Was bedeutet der Ausgang des Referendums über den Brexit für mein Geld?

Aktuelle Fragen und Antworten des Bundesverbandes der deutschen Banken:

 

Was bedeutet das für meine Einlagen?

 

Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland gilt für Spareinlagen bis zu 100.000 Euro. Darüber hinaus greift der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken und die verschiedenen Institutssicherungen.

 

Wenn ich in Aktien/Aktienfonds angelegt habe?

 

Unsicherheit ist immer Gift für die Märkte. Natürlich sind durch das Abstimmungsergebnis der Briten die Märkte in Aufruhr, werden sich aber hoffentlich schnell wieder beruhigen. Wie immer in volatilen Phasen ist es wichtig, dass Anleger Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln.

 

Was bedeutet das für meine Kredite?

 

Hier gibt es keine direkten Auswirkungen.

 

Steigen jetzt die Zinsen wieder?

 

Das ist unwahrscheinlich. Die Inflationsrate ist aktuell niedrig und wird auch in den kommenden Monaten allenfalls geringfügig steigen. Von daher ist eine Wende bei den Leitzinsen der EZB zurzeit nicht absehbar.

 

Wenn ich ein Fremdwährungskonto habe?

 

Da das Britische Pfund deutlich verloren hat, würden Sie aktuell weniger für Ihr Geld bekommen, wenn Sie jetzt in Euro umtauschen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Geldanlage in Fremdwährungen nicht ohne Risiko ist.

 

Was ist, wenn ich ein Tagesgeld-Festgeld-Konto bei einer britischen Bank habe?

 

Der Einleger würde durch die britische Einlagensicherung derzeit im Insolvenzfall einer Bank maximal 75.000 britische Pfund bekommen. Unabhängig ob dies nach tagesaktuellem Kurs mehr oder weniger als 100.000 Euro sind. Britische Banken, die in Deutschland tätig sind, sind häufig auch Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Das bedeutet, dass Ihre Einlagen in diesem Fall weit über den Betrag von 75.000 Britische Pfund hinaus gesichert sind.

 

Wenn ich jetzt Urlaub in Großbritannien geplant habe, wird alles billiger?

 

Das Britische Pfund hat gegenüber dem Euro stark abgewertet. Das bedeutet für Urlauber, dass sie vor Ort mehr für ihren Euro bekommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Kaufkraft des Euro in UK mittelfristig entwickeln wird.

 

Stichprobe bei Banken und Sparkassen: Verlorenes Sparbuch kostet bis zu 50 Euro

Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zwölf Banken und Sparkassen zeigt: Wer sein Sparbuch verschusselt, muss für Sperre und Ersatz oft kräftig blechen. Das Sparbuch ist weg – was tun? Die gute Nachricht ist: Das Geld ist nicht verloren, denn die Bank kann Ein- und Auszahlungen in aller Regel nachvollziehen. Doch Eile ist geboten. Denn ein Sparbuch gehört zu den sogenannten "hinkenden Inhaberpapieren". Die Bank darf zwar bei der Auszahlung verlangen, dass der Kunde zusätzlich zum Sparbuch auch seinen Ausweis vorlegt, ist dazu aber nicht verpflichtet. Damit wäre es denkbar, dass unehrliche Finder eines fremden Sparbuchs Geld abheben. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte daher dem Geldinstitut den Verlust zügig melden. Die Bank kann das alte Sparbuch sperren und ein neues ausstellen. Doch das kostet zumeist, wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zwölf Geldinstituten zeigte - und zwar bisweilen recht ordentlich.

 

 

Kostenloser Ersatz nach Kartensperrung

Banken dürfen für die Ausstellung einer Ersatz-Bankkarte kein Entgelt verlangen, wenn der Kunde den Verlust seiner Karte angezeigt hat. Eine anderslautende Klausel im Preisverzeichnis ist unwirksam. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands  (vzbv) gegen die Deutsche Postbank AG entschieden. Mit seinem heutigen Urteil hat der Bundesgerichtshof die für Giro- und Kreditkarten übliche Entgeltklausel für das Ausstellen einer Ersatzkarte gekippt“, sagt Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim vzbv. Laut BGH gehört die Ausgabe einer Ersatzkarte zumindest bei Verlust oder Diebstahl zu den gesetzlichen Pflichten einer Bank, für die ein Entgelt nicht verlangt werden darf. Offen gelassen hat der BGH, ob für eine Ersatzkarte gezahlt werden muss, wenn eine Karte defekt ist oder sich der Name des Inhabers geändert hat.

 

Girokonto für Jedermann kommt ab 2016

Die Banken dürfen spätestens ab Sommer 2016 niemanden mehr abweisen, der ein Girokonto auf Guthabenbasis eröffnen will. Am 28.10.2015 hat die Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzesentwurf gebilligt. Das Gesetz muss aber noch vom Bundestag beschlossen werden. Damit wird die EU-Richtlinie zu Zahlungskonten umgesetzt. Der späteste Umsetzungstermin ist der 18.9.2016. "Aktuell werden in Brandenburg nur die Sparkassen gesetzlich dazu verpflichtet, jedem ein Girokonto einzurichten", erläutert Erk Schaarschmidt, Jurist bei der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB). Derzeit werden viele Verbraucher bei der Bank ihrer Wahl abgelehnt, da sie entweder keinen festen Wohnsitz nachweisen oder keine Ausweispapiere vorlegen können. Nach dem noch zu beschließenden Gesetz darf dann jeder, der sich legal in der EU aufhält, ein so genanntes Basiskonto einrichten. Auch Asylsuchende und Personen ohne Aufenthaltsstatus, die aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden dürfen (sogenannte Geduldete), haben Anspruch darauf. Allerdings muss jeder Kunde geschäftsfähig sein, so die Regierungserklärung. Der Kunde bekommt dann eine EC-Karte und kann Geld überweisen, darf jedoch sein Konto nicht überziehen. "Wir begrüßen die neue Regelung. So stehen alle Banken in der Verantwortung, jedem ein einfaches Girokonto anzubieten, um am Wirtschaftsleben teilnehmen zu können. Wir fürchten allerdings, dass die Kontoführungskosten deutlich steigen werden. Denn eine feste Kostengrenze ist gesetzlich nicht geplant", so der Jurist.

