So sind Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen beitragsfrei versichert

Autos und Motorräder mit Saisonkennzeichen sind außerhalb der Saison beitragsfrei haftpflicht- und teilkaskoversichert. Sie dürfen in dieser Zeit aber nicht im öffentlichen Straßenraum unterwegs sein. Wer sein Motorrad oder Cabrio nur im Sommer fährt, kann für sein Fahrzeug ein Saisonkennzeichen beantragen. Der Vorteil: Das Fahrzeug muss nicht vor und nach jeder Saison an- und abgemeldet werden – die Gültigkeit der Kennzeichen und der Versicherungsschutz erlöschen nicht, sondern ruhen nur bis zum Start der nächsten Saison. Außerhalb der Saison dürfen Autos oder Motorräder nicht gefahren und auch nicht auf der Straße geparkt werden. Der Halter muss das Fahrzeug in einer Garage oder auf einem Platz abstellen, der vom öffentlichen Straßenraum getrennt ist – etwa durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer. Was viele nicht wissen: Außerhalb der Saison besteht eine beitragsfreie Ruheversicherung. Ist das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht, gilt auch in dieser Zeit der Schutz der Haftpflicht- und der Teilkaskoversicherung – obwohl kein Beitrag anfällt, teilt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit. Hat der Halter also eine Kaskoversicherung abgeschlossen, ist sein Fahrzeug auch im Winter gegen Diebstahl, Feuer, Marderbisse sowie gegen Schäden durch Blitze, Stürme und Hagel versichert.

 

So wirkt sich das Alter auf den Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Der Beitrag für eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird durch eine Reihe von Merkmalen bestimmt. Dazu gehören zum Beispiel die Typklasse, die Kilometerleistung und die Anzahl schadenfreier Jahre. Wer jahrelang unfallfrei gefahren ist, profitiert im Alter von hohen Schadenfreiheitsrabatten. Weil ältere Fahrer aber im Schnitt mehr Schäden verursachen, gibt es auch das Merkmal „Alter des Fahrers“, das den Versicherungsbeitrag für Fahrer mittleren Alters senkt und für ältere Fahrer anhebt. Eine Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV zeigt, dass ältere Fahrer im Schnitt mehr Schäden verursachen als Fahrer mittleren Alters. Der GDV gibt seinen Mitgliedsunternehmen daher unverbindlich bekannt, dass für Fahrer von 25 bis 67 Jahren mit einem Abschlag auf den durchschnittlichen Schadenbedarf zu rechnen ist - der Versicherungsbeitrag sinkt also dank der Berücksichtigung des Alters. Die mit 21 Prozent größten Abschläge erhalten Fahrer von 27 bis 41, die Altersklasse von 63 bis 67 profitiert von Abschlägen in Höhe von 3 Prozent. Zuschläge auf den durchschnittlichen Versicherungsbeitrag ergeben sich aus der GDV-Statistik erst ab einem Alter von 68 Jahren. Die GDV-Bekanntgabe ist unverbindlich, der Beitrag Sache der einzelnen Versicherer.

 

