Mai 2021: Zweiter Kinderbonus in der Corona-Krise

 

Wegen der Corona-Krise wird es auch 2021 einen Kinderbonus geben, nämlich im Mai. Dieser Corona-Kinderbonus ist zwar steuerfrei, muss aber in die Steuererklärung eingetragen werden. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt die wichtigsten Details.

 

Mai 2021: Zweiter Kinderbonus in der Corona-KriseBereits 2020 beschloss die Bundesregierung, Familien eine Sonderzahlung zukommen zu lassen: den sogenannten Kinderbonus.

 

Kinderbonus 2021: 150 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind

 

Familien mit Kindern sind auch 2021 noch stark durch die Corona-Krise belastet, zum Beispiel wegen der Schließung von Schulen und Kindertagesstätten. Deshalb hat die Bundesregierung Anfang 2021 erneut einen Kinderbonus beschlossen. Statt 300 Euro wie 2020 sollen im Mai 2021 pro Kind 150 Euro als Zuschuss zum Kindergeld ausgezahlt werden. Der Kinderbonus wird erneut mit dem Kinderfreibetrag verrechnet, aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Dadurch sollen Geringverdiener stärker profitieren.

 

Der Kinderbonus 2021 wird für jedes Kind gezahlt, für das im Jahr 2021 mindestens in einem Monat Anspruch auf Kindergeld besteht oder bestand. Die Auszahlung erfolgt laut Agentur für Arbeit im Mai, wenige Tage nach der regulären Kindergeldzahlung. Weitere Informationen dazu gibt es bei der Arbeitsagentur hier: Kinderbonus: Anspruch, Auszahlung, Höhe.

 

Bundesregierung: Kinderbonus hilft bei kleinen und mittleren Einkommen

 

Der Kinderbonus komme vor allem Familien mit kleinen und mittleren Einkommen zugute, so die Bundesregierung. Daher wird der Kinderbonus auch nicht auf Familien- und Sozialleistungen angerechnet. Familien mit höheren Einkommen haben hingegen weniger vom Corona-Kinderbonus: Besserverdiener profitieren üblicherweise vom Kinderfreibetrag – und auf diesen wird der Bonus angerechnet.

 

Die VLH sagt dazu: Die Frage, bis zu welchem Einkommen Familien vom Kinderbonus profitieren, kann nicht pauschal beantwortet werden. Denn das Finanzamt ermittelt durch die sogenannte Günstigerprüfung bei jeder Familie einzeln, ob diese durch das Kindergeld (plus Kinderbonus) oder den Kinderfreibetrag steuerlich mehr profitiert. Die steuerlich günstigere Variante zieht das Finanzamt dann zur Berechnung der fälligen Steuerschuld heran. Bei dieser Vergleichsrechnung wird geprüft, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist.

 

Ein Beispiel: Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit zwei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 69.040 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für beide Kinder. Oberhalb dieser Höhe wird der Kinderbonus allmählich abgeschmolzen und ab einem Einkommen von 85.974 Euro im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 vollständig mit den zwei Kinderfreibeträgen verrechnet.

 

Corona-Kinderbonus ist steuerfrei, muss aber angegeben werden

 

Der Corona-Kinderbonus stellt kein steuerpflichtiges Einkommen dar, muss aber wie das Kindergeld in die Anlage Kind der Steuererklärung eingetragen werden. Denn bei der Einkommensteuerveranlagung wird der Kinderbonus zusammen mit dem Kindergeld bei der Günstigerprüfung durch das Finanzamt berücksichtigt.

 

Elterngeld: die richtige Strategie und ihre Folgen

 

Wird Nachwuchs erwartet, sollten sich die Eltern in spe über ihre künftigen Finanzen und die berufliche Organisation rechtzeitig Gedanken machen, so die Lohnsteuerhilfe Bayern. Fehlendes Einkommen in den Monaten nach der Geburt wird durch das Elterngeld ausgeglichen. Es gibt verschiedene Arten von Elterngeld, die miteinander kombiniert werden können. Tritt der Vater zusätzlich zur Mutter eine Zeit lang beruflich kürzer oder geht ganz in Elternzeit, wird die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung vom Staat mit einem verlängerten Elterngeldbezug belohnt. Wer die optimale Elterngeldstrategie für die eigenen Verhältnisse finden möchte, muss sich gut informieren. Zudem wirkt sich das Elterngeld steuerlich auf das übrige Einkommen aus, obwohl dessen Bezug steuerfrei ist.

