Rahmenbedingungen scheint die Umsetzung nicht zu scheitern: 51 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass Immobilienbesitzer mit Blick auf gesetzliche Bestimmungen, steuerliche Belastungen und Förderungen in Deutschland mehr Vorteile als Mieter genießen. Nur 14 Prozent sehen die Mieter im Vorteil. Zudem halten drei von vier Deutschen (75 Prozent) die Immobilie für die ideale Form der Altersvorsorge.

 

Kein Spielraum

 

Werden Mieter nach dem Grund gefragt, warum sie zur Miete und nicht im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben, ist die Antwort der Mehrheit ernüchternd: „Vielen Mietern fehlt das Geld, um sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen“, erklärt Eva Grunwald von der Postbank. Zwei von drei Mietern (64 Prozent) besitzen nicht genügend Eigenkapital, um Wohneigentum zu finanzieren, jedem zweiten (55 Prozent) sind die Kaufpreise zu hoch. „Auch wenn die Zinsen für Immobilienkredite auf einem Rekordtief verharren, ist ein Großteil der Mieter nicht in der Lage, den finanziellen Grundstock für den Immobilienerwerb zu legen. Wir empfehlen unseren Kunden, mindestens die Erwerbsnebenkosten aus eigenen Mitteln zu bezahlen“, sagt die Postbank Expertin. Erschwerend kommt für Kaufinteressenten hinzu, dass die Preise auf dem Immobilienmarkt weiter steigen, vor allem in den Metropolregionen. „Da sich die Kaufnebenkosten an der Höhe des Kaufpreises orientieren, wächst natürlich auch der Eigenkapitalbedarf“, erklärt Eva Grunwald weiter. Die Postbank Umfrage zeigt aber ebenfalls, dass es neben den verhinderten Immobilienbesitzern durchaus auch Mieter aus Überzeugung gibt: Jeder vierte (26 Prozent) schätzt den Komfort eines Mietverhältnisses, weitere 24 Prozent wollen flexibel bleiben.

 

Häufige Fallen im Mietvertrag

 

Worauf Mieter vor Vertragsabschluss achten sollten

 

Vor allem in deutschen Großstädten ist Wohnraum knapp. Die Suche nach einer Mietwohnung gestaltet sich daher oft schwierig. Ist endlich eine Bleibe gefunden, ist die Versuchung groß, einfach schnell den Vertrag zu unterschreiben. Besser ist es, die Regelungen sorgfältig durchzulesen, um so typische Fallen zu vermeiden. Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, sagt Mietern, worauf sie achten sollten.

 

Sind Mängel erkennbar?

 

Wem bei der Besichtigung ein dunkler Schimmelfleck an der Wand oder ein Sprung im Fenster auffällt, sollte dies vor der Vertragsunterzeichnung ansprechen. Denn: „Wer den Mietvertrag unterschreibt, obwohl er Mängel erkannt hat, kann später wegen dieser Mängel nicht die Miete mindern“, so Michaela Rassat. Mieter können dann nach dem Einzug zwar immer noch beispielsweise Reparaturen oder die Beseitigung von Schimmel fordern, mehr aber auch nicht. Die Juristin rät daher, Mängel bereits bei der Besichtigung anzusprechen und schriftlich festzuhalten, dass der Vermieter diese vor Einzug beseitigen muss.

 

Wohnungsgröße überprüfen

 

In vielen Mietverträgen ist die Wohnungsgröße nicht korrekt angegeben. Dies kann schnell zum Streit führen, denn Mieterhöhungen und manche Betriebskosten hängen von der Wohnfläche in Quadratmetern ab. Mieter sollten wissen: „Bei einer Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete und der Berechnung der Betriebs- oder Heizkosten zählt immer nur die tatsächliche, messbare Wohnfläche. Abweichende Angaben im Vertrag sind ohne Belang, der Mieter kann eine Berechnung nach den tatsächlichen Quadratmetern fordern“, weiß die Juristin. Bis vor einigen Jahren war dies erst bei einer Flächenabweichung von mindestens zehn Prozent möglich. Diese Rechtsprechung hat der Bundesgerichtshof (BGH) jedoch aufgegeben und dies auch in einem Urteil von 2018 noch einmal betont (Az. VIII ZR 220/17). „Die Mindestabweichung von zehn Prozent spielt allerdings immer noch eine Rolle, wenn Mieter nachträglich die Miete mindern wollen, weil ihre Wohnung kleiner ist als im Vertrag vereinbart“, weiß die Rechtsexpertin. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Vermieter die Wohnungsgröße im Vertrag verbindlich angegeben hat. Ist die Größenangabe unverbindlich, zum Beispiel durch die Ergänzung „diese Angabe dient wegen möglicher Messfehler nicht zur Festlegung des Mietgegenstandes“, kann der Mieter keine Mietminderung geltend machen (BGH, Az. VIII ZR 306/09). Der Tipp der D.A.S. Expertin: „Mieter, die klare Verhältnisse schaffen wollen, können vor Vertragsschluss noch einmal nachmessen. In Sachen Betriebskosten- oder Mieterhöhung ist dies aber nicht mehr unbedingt erforderlich.“ Wer trotzdem messen will, sollte dafür am besten einen Laser-Entfernungsmesser benutzen, da ein Zollstock zu ungenau ist. Um die exakte Wohnfläche zu ermitteln, gilt es, die Wohnflächenverordnung zu beachten. Denn hier finden sich die Regeln zur Berücksichtigung von beispielsweise Balkonen, Dachschrägen oder Fensternischen.

 

Vorsicht: Staffelmieten und Kündigungsverzicht

 

Ist eine Staffelmiete vereinbart, erhöht sich zu einem festgelegten Zeitpunkt automatisch die Miete. Das Gesetz schreibt vor, dass eine solche Erhöhung nur einmal pro Jahr erfolgen darf. Prozentuale Steigerungen sind nicht erlaubt, Vermieter müssen immer einen konkreten Betrag angeben. „Häufig werden Mieter dadurch wirtschaftlich benachteiligt, denn: Die Steigerung ist auch dann gültig, wenn der ortsübliche Mietspiegel geringere Mieten aufweist“, warnt Rassat. „In Gegenden mit einem angespannten Wohnungsmarkt kann eine geringe Mieterhöhung durch einen Staffelmietvertrag aber auch positiv sein.“ Vorsicht geboten ist bei einem gegenseitigen Kündigungsverzicht im Mietvertrag: Mieter und Vermieter verpflichten sich, für eine bestimmte Dauer auf eine Kündigung zu verzichten. „Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs darf ein Kündigungsverzicht für maximal vier Jahre vereinbart werden“, erläutert die Juristin (BGH, Az. VIII ZR 27/04). Das bringt Mietern zwar Sicherheit. Wer aber beispielsweise aufgrund seines Jobs umziehen muss, kommt dann – wenn überhaupt – nur sehr schwer verfrüht aus dem Mietverhältnis raus.

 

Keine Pauschale bei den Betriebskosten

 

Betriebskosten, also zum Beispiel Versicherungen, Grundsteuer, Wasser oder etwa Hausmeisterdienste, müssen Mieter separat zahlen. In der Regel vereinbaren Vermieter und Mieter dafür eine Vorauszahlung. Hat der Mieter am Ende mehr verbraucht, als er gezahlt hat, muss er nachzahlen – ansonsten bekommt er eine Rückzahlung. Als Nachweis dient die Betriebskostenabrechnung, die der Vermieter jährlich anfertigen und zur Verfügung stellen muss. Wer das Gefühl hat, dass seine Abrechnung nicht korrekt ist, kann Originalbelege und Rechnungen beim Vermieter einsehen. Dies sollten Mieter allerdings innerhalb von vier Wochen nach Erhalt tun. Ist vertraglich eine Betriebskostenpauschale vereinbart, muss der Vermieter keine Abrechnung erstellen, folglich gibt es auch keine Rück- oder Nachzahlung. „Hier sollten Mieter besonders aufpassen und im Zweifel nachfragen. Denn Pauschalen fallen oft zugunsten des Vermieters aus“, so der Tipp der D.A.S. Juristin.

 

Einrichtung voll abziehbar: Sie fällt bei doppelter Haushaltsführung nicht unter die Höchstbegrenzung

 

Wer sich abseits seines eigentlichen Lebensmittelpunktes aus beruflichen Gründen einen zweiten Wohnsitz zulegen muss, der kann eine Reihe von Ausgaben (Fahrtkosten, Miete) geltend machen. Auch eventuell anzuschaffende Einrichtungsgegenstände gehören nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS dazu. (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 18/17)

 

Der Fall: Ein Steuerzahler mietete am Ort seiner Beschäftigung eine Zwei-Zimmer-Wohnung an. Neben der Miete machte er im Rahmen der doppelten Haushaltsführung Strom, Telefon, Rundfunkgebühren und anderes geltend. 3.000 Euro an Werbungskosten kamen zudem für Möbel und Haushaltsgegenstände zusammen. Das Finanzamt stimmte grundsätzlich zu, ordnete das Mobiliar den nur beschränkt abziehbaren Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft zu. Das hatte zur Folge, dass der Betroffene wegen Überschreitung der Höchstgrenzen nur einen Teil seiner Ausgaben geltend machen konnte.

 

Das Urteil: Die höchsten deutschen Finanzrichter entschieden, dass die angeschafften Möbel nicht - wie vom Fiskus behauptet - unter die Rubrik "Nutzung der Unterkunft" fielen, sondern es sich um einen eigenständigen Posten handle. Die Ausgaben dafür fielen nicht unter die Höchstbetragsbegrenzung und seien deswegen in vollem Umfang als Werbungskosten absetzbar.

 

Nachbarn müssen Kinderlärm im Mietshaus tolerieren

 

Ein Mieter im Mehrfamilienhaus kann von seinen Nachbarn durchaus verlangen, übermäßigen Lärm zu vermeiden. Dass Kinder Lärm machen, ist jedoch normal. Nachbarn müssen dies hinnehmen, solange der Lärm nicht unzumutbare Formen annimmt. Dabei kommt es sehr auf den Einzelfall an. Dies geht laut Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, aus einem Urteil des Amtsgerichts München hervor.

