ETF für alle: Welche Fonds sich für den Vermögensaufbau eignen

 

Börsengehandelte Indexfonds, ETF (Exchange Traded Funds), sind laut der Stiftung Warentest längst kein Geheimtipp mehr. Doch mit mehr als 1.400 Indexfonds ist das Angebot unüberschaubar und immer wieder hört und liest man auch von Risiken. Die Zeitschrift Finanztest hat in ihrer Juni-Ausgabe den großen ETF-Check gemacht und zeigt Börsenneulingen und erfahrenen Investoren, wie sie den ETF finden, der einen zu ihrem Anlagewunsch passenden Index abbildet.

 

Neben rundum sinnvollen gibt es auch jede Menge riskanter ETF. Damit können Anleger ebenso reinfallen wie mit schwankungsanfälligen Einzelaktien. Selbst Fonds auf die populären Indizes wie den Dax oder den Euro-Stoxx 50 sind für die meisten Anleger nicht die passende Wahl, denn sie enthalten nur eine begrenzte Anzahl von Aktien. Wer sich mit ihnen ein wenig auskennt, kann sie seinem Vermögen beimischen, aber Einsteiger setzen besser auf andere Indizes.

 

Besonders breit streuende Welt-Aktien-ETF sind eine durchaus vernünftige Anlageform. Das eingesetzte Geld wird weltweit auf eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern und Geschäftsfeldern verteilt. Die breite Streuung ist wichtig, weil immer wieder Unternehmen in eine Schieflage geraten, in Skandale verwickelt werden oder juristische Probleme bekommen. Mit einem von Finanztest empfohlenen ETF auf einen Weltindex können Anleger nichts falsch machen, und sie eignen sich hervorragend für einen langfristigen Vermögensaufbau. Aber nicht alle Welt-ETF sind erste Wahl.

 

Sparverträge: Zinsen häufig fehlerhaft

 

Bestimmte langfristige Sparverträge von Sparkassen und anderen Banken enthalten rechtswidrige Klauseln zur Zinsanpassung

Betroffene sollten aktiv werden. Bei alten Verträgen kann es um einige Tausend Euro Zinsgutschrift gehen

Verbraucherzentrale stellt Musterbrief zur Verfügung und bietet Nachberechnung an

In vielen langfristigen Prämiensparverträgen, wie beispielsweise „S-flexibel“ oder „S-Prämiensparen flexibel“ verwenden Sparkassen eine unzulässige Klausel zur Zinsanpassung. Mit dieser Klausel ist eine einfache Änderung der Grundverzinsung zu Gunsten der Bank möglich, weil sie nicht klar regelt, wovon die Zinsentwicklung ganz genau abhängt. Der Bundesgerichtshof hat in der Vergangenheit mehrfach derartige intransparente Zinsänderungsklauseln für rechtswidrig erklärt. Kunden mit solchen Verträgen können eine Nachberechnung und ggf. Nachzahlung von ihrer Bank fordern.

 

Insbesondere in den 1990er und 2000er Jahren haben viele Banken und andere Sparkassen langfristige Sparverträge verkauft. Viele dieser Prämiensparverträge oder Riester Banksparpläne enthalten Klauseln zur Zinsanpassung (sogenannte Zinsgleitklauseln, Zinsänderungsklauseln oder Zinsanpassungsklauseln), die durch den Bundesgerichtshof in den letzten Jahren mehrfach für unwirksam erklärt wurden. Diese Klauseln ermöglichen es der Sparkasse oder Bank, den Grundzins einseitig zu verändern – und zwar nach eigenem Ermessen, ohne dass die Anpassung für Kunden nachvollziehbar ist. „Verbraucher können von Ihrer Bank eine Klarstellung verlangen, wie die Zinsen konkret in der Vergangenheit ange-passt wurden. Aber nicht immer ist die erste angebotene Nachzahlung auch angemessen“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 

Einem Verbraucher wurden beispielsweise über 15 Jahre Zinsen in Höhe von etwa 3,50 Euro ausgezahlt. Die von ihm eingeforderte Nachberechnung durch die Bank führte zu einem Nachzahlungsangebot von rund 650 Euro, eine Nachberechnung durch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ergab sogar eine erforderliche Nachzahlung von 1100 Euro! In einem anderen Fall kann ein Verbraucher auf 13.000 Euro Nachzahlung hoffen.

 

Stattliche Steuererstattung für ledige Riester-Sparer

 

Wohn-Riester-Beiträge steuerlich geltend machen

 

Riester-Verträge werden auf zwei Arten gefördert. Sparer profitieren nicht nur von staatlichen Zulagen, sondern auch von Steuervorteilen. Die förderfähigen Ausgaben für die Altersvorsorge können in der Steuererklärung als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Daraus entsteht eine Steuerentlastung. Mit Wohn-Riester fördert der Staat die beliebteste private Altersvorsorge, die eigenen vier Wände. Neben 175 Euro Grundzulage und bis zu 300 Euro Zuschuss für jedes Kind können viele Riester-Sparer außerdem mit einer jährlichen Steuererstattung rechnen.

