Förderung von Sonnenstrom wird reformiert

 

Zum Jahresbeginn 2021 sind wichtige Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft getreten. Darauf weist die Verbraucherzentrale Bayern hin. Das EEG regelt die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Solarenergie und Windenergie. Verbraucherinnen und Verbraucher, die bereits Strom mit einer Photovoltaik-Anlage erzeugen oder dies in Zukunft tun möchten, sind mehrfach von den Änderungen betroffen.

 

Selbstnutzer von Sonnenstrom profitieren von einer neuen Regelung zum Eigenbedarf. Denn für Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 30 Kilowatt muss keine EEG-Umlage für den Eigenverbrauch mehr gezahlt werden. Zuvor lag diese Grenze bei 10 Kilowatt. Für Anlagen von über 30 Kilowatt fällt eine reduzierte EEG-Umlage an. Zum Vergleich: Für jede aus dem Stromnetz gelieferte Kilowattstunde müssen Verbraucher 6,5 Cent EEG-Umlage bezahlen.

 

Der Netzanschluss kleiner Anlagen ist jetzt ohne Verzögerung möglich. Stromnetzbetreiber sind zum Anschluss von Photovoltaikanlagen grundsätzlich verpflichtet. Reagiert ein Netzbetreiber nicht unverzüglich mit einem Zeitplan auf das Anschlussbegehren eines Verbrauchers, darf dieser eine Anlage mit bis zu 10,8 Kilowatt spätestens nach einem Monat anschließen.

 

Keine Förderung mehr für über 20 Jahre alte Anlagen

 

Für Solar-Anlagen, die 2001 oder früher in Betrieb genommen wurden, besteht kein Anspruch mehr auf Förderung. Die Reform des EEG-Gesetzes ermöglicht es betroffenen Anlagenbetreibern jedoch, weiterhin Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Für diesen Strom erhalten sie einen üblichen Marktpreis. Diese Übergangsregelung gilt bis 2027.

 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft bei allen Fragen zu Photovoltaikanlagen und zu Fördermöglichkeiten. Die Beratung findet derzeit online und telefonisch statt. Termine können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 809 802 400 vereinbart werden. Weitere Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de.

 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

 

Förderstopp für alte Photovoltaikanlagen

 

Als vor 20 Jahren die ersten Hausbesitzer eine neue Photovoltaikanlage auf ihrem Dach installierten, galten sie als Pioniere. 2021 läuft die Förderung für die ersten Solaranlagen aus.

 

Lohnt sich der Betrieb einer Ü20-Anlage trotzdem?

 

Für rund 20.000 Haushalte läuft zum Jahresende die Förderung zur Energieeinspeisung nach dem EEG aus. Eigentümer von Photovoltaikanlagen erhalten dann für ihren Strom keine Vergütung vom Netzbetreiber mehr. Denn der ist nicht mehr verpflichtet, den Solarstrom privater Haushalte abzunehmen. Doch die Anlagen produzieren weiter. Welche Möglichkeiten haben die privaten Betreiber? Den Strom selbst verkaufen? Oder für den Eigenbedarf verwenden?

 

Anlagen weiterbetreiben?

 

Die Pioniere der ersten Generation sind wieder gefordert. Ihre Anlagen sind abgeschrieben und es fallen nur noch Betriebskosten an. Sie stehen vor der Frage: verschrotten oder weiterbetreiben? Trotz Wegfall der Förderung kann der Weiterbetrieb der Anlage wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sein. „Zunächst sollte die vorhandene Anlage technisch geprüft werden, am besten mit einem Elektriker und einem Energieberater. Erst dann sollten Anlage-Betreiber entscheiden, wie sie den Strom verwenden wollen, der ab 2021 nicht mehr abgenommen oder vergütet wird“, rät Jan Ebert von der BHW Bausparkasse.

 

Je höher der Eigenverbrauch, desto besser

 

Aus Sicht der Deutschen Energie-Agentur (dena) ist es am wirtschaftlichsten, den Eigenverbrauch zu maximieren. Je höher der ist, desto größer auch der Spareffekt. „Jede selbst erzeugte Kilowattstunde spart aktuell für Strom etwa 30 Cent“, so Ebert. Verdoppeln lässt sich der Eigenverbrauch mit einem Speicher. Tagsüber zu viel erzeugter Strom wird in speziellen Batterien gespeichert – und abends verbraucht. Und warum nicht E-Bike oder Elektroauto mit dem eigenen Strom betanken? Auch das kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen.