Worauf es beim Kfz-Versicherungsvertrag ankommt

Viele Kfz-Halter kennen sie zur Genüge – die alljährliche Jagd nach der günstigsten Kfz-Versicherung. Da die meisten Kfz-Versicherungsverträge zum Ende des Kalenderjahres kündbar sind – mit Frist von einem Monat – vergleichen sie in diesen Tagen entsprechende Angebote. „Wie bei allen Verträgen sollte man aufmerksam das Kleingedruckte in den eingeholten Angeboten lesen, denn nur wenn die Versicherungsbedingungen den entsprechenden Schadensfall vorsehen, kommt der Versicherer dafür auf“, rät Claudia Frenz, Pressereferentin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV). Die Deckungssumme bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sollte für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mindestens 100 Millionen Euro betragen. Bei der Kaskoversicherung sollte der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten. Auch sollten über die Wildschadensklausel Schäden durch Kollision mit Tieren jeder Art versichert sein, also auch bei einem Unfall durch einen herrenlos herumlaufenden Hund. Wichtig ist auch, dass Schäden durch Marderbisse an Schläuchen und Verkabelung und deren Folgeschäden in den Kaskobedingungen abgesichert sind. Sinnvoll ist auch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung von 150 Euro in der Teilkasko- sowie 300 Euro oder 500 Euro in der Vollkaskoversicherung. Denn, nach einem Schadensfall kann der Vertrag außerordentlich durch den Versicherer, aber auch durch den Versicherungsnehmer gekündigt werden. Wird eine Kaskoversicherung von Seiten des Versicherers gekündigt, erschwert dies einen Anschlussvertrag bei einer anderen Versicherungsgesellschaft. Oft bieten Versicherer Rabatte bei Vereinbarung einer Werkstattbindung an. Ist das Auto jedoch geleast oder kreditfinanziert, sollten Versicherte vorab prüfen, ob sie sich gegenüber dem Kredit- oder Leasinggeber verpflichtet haben, ihr Auto nur in vom Hersteller autorisierten Werkstätten reparieren zu lassen. Diese Werkstätten müssen nicht zwangsläufig auch Vertragswerkstätten des Versicherers sein, so der BdV.

 

KFZ Versicherung: Kleine Autounfälle bei Schnee und Eis richtig abwickeln

Eis und Schnee machen die Autofahrt im Winter schnell zur Rutschpartie. Kommt es dann zu einem Bagatellunfall, müssen die Beteiligten nicht unbedingt die Polizei rufen. Für eine schnelle Schadenabwicklung sollten sie sich aber so schnell wie möglich beim Versicherer melden. Die Tipps der Versicherer für das Verhalten nach Bagatellunfällen: Wenn es gekracht hat, muss zuerst der Unfallort gesichert werden. Also: Warnblinker anmachen, Warndreieck aufstellen und so schnell wie möglich die Fahrbahn wieder frei machen. Kleinere Unfälle dokumentieren die Beteiligten danach am besten selbst, zum Beispiel mit dem Europäischen Unfallbericht. Dieser ist kostenlos beim Autoversicherer erhältlich oder kann bei der GDV Dienstleistungs-GmbH online angefordert werden. Das Unfallprotokoll sollte mindestens die folgenden Angaben enthalten:

 

1.Das amtliche Kennzeichen des Unfallgegners

2.Namen und Adressen der beteiligten Fahrer

3.Ort und Zeit des Unfalles

4.Namen und Adressen von Zeugen

5.Fotos vom eigenen und vom gegnerischen Fahrzeugschaden

 

Schäden unverzüglich dem Versicherer melden

Nach einem Unfall muss unverzüglich der Versicherer informiert werden. Sind die Versicherungspapiere am Unfallort nicht zur Hand, hilft der Zentralruf der Autoversicherer unter 0800/2502600 weiter. Zum Nachweis der Schadenhöhe reicht in der Regel ein Kostenvoranschlag der Werkstatt oder ein Foto des Schadens aus. Auf ein zeit- und kostenaufwendiges Gutachten wird bei kleinen Schäden zumeist verzichtet – so können Blechschäden schnell abgewickelt und behoben werden. Für den Versicherungsschutz gilt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für die Reparaturen am eigenen Auto, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft.

 

Kfz-Versicherung - Nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen vergleichen

Mit dem Jahreswechsel läuft für die meisten Autofahrer auch die Kfz-Versicherung aus. Traditionell werben viele Versicherer jetzt um neue Kunden. Die wichtigsten Fragen in Sachen Versicherungswechsel beantwortet Mathias Zunk, Versicherungsexperte beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft-Verbraucherservice.

 

Worauf sollten Autofahrer bei der Auswahl ihres Kfz-Versicherers achten?

Mathias Zunk: Sie sollten sich umfassend informieren und sich nicht nur am Beitrag, sondern auch an den Leistungen orientieren. Sieht die Versicherung eine Werkstattbindung vor? Gibt es einen Rabattschutz oder eine Fahrerschutzversicherung? Sind in einem bestimmten Tarif nur direkte Marderschäden oder auch Marderbiss-Folgeschäden versichert? Zahlt der Versicherer bei Wildunfällen mit Haarwild oder bei Unfällen mit Tieren jeglicher Art? Mit solchen und ähnlichen Fragen sollte man sich beschäftigen, bevor man sich für einen Tarif entscheidet.