 

Worum ging es bei Gericht?

 

Ein Ehepaar wohnte in einer Mietwohnung direkt unter einer Familie mit zwei Kindern im Alter von 14 und 16 Jahren. Das 1962 gebaute Haus verfügte nicht über die heute übliche Trittschalldämmung. Das Paar fühlte sich immer wieder durch Geräusche aus der oberen Wohnung gestört – lautes Herumtrampeln, Türen schlagen und Gepolter. Ein von ihnen erstelltes Lärmprotokoll wies täglich bis zu acht Lärmbelästigungen aus, meist nachmittags bis abends etwa um 22:30 Uhr, aber auch in der Zeit der Mittagsruhe. Nachdem Absprachen auf Dauer keine Wirkung zeigten, verklagten sie die Familie auf Unterlassung. Diese widersprach: Die Behauptungen könnten nicht der Wahrheit entsprechen. Die Eltern seien bis 16 Uhr beziehungsweise 22 Uhr arbeiten, die Kinder kämen erst um 17 Uhr aus der Schule. Die Kinder trauten sich nicht mehr auf den Balkon, weil der Nachbar darunter sie dann sofort anschreie. Die Eltern trauten sich kaum noch, Hausarbeiten durchzuführen, da diese Lärm verursachen könnten. Der Kläger sitze den ganzen Tag da und mache sich Notizen über das Kommen und Gehen seiner Nachbarn, weshalb er mit dem ganzen Haus zerstritten sei.

 

Das Urteil

 

„Das Amtsgericht München sah hier keinen Raum für ein Unterlassungsurteil“, kommentiert Michaela Rassat die Entscheidung. In Altbauten sei mit erhöhter Lärmbelastung zu rechnen. Kinderlärm sei als Ausdruck der natürlichen Entfaltung von Kindern üblich und von den Nachbarn grundsätzlich hinzunehmen. Zwar müssten die Eltern so gut wie möglich dafür sorgen, dass ihre Kinder nicht durch Lärm andere Mieter belästigten. Gerade Jugendliche im Alter von 14 bis 16 ließen sich aber nicht mehr unbedingt alles von den Eltern vorschreiben. Für vereinzelte Lärmbelästigungen nach 22 Uhr seien die Eltern deshalb nicht haftbar zu machen. Das Gericht sah es nicht als bewiesen an, dass der Lärm im vorliegenden Fall ein unzumutbares Maß erreicht habe. Die Kläger legten gegen das Urteil Berufung ein. Das Berufungsgericht veranlasste über 14 Tage eine Dauerlärmmessung durch einen Sachverständigen. Die Messung ergab, dass die Trittgeräusche meist zwischen 22 und 33 Dezibel lagen und 37 Dezibel nicht überschritten. Bis zu 40 Dezibel gelten für Trittschall als normal. Die Kläger nahmen ihre Berufung daraufhin zurück. Die Kosten für Messung und Gutachten in Höhe von 8.440 Euro mussten sie übernehmen.

 

Was bedeutet das für Verbraucher?

 

Deutsche Gerichte sind beim Thema Kinderlärm meist eher liberal eingestellt. Natürlich gibt es auch hier Grenzen – etwa, wenn das Lärmen mutwillig erfolgt, um andere zu stören. „Es kommt auch auf die Art, Dauer und Lautstärke der Geräusche an, auf die Tageszeit, auf das Alter und die Entwicklung der Kinder sowie auf die Möglichkeiten der Eltern, Einfluss auf den Lärmpegel zu nehmen“, erklärt Rassat und rät: „Der erste Schritt sollte immer ein ruhiges Gespräch sein – kein ärgerliches Geschrei zum Nachbarn hin. So lässt sich vielleicht auch trotz Differenzen ein gutnachbarschaftliches Verhältnis bewahren.“

Amtsgericht München, Urteil vom 23. Mai 2019, Az. 283 C 1132/17

 

Nichtwohngebäude: Ältere Energieausweise werden ungültig

 

Bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Immobilien ist ein Energieausweis Pflicht

 

Die ersten Energieausweise von Nichtwohngebäuden verlieren in diesem Jahr ihre Gültigkeit. Sie wurden seit Anfang Juli 2009 ausgestellt und laufen nach zehn Jahren ab. Eigentümer, die ihr Gebäude in naher Zukunft verkaufen, vermieten oder verpachten wollen, müssen einen aktuellen Energieausweis vorlegen. Das Gleiche gilt, wenn im Zuge einer Sanierung eine energetische Bilanzierung durchgeführt worden ist. Darauf verweist die Deutsche Energie-Agentur (dena).

 

Wer einen neuen Energieausweis erstellen lassen möchte, kann sich an einen qualifizierten Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste wenden (www.energie-effizienz-experten.de). Bei der Wahl des Energieausweises rät die dena zum Bedarfsausweis. Denn nur der ist wirklich aussagekräftig und macht unterschiedliche Häuser vergleichbar.

 

Warum ein Bedarfsausweis?

 

In Deutschland gibt es zwei Arten von Energieausweisen: den Bedarfsausweis und den Verbrauchsausweis. Letzterer basiert auf den Verbrauchswerten der vergangenen drei Jahre. Das Ergebnis des Ausweises hängt also stark vom Verhalten der jeweiligen Bewohner ab.

 

Deshalb empfiehlt die dena den Bedarfsausweis. Hier berechnet ein Energieberater den Energiebedarf anhand einer technischen Analyse der Gebäudedaten. Anschließend dokumentiert er den energetischen Zustand des Gebäudes, und zwar unabhängig vom Nutzerverhalten: Die Qualität der Gebäudehülle (Fenster, Decken und Außenwände) sowie der Anlagen für Heizung, Lüftung, Kühlung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung und die Arten der Energieträger werden dabei berücksichtigt. Der Bedarfsausweis stellt folglich den energetischen Zustand des Gebäudes genauer dar als der Verbrauchsausweis. Auch mögliche Sanierungsmaßnahmen, mit denen der Zustand verbessert und der Wert der Immobilie gesteigert werden kann, lassen sich exakter aufzeigen.

 

Generell haben Eigentümer von Nichtwohngebäuden die Wahl zwischen einem Bedarfs- und einem Verbrauchsausweis.

 

Unseriöse Tests: Erfundene Warentests täuschen Verbraucher

 

Im Internet wimmelt es nur so vor erfundenen Warentests oder „Testsiegern“, die bei der Stiftung Warentest angeblich gut abgeschnitten haben, tatsächlich aber durchgefallen sind. Die Portale machen damit Kasse und täuschen Verbraucher. Wie man sogenannte Fake-Test-Portale erkennt, wird in der August-Ausgabe der Zeitschrift test erklärt.

 

Viele Verbraucher freuen sich, wenn sie Gratis-Testurteile im Netz finden. Doch meist haben die eine geringe bis gar keine Aussagekraft, vermeintliche Testsieger können sogar absolute Flops sein. Ein Beispiel: Ein mit Schadstoffen belasteter Kinderwagen bekam von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil mangelhaft, ein Vergleichsportal pries ihn an und behauptete, er entspreche „rundum den Empfehlungen der Stiftung Warentest“. Mit dieser Masche lässt sich einfach Geld verdienen: Neben den angeblich getesteten Waren stehen weiterführende Links, die direkt zum Produkt bei Onlinehändlern wie Amazon, Ebay oder Otto leiten. Klickt ein Besucher der Fake-Test-Seite auf einen Link und kauft das Produkt anschließend bei Amazon oder Co, kassiert der Betreiber der Webseite eine Provision – je nach Produktart zwischen 1 und 15 Prozent des Nettopreises.

 

Zahlreiche Fake-Test-Portale verstoßen gegen geltendes Recht, etwa das Urheber-, Wettbewerbs- oder Presserecht. Deshalb mahnen Verbraucherschützer die Macher der Tests regelmäßig ab. Oft ist das schwierig, weil auf den Seiten kein oder ein fragwürdiges Impressum zu finden ist. Um die Verwirrung perfekt zu machen, tummeln sich neben reinen Fake-Test-Portalen auch Webseiten mit Links zu Onlineshops, deren Mitarbeiter mal ein Produkt ausprobiert oder Kundenrezensionen ausgewertet haben. Danach erstellen sie eine fragwürdige Bestenliste und küren einen sogenannten Vergleichssieger.

 

Internetseiten mit unseriösen Tests lassen sich oft erkennen: Die falschen Tester bewerten häufig alle Produkte positiv, schließlich wollen sie zum Kauf verleiten. Verweise zu Onlineshops sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass das vermeintliche Testportal eine Provision von den Händlern kassiert. Weil sie gar nichts testen, können die falschen Testportale ihre Untersuchungen auch nicht beschreiben. Seriöse Testorganisationen erläutern und veröffentlichen, auf welche Art und Weise sie die Produkte geprüft und bewertet haben. Bei vielen Fake-Test-Seiten sucht man vergebens nach einem Impressum, obwohl das in Deutschland Pflicht ist. Gibt es doch ein Impressum, verweist es oft auf Adressen in weit entfernten Ländern. Professionelle Tests sind sehr aufwendig und teuer, deshalb werden sie in der Regel nicht kostenlos ins Netz gestellt.

 

Achtung, Alarm - Urteile zum Thema Warn- und Überwachungsanlagen

 

Warn- und Überwachungsanlagen gewinnen eine immer größere Bedeutung - sei es, dass sie (wie gesetzlich vorgeschrieben) im Falle von Rauchentwicklung Alarm schlagen oder Einbrecher verscheuchen sollen. Es versteht sich von selbst, dass es dabei gelegentlich auch zu Streitigkeiten kommen kann. Mal geht es um die vermeintlich fehlerhafte Anbringung der Geräte, mal um den Signalton, der als Störung empfunden wird. Der Infodienst Recht und Steuern der LBS hat acht Urteile deutscher Gerichte zu diesem Thema gesammelt.