 

Wichtige Frist für Baukindergeld ist verlängert

 

Gute Nachrichten gibt es zum Thema Baukindergeld: Die Befristung für Baugenehmigungen oder Kaufverträge für Wohnimmobilien, auf deren Grundlage diese staatliche Förderung in Anspruch genommen werden soll, wird um drei Monate verlängert. Die Wüstenrot Bausparkasse rät daraufhin, eigene Förderansprüche nochmals zu prüfen.

 

Baukindergeld

 

Bisher galt: Eine Förderung im Rahmen des Baukindergelds konnte nur für Kaufverträge einer selbstgenutzten Immobilie oder eine entsprechende Baugenehmigung für einen Neubau gewährt werden, wenn diese zwischen dem 1.1.2018 und dem 31.12.2020 ausgestellt bzw. erteilt wurden. Diese wichtige Frist hat der Staat nun bis zum 31.3.2021 verlängert.

 

Das Bayerische Baukindergeld Plus, welches Berechtigten einen um zusätzlich 300 Euro pro Kind und Jahr erhöhten Förderbetrag sicherte, läuft dagegen zum 31.12.2020 aus.

 

Das staatliche Baukindergeld steht speziell Menschen mit Kindern zur Verfügung, die erstmals ein Haus bauen oder eine bestehende Immobilie zu eigenen familiären Wohnzwecken kaufen. Sie können das Baukindergeld noch bis Ende 2023 im sogenannten Zuschussportal bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

 

Für die Förderung gelten unverändert Einkommensgrenzen: Familien oder Alleinerziehende, die die Mittel beantragen möchten, dürfen maximal über ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von jährlich 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro pro Kind verfügen. Pro Kind gibt es insgesamt 12.000 Euro an Baukindergeld, verteilt über einen Zeitraum von zehn Jahren (also 1.200 Euro pro Kind und Jahr). 

 

Durchblick bei den steuerlichen Förderungen von E-Mobilität

 

Die Bundesregierung setzt im Hinblick auf den Klimaschutz mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität weiterhin auf E-Fahrzeuge. In das Klimaschutzprogramm 2030 wurden steuerrechtliche Maßnahmen einbezogen, die eine Anschaffung von vergleichsweise teuren E-Fahrzeugen weiter begünstigen. Die mit dem Jahressteuergesetz 2018 eingeführten Vergünstigungen wurden durch das Jahressteuergesetz 2019 verlängert und weiter ausgebaut. Betriebliche Steuervorteile sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu einer Nutzung elektrisch betriebener Fahrzeuge motivieren, berichtet die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Neue Sonderabschreibung für Arbeitgeber

 

Hat ein Unternehmen nach dem 1.1.2020 elektrische Nutzfahrzeuge, Lastenfahrräder oder Lieferfahrzeuge für die betriebliche Nutzung angeschafft, so ist eine 50-prozentige Sonderabschreibung im Jahr der Anschaffung, zusätzlich zur regulären Abschreibung, möglich. Werden die Elektro- oder extern aufladbaren Hybridfahrzeuge, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, vom Arbeitgeber gemietet oder geleast, halbiert sich die Hinzurechnung der Gewerbesteuer zum Gewinn. Diese Steuervorteile gelten für Anschaffungen und geschlossene Verträge bis Ende 2030.

 

Reduzierung des geldwerten Vorteils für Arbeitnehmer

 

Erlaubt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter ein betriebliches E-Fahrzeug oder extern aufladbares Hybridfahrzeug privat zu nutzen, gilt seit 2019 eine reduzierte Besteuerung. Der Arbeitnehmer muss seinen Firmenwagen in diesem Fall nur mit einem Prozent vom halbierten, statt regulär vom ganzen Bruttolistenpreis als geldwerten Vorteil versteuern. Diese Sonderregelung wurde auf weitere acht Jahre bis Ende 2030 ausgedehnt.