 

Familienförderung in vielen Varianten

 

Das Elterngeld ist eine tolle Sache. Es sorgt dafür, dass in den Monaten nach der Geburt Einkünfte zur Verfügung stehen, wenn beim Job eine Pause eingelegt oder beruflich kürzergetreten wird. Die Flexibilität des Bezugs und der Variantenreichtum machen es möglich, dass frischgebackene Eltern Familie und Beruf in vielen Fällen vereinbaren können. Neben dem Basiselterngeld gibt es seit einigen Jahren das ElterngeldPlus zur Auswahl. Während das Basiselterngeld in der Regel höher ist, wird das ElterngeldPlus dafür länger ausbezahlt. Die verschiedenen Formen des Elterngelds können für jeden Monat frei miteinander kombiniert werden. Die Eltern können es wahlweise abwechselnd oder gleichzeitig beziehen, was die Bezugsdauer verkürzt.

 

Werdende Eltern sollten sich rechtzeitig damit befassen, um ihre optimale Kombination auszutüfteln und so gegebenenfalls die Partnermonate oder den Partnerbonus mitzunehmen. Die Aufteilung der Kinderbetreuung durch die Eltern und der Umfang, in dem die berufliche Tätigkeit zurückgefahren wird, entscheiden nämlich über die Dauer und die Höhe des Elterngeldes. Der Bezug ist unabhängig vom Familienstand und davon, ob im Jahr vor der Geburt gearbeitet wurde. Auch Studierende und Auszubildende, die eine Familie gründen, werden mit dem Mindestbetrag finanziell unterstützt.

 

Nach spätestens 28 Monaten ist Schluss

 

Das Elterngeld gibt es rein rechnerisch ab dem Geburtsdatum des Kindes. Es wird nicht nach Kalendermonaten, sondern den Lebensmonaten des Babys berechnet. Direkt nach der Geburt gibt es jedoch eine Überschneidung mit dem Mutterschaftsgeld. Da diese Ausgleichszahlung die gleiche Funktion hat, wird nicht doppelt gezahlt. Das Elterngeld wird deswegen in den ersten beiden Monaten mit dem Mutterschaftsgeld verrechnet und fließt erst nach dessen Ende tatsächlich. Um sich finanziell nicht zu verplanen, müssen daher von den Elterngeldbezugsmonaten zwei Monate abgezogen werden.

 

Das Basiselterngeld wird für maximal 14 Monate ausbezahlt, wenn beide Elternteile sich die Elternzeit aufteilen. Dafür muss ein Elternteil mindestens zwei Monate und der andere maximal 12 Monate eine Einkommenseinbuße vorweisen. Mit dem ElterngeldPlus verlängert sich der Bezug auf 24 Monate. Zusätzlich kann noch der Partnerschaftsbonus mit weiteren vier Monaten am Stück genutzt werden, wenn beide Elternteile parallel in Teilzeit arbeiten. Die wöchentliche Arbeitszeit von beiden muss zwischen 25 und 30 Stunden liegen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können Alleinerziehende ebenfalls den Partnerbonus mitnehmen. Nach 28 Monaten ist es dann spätestens mit dem Elterngeld vorbei.

 

Die Höhe des Elterngeldes ist beeinflussbar

 

Wer vor der Geburt kein Einkommen hatte, erhält den jeweiligen Mindestsatz. Beim Basiselterngeld beträgt er 300 Euro, beim ElterngeldPlus 150 Euro. Selbiges trifft auch für Eltern zu, die nach der Geburt genauso viel verdienen wie zuvor.

