Erste Jahresvignetten lohnen sich nicht mehr

 

Damit die Urlaubsreise kein teures Nachspiel hat, sollte man nicht vergessen, eine gültige Vignette zu besorgen. Ausreden wie "mein Hund hat das Pickerl gefressen" oder die "Vignette ist in der Handtasche meiner Frau" werden nur wenig nützen. 2019 wurden insgesamt 220.325 Vignettensünder erwischt - 36 Prozent, also rund 79.000 der Fahrzeuge, stammten aus Deutschland. Im Jahr 2018 waren es noch 42 Prozent. Und die Strafen sind happig, es wird eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro oder ein Bußgeld ab 300 Euro fällig.

 

Für Autofahrer, die bis Ende des Jahres regelmäßig in Länder mit Vignettenpflicht reisen möchten, lohnt sich seit Mitte des Jahres der Kauf einer Jahresvignette nicht mehr. Die verschiedenen Kurzzeitvignetten in Österreich, Tschechien und Slowenien stellen günstigere Alternativen dar. Die ADAC Reise und Medien GmbH hat die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

 

Österreich: Der Preis für die Pkw-Jahresvignette beträgt 91,10 Euro, für zwei Monate 27,40 Euro und das 10-Tages-Pickerl kostet 9,40 Euro. Vielfahrer können ab August die Zeit bis Ende November mit zwei Zwei-Monats-Vignetten überbrücken. Geldersparnis gegenüber der Jahresvignette: 36,30 Euro. Bereits ab 1. Dezember ist die Jahresvignette 2021 erhältlich und gültig.

 

Tschechien: Ab September sollten Autofahrer genau prüfen, ob sie die derzeit 57 Euro teure Jahresvignette tatsächlich noch ausreichend nutzen. Die Monatsvignetten kosten aktuell 17 Euro und können je nach Reiseverhalten eine Alternative sein. Die neue Jahresvignette 2021 ist ab 1. Dezember erhältlich und gültig.

 

Slowenien: Bei den slowenischen Jahresvignetten ist ein Kauf ab 1. September nicht mehr zu empfehlen. Die Jahresvignette kostet 110 Euro, eine Monatsvignette 30 Euro. Wer bis November drei Monatsvignetten nutzt, spart 20 Euro. In Slowenien gilt die Jahresvignette 2021 ab 1. Dezember.

 

Urlaubs-Storno: Geld oder Gutschein

 

Viele Verbraucher mussten wegen der Covid-19-Pandemie ihre Reise stornieren, oft gibt es Probleme mit der Rückzahlung

 

Ob Badeurlaub in Spanien, Roadtripp in den USA oder Städtereise nach Wien: Zahlreiche Urlauber konnten oder wollten in den letzten Wochen ihre Reise nicht antreten. Auf die Rückzahlung der Anieter warten viele oft vergeblich, teilweise gab es statt Geld nur einen Gutschein. Nun tritt das Gesetz zur Abmilderung der COVID-19-Pandemie im Pauschalreisevertragsrecht in Kraft. Pauschalreisende können sich zwischen insolvenzgesichertem Gutschein und Geld entscheiden, Individualreisende haben weiterhin keine Sicherheit.

 

Bereits vor der Gesetzesänderung waren Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet und durften nur freiwillige Gutscheine herausgeben. „Positiv für Verbraucher ist, dass diese freiwilligen Gutscheine nun abgesichert sind“, sagt Oliver Buttler, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Für Verbraucher bedeutet die Änderung im Pauschalreiserecht konkret: Wenn sie ihre Pauschalreise wegen der Covid-19-Pandemie stornieren wollen oder müssen, haben sie weiterhin das Recht, sich zwischen einem Gutschein oder der Rückzahlung des bereits gezahlten Reisepreises zu entscheiden. „Der Reiseveranstalter muss ausdrücklich auf dieses Wahlrecht hinweisen,“ betont Buttler.

 

Neu: Abgesichert gegen Insolvenz des Anbieters

 

„Gerade, weil die Reisebranche durch Corona so stark betroffen ist, haben viele Urlauber Sorge, dass ihr Reiseanbieter insolvent wird und sie dann weder eine Reise antreten noch ihr Geld zurückbekommen können,“ weiß Buttler. Die jetzt beschlossenen freiwilligen Gutscheine sind durch den Bund gegen Insolvenz abgesichert. Das heißt: Erhalten Verbraucher im Rahmen eines Insolvenzverfahrens vom Reiseanbieter nur einen Teil des Gutscheinwerts zurück, erstattet die Bundesrepublik Deutschland den restlichen Teil der Vorauszahlungen. „Pauschalreisende, die sich für einen Gutschein entscheiden, werden bei einer Insolvenz des Anbieters nun nicht benachteiligt“, sagt er. Für welche Lösung Verbraucher sich letztendlich entscheiden, bleibt ihnen überlassen.

 

Alte Gutscheine umtauschen

 

Verbraucher, die für ihre wegen Corona ausgefallene Reise bereits einen Gutschein erhalten haben, sollten den Reiseveranstalter auffordern, den Gutschein entsprechend des neuen Gesetzes anzupassen oder umzutauschen. „Diese Gutscheine sind dann auch gegen eine Insolvenz des Anbieters vollständig abgesichert“, so der Reiserechtsexperte. Für Übermittlung, Ausstellung oder Einlösen des Gutscheins darf der Anbieter keine Kosten verlangen. Wichtig außerdem: aus dem Gutschein muss hervorgehen, dass er aufgrund der Pandemie ausgestellt wurde. Denn diese Gutscheine verlieren spätestens zum 31.12.2021 ihre Gültigkeit, Reisende können dann verlangen, dass der Anbieter ihnen unverzüglich bereits geleistete Vorauszahlungen zurückerstattet, wenn der Gutschein noch nicht eingelöst wurde.

 

Individualreisende weiterhin schlechter gestellt

 

Weiterhin ohne Absicherung sind jedoch Individualreisende, also Urlauber, die Flug und Hotel einzeln und auf eigene Faust gebucht haben. „Sie bleiben auch nach Inkrafttreten der neuen Gesetzestexte rechtlich deutlich schlechter gestellt als Pauschalreisende“, kritisiert Buttler. Da sie bei der Buchung keinen Reisesicherungsschein bekommen, haben sie auch kein Anrecht auf einen abgesicherten Gutschein. „Ihnen bleibt derzeit nur zu hoffen, dass sie ihr Geld zurückbekommen und dass der Anbieter nicht insolvent geht. Das muss dringend verbessert werden,“ fordert er. Generell prangert Buttler an, dass Anbieter sowohl bei Pauschal- als auch bei Individualreisen, die Rückzahlung lange herauszögern oder komplett verweigern. Er rät Verbrauchern in solchen Fällen ein Mahnverfahren gegen die Anbieter einzuleiten. 

 

4 von 10 Urlaubern haben wegen Corona eine Reise storniert

 

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben in diesem Jahr bei vielen Urlaubern die Reisepläne für den Sommer durcheinander gebracht: 40 Prozent der Menschen in Deutschland haben in diesem Jahr bereits einen Urlaub in Zusammenhang mit dem Corona-Virus storniert. Dabei haben die Betroffenen größtenteils Übernachtungen in Hotels oder Ferienwohnungen (63 Prozent) und komplette Pauschalreisen (50 Prozent) storniert. Einen Flug hat jeder Fünfte (21 Prozent) gecancelt, bei 14 Prozent handelt es sich um Bahntickets. 5 Prozent der Urlauber, die eine Reise absagen mussten, haben die Buchung eines Mietwagens storniert. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.002 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.

 

Der meistgenutzte Stornierungsweg war demnach die Website des Reiseanbieters (42 Prozent). 37 Prozent derjenigen, die eine geplante Urlaubsreise wegen Corona abgesagt haben, haben mit einer E-Mail storniert. Per Brief (34 Prozent), telefonisch (30 Prozent) und persönlich im Reisebüro (26 Prozent) folgen dahinter. Deutlich seltener wird das Fax genutzt (8 Prozent). 4 Prozent stornierten per App und 2 Prozent per Messenger-Dienst. Die Befragten konnten – je nach Anzahl ihrer stornierten Reiseleistungen – mehrere Optionen angeben. Die Befragung wurde im Juni 2020 durchgeführt. Insgesamt haben zwei Drittel der Betroffenen die Stornierung teilweise oder komplett online vorgenommen. 31 Prozent haben ausschließlich analog storniert. „Das Corona-Virus und die weltweiten Reisebeschränkungen haben das Reisen in viele Länder in diesem Jahr unmöglich gemacht oder stark erschwert. Auch wenn jetzt wieder teilweise Lockerungen bestehen, wollen viele Menschen aus Sorge um Ansteckungen an Flughäfen, Bahnhöfen oder durch Touristenmassen vor Ort nicht in den Urlaub fahren. Je einfacher und unkomplizierter Stornierungen derzeit erfolgen, desto zufriedener ist der Kunde – und desto eher wird er sich für die Buchung einer Reise etwa für den Herbst entscheiden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

 

Der Erfolg der Reisestornierung war dabei für die Verbraucher höchst unterschiedlich: Immerhin 41 Prozent haben den Reisepreis vollständig erstattet bekommen, fast ebenso viele (40 Prozent) mussten sich mit einem Gutschein begnügen. Jeder Fünfte (19 Prozent) hat allerdings nur eine teilweise Rückerstattung erhalten, bei ebenfalls 20 Prozent ist die Rückerstattung noch offen. 2 Prozent haben keinerlei Rückerstattung erhalten.