 

Bis zum Ablauf der steuerlichen Förderung steigen allerdings die Anforderungen an die Mindestreichweite des Elektroantriebs bei Hybridfahrzeugen stufenweise an. Während für vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 angeschaffte Fahrzeuge eine Reichweite von mindestens 40 km vorausgesetzt wird, wird diese für zwischen dem 1.1.2022 und dem 31.12.2024 angeschaffte Fahrzeuge auf mindestens 60 km angehoben. Bei einer Anschaffung zwischen dem 1.1.2025 und dem 31.12.2030 werden mindestens 80 km Reichweite verlangt. Unabhängig von der Mindestreichweite sind auch Fahrzeuge begünstigt, deren Kohlendioxidemission maximal 50 g je gefahrenen Kilometer beträgt. Für E-Firmenwägen, die bereits vor dem 1.1.2019 zur privaten Nutzung überlassen wurden, greifen die neueren Steuervorteile nicht.

 

Zudem werden reine E-Fahrzeuge, die kein Kohlendioxid ausstoßen und deren Bruttolistenpreis unter 60.000 Euro liegt, noch stärker begünstigt. Diese Grenze lag für das Jahr 2019 einmalig bei 40.000 Euro. Erfolgt die Anschaffung bis zum 31.12.2030, wird der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil nicht mehr nur halbiert, sondern sogar geviertelt. Es ist also nur ein Prozent des geviertelten Listenpreises des Fahrzeuges zusätzlich zum Arbeitslohn zu versteuern. Diese Regelungen gelten auch für E-Bikes, die verkehrsrechtlich als Kfz gelten, sowie auch für Elektrokleinstfahrzeuge, wie z.B. E-Scooter.

 

Bei der Anwendung der Fahrtenbuchmethode sind bei der Ermittlung der Gesamtkosten entweder die Anschaffungskosten oder vergleichbare Kosten, wie z.B. die Leasingkosten, entsprechend zur Hälfte oder beziehungsweise zu einem Viertel anzusetzen.

 

Steuerbefreiungen verlängert

 

Auch die komplette Steuerbefreiung vom geldwerten Vorteil für die private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads oder nicht als Kfz eingestuften E-Bikes wurde bis Ende 2030 verlängert. Gleichlaufend gilt die Verlängerung für das elektrische Aufladen von E-Bikes, Elektro- oder Hybridfahrzeugen mit Strom auf dem Firmengelände des Arbeitgebers oder bei Verbundpartnern sowie mittels einer geliehenen betrieblichen Ladevorrichtung. Die Steuerbefreiungen gelten jedoch nur, wenn die Nutzungsüberlassung durch den Arbeitgeber zusätzlich zum regulären Arbeitslohn gewährt wird. Davon unberührt bleibt die 44-Euro-Grenze für Sachbezüge.

 

Pauschalbesteuerung ausgeweitet

 

Die Pauschalierung des geldwerten Vorteils auf 25 Prozent der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber wurde ebenfalls bis Ende 2030 verlängert, wenn der Arbeitgeber die Anschaffung einer Ladevorrichtung für Elektro- oder Hybridfahrzeuge für Zuhause durch den Arbeitnehmer bezuschusst oder voll und ganz übernimmt. Neu eingeführt wurde diese Pauschalierung für den Fall, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein betriebliches Fahrrad oder nicht als Kfz eingestuftes E-Bike zu einem verbilligten Preis überlässt oder schenkt. Ob Schenkung oder Zuschuss, beides muss wieder zwingend zusätzlich zum regulären Arbeitslohn erfolgen, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Geld vom Staat für fast 100 Maßnahmen rund ums Haus

 

Energieeffizienz, Wohnkomfort oder Einbruchschutz - KfW-Mittel vor Umbau in Betracht ziehen 

 

 

Trotz niedriger Zinsen für Immobilienkredite und Modernisierungsdarlehen sollten Immobilienkäufer weiterhin Investitionsprogramme der Förderbank KfW genauer unter die Lupe nehmen. Dadurch sinken die Zinskosten für die Gesamtfinanzierung oft deutlich, berichtet Interhyp, Deutschlands größter Vermittler für die private Baufinanzierung. Ein Grund dafür sind auch die Tilgungszuschüsse, die zum Beispiel bei besonders energieeffizienten Maßnahmen möglich sind. "Ob bei der altersgerechten Sanierung, Investitionen in den Einbruchschutz oder energiesparenden Umbaumaßnahmen: Mit den bestehenden Zuschüssen und Förderkrediten lassen sich mittlerweile eine Vielzahl von Maßnahmen bezuschussen oder fördern - und zwar im ganzen Haus und im Eingangs- und Außenbereich", erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. "Dadurch wird die Finanzierung einer Immobilie oft sehr erleichtert". Interessenten sollten sich einen Überblick verschaffen und fachplanerisch beraten lassen, bevor sie Umbauten und Sanierungen auf eigene Faust vornehmen. Um die Suche nach dem Förderprogramm zu erleichtern, stellt Interhyp unter www.interhyp.de eine interaktive Grafik mit den Fördermöglichkeiten für knapp 100 Maßnahmen rund ums Haus bereit.