 

Eine Familie mit einem 2010 geborenen Kind und einem gemeinsamen Bruttoeinkommen von 60.000 Euro erhält insgesamt 650 Euro Zulagen und eine Steuererstattung von 108 Euro. Ein Alleinstehender mit einem Bruttoeinkommen von 36.000 Euro bekommt neben der Grundzulage zusätzlich rund 324 Euro Steuern vom Finanzamt zurück. Die Steuervorteile sind je nach Familienstand und Einkommen sehr unterschiedlich. "Familien profitieren bei der Riester-Förderung vor allem von den Zulagen, Alleinstehende haben oft eine höhere Steuerersparnis", so Werner Schäfer, Vorsitzender des Vorstandes der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG.

 

Die maximale Riester-Förderung erhält nur, wer einschließlich Zulagen jährlich mindestens vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens abzüglich Zulagen in den Vertrag einzahlt. Bis zur Grenze von 2.100 Euro (inklusive Zulagen) können die Beiträge in der dafür vorgesehenen Anlage AV der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Günstigerprüfung, ob die Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug höher als der Zulagenanspruch ist und erstattet die Differenz.

 

Umfrage: Verunsicherte Sparer 

 

Mini-Zinsen und steigende Immobilienpreise verunsichern die deutschen Sparer.

 

Das ist das wesentliche Ergebnis der Frühjahrsumfrage 2019 von Kantar TNS, im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen, zum Sparverhalten der Bundesbürger. 

 

„Die Mini-Zinsen drücken auf die Stimmung der Altersvorsorge-Sparer“. So kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Christian König, die jüngste Umfrage. Zwar rangiert das Sparmotiv „Altersvorsorge“ mit 53 Prozent immer noch auf Rang 1. Gegenüber der letzten Umfrage vom Herbst 2018 bedeutet dies aber einen Rückgang um 4 Prozentpunkte. Ebenfalls 53 Prozent erreicht das Sparmotiv „Konsum/Langfristige Anschaffungen“ – nach 55 Prozent zuvor.

 

Einen Rückgang um 5 Prozentpunkte auf 35 Prozent zeigt sich beim Sparmotiv „Wohneigentum“. „Vielerorts stark steigende Immobilienpreise sind für Haushalte, die sich schwertun, die Schwelle zum Wohneigentum zu überwinden, eine Motivationsbremse“, so König. Weil mangelndes Eigenkapital die größte Hürde beim Wohneigentumserwerb darstelle, bräuchten Normalverdiener dringend ein ermutigendes Sparsignal. König: „Der Beschluss der Koalition für eine verbesserte Ansparhilfe sollte noch 2019 umgesetzt werden. Die Menschen müssen wieder das Gefühl bekommen: Mein Traum muss kein Traum bleiben.“

 

Das Sparmotiv „Kapitalanlage“ kommt durch ein Minus von einem Prozentpunkt auf einen Wert von 26 Prozent. Das Sparmotiv „Notgroschen“ erreicht 5 Prozent – nach 4 Prozent in der letzten Umfrage. Ein Plus von immerhin zwei Prozentpunkten auf 4 Prozent gibt es beim Sparmotiv „Ausbildung der Kinder“.

 

Vermögenswirksame Leistungen und ETF-Sparpläne: Mit kleinen Monatsbeiträgen viel erreichen

 

Jeder weiß, dass Kleinvieh auch Mist macht. Das lässt sich auf die Geldanlage übertragen: Wer jeden Monat schon eine kleine Summe anlegt, kann über die Jahre ein Vermögen aufbauen. Wenn die Firma mitmacht, umso besser, dann können Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen (VL) nutzen. Finanztest hat berechnet, was ein ETF-Sparplan auf den weltweiten Aktienmarkt über 30 Jahre gebracht hätte: Mit einer Sparrate von 25 Euro im Monat hätten Anleger am Ende 27.600 Euro erzielt.

 

„Ungefähr die Hälfte der Berechtigten verzichtet auf VL“, wundert sich Finanztest-Projektleiter Boštjan Krisper, „damit verlieren sie einen Haufen Geld.“ Der Tipp: Beim Betriebsrat oder in der Personalstelle nachfragen, was einem zusteht. Dann eine passende Anlageform aussuchen – das kann beispielsweise ein Aktienfonds sein, ein Bausparvertrag oder ein Banksparplan. Trotz Niedrigzinsen gibt es auch hier Angebote, von denen Zinssparer sonst nur träumen. Je nach Verdienst kann es auch eine Sparzulage vom Staat geben. Und dann vielleicht den Vertrag aufstocken, um noch mehr zu sparen. Finanztest empfiehlt für VL – und übrigens auch für eigenständiges Sparen – vor allem ETF-Sparpläne. Vorteil: Sie sind preiswert, flexibel, unkompliziert und vielseitig und nicht so riskant, wie viele glauben. Außerdem versprechen sie eine gute Rendite – wenn man lange Zeit sparen und warten kann, falls die Kurse zum Auszahltermin gerade im Keller sind. Eins jedenfalls sei sicher, so Finanztest: Von Geld auf dem Sparbuch allein werde niemand reich. 