 

Wer auf eigene Faust eine Alarmanlage installiert, der sollte wissen, was er tut. Denn kommt es später zu einem Fehlalarm mit Polizeieinsatz, dann kann der Betreiber der Anlage zur Kasse gebeten werden. Das musste ein Kioskbesitzer erfahren, zu dessen Geschäft die Beamten eines Abends wegen aktivierter Alarmleuchte gerufen worden waren. Vor Ort stellten sie keinen Einbruchsversuch fest. Für die Kosten des Einsatzes nach diesem Fehlalarm wurde dem Kioskbesitzer vom Verwaltungsgericht Neustadt (Aktenzeichen 5 K 414/11) 120 Euro aufgebürdet.

 

Brandmeldeanlagen sollten so angebracht und so eingestellt werden, dass sie tatsächlich nur im Notfall aktiv werden. In einem Seniorenzentrum war das offensichtlich nicht so. Dort löste bereits leicht angebranntes Essen in der Küche einer Altenwohnung zwei Mal nacheinander einen Fehlalarm aus und die Feuerwehr musste anrücken. Die Behörden forderten jeweils 400 Euro Einsatzkostenpauschale. Das Verwaltungsgericht Neustadt (Aktenzeichen 5 K 491/14) entschied, dass dies wegen der ungenügenden Einstellung der Brandmelder durch den Betreiber der Anlage gerechtfertigt sei.

 

Mieter sollten bei der Überprüfung und Wartung von Rauchwarnmeldern in ihren Räumlichkeiten kooperativ sein. Sind sie das nicht, so rechtfertigt das einem Urteil des Landgerichts Konstanz zufolge (Aktenzeichen 11 S 83/17) die fristlose Kündigung durch den Eigentümer. Eine vorherige Abmahnung ist nicht nötig. Ein solches Verhalten stellt nämlich eine Gefährdung des Mietshauses und all seiner Bewohner dar.

 

Wo sich ein Überwachungsgerät befindet, da besteht rein theoretisch häufig auch die Möglichkeit anderweitiger Überwachung der Wohnungsnutzer. Ein Mieter lehnte zum Beispiel einen Funk-Rauchmelder mit Fernwartung ab, weil er fürchtete, dieses Gerät könne zur Übermittlung anderer, persönlicher Daten verwendet werden. Tatsächlich wurden einmal im Monat Daten weitergeleitet (zum Batteriestand und zur Frage, ob die Umgebung des Brandmelders nicht verstellt ist). Doch das Bundesverfassungsgericht (Aktenzeichen 1 BvR 2921/15) nahm seine Beschwerde mangels Erfolgsaussichten gar nicht erst an.

 

Grundsätzlich wird bei Fehlalarmen zwischen privaten, manchmal technisch nicht so ausgereiften Anlagen und Anlagen im öffentlichen Interesse unterschieden. Bei Version Nummer eins werden im Falle von Fehlschaltungen häufig Gebühren für die unnötige Anfahrt der Einsatzkräfte verlangt, bei Version Nummer zwei ist das in der Regel nicht so. Das mussten Hausbesitzer erfahren, deren optischer Alarm an ihrem Haus sich als unbegründet erwiesen hatte. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf (Aktenzeichen 18 K 323/01) bestätigte die 170 Euro Gebühr und legte in seinem Urteil auch fest, dass bei Einrichtungen zum Schutz des öffentlichen Interesses (zum Beispiel Museen) solche Zahlungen in der Regel nicht angebracht seien.

 

Alarmanlagen haben es an sich, dass sie eine gewisse Lautstärke entwickeln. Schließlich sollen sie ja im Notfall auf sich aufmerksam machen. Wenn allerdings bereits das Einschalten Geräusche verursacht (hier: kurzfristig 105 Dezibel), dann müssen das die Nachbarn nach Ansicht des Amtsgerichts Duisburg (Aktenzeichen 33 C 2116/16) nicht dulden. Schon gar nicht sei das angebracht, entschieden die Richter, wenn der Besitzer seine Anlage wegen seiner Schichtarbeit häufig erst zur Nachtzeit in Betrieb nehme.

 

Wer im Rahmen des betreuten Wohnens ein Hausnotrufsystem bei sich zu Hause installieren lässt, der kann dafür die Steuerermäßigung der haushaltsnahen Dienstleitung geltend machen. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Aktenzeichen 7 K 7128/17) hielt es in dem Zusammenhang nicht für entscheidend, dass sich die Notrufzentrale selbst außerhalb der Wohnung befindet und damit im örtlichen Sinne nicht unbedingt "haushaltsnah" ist.

 

Besitzer von Gebäuden und Grundstücken sind dazu verpflichtet, den Fortbestand von Feuermelde- und Alarmeinrichtungen auf ihrem Anwesen zu dulden. Das gehört zur Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Das Verwaltungsgericht Arnsberg (Aktenzeichen 7 K 3053/11) wies mit dieser Begründung die Klage einer Eigentümerin ab, die eine auf dem Dach ihres Gebäudes befindliche Feuerwehrsirene entfernen lassen wollte. Sie hatte die Immobilie, eine ehemalige Grundschule, von der Kommune erworben und bestritt nun die Notwendigkeit genau dieses Standorts. Die Fachleute sahen es jedoch anders.

 

Mieterin muss Handwerker in die Wohnung lassen – auch mit 92

 

Beauftragt ein Vermieter notwendige Instandsetzungsarbeiten, müssen die Mieter die Handwerker nach Voranmeldung in die Wohnung lassen und ihnen Aufmaß- und Vorbereitungsarbeiten gestatten. Ein hohes Alter der Mieter ändert daran nichts. Dies hat laut Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, das Amtsgericht München entschieden.

 

 

 

Worum ging es bei Gericht?

 

Die 92-jährige Mieterin einer Wohnung in München hatte sich bereits vor Jahren über undichte Fenster und Schimmel beschwert und daraufhin die Miete gemindert. Mitte 2018 teilte ihr der Vermieter mit, dass nach längerer Diskussion in der Eigentümerversammlung ein Austausch der Fenster stattfinde. Die Arbeiten würden schätzungsweise vier Tage dauern. Im September sollte ein Termin für Aufmaßarbeiten stattfinden. Dazu müssten Handwerker in die Wohnung kommen. Die Mieterin lehnte jedoch alle angebotenen Termine ab. Zuvor müsse der Vermieter ihr die Übernahme von Hotelkosten, Mahlzeiten sowie Reinigungskosten schriftlich zusagen. Da sie altersbedingt ängstlicher geworden sei, müsse der Vermieter mit ihr anders umgehen als mit jüngeren Mietern. Der Vermieter wandte ein, dass der genaue Umfang der Arbeiten noch gar nicht feststünde. Diesen sollten die Handwerker erst bei dem umstrittenen Termin feststellen.

 

Das Urteil

 

Das Amtsgericht München gab dem Vermieter Recht. Die Mieterin müsse nach vorheriger Ankündigung mit einer Frist von fünf Tagen montags bis freitags zwischen 9:00 Uhr und 17:00 Uhr die Handwerker für die Aufmaß- und Vorbereitungsarbeiten in die Wohnung lassen. „Das Gericht wies darauf hin, dass Mieter Maßnahmen dulden müssen, die zur Instandhaltung und Instandsetzung der Mietwohnung erforderlich sind“, so Michaela Rassat. Der Vermieter sei verpflichtet, Arbeiten in der Wohnung rechtzeitig anzukündigen und deren ungefähre Dauer sowie Art und Umfang mitzuteilen. Dies sei hier geschehen. Vorbereitungsarbeiten, wie in diesem Fall, seien ebenfalls zu dulden – auch wenn die Mieterin bereits 92 sei. „Das Gericht erklärte, dass dies insbesondere dann gilt, wenn die Arbeiten einen Mangel beseitigen sollen, den der Mieter bereits gerügt und wegen dem er die Miete gemindert hat“, ergänzt Rassat.

 

Was bedeutet das für Verbraucher?

 

Eine Mietminderung wegen Mängeln hat den Zweck, Druck auf den Vermieter auszuüben, damit er die Mängel beseitigt. Will der Vermieter sich der Sache annehmen und Handwerker schicken, muss der Mieter sie auch in die Wohnung lassen – zumindest solange sie nach Voranmeldung und zu normalen Tageszeiten erscheinen. Dies gilt unabhängig vom Alter der Mieter. „Unter Umständen können Mieter einen Anspruch auf die Erstattung von Hotelkosten haben, wenn ihre Wohnung wegen Erhaltungsmaßnahmen unbewohnbar ist. Allerdings können Mieter ihre Zustimmung zu reinen Aufmaßarbeiten nicht davon abhängig machen, dass der Vermieter ihnen vorher die Erstattung von Hotelkosten zusichert“, so die D.A.S. Expertin.

Amtsgericht München, Urteil vom 13. Dezember 2018, Az. 418 C 18466/18

 

Schönheitsreparaturen: Müssen Mieter das Parkett abschleifen?

 

Das Abschleifen eines Parkettbodens gehört nicht zu den sogenannten Schönheitsreparaturen, die der Vermieter dem Mieter auferlegen kann. Verpflichtet der Mietvertrag den Mieter dennoch dazu, ist sogar die gesamte Schönheitsreparaturklausel unwirksam und Mieter müssen beispielsweise auch keine Malerarbeiten bezahlen. Dies hat laut Michaela Rassat, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, das Amtsgericht Nürnberg entschieden.

 

Worum ging es bei Gericht?

 

Der Vermieter einer Nürnberger Wohnung hatte seinen Mietern nach deren Auszug einen Teil ihrer Mietkaution zurückgezahlt. Weitere 2.049 Euro für Malerarbeiten und 62 Euro für Fahrtkosten behielt er jedoch ein. Die Mieter klagten daraufhin und forderten die komplette Kaution zurück. Sie waren der Meinung, dass der Vermieter diese Beträge unzulässigerweise einbehalten hatte. Die Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag sei unwirksam, da sie ihnen die Pflicht auferlege, das Parkett abzuschleifen und zu ölen. Dies sei keine Schönheitsreparatur. Der Vermieter wiederum behauptete das Gegenteil. Die Vereinbarung über die Parkettinstandsetzung sei zulässig, weil er sie individuell mit den Mietern getroffen habe und es sich nicht um Allgemeine Geschäftsbedingungen handle.