 

Welche Bank ist die Richtige?

Bis das Gesetz in Kraft tritt, sollten sich Kontosuchende zunächst ihre Wunsch-Bank auswählen. Dabei sollte man vor allem auf folgende Auswahlkriterien achten: geringe Fremdabhebegebühr, viele Geldautomaten, eine gut erreichbare Filiale sowie niedrige Kosten. "Hat man sich für ein Geldinstitut entschieden, sollten Verbraucher einen Kontoeröffnungsantrag auf Guthabenbasis stellen", empfiehlt Schaarschmidt. Wird dieser abgelehnt, so sollte eine schriftliche Ablehnung eingefordert werden. "Findet nur ein ablehnendes Gespräch in der Filiale statt, notieren Sie sich den Namen des Mitarbeiters, Datum, Uhrzeit und Inhalt des Gesprächs sowie die Adresse der Bank. Anschließend können Sie kostenfrei Beschwerde beim Ombudsmann des jeweiligen Banken- oder Sparkassenverbandes einreichen, um das Girokonto zu bekommen", rät der Jurist.

 

Bankenverband: So betreiben Sie sicheres Online-Banking

Online-Banking ist sehr sicher! Das glauben 53 Prozent der Deutschen. Unter denen, die Online-Banking nutzen, ist die Zahl sogar noch höher: 84 Prozent. Dennoch haben viele Menschen Angst vor „Phishing“, so nennt man es, wenn persönliche Daten abgefischt werden. Wer sich aber an bestimmte Regeln und Tipps hält, kann sowohl Mobile-Banking als auch Online-Banking sicher betreiben.

 

- Meist ist der PC zu Hause das Einfallstor für Kriminelle. Als Online-Banking-Kunde müssen Sie gewisse Sorgfaltspflichten einhalten: Installieren Sie einen Virenscanner und eine Firewall. Auch die Software sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Sobald Sie ein Update angeboten bekommen, nutzen Sie es und zögern die Installation nicht hinaus. Sie sollten auch niemals Online-Banking auf fremden Rechnern (z.B. in einem Internet-Café) tätigen.


- Gleiches gilt für Ihr Smartphone. Es ist wie ein kleiner Computer. Sie müssen die Software auf dem aktuellsten Stand halten. Beim mobileTAN-Verfahren sollten Sie Ihr Smartphone nicht gleichzeitig zum Online-Banking und Empfang der SMS nutzen.


- Speichern Sie niemals Kennwörter, Ihre Geheimzahl (PIN) und TANs in Apps, in der Cloud oder auf Ihrer Festplatte. Auch nicht als Telefonnummern verschlüsselt im Handy.


- Bei Cyberattacken versuchen Betrüger Sie auf kopierte Online-Banking-Websites der Banken zu locken, um Daten abzufischen. Bevor Sie sich einloggen, überprüfen Sie, ob es sich wirklich um die verschlüsselte Seite Ihrer Bank handelt. Das erkennen Sie u. a. daran, dass im Browser ein Schloss-Symbol erscheint und die Webadresse mit https… beginnt.


- Antworten Sie niemals auf vermeintliche E-Mails Ihrer Bank, die Sie beispielsweise zu einer Bestätigung Ihrer Daten auffordern. Klicken Sie keine Links an, um solche Daten einzugeben. Ihre Bank wird dies nicht abfragen.


- Beziehen Sie nur Apps aus autorisierten Quellen. Seien Sie bei Gratis-Versionen von ansonsten käuflich zu erwerbenden Apps skeptisch, denn es könnte sich um Schadsoftware handeln.

 

Auf keinen Fall sollten Sie folgenden Aufforderungen während der Banking-Sitzung nachkommen:

 

- einer Abfrage mehrerer TAN,

- einer TAN-Eingabe zur Aufhebung einer angeblichen Kontosperrung oder Laufzeitbeschränkung Ihrer iTAN-Liste,

- einer TAN-Eingabe zur Bestätigung der Kontodaten,

- einer Rücküberweisung einer (vermeintlich) eingegangenen Zahlung,

- einer Durchführung einer Testüberweisung,

- einer Installation von Sicherheitszertifikaten oder Sicherheitssoftware/App.

 

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, können Sie Online-Banking sicher und bequem betreiben. Sollten Sie tatsächlich Opfer von Phishing-Betrügern werden, wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank, rät der Bundesverband deutscher Banken.

Einlagen deutscher Sparer künftig noch sicherer

Sparer in Deutschland sind künftig noch besser vor dem Verlust ihres Ersparten geschützt: Alle Banken müssen künftig einem Einlagensicherungssystem angehören. Die finanzielle Ausstattung dieser Systeme wird verbessert. Zudem kommt der Sparer im Schadensfall schneller an sein Geld. Künftig hat er Anspruch auf Rückzahlung innerhalb von 7 statt bisher 20 Arbeitstagen. Dazu hat das Bundeskabinett am 19. November 2014 das Gesetz zur Umsetzung der europäischen Richtlinie über Einlagensicherungssysteme beschlossen. Mit dieser Richtlinie werden die Einlagensicherungssysteme EU-weit harmonisiert und ein einheitliches Schutzniveau für alle Sparer in der EU geschaffen. Der Bundesminister der Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble: „Die deutschen Sparer wissen: Ihre Spareinlagen sind sicher. Mit dem Gesetz erhöhen wir die Leistungsfähigkeit der Einlagensicherung weiter und machen sie noch kundenfreundlicher. Künftig bekommt der Sparer im Schadensfall schneller und unbürokratischer sein Geld zurück. Damit stärken wir das Vertrauen in das deutsche Bankensystem. Die etablierten Strukturen der deutschen Einlagensicherung bleiben erhalten.“ Einlagensicherungssysteme tragen maßgeblich dazu bei, im Krisenfall einen massiven Abzug von Spareinlagen zu vermeiden. Laut Gesetzentwurf der Bundesregierung müssen alle Banken künftig einem Einlagensicherungssystem angehören, bei dem Sparer im Bedarfsfall einen Anspruch auf Erstattung ihrer Einlagen von regulär bis 100 000 Euro haben. Auch die Sicherungssysteme der Sparkassen- und Giroverbände (DSGV) oder des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) können sich künftig als gesetzliche Einlagensicherungssysteme anerkennen lassen. Außerdem wird die finanzielle Ausstattung der Einlagensicherungssysteme verbessert. Sie haben innerhalb von 10 Jahren ein Mindestvermögen in Höhe von 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen anzusparen. Weiterhin wird der Schutz der Einleger verbessert durch