 

Was ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung zu beachten?

Zunk: Am sichersten ist es, schriftlich zu kündigen und sich die Kündigung vom Versicherer auch bestätigen zu lassen. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat zum Vertragsende. Da die meisten Verträge vom 1. Januar bis zum 31. Dezember laufen, muss das Schreiben also spätestens bis zum 30. November bei der Versicherung eingegangen sein. In diesem Jahr fällt der 30. November auf einen Sonntag, die Kündigung sollte also spätestens am 28. November beim Versicherer ankommen – auch wenn zahlreiche Versicherer im Sinne der Kundenfreundlichkeit den nächsten Werktag als fristgerechten Eingang der Kündigung akzeptieren werden.

 

Kann jeder Autofahrer seine Versicherung zum Jahresende kündigen?

Zunk: Nein. Entscheidend ist nicht das Ende des Kalenderjahres, sondern das Ende des Versicherungsjahres. Bei den meisten Autofahrern läuft der Vertrag vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Manche Kfz-Versicherungsverträge enden jedoch unterjährig. Das jeweilige Datum ist in der Kfz-Versicherungspolice zu finden.

 

Gibt es neben dem Ende des Vertragsjahres noch weitere Anlässe, zu denen die Kfz-Versicherung gekündigt werden kann?

Zunk: Ja. Nach einem Schaden haben beide Vertragsparteien – also sowohl der Versicherungsnehmer als auch der Versicherer – ein außerordentliches Kündigungsrecht. Erhöht der Versicherer den Beitrag aus kaufmännischen Gründen, zum Beispiel wenn es Veränderungen in der Typklasse des Fahrzeuges oder bei der Einstufung in die Regionalklasse gibt, kann der Kunde den Vertrag außerordentlich kündigen. Liegt der Grund für eine Preiserhöhung hingegen beim Kunden, weil er beispielsweise mehr Kilometer im Jahr gefahren ist als ursprünglich angegeben und der Versicherer den Beitrag entsprechend anpasst, besteht kein außerordentliches Kündigungsrecht. Und zu guter Letzt: Wenn das Auto verkauft wird, endet der Vertrag automatisch beziehungsweise geht auf den neuen Besitzer über. Der kann dann entscheiden, ob er die Versicherung fortführt oder zu einem anderen Versicherer wechselt.

 

Winterreifenpflicht nur auf winterlichen Straßen

Auswirkungen falscher Bereifung auf die Haftpflicht- und Kaskoversicherung

 

Bei erster Schneeglätte und Glatteis sind viele Autofahrer verunsichert, ob Winterreifen Pflicht sind oder nicht. Eine durchgehende Winterreifenpflicht gibt es in Deutschland nicht. Von Sicherheitsexperten werden jedoch Winterreifen für den Zeitraum von Oktober bis Ostern empfohlen. Wer aber sein Auto auch bei Eis und Schnee fahren will, muss es mit Winterreifen ausrüsten – so steht es zumindest in der Straßenverkehrsordnung. Ansonsten kann dies im schlimmsten Fall bedeuten, dass die Kaskoversicherung im Schadensfall einen Teil der Leistung einbehält. In der Straßenverkehrsordnung ist geregelt, dass, wenn Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf den Straßen herrschen, mit Fahrzeugen gefahren werden darf, die mit sogenannten M+S-Reifen an den Antriebsachsen ausgestattet sind. Ist man bei der oben beschriebenen Witterung noch mit Sommerreifen unterwegs, kann dies Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben. Verursacht man unter diesen Gegebenheiten einen Unfall, prüft die Versicherungsgesellschaft, ob man grob fahrlässig gehandelt hat. Die Folgen: Hat man einen Schaden an seinem eigenen Auto verursacht, also einen Vollkaskoschaden, kann es zu einer Leistungskürzung kommen. Der Bund der Versicherten rät daher, immer nur Tarife abzuschließen, die im Bereich der Kaskoversicherung auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und damit einer Leistungskürzung verzichten. Wenn man neben dem eigenen Fahrzeug auch noch ein anderes Auto beschädigt, kann der Haftpflichtversicherer unter gewissen Umständen Zahlungen, die er an den Unfallgegner geleistet hat, bis zu einer Höhe von 5.000 Euro zurück verlangen.