 

Das Urteil

 

Das Amtsgericht Nürnberg sah die Schönheitsreparaturklausel als unwirksam an und gestand den Mietern den geforderten Betrag zu. Das Gericht erklärte, dass das Abschleifen des Parketts zu den Instandsetzungsarbeiten gehöre, für die der Vermieter zuständig sei. Es gehöre nicht zu den Schönheitsreparaturen wie beispielsweise das Anstreichen von Wänden, da es besondere Fachkenntnisse und Werkzeuge erfordere. Eine Klausel, die dem Mieter das Abschleifen des Parketts auferlege, stelle eine unangemessene Benachteiligung dar und sei nach den Regeln über Allgemeine Geschäftsbedingungen in Verträgen unwirksam. „Das Gericht betonte, dass es sich hier nicht um eine individuell ausgehandelte Absprache, sondern um ein einseitig vom Vermieter vorgegebenes Vertragsformular gehandelt habe. Die Regeln über Allgemeine Geschäftsbedingungen waren also anwendbar“, so Michaela Rassat. Der Passus zum Abschleifen des Parketts sei damit nicht nur für sich genommen ungültig, sondern mache die gesamte Schönheitsreparaturklausel im Mietvertrag unwirksam. Dies führe dazu, dass die Mieter auch keinerlei Kosten für Malerarbeiten tragen müssten und die entsprechenden 2.049 Euro zurückbekämen. „Das Gericht ergänzte, dass der Vermieter auch keine Erstattung seiner Fahrtkosten verlangen könne, weil er zum Vertragsende die Immobilie aufgesucht habe. Diese Kosten entstünden ihm in jedem Fall. Zudem war völlig unklar, woher der Betrag von 62 Euro komme“, erklärt die Rechtsexpertin.

 

Was bedeutet das für Mieter?

 

Die Gerichte haben bereits viele Schönheitsreparaturklauseln in Mietverträgen für unwirksam erklärt. Vermieter können nicht einfach alles nach Belieben in Rechnung stellen. „Mieter sollten daher gerade bei Auszug genau hinschauen, was im Vertrag steht und sich im Zweifel beraten lassen. Denn hier geht es schnell um vierstellige Beträge“, so der Tipp der D.A.S. Expertin.

 

Amtsgericht Nürnberg, Urteil vom 18. Januar 2019, Az. 29 C 6568/18

 

 

Schäden am Parkett: Wann haften Mieter?

 

Wohnen hinterlässt Spuren auf Holzböden oder Laminat. Doch nicht immer müssen Mieter beim Auszug dafür geradestehen. „Entscheidend ist, ob es sich um normale Abnutzung handelt oder ob die Schäden darüber hinausgehen“, sagt Michael Rempel, Jurist bei der R+V Versicherung. Das bedeutet: Oberflächliche Kratzer und kleine Kerben sind auf Dauer unvermeidbar. Dasselbe gilt für hellere Flächen oder Abdrücke an Stellen, wo ein Möbelstück gestanden hat. Tiefe Kratzspuren etwa von Tieren, Wasserflecken oder starker Abrieb von Stuhlrollen sind hingegen vermeidbar. „Der Mieter ist dazu verpflichtet, das Parkett schonend zu behandeln, zumindest in einem zumutbaren Umfang“, erklärt R+V-Experte Rempel.

 

 

Haftung hängt von Art und Alter ab

 

Weist der Boden mehr als nur oberflächliche Gebrauchsspuren auf, kann der Vermieter Schadenersatz fordern. Allerdings haftet der Mieter nur anteilig, abhängig von der Mietzeit. Auch das Alter des Bodens spielt eine Rolle. Ein Parkettboden hat gewöhnlich eine Lebenszeit von zehn bis zwölf Jahren und muss anschließend mindestens abgeschliffen und versiegelt werden. „Solche Maßnahmen sind aber grundsätzlich Sache des Vermieters und gehören nicht zu den Schönheitsreparaturen“, sagt Rempel. Nur wenn sich der Mieter per Vertrag verpflichtet hat, umfangreiche Renovierungen durchzuführen, können andere Regeln gelten. „Oft zahlt der Mieter im Gegenzug weniger Miete und profitiert so ebenfalls von dieser Absprache.“

 

 

Je nach Vereinbarung gehört das Streichen oder eine gründliche Reinigung der Böden während der Mietzeit oder bei Auszug zu den Schönheitsreparaturen. Die Erneuerung von Bodenbelägen ist hingegen keine notwendige Schönheitsreparatur. Steht im Mietvertrag, dass das Parkett bei Auszug abgeschliffen oder neu versiegelt werden muss, ist damit die gesamte Klausel zu Schönheitsreparaturen unwirksam.

Ein Übergabeprotokoll bei Einzug sichert Mieter und Vermieter ab. Denn hier können bereits vorhandene Schäden am Parkett oder Laminat festgehalten werden – am besten schriftlich und mit Beweisfoto.

 

Wer Tiere in der Wohnung hält, sollte über eine Tierhaftpflichtversicherung nachdenken. Diese deckt auch Mietsachschäden ab. Schäden durch Abnutzung oder übermäßige Beanspruchung sind jedoch ausgeschlossen.

Das gleiche gilt für die private Haftpflichtversicherung. Sie springt bei Mietsachschäden ein, wenn diese durch einen einmaligen Vorfall hervorgerufen wurden, also beispielsweise wenn dem Mieter eine volle Blumenvase aus der Hand gefallen ist.

 

Nebenkostenabrechnungen fehlerhaft: Experte warnt vor zu niedrigen Rückzahlungen

 

Weist Ihre aktuelle Mietnebenkostenabrechnung eine Gutschrift und keine Nachzahlung auf? Glückwunsch! Vor allem aber: Vorsicht! Denn 77 Prozent der Gutschriften sind fehlerhaft berechnet und müssten eigentlich höher ausfallen. Das geht aus einer Analyse des Mietrechtsexperten Mineko hervor, der knapp 30.000 Nebenkostenabrechnungen auf ihre Richtigkeit überprüft hat.

 

Mieter könnten im Schnitt 48 Prozent mehr Geld zurückerhalten Demnach fallen Rückzahlungen im Schnitt 110 Euro zu gering aus. Mieter erhalten somit durchschnittlich 48 Prozent weniger Geld zurück, als ihnen zusteht. Doch nur die wenigsten Gutschriften werden angezweifelt: Gerade einmal 13 Prozent der bei Mineko zur Überprüfung eingereichten Abrechnungen wiesen eine Rückzahlung seitens der Vermieter oder Hausverwaltungen auf.

 

Chris Möller, Gründer und Geschäftsführer von Mineko, kommentiert: "Gutschriften auf Nebenkostenabrechnungen können für Mieter eine Falle sein: Diese freuen sich über zurückerstattetes Geld, anstatt die Richtigkeit der Gutschrift zu hinterfragen. Unsere Untersuchung zeigt, dass sich die Überprüfung der Nebenkostenabrechnung auszahlt: In 77 Prozent der kontrollierten Fälle stünde den Mietern eine im Schnitt mehr als 100 Euro höhere Rückzahlung zu, als ihnen über die Abrechnung angekündigt wurde."

 

11 Prozent der Bescheide sind aufgrund ihrer Form oder Frist ungültig Nicht nur die Höhe der festgelegten Summe der Gutschrift oder Nachzahlungsaufforderung erwies sich in den meisten Fällen als fehlerhaft. 11 Prozent der eingereichten Abrechnungen waren aus formalen Fehlern oder aufgrund falscher Fristen ungültig. In dieser Situation sind Mieter nicht verpflichtet, einer Zahlungsaufforderung nachzukommen. So können Verbraucher durchschnittlich sogar 487 Euro an Nachzahlungen einsparen.

 

Nebenkosten für leere Nachbarwohnung: Wer zahlt?

 

Grundsteuer, Flurbeleuchtung oder Straßenreinigung: Ein Teil der allgemeinen Nebenkosten wird in der Regel auf die Mieter umgelegt. Doch wenn eine Wohnung leer steht, muss der Eigentümer viele der laufenden Kosten übernehmen - nicht die Nachbarn. Darauf macht das Infocenter der R+V Versicherung aufmerksam.

 

Bei Leerstand: Betriebskosten Sache des Eigentümers

 

In jedem Mehrfamilienhaus fallen allgemeine Betriebskosten an, die sich alle Parteien teilen - und die auch bei Leerstand weiterhin bezahlt werden müssen. "Der Vermieter ist verpflichtet, alle umlagefähigen Betriebskosten zu begleichen. Selbst wenn eine Wohnung in seinem Haus nur kurzzeitig nicht vermietet ist, darf er diese normalerweise nicht auf die anderen Mieter des Hauses abwälzen", sagt Michael Rempel, Jurist bei der R+V Versicherung. "Nur in begründeten Ausnahmefällen kann der Vermieter hiervon abweichen - etwa bei Müllgebühren, die pro Person abgerechnet werden." Hinzu kommt: Wenn in der freien Wohnung Strom, Wasser oder Heizung verbraucht wird, etwa für Renovierungsarbeiten, ist dies ebenfalls Sache des Vermieters.

 

Weitere Tipps 

 

- Zu Betriebskosten, die der Vermieter für eine leerstehende Wohnung anteilig zahlen muss, gehören in der Regel Kosten für die Straßenreinigung, die Hausreinigung, Versicherungen, den Betrieb des Aufzugs, Steuern und Allgemeinstrom.

- Mieter sollten die Nebenkostenabrechnung besonders dann prüfen, wenn Wohnungen im Haus leer stehen: Wurde die nicht vermietete Wohnung mit in die Umlage einbezogen?