 

Prämiensparverträge: Sparer vor die Tür gesetzt

 

In tausenden Fällen haben Sparkassen ihren Kunden vorzeitig Prämiensparverträge gekündigt, die eigentlich eine Laufzeit von 25 oder 30 Jahren versprachen, mitunter sogar unbegrenzt laufen sollten. Verbraucherschützer zweifeln zudem daran, dass es bei der Verzinsung stets mit rechten Dingen zuging. Wie Verbraucher sich gegen eine Kündigung wehren können und wo die Zinsanpassung überprüft werden kann, beschreibt die Stiftung Warentest in der März-Ausgabe 2019 ihrer Zeitschrift Finanztest.

 

Prämiensparverträge waren in den 90er und frühen 2000er-Jahren ein Bestseller vieler Sparkassen. Ihren Namen verdanken sie der jährlichen Prämie, die zusätzlich zu einem Grund- oder Basiszins gezahlt wird. Doch in Zeiten von Niedrigzinsen passt es den Sparkassen schlecht ins Konzept, wenn Sparpläne allein Dank der Prämien noch über zwei Prozent Rendite pro Jahr bringen.

 

Doch Kunden sollten sich nicht ohne weiteres mit der Kündigung abfinden. Finanztest rät, zunächst die Beratungsstelle einer Verbraucherzentrale aufzusuchen. Die VZ Sachsen hat beispielsweise mit Sparkassenvorständen verhandelt, um für Kunden akzeptable Kompromisse zu finden. In vielen Fällen bleibt Sparern aber nichts anderes übrig, als vor Gericht zu ziehen. Ihre Erfolgsaussichten sind allerdings unklar. Ein höchstrichterliches Urteil liegt noch nicht vor.

 

Verbraucherzentralen: falsche Zinsberechnungen in Langzeitsparverträgen - möglicherweise hunderte bis tausende Fälle

 

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat bei Stichproben festgestellt, dass vielen Kunden von Langzeitsparverträgen bis zu vierstellige Eurobeträge an Zinsen vorenthalten worden sind. Im Gespräch mit dem MDR-Magazin "Umschau" erklärt Christina Siebenhüner von der Verbraucherzentrale Sachsen, dass es sich um Sparverträge mit variabler Verzinsung handelt, in denen die Zinsen zum Nachteil der Kunden falsch berechnet worden sind: "Die Zinsen wurden über sehr lange Zeiträume zu Ungunsten der Verbraucher berechnet. Unsere Stichproben haben ergeben, dass bei Sparverträgen über 25 Jahre mit einer Einzahlung von rund 100 Euro pro Monat durchaus eine Summe im mittleren vierstelligen Bereich an Zinsen nicht an die Sparer ausgezahlt wurde."

 

Aufgefallen sind der Verbraucherzentrale die falschen Berechnungen im Rahmen der Überprüfung von gekündigten langfristigen Sparkassen-Prämiensparverträgen: "Wir haben festgestellt, dass in den Langzeitsparverträgen, die variabel verzinst sind, nicht deutlich wurde, wie die Zinsen an die Zinsentwicklung am Markt angepasst wurden. Da es dazu höchstrichterliche Rechtsprechung gibt, die also ganz genau vorgibt, wie die Zinsen anzupassen sind, haben wir zum einen nachgerechnet und zum anderen auch nachgefragt", so Siebenhüner.

 

Die Verbraucherschützer halten es für wahrscheinlich, dass es auch bei anderen Banken fehlerhafte Zinsberechnungen gegeben haben könnte und auch jetzt immer noch gibt. Die VZ Sachsen bietet für verunsicherte Kunden von Sparverträgen ab dem 15. Februar ein individuelle Prüfung an: "Für 85 Euro berechnen Kreditsachverstände die Zinsanpassung der Langzeitsparverträge Monat für Monat nach, erstellen ein Gutachten und eine Erläuterung für Verbraucher. Das Angebot gilt nicht nur für sächsische Verbraucher, da es unproblematisch schriftlich abgewickelt werden kann", so Christina Siebenhüner. Mit diesem Gutachten können Kunden dann zu ihrer Bank gehen und eventuelle Ausstände einfordern.