•eine Verkürzung der Auszahlungsfrist im Entschädigungsfall von derzeit 20 auf 7 Arbeitstage,

•einen erhöhten Schutzumfang für besonders schutzbedürftige Einlagen von bis zu 500 000 Euro bei einer Bank (z. B. für Einlagen, die aus dem Verkauf einer Privatimmobile resultieren oder aufgrund sozialrechtlicher Ansprüche ausgezahlt werden); der Schutz besteht für einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten nach Einzahlung,

•verbesserte Information des einzelnen Einlegers über die Einlagensicherung und

•eine grundsätzlich antragslose gesetzliche Entschädigung.

 

Der Gesetzentwurf sieht vor, das bestehende Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetze (EAEG) aufzuspalten. Die bisherigen Regelungen für Anlegerentschädigung werden inhaltlich nicht geändert und künftig in einem reinen Anlegerentschädigungsgesetz fortgeführt. Das Einlagensicherungsgesetz kommt neu hinzu, so das Bundesfinanzministerium.

ÖKO-TEST Girokonten für Selbstständige: Gnadenlos abkassiert

Handwerker und die anderen der insgesamt 4,5 Millionen Selbstständigen in Deutschland müssen oft bereits für die Bereitstellung eines Kredits auf dem laufenden Konto Zinsen zahlen. Das zeigt eine Untersuchung von ÖKO-TEST. Schon bei einem Kreditrahmen von 13.000 Euro fallen bis zu 500 Euro Bereitstellungsgebühr im Jahr an. Rutscht das Konto tatsächlich einmal ins Minus, erreichen die Sollzinsen bis zu 12,81 Prozent. Während Privatkunden derzeit von Banken mit kostenlosen Girokonten plus Startguthaben umworben werden und schlimmstenfalls 80 Euro im Jahr zahlen, fangen die Preise für Geschäftsgirokonten auf diesem Niveau erst an – teilweise sind sie sogar bis zu zehn Mal so teuer wie für Privatkonten. ÖKO-TEST rät Selbstständigen, unbedingt die Preise zu vergleichen, denn die Preisunterschiede sind von Bank zu Bank exorbitant. Während manche 250 Euro im Jahr verlangen, explodieren bei anderen Instituten die Kosten auf bis zu 1.000 Euro. Dazu schlägt alles weitere extra zu Buche: Es entstehen Gebühren für Buchungen sowie Konto- und Kreditkarten. Guthabenzinsen sind dagegen Mangelware.

 

Wer ein günstiges Konto sucht und die Angebote vergleichen will, stößt jedoch auf Intransparenz. Nur die wenigsten Banken sind bereit, die Preise für Geschäftsgirokonten offenzulegen. ÖKO-TEST hat 87 Banken angeschrieben, von diesen wollten sich 54 nicht in die Karten schauen lassen und gaben keine Auskunft.

Dabei lässt sich mit einem Vergleich viel Geld sparen, vor allem beim Kontokorrentkredit. Dieser ist eine richtige Kostenfalle, wie ÖKO-TEST kritisiert. Zwar können die meisten Selbstständigen schon froh sein, wenn ihnen überhaupt ein Kontokorrentkredit gewährt wird. Ist das der Fall, schwanken die Sollzinsen in den ÖKO-TEST-Musterfällen zwischen 6,75 und 12,81 Prozent. Manche Banken lassen sich sogar die Bereitschaft, Geschäftskunden einen Kontoüberziehungsrahmen einzuräumen, fürstlich honorieren, auch wenn man gar nicht in die Miesen rutscht. Die Bereitstellungsprovisionen liegen bei bis zu drei Prozent pro Jahr auf den nicht ausgeschöpften Teil des Kreditrahmens. Eine Bank im Test stellt zusätzlich noch ein Bearbeitungsentgelt von mindestens 150 Euro in Rechnung. Das summiert sich: In den Musterfällen, die ÖKO-TEST berechnet hat, kommen schon mal 586 Euro pro Jahr zusammen, obwohl der Kreditrahmen nicht genutzt wurde. ÖKO-TEST empfiehlt allen Selbstständigen, sich Abzockerkonditionen nicht bieten zu lassen. Es lohnt sich, mit der Bank zu feilschen, denn Bereitstellungsprovisionen und Kreditzinsen sind verhandelbar.

Shopping und Banking sicher im Netz

Die Sicherheit im Netz ist gerade für Bankkunden ein wichtiges Thema. 45 Prozent der Deutschen wickeln ihre Bankgeschäfte online ab, Tendenz: steigend. 46 Prozent halten Onlinebanking für sehr sicher. Zu Recht, denn, wer seine Sorgfaltspflichten einhält und gewisse Sicherheitstipps beachtet, der kann unbesorgt im Internet Überweisungen tätigen, per Kreditkarte shoppen gehen, SEPA-Lastschriften erteilen oder seine Kontodaten abfragen. Hier sind die wichtigsten Regeln, die Sie beherzigen sollten:

 

1.Sichern Sie Ihren PC zu Hause. Installieren Sie immer den aktuellsten Virenscanner und die neueste Firewall-Software. Betriebssysteme und Programme sollten immer up-to-date sein, ebenso wie der Internetbrowser. Denn: Der Computer ist immer das erste Einfallstor für Cyber-Betrüger.