 

Einbruch ins Ferienhaus: Ist das versichert?

 

Urlaub in Ferienhaus, Ferienwohnung oder Wohnmobil ist in Corona-Zeiten beliebt. Oft haben die Urlauber Wertgegenstände dabei - das wissen auch Einbrecher. Die gute Nachricht: In vielen Fällen springt dann die Hausratversicherung ein. Darauf macht das R+V-Infocenter aufmerksam.

 

Versicherungsschutz ist zeitlich begrenzt

 

Fahrrad, Kamera, elektronische Geräte oder Schmuck: Gerade bei Urlaubsaufenthalten in einem Ferienhaus oder in einer Ferienwohnung laden Reisende das Auto bis zum Dach voll. "Wenn sich dieser Hausrat nur vorübergehend außerhalb der Wohnung befindet, ist er in der Regel weltweit versichert", sagt Nicole Günter, Expertin für Sachschäden bei der R+V Versicherung. Denn die Hausratversicherung greift auch bei Einbrüchen in gemietete Gebäude im In- oder Ausland. "Allerdings darf der Aufenthalt außerhalb der versicherten Wohnung nicht länger als sechs oder zwölf Monate dauern, je nach Vertrag." Der Versicherungsschutz gilt dabei nicht nur in Ferienhäusern und Ferienwohnungen, sondern auch in Hotelzimmern, Schiffskabinen oder Schlafwagenabteilen der Bahn.

 

Einbruch ist immer mit Gewalt verbunden

 

Voraussetzung für den Versicherungsschutz ist allerdings immer, dass es sich tatsächlich um einen Einbruch handelt. Das bedeutet: Die Gegenstände müssen gewaltsam aus einem geschlossenen Gebäude entwendet werden. Wenn der Schlüssel gestohlen und die Tür damit aufgeschlossen wird, gilt dies nicht als Einbruch. Ebenso wenig ist das der Fall, wenn Urlauber die Fenster offen lassen und den Dieben damit den Einstieg ermöglichen. Wichtig zu wissen: Während der Reise gekaufte Gegenstände zählen nicht zum Hausrat. Deshalb sind sie bei einem Einbruch nicht mitversichert.

 

Andere Regeln für Wohnwagen

 

Schwieriger als bei Ferienwohnungen ist die Situation bei Wohnmobilen und Wohnwagen. "Diese gelten nicht als Gebäude, deshalb sind die Gegenstände hier nicht über die normale Hausratversicherung abgedeckt", erklärt R+V-Expertin Günter. "Es gibt jedoch Versicherungsverträge, die über einen erweiterte Diebstahl-Klausel Versicherungsschutz bis zu einer bestimmten Höhe bieten, allerdings nicht für Wertsachen wie Bargeld oder Schmuck."

 

Urlaubsfrust statt Reiselust - Rechtstipps bei Reisemängeln

 

Seitdem Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Deutschland unter strengen Auflagen wieder für Touristen öffnen dürfen, gibt es einen regelrechten Ansturm auf Ferienunterkünfte. Doch oftmals wird die Freude bei Schimmel im Zimmer oder Großbaustellen im Hotel getrübt. Frank Preidel, Partneranwalt von ROLAND Rechtsschutz, erklärt, welche Rechte Urlauber bei Reisemängeln haben.

 

Bruchbude in Buxtehude? Diese Ansprüche haben Urlauber bei Reisemängeln

 

Nach Wochen in den eigenen vier Wänden aufgrund der Corona-Beschränkungen ist die Vorfreude auf entspannte Tage an der See oder in den Bergen groß. Doch wenn sich das gebuchte Traumhaus als heruntergekommene Hütte entpuppt, ist an Entspannung nicht zu denken. Urlauber sollten falsche Versprechen daher auf keinen Fall hinnehmen, wie Rechtsanwalt Frank Preidel erläutert: „Wer eine Unterkunft bucht, schließt mit dem Vermieter oder Reiseveranstalter einen Vertrag über die mit dem Aufenthalt verbundenen Leistungen ab. Dieser Vertrag ist somit bindend und alle aufgeführten Einzelheiten müssen auch tatsächlich vorliegen.“ Ob allerdings tatsächlich bei Pauschalreisen ein Reisemangel oder bei Ferienwohnungen ein Mietmangel vorliegt, ist vom Inhalt des Reisevertrags abhängig: Hierzu zählen beispielsweise die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters, Informationen in Reiseprospekten und die Reisebestätigung. Sollten einzelne Leistungen hiervon abweichen, liegt grundsätzlich ein Mangel vor.

 

Individual- vs. Pauschalreise: Der Vertragspartner macht den Unterschied

 

Pauschalreisende haben es bei der Reklamation einfacher, da sie nur einen Vertragspartner haben – nämlich den Reiseveranstalter. Somit muss die vertraglich festgelegte Reiseleitung den Mangel ohne Zusatzkosten abstellen oder ersetzen. Zudem sind Pauschalreisende auch gegen Insolvenzen von Reiseveranstaltern mit Hauptsitz in Deutschland gesetzlich abgesichert und können bei Reisemängeln nicht nur den Preis mindern, sondern auch Schaden­ersatz wegen entgangener Urlaubsfreude verlangen.

 

Individualreisende schließen hingegen mit jedem Dienstleistungserbringer einen eigenen Vertrag ab und müssen im Streitfall ihre Rechte separat durchsetzen. Aufenthalte in Ferienwohnungen oder -häusern zählen übrigens seit dem 1. Juli 2018 nicht mehr als Pauschalreisen. „Urlauber müssen somit direkt beim Vertragspartner – also beispielsweise dem Vermieter – etwaige Mietminderungen geltend machen. Wenn der Mietvertrag im Ausland geschlossen wurde, gelten in der Regel die Gesetze des jeweiligen Reiselandes“, erläutert Rechtsanwalt Frank Preidel.

 

Mindern bei Mängeln: Wann man nicht den vollen Reisepreis zahlen muss

 

Die Höhe der Reisepreisminderung bei Pauschalreisen hängt von vielen Faktoren ab. Das Frankfurter Landgericht hat daher in der sogenannten Frankfurter Tabelle typische Reisemängel aufgelistet und bietet so eine Orientierung, wie hoch üblicherweise die Reisepreisminderung ausfällt. „Bei einer nächtlichen Baustelle im Hotel können Urlauber bis zu 40 Prozent des Reisepreises zurückfordern. Ein fehlender Meerblick oder zu lange Wartezeiten beim Buffet können hingegen zu einer Minderung von bis zu zehn Prozent führen. Auch Flugverspätungen gelten als Reisemangel. Wie hoch die Entschädigung hierbei ausfällt, richtet sich nach der Flugstrecke und Verspätung“, weiß ROLAND-Partneranwalt Frank Preidel. Die Minderungsbeträge beziehen sich auf den Tagesreisepreis – der Gesamtreisepreis kann also nur gemindert werden, wenn der Mangel durchgehend vorlag.

 

Schriftlich, sofort und sachlich: Wie reklamiert man richtig?

 

Wichtig ist, Reisemängel unverzüglich vor Ort zu melden und Abhilfe zu verlangen. Denn: Betroffene Reisende werden pro Urlaubstag entschädigt. Die Reiseleitung muss die Mängel dann innerhalb einer angemessenen Frist beheben. Ändert sich während des Aufenthalts an den Mängeln nichts, können Reisende eine Preisminderung geltend machen: „Für Reisen, die nach dem 1. Juli 2018 gebucht wurden, gilt eine Verjährungsfrist von zwei Jahren, welche ab dem Tag beginnt, an dem die Reise vertraglich enden sollte. Der Einspruch sollte unbedingt schriftlich erfolgen – und zwar direkt beim Reiseveranstalter“, erklärt Rechtsanwalt Frank Preidel. Objektive Beweise wie Fotos, Lärmprotokolle oder schriftliche Bestätigungen der Mängel von anderen Urlaubsgästen helfen, die eigenen Ansprüche geltend zu machen. Je konkreter die Angaben sind, desto wahrscheinlicher ist ein späterer Erfolg.

 

Beginnt der Urlaub verspätet oder entspricht die Unterkunft nicht den versprochenen Erwartungen, ist der Ärger meist groß. Doch mit diesen Tipps können Urlauber zumindest eine Entschädigung für die entgangene Urlaubsfreude verlangen.

 

Reiserücktritt aufgrund von Covid-19

 

Was bei Reiseversicherungen zu beachten ist

 

Viele Länder lockern derzeit die Einreisebeschränkungen, das Auswärtige Amt nimmt die Reisewarnungen immer mehr zurück. Wer jetzt Reisepläne schmiedet, stellt sich auch die Frage nach einer möglichen Absicherung für den Fall der Fälle. „Wer aktuell eine Reise bucht, ist mit einer Reiserücktrittskosten- und Abbruchversicherung nicht in jedem Fall abgesichert“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV).