 

Niedrigzins: Spardose ist gefragter als Aktiendepot

 

Immer mehr Deutsche verwahren ihre Ersparnisse zu Hause, so eine Umfrage der Postbank. Warum Geld zur Bank tragen, wenn es auf den meisten Konten keine Zinsen bringt? Bei einer Inflationsrate von aktuell zwei Prozent verlieren die Ersparnisse so allerdings an Wert.

 

Viele Bundesbürger sparen am liebsten zu Hause 

 

Der Sparwille der Bundesbürger ist ungebrochen: Laut einer seit 2011 jährlich durchgeführten TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank schwankt der Anteil der Sparer stets zwischen 70 und 80 Prozent. Im August 2018 geben 76 Prozent der Befragten an, dass sie Geld beiseitelegen. Der Blick zurück zeigt: Heute bilden mit 46 Prozent der Befragten deutlich mehr Bundesbürger monatlich Rücklagen als noch vor einigen Jahren. Dies ist ein Plus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum Tiefstwert im Jahr 2013 und von immerhin knapp acht Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert. Das Girokonto (43 Prozent), das Sparkonto (36 Prozent) und der Bausparvertrag (26 Prozent) sind nach wie vor die beliebtesten Anlageformen der Deutschen. Doch vor allem eine „Sparform“ gewinnt an Popularität: das Sparschwein. Jeder vierte Sparer (24 Prozent) verwahrt heute sein Geld zu Hause – dies ist der höchste Wert seit Beginn der jährlichen Umfrage. 2011 gaben 21 Prozent der Deutschen an, dass sie ihre Ersparnisse zu Hause aufbewahren, 2014 und 2015 waren es jeweils 18 Prozent. Den Grund für das Sparen „unterm Kopfkissen“ sieht Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank, vor allem in den niedrigen Anlagezinsen: „Da es für Ersparnisse auf dem Konto praktisch keine Zinsen mehr gibt, ist die Motivation, Geld zur Bank zu tragen, sehr gering. Hinzu kommt, dass einzelne Banken für sehr wohlhabende Kunden Verwahrentgelte für Spareinlagen eingeführt haben. Auch wenn der ‚normale‘ Sparer von Negativzinsen nicht betroffen ist, dürfte allein die Diskussion um negative Zinsen den Anreiz erhöht haben, zu Hause zu sparen.“

 

Was schützt vor Inflation?

 

Heute ist das Sparen zu Hause (24 Prozent) sogar beliebter als die Anlage in Wertpapieren (21 Prozent). Mit Blick auf die Inflation ist dies verschenktes Geld. „Die allgemeine Preissteigerungsrate lag in Deutschland zuletzt bei etwa zwei Prozent und wird sich voraussichtlich auf diesem Niveau einpendeln“, prognostiziert Dr. Marco Bargel. Werden Ersparnisse zu Hause oder auf dem mager verzinsten Giro- oder Tagesgeldkonto geparkt, verlieren sie durch die Inflation kontinuierlich an Wert. Produkte und Dienstleistungen werden teurer, während das Guthaben auf dem Sparkonto nicht steigt. „Einen besseren Schutz vor Inflation bietet eine Anlage in Sachwerten, zu denen unter anderem Aktien und Immobilien zählen“, so Dr. Marco Bargel. Um diese Anlageformen kommen Sparer, die einen Inflationsausgleich anstreben, kaum herum. Laut Postbank Experten wird es noch eine ganze Weile dauern, bis Sparbuch, Tages- und Festgeld wieder einen nennenswerten Ertrag erwirtschaften werden.

 

Wertverlust für deutsche Sparer weiter auf Rekordhoch 

 

Eine gestiegene Inflationsrate und weiterhin niedrige Zinsen auf Geldeinlagen haben im dritten Quartal 2018 zu einem neuen Rekord beim Wertverlust für deutsche Sparer geführt. Insgesamt verloren sie dadurch 10,8 Milliarden Euro. Das sind durchschnittlich 130 Euro pro Bundesbürger. Damit liegt der Realzins-Verlust, den deutsche Sparer in den vergangenen drei Monaten erleiden mussten, nochmal deutlich über dem bisherigen Negativ-Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal dieses Jahres. Zu diesen Ergebnissen kommt der quartalsweise erscheinende comdirect Realzins-Radar.

 

Haupttreiber für den neuen Negativrekord beim Realzins ist die Inflation. Mit 2,1 Prozent ist sie gegenüber den vorherigen Quartalen nochmals gestiegen und erreicht damit den höchsten Quartalswert seit Ende 2011. Gleichzeitig bleiben die Zinsen für Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen mit durchschnittlich 0,18 Prozent im dritten Quartal auf einem historischen Tiefstand. Gegenüber den vorherigen Quartalen sind sie sogar nochmals leicht gesunken. Der sogenannte Realzins, also der effektive Zinssatz nach Abzug der Inflation, liegt damit im dritten Quartal mit minus 1,92 Prozent auf einem Rekordtief.