 

Expertin Mohr rät insbesondere vor geplanten Sanierungsarbeiten, die Um- beziehungsweise Ausbauten auf mögliche Förderfähigkeiten zu untersuchen und die Planung gegebenenfalls rechtzeitig anzupassen. Wer ohnehin das Bad umbauen möchte, kann beispielsweise mitunter den Kredit 159 nutzen oder den Zuschuss 455 B, wenn beim Waschtisch oder der Toilette auf Höhenverstellbarkeit geachtet oder die Dusche stufenlos zugänglich umgebaut wird.

 

Beim Erneuern von Fenstern und Türen lassen sich Sanierungen häufig mit Vorgaben der KfW nach Energieeffizienz oder Einbruchschutz vereinen. "Fenster zählen zu den potenziellen Schwachstellen der Energiebilanz eines Hauses. Moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung sorgen für warme Räume und senken den Energieverbrauch. Passende KfW-Produkte können das Programm 151/152 oder der Zuschuss 430 sein", erklärt Mohr.

 

Kredite der KfW sind oft zinsgünstig, bieten zum Teil Tilgungszuschüsse und werden in einigen Fällen von den Banken ähnlich betrachtet wie Eigenkapital, sodass die Bankkredite und die Gesamtfinanzierung dadurch besonders zinsgünstig sind. "Um alle Sparchancen zu nutzen, sollten Baufinanzierungskunden die Möglichkeit von KfW-Darlehen und -Zuschüssen prüfen lassen", sagt Mirjam Mohr. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp können einschätzen, ob und wie die Einbindung von Fördermitteln im Einzelfall möglich und sinnvoll ist.

 

Energetische Fachplanung und Baubegleitung ist ratsam

 

Wer die Hausverschönerung jedoch mit praktischen Belangen kombinieren und so Förderfähigkeit herstellen möchte, muss sich an die Kriterien der KfW halten. Der Schlüssel dafür ist laut Interhyp die energetische Fachplanung und Baubegleitung. Auch dafür gibt es Fördermittel. Mit dem Förderprodukt 431 wird ein Zuschuss für die Fachplanung und Baubegleitung bei Wohngebäuden durch einen Energieeffizienz-Experten gewährt. Die KfW übernimmt dann 50 Prozent der Kosten, was einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben entspricht. Der Aufwand kann sich lohnen. Allein beim energieeffizienten Sanieren sind Beihilfen von bis zu 30.000 Euro möglich - wenn sich Bauherren an Fristen und Anforderungen halten.

 

Um einen bildhaften Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten zu erhalten, hat Interhyp online knapp 100 verschiedene Maßnahmen anhand eines Hauses interaktiv aufbereitet. Vom Eingangsbereich über den Keller, Fassade und Innenräume bis hin zum Dach finden Umbau- und Sanierungswillige in die drei Bereiche Energieeffizienz, Wohnkomfort und Einbruchschutz unterteilt, bei welchen Vorhaben der Staat finanziell unter die Arme greift. Hier geht's zur interaktiven Grafik: https://zuhause-foerdern-kfw.interhyp.de/

 

So wird die Eigenheimförderung wertvoller

 

Die neue Eigenheimförderung von Bund und Freistaat Bayern ist noch wertvoller als der reine Förderbetrag vermuten lässt. Wer die Zuschüsse optimal in die Baufinanzierung einbaut, wird schneller schuldenfrei und spart so kräftig Zinsen. Die zusätzlichen Vorteile können bei mehr als Zehntausend Euro liegen, erklärt die LBS Bayern.