2.Betreiben Sie Onlinebanking immer nur von einem sicheren PC aus. Niemals im Internetcafé oder in Hotels unterwegs.

3.Geben Sie Ihre Zugangsdaten nur ein, wenn Sie sich auf der geschützten Seite der Bank befinden und eine verschlüsselte Verbindung besteht. Das lässt sich unter anderem daran erkennen, dass die Internetadresse der Bank mit https:// beginnt. Oder am Schloss in der Browserleiste.

4.Wählen Sie ein sicheres Passwort aus. Zum Onlineshopping oder auch beim Onlinebanking braucht man zur Identifizierung ein Passwort. Dieses sollte individuell und nicht zu knacken sein. Es ist mindestens acht Stellen lang und besteht zum Beispiel aus einer Mischung von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen.

5.Geben Sie ihre sensiblen Daten wie Passwörter, PIN und TANs niemals an Dritte weiter. Sie dürfen weder in Ihrem Computer, noch in Ihrem Handy gespeichert sein – auch nicht „verschlüsselt“ als Telefonnummer oder Geburtsdatum, etc. Wer dies tut, verletzt seine Sorgfaltspflichten und bekommt im Falle eines Schadens sein Geld womöglich nicht erstattet.

6.Wenn Sie das mobileTAN-Verfahren (mTAN) nutzen, also Ihr Mobiltelefon beim Onlinebanking im Einsatz haben, müssen Sie dieses genauso aktiv vor Schadprogrammen schützen, wie den PC zu Hause. Bedenken Sie: Smartphones sind kleine Computer, die abgesichert werden müssen.

7.Beim mTAN-Verfahren darf das Smartphone, mit dem die TANs empfangen werden, nicht gleichzeitig fürs Onlinebanking genutzt werden.

8.Nutzen Sie das iTAN-Verfahren, also eine durchnummerierte Liste mit TANs, bewahren Sie diese sicher auf. Sie darf auf keinen Fall abfotografiert oder eingescannt werden.

9.Vorsicht: im Zuge der Umstellung auf den SEPA-Zahlungsverkehr bringen Betrüger aktuell Phishing-Mails in Umlauf, in denen der Verbraucher aufgefordert wird, seine Kontodaten zu Zwecken der Überprüfung und Bestätigung preiszugeben. Folgen Sie niemals solchen Links und öffnen Sie keine Dateianhänge. Grundsätzlich gilt: Banken versenden niemals E-Mails, in denen sie Ihre Kunden zur Eingabe von Kontodaten oder sensiblen Zugangscodes oder Geheimnummern (PIN und TANs) auffordern.

10.Überprüfen Sie regelmäßig und in kurzen Abständen Ihre Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen. Sollten Sie Unstimmigkeiten feststellen, informieren Sie unverzüglich Ihre Bank. Wenn Sie vermuten, dass jemand Ihre geheimen Zugangsdaten (z. B. PIN oder TANs) kennt, lassen Sie den Online-Zugang zum Konto sofort sperren.

  

Das oberste Gebot beim Onlinebanking oder Onlineshopping ist: Vertrauen sie Ihrem gesunden Menschenverstand, seien Sie wachsam. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, brechen Sie den Vorgang am besten ab. Wenn Sie eine E-Mail mit unbekanntem Absender bekommen oder auch vermeintlich von Ihrer Bank, seien Sie misstrauisch. Wenn Ihnen ein Internetshop nicht vertrauenswürdig erscheint, kaufen Sie woanders. Dann kommen Sie sicher durchs Netz. 

Onlinebanking-Betrug: Finger weg von dubiosen App-Angeboten

Die Technologiemesse CEBIT steht ganz im Zeichen von Datenschutz und Datensicherheit. Aber: Wer Daten nutzt, muss auch für ihren Schutz sorgen. Das gilt insbesondere beim Onlinebanking! Kunden, die ihre Bankgeschäfte im Internet tätigen, wie 46 Prozent der Deutschen, sollten dies nach dem Motto "Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Verhalten" tun. Denn nur, wer wichtige Sicherheitsregeln beachtet, kann auch sicheres Onlinebanking betreiben. Dazu gehört, dass man seinen PC mit aktuellen Virenscannern und Firewalls schützt. In einer sich ständig technologisch weiterentwickelnden Welt wandeln sich auch die Angriffswerkzeuge kontinuierlich mit der Weiterentwicklung der Technologien. Denn Betrugsmaschen funktionieren am besten, solange sie noch keiner kennt. Deshalb versuchen Kriminelle mit laufend neuen Methoden an Ihr Geld zu kommen. Eine relativ neue, derzeit beliebte Masche: Bankkunden werden kostenlose Versionen von Apps für ihr Smartphone oder ihren Tablet-PC angeboten, die üblicherweise bezahlt werden müssen. Von solchen "Angeboten" sollte man unbedingt die Finger lassen, denn beim Herunterladen dieser vermeintlichen Apps wird eine Schadsoftware auf mobile Endgerät übertragen, die sensible Nutzerdaten des Kunden (PINs und Passwörter) abfischt.