 

„Natürlich ist es sinnvoll, einen Teil des Ersparten kurzfristig verfügbar zu halten. Sparer sollten jedoch bedenken, dass der Preis für diese Flexibilität ein schleichender Wertverlust ist“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank AG. Besonders deutlich wird dies in der langfristigen Betrachtung: Seit Ende 2010 haben die Deutschen insgesamt 102,2 Milliarden Euro verloren, indem sie ihr Geld in Sparprodukte investierten, deren Verzinsung unterhalb der Inflationsrate lag.

Walter appelliert daher an die Sparer: „Überlegen Sie sich genau, welchen Teil ihres Ersparten Sie für unerwartete Ausgaben verfügbar halten müssen und überprüfen Sie regelmäßig, wie oft Sie diesen Teil wirklich gebraucht haben. Der Rest sollte in den langfristigen Vermögensaufbau investiert werden – und hier führt in der aktuellen Nullzinsphase an Wertpapieren kein Weg vorbei!“ 

 

Viele Firmen zahlen Vermögenswirksame Leistungen auf freiwilliger Basis – nachfragen lohnt sich

 

Tipp: Aktiv nachfragen beim Arbeitgeber

 

Einerseits sollten  Arbeitgeber noch aktiver über Vermögenswirksame Leistungen aufklären, andererseits sollten aber auch Angestellte aktiv auf ihren Arbeitgeber zugehen. Denn selbst wenn die vermögenswirksamen Leistungen nicht im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sind: „Viele Firmen leiden unter Fachkräftemangel. Die freiwillige Übernahme von VL-Zahlungen kann die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Wer nach VL fragt, hat daher gute Chancen, auf offene Ohren bei seinem Arbeitgeber zu stoßen“, erklärt Robert Freitag von der Sutor Bank.

 

VL-Zahlungen sind grundsätzlich nicht an bestimmte Beschäftigungsverhältnisse gebunden.  Das ist besonders für Frauen interessant, da sie häufiger in Teilzeit beschäftigt sind. „Auch wer Teilzeit arbeitet, hat Anspruch auf VL“, sagt Robert Freitag. Hier käme es jedoch ebenfalls darauf an, ob ein Arbeitgeber tariflich zur Zahlung von VL verpflichtet ist oder dies gegebenenfalls freiwillig übernehme.

 

Vermögensaufbau lohnt sich auch mit kleinen Beträgen

 

Mit vermögenswirksamen Leistungen lässt sich auch mit geringen Beträgen über die Jahre Vermögen aufbauen – etwa als Bestandteil der Altersvorsorge. Bei einer Einzahlungsdauer von sechs Jahren à 40 Euro monatlich fließen allein 2.880 Euro in die Geldanlage. Die Renditechancen sind vor allem beim VL-Sparen mit Aktienfonds gut. Nach Berechnungen des Fondsverbandes BVI erzielten VL-Fondssparpläne mit deutschen Aktienfonds über die letzte VL-Periode von 2011 bis 2017 eine Durchschnittsrendite von 6,17 Prozent pro Jahr. Auch weltweit anlegende Aktienfonds eignen sich gut für das VL-Sparen, weil das Risiko möglicher Kursverluste über verschiedene Länder breit gestreut werden kann. 

 

Aufgrund der festen Laufzeit von VL-Verträgen – sechs Jahre Einzahlphase, die verbleibenden Monate bis Jahresende dienen als Ruhephase – ist der Zeitraum ausreichend lang, um auch zwischenzeitliche Schwankungen am Aktienmarkt wieder auszugleichen. „Nach Ende der Ruhephase kann frei über das Geld verfügt werden“, sagt Robert Freitag. „Es empfiehlt sich jedoch, das Geld weiter für sich arbeiten zu lassen – entweder indem man seine Anlage in der vorhandenen Form beibehält oder bei Bedarf in andere Anlageformen umschichtet.“ Je nach verbleibender Zeit bis zum Renteneintritt könne dann entweder weiterhin in Aktienfonds gespart werden oder eine Umschichtung in Rentenfonds vorgenommen werden.

 

Weltspartag: Deutschland bleibt ein Land der Sparer

 

Einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zufolge spart die Mehrheit der Deutschen trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase. Ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren allerdings deutlich gesunken. "Sparen ist von elementarer Bedeutung für jeden Einzelnen. Insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels spielt das bewusste Sparen eine wichtige Rolle bei der Schließung der drohenden Rentenlücke im Zuge des rückläufigen Versorgungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung", erklärt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin.