 

Familien, die die Einkommensgrenzen einhalten und ein selbstgenutztes Eigenheim kaufen oder bauen, können - abhängig von weiteren Voraussetzungen - bis zu zehn Jahre lang ein Baukindergeld in Höhe von 1200 Euro pro Kind und Jahr erhalten. Der Freistaat stockt diesen Betrag mit einem Baukindergeld Plus von 300 Euro pro Kind und Jahr auf. Damit kann eine Familie mit zwei Kindern insgesamt bis zu 30.000 Euro Zuschuss bekommen. Werden die jährlichen Förderbeträge als Sondersparzahlungen in die Finanzierung eingeplant, bringen sie zusätzlich eine spürbare Zinsersparnis, wie die LBS Bayern in einem Beispiel zeigt:

 

Bei einer Vorfinanzierung mit einem Bausparvertrag der LBS Bayern (Tarif LBS W4 X40) in Höhe von 200.000 Euro, die ohne Förderung eine Gesamtlaufzeit von 31 Jahren und 6 Monaten hätte, schrumpft die Laufzeit durch zehn jährliche Sonderzahlungen von 3000 Euro auf 25 Jahre und 8 Monate, also um fast sechs Jahre. Daraus ergibt sich eine Zinsersparnis von rund 14.400 Euro. Das Baukindergeld hat in diesem Fall für die vierköpfige Familie also einen rechnerischen Gesamtwert von etwa 44.400 Euro. Das vergrößert den Finanzierungsspielraum spürbar.

 

Dieses Berechnungsbeispiel ist nicht auf jeden Einzelfall übertragbar. Aber es vermittelt einen Eindruck, welchen zusätzlichen Rückenwind die Eigenheimförderung von Bund und Freistaat bei der Baufinanzierung bringen kann. 

 

Wohnriester-Förderung: Altersvorsorge mit dem Eigenheim

Gerade weil die Zinsen niedrig sind, ist es wichtig, für das Alter vorzusorgen. Dabei bietet sich besonders ein Eigenheim an. Die Finanzierung ist im jetzigen Umfeld günstig. Statt von Zinsen profitieren Immobilienfinanzierer im Ruhestand von der ersparten Miete. Und auf dem Weg in die eigenen vier Wände gibt es dank Wohnriester Geld vom Staat. Wie die Förderung funktioniert, erklärt die LBS Bayern.

 

Bei einem Immobilienkauf geht es um große Summen. Bringt die Wohnriester-Förderung da einen spürbaren Vorteil?

 

Die Wohnriester-Förderung kann bei einer Immobilienfinanzierung Vorteile von mehreren zehntausend Euro bringen. Jeder förderberechtigte Erwachsene erhält 175 Euro Grundzulage im Jahr vom Staat, erklärt die Bayerische Landesbausparkasse. Das gilt für diejenigen, die Eigenkapital für eine selbstgenutzte Immobilie ansparen, genauso wie für diejenigen, die ihr Darlehen abzahlen. Zusätzlich gibt es für jedes Kind 185 Euro und für ab 2008 Geborene sogar jeweils 300 Euro Kinderzulage oben drauf. In vielen Fällen kommen Steuervorteile dazu. Das alles trägt dazu bei, dass der Immobilienkredit schneller abbezahlt werden kann. So spart man Zinsen und ist früher schuldenfrei. Die geförderten Spar- und Tilgungsbeiträge müssen zwar ab dem Renteneintritt versteuert werden. Doch das kann sich auszahlen, da in der Regel der Steuersatz im Ruhestand weit unter dem der Berufstätigkeit liegt. Zudem fällt die Belastung durch die Miete weg.

 

Was muss man tun, um an die Förderung zu kommen?

 

Die Wohnriester-Förderung ist nicht an Einkommensgrenzen gebunden. Sie bekommt, wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Brutto-Vorjahreseinkommens in den Wohnriester-Vertrag einzahlt, maximal 2100 Euro inklusive Zulagen. Teilweise reichen auch schon 60 Euro eigene Einzahlungen pro Jahr aus, um die Förderung zu erhalten. 

 

Kann man Wohnriester auch nutzen, wenn man schon eine laufende Finanzierung hat?

 

Mittlerweile können auch Immobilienbesitzer profitieren, die schon vor 2008 ihr Haus oder ihre Wohnung erworben haben - also bevor es Wohnriester überhaupt gab, erklärt die LBS Bayern. Bei einer Anschlussfinanzierung können sie ebenfalls die Förderung einbinden.

 

Fördermittel für eine energetische Modernisierung beantragen

Für Haus- und Wohnungseigentümer ist es finanziell sehr attraktiv, Fördermittel für eine energetische Modernisierung zu beantragen. Die Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es als Zuschüsse oder verbilligte Darlehen. Damit lassen sich Heizung, Dämmung, Fenster, Türen, Lüftungsanlagen und Solarthermie leichter finanzieren.