 

Fällt das Gehalt nach der Geburt geringer aus, gleicht das Elterngeld die Einbußen teilweise aus. Es wird normalerweise anhand des Netto-Einkommens in den 12 Monaten vor der Geburt berechnet. Wechseln Ehepaare die Steuerklasse während des Bemessungszeitraums, gilt pauschal die Steuerklasse, die in den meisten Monaten gegolten hat. Der Bemessungszeitraum von Angestellten schließt aber Mutterschutz- und Elterngeldmonate für ein älteres Kind aus und beginnt entsprechend früher. Bei Selbstständigen stellt das Einkommen aus dem steuerlichen Veranlagungsjahr vor der Geburt die Bemessungsgrundlage dar.

 

Dabei werden netto höchstens 2.770 Euro an Einkommen berücksichtigt. Von dem Durchschnittsgehalt im Bemessungszeitraum wird ein prozentualer Anteil an die Eltern ausbezahlt. Der Prozentsatz hängt von der Einkommenshöhe vor der Geburt ab. Echte Geringverdiener können bis zu 100 Prozent ihres Gehalts vor der Geburt bekommen, wenn sie hinterher erstmal nicht arbeiten. Betrug das Nettoeinkommen vor der Geburt 1.240 Euro oder mehr, werden 65 Prozent vom früheren Gehalt ausbezahlt. Es gibt aber auch Höchstsätze. Das Basiselterngeld beträgt maximal 1.800 Euro und das ElterngeldPlus 900 Euro pro Monat ohne Zuschläge. Wird gleich nach dem Mutterschutz wieder in Teilzeit gearbeitet, kommt es darauf an, wie groß der Gehaltsunterschied vor und nach der Geburt ist. Eine Teilzeittätigkeit wirkt sich also auf die Höhe des Elterngeldes aus.

 

Lebt ein weiteres Kind unter drei Jahren im Haushalt oder zwei Kinder unter sechs Jahren oder ein behindertes Kind bis 14 Jahre, erhöht sich das Elterngeld um den Geschwisterbonus. Das ist ein Zuschlag um zehn Prozent und mindestens 75 Euro monatlich beim Basiselterngeld bzw. 37,50 Euro beim ElterngeldPlus. Wird für Geschwister gleichzeitig Elterngeld bezogen, so wird die Höhe des Elterngeldes vom älteren Kind auf das Elterngeld des jüngsten angerechnet. Eltern mit Zwillingen erhalten den Mehrlingszuschlag in der Höhe vom jeweiligen Mindestsatz (150 bzw. 300) on top.

 

Auswirkungen auf den Steuersatz

 

Das Elterngeld ist wie alle anderen Lohnersatzleistungen vom Staat an sich steuerfrei. Es wird weder bei Auszahlung, noch im Nachhinein besteuert. Allerdings unterliegt es dem Progressionsvorbehalt, wirkt sich also steuerlich betrachtet dennoch aus. Denn es wird hinzugezogen, wenn der persönliche Steuersatz für das übrige zu versteuernde Einkommen berechnet wird. So kann es passieren, dass der Steuersatz aufgrund des Elterngeldes nachträglich noch ansteigt. Dies wiederum kann zu einer Steuernachzahlung von mehreren hunderten Euro führen, die mit dem Steuerbescheid fällig wird. Aus diesem Grund müssen Bezieher von Elterngeld eine Steuererklärung abgeben und das Elterngeld in der Einkommensteuererklärung angeben. Da die Behörden heutzutage digital vernetzt sind und eine elektronische Übermittlung von der Elterngeldstelle an das Finanzamt vorgenommen wird, macht es keinen Sinn, dieses zu verschweigen.

