Europäischer Vergleich: Sind die Deutschen überversichert?

2219 Euro geben die Bundesbürger pro Kopf jährlich für Versicherungsprodukte aus – weniger als die Hälfte davon jedoch nur für Produkte der Altersversorge wie Lebensversicherungen. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland damit deutlich hinterher. In der Schaden- und Unfallversicherung liegen die durchschnittlichen Beiträge im europäischen Mittelfeld. Dass die Deutschen übersichert seien, eine regelmäßig geäußerte Vermutung, bestätigt der vom europäischen Versicherungsverband Insurance Europe (IE) vorgelegte Bericht demnach nicht. Europäer geben laut dem Bericht von Insurance Europe im Durchschnitt 1.843 Euro pro Jahr für Versicherungen aus. Die Deutschen liegen mit ihren 2219 Euro somit leicht über dem europäischen Schnitt. Wesentlich mehr Geld für private Versicherungen geben die Bürger etwa in der Schweiz (fast 6.000 Euro), den Benelux-Staaten (Niederlande: 4492 Euro, Luxemburg: 3624 Euro, Belgien: 2910) und in den skandinavischen Ländern aus (Dänemark: 3778 Euro, Finnland: 3676 Euro, Norwegen: 3508 Euro, Schweden: 2740 Euro).

 

Decken sich Deutsche übermäßig mit Versicherungen ein?

Die gern geäußerte Vermutung, die Deutschen seien ein Volk, das sich übermäßig mit Versicherungsprodukten eindeckt und quasi überversichert ist, kann die Untersuchung des Versicherungsverbandes damit nicht bestätigen. Vor allem im Bereich Altersvorsorge besteht offensichtlich Nachholbedarf. Im Schnitt gab hier jeder Deutsche 1067 Euro für Lebensversicherungen im Jahr aus. Damit rangiert Deutschland zum Beispiel weit hinter den Briten (2740 Euro). Auch in Belgien (1925 Euro), Frankreich (1728 Euro), Italien (1146 Euro) und den Niederlanden (1135 Euro) geben die Menschen mehr für private Altersvorsorge aus als in Deutschland.

 

Durchschnittliche Pro-Kopf-Beiträge in Schaden- und Unfallversicherung

In den Sparten der Schaden- und Unfallversicherung (u.a. Kraftfahrt-, Sach-, Haftpflicht-, Unfall- und Rechtsschutzversicherung) rangieren die Deutschen mit durchschnittlichen Pro-Kopf-Beiträgen in Höhe von jährlich 716 Euro ebenfalls hinter Großbritannien (991 Euro), Österreich (951 Euro), Frankreich (885 Euro) und Belgien (863 Euro). 

2.219 Euro geben die Deutschen im Schnitt jedes Jahr für Versicherungen aus

Ob alle Risiken bestmöglich abgedeckt sind und wo gespart werden kann, offenbart ein regelmäßiger Policen-Check. CosmosDirekt gibt Tipps, wie man den Überblick behält und im Bedarfsfall optimal versorgt ist. Das gilt auch für Unterlagen und Dokumente im Versicherungsordner. Denn wer seine Policen kennt, kann Sparpotenziale identifizieren und eventuell vorhandene Absicherungslücken schließen. Zunächst heißt es: Für einen schnellen Zugriff und Überblick die Versicherungsunterlagen sichten und thematisch sortieren. Wer auf den Papierordner ganz verzichten möchte, dem bieten virtuelle Versicherungsordner im Internet, wie zum Beispiel "meinCosmosDirekt", zahlreiche Vorteile. Von jedem Ort aus kann man so auf die Unterlagen zugreifen und wichtige Versicherungsangelegenheiten unabhängig regeln.

 

Verträge prüfen und Vorteile nutzen

 

Viele Verträge enthalten wertvolle Zusatzleistungen, die mit dem Abheften der Unterlagen schnell in Vergessenheit geraten. Hilfreiche Extras bei der Unfallversicherung sowie Nachversicherungsgarantien beim Risiko- oder Berufsunfähigkeitsschutz sind Beispiele. "Wer sich die Mühe macht, seine Verträge auf solche Zusatzleistungen hin zu überprüfen und sich eine Merkliste erstellt, kann im Leistungsfall profitieren", erklärt Michael Greifenberg, Versicherungsexperte von CosmosDirekt.

 

Neue Lebenssituation - neuer Bedarf

 

Veränderungen im Leben haben auch Auswirkungen auf den Versicherungsbedarf. So können Paare, die in häuslicher Gemeinschaft leben, mit gemeinsamen Versicherungen Geld sparen: Verträge wie eine private Haftpflicht- oder Hausratversicherung werden nur noch einmal benötigt. Bei Umzug oder Umbau ist außerdem eine Anpassung der Hausratversicherung notwendig. Vergrößert sich der Wohnraum, reicht die bisherige Versicherungssumme meist nicht mehr aus.