 

Die Reiserücktrittsversicherung zahlt, wenn aus wichtigem (unvorhersehbaren) Grund eine gebuchte Reise nicht angetreten werden kann und der Reiseveranstalter Stornogebühren fordert. Wichtige Gründe in diesem Sinne sind dabei ein schwerer Unfall oder eine unerwartet schwere Erkrankung der versicherten Person, eines Familienmitglieds oder einer mitreisenden Person. Wichtige Gründe liegen auch oft vor, wenn eine Schwangerschaft oder Impfunverträglichkeit die Reise unmöglich macht, wenn ein Familienmitglied oder eine mitreisende Person stirbt oder wenn das Eigentum der versicherten Person zum Beispiel durch einen Brand oder Einbruch stark beschädigt wurde. Viele Versicherer übernehmen die Kosten auch, wenn die versicherte Person vor der Reise den Arbeitsplatz verliert oder nach Arbeitslosigkeit einen neuen Job gefunden hat oder auch aus konjunkturellen Gründen – wie jetzt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie – bei Vereinbarung von Kurzarbeit.

 

Spricht das Auswärtige Amt erneut eine Reisewarnung für das ausgewählte Reiseland aus, besteht auch ohne Reiserücktrittsversicherung keine Gefahr, auf den Stornokosten sitzenzubleiben. Wird eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen, kann eine Pauschalreise oder auch einzelne Reiseleistungen ohne Stornokosten storniert werden.

 

Wer aus Angst vor Ansteckung eine Reise stornieren möchte, muss die Stornokosten, die der Reiseveranstalter erhebt, selbst tragen. Anders sieht es aus, wenn eine versicherte Person an Covid-19 erkrankt ist. „In diesem Fall leistet die Reiserücktrittsversicherung – allerdings nur, wenn der Versicherer Pandemien nicht ausdrücklich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen hat. Das Kleingedruckte muss daher gründlich geprüft werden“, so Boss. 

 

Pauschalreisen kostenlos stornieren können

 

Gutachten bestätigt: Verbraucher können kostenlos Auslands-Pauschalreisen stornieren, die bis Ende August stattfinden sollen. Sie können auch die Restzahlung für solche Reisen zurückhalten.

Dies gilt unabhängig von der globalen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die nur bis zum 14. Juni 2020 gilt.

 

Die Voraussetzung einer kostenlosen Stornierung sei aufgrund von Äußerungen hochrangiger Politiker gegeben, wonach ein Auslandsurlaub in diesem Sommer wohl nirgendwo möglich sein werde.

Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Möglichkeit, ihre Auslands-Pauschalreisen, die bis Ende August stattfinden sollen, kostenlos zu stornieren. Das bestätigt ein Gutachten von Reiserechtler Prof. Klaus Tonner im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Dies gelte auch unabhängig von der globalen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, die sich nur auf einen Zeitraum bis zum 14. Juni 2020 bezieht. Der vzbv begrüßt die Aussage des Gutachtens. Die Geschäftspraktik vieler Reiseanbieter, trotz Ansteckungsgefahr mit Covid-19 und Einschränkungen touristischer Infrastruktur in den Reiseländern, vier Wochen vor Reiseantritt die Zahlung der restlichen Rate zu verlangen, müsse sich nun ändern.

 

„Die Restzahlung zu verlangen, obwohl nicht sicher ist, dass Verbraucher überhaupt wie gebucht reisen können, ist nicht in Ordnung”, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Der vzbv beobachtet Reiseveranstalter, die eine hohe restliche Rate fordern, aber die Reise kurz vor Abflug stornieren. Dann muss der Kunde sehen, wie er sein Geld zurückbekommt.“ Wie schwierig es aber ist, Vorauszahlungen zurückerstattet zu bekommen, zeigten zahlreiche Beschwerden über Reiseanbieter in den Verbraucherzentralen.

 

Auslandsreisen bis August: kostenlose Stornierung möglich

 

Um Klarheit zu schaffen und Verbrauchern eine Argumentationshilfe zu geben, hat der vzbv ein juristisches Gutachten vom Reiserechtsexperten Prof. Klaus Tonner in Auftrag gegeben. Zentrales Argument: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Umstände der Covid-19-Pandemie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise führen. Das legten die bisherigen Pressemeldungen und Aussagen von hochrangigen Politikern wie etwa Bundesaußenminister Heiko Maaß oder dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nahe. Mit einer Änderung dieser Umstände sei bis Ende August nicht zu rechnen. (Stand 4. Mai 2020, vorbehaltlich weiterer gegenläufiger Meldungen).

 

Daher könne der Kunde kostenlos stornieren. Damit sei auch keine Restzahlung mehr zu leisten. Der Reiseveranstalter muss die Anzahlung zurückerstatten. Kunden müssten demnach auch nicht darauf warten, dass der Reiseanbieter die Reise absagt. Wenn sie dennoch abwarten oder gleichwohl reisen wollen, müssten sie die Restzahlung erst dann leisten, wenn sicher ist, dass die Reise auch tatsächlich stattfindet.

 

Gegenüber dem Reiseanbieter müssten Verbraucher dann aber eine sogenannte „Unsicherheitseinrede“ geltend machen. Es wird dringend empfohlen, sich hierfür an die Verbraucherzentralen vor Ort zu wenden oder sich rechtlichen Beistand zu suchen.

 

Anzahlungen und Restzahlungen bei Pauschalreisen während der Corona-Krise | Gutachten | Mai 2020: https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2020/05/04/kurzgutachten_reisepreis_restzahlung_2020-04-29.pdf

 

 

Reiseveranstalter verzichten im April auf Restzahlungen der Urlauber

 

Angesichts der Covid-19-Pandemie verzichten viele Reiseveranstalter derzeit auf die Restzahlungen der Kunden, die im April fällig wären. Die meisten Unternehmen würden für Reisen im Mai die Zahlung des Restbetrages nicht von den Kunden einfordern, sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband dem Tagesspiegel.

 

Üblicherweise leisten Kunden bei Buchung ihrer Pauschalreise eine Anzahlung, die Restzahlung ist dann einige Wochen vor Reisebeginn fällig. "Eine offizielle Reisewarnung für touristische Reisen ist vom Auswärtigen Amt aber bislang nur bis Ende April ausgesprochen worden. Derzeit ist unklar, ab wann wieder Reisen möglich sein werden, so dass die Mehrheit der Veranstalter auf diese zeitliche Ungewissheit reagieren und die Restzahlung nicht einfordern", sagte Schäfer.

 

Zurich startet mit Erstattungen an Kunden der insolventen Thomas Cook Deutschland GmbH

 

Bundesregierung stellt Ausgleich für Thomas Cook Kunden in Aussicht

 

Die Thomas Cook Deutschland GmbH hatte am 25. September 2019 ein Insolvenzverfahren eingeleitet und in der Folge den Geschäftsbetrieb eingestellt. Für den Fall einer Insolvenz waren Pauschalreisende mit einem Reisesicherungsschein ausgestattet. So hat Thomas Cook nur bei Zurich eine Versicherungsdeckung mit einer Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro für alle Versicherungsfälle eines Geschäftsjahres (vom 1.11. bis 31.10.) vereinbart. Weiteren Versicherungsschutz hatte das Unternehmen nicht beschafft.

 

Rund 140.000 Thomas Cook Pauschalreisende wurden während ihres Urlaubs von der Insolvenz ihres Reiseanbieters überrascht, weitaus mehr Thomas Cook Kunden konnten ihre gebuchten und angezahlten Reisen nicht mehr antreten. Die Zurich Gruppe Deutschland hat als Versicherer im Rahmen der Reisesicherungsscheine von Beginn an alles unternommen, um Thomas Cook Kunden in dieser Situation zu unterstützen.

 

Zurich hat 140.000 Reisende sicher nach Hause gebracht

 

"Nach Bekanntgabe der Zahlungsunfähigkeit von Thomas Cook Deutschland lag unser Fokus zunächst darauf, in aller Welt gestrandete Reisende bei der sicheren Rückkehr nach Deutschland zu unterstützen. So hat Zurich dazu beitragen, dass nahezu alle 140.000 Pauschalurlauber, die am Urlaubsort von der Insolvenz ihres Reiseanbieters überrascht wurden, geordnet nach Hause gebracht werden konnten", so Horst Nussbaumer, Chief Claims & Operations Officer im Vorstand der Zurich Gruppe Deutschland. "Mit unserem planvollen Handeln haben wir die Rückholung der Reisenden im Sinne des Gesetzes aktiv und erfolgreich unterstützt. Mit der geordneten Rückführung haben wir zudem zur Minimierung der Gesamtschadenhöhe beigetragen." Gleichzeitig hat Zurich über den Spezialisten KAERA AG eine Webseite eingerichtet, bei der Thomas Cook Geschädigte ihre Schadenersatzansprüche anmelden konnten.

 

Zurich startet Erstattungen für Thomas Cook Kunden

 

Thomas Cook hat bei Zurich eine Versicherungsdeckung mit einer Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro für alle Versicherungsfälle eines Geschäftsjahres (vom 1.11. bis 31.10.) vereinbart. Damit beschränkt sich die Eintrittspflicht von Zurich - wie gesetzlich vorgesehen - auf diesen Betrag, für den Thomas Cook auch entsprechende Prämien entrichtet hat. "Der vorliegende Schadenfall zeigt, dass die von Thomas Cook eingekaufte Haftungssumme leider bei weitem nicht ausreicht, um die Ersatzansprüche aller anspruchsberechtigten Kunden vollständig zu befriedigen. Nach dem Gesetz werden die Thomas Cook Kunden nur eine anteilige Erstattung erhalten", erläutert Horst Nussbaumer.