 

Strategieänderung jederzeit möglich

 

Der Antrag auf Elterngeld kann erst nach der Geburt bei der Elterngeldstelle eingereicht werden, obwohl die Planung möglicherweise schon lange vorher steht. Dies sollte unbedingt innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt erledigt werden, da es nur bis zu drei Monate rückwirkend ausbezahlt wird. Wurde es bereits ausgezahlt, sind Änderungen rückwirkend ausschließlich Corona-bedingt oder in besonderen Härtefällen möglich. Eine Ausnahme ist die nachträgliche Umwandlung vom ElterngeldPlus in das Basiselterngeld. Die ist immer möglich. Ebenfalls ist für künftige Monate, in denen noch kein Elterngeld bezogen wurde, jederzeit und sogar eine mehrmalige Änderung der Kombination durchführbar. Und das ohne Formularkram. Ein einfaches Schreiben genüg, falls sich die Pläne ändern, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Kurzarbeitergeld: Das sollten Arbeitnehmer wissen

 

Die Verbreitung von Covid-19 rund um den Globus macht der heimischen Wirtschaft ganz schön zu schaffen. Viele Branchen sind schwer getroffen und ansässige Unternehmen mussten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Für Millionen von Angestellten hatte das eine Reduzierung des Arbeitsentgelts zur Folge. Einen Teil des entfallenen Arbeitsentgelts kompensiert das Kurzarbeitergeld. Der Bezug kann jedoch im Folgejahr zu einem bösen Erwachen führen, so die Lohnsteuerhilfe Bayern. Denn dadurch kann eine Nachzahlung im Rahmen der Einkommensteuererklärung fällig werden.

 

Steuererklärung wird zur Pflicht

 

Wer Kurzarbeitergeld erhalten hat, hat eine sogenannte Lohnersatzleistung für einen Teil seines Gehalts bekommen. Die Höhe des Kurzarbeitergelds ist von der Dauer der Kurzarbeit, von der Steuerklasse, dem Familienstand und den Lohnsteuermerkmalen abhängig. Der Bezug einer Lohnersatzleistung über 410 Euro im Jahr führt zur Verpflichtung, eine Steuererklärung einzureichen. Das Unterlassen kann übrigens von den Finanzbehörden sanktioniert werden. Da das Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber und nicht von der Agentur für Arbeit überwiesen wurde, ist dessen Höhe auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung aufgeführt und kann somit leicht abgelesen werden.

 

Erhöhung der Steuerprogression

 

Hat das Kurzarbeitergeld im Jahr 2020 Lohnausfälle teilweise aufgefangen, führt es 2021 möglicherweise zu einer Steuernachzahlung. Obwohl Lohnersatzleistungen grundsätzlich nicht besteuert werden, d.h. keine Einkommensteuer darauf fällig wird, unterliegen sie dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass das Kurzarbeitergeld im Rahmen der Steuererklärung, also im Nachhinein, zum regulären Arbeitslohn hinzugerechnet wird, um den individuellen Steuersatz festzulegen. Es erhöht somit die Bemessungsgrundlage und den Steuersatz für das regulär ausbezahlte Gehalt und alle übrigen steuerpflichtigen Einkünfte.

 

Als der Arbeitgeber die Lohnsteuer laufend monatlich abgeführt hat, um das Gehalt auszuzahlen, wurde das Kurzarbeitergeld dabei nicht berücksichtigt. Das Finanzamt holt sich die fehlenden Steuereinnahmen daher im Folgejahr zum Teil wieder zurück. Auch eine freiwillige Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch den Arbeitgeber wurde durch das Corona-Steuerhilfegesetz vorübergehend steuerfrei gestellt. Diese kann bis zu einer Höchstgrenze von 80 Prozent des Lohnausfalls zusammen mit dem Kurzarbeitergeld gewährt werden. Jedoch unterliegen diese Zuschüsse ebenfalls dem Progressionsvorbehalt.

 

Steuernachzahlungen als Folge

 

Mit dem Steuerbescheid kommt dann die Gewissheit, dass die Steuererstattung entweder durch den Erhalt des Kurzarbeitergeldes gekürzt wurde oder unter Umständen sogar eine Steuernachzahlung fällig wird. Damit es später keine unangenehmen Überraschungen gibt, kann man sich schon vorab, z.B. von der Lohi, das Steuerergebnis berechnen lassen. Ob tatsächlich eine Nachzahlung an das Finanzamt notwendig wird, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen die Dauer und der Anteil der Kurzarbeit. Eine entscheidende Rolle spielen auch der individuelle Grenzsteuersatz und die Steuerklassenverteilung bei Ehegatten. Wer etwas von der Steuer, z.B. hohe Werbungskosten, abzusetzen hat, kann aber eine erwartete Nachzahlung abmildern, so die Lohnsteuerhilfe Bayern.