 

In fünf Schritten zur Förderung

 

1.Lassen Sie sich von einem unabhängigen Energieberater zu Ihren Modernisierungsmöglichkeiten und Förderpotentialen beraten. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale ist durch die Förderung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sehr kostengünstig. Eine Beratung zu Fördermitteln kostet nur 5 Euro. Weitere Details und Beratungsformen finden Sie unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

 

2.Bei Wohnungseigentum sollten alle baulichen Maßnahmen in der Wohnungs-Eigentümergemeinschaft (WEG) abgestimmt werden. Auch bei Maßnahmen, die nur eine Wohnung betreffen, kann Gemeinschaftseigentum berührt sein wie z. B. bei einer Etagenheizung, die an einen gemeinsamen Schornstein angeschlossen ist.

 

3.Zur Beantragung der Förderung benötigen Sie die Unterstützung eines Sachverständigen. Dieser übernimmt die energetische Fachplanung und Baubegleitung sowie die Bestätigung der Einhaltung der Förderbedingungen. Sachverständige für die KfW-Förderprogramme finden Sie unter energie-effizienz-experten.de

 

4.Zuschüsse beantragen Sie online im KfW-Zuschussportal. Falls sich Modernisierungen auf das Gemeinschaftseigentum beziehen, kann die Hausverwaltung stellvertretend für alle Eigentümer den Antrag stellen.

 

5.Kredite beantragen Sie bei Banken und Sparkassen. Das kann auch die WEG. In manchen Bundesländern, so auch in Hessen, werden Kredite für WEG durch Landesbürgschaften abgesichert. Dadurch wird der Zugang zu KfW-Krediten erheblich erleichtert.

 

Energiewende auf dem eigenen Dach - was trägt der Fiskus mit?

Steuerberaterkammer Stuttgart informiert: Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise kann die Option auf Eigenversorgung im privaten Haushalt ein ökonomisch und ökologisch sinnvolles Unterfangen sein. Darüber hinaus bescheren privat installierte Photovoltaikanlagen ihrem Betreiber neben einem guten Gewissen in aller Regel noch garantierte Einspeisevergütungen, auch wenn die nicht mehr so üppig ausfallen, wie das früher der Fall war. Finanziell interessant können außerdem die steuermindernden Vorteile sein. Aber der Betrieb einer Photovoltaikanlage kann noch andere steuerliche Konsequenzen haben, über die sich der Betreiber vorher im Klaren sein sollte.

 

Steuerpflicht beachten

 

Hausbesitzer werden steuerlich prinzipiell dann zum Unternehmer, wenn sie eine Photovoltaikanlage auf ihrem Privathaus errichten und den dort erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Jedoch ist die Erzeugung und Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz einkommensteuerlich nur relevant, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht besteht, sich also langfristig und dauerhaft Gewinne erwirtschaften lassen. In solch einem Fall ist der Betrieb einer Photovoltaikanlage als gewerbliche Tätigkeit anzusehen und es ergeben sich eine Vielzahl einkommensteuerlicher Pflichten aber auch steuermindernde Gestaltungsmöglichkeiten. Bei Photovoltaikanlagen, die ausschließlich für den Eigenbedarf betrieben werden, spielen diese Überlegungen keine Rolle. Die Einspeisevergütungen ins öffentliche Netz sind in aller Regel für 20 Jahre festgeschrieben. Für jede spätere Neuanlage aber werden diese kontinuierlich, in Abhängigkeit vom eingespeisten Volumen und anderen Parametern, abgesenkt. Je später man sich also für den Bau einer Photovoltaikanlage entscheidet, desto geringer fallen die Abnahmeentgelte aus.

 

Einkommensteuer

 

Einerseits sind die Einnahmen aus der Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz einkommensteuerpflichtig. Andererseits können die Ausgaben, die durch den Betrieb der Photovoltaikanlage entstehen, als Betriebsausgaben abgezogen werden. Dazu zählen u.a. die laufenden Betriebskosten einer Anlage, die Kosten für Wartung, Reparatur, Finanzierung und Versicherung sowie die Stromzählermiete und die Abschreibungen für die Solaranlage oder auch die Schuldzinsen aus einem Darlehen zur Finanzierung der ökologischen Investition. Einnahmen und Ausgaben sind folglich vom privaten Betreiber in seiner Einkommensteuererklärung anzugeben.