 

Mittlerweile liegen Zurich ausreichend Informationen vor, um mit hinreichender Genauigkeit eine vorläufige Berechnung der Gesamthöhe aller Ersatzansprüche vorzunehmen. Von der Gesamt-Haftungssumme von 110 Millionen Euro mussten bereits 59,6 Millionen Euro für die Rückführungen aufgewendet werden. Den verbleibenden 50,4 Millionen Euro steht nach vorläufigen Berechnungen eine Gesamtschadenhöhe von 287,4 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich eine Quote in Höhe von 17,5 Prozent für die Regulierung der Ansprüche der Thomas Cook Kunden.

 

"Wir werden in den nächsten Tagen mit der Regulierung entsprechend der Quote beginnen. Wir bemühen uns jeden Anspruch so schnell wie möglich und mit großer Sorgfalt zu bearbeiten. Dieser Prozess wird einige Wochen in Anspruch nehmen", erläutert Nussbaumer.

 

Bundesregierung stellt Ausgleich für Thomas Cook Kunden in Aussicht

 

"Wir haben das geltende Gesetz angewendet und die Thomas Cook Kunden im Rahmen unserer darin verankerten Verpflichtung zur Rückführung nach Kräften unterstützt. Dieses Vorgehen hat zudem zu einer Minimierung des Gesamtschadens beigetragen, was im Interesse aller Anspruchsteller ist", so Nussbaumer. "Vor allem haben wir im gesamten Prozess von Anfang an den Schulterschluss mit der Regierung gesucht, um für die von der Insolvenz betroffenen Thomas Cook Kunden eine Lösung im Sinne der EU Reiserichtlinie zu finden."

 

In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung heute mitgeteilt, dass sie beabsichtigt den Thomas Cook Kunden anzubieten, ihnen die Differenz zwischen ihrer Zahlung und dem, was sie von Zurich oder von anderer Seite zurückerhalten haben, auszugleichen. Dies geschehe ohne Anerkennung einer Rechtspflicht aus Gründen des Vertrauensschutzes und zur Vermeidung unzähliger Rechtsstreitigkeiten.

 

Versicherer, Insolvenzverwalter und Bundesregierung beraten nun gemeinsam über das weitere Vorgehen und weisen darauf hin, dass Thomas Cook Kunden aktuell nicht selbst aktiv werden müssen, um ihre Rechte zu wahren. Anfang 2020 soll über die weiteren Schritte zur Abwicklung informiert werden.

 

Pleite von Thomas Cook: So holen Kunden ihr Geld zurück

 

Thomas Cook-Kunden, die ihre Reisen aufgrund der Insolvenz des Konzerns nicht antreten können, können sich ihr Geld in vielen Fällen zurückholen. Darauf weist die Stiftung Warentest hin. Pauschalreisende haben zunächst Anspruch auf Erstattung des gezahlten Reisepreises gegenüber der Insolvenzversicherung. Sie melden ihn bei der Kaera AG an, die die Ansprüche der Kunden für das Versicherungsunternehmen Zurich abwickelt.

 

Zahlt die Versicherung nicht oder nur teilweise, können Kunden, die ihre Reise per Visa-Kreditkarte oder Mastercard bezahlt haben, das so genannte Chargeback-Verfahren nutzen. Hier erstatten Banken ihren Kunden auf Antrag Geld, wenn eine damit bezahlte Leistung nicht erbracht worden ist. Das ist bei den abgesagten Thomas-Cook-Reisen der Fall. American-Express bietet das Verfahren nicht an.

 

Kunden mit Visa oder Mastercard können ihre Zahlung bei ihrer kartenausgebenden Bank reklamieren. Die notwendigen Formulare finden Sie in der Regel auf deren Internetseiten. Die Frist für die Reklamation beträgt 120 Tage ab dem Zeitpunkt, zu dem der Kunde weiß, dass seine Reise nicht stattfindet.

 

Verbraucher, die nur einen Flug oder nur ein Hotel bei einem insolventen Veranstalter gebucht haben, haben keinen Versicherungsschutz. Sie können ihre Zahlungen sofort bei ihrer Bank reklamieren.

 

Auch Kunden, die ihre abgesagte Reise per Lastschrift bezahlt haben, können ihr Geld zurückholen. Voraussetzung ist, dass seit der Abbuchung noch keine acht Wochen vergangen sind.

 

Kunden, die den Reisepreis überwiesen haben, können ihr Geld nicht über die Bank zurückholen.

 

Thomas Cook-Insolvenzen: Banken lassen Kunden im Stich

 

Thomas-Cook-Kunden, die ihre bereits abgesagte Pauschalreise mit Master- oder Visacard bezahlt haben, können ihre Kreditkartenzahlungen im so genannten Chargeback-Verfahren zurückholen. Viele Banken geben allerdings falsche oder unvollständige Auskünfte. Darauf weist die Stiftung Warentest hin.

 

Das Zurückholen einer Kreditkartenzahlung bei abgesagten Reisen ist möglich, wenn die Versicherung der insolventen Gesellschaften nur einen Teil der Kosten oder gar nichts erstattet. Das Verfahren geben die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard den kartenausgebenden Banken vor. Das bestätigten auch mehrere Banken auf Anfrage der Stiftung Warentest, darunter die Commerzbank und die Postbank.

 

Kunden, die bei ihren Banken gefragt hatten, ob die Kreditkartenzahlung zurück gebucht werden könne, wurden jedoch unzureichend oder sogar falsch informiert. Das hat die Stiftung Warentest aus Leserzuschriften erfahren. So heißt es in einem Schreiben der Commerzbank: „Bei einer Pauschalreise besteht kein Chargeback-Recht… Aus diesem Grund sind auch die Mastercard- Regularien nicht anwendbar.“ Und die Santander Bank teilte einem Kunden mit, ihn „in dieser Angelegenheit nicht unterstützen zu können“, die Postbank: Sie könne „leider nicht weiterhelfen…müssen Sie sich an den hier genannten Versicherer wenden“.

 

Unvollständig informiert werden zum Beispiel auch Barclaycard-Kunden, indem sie bei Anfragen nur auf den Sicherungsschein verwiesen werden, mit dem Leistungen der Insolvenzversicherung in Anspruch genommen werden können. Nicht erwähnt wird die Möglichkeit des Antrags auf Chargeback, sofern die Versicherung nicht oder nicht vollständig zahlt.

 

Anders sieht es für Kunden mit Miles & More-Karten aus: Wie der Stiftung Warentest aus Leserzuschriften bekannt ist, werden Kunden vollständig über alle Erstattungsmöglichkeiten, einschließlich des Chargeback-Verfahrens, informiert.

 

Kostenfalle Urlaub: 7,7 Millionen Deutsche sind durch Urlaub im Dispo und zahlen knapp 10 Prozent Zinsen

 

Knapp 8 Millionen Deutsche (11 %) verschulden sich durch Ausgaben für ihren Urlaub. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des Kreditportals smava. 4,2 Millionen haben ihr Konto überzogen. Weitere 3,5 Millionen rechnen damit, ihr Konto durch Ausgaben für den Urlaub noch zu überziehen. Das Problem: Dispokredite sind Teil des Kontos und wirken deshalb unverbindlich und harmlos. Sie sind es aber nicht. Ein fehlender verbindlicher Tilgungsplan kann zu einer langfristigen Verschuldung verführen. Ein Zinssatz von durchschnittlich knapp 10 Prozent macht Dispokredite teuer. Im Ergebnis können sie zu einer teuren Dauerverschuldung führen. Der Mehrheit der Disponutzer (79 %) droht genau das: Sie braucht bis zu einem Jahr und länger, um ihr Konto auszugleichen. Nur 16 Prozent der Disponutzer schaffen das innerhalb von vier Wochen.

 

"Es empfiehlt sich nicht, schnell vergängliche Dinge wie einen Urlaub zu finanzieren. Wer es dennoch tut, sollte nicht die bequemste, sondern die günstigste Option nutzen. Jeder zehnte Deutsche macht das nicht. Er nutzt seinen Dispokredit zur Urlaubsfinanzierung, obwohl er mit einem Ratenkredit mehr als die Hälfte sparen könnte. Grund dafür mag die Annahme sein, Ratenkredite seien unflexibel und hätten lange Laufzeiten. Das ist ein veralteter Irrglaube. Ratenkredite sind seit Jahren eine günstige und flexible Alternative für die meisten Disponutzer", sagt Alexander Artopé, Geschäftsführer von smava.

 

Ratenkredite: günstige und flexible Alternative für die meisten Disponutzer

 

Ratenkredite sind heute deutlich flexibler, als vermutet wird. Kostenlose Sondertilgungen und vorzeitige Ablösungen sind weit verbreitet. Die zu Beginn vereinbarte reguläre Laufzeit kann je nach Bedarf also auch verkürzt werden. Das heißt: Ratenkredite kommen auch für die Verbraucher infrage, die sich nur für wenige Monate Geld leihen möchten.

 

Fluggastrechte: Mehrere Hundert Euro Entschädigung bei Flugärger

 

Bis zu 600 Euro stehen Fluggästen zu, wenn die Airline ihr Ziel stark verspätet erreicht, einen Flug streicht oder überbucht. In der September-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest zeigt die Stiftung Warentest, wie betroffene Passagiere ihre Entschädigung durchsetzen können, inklusive Musterbrief. Wichtig dabei: Startflughafen oder Hauptsitz der Airline müssen in der EU liegen.

