Aktien: Finanzamt an Verlusten beteiligen

 So mancher Anleger fürchtet DAX Verluste. Da kann es trösten, dass man den Fiskus an Veräußerungsverlusten beteiligen kann, wenn die Aktien nach 2008 erworben wurden, weist der Bankenverband hin. Denn mit Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge (pauschal 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) seit dem 1. Januar 2009 lassen sich sämtliche Verluste aus Kapitalanlagen mit abgeltungsteuerpflichtigen Gewinnen verrechnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Anleger die Wertpapiere wenige Tage oder mehrere Jahre gehalten hat. Allerdings sind Kursverluste aus Aktien, die ab Anfang 2009 gekauft wurden, auch nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechenbar. Auf Verluste aus allen anderen Wertpapieranlagen können dagegen nicht nur Kursgewinne, sondern auch Zinsen und Dividenden angerechnet werden. Wenn es sich um Geldanlagen im Inland handelt, übernehmen die Banken für den Anleger die Verlustrechnung. Bleibt am Jahresende mangels verrechenbarer Erträge ein Überhang, überträgt die Bank diesen auf das nächste Jahr und verrechnet die Verluste dann. Es sei denn, der Kunde will seine Verluste im Rahmen der steuerlichen Veranlagung geltend machen. Dann muss er bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen. Wer seine Aktien vor dem Jahr 2009 gekauft hat, kann Veräußerungsverluste nicht mit Gewinnen verrechnen. Umgekehrt gilt hier aber auch: Werden solche „Altbestände“ nun verkauft, bleiben Kursgewinne steuerfrei, so der Tipp des Bankenverbandes.

Augen auf beim Aktienkauf – Nur ein gut informierter Anleger hat Aussicht auf Erfolg

Aktien sind so beliebt wie seit Jahren nicht mehr. Die Börse Stuttgart hat wertvolle Tipps für Anleger, die den Einstieg am Aktienmarkt wagen wollen. Aktien erleben einen neuen Aufschwung. Rekordverdächtig niedrige Zinsen für sichere Bundesanleihen und die hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung der europäischen Staatsschuldenkrise lassen Sachwerte derzeit für viele Investoren attraktiv erscheinen. Mitten in der Krise steigt deshalb das Interesse von Privatanlegern an Aktien. „Wir stellen fest, dass sich Privatanleger momentan wieder stärker in Aktien engagieren“, sagt Richard Dittrich, Leiter der Kundenbetreuung an der Börse Stuttgart.

Diesen Trend bestätigt eine Statistik, die das Deutsche Aktieninstitut (DAI) veröffentlicht hatte. Somit besitzen nun 10,2 Millionen Menschen direkt oder indirekt über Fonds Aktien – so viele wie seit dem Boomjahr 2007 nicht mehr. Tatsächlich erscheinen die Bedingungen für Aktionäre mit längerfristigem Anlagehorizont derzeit günstig. Viele Titel aus dem deutschen Standardwerte-Index DAX weisen Dividendenrenditen zwischen 3 und 7 Prozent auf und sind mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen im einstelligen Bereich günstig bewertet. Hinzu kommt, dass Aktien Sachanlagen sind, wie Dittrich erklärt: „Jeder, der ein Investment in Aktien tätigt, kauft damit auch einen Anteil am Anlagevermögen des Unternehmens. Dieser Vorteil spielt für Privatanleger angesichts möglicher Inflationsrisiken eine immer wichtigere Rolle.“

 

Nur ein gut informierter Anleger hat Aussicht auf Erfolg 



Wer einsteigen will, sollte laut Dittrich allerdings einige Punkte beachten: „Es ist wichtig, sich vor dem Kauf umfassend zu informieren. Privatanleger sollten nur in Firmen investieren, deren Geschäftsmodell sie durchdrungen haben.“ Dittrich vergleicht dies mit dem Autokauf: So wie sich viele Deutsche vor der Entscheidung für ein neues Auto intensiv mit Details wie der Motorisierung und den Ausstattungsvarianten beschäftigten, sollten sich Anleger vor dem Aktienkauf mit den Kennzahlen des Unternehmens, den angebotenen Produkten und Dienstleistungen sowie der Konkurrenzsituation im Umfeld des Unternehmens auseinandersetzen. Denn immer noch gelte die Grundregel, dass man nur in Unternehmen investieren soll, deren Risikoprofil dem eigenen entspricht. „Darüber hinaus sollten Anleger auch nur Geld investieren, auf das sie in den nächsten Jahren nicht angewiesen sind“, so Dittrich weiter. „Denn wer in Aktien investiert, hat in der Regel einen Anlagehorizont zwischen fünf und zehn Jahren und ist eher mittelfristig orientiert.“ Einer der Gründe dafür: Längere Halteperioden können starke Verluste in einzelnen schlechten Jahren ausgleichen und dadurch das mit Aktien verbundene Risiko abmildern.

 

Risikostreuung ist der Schlüssel zu einer ausgewogenen Geldanlage

 

Misstrauisch sollten Anleger immer dann werden, wenn sie mit unrealistisch hohen Renditeversprechen gelockt werden. Oft handelt es sich bei den entsprechenden Aktien um Pennystocks mit Kursen im Centbereich. „Solche Papiere sind hochspekulativ und nur für erfahrene, risikoaffine Anleger geeignet“, sagt Dittrich. Dies sei schon darin begründet, dass sich die Beschaffung valider Informationen zu solchen Unternehmen häufig sehr schwierig gestalte. Anleger sollten sich daher immer fragen, wer von solchen dubiosen Anlageempfehlungen profitieren könnte, so Dittrich weiter. Grundsätzlich gelte, dass ausreichendes Wissen über Börse und Finanzen der beste Schutz für Anleger sei.

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