Auch sind zurzeit weiterhin gefälschte E-Mails mit der vermeintlichen Bank als Absender im Umlauf, mit denen Betrüger versuchen, Bankkunden ihre Zugangsdaten zum Onlinebanking zu entlocken. Betreffzeilen lauten beispielsweise:

  • Helfen Sie uns unsere Kundenservice zu verbessern
  • Umstellung im Onlinebanking auf SEPA
  • Wichtige Informationen zu Ihrem Girokonto
  • Wichtige Mitteilung für Nutzer einer Banking Software


Lassen Sie sich auch nicht durch möglicherweise entstehende Kosten oder Fristen unter Druck setzen. Ihre Bank wird Ihnen niemals die Änderung Ihrer PIN oder TANs in Rechnung stellen oder überhaupt online abfragen. 

Onlinerechner: Aktuelle Wechselkurse der meist gehandelten Währungen

Über 50 Prozent der Bankkunden spielen mit Gedanken, ihre Bank zu wechseln

Innerhalb der nächsten sechs Monate werden weltweit voraussichtlich zehn Prozent der befragten Kunden im Privatkundenbereich ihre Bank verlassen. Weitere 41 Prozent sind unsicher, ob sie ihrer Bank die Treue halten werden. So die Ergebnisse des zehnten World Retail Banking Reports (WRBR) des Beratungsunternehmens Capgemini und der Efma. Um eine Bankkunden-Beziehung wieder aufzubauen, besteht die Möglichkeit, stärker kundenzentriert vorzugehen. Banken müssen hierzu große Mengen an Kundendaten auswerten und mobile Einsatzmöglichkeiten weiterentwickeln, wodurch sich persönlichere Interaktionen mit dem Kunden ergeben können. Die Basis des WRBR 2013 bildet eine umfangreiche Kundenbefragung sowie der Customer Experience Index (CEI). Er zeigt die Auffassung von 18.000 Kunden in 35 Ländern und sechs Regionen zu den Bereichen (Vertriebs-)Kanäle, Transaktionen und Produkte. Es wurden 80 Kunden-Kontaktpunkte untersucht, um weltweit einen tieferen Einblick in die Kundenwahrnehmung bei Banken zu erhalten.

 

Kundenzufriedenheit in Deutschland leicht verbessert

 

Deutschland liegt mit 48 Prozent an achter Stelle im Ranking von 35 untersuchten Ländern, gemessen am Anteil der Kunden mit positiven Erlebnissen im Bankalltag. Zum Vorjahr hat sich der positive Anteil um 2,8 Prozentpunkte verbessert, in Österreich hingegen sogar um 11,4 Prozentpunkte. An der Spitze der Länder mit den zufriedensten Bankkunden liegen Kanada (60,8 Prozent) und die USA (57,1 Prozent), das Schlusslicht bilden Honkong und Japan. Die Nachbarländer Frankreich (36,2 Prozent) und die Niederlande (39,2 Prozent) befinden sich im unteren Drittel der Rangliste.

 

Positive Kundenerlebnisse sind stark mit dem Vertrauen der Kunden in ihre Banken verbunden und damit, wie eine Bank die Bedürfnisse seiner Kunden versteht. "Da die Hälfte der Privatkunden weltweit ihrer Bank gegenüber nicht loyal ist, besteht dringender Handlungsbedarf - Banken müssen verstärkt das Thema Kundenfokussierung in ihre DNA einbauen", sagt Klaus-Georg Meyer, Leiter Banking bei Capgemini Consulting in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Bankdienstleistungen werden zunehmend standardisiert, es ist daher notwendig zu  differenzieren und eine Kundenbindung auf andere Weise aufzubauen. Die Bereitstellung der richtigen Produkte zur richtigen Zeit über etablierte und neue Kanäle wie mobile ist ein Weg, um eine dauerhafte Kundenbindung aufzubauen."

 

Servicequalität ist Wechselgrund Nummer eins

 

In den meisten Regionen entpuppte sich "Servicequalität" als der wichtigste Faktor, der Kunden zum Bankwechsel bewegt. Als Ausnahme gilt Nordamerika, dort sind die  Gebühren der auschlaggebende Wechselfaktor, dicht gefolgt von der Qualität des Services. Der WRBR 2013 zeigt, dass rund 50 Prozent oder weniger Kunden mit ihren Banken in den folgenden fünf Kernbereichen zufrieden sind: Verständnis der Bedürfnisse und Präferenzen des Kunden (37 Prozent zufrieden), Passgenauigkeit von Produkt zu (Vertriebs-)Kanal (43 Prozent zufrieden); Vertrauen (51 Prozent zufrieden), persönlicher Beziehungsaufbau (43 Prozent zufrieden) und eine konsequente Multi-Channel-Erfahrung (44 Prozent zufrieden).

Einlagensicherung bei ausländischen Banken - Innerhalb der EU bis zu 100.000 Euro abgesichert

Enttäuscht von den Niedrigzinsen heimischer Banken, richten immer mehr Anleger ihren Blick auf ausländische Geldinstitute. Oft bleiben aber ein mulmiges Gefühl und die Frage, wie sicher das Geld dort aufgehoben ist. Doch Zinsjäger können beruhigt sein. Denn wer ein paar Regeln beachtet, muss nicht um sein Erspartes bangen. Innerhalb der EU sind Gelder grundsätzlich bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Bank und Kunde ohne Selbstbehalt geschützt. "Alle Kreditinstitute, die ihren Hauptsitz in der Europäischen Union haben, müssen ihren Kunden auf Grundlage einer EU-Richtlinie seit dem 31.12.2010 die Rückzahlung von Spareinlagen in dieser Höhe garantieren", erklärt Thomas Prangemeier, Geschäftsführer des unabhängigen Vergleichsportals Verivox. Das gleiche gilt für Banken mit Sitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, die eine Zweigniederlassung in Deutschland betreiben. Um zum Geschäftsbetrieb zugelassen zu werden, sind sie verpflichtet, sich einer der deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtungen anzuschließen. Diese finanzieren sich durch jährliche Beiträge der Mitglieder. Für Nicht-EU-Mitgliedsstaaten zeichnet sich ein differenziertes Bild. In der Schweiz und in Liechtenstein etwa umfasst der gesetzliche Einlagenschutz 100.000 Schweizer Franken. Das entspricht ca. 82.000 Euro. Zwei Millionen Norwegische Kronen (ca. 270.000 Euro) sind in Norwegen geschützt. Auch in der Türkei gibt es ein staatliches Einlagensicherungssystem. Doch das springt im Schadenfall nicht für Devisenausländer ein. Die am deutschen Markt tätigen türkischen Banken wickeln ihr Geschäft aber über Tochtergesellschaften in den Niederlanden und Österreich ab und unterliegen somit der EU-Einlagensicherung.