- Mieter sollten grundsätzlich darauf achten, dass die umlagefähigen Betriebskosten exakt aufgeschlüsselt sind und der vereinbarte Verteilschlüssel eingehalten wird.

 

Dächer sicher von der Schneelast befreien

 

Gesetzliche Unfallversicherung gibt Hinweise

 

Wer Schnee auf Dächern räumt, sollte unbedingt auf eine fachgerechte Absturzsicherung achten. Darauf weisen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hin. Was ist zu beachten, damit die Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Hilfeleistungsorganisationen, Bundeswehr, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von entsprechenden Firmen und Privatpersonen sicher sind bei ihrer Arbeit auf den Dächern? Die gesetzliche Unfallversicherung gibt dazu Tipps und weiterführende Hinweise.

 

Wird die Schneedecke auf einem Dach zu schwer, ist die Statik des Gebäudes gefährdet. Um einer möglichen Einsturzgefahr zuvor zu kommen, werden die Dächer geräumt. Ob eine Räumung geboten ist, ergibt eine Prüfung durch eine fachkundige Person. Sie prüft sowohl die Statik und den Zustand des Gebäudes als auch das Gewicht der Schneelast. Die hierzu erforderlichen Lastannahmen sind in Normen geregelt*. Für die direkte, manuelle Ermittlung der Schneelast können Schneemessrohre verwendet werden. Dabei wird mit einem Rohr eine Schneemenge ausgestochen, gewogen und als Flächenlast umgerechnet. Nachdem der Eigentümer bzw. Gebäudebetreiber so ermittelt hat, ob eine Schneeräumung erforderlich ist, müssen die verantwortlichen Einsatzkräfte vor Beginn der Arbeiten ein Räumkonzept und eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Eine Person mit hierfür ausreichenden Kenntnissen sollte dann die Räumarbeiten koordinieren und überwachen.

 

"Eine gute Vorbereitung ist das A und O für einen sicheren Einsatz", sagt Martin Sobottke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). "Ebenso wichtig ist eine gute Kommunikation aller Beteiligten und die Identifizierung möglicher Gefahrenquellen. Ein besonderes Augenmerk muss auf die Absturzgefahr und entsprechende Schutzmaßnahmen gelegt werden."

 

Worauf müssen Einsatzkräfte achten?

 

Um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten, müssen vor der Schneeräumung eines Daches einige Rahmenbedingungen geprüft werden.

 

- Wie sehen die Wetterprognosen aus? Ist weiterer Schneefall angekündigt?

- Welche Arbeitsmittel werden auf der Dachfläche benötigt und wie können sie dorthin transportiert werden?

- Wie weit erhöht sich die Last auf dem Dach durch die Einsatzkräfte und ihr Material?

- Gibt es einen sicheren Zugang zur Dachfläche?

- Gibt es sichere Abwurfstellen für den Schnee?

- Wie sehen die Absturz- und Durchsturzsicherungsmaßnahmen für die Einsatzkräfte aus?

 

Auf Flachdächern sollten die Einsatzkräfte möglichst durch eine Umwehrung gesichert sein. Ist diese nicht vorhanden und es besteht Absturzgefahr, müssen die Einsatzkräfte durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz gesichert werden. An Steildächern müssen temporäre Auffangeinrichtungen eingerichtet werden. Wenn dies nicht möglich ist, muss ebenfalls eine Sicherung durch persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz erfolgen. Dazu müssen geeignete Anschlageinrichtungen, möglichst am Dachfirst, montiert werden oder mit einem Kran oder der Drehleiter der Feuerwehr geschaffen werden.

 

Neue Rechte und Pflichten für Vermieter 2019

 

Die Auskunftspflicht für Vermieter wird verschärft

 

Mit der Anpassung des Mietrechts wird vor allem die Auskunftspflicht für Vermieter strenger, falls eine Ausnahme von der Mietpreisbremse in Anspruch genommen wird. Jeder ab dem 01.01.2019 geschlossene Mietvertrag nimmt den Vermieter in die Pflicht, dem Mieter vor Vertragsabschluss schriftlich mitzuteilen, dass eine solche Ausnahme in Anspruch genommen wird. Der Grund der Ausnahme muss dem Mieter gegenüber mit Nachweisen untermauert werden.

 

Unterlässt der Vermieter das, kann eine Ausnahme für zwei Jahre nicht mehr beansprucht werden. Zudem haben Mieter dann Anspruch auf die Erstattung von zu viel gezahlter Miete.

 

Exkurs: Was ist die Mietpreisbremse, wo gilt sie und gibt es Ausnahmen?

 

Die Mietpreisbremse reguliert die Erhöhung der Miete bei Wiedervermietungen. Diese darf maximal 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Sie gilt für Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt, in anderen Worten: in jeder deutschen Großstadt. Die Bundesländer entscheiden darüber, welche Gebiete unter die Mietpreisbremse fallen. Vermieter können sich jedoch auf folgende Ausnahmen berufen:

 

Neu errichtete Wohnungen bei Erstvermietung

 

Erstmalige Vermietung nach umfangreicher Modernisierung

Vormieter hat bereits mehr gezahlt, als bei der Mietpreisbremse zulässig wäre. In diesem Fall muss der Vermieter nicht auf den eigentlich zulässigen Wert runter gehen bei einer Weitervermietung.

 

Die Modernisierungsumlage auf die Miete sinkt

 

Die Modernisierungskosten können jährlich nur noch in Höhe von 8 Prozent anstatt wie bisher 11 Prozent auf den Mietpreis umgelegt werden. Diese Absenkung gilt bundesweit für Modernisierungen, die ab dem 01.01.2019 angekündigt werden.

Darüber hinaus tritt eine Kappungsgrenze bei der Umlage von Modernisierungen in Kraft: Innerhalb von 6 Jahren dürfen maximal 3€ pro Quadratmeter umgelegt werden. Sollte die Miete unter 7€ pro Quadratmeter liegen, darf diese innerhalb von 6 Jahren nur um maximal 2€ steigen.

 

Vereinfachte Kostenaufstellung bei Modernisierungen

 

Die Gesetzesnovelle bringt auch eine Vereinfachung für Vermieter mit, die ihre Immobilie modernisieren. Bei Modernisierungskosten von bis zu 10.000€ lässt sich die Kostenaufstellung in einer vereinfachten Weise umsetzen. Dabei werden 30% der Gesamtkosten pauschal abgezogen, wodurch die übrigen 70% als Modernisierung auf die Miete umgelegt werden können. Im vereinfachten Verfahren müssen keine Angaben zu künftigen Betriebskosten gemacht werden.

Es dürfen allerdings für fünf Jahre maximal 10.000€ im vereinfachten Verfahren angesetzt werden – weitere Mietpreiserhöhungen aufgrund von Modernisierungen sind in diesem Zeitfenster in der Regel ausgeschlossen. Darüber hinaus muss in der Mieterhöhungserklärung und der Modernisierungsankündigung festgehalten sein, dass das vereinfachte Verfahren angewendet wird.

 

Ordnungswidrigkeit und Bußgeld bei „Herausmodernisieren“

 

Mit der Gesetzesänderung wird es Vermietern erschwert, Mieter durch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen zur Kündigung zu veranlassen. Es wird eine Pflichtverletzung des Vermieters vermutet, falls er die Maßnahmen nach der Ankündigung nicht innerhalb von zwölf Monaten beginnt oder wenn die Arbeiten nach Beginn mehr als zwölf Monate ruhen, sodass der Mieter erheblich und unnötig belastet wird. Der Vermieter kann sich von der Vermutung entlasten, wenn ein nachvollziehbarer Grund vorgebracht wird.

Das gezielte „Herausmodernisieren“ ist mit dem neuen Gesetz eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 100.000€ geahndet werden kann. Mieter können zudem auf Schadensersatz klagen.

 

Mieter können einfacher eine Rüge aussprechen

 

Mit dem neuen Gesetz werden die Rechte als Mieter gestärkt: Verstöße gegen die Mietpreisbremse können nun einfacher gerügt werden. Nach alter Rechtslage war eine qualifizierte Rüge notwendig, die Nachweise und Begründungen enthielt. Jetzt reicht eine formlose und einfache Rüge aus, damit die Miethöhe beanstandet wird. Falls der Vermieter sich auf eine Ausnahme beruft und in Folge dessen Angaben zur Begründung macht, muss die Rüge sich auf diese Angaben berufen. In allen anderen Fällen reicht eine Rüge ohne Begründung aus.

Mieter können weiterhin nur die Mieten zurückfordern, die nach der Rüge fällig werden. Diese Änderungen betreffen nur Mietverträge, die ab 2019 geschlossen werden. Auf diese Änderungen weist die Grundeigentümer-Versicherung hin.

 

 

Immobilienbranche rechnet auch 2019 mit weiteren Mietsteigerungen in Berlin

 

Berlin steht bei Immobilieninvestoren auch im Jahr 2019 hoch im Kurs - das zeigen die Ergebnisse der Studie "Emerging Trends in Real Estate: Creating an impact. Europe 2019" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit dem Urban Land Institute, die heute in der Hauptstadt vorgestellt wird. Zwar konnte im Gesamtranking der europäischen Städte mit den besten Investitionsaussichten Lissabon an Berlin vorbeiziehen, dennoch gehört die Stadt auch 2019 zu den begehrtesten Standorten. Die für die Studie befragten 818 Immobilienexperten rechnen zudem in Berlin noch vor allen anderen Städten mit weiteren Mietsteigerungen.

 

"Die Preise in allen deutschen Städten sind kräftig gestiegen. Auch Berlin wird von vielen Investoren als überteuert angesehen. Allerdings muss sich der Markt darauf einstellen, dass dies so weitergeht: Die Popularität der Stadt bleibt ungebrochen, Investoren schauen in Europa nach wie vor auf Berlin", sagt Susanne Eickermann-Riepe, Partnerin und Leiterin Real Estate bei PwC Deutschland.