 

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland rund 9.000 Flüge gecancelt und fast ebenso viele hatten mindestens drei Stunden Verspätung. Je nach Flugstrecke haben Passagiere Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro. Diese Rechte haben auch Urlauber, die eine Pauschalreise mit Flug gebucht haben.

 

Nach Ende des Reisejahrs hat der Passagier drei Jahre Zeit, um seine Rechte geltend zu machen. Leider reagieren Fluggesellschaften oft wenig kooperativ, wenn geschädigte Passagiere direkt auf sie zu kommen. Deshalb gibt es verschiedene Möglichkeiten, an die Entschädigung zu kommen: die Schlichtungsstelle, Fluggastrecht-Portale, Sofortentschädiger oder die Hilfe eines Anwalts. „Wir empfehlen Fluggästen den Gang zur Schlichtungsstelle, das Verfahren ist für sie dort kostenfrei“, so Eugénie Zobel, Finanztest-Expertin.

 

Mietwagen im Ausland: im Urlaub flexibel und sicher unterwegs

 

Größtmögliche Flexibilität am Urlaubsort ist nicht nur Reisenden vorbehalten, die mit dem eigenen Auto anreisen. Wer sich für die Bahn, das Schiff oder das Flugzeug entscheidet, am Reiseziel aber unabhängig von festen Fahrplänen unterwegs sein möchte, kann sich am Urlaubsort einen Mietwagen ausleihen. Der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, informiert, was bei der Autoausleihe im Ausland zu beachten ist, um Kostenfallen zu vermeiden und sicher im Urlaub unterwegs zu sein.

 

Buchung: aufmerksam vor der Reise

 

Idealerweise wird der Mietwagen bereits vor Reiseantritt gebucht. Denn am heimischen Rechner besteht der Vorteil des unkomplizierten Preisvergleichs. Vergleichsportale nutzen und Kundenbewertungen beachten, lohnt sich: Mietpreise unterscheiden sich innerhalb eines Urlaubslandes je nach Anbieter teils stark. Zudem bieten seriöse Online-Vermittler den Vertragsabschluss in deutscher Sprache an, wodurch Vertragsbedingungen samt Versicherungsschutz einfach geprüft und überteuerte Zuschläge vermieden werden können.

 

Versicherungsschutz: Vollkasko und Mallorca-Police

 

Wenn es um den Versicherungsschutz geht, rächt sich zu viel Sparsamkeit. Eine Vollkaskoversicherung mit möglichst niedriger Selbstbeteiligung empfiehlt sich, da sie die Kosten deckelt, sollte es zu einem Unfall kommen. Ergänzend ist die sogenannte Mallorca Police, eine Zusatzversicherung zur Kfz-Haftpflicht, sinnvoll: Diese gewährleistet die Anhebung der ausländischen Versicherungssummen für Haftpflichtschäden auf deutsches Niveau, sodass man im Ernstfall vor hohen Zuzahlungen durch niedrige Mindestversicherungssummen geschützt ist.

 

Über- und Abgabe: mängelfrei entsprechend des Vertrags

 

Welcher Wagen am Urlaubsort bereitsteht, erfahren Mietwagenkunden im Normalfall erst bei der Abholung: Üblich ist die Anmietung eines Fahrzeugs einer bestimmten Kategorie statt eines konkreten Modells. Der Zustand des Leihwagens sollte grundsätzlich einwandfrei sein. Bei offenkundigen Mängeln ist das Fahrzeug direkt zurückzuweisen. Es gilt: keine Kompromisse im Sinne der Verkehrssicherheit. Bestehende Schäden haben nicht etwa den Vorteil, sorgloser mit dem Fahrzeug umgehen zu können: Neue Kratzer werden in Rechnung gestellt. Nicht zuletzt aus diesem Grund sollte das Übergabeprotokoll genau geprüft werden: Sämtliche Vorschäden müssen dokumentiert sein.

 

Die Abgabe sollte pünktlich und wie mit der Mietwagenfirma vereinbart erfolgen, um hohe Nachzahlungen ebenso wie Ärger im Versicherungsfall vorzubeugen. Denn der gebuchte Versicherungsschutz ist nach Ablauf der Mietzeit nicht mehr gegeben.

 

Nepper, Schlepper, Pannenfänger:  Betrüger als Gelbe Engel in Ost- und Südosteuropa unterwegs

 

Die ADAC Versicherung AG warnt erneut vor falschen Pannenhelfern, die sich als Gelbe Engel ausgeben und Reisenden viel Geld für Abschlepp- und teils unnötige Werkstattleistungen abknöpfen. Außer in Ungarn und Serbien sind die Betrüger jetzt auch vermehrt in Bulgarien, Kroatien und Slowenien aktiv. Dazu sind die Slowakei, Litauen und Polen betroffen.

 

Um die Urlauber in die Falle zu locken, nutzen die Betrüger Fahrzeuge in der farblichen Gestaltung der Pannenhilfe-Autos, mit dem Logo des Clubs oder der Aufschrift "Im Auftrag des ADAC". Auch das Personal tritt im Gewand der ADAC Straßenwachtfahrer auf. Aber: Im Ausland betreibt der ADAC keine eigene Straßenwacht-Flotte und die dortigen Vertragspartner dürfen weder auf ihren Fahrzeugen noch an Werkstätten ADAC Logos verwenden.

 

Es gibt jedoch eine Ausnahme: In Norditalien ist ein Gelber Engel ganzjährig als Pannenhelfer für die ADAC Notrufstation tätig.

 

ADAC Plus-Mitglieder sollten daher folgende Hinweise beachten: Im Falle einer Panne außerhalb Deutschlands sollte grundsätzlich der Auslandsnotruf unter der Nummer 00 49 89 22 22 22 kontaktiert werden. Hier wird dann ein Pannenhelfer oder ein Abschleppdienst vor Ort vermittelt. Der "echte" Pannenhelfer kennt die Mitgliedsdaten des Liegengebliebenen oder kann im Zweifelsfall die Daten abrufen, um so den Nachweis zu erbringen, dass er tatsächlich im Auftrag des ADAC handelt.

 

Besonders offensichtlich ist die Taktik vieler Betrüger, bereits an der Autobahn zu warten und direkt nach einer Panne aufzutauchen, um dem Hilfesuchenden ihre Dienste anzubieten. Anrufversuche der ADAC Plus-Mitglieder beim Auslandsnotruf können fehlschlagen, da die Kriminellen Störsender in ihren Fahrzeugen installiert haben, die das Telefonnetz unterbrechen und eine Mobilfunkverbindung unmöglich machen. In so einer Situation sollten Autofahrer ihr Fahrzeug abschließen, sich einige Meter entfernen und von dort den ADAC Auslandsnotruf kontaktieren.

 

Wenn die ADAC Versicherung AG die Betrüger, beispielsweise mittels Foto von Nummernschildern, identifizieren kann, wird mit Unterstützung des Partnerclubs immer Anzeige auf Unterlassung erstattet. Betrugsanzeigen können nur die Geschädigten erstatten.

 

Nachbarschaftshilfe kann teuer werden - für Urlauber

 

Die hilfsbereiten Nachbarn gießen in der Urlaubszeit die Blumen und kümmern sich um die Wohnung: Doch wer zahlt, wenn sie etwas kaputt machen? Haben die Helfer keine Haftpflichtversicherung, gehen Urlauber unter Umständen leer aus.

 

BGH-Urteil hat rechtliche Lage verändert

 

Das Parkett ist durch Gießwasser aufgequollen, eine wertvolle Vase in tausend Scherben zersprungen: Solche Schäden sind für Urlauber und Helfer ärgerlich. Die Haftpflichtversicherung fängt jedoch zumindest den finanziellen Schaden ab. Kritisch ist es hingegen, wenn der helfende Nachbar diesen Schutz nicht besitzt. "Urlauber sollten deshalb im Vorfeld unbedingt klären, ob der Helfer eine Haftpflichtversicherung hat und ob diese in solchen Fällen einspringt", rät Ferenc Földhazi, Haftpflichtexperte bei der R+V Versicherung.

 

Dass die Haftpflichtversicherung einspringt, ist noch relativ neu: 2016 hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil zu Gunsten der Geschädigten entschieden und damit die rechtliche Situation grundlegend verändert. "Vor diesem Urteil hatte der geschädigte Urlauber nicht in allen Fällen Anspruch darauf, Schäden aus Gefälligkeitsleistungen ersetzt zu bekommen", erläutert Földhazi. "Jetzt übernimmt ihn in der Regel die Haftpflichtversicherung des Verursachers."

 

ADAC Vergleich: Vorsicht, hohe Flugnebenkosten

 

Bei günstigen Tickets kommt noch rund ein Drittel des Flugpreises für Gepäck, Sitzplatz und Co. dazu

 

Flugtickets zum Schnäppchenpreis finden sich viele im Internet. Doch die können schnell teuer werden: Beim aktuellen ADAC Preisvergleich kam bei der Online-Buchung zum Flugpreis durchschnittlich noch rund ein Drittel des Preises an Kosten für Leistungen wie Gepäcktransport oder Sitzplatzreservierung hinzu. Untersucht wurden die Nebenkosten von 12 Fluggesellschaften, die beliebte Urlaubsorte in Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei anfliegen.