 

Geldanlage in außereuropäischen Ländern

Die Pleiten der isländischen Kaupthing Bank im Jahr 2008 und der deutschen Noa Bank im Jahr 2010 machen deutlich, dass nicht nur der mögliche Zinsertrag bei der Wahl des Tages- oder Festgeldkontos eine Rolle spielen sollte, sondern auch die Absicherung der Ersparnisse. Wer ein zinsstarkes Tages- oder Festgeldkonto außerhalb des heimischen Marktes sucht, sollte sich in jedem Fall vorab über die Höhe des Einlagenschutzes informieren.

 

Ansprüche rechtzeitig geltend machen

Kommt es zu einer Bankenpleite, informiert die zuständige Entschädigungseinrichtung alle betroffenen Sparer. Diese haben dann ein Jahr Zeit, ihren Anspruch geltend zu machen. Die Frist zur Auszahlung von berechtigten Forderungen ist gesetzlich auf höchstens 30 Tage begrenzt.

Umfrage zum Einkauf mit EC-Karte und Unterschrift: Saftige Strafen für ungedecktes Konto

Viele Kunden glauben, dass der Einkauf bezahlt ist, wenn sie an der Kasse die Rechnung mit EC-Karte und Unterschrift begleichen. Ein Irrtum. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale NRW bei Supermärkten und großen Filialisten zeigt: Das kann teuer werden, falls das Konto nicht gedeckt ist. Nicht passieren kann das Kunden, die mit Karte und Geheimzahl (PIN) zahlen.

Dass aus 16 Euro für einen Einkauf im Supermarkt durchaus auch mal mehr als 100 Euro werden können, bekam Frank Jensen (Name geändert) zu spüren. Auslöser für den saftigen Aufschlag war die Art, wie er Milch, Brötchen & Co. bezahlt hatte: mit Bankkarte und seiner Unterschrift. Weil Jensens Konto zum Zeitpunkt des Einkaufs nicht gedeckt war, wurde die Lastschrift von der Bank zurückgegeben. Der Kunde beließ es über Wochen dabei, ohne die Verbindlichkeiten zu begleichen. Deshalb gab der Supermarkt die offene Forderung an ein Inkassobüro weiter. Das sattelte auf den ursprünglichen Betrag weitere 85 Euro für Bank- , Auskunfts- und Anwaltsgebühren oben drauf. Darüber hinaus wurde Jensen ein Schufa-Eintrag angedroht, falls er die Rechnung nicht umgehend begleichen sollte.

 

Vielen Kunden ist nicht bewusst, dass der Einkauf noch nicht endgültig bezahlt ist, wenn an der Kasse das Lastschriftverfahren mit Unterschrift zum Einsatz kommt. Erst mit dem erfolgreichen Einzug des Betrags ist die Zahlung abgeschlossen. Im Gegensatz zur Zahlung mit Bankkarte und Geheimzahl (PIN): Dabei wird die Kontodeckung direkt bei der Zahlung geprüft.

Ist dagegen bei einer Zahlung mit Autogramm das Konto über das Dispo-Limit hinaus in den roten Zahlen, kann die Bank die Einlösung der Lastschrift verweigern – und der Händler sitzt auf einer offenen Forderung. Von 20 großen Handelsketten wollte die Verbraucherzentrale NRW wissen, wie sie in solchen Fällen reagieren. Von den elf Antwort bereiten Unternehmen bekannten sich die meisten dazu, das Lastschriftverfahren einzusetzen. Lediglich bei Aldi und Douglas sei die Kartenzahlung ausschließlich mit Geheimzahl möglich. Für Galeria Kaufhof wiederum ist die Zahlung mit Unterschrift nur eine Notfalllösung, etwa wenn die für das Geheimzahl-Verfahren erforderliche Online-Verbindung zur Bank nicht verfügbar ist. Kurios: H&M setzt Geheimzahl- und Unterschriftsverfahren wechselweise nach dem Zufallsprinzip ein. Somit kann es durchaus vorkommen, dass an derselben Kasse heute mit Geheimzahl und morgen mit Unterschrift bezahlt wird. Kommt es beim Einzug zu Problemen, starten die Unternehmen meist einen zweiten Versuch. Nur Tengelmann und Real wollten zu ihrem Verfahren keine Angaben machen und verwiesen darauf, dass Rücklastschriften von einem Dienstleister bearbeitet werden. Um die Chance auf ein gedecktes Konto zu erhöhen, versucht Rewe, den zweiten Geldeinzug auf den Anfang des Monats zu legen, wenn etwa das Gehalt frisch eingegangen ist. Gelingt der zweite Versuch, muss der Kunde nur die Gebühren übernehmen, die die Bank dem Händler für die Rückgabe der ersten Lastschrift in Rechnung gestellt hat. Ikea verlangt darüber hinaus noch Bearbeitungsgebühren von fünf Euro. Schlägt der zweite Einzugsversuch fehl, kann es allerdings schnell teuer werden. Bereits die Anforderung der Adresse von der Bank für die Zustellung der Mahnung kann Händler mehr als 20 Euro kosten. Die werden an den säumigen Zahler genauso weitergereicht wie etwa Mahngebühren und Kosten für die Beauftragung eines Inkassobüros.