 

Nach den aktuellen Zahlen der BVR-Umfrage zum Sparverhalten legen noch 71 Prozent der Bundesbürger einen monatlichen Geldbetrag zur Seite. Im Jahr 2016 hatte der Anteil noch bei 80 Prozent gelegen. Der Anteil an Nichtsparern ist insbesondere bei Geringverdienern besonders ausgeprägt. "Grund für den rückläufigen Anteil an Sparern dürfte in erster Linie die seit 2016 vorherrschende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank sein, durch die das allgemeine Zinsniveau noch einmal deutlich gefallen ist. Dieser Trend macht sich auch in der seit 2016 stagnierenden Zahl von Riester-Verträgen bemerkbar", so Martin.

 

Gleichwohl erhöhten die Sparer ihre Sparbeträge sichtbar und glichen damit den negativen Effekt der Nichtsparer mehr als aus. Hierbei dürften vor allem die Bezieher höherer Einkommen eine tragende Rolle gespielt haben. Vor diesem Hintergrund stieg auch die Sparquote, das heißt das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, im Jahresvergleich zum zweiten Quartal 2018 um 0,5 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent.

 

Wertpapiere gefragt

 

Wertpapiere waren unter den Sparern zuletzt besonders gefragt. Sie verzeichneten in 2017 und 2018 das höchste Nachfrageplus. Getrieben wurde die Nachfrage nach Anlagen mit mehr Risiko und Rendite in erster Linie vom aktuellen Niedrigzinsniveau. Insbesondere Bundesbürger mit überdurchschnittlichen Einkommen dürften ihr Augenmerk verstärkt auf Wertpapiere gerichtet haben. Von Ende 2016 bis zum ersten Quartal 2018 stieg das Sparen in Wertpapiere um mehr als 27 Milliarden auf 63,9 Milliarden Euro. Besonders beliebt waren Investmentzertifikate und Aktien. Rentenpapiere mussten hingegen wie bereits in den vergangenen Jahren einen Mittelabfluss hinnehmen, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren.

 

Vermögensaufbau trotz Nullzinspolitik: Aktienfonds schneiden am besten ab

Trotz der anhaltenden Nullzinspolitik sparen die Deutschen fleißig weiter. Die Sparquote ist in den letzten Jahren sogar gestiegen: von 8,96 Prozent im Jahr 2013 auf 9,99 Prozent in diesem Jahr. Wer mit seinem Ersparten heute noch attraktive Renditen erwirtschaften will, muss aber eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen und Durchhaltevermögen zeigen, so der Bundesverband deutscher Banken.

 

So können Sparer, die in den vergangenen 30 Jahren monatlich 100 Euro in Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland anlegten, heute im Durchschnitt über rund 123.000 Euro verfügen. Das entspricht einer jährlichen Rendite von gut sieben Prozent. Aktienfonds mit internationalem Anlageschwerpunkt rentierten im Schnitt etwas niedriger und kamen auf etwa 105.000 Euro. Geringer fielen dagegen die Renditen von Mischfonds, Rentenfonds und offenen Immobilienfonds aus. In allen Fällen hatten die Sparer 36.000 Euro investiert.

 

Alle Fondskosten einschließlich des maximalen Ausgabeaufschlags sind eingerechnet. Allerdings können die Ergebnisse von Fonds zu Fonds im Einzelfall beträchtlich voneinander abweichen. Auch sind vergangenheitsbezogene Renditen keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen. Steuerliche Aspekte wurden nicht berücksichtigt.

 

Besonderer Vorteil eines Fondssparplans neben den Renditechancen ist seine Flexibilität: Der Anleger ist nicht an feste Laufzeiten gebunden und kann seine Sparraten jederzeit ändern und bei Bedarf ganz stoppen. Das angesparte Kapital ist für ihn zudem grundsätzlich frei verfügbar und muss nicht vorab gekündigt werden, so der Bankenverband weiter. 

 

Wertpapiersparen im Aufwind

Die Deutschen sparen mehr in Wertpapieren. Beliebteste Sparform bleiben aber Bankeinlagen. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Studie zum Spar- und Anlageverhalten der Bundesbürger. 2017 stieg das Wertpapiersparen um mehr als 20 Milliarden auf 57,9 Milliarden Euro. Besonders beliebt waren dabei Investmentfonds und Aktien. "Wertpapiere werden von den Bundesbürgern verstärkt als Anlagealternative genutzt, um angesichts der extrem niedrigen Zinsen und der sich normalisierenden Inflation positive Renditen erzielen zu können", erklärt BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin.