 

"Der Wirtschaftsstandort Berlin hat in den Jahren seit der Wiedervereinigung auch von vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten profitiert: Nicht umsonst ist die deutsche Hauptstadt ein Magnet für junge Talente aus dem In- und Ausland geworden", ergänzt Thomas Kieper, Leiter des PwC-Standorts in Berlin. "Gerade für junge Unternehmen und kleinere Betriebe könnten die steigenden Kosten auf dem Wohnungsmarkt mittelfristig zu einem Nachwuchsproblem führen.

 

Bis zu 45 Prozent vom Einkommen: So hoch sind die Wohnkosten für Mittelschicht-Familien

 

Die Mieten in Deutschlands Großstädten steigen weiter an. Vor allem auch junge Familien mit Kindern aus der Mittelschicht haben derzeit Probleme, bezahlbare Wohnungen in Ballungsgebieten zu finden. Eine Analyse der 14 größten Städte von immowelt.de, verdeutlicht das Problem. Dafür wurde aus dem mittleren Einkommen und den Kosten für die Warmmiete die Wohnkostenquote einer Modellfamilie berechnet.

 

Spitzenreiter bei dieser Quote ist München mit 45 Prozent. Dort müssen Familien mit mittlerem Einkommen fast die Hälfte ihrer Einkünfte von im Schnitt 4.242 Euro (netto) für Warmmiete (1.907 Euro) ausgeben. Angesichts dieser hohen Quote bleibt Paaren mit zwei Kindern häufig nur die Wohnungswahl am preiswerteren Stadtrand oder im Umland. Die zentralen Lagen von München dürften für viele Durchschnittsverdiener längst zu hochpreisig sein.

 

Bankenmetropole liegt bei Einkommen vor Berlin

 

Die traditionell teure Banken-Stadt Frankfurt am Main und Berlin folgen mit einer Wohnkostenquote für Mittelschicht-Familien von jeweils 39 Prozent auf dem zweiten Platz. Zwar liegt Frankfurt mit 4.122 Euro beim Gesamteinkommen deutlich vor Berlin (3.559 Euro). Allerdings ist in der Mainmetropole das Mietniveau mit 1.607 Euro Warmmiete höher als in der Bundeshauptstadt mit 1.387 Euro.

 

Dresdner Wohnquote höher als in Stuttgart

 

Mit Dresden liegt eine ostdeutsche Stadt auf dem geteilten Rang 4. Familien mit mittlerem Einkommen müssen dort 32 Prozent ihres monatlichen Budgets von 3.444 Euro für das Wohnen ausgeben. Die Quote in Dresden ist damit so hoch wie die in Nürnberg und um einen Prozentpunkt höher als die in Stuttgart mit 31 Prozent. Die Landeshauptstadt Baden-Württembergs schlägt bei den mittleren Einkommen mit 4.249 Euro sogar knapp München. Die Warmmieten für eine familientaugliche Wohnung betragen in Stuttgart 1.327 Euro. Das ergibt Platz 5 im Vergleich.

 

Das beste Verhältnis von Warmmiete und Einkommen aller deutschen Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern bieten Dortmund und Essen mit je 22 Prozent. In Dortmund kostet eine Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern 817 Euro, das mittlere Netto-Einkommen einer Familie beläuft sich dort auf 3.646 Euro. In Essen sind die Mieten mit 847 Euro zwar etwas teurer, doch dafür sind die Einkommen der Modellfamilie mit 3.775 Euro ein wenig besser als in Dortmund.

 

Für die Analyse von Immowelt wurde das Durchschnittsgehalt für die jeweilige Stadt zugrunde gelegt (Median des Einkommens am Wohnort) und mit 150 Prozent pro Paar veranschlagt (ein Partner arbeitet demnach Vollzeit, der andere in 50-Prozent-Teilzeit). Hinzugerechnet wurde die Zahlung von Kindergeld für zwei Kinder. Dieses Einkommen entspricht dem, was gemeinhin als Mittelschicht angesehen wird. Aus dem Verhältnis von Gesamteinkommen sowie Miet- und Nebenkosten der jeweiligen Stadt für eine familientaugliche Wohnung zwischen 80 und 120 Quadratmetern ergibt sich schließlich die sogenannte Wohnkostenquote.

 

Einkommen minus Miete: In Dortmund bleibt bundesweit am meisten in der Tasche, in München am wenigsten

Teure Trend-Städte: Miete zehrt in München, Berlin und Hamburg das Einkommen auf 

Ruhrgebietsstädte punkten beim Verhältnis von Einkommen und Miete, Dortmund mit bestem Wert

Solides Mittelfeld: Wirtschaftlich starke Städte wie Nürnberg und Düsseldorf mit ausgeglichenem Verhältnis

 

In deutschen Trend-Städten zehren die hohen Mieten die Einkommen für Fach- und Führungskräfte auf. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Analyse der Online-Jobplattform StepStone und des Immobilienportals immowelt.de. Das Verhältnis zwischen Durchschnittsgehältern der Jahre 2017 und 2018 und den aktuellen Mietpreisen zeigt: Wer in München, Berlin und Hamburg wohnen und arbeiten will, zahlt dafür einen hohen Preis. München bildet dabei das Extrem: Fach- und Führungskräfte können dort im Schnitt ein Jahresgehalt von 66.800 Euro erwarten. Eine Wohnung mit 80 bis 100 Quadratmeter kostet jedoch auch 1.500 Euro im Monat. Vom hohen Brutto-Einkommen gehen damit 27 Prozent für die Miete drauf. Auch in Hamburg und Berlin bleibt nach Abzug der jährlichen Mietkosten verhältnismäßig wenig im Portemonnaie: 24 Prozent (Berlin) beziehungsweise 22 Prozent (Hamburg) des Brutto-Einkommens wandern in beiden Städten pro Jahr im Schnitt an den Vermieter.

 

Die traditionell hochpreisige Banker-Stadt Frankfurt am Main landet bei den Mietpreisen hinter München auf Platz 2. Die hohen Gehälter in der Finanzbranche heben das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt aber auf 67.700 Euro und damit auf den höchsten Wert unter den größten deutschen Städten. Für die Miete müssen 21 Prozent eingeplant werden.

 

Ausgeglichenes Verhältnis abseits der klassischen Trend-Städte

 

Ein bereits deutlich besseres Verhältnis von Einkommen und Mietpreisen finden Jobsuchende in Dresden und Stuttgart. Zwar trennen diese Städte beim durchschnittlichen Brutto-Jahreseinkommen mehr als 20.000 Euro, gemeinsam ist beiden aber ein Anteil von 19 Prozent für die Miete. In Nürnberg müssen 18 Prozent vom durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt für die Miete eingeplant werden. "Das Leben in Trend-Städten wie Berlin, Hamburg und München ist begehrt, aber auch sehr teuer", sagt Immowelt-CEO Carsten Schlabritz. "Arbeitgeber aus mittleren Großstädten mit günstigeren Mieten können diesen Standortfaktor nutzen, um hochqualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen."

 

Das beste Verhältnis aller deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern bietet Dortmund: 580 Euro kostet dort im Median eine Wohnung. Das entspricht einem Wohnkostenanteil von nur 12 Prozent am mittleren Brutto-Einkommen für Fach- und Führungskräfte von 56.200 Euro. Auch in Essen ist das Wohnen günstig: Hier steht einer mittleren Monatsmiete von 590 Euro ein Durchschnittsgehalt von 55.600 Euro gegenüber, ein Anteil von 13 Prozent.

 

Laut StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers sollten Fachkräfte bei der Jobsuche nicht nur nach dem besten Verhältnis von Gehalt und Wohnkosten Ausschau halten: "Wer aus mehreren Jobangeboten wählen kann, sollte alle Faktoren einkalkulieren. Dazu gehört die Höhe des Gehalts genauso wie die Lebenshaltungskosten, vor allem aber die Frage, ob ich mich beim neuen Arbeitgeber wirklich wohlfühle und der Job zu mir passt."

 

Mietermagnet Großstadt: Ostdeutsche Ballungszentren um bis zu 104 Prozent teurer als vor 10 Jahren

Die Landflucht zeigt in Ostdeutschland deutliche Spuren: Während die Mietpreise in den Ballungszentren seit 2008 kräftig steigen, bleiben sie in ländlichen Regionen weitestgehend auf unverändertem Niveau. Das zeigt eine Analyse von immowelt.de, für die in einem 10-Jahresvergleich die Kaltmieten in allen Stadt- und Landkreisen der ostdeutschen Bundesländer untersucht wurden. Die stärkste Preisentwicklung verzeichnet Berlin. Wer in der Hauptstadt wohnt, muss mittlerweile mehr als doppelt so viel Miete (+104 Prozent) zahlen als vor 10 Jahren. Der Quadratmeter kostet aktuell im Median 11,40 Euro. Die Strahlkraft der Bundeshauptstadt reicht bis in den umliegenden Speckgürtel: In den Landkreisen Dahme-Spreewald (+50 Prozent) und Oberhavel (+48 Prozent) haben die Mietpreise ebenfalls kräftig angezogen. Nach Berlin verzeichnen diese beiden Landkreise die zweit- und drittgrößte Steigerung in Ostdeutschland. Mieter müssen für ihre Wohnung in Dahme-Spreewald 9,00 Euro pro Quadratmeter bezahlen, in Oberhavel 8,90 Euro. Damit lebt es sich dort noch deutlich günstiger als in der Hauptstadt. Viele Jobs und das positive Image der Stadt wirken wie ein Magnet auf jährlich tausende Berliner Zuzügler, die den Kampf um bezahlbare Wohnungen zunehmend verschärfen. Grund für viele, sich in den naheliegenden Landkreisen niederzulassen und für den Job in die Großstadt zu pendeln.