 

Betriebliche Gesundheitsförderung: Bis zu 600 Euro jährlich steuerfrei vom Chef

 

Arbeitgeber können ihren Angestellten bestimmte Gesundheitskurse finanzieren - steuerfrei. Früher lag die Grenze bei 500 Euro im Jahr, seit 2020 sind bis zu 600 Euro möglich. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

 

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist der Schutz der Gesundheit noch mehr zu einem der wichtigsten Themen geworden - auch für Arbeitgeber. Unterstützt werden sie dabei von Krankenkassen, die verschiedene Gesundheitskurse für Arbeitnehmer anbieten. Und von der Finanzverwaltung, die seit 1. Januar 2020 Arbeitgeberzuschüsse von bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei anerkennt. Betriebliche Gesundheitsförderung nennt sich dieses Prinzip.

 

Zwei Voraussetzungen gelten für die betriebliche Gesundheitsförderung

 

Folgende Bedingungen sind an die steuer- und sozialversicherungsfreie betriebliche Gesundheitsförderung geknüpft - erste Bedingung: Der Arbeitgeber überweist dem Mitarbeitenden die Zuschüsse zusätzlich zum Arbeitslohn.

 

Die zweite Bedingung ist, dass Mitarbeitende nur Zuschüsse für Kurse erhalten, die den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern. Dazu gehören:

 

-  Bewegungsprogramme, zum Beispiel Rückenkurse

-  Ernährungsangebote, zum Beispiel zur Reduktion von Übergewicht

-  Aufklärungskurse zum Suchtmittelkonsum, zum Beispiel Rauchentwöhnung

-  Kurse zur Stressbewältigung, zum Beispiel autogenes Training 

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht den Mitarbeitenden ein Freibetrag von bis zu 600 Euro pro Jahr zu. Erhält ein Mitarbeitender mehr Geld von seinem Arbeitgeber, muss er nur den Teil der Zuschüsse versteuern, der über dem Freibetrag liegt. Beispiel: Zahlt der Arbeitgeber 650 Euro für die Gesundheitsförderung, werden nur auf 50 Euro Steuern fällig.

 

Kurse im Unternehmen sind Sachleistungen

 

In großen Firmen fanden Kurse zur Gesundheitsförderung vor Ausbruch der Corona-Pandemie häufig im eigenen Gebäude statt. Unter Wahrung der aktuell geltenden Abstands- und Hygiene-Regeln ist das prinzipiell auch jetzt wieder möglich. Der Arbeitgeber übernimmt dann die Kosten direkt. Steuerlich gesehen erhalten Mitarbeitende eine Sachleistung - und genau wie bei der Geldleistung gilt: Die Gesundheitsförderung ist bis zu 600 Euro steuerfrei. Und alles, was darüber liegt, muss versteuert werden.

 

Bestimmte Maßnahmen werden nicht gefördert

 

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) hat aufgelistet, welche Kosten und Maßnahmen nicht zur betrieblichen Gesundheitsförderung zählen und deshalb keine Steuererleichterung bringen:

 

-  Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen, Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen

-  Maßnahmen ausschließlich zum Erlernen einer Sportart

-  Trainingsprogramme mit einseitigen körperlichen Belastungen

-  Massagen

-  Maßnahmen von Anbietern, die ein wirtschaftliches Interesse am Verkauf von Begleitprodukten haben - zum Beispiel Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel

-  Maßnahmen, die den Einsatz von Medikamenten zur Gewichtsabnahme, Formula-Diäten (Nahrungsersatz oder Nahrungsergänzungsmittel) sowie extrem kalorienreduzierter Kost propagieren 

Auf den Internetseiten der Krankenkassen finden Interessierte die förderfähigen Kursangebote in ihrer Region.

 

Corona-Hilfen für Familien

 

Familien trifft die Corona-Krise besonders hart, das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Postbank Umfrage.