 

Viele Bundesbürger konzentrieren ihre Altersvorsorge aktuell noch sehr stark auf Bankeinlagen und Versicherungsprodukte, die geringe Risiken, aber auch niedrige oder gar keine Erträge aufweisen. Ein stärkeres Engagement in Wertpapieren wäre für viele Bundesbürger sinnvoll. Wichtig dabei ist, dass der Gesetzgeber das Wertpapiersparen nicht unnötig erschwert. Die seit Anfang 2018 gültigen neuen europäischen Vorgaben im Wertpapierbereich MiFID II und MiFIR sorgen aber bei einigen Bankkunden für Unmut. "Viele aktivere Kunden sehen in den Regelungen eine Gängelung durch den Gesetzgeber, sie wünschen sich schlanke Orderprozesse ohne wiederholende Informationen", stellt Martin fest. "Ich halte es für notwendig, dass die EU-Kommission eine unvoreingenommene Evaluierung von MiFID II und MiFIR in allen Mitgliedsstaaten organisiert und dabei die Verbraucherinteressen durch direkte Einbeziehung relevanter Kunden berücksichtigt", fordert Martin.

 

Ungeachtet steigender Zahlen beim Wertpapiersparen verzeichneten Bankeinlagen zum ersten Quartal 2018 mit 105,6 Milliarden Euro in der Summe über die vergangenen vier Quartale erneut den höchsten Zufluss. Allerdings fiel dieser rund 16 Milliarden Euro niedriger aus als im Vorjahresvergleichszeitraum. Beliebt waren ein weiteres Mal die besonders liquiden Sichteinlagen. Versicherungen flossen mit 70,6 Milliarden Euro zuletzt ähnlich viel zu wie in den Jahren zuvor.

 

Insgesamt lag die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte in Deutschland zum ersten Quartal 2018 in der Summe über die vergangenen vier Quartale bei 227,1 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal war dies ein Anstieg in Höhe von 7,1 Prozent. Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland lag zum Ende des ersten Quartals 2018 bei 6.060,5 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich war dies ein Anstieg von knapp 218 Milliarden Euro.

 

Sparen für den Nachwuchs – was sind Alternativen zum Sparbuch?

Das Baby ist da – und nicht selten fragen sich Eltern, Großeltern und Paten schon bald, wie für den Nachwuchs vorgesorgt werden kann – ob für den Führerschein, das Studium oder einen Auslandsaufenthalt.

 

War das Sparbuch, der Banksparplan oder der Bausparvertrag in der Vergangenheit das Mittel der Wahl, so müssen in Zeiten historisch niedriger Zinsen für längerfristige Anlagen mit einer positiven Rendite Alternativen her. Soll von der Geburt an bis zur Volljährigkeit, ein kleines Vermögen angespart werden, stellt ein solches Modell jedoch keine sinnvolle Möglichkeit dar.

 

Bankenverband -Tipp: Zahlen Sie jeden Monat für das Kind bereits 25 Euro in einen Aktienfonds oder ein Depot ein. Denn auch wenn die Bundesbürger im internationalen Vergleich das Anlegen in Aktien und Fonds scheuen, bieten sich diese insbesondere für die langfristige Anlage an.

 

Fondssparpläne sind sehr flexibel. Der Anleger ist an keine feste Laufzeit gebunden und kann seine Sparraten jederzeit ändern oder bei Bedarf auch ganz aussetzen. Empfohlen werden hier breit streuende Fonds, da hier zahlreiche unterschiedliche Länder in die Indizes einfließen und somit mögliche Risiken gering gehalten werden. Darüber hinaus ermöglicht die langfristige Anlage über einen Zeitraum von üblicherweise mehr als zehn Jahren, Kursschwankungen auszuhalten und günstigere Zeiten für die Veräußerung abzuwarten.

 

Bis zum 18. Lebensjahr der Kinder haben grundsätzlich die Eltern die Konto- und Depotvollmacht. Spätestens ab der Volljährigkeit dürfen die Schüler oder Auszubildenden das Depot selbst verwalten. Achtung: Eltern sollten wissen, dass das für die Kinder angelegte Geld auch diesen gehört, so der Bundesverband deutscher Banken.

 

Täglich 12 EUR sparen - das ist deutscher Durchschnitt!

Wie ticken die Deutschen, wenn es um ihre Finanzen und ihre Vorsorge geht? Zu diesem Thema führte das Marktforschungsinstitut Kantar TNS eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) durch. Diese beschäftigte sich unter anderem mit folgenden Fragen: Wie viel können die Deutschen monatlich zurücklegen? Gibt es einen Unterschied im Sparverhalten zwischen Jung und Alt?

 

Aufschluss bringt ein Blick auf die Sparbeträge. Durchschnittlich kommen die deutschen Sparer auf eine monatliche Sparsumme von 365 EUR. Sie schaffen es demnach, jeden Tag rund 12 EUR zur Seite zu legen. Dabei bevorzugen sie eher konservative Spar- und Anlageformen wie Bargeld, Girokonto und Sparverträge oder Versicherungen und Aktien. Auch die betriebliche Altersvorsorge und die Investition in Immobilien oder Wohneigentum flossen in die Statistik ein, wodurch die durchschnittliche Sparsumme relativ hoch ausfällt.