 

Günstige Mieten locken Studenten in den Osten

 

Neben Berlin erleben derzeit auch weitere Großstädte in Ostdeutschland einen regelrechten Boom. Doch nicht alleine die Zuzügler aus den ländlichen Regionen treiben die Preise in den Ballungszentren in die Höhe. Die vergleichsweise günstigen Mieten und modernen Universitäten lockten in den vergangenen 10 Jahren viele Studenten in den Osten. Mittlerweile macht sich dies auf dem Wohnungsmarkt deutlich bemerkbar: Am stärksten ist die Preissteigerung in Leipzig. Der Quadratmeter kostet aktuell 6,50 Euro - das sind 35 Prozent mehr als 2008. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich in Dresden, Erfurt oder Jena beobachten: Dort sind die Mieten ebenfalls um rund ein Drittel angestiegen. In Jena ist das Preisniveau mittlerweile deutlich erhöht: Eine Wohnung kostet dort 9,00 Euro pro Quadratmeter, was die Stadt zur drittteuersten Ostdeutschlands macht.

 

Landflucht und Strukturprobleme: kaum Mietpreissteigerung in Sachsen

 

Das Wohnen, Arbeiten und Leben zentralisiert sich in Ostdeutschland auf die größeren Städte mit guter Infrastruktur, Bildungsangeboten und Jobs. Seit vielen Jahren kämpft besonders das Bundesland Sachsen mit starken Strukturproblemen. Sachsens ländliche Regionen vereinsamen und altern. Die jungen Menschen zieht es wegen der guten Arbeitsmarktsituation in die Großstädte. Die Analyse von immowelt.de bestätigt diesen Trend. Während die Städte Leipzig und Dresden steigende Mieten verzeichnen, bleibt die Preisentwicklung in den umliegenden Kreisen fast ganz aus. In 7 sächsischen Stadt- und Landkreisen sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um maximal 10 Prozent gestiegen - ein Wert, der sogar deutlich unter der Inflation von 15 Prozent seit 2008 liegt.

 

Nicht alle Großstädte vom Preisanstieg betroffen

 

Während die Mieten in den meisten Großstädten seit 2008 deutlich teurer geworden sind, gibt es Orte, die von dieser Entwicklung ausgenommen sind. In Chemnitz sind die Mietpreise lediglich um 6 Prozent angestiegen. In Rostock lässt sich im 10-Jahresvergleich sogar eine Stagnation der Mietpreise erkennen. Dort zahlen die Mieter 6,80 Euro pro Quadratmeter - und damit genauso viel wie 2008. Trotz guter wirtschaftlicher Lage und einer großen Universität blieb eine Preissteigerung in der Hansestadt aus. Grund könnte die schwankende Bevölkerungsentwicklung sein. Denn lange hatte die Stadt an der Ostsee mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Erst seit kurzem erlebt sie wieder einen Aufschwung - der die Mietpreisspirale künftig wieder ankurbeln könnte. Das zeigt sich auch daran, dass neben Plattenbauten vermehrt Neubauten in Warnemünde auf den Markt kommen.

 

3 Jahre Mietpreisbremse: In den meisten Millionenstädten hält sie explodierende Wohnkosten nicht auf

Trotz Mietpreisbremse schnellen die Preise in den meisten Millionenstädten weiter in die Höhe. Jetzt diskutiert die Große Koalition über eine Verschärfung des Gesetzes, um Mietsteigerungen effektiver zu begrenzen. Denn knapper Wohnraum und stetiges Bevölkerungswachstum zeigen deutliche Auswirkungen: In Berlin sind die Mieten seit Inkrafttreten des Gesetzes vor 3 Jahren noch stärker gestiegen als vorher. In München dreht sich die Mietpreisschraube ebenfalls weiter nach oben, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt.

 

Ungebremste Mietsteigerungen in Berlin

 

Seit 2015 kletterten die Mieten in Berlin von 8,50 Euro pro Quadratmeter (Median) auf 11,40 Euro. Die Steigerungsrate von 34 Prozent liegt damit deutlich über den 25 Prozent, mit denen die Preise in den 3 Jahren vor der Einführung der Mietpreisbremse zugenommen haben.

 

In München hat die Mietpreisbremse ihre Wirkung ebenfalls verfehlt. Derzeit liegen die Mietpreise in der bayrischen Landeshauptstadt auf einem Rekordhoch von 17,90 Euro pro Quadratmeter. Seit Einführung der Mietpreisbremse im August 2015 haben sie sich um 19 Prozent nach oben entwickelt. Damit zeichnet sich beinahe dasselbe Bild ab wie im 3-Jahreszeitraum vor 2015. Schon damals haben sich die Mieten mit einer Steigerungsrate von 20 Prozent kräftig erhöht.

 

"Die rasante Preisentwicklung in Berlin und München ist nicht verwunderlich", erklärt Immowelt-CEO Carsten Schlabritz. "Bezahlbarer Wohnraum ist in beiden Städten immer noch Mangelware. Um einen weiteren Preisanstieg zu verhindern, muss der soziale Wohnungsbau für Investoren so rentabel werden wie der frei finanzierte. Das geht nur, wenn die Städte und Kommunen marktgerechte Anreize bereitstellen." Die aktuelle Situation sieht allerdings anders aus: Die wenigen, freien Bauflächen sind extrem teuer und werden zu Höchstpreisen verkauft. Die Baukosten sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen, auch wegen neuer Bauvorschriften. Viele Neubauten sind dadurch im Luxuspreissegment angesiedelt und für viele Wohnungssuchende unerschwinglich. Das Nachsehen haben die Gering- und immer mehr auch die Normalverdiener. Durch die Ausnahmeregelungen der Mietpreisbremse - sie greift nicht bei Neubauten oder umfassender Sanierung von Bestandsimmobilien - wird diese Entwicklung sogar noch begünstigt. Wohnungen, die bereits vor der Einführung des Gesetzes über der ortsüblichen Vergleichsmiete lagen, haben zudem Bestandsschutz.

 

Entspannter Wohnungsmarkt in Köln und Hamburg

 

Alternative Lösungen wie beschleunigte Baugenehmigungen und Wohnraumförderungen zeigen in anderen Städten bereits Wirkung: In Hamburg und Köln steigen die Preise zwar an - allerdings im moderaten Bereich. In Köln sind die Mieten in den vergangenen 3 Jahren um 7 Prozent auf 10,70 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Von 2012 bis zur Einführung der Mietpreisbremse im Jahr 2015 lag die Steigerungsrate dagegen noch bei 15 Prozent. In Hamburg ist der rasante Mietpreisanstieg ebenfalls gebremst: Von 2015 bis 2018 haben sich die Preise um 9 Prozent auf 11,90 Euro pro Quadratmeter entwickelt. Im 3-Jahreszeitraum zuvor lag die Steigerungsrate noch bei 14 Prozent.

 

Köln und Hamburg arbeiten aktiv daran, die Ursache der steigenden Preise zu bekämpfen. Trotz rasanter Bevölkerungsentwicklung versucht auch Hamburg seit 2011 mit dem "Bündnis für das Wohnen" gegen die Wohnungsknappheit vorzugehen. Jährlich entstehen dadurch 10.000 neue Wohnungen - davon 3.000 für Menschen mit geringerem Einkommen in der Hansestadt. Köln treibt die Schaffung von Wohnraum ebenfalls voran: 2014 hat die Domstadt das Stadtentwicklungskonzept Wohnen ins Leben gerufen, durch das bis 2029 66.000 neue Wohnungen entstehen sollen.

 

Die Entwicklungen in Köln und Hamburg zeigen, dass die Ursache steigender Preise bekämpft werden muss. Auch die Rechtsprechung beschäftigt sich bereits mit der Problematik der Mietpreisbremse. Das Landgericht München und aktuell auch das Oberlandesgericht München haben die Mietpreisbremse bereits für ungültig erklärt. Für den Mieter ändert sich dadurch aber nichts - die Mietpreisspirale schraubt sich weiter in die Höhe.

 

Große Anstiege auch abseits der Großstädte: So haben sich die Mieten seit 2008 in Süddeutschland verändert

Nicht in München und nicht in Stuttgart - in den vergangenen 10 Jahren haben sich die Mieten in Bayreuth prozentual am stärksten verteuert. 63 Prozent müssen Mieter mehr zahlen als noch 2008. Zu diesem Ergebnis kommt eine Markt-Analyse von immowelt.de, für die die Mieten in allen Stadt- und Landkreisen Bayerns und Baden-Württembergs untersucht wurden. Das Preisniveau in Bayreuth liegt mit 9,10 Euro pro Quadratmeter allerdings noch deutlich unter dem der Großstädte oder auch württembergischen Studentenstädten. Die steigenden Mieten in Bayreuth sind die Folge des Bevölkerungszuwachses der letzten Jahre - zahlreiche Studienanfänger ziehen jedes Semester nach Bayreuth. Rund 75.000 Menschen schätzen inzwischen die Lebensqualität und das gute Arbeitsplatzangebot der kreisfreien Stadt. Darüber hinaus ist Bayreuth dank der Lage an der A9 gut angebunden.

 

Gleiches gilt für die Landkreise rund um Ingolstadt (+53 Prozent). Sowohl Eichstätt (+62 Prozent) als auch Neuburg-Schrobenhausen (+56 Prozent) und Pfaffenhofen (+51 Prozent) verzeichnen deutliche Anstiege. Neben der guten Anbindung macht sich die Nähe zum Wirtschaftsstandort Ingolstadt bemerkbar. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch im weiter westlich gelegenen Landkreis Donau-Ries (+60 Prozent) ab, wenngleich Mieter hier nach wie vor günstiger wohnen als im direkten Umfeld von Ingolstadt.

 

Preistreiber A8

 

Wie stark sich eine gute Verkehrsanbindung auf die Wohnpreise auswirkt, verdeutlicht das Beispiel der Autobahn A8, die München und Stuttgart verbindet. Die größten Preissprünge seit 2008 unter den Landkreisen, die an dieser Verbindung liegen, verzeichnen Dachau (+45 Prozent) und Aichach-Friedberg (+43 Prozent). Direkt in Augsburg (+51 Prozent) haben die Preise sogar noch mehr angezogen.