 

Der Vergleich zeigte, dass es in jeder Kostenkategorie erhebliche Preisspannen gab. Dabei hatte keine Airline durchgehend hohe oder niedrige Nebenkosten. Bei 4 von 12 Fluggesellschaften war der nächsthöhere Tarif mit mehr inkludierten Leistungen sogar günstiger als der preiswerteste Tarif plus Zusatzkosten.

 

Ein großer Kostenfaktor ist das Gepäck. Einen 20 Kilogramm schweren Koffer mit auf die Reise zu nehmen, war in unserem Vergleich nur bei Sunexpress kostenlos. Das günstigste zukaufbare Angebot unterbreitete Pegasus Airlines mit 7 Euro, das teuerste Easyjet mit 34,77 Euro pro Gepäckstück. Das ist fünfmal so viel. Zweitteuerster Anbieter war Condor mit 29,99 Euro. Die übrigen Airlines stellten zwischen 19 und 25 Euro in Rechnung. Wer Sperrgepäck aufgeben wollte - im untersuchten Fall ein Surfbrett unter zwei Metern Länge - musste zwischen 40 Euro (Pegasus, Sunexpress) und 80 Euro (Lufthansa) berappen.

 

Alle Fluggesellschaften erlaubten die kostenlose Mitnahme eines Handgepäckstücks. Bei Ryanair/Laudamotion durfte dieses allerdings nicht größer als etwa ein Schuhkarton sein. Bei Vueling und Condor dagegen durfte der Trolley sogar 10 Kilo wiegen, bei allen anderen Airlines zwischen 6 und 8. Bei Easyjet gab es keine Gewichtsbegrenzung.

 

Auch Sitzplatzreservierungen können einen günstigen Flug verteuern. Die preiswertesten boten Vueling mit 3,99 Euro und Ryanair/Laudamotion mit 4 Euro für einen Standardplatz, die teuerste kostete mit 12,99 Euro bei Condor gut dreimal so viel.

 

Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt der ADAC, frühzeitig zu buchen, da in der Regel die Preise steigen, je näher der Abflugtermin rückt. Urlauber sollten bei der Buchung prüfen, ob der nächsthöhere Tarif billiger ist als der günstigste plus Einzelpositionen. Aufgabegepäck sollte online gebucht werden, denn beim Einchecken am Schalter wird es immer teurer. Bei der Reservierung des Sitzplatzes sollten Urlauber auf die verschiedenen Preiskategorien einzelner Sitzpositionen achten und beim Packen die vorgeschriebenen Höchstmaße und Gewichtsbegrenzungen für Handgepäck und Koffer einhalten.

 

Jeder Fünfte hat eigene Wohnung schon Reisenden angeboten

 

 

Jeder dritte Internetnutzer hat schon Privatunterkunft über Online-Plattform gebucht

Entsprechende Portale sind vor allem bei den Jüngeren beliebt

Gastgeber müssen rechtliche Regelungen beachten

 

Online-Plattformen wie Airbnb, Home Swap, Couchsurfing und Co., um auf Reisen in Privatunterkünften unterzukommen, werden immer beliebter – vor allem bei Jüngeren. So hat jeder dritte Internetnutzer (30 Prozent) schon einmal über eine solche Online-Plattform eine Privatunterkunft gebucht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.004 Bundesbürgern ab 16 Jahren. Am häufigsten gebucht wird über Online-Plattformen für kostenpflichtige Privatunterkünfte, wie z.B. Airbnb oder 9 Flats. Darüber haben bereits 16 Prozent eine Bleibe für ihren Aufenthalt gefunden. Auf Rang zwei folgen Wohnungs-Tauschbörsen, wie z.B. Home For Home, Home Link oder Home Swap, wo bereits 9 Prozent der Internetnutzer schon einmal gebucht haben. Ebenso viele haben dazu auch schon Online-Plattformen für kostenlose Privatunterkünfte, wie z.B. Couchsurfing genutzt. Am meisten genutzt werden zur Buchung einer Reiseunterkunft aber weiterhin Internetauftritte der Unterkünfte selbst, zum Beispiel die Webseiten der Hotels oder Ferienwohnungen. Hierüber haben knapp 9 von 10 Internetnutzern (87 Prozent) schon einmal gebucht. 7 von 10 (71 Prozent) haben dafür auch schon Online-Plattformen wie Booking.com oder HomeAway genutzt. „Für all diejenigen, die auf Reisen lieber in einem individuellen Zuhause statt einem anonymen Hotel unterkommen, sind Onlinevermittlungsplattformen für Privatunterkünfte eine echte Errungenschaft des digitalen Zeitalters. Hier eröffnet sich für viele Gegenden ein riesiges Angebot – von der Couch in der Studenten-WG bis zum großzügigen Loft im Szeneviertel“, sagt Dr. Christopher Meinecke, Leiter Digitale Transformation beim Bitkom.

 

Unternehmen wie Airbnb fungieren dabei als Online-Marktplätze, über die Gastgeber und Gäste miteinander in Kontakt treten können. Für die Abwicklung der Buchung erheben sie sowohl vom Gast als auch vom Gastgeber eine Provision. Gastgeber und Gast können sich am Ende gegenseitig bewerten. Portale wie Couchsurfing verstehen sich hingegen mehr als Gastfreundschafts-Netzwerke. Registrierte Mitglieder haben dort die Möglichkeit, eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden. Ausführliche Nutzerprofile und gegenseitige Bewertungen von Gastgebern und Gästen helfen auch hier, die Vertrauenswürdigkeit der Mitglieder besser einschätzen zu können.

 

Fast jeder fünfte Internetnutzer (19 Prozent) in Deutschland hat auch schon einmal selbst Wohnraum auf einer solchen Plattform angeboten – entweder kostenlos oder gegen Bezahlung. 2017 waren es erst 12 Prozent, 2016 7 Prozent. Vor allem in der Generation der 16- bis 29-Jährigen werden Online-Angebote für die Vermittlung von Privatunterkünften immer beliebter: Bereits jeder dritte Internetnutzer (29 Prozent) dieser Altersgruppe hat anderen Reisenden schon einmal seine Wohnung oder ein Zimmer über eine Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Unter den 30- bis 49-Jährigen hat bereits jeder Fünfte (20 Prozent) auf diese Weise schon einmal eine Unterkunft angeboten, unter den 50- bis 64-Jährigen waren es 15 Prozent, in der Generation 65 plus 9 Prozent. „Für viele private Vermieter spielen bei der Kurzzeitvermietung auch soziale Aspekte eine Rolle. Sie schätzen interessante Kontakte zu Reisenden, die viel zu erzählen haben und die sie ihrerseits mit Insidertipps versorgen können“, sagt Meinecke. „Gäste verzichten für diese Tipps oft gern auf einen Zimmerservice wie im Hotel.“ Einige Städte hätten in Spitzenzeiten außerdem Schwierigkeiten, genug Betten für Geschäftsreisende und Touristen anbieten zu können – also zum Beispiel während großer Messen, Festivals oder Sportereignissen. „Vor allem in Stoßzeiten ist die Vermittlung von Privatwohnungen eine gute und bezahlbare Alternative für viele Gäste.“

 

Wer seine Wohnung vermietet, hat eine Reihe von rechtlichen und steuerlichen Regelungen zu beachten. Anbieter privater Mietwohnungen sind zum Beispiel verpflichtet, im Vorfeld die ausdrückliche Erlaubnis des eigenen Vermieters für die Untermiete einzuholen. Die Einnahmen durch Vermietungen über Internetplattformen müssen außerdem in der Steuererklärung angegeben werden. In einigen Städten gibt es auch Gesetze, die die kurzzeitige Beherbergung zahlender Gäste einschränken. Auch eine Registrierung, Zulassung oder Lizenz kann nötig sein, wenn man seine Unterkunft inserieren möchte. In manchen Städten – wie zum Beispiel in Berlin – gelten darüber hinaus Regelungen zur so genannten Zweckentfremdung von Wohnraum, die die Überlassung an Reisende stark einschränken oder sogar ganz verbieten. Interessierte sollten sich über die Gesetze vor Ort informieren, bevor sie ihre Unterkunft auf entsprechenden Plattformen inserieren. Potenzielle private Vermieter erkundigen sich dafür am besten bei den zuständigen Ämtern, welche Regelungen in ihrer Stadt greifen.

 

 

Billigticket? Vorsicht vor versteckten Kosten!

 

FairPlane, das Flugrechteportal, hat fünf Fluglinien verglichen. Der Test zeigt auch Kosten auf, die Passagiere völlig unvorbereitet treffen.

 

Kostenfalle Check in am Flughafen

 

Lauda/Ryanair verlangen für den Check in am Flughafen EUR 55 (dagegen hat der VKI in erster Instanz bereits ein positives Urteil erzielt). Bei Wizz Air zahlt man EUR 30 zuzüglich einer Gebühr des jeweiligen Dienstleisters am Flughafen. Wer also keine Möglichkeit hat, online einzuchecken, sollte diesen Umstand bereits bei der Flugbuchung selbst bedenken und einen Tarif wählen, der das kostenlose Einchecken beinhaltet. Wenn die Check in Seite des Luftfahrtunternehmens nicht funktioniert, können Screenshots zur Beweissicherung bei der Rückerstattung dieser Kosten hilfreich sein.