 

Vorsicht: Mitunter, das zeigen verärgerte Reaktionen von Kunden bei der Verbraucherzentrale, machen Händler schon nach der ersten geplatzten Lastschrift kurzen Prozess - und treiben dafür Zusatzkosten von fast 40 Euro ein. Deshalb sollten Kunden, die per Last- und Unterschrift zahlen, die regelmäßige Prüfung ihrer Kontoauszüge nicht auf die leichte Schulter nehmen – das gilt vor allem, wenn sich der Kontostand dem Dispo-Limit nähert. Wird beim Einkaufen eine Lastschrift nicht eingelöst, ist schnelles Handeln angesagt. Wer innerhalb weniger Tage aktiv wird und den offenen Posten per Barzahlung oder Überweisung begleicht, kann die Zusatzkosten in erträglichen Grenzen halten oder bisweilen sogar gänzlich vermeiden. 

Vorsicht vor Trickbetrügern am Geldautomaten

Millionen von Transaktionen an deutschen Geldautomaten verlaufen täglich sicher und reibungslos. Allerdings sind derzeit verstärkt Trickdiebe unterwegs, die versuchen, den Karteninhabern girocards mit den dazugehörigen Geheimnummern sowie Bargeld zu entwenden. Die EURO Kartensysteme informiert über die aktuellen Tricks der Kriminellen und wie sich Karteninhaber davor schützen können. Ablenkungsmanöver am Geldautomaten finden dieser Tage vermehrt statt. Diese Übergriffe laufen beispielsweise so ab, dass der Karteninhaber nach Eingabe der PIN und des gewünschten Geldbetrags von einer unbekannten Person gezielt angesprochen und abgelenkt wird. Die Sicht des Bankkunden auf den Geldautomaten wird von den Tätern mit Zetteln, die etwa um eine vermeintliche Spende bitten, verhindert. Schnell ziehen die Diebe das Bargeld aus dem Ausgabeschacht und verschwinden. Manchmal schlagen die Kriminellen sogar zu, noch bevor der Bankkunde einen Auszahlbetrag gewählt, die PIN aber bereits eingegeben hat. Die Täter nutzen dann eine Ablenkung, um selber beispielsweise die 500-Euro-Taste zu drücken und sich das Geld anzueignen.

 

Beim sogenannten Schulterblick schaut der betrügerische Hintermann dem Karteninhaber während der PIN-Eingabe über die Schulter. So liest er die Geheimnummer mit und stiehlt später die girocard. Dann kann der Dieb die Karte missbräuchlich verwenden.

 

Bei einer anderen Variante lässt ein Betrüger in der Nähe des Automaten einen Geldschein oder die Brieftasche fallen, nachdem ein Mittäter bereits die PIN-Eingabe ausspioniert hat. Der hilfsbereite Bankkunde hebt den „verlorenen“ Gegenstand auf und gibt ihn zurück. Mithilfe dieser Ablenkung zieht der erste Betrüger die girocard aus dem Automatenschlitz und verschwindet samt ausgespähter Geheimzahl.

 

Hier die wirksamsten Tipps, um Diebstähle am Geldautomaten zu verhindern:

  • Bei der PIN-Eingabe immer die Tastatur verdecken
  • Nicht von unbekannten Personen ablenken lassen
  • Auf den nötigen Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden bestehen
  • Den Karten- und Geldausgabeschacht stets im Blick behalten
  • Die girocard sofort sperren, wenn sie vom Geldautomaten einbehalten wird oder abhandenkommt. Die zentralen Sperrnotrufnummern 116 116* bzw. 01805 / 021 021** sind rund um die Uhr erreichbar. Ein handlicher SOS-Infopass enthält weitere wichtige Sperrnummern und ist unter www.kartensicherheit.de als Download erhältlich.

 

* kostenfrei aus dem dt. Festnetz und über Mobilfunk innerhalb Deutschlands, gebührenpflichtig aus dem Ausland

** 14 ct./min. (inkl. USt.) aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkhöchstpreis 42 ct./min. (inkl. USt.), abweichende Gebühren aus dem Ausland

 

Weitere Tipps zum richtigen Umgang mit Karte und PIN hat die EURO Kartensysteme GmbH in Zusammenarbeit mit der deutschen Kreditwirtschaft im Internetportal www.kartensicherheit.de zusammengestellt. Hier finden Verbraucher interessante Informationen zu bargeldlosen Zahlungsmitteln.

Schulden ohne Ende – Über zwei Billionen Euro Staatsverschuldung in Deutschland

Jeder zweite Bundesbürger erwartet, dass die Staatsverschuldung in Deutschland in den nächsten 10 bis 15 Jahren weiter steigen wird. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Bankenverbandes.Damit orientieren sich die Deutschen an der historischen Entwicklung, denn in den letzten Jahrzehnten sind die öffentlichen Schulden beständig gewachsen: Betrug die Staatsverschuldung im Verhältnis zur gesamtwirtschaftlichen Leistung – dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) – in den sechziger und siebziger Jahren nur 18 Prozent, so ist sie bis zur deutschen Wiedervereinigung schon auf 42 Prozent gestiegen. Seitdem sind die Schulden der öffentlichen Haushalte stark weiter gewachsen und betragen aktuell bereits mehr als 80 Prozent des BIP.

Insgesamt hat die öffentliche Hand in Deutschland Gesamtschulden von über 2,1 Billionen Euro angehäuft. Das sind umgerechnet etwa 25.000 Euro pro Bundesbürger. 