 

Unterschiedliches Sparverhalten zwischen den Geschlechtern

 

Nicht überraschend: Männer sparen mit 423 EUR im Monat durchschnittlich deutlich mehr als Frauen mit 310 EUR im Monat. Das Sparschwein kann sich also über eine tägliche Sparsumme von 13,25 EUR bei Männern und 10 EUR bei Frauen freuen.

 

Neun Millionen Menschen verschenken vermögenswirksame Leistungen

Mehr als 23 Millionen Arbeitnehmer haben ein Anrecht auf sogenannte vermögenswirksame Leistungen - doch nur 14 Millionen von ihnen nutzen diese auch. Fast jeder zweite Angestellte verzichtet also jährlich auf Geld, das ihm eigentlich zustehen würde. Dabei ist das Prinzip dieser Leistungen simpel. Der Arbeitgeber überweist seinen fest angestellten Mitarbeitern jeden Monat einen bestimmten Betrag, der von Branche zu Branche unterschiedlich ausfällt. "Das kann von 6,65 Euro bei Beamten und Angestellten des öffentlichen Diensts bis hin zu 40 Euro im Bankensektor gehen", sagt Brigitte Carle, Vorstand beim Stuttgarter Finanzdienstleister Pecunis AG. Ob und wie viel vermögenswirksame Leistungen gezahlt werden, hängt davon ab, ob sich der Arbeitgeber durch eine Betriebsvereinbarung oder einen Arbeits- oder Tarifvertrag dazu verpflichtet hat. Ist dies der Fall fließt der vom Arbeitgeber zugeschossene Betrag in einen Sparvertrag. Dieser besitzt in der Regel eine Laufzeit von sieben Jahren, wobei das letzte Jahr beitragsfrei ist. Die Anlageform kann der Arbeitnehmer dabei selbst bestimmen. "Bei Bausparverträgen, Aktienfonds oder der Tilgung eines Bausparkredits gibt es zusätzlich eine staatliche Förderung für Geringverdiener", sagt Brigitte Carle.

 

Um solche Staatszuschüsse zu erhalten, darf das Jahreseinkommen des Empfängers eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Bei Aktienfonds etwa beträgt sie 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare. Ist diese Bedingung erfüllt, greift die sogenannte Arbeitnehmersparzulage, und der Staat zahlt noch einmal 20 Prozent auf jährliche Einzahlungen bis 400 Euro. Das bedeutet ein direktes Geldgeschenk von bis zu 80 Euro im Jahr. Beim Bausparen liegt die Einkommensgrenze niedriger: 17.900 Euro für Alleinstehende, 35.800 Euro für Ehepaare. So verteilt der Staat jährlich mehr als 78 Millionen Euro an Arbeitnehmer, Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende. Teilzeitbeschäftigte erhalten den Arbeitgeberzuschuss meist nur anteilig, freie Mitarbeiter und Rentner gar nicht.

 

Trotz niedriger Zinsen finanzielles Polster für den Ruhestand aufbauen

Das Zinstief hält an – und immer mehr Sparer und Anleger fragen sich: wie kann ich in Zeiten der Niedrigzinsen langfristig Vermögen aufbauen – zum Beispiel für den Ruhestand? Klar ist: Die gesetzliche Rente reicht nicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern. Die klassische Kapitallebensversicherung hat an Attraktivität verloren, seitdem die Verzinsung immer weiter gesunken ist. Derzeit beträgt der Garantiezins noch 1,75 Prozent. Eine weitere Senkung wird diskutiert. Was tun, damit man später nicht mit leeren Taschen dasteht? Eine Möglichkeit sind Fondssparpläne. Mit Mischfonds und Aktienfonds waren in der Vergangenheit auf lange Sicht Renditen von im Schnitt über sechs Prozent möglich. Gerade bei langfristiger Vorsorge macht die höhere Rendite einen großen Unterschied. Ein Beispiel: Wird ein Fondssparplan im Alter von 25 Jahren mit einem regelmäßigen monatlichen Sparbeitrag von 100 Euro abgeschlossen, sind bis zum 60. Geburtstag insgesamt 42.000 Euro an Sparbeiträgen eingezahlt. Bei einer Rendite von zum Beispiel zwei Prozent käme der Sparer mit Zins und Zinseszins auf ein Vermögen von gut 60.000 Euro. Bei einer Rendite von beispielsweise sechs Prozent könnten es dagegen etwa sogar 138.000 Euro werden. Die individuelle steuerliche Seite ist hier zwar nicht berücksichtigt. Dennoch wird deutlich, wie wichtig es ist auf die Rendite zu achten. Zwar ist bei Fondssparplänen die Wertentwicklung nicht garantiert, die Erfahrung zeigt jedoch, dass bei einem langfristigen Anlagehorizont Kursschwankungen nicht so stark ins Gewicht fallen und dennoch attraktive Renditen möglich sind. 

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