 

Die Kosten für Gepäck

 

Besonders die Preisgestaltung bei Gepäck empfanden wir bei unserem Test als sehr verwirrend. Oft war die Einzel Buchung eines Gepäckstücks günstiger als ein Tarif, der das Gepäck bereits inkludierte. Teuerster Punkt war das Buchen des Gepäcks erst am Flughafen. Bis man beispielsweise die Kosten für Übergepäck findet, vergeht viel Zeit, bevor man angesichts des Preises erstarrt. Leider sind die Bestimmungen für Gepäck bei jeder Fluglinie unterschiedlich, der Verbraucher muss sich also erst "einlesen" um vorab einen guten Vergleich ziehen zu können. Bei Anschlussflügen, die von einer anderen Fluglinie durchgeführt werden, muss das Reisegepäck dann den Vorschriften beider benutzter Airlines entsprechen- eine weitere Hürde.

 

Ohne Extra- Sitzplatzbuchung kommt man billiger ans Ziel

 

Jeder Passagier sollte sich gut überlegen, ob er für einen Sitzplatz wirklich bis zu EUR 50 pro Strecke ausgeben will, oder auch mit der Zuteilung eines beliebigen Sitzplatzes für einen kurzen Flug zufrieden ist. Am teuersten sind Sitze mit mehr Beinfreiheit, oder sogenannte extra large Sitze. Meist werden Sitzplatz Kosten bei einer Umbuchung nicht zurückerstattet. Den ausführlichen Test können Sie hier nachlesen.

 

FairPlane Geschäftsführer Mag. Andreas Sernetz: "Mit den sogenannten á la carte Leistungen machen Fluglinien in Europa bereits 25% ihres Umsatzes: Die Billigfluglinien wie Easyjet, Ryanair, Vueling und Wizz haben es vorgemacht. Große Carrier wie die Lufthansagruppe, Air France/KLM und British Airways ziehen mit. Sie alle verdienen bei Gepäck, Sitzplätzen, Priority Boarding und vielen anderen Leistungen kräftig am Passagier (Quelle Idea Works Statistic 2018). Jede Zusatzleistung muss extra bezahlt werden. Was man wirklich braucht, sollte man vor der Buchung überlegen. Bedenklich sind unserer Ansicht aber zusätzliche Kosten, die eigentlich vom Beförderungsvertrag gedeckt sein sollten und den Verbraucher völlig unvorbereitet treffen, wie beispielsweise die hohe Check-in Gebühr am Flughafen bei einigen Fluglinien.

 

Flug am Sonntag buchen und mehr als 25 Prozent sparen

 

Urlaub ist bekanntlich teuer. Wie man dennoch sparen kann ohne Abstriche in Kauf nehmen zu müssen, deckt eine Studie auf, die Expedia und die Airlines Reporting Corporation (ARC) initiiert haben. Der Wochentag und der richtige Abstand zwischen Buchung und Urlaub sind es, die entscheiden, wie sehr das Urlaubsbudget malträtiert wird.

 

Mittlerweile bereits im fünften Jahr arbeiten Expedia und die ARC zusammen, um die Entwicklung der Flug- und Hotelpreise zu analysieren. Herausgekommen ist die aktuelle Studie "Travel Pricing Outlook in 2019", die aufzeigt, zu welchem Zeitpunkt preisbewusste Reisende am besten buchen sollten.

 

Die 5 Kernbotschaften sind:

 

1. Flugtickets sind teurer geworden

2. Flug am Sonntag buchen

3. Flug mindestens drei Wochen vor der Reise buchen

4. Flugreise an einem Donnerstag oder Freitag antreten

5. Hotel Freitagabend buchen 

 

Flugpreise gestiegen

 

Die durchschnittlichen Ticketpreise für Flüge sind 2018 laut ARC-Daten um rund fünf Prozent gegenüber 2017 gestiegen. Dieser Preisanstieg erfolgte vor dem Hintergrund lang anhaltender niedriger Ticketpreise. Nach aktuellen Prognosen ist ein Ende dieses Preisanstiegs noch nicht in SIcht, die Frage nach dem optimalen Buchungstermin deshalb wichtiger denn je.

 

Der richtige Tag für die Buchung

 

Ja, es gibt den besten Tag um Flüge zu buchen: Es ist der Sonntag. Expedia und ARC haben ermittelt, dass der durchschnittliche Ticketpreis an diesem Tag mehr als 25 Prozent niedriger liegt als an den anderen Wochentagen. Besonders empfehlenswert ist der Sonntag für alle Reisenden, die einen Flug in der Premium Class buchen möchten: hier liegt das Sparpotential bei mehr als 45 Prozent. Donnerstag oder Freitag hingegen sind nicht ideal: An diesen Tagen ist der durchschnittliche Ticketpreis am höchsten.

 

Nicht minder wichtig: Der richtige Zeitpunkt

 

Glaubt man den Daten der "Travel Pricing Outlook in 2019" Studie, dann liegt der günstigste Zeitpunkt für die Buchung von Flügen ab deutschen Flughäfen im Schnitt bei drei Wochen vor Beginn der Reise.

 

Der richtige Tag für Abflug

 

Die "Travel Pricing Outlook in 2019" Studie hat zudem ergeben, dass Sparfüchse auch vom richtigen Abreisetag profitieren. 10 Prozent Sparpotential sind nämlich für die Urlauber "drin", die ihre Reise an einem Donnerstag oder Freitag starten.

 

Hotels: immer wieder freitags

 

Die "Travel Pricing Outlook in 2019" Studie hat außerdem die Hotelpreise von mehr als 890,000 Unterkünften für jeden Tag der Woche analysiert und dabei herausgefunden, dass die Hotelpreise im Durchschnitt an einem Freitag am günstigsten sind.

 

Ver.di-Streiks an deutschen Flughäfen: Diese Rechte haben betroffene Passagiere

 

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten des Sicherheitspersonals an Flughäfen zu Warnstreiks aufgerufen.

 

Welche Rechte betroffene Passagiere haben, erklärt Laura Kauczynski. Sie ist Expertin für Fluggastrechte des weltweit führenden Fluggasthelfer-Portals, AirHelp: „Betroffene Fluggäste haben unter Umständen Anspruch auf Versorgungsleistungen vor Ort: Bei Verspätungen von über zwei Stunden und einer betroffenen Flugstrecke von über 1.500 Kilometern muss die ausführende Airline den Passagieren am Flughafen Mahlzeiten und Getränke bereitstellen und ihnen die Möglichkeit bieten, zwei Telefonate zu führen oder auch zwei Telefaxe oder E-Mails zu versenden. Sollte die Wartezeit Mitternacht überschreiten, müssen die Airlines auch eine Unterkunft bereitstellen und die Beförderung dorthin ermöglichen. Wir raten, diese Versorgungsleistung bei der Fluggesellschaft einzufordern. Das Recht auf eine finanzielle Entschädigung auf Grundlage der EU-Verordnung EG261/2004 haben die betroffenen Reisenden hingegen nicht. Anders als Streiks von Airlinepersonal gelten Streiks des Flughafenpersonals nämlich als außergewöhnliche Umstände, die die Fluglinien von ihrer Pflicht befreien, Entschädigungen bei Flugproblemen auszahlen zu müssen.”

 

Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

 

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin. Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird.

 

Test Flugportale: Kreditkartengebühren bleiben ein Ärgernis

Im Januar 2018 verfügte das EU-Parlament das Verbot von Kreditkartengebühren. Trotzdem gibt es nach wie vor Online-Flugportale, bei denen sich beim Einsatz von gängigen Kreditkarten die Flugpreise erhöhen. Bei einem Test der Zeitschrift REISE & PREISE waren Tickets, die mit einer herkömmlichen Visa- oder Mastercard bezahlt wurden, bei sechs von 14 untersuchten Anbietern am Ende um bis 27 Prozent teurer als mit der günstigsten Zahlart. Am preiswertesten lassen sich Flugtickets derzeit mit sogenannten Debitkarten buchen, die in ihrer Funktionsweise einer herkömmlichen EC-Karte ähneln, hierzulande aber wenig verbreitet sind. Bei einem der getesteten Portale war ein Lufthansa-Flug nach Sydney, der mit der portaleigenen Firmenkreditkarte bezahlt wurde, um 100 Euro günstiger als mit Mastercard oder Visa Credit. Was beim Bezahlvorgang vielfach als spezieller Rabatt ausgelobt wird, erweist sich für den Kunden als Preiserhöhung, die den Flug teurer macht, als zu Beginn angezeigt.

 

Die Redaktion REISE & PREISE reklamierte zudem, dass bei einigen Portalen Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierung und Aufgabegepäck ungleich teurer sind als direkt bei den Fluggesellschaften. Zudem, so die Tester, ist beim Abschluss von Reiseversicherungen Vorsicht geboten: Kunden werden z. T. wiederholt und mit Unterstützung von Warnhinweisen zum Abschluss aufgefordert - oftmals zu stark erhöhten Preisen. Bei vielen Portalen werden Hotel- und Mietwagenangebote in die Flugbuchungsstrecke eingespeist, was den Buchungsprozess unnötig in die Länge zieht. Weiteres Ärgernis: Durch geschicktes Manövrieren, etwa durch grüne Buttons, versuchen manche Anbieter, den Kunden auf eine teurere Buchungsklasse "umzuleiten" oder ihm eine nicht gewollte Zusatzleistung zu verkaufen.