Schulden Deutschland

Unseriöses Inkasso ist eine bedrohliche Plage

Unseriöses Inkasso geht Hand in Hand mit Kostenfallen im Internet und unlauterer Telefonwerbung. Willkür und Phantasiegebühren treiben Inkassoforderungen in schwindelerregende Höhen. Dies belegt eine Auswertung der Verbraucherzentralen von rund 4000 Verbraucherbeschwerden. Demnach sind 99 Prozent der Beschwerden über unseriöse Inkassopraktiken berechtigt. „Unseriöses Inkasso ist eine bedrohliche Plage. Abzocke und Einschüchterung müssen endlich gestoppt werden“, fordert Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) und ergänzt: „Seriöses Inkasso ist legitim und sinnvoll. Aber auch hier kann es nicht ohne Regeln weitergehen.“

 

Die nicht repräsentative Untersuchung zeigt: In 84 Prozent der Fälle war bereits die Hauptforderung unberechtigt, in 15 Prozent der Fälle blieb auch auf Nachfrage unklar, ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt. Lediglich ein Prozent der erfassten Inkassoforderungen waren eindeutig berechtigt. Meist stehen unberechtigte Inkassoforderungen im Zusammenhang mit untergeschobenen Verträgen, die durch Abofallen im Internet, unerlaubte Telefonwerbung oder Gewinnspielwerbung angebahnt wurden. „Viele Betroffene zahlen aus Unkenntnis und Angst selbst unberechtigte Forderungen“, berichtet Olaf Weinel, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Niedersachen. Verbraucher fühlten sich bedroht und eingeschüchtert.

 

Vielfach sorgen – auch bei berechtigen Forderungen – Phantasiegebühren für eine Kostenexplosion der Gesamtrechnung. So verlangten Inkassounternehmen in rund 50 Prozent der ausgewerteten Fälle nicht nachvollziehbare Gebühren, Auslagen oder Zinsen. Unterm Strich erhöhte sich dadurch die Summe der Hauptforderungen von rund 490.000 Euro auf Gesamtforderungen in Höhe von rund 750.000 Euro. Die mit weitem Abstand meisten Beschwerden bezogen sich auf die Deutsche Zentral Inkasso GmbH. Auf sie entfielen 40 Prozent der Verbraucherbeschwerden. 15 Prozent der Beschwerden betrafen nicht registrierte Inkassounternehmen. Insgesamt waren 116 Inkassounternehmen beteiligt.


Inkasso braucht Regeln

„Inkasso braucht Regeln, gesetzliche Informationspflichten, verlässliche Gebührenvorgaben und eine schlagkräftige Aufsicht“, lautet das Fazit von Gerd Billen. Auch der Bundesrat und die Verbraucherschutzministerkonferenz fordern konkrete Maßnahmen im Kampf gegen unseriöses Inkassogebaren. Gefordert ist jetzt das zuständige Bundesjustizministerium, unlautere Inkassopraktiken in die Schranken zu weisen. Konkret fordern der vzbv und die Verbraucherzentralen:

 

  • die gesetzliche Verankerung von Informationspflichten für Inkassodienstleister,
  • die angemessene Deckelung der Gebührensätze für Inkassodienstleistungen in Anlehnung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG),
  • die rechtliche Festschreibung der Verhältnismäßigkeit zwischen Haupt- und Nebenforderung (analog zu Österreich),
  • die Verhinderung von Phantasiegebühren und –zinsen durch klare Kostenvorgaben,
  • eine schlagkräftige Aufsicht mit lediglich einer zuständigen Aufsichtsbehörde pro Bundesland,
  • ein effektives Sanktionsregime, das von gestaffelten Geldbußen bis hin zum Entzug der Zulassung reicht.

 

Wenn aus der Mücke ein Elefant wird

Inkassounternehmen können ihre Gebühren nach Gutsherrenart nahezu willkürlich festlegen. Das Prinzip ist einfach: Eine auf den ersten Blick kleine Hauptforderung bläht sich durch Phantasiegebühren, Aufschläge und Zinsen zu einem Vermögen auf. So wachsen Bagatellforderungen zu Beträgen von mehreren Hundert oder gar tausend Euro an. Ein krasser Fall aus der Schuldnerberatung: Die Hauptforderung belief sich auf 20,84 Euro, am Ende wurde die Zahlung von 1.200 Euro verlangt. „Angeschwollene Bagatellforderung“ nennen das die Fachleute.


Bedrohung und Einschüchterung

Rund drei Viertel der in der Untersuchung befragten Verbraucher fühlten sich von den Inkassoschreiben bedroht und eingeschüchtert. Gedroht wird mit Hausbesuchen, einem Eintrag bei der Schufa oder Lohn- und Kontopfändung. „Ein Inkassounternehmen drohte mit der Beauftragung einer Detektei, die Vermögens- und Arbeitsverhältnisse des Schuldners auszuspionieren – wegen einer Hauptforderung von 15,87 Euro“, berichtet Olaf Weinel. Die Deutsche Zentral Inkasso GmbH fügte ihrer Zahlungsaufforderung in vielen Fällen einen auf den Verbraucher zugeschnittenen „Entwurf einer Klageschrift“ bei.


Aufsicht und Selbstregulierung versagen

Auch sonst können die Unternehmen weitgehend unkontrolliert agieren. „Ein Mangel an effektiven Kontrollen und Sanktionen ist geradezu eine Einladung für Betrüger“, sagt Gerd Billen. Bundesweit sind rund 80 Aufsichtsbehörden für Inkassounternehmen zuständig. Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein im Jahr 2010 ergab, dass bundesweit lediglich in zwei Fällen Inkassofirmen aufgrund von Verbraucherbeschwerden die Zulassung entzogen wurde. Auch die Selbstregulierung der Branche funktioniert nicht. So geben die „berufsrechtlichen Richtlinien“ des Bundesverbandes Deutscher Inkassounternehmen (BDIU) weder eine Gebührenordnung noch konkrete Informationspflichten vor.


750 zugelassene Inkassounternehmen

In Deutschland gibt es rund 750 zugelassene Inkassounternehmen. Zwei Drittel davon sind im Dachverband BDIU organisiert. Sie bewegen nach Auskunft des Verbandes jährlich ein Forderungsvolumen von über 24 Milliarden Euro. Nur bei Gerichten registrierte Inkassounternehmen dürfen Schulden eintreiben.

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