 

Optimieren und sparen

 

Jedes Jahr sichern sich viele Autofahrer durch einen Wechsel der Kfz-Versicherung Vorteile - allein 2013 haben 1,87 Millionen ihren Kfz-Versicherer gewechselt. Weniger bekannt ist dieses Vorgehen zum Beispiel bei der privaten Haftpflicht- oder Hausratversicherung. Auch hier bieten neuere Tarife je nach Versicherer häufig bessere Leistungen im Schadenfall als ältere.

 

Ausmisten und aufbewahren

 

Versicherungsverträge und Vertragsänderungen müssen so lange aufbewahrt werden, wie die Police gültig ist. Achtung: Wurde ein Vertrag gekündigt, gehören nicht alle Unterlagen sofort in den Müll. "Wer Auszahlungen erwartet, etwa aus einer Lebens- oder Rentenversicherung, sollte die Vertragsdokumente aufbewahren", sagt Michael Greifenberg. "Sie können später für steuer- oder erbschaftsrechtliche Fragen wichtig werden." Grundsätzlich gilt: Dokumente mit sensiblen Daten sollten sachgerecht vernichtet werden.

Tipps für Hinterbliebene: Was sie über Versicherungen wissen sollten

Testament, Tod, Nachlass - keine Themen, mit denen man sich gern befasst. Im Ernstfall jedoch sollten Lebenspartner oder andere Angehörige den Überblick über abgeschlossene Policen und Leistungen haben. CosmosDirekt erklärt, was Hinterbliebene wissen sollten. Damit Angehörigen bei einem Todesfall die Suche nach Unterlagen und Fristen erspart bleibt, sollten Versicherte ihre Verträge sowie andere wichtige Dokumente sicher und geordnet ablegen. Partner oder Angehörige sollten nicht nur wissen, welche Versicherungspolicen existieren; sie sollten auch darüber informiert sein, was im Fall der Fälle zu tun ist.

 

Policen mit Kapitalauszahlungen

 

Lebens- und Unfallversicherungen zahlen im Todesfall an Hinterbliebene. Wichtigster Schritt für den Versicherten: im Vertrag namentlich klären, wer im Todesfall die Leistung erhalten soll. Dieses sogenannte Bezugsrecht sollten Versicherte von Zeit zu Zeit überprüfen und bei veränderten Gegebenheiten anpassen. Nur so können sie sicherstellen, dass die Leistung wirklich an die Person gezahlt wird, die sie zum aktuellen Zeitpunkt begünstigen wollen. Denn unabhängig von sonstigen privatrechtlichen Verfügungen wie z.B. einem Testament wird die Versicherungsleistung immer an den in der Police genannten Empfänger gezahlt. Angehörige sollten wissen, aus welchen Verträgen sie eine Zahlung zu erwarten haben. Denn der Versicherer kann erst dann eine Leistung erbringen, wenn ihm der Todesfall auch angezeigt wird. Verträge wie Lebens- oder Unfallversicherungen bedürfen keiner besonderen Kündigung; sie enden automatisch, wenn der Versicherte stirbt.

 

Sachversicherungen

 

Private Haftpflichtversicherung: Sie endet bei Tod des Versicherten grundsätzlich automatisch. Gilt der Schutz jedoch auch für Familienmitglieder, bleibt er bestehen, bis der nächste Beitrag fällig wird. Dann können sich Angehörige entscheiden, ob sie die Police übernehmen möchten.

 

Hausrat- und Wohngebäudeversicherung: Übernehmen Erben Wohnung oder Haus des Verstorbenen, geht die Hausratversicherung bzw. die Wohngebäudeversicherung automatisch auf sie über. Eine Kündigung ist erst zum regulären Ablauf vorgesehen, ein vorzeitiges Sonderkündigungsrecht existiert nicht. In der Regel zeigen sich die Versicherer bei vorzeitigen Kündigungen kulant und akzeptieren diese auch vor dem regulären Termin. Einzige Ausnahme: die Wohngebäudeversicherung. Hier wird zum Schutze des künftigen Gebäude-Eigentümers eine Vertragskündigung erst nach der Eintragung des neuen Eigentümers in das Grundbuch akzeptiert.

 

Kfz-Versicherung: Auch eine Kfz-Versicherung wird automatisch umgeschrieben, wenn ein Erbe das Fahrzeug übernimmt. Wie bei Hausrat- und Wohngebäudeversicherung gilt auch bei der Kfz-Versicherung kein Sonderkündigungsrecht, es sei denn der Erbe veräußert das Fahrzeug.

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