 

Abschreibungsmöglichkeiten

 

Grundsätzlich können die Anschaffungskosten einer Photovoltaikanlage über die übliche Nutzungsdauer der Anlage - dabei geht die Finanzverwaltung von 20 Jahren aus - abgeschrieben werden. Zu diesen Kosten gehören u.a. auch die Planungs- und Transportkosten sowie die Kosten für die Abnahme der Anlage, die nicht sofort in voller Höhe zum Abzug gebracht werden können. In aller Regel kommt die lineare Abschreibung zur Anwendung, die 5 % jährlich beträgt. Für bewegliche Wirtschaftsgüter - so werden die Solaranlagen eingestuft - gilt außerdem, dass private Stromproduzenten ebenso wie Unternehmen, die bestimmte Größenklassen nicht überschreiten, im Jahr der Anschaffung eine Sonderabschreibung von 20 % der Anschaffungskosten geltend machen können, die aber auch auf die ersten fünf Jahre nach Anschaffung verteilt werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, bis zu drei Jahren vor Anschaffung der Anlage einen sog. Investitionsabzugsbetrag von maximal 40 % der Anschaffungskosten steuermindernd in Ansatz zu bringen.

 

Kleinunternehmer oder nicht?

 

Ein (privater) Betreiber einer Photovoltaikanlage, der den mit seiner Anlage erzeugten Strom kontinuierlich an einen Energieversorger veräußert, ist insoweit umsatzsteuerrechtlich Unternehmer. Die meisten privaten Betreiber von Photovoltaikanlagen dürften allerdings zu den Kleinunternehmern gehören, für die keine Umsatzsteuer erhoben wird. Dies gilt, wenn der Vorjahresumsatz 17.500 Euro und der Umsatz im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigt. Ein Vorteil dieser Regelung besteht darin, dass der Photovoltaikanlagenbetreiber sich nicht mit den zum Teil aufwendigen Formalien der Umsatzsteuer beschäftigen muss. Aber andererseits entgeht ihm der Abzug sämtlicher Vorsteuerbeträge (z.B. für die Anschaffung der Anlage). Somit könnte die Anwendung der Kleinunternehmerregelung ein schlechtes Geschäft sein. Der Betreiber kann selbst wählen, welche Regelung er für sich in Anspruch nehmen möchte. Wird die Kleinunternehmerregelung nicht angewendet, muss der Unternehmer entscheiden, ob er die Photovoltaikanlage ganz oder teilweise seinem Unternehmen zuordnet. Wird für den gesamten erzeugten Strom eine Einspeisevergütung nach § 33 Abs. 1 oder Abs. 2 EEG gezahlt, ist die Photovoltaikanlage in vollem Umfang Unternehmensvermögen. Hier sind verschiedene Voraussetzungen zu beachten. Wird die Photovoltaikanlage ganz oder teilweise dem Unternehmen zugeordnet, muss der Anlagenbetreiber die Umsatzsteuer, die er vom Stromnetzbetreiber neben der Einspeisevergütung erhält, an das Finanzamt abführen. Gleichzeitig kann er aus den Anschaffungskosten sowie den laufenden Kosten die Vorsteuer abziehen. Wird ein Teil des Stroms im eigenen Wohnhaus verbraucht und hat der Unternehmer die Photovoltaikanlage im vollen Umfang seinem Unternehmen zugeordnet, so ist der an den nichtunternehmerischen Bereich abgegebene Strom als unentgeltliche Wertabgabe der Besteuerung zu unterwerfen.

 

Gewerbesteuerliche Behandlung

 

Private Stromproduzenten mit einer Anlage in üblicher Größe und Leistung auf ihrem Dach müssen in der Regel kein Gewerbe anmelden, weil der jährliche Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro kaum überschritten werden dürfte. Erst bei einem darüber liegenden Gewerbeertrag wird eine Anmeldung erforderlich und in aller Regel auch Gewerbesteuern fällig. Diese können aber, zumindest teilweise, auf die Einkommensteuer angerechnet werden, so dass sich eine gewisse Kompensation ergibt.

 

Fazit

 

Es empfiehlt sich, im Vorfeld des Erwerbs und Betriebs einer Photovoltaikanlage im privaten Haushalt auf jeden Fall den Rat eines Steuerberaters heranzuziehen.

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