 

Die Verteuerungen führen dazu, dass in allen Stadt- und Landkreisen zwischen Stuttgart und München die Mietpreise aktuell über der 8-Euro-Marke liegen. Einzige Ausnahme: der schwäbische Landkreis Günzburg, der mittig zwischen beiden Großstädten liegt. Hier können Mieter nach der vergleichsweise geringen Steigerung (22 Prozent) mit 6,60 Euro pro Quadratmeter noch günstig wohnen und sind trotzdem gut ans Autobahnnetz angebunden.

 

München und Umland am teuersten

 

In München und den angrenzenden Landkreisen fungiert weniger die Autobahn als Preistreiber, vielmehr ist die Strahlkraft der Landeshauptstadt und der stetige Zuzug Grund für die teuren Mieten. Mit Preisen von 17,10 Euro pro Quadratmeter ist die Stadt München unangefochten auf Platz 1 aller Stadt- und Landkreise. Erst mit großem Abstand folgen die umliegenden Landkreise München (13,70 Euro), Starnberg (12,90 Euro), Dachau (11,90 Euro) und Fürstenfeldbruck (11,90 Euro). In allen Kreisen machen sich die hohe Preise in München und die damit verbundene Ausweichbewegung ins Umland bemerkbar.

 

Neben den Regionen in der Nähe von München befinden sich vor allem wirtschaftlich starke Städte wie Stuttgart (11,80 Euro) oder Ingolstadt (11,50 Euro) preislich am oberen Ende. Mit Freiburg (11,30 Euro) oder Heidelberg (10,60 Euro) sind dort auch teure Studentenstädte vertreten.

 

Niedrigste Preise direkt an der tschechischen Grenze

 

Ein komplett anderes Preisgefüge finden Mieter in den östlichsten Landkreisen der Oberpfalz und Oberfrankens vor. Mit Quadratmeterpreisen von 4,20 Euro ist der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge am günstigsten - nur bedingt teurer sind die Landkreise Hof (4,80 Euro) und Freyung-Grafenau (5 Euro). Im Gegensatz zu den teuren Landkreisen rund um die Großstädte gelten die Regionen an der tschechischen Grenze eher als strukturschwach.

 

Wissenswertes zum Rundfunkbeitrag

Der Rundfunkbeitrag wird pro Wohnung erhoben 

 

•    Wer Post bekommt sollte reagieren

•    Schriftliche Anmeldung beim Beitragsservice ist Pflicht

•    Ermäßigung oder Gebührenbefreiung in Einzelfällen möglich

 

„Wer in diesen Tagen Post vom Beitragsservice ARD, ZDF und Deutschlandradio (umgangssprachlich GEZ) bekommt, sollte darauf reagieren“ empfiehlt Nicole Mertgen von der Verbraucherzentrale in Bremen.

Jeder Wohnungsinhaber ist grundsätzlich gesetzlich verpflichtet, sich beim Beitragsservice anzumelden. Es genügt, dass eine einzige, in der Wohnung lebende Person sich anmeldet und den Rundfunkbeitrag zahlt. Da dem Beitragsservice manchmal nicht bekannt ist, wie viele Personen in einer Wohnung leben, stimmt er sich regelmäßig mit den Einwohnermeldeämtern ab. Dieser Abgleich wird derzeit durchgeführt. Lassen sich Einwohner keiner bereits beim Beitragsservice angemeldeten Wohnung zuordnen, werden sie angeschrieben. „Dieser Datenabgleich ist gesetzlich geregelt und daher rechtmäßig“, sagt Nicole Mertgen.

 

An-, Ab und Ummeldungen und Anträge auf Ermäßigung oder Befreiung sind stets schriftlich auf den Formularen der Beitragsservices zu stellen. Privat genutzte Zweit- oder Ferienwohnungen müssen auch angemeldet werden Hier wird ein separater Beitrag erhoben. Eventuell besteht die Möglichkeit der Beitragsbefreiung oder Ermäßigung.

 

Rundfunkbeitrag: Zweitwohnung zukünftig frei

Verbraucher müssen aktiv Freistellungsantrag stellen

 

•Rundfunkbeitrag verfassungsgemäß, Zweitwohnungen zukünftig beitragsfrei

•Neuregelung muss bis 2020 erfolgen – bis dahin gilt formal die alte Regelung

•Verbraucher können Antrag auf Freistellung für die Zweitwohnung stellen

 

Der Rundfunkbeitrag ist verfassungsgemäß – das hat das Bundesverfassungsgericht am 18. Juli 2018 entschieden. Pro Monat und Wohnung müssen weiterhin 17,50 Euro als Rundfunkbeitrag bezahlt werden. Allerdings hat das Gericht die Beitragspflicht für Zweitwohnungen gekippt. Bis zum 30. Juni 2020 hat der Gesetzgeber jetzt Zeit, eine Neuregelung vorzunehmen. Das heißt: Noch sind Zweitwohnungen nicht automatisch von der Beitragspflicht befreit. Betroffene, die bereits nachweislich für eine Wohnung zahlen, können aber einen Freistellungsantrag für die Zweitwohnung stellen.

 

In der Rundfunkbeitragsberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen häufen sich derzeit Fragen zur Beitragsfreistellung für Zweitwohnungen. Viele Verbraucher meinen, der Beitragsservice müsse nun von selbst die Zweitwohnungen abmelden, andere möchten das Lastschriftverfahren rückgängig machen oder Daueraufträge stornieren. „Es ist verständlich, wenn Betroffene so schnell wie möglich die Beitragspflicht für ihre Zweitwohnung klären wollen. Bis zur Neuregelung bleibt aber formal die alte Regelung in Kraft“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Jede Wohnung müsse angemeldet bleiben oder werden.

 

Beitragszahler können jedoch einen formlosen Antrag auf Freistellung von der Rundfunkbeitragspflicht für ihre Zweitwohnung stellen und sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 18. Juli 2018 (BVerfG, Az. 1 BvR 1675/16 u.a.) beziehen. „Im Antrag sollten sie unbedingt die Beitragsnummer und Adresse der Hauptwohnung, also der angemeldeten Erstwohnung, und auch die Beitragsnummer und Adresse der Zweitwohnung angeben“, empfiehlt Körber. Sind die Voraussetzungen erfüllt, ist eine Befreiung auch rückwirkend möglich – in der Regel ab dem Tag der Urteilsverkündung. „Wer jedoch schon vor dem Urteil Wider­spruch oder Kla­ge gegen den Beitragsbescheid ein­gelegt hatte, kann auch für diese Zeit befreit werden, sofern noch keine rechtkräftige Entscheidung vorliegt“, sagt Körber.

 

Deutlich weniger Ehescheidungen im Jahr 2017

2017 wurden in Deutschland durch richterlichen Beschluss 153 500 Ehen geschieden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war die Anzahl zuletzt im Jahr 1992 mit 135 000 niedriger gewesen. Gegenüber 2016 ist die Zahl der Scheidungen um knapp 9 000 oder 5,5 % zurückgegangen. Einen stärkeren prozentualen Rückgang gegenüber dem Vorjahr hatte es nach der deutschen Einheit nur 2005 mit - 5,6 % gegeben.

 

Die meisten der 2017 geschiedenen Ehen (82,6 % der Fälle) wurden nach einer vorherigen Trennungszeit von einem Jahr geschieden. Am häufigsten wurden Ehen geschieden, die im Jahr 2011 geschlossen wurden (knapp 8 000 oder 5,1 %). Etwa 27 000 oder 17,5 % aller geschiedenen Paare waren bereits mindestens im 25. Jahr verheiratet. Im Durchschnitt blickten die Paare auf 15 Jahre Ehedauer zurück.

 

Etwa die Hälfte der geschiedenen Ehepaare hatte minderjährige Kinder und von diesen wiederum 52,5 % ein Kind, 37,5 % zwei und 9,9 % drei oder mehr Kinder. Insgesamt waren knapp 124 000 Minderjährige von der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 2017 betroffen.

 

Die Ehefrauen stellten 51,5 % der Scheidungsanträge. Sie waren bei der Scheidung im Jahr 2017 durchschnittlich 43 Jahre und 9 Monate alt. Ihre Partner waren mit 46 Jahren und 10 Monaten durchschnittlich 3 Jahre älter und stellten 40,9 % der Anträge. 7,6 % der Trennungsverfahren wurden von beiden Ehepartnern gemeinsam beantragt.

 

Vor 25 Jahren waren Ehen bereits nach durchschnittlich nur 11 Jahren und 6 Monaten geschieden worden. Mitverantwortlich hierfür war der niedrigere Anteil geschiedener Langzeitehen: 1992 wurden mit 14 000 nur gut halb so viele Paare im Jahr ihrer Silberhochzeit oder danach geschieden. Ehen wurden damals in jüngerem Alter geschlossen und auch deshalb hatte das Durchschnittsalter der Geschiedenen noch um fast 8 Jahre niedriger gelegen (Männer: etwa 39 Jahre, Frauen: etwa 36 Jahre).

 

Der endgültige Anteil an Scheidungen für einen Eheschließungsjahrgang kann erst nach Ablauf einer sehr langen Zeitspanne bestimmt werden. So beträgt die Scheidungsrate für die im Jahr 1992 geschlossenen Ehen im Jahr 2017 - also nach 25 Jahren Ehedauer - bisher 393,2 Scheidungen je 1 000 Ehen. Da aber auch in den Folgejahren noch Ehen dieser Kohorte geschieden werden, wird dieser Anteil noch ansteigen.

 

Die zusammengefasste ehedauerspezifische Scheidungsziffer beschreibt dagegen die aktuellen Scheidungsverhältnisse. Dabei werden die Ehen einbezogen, die in den letzten 25 Jahren geschlossen und im aktuellen Jahr geschieden wurden. Nur wenn das Scheidungsverhalten über 25 Jahre hinweg genauso gewesen wäre wie im betrachteten Jahr, würde nach 25 Jahren ein entsprechender Anteil an Ehen geschieden sein. 2017 lag diese Ziffer bei 328,6.

 

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