 

Gut, dass der Staat ihnen finanziell unter die Arme greift. Hier ein Überblick.

 

Jede zweite Familie (57 Prozent) erleidet durch die Folgen der Pandemie Einkommensverluste, so das Ergebnis einer repräsentativen Kantar-Umfrage im Auftrag der Postbank. Jeder Neunte (11 Prozent), der in einem Haushalt mit mehr als zwei Personen lebt, beschreibt die Verluste sogar als erheblich. Einpersonenhaushalte verbuchen im Vergleich dazu deutlich seltener Einbußen: Jeder sechste Single (18 Prozent) verdient im Zuge der Krise weniger, ebenso jeder sechste Befragte aus einem Zweipersonenhaushalt (17 Prozent). „Durch die zeitweilige Schließung von Schulen und Kindertagesstätten sowie die Kürzung der Betreuungsdauer sind viele Eltern mit kleinen Kindern gezwungen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder ihre Tätigkeit zeitweise ganz einzustellen“, erklärt Iris Laduch von der Postbank. Zumindest einen Teil der finanziellen Verluste will der Staat mit Hilfsprogrammen für Familien ausgleichen:

 

Kinderbonus

 

Alle Familien und Alleinerziehenden erhalten einmalig einen Bonus von 300 Euro pro Kind, der im September und Oktober in zwei Raten zu je 150 Euro pro Kind ausgezahlt wird. Auch Ungeborene sollen vom Bonus profitieren, vorausgesetzt, sie kommen noch in diesem Jahr zur Welt. „Bei besser verdienenden Familien wird der Bonus im nächsten Jahr in der Steuererklärung mit dem Kinderfreibetrag verrechnet“, erläutert die Postbank Expertin. Zum Hintergrund: Eltern steht für jedes Kind entweder Kindergeld oder ein jährlicher Freibetrag bei der Einkommensteuer zu. Das Finanzamt prüft automatisch, welche Variante günstiger ist. Bei höherem Einkommen überwiegt der steuerliche Vorteil des Kinderfreibetrags. Ist dies der Fall, wird der Freibetrag im Rahmen der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen und im Gegenzug der Anspruch auf Kindergeld der tariflichen Einkommensteuer hinzugerechnet. Auf die Grundsicherung wird der Kinderbonus nicht angerechnet; Empfängern von Sozialleistungen wie Hartz IV kommt der gesamte Zuschuss zugute.

 

Lohnfortzahlung wegen Schul- und Kita-Schließung

 

Eltern, die wegen der Pandemie ihre Kinder mangels anderer zumutbarer Möglichkeiten zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht oder nur eingeschränkt arbeiten gehen können, haben Anspruch auf eine staatliche Lohnfortzahlung. Dieser besteht zehn Wochen für jeden Sorgeberechtigten, Alleinerziehenden stehen bis zu 20 Wochen zu. Ersetzt werden 67 Prozent des Verdienstausfalles, maximal jedoch 2.016 Euro monatlich. Die Regelung soll rückwirkend zum 30. März in Kraft treten. Voraussetzung ist, dass das zu betreuende Kind unter zwölf Jahre alt ist oder eine Behinderung hat.

 

Notfall-Kinderzuschlag

 

Bedürftige Eltern erhalten einen monatlichen Notfall-Zuschuss in Höhe von bis zu 185 Euro pro Kind zusätzlich zum Kindergeld. Ob und in welcher Höhe der Zuschlag gezahlt wird, ist vor allem abhängig von der Höhe des Einkommens, den Wohnkosten, der Familiengröße und dem Alter der Kinder. „Berechnungsgrundlage ist das Einkommen des letzten Monats vor Antragstellung, sodass auch Familien unterstützt werden, die kurzfristig in einen finanziellen Engpass geraten“, sagt Iris Laduch. Anspruch auf den Notfall-Zuschlag haben nicht nur Mittellose. Denn verwertbare Vermögenswerte werden nur dann berücksichtigt, wenn sie als erheblich eingestuft werden. Bei einer vierköpfigen Familie wäre dies ab einer Summe von über 150.000 Euro der Fall.

 

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