Bußgeld und Punkte bei Verletzung der Winterreifenpflicht

Die Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen sieht vor, dass Autofahrer etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eisglätte mit Winterreifen unterwegs sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss seit vergangenem Jahr mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Bei Behinderung drohen 80 Euro und ein Punkt. Im Falle eines Unfalls aufgrund falscher Bereifung kann dies wegen grober Fahrlässigkeit zu einer erheblichen Leistungskürzung durch die Kaskoversicherung führen. Bei der Regulierung des Schadens mit der Haftpflichtversicherung der Gegenseite droht dem mit Sommerreifen fahrenden Verkehrsteilnehmer unter Umständen eine Mithaftung. Auch in vielen Nachbarländern gibt es laut ADAC für die Wintermonate oder bei winterlichen Straßenverhältnissen die Pflicht, mit Winterreifen zu fahren. Bei Zuwiderhandlungen drohen zum Teil hohe Bußgelder. Die Regel, wonach etwa bei Schnee, Schneematsch oder Eis nur mit Winterreifen gefahren werden darf, gilt neben Deutschland auch in Österreich und Luxemburg. Kroatien und Italien schreiben für viele Strecken von November bis April generell Winterreifen vor. In Südtirol betrifft dies beispielsweise die A22 (Brennerautobahn) und das Stadtgebiet von Bozen. Auch in Frankreich und der Schweiz kann eine solche Verpflichtung durch Beschilderungen ausgesprochen werden. In Tschechien gilt zwischen 1. November und 31. März auf allen Straßen eine Winterreifenpflicht. Slowenien schreibt die Benutzung zwischen dem 15. November und dem 15. März sowie bei winterlichen Straßen vor. In Schweden gilt dies ebenfalls, sowie generell zwischen 1. Dezember und 31. März. In den Niederlanden, Polen, der Türkei, Irland und Großbritannien gibt es keine Regelungen. Wer dort in den Wintermonaten mit dem Auto unterwegs ist, sollte laut ADAC auch ohne gesetzliche Vorschrift Winter- oder Ganzjahresreifen aufzuziehen.

Nach Unfall alle Zeugen angeben: Im Extremfall kann Versicherung Leistung verweigern

Wer in einen Unfall verwickelt ist, hat oft mit Ärger, Unannehmlichkeiten und Schriftverkehr mit der Versicherung zu kämpfen. Das gilt vor allem, wenn die Polizei den Unfall nicht aufnimmt, zum Beispiel wenn es sich nur um Sachschaden handelt. Dann kommt es - nach Informationen des Automobilclub Kraftfahrer-Schutz (KS) - besonders darauf an, Zeugen zu benennen. Doch manch ein Unfallbeteiligter meldet nur solche Zeugen, die sein eigenes einwandfreies Verhalten bestätigen wollen. Wer bei Zeugen Zweifel hat, ob diese auch in seinem Sinn aussagen werden, könnte geneigt sein, in der schriftlichen Unfallmeldung an den Versicherer die Frage nach Zeugen mit "Nein" zu beantworten. Allerdings warnt der KS davor, denn das kann im Extremfall zum Verlust der Versicherungsleistung führen. Das gilt auch, wenn man meint, der namentlich bekannte Zeuge könnte keinen sachdienlichen Beitrag zur Aufklärung des Unfallhergangs leisten. Versicherungsrechtlich handelt es sich nämlich um eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit. Immerhin geht die Rechtsprechung davon aus, dass falsche Angaben zu Zeugen geeignet sind, die Interessen des Versicherers ernsthaft zu gefährden.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Verbraucherfinanzen-Deutschland.de