 

Neben den Bezahlgebühren (30 %) flossen die Userfreundlichkeit (30 %), Preiswertigkeit (20 %) und die telefonische Erreichbarkeit (10 %) sowie die Umbuchungs- und Stornobedingungen (10 %) ins Testergebnis ein. Nur vier Portale erhielten die Testnote "gut", sechs wurden mit "befriedigend" beurteilt, vier Anbieter kamen nicht über ein "ausreichend" hinaus.

 

Der Wohnmobilpreis-Index im Europavergleich: Hier sind die Mieten für Camper besonders günstig

Norwegen mit fast 240 Euro pro Tag Spitzenreiter der teuersten Mietpreise Europas

Für die Deutschen lohnt es sich, ihren Wohnwagen im Heimatland zu mieten

In den Niederlanden ist die Camper-Miete mit knapp 88 Euro pro Tag am kostengünstigsten

 

Die Sommerferien haben in Deutschland bereits vielerorts begonnen und für viele Familien geht es ab in den Urlaub. Dabei wird oft in Campern, Wohnmobilen oder Caravans quer durch Europa gereist. Doch in welchen europäischen Ländern können Urlauber bei der Tagesmiete für das Fahrzeug sparen und wo müssen sie tief in die Tasche greifen?

 

Das Mieten von Wohnmobilen und Wohnwagen ist in den Niederlanden mit 88 Euro pro Tag am günstigsten. Das hat Campanda, die weltweit größte Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, in einer umfassenden Studie ermittelt. Im Rahmen der Studie wurde berechnet, wie hoch der durchschnittliche Tagesmietpreis im europäischen Ländervergleich ist und in welchen Reiseländern der Mietpreis im Vergleich zum Vorjahr besonders teuer geworden ist.

 

Besonders im Norden Europas wird die Reise mit dem Camper kostspielig

 

Das Nordkap, gigantische Geysire oder malerische Fjorde: Ein Urlaub in Norwegen klingt zwar verlockend, geht aber gewaltig an den Geldbeutel. Mit einem durchschnittlichen Tagesmietpreis für Camper von knapp 240 Euro führt die skandinavische Nation die Liste der teuersten Länder Europas an, gefolgt von Island mit einem Preis von gut 214 Euro und Finnland mit rund 168 Euro. Auch in der Urlaubsregion rund um Kroatien wird die Reise mit dem Wohnmobil mit einem Mietpreis von über 167 Euro pro Tag nicht gerade billig. Sollte eine Reise in den hohen Norden trotz der hohen Kosten bevorzugt werden, bietet sich Schweden als günstigstes Urlaubsziel in Skandinavien an (knapp 164 Euro Miete pro Tag).

 

Ein Urlaub in die Niederlande lohnt sich für Camping-Begeisterte besonders

 

Sparen können Camper in diesem Jahr vor allem im Land der Windmühlen, der Tulpen und des Käses: Mit einem Preis von rund 88 Euro pro Tag ist die Niederlande Spitzenreiter der kostengünstigsten Länder Europas. Neben Sonne, Strand und Meer bieten auch die südeuropäischen Länder einen unschlagbaren Preis. Mit nur 110 Euro Miete pro Tag kann sich Portugal Platz zwei sichern. Auf Platz drei landet die Türkei mit einem Preis von fast 114 Euro pro Tag vor Spanien mit 114,50 Euro.

 

Auch Deutschland kann mit einem niedrigen Mietpreis von durchschnittlich 116 Euro pro Tag punkten und liegt damit auf Platz fünf im europaweiten Vergleich. Damit konnte sich die Bundesrepublik nach Rang sechs im Vorjahr um einen Platz verbessern. Mit Frankreich (122,50 Euro pro Tag) und Italien (123) auf Platz sechs und sieben reihen sich zwei weitere beliebte Urlaubsdestinationen der Deutschen auf den vorderen Rängen ein.

 

Belgien zieht Preise stark an, die Schweiz überzeugt mit Kostensenkung

 

Mit der zunehmenden Begeisterung der Europäer am Campingurlaub steigen auch die Kosten für Wohnmobile und Co. in nahezu allen Ländern an. Die einzigen Ausnahmen bilden die Schweiz und der Spitzenreiter Niederlande: Hier können im Vergleich zum Vorjahr fast elf Euro bzw. 17 Euro pro Tag gespart werden. Den größten Preisanstieg gab es wiederum in Norwegen mit über 61 Euro mehr pro Tag. Auch in Belgien sind die Preise stark gestiegen und liegen 2017 knapp 59 Euro über dem Preis im Vorjahr. Auf Platz drei der größten Kostenanstiege landet Estland. Hier müssen Camper je Urlaubstag gut 56 Euro mehr zahlen.

 

Anders als noch 2016 ist der Tagesmietpreis in Deutschland auf über hundert Euro gestiegen. Mit 116 Euro und damit 17 Euro mehr als im Vorjahr muss auch in der Bundesrepublik tiefer in die Tasche gegriffen werden.

 

Keine hohe Anzahlung bei Pauschalreisen - Bundesgerichtshof stoppt Reiseveranstalter

Anzahlungen von 25 Prozent und mehr für eine Pauschalreise sind unzulässig: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat der Anzahlungspraxis von Reiseveranstaltern für Rund-um-Angebote heute in letzter Instanz einen Riegel vorgeschoben (TC Touristik: Az X ZR 13/14; Urlaubstours: Az X ZR 85/12). Weil führende Veranstalter Vorauszahlungen zwischen 25 und 100 Prozent des Reisepreises bereits bei der Buchung verlangten, hatte die Verbraucherzentrale NRW gegen fünf Branchenriesen (TUI Deutschland GmbH, Bucher Reisen GmbH, TC Touristik GmbH, Urlaubstours GmbH und L’TUR Tourismus AG) Klage erhoben und erste Urteile bei Oberlandesgerichten erstritten. TC Touristik und Urlaubstours gingen daraufhin beim BGH in Revision.

 

Die obersten Richter bestätigten jedoch die Auffassung der Verbraucherzentrale NRW. Demnach verstoßen die Reiseveranstalter mit ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen gegen das Zug-um-Zug-Prinzip (Ware gegen Geld). Dieser Grundsatz besagt, dass Kunden erst zahlen müssen, wenn sie die Leistung erhalten. Der BGH stellte hierzu klar, dass die Anzahlungsforderungen von 40 Prozent (Urlaubstours) und 25 beziehungsweise 30 Prozent (TC Touristik) in den vorliegenden Fällen zu hoch sind. "Ein höherer Anzahlungsbetrag als 20 Prozent des Reisepreises benachteiligt die Verbraucher unangemessen und schwächt das Ware-gegen-Geld-Prinzip zu stark", erläutert Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, den Gewinn für die Kunden beim finalen Richterspruch: "Die Restsumme darf frühestens vier Wochen bis einen Monat vor Reiseantritt fällig werden."

 

Auch bei der Erhebung gestaffelter Stornoentgelte hat der BGH die Reiseveranstalter in ihre Schranken verwiesen: Stornoentgelte mit einem Eingangsstaffelsatz in Höhe von 25, 30 beziehungsweise 40 Prozent der jeweiligen Anzahlung dürfen nicht unbegründet pauschal berechnet werden. Die Veranstalter hätten nicht hinreichend dargelegt, dass die verlangten Rücktrittspauschalen unter Berücksichtigung der gewöhnlich ersparten Aufwendungen und anderweitigen Verwertung berechnet wurden. Zum gleichen Schluss kam auch jüngst das Oberlandesgericht Düsseldorf mit seinem Urteil zu den Rücktrittspauschalen der alltours flugreisen gmbh: Den Mindestsatz von 40 Prozent des Reisepreises bei einer Stornierung fanden die Richter zu hoch. (Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 13. November 2014, Az. I-6 U 76/14).

 

Urlaub: Wertsachen am sichersten im Hotelsafe

Die sichere Aufbewahrung von Wertsachen ist auf Reisen und im Urlaub ein wichtiges Thema. Für 35 Prozent der Menschen in Deutschland ist der Zimmer-Safe dabei der bevorzugte Ort, fast 22 Prozent tragen Wertsachen am liebsten bei sich. Immerhin gut 17 Prozent machen sich über die Aufbewahrung keine Gedanken. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey vom Juni 2018 unter 9.300 Menschen im Auftrag von TÜV Rheinland.

 

Nach Erfahrung der Experten von Rheinland, die weltweit Hotels unter anderem auf ihre Servicequalität überprüfen, ist der beste Weg zur Aufbewahrung dagegen der Hotelsafe: "Wertsachen gegen Quittung an der Rezeption abgeben ist meist die beste Form der Aufbewahrung", so Olaf Seiche, Tourismusfachmann bei TÜV Rheinland. Dies bevorzugen allerdings nur gut 6 Prozent der Befragten.

 

Nur das Nötigste an Wertsachen einpacken

 

Teure Verluste können zudem bereits dadurch gut vereitelt werden, wenn Urlauber bereits vor der Reise überlegen, was notwendig ist und auf kostbare Wertsachen bestenfalls verzichten. Urlauber, die mit dem eigenen Fahrzeug die Reise antreten, müssen besonders in Europas Mittelmeerregionen auf der Hut sein. Schon beim Packen vor der Abfahrt gilt: Nur das Nötigste möglichst kompakt verstauen - ein bis unter das Dach beladenes Fahrzeug weckt das Interesse Krimineller.

 

Ratsam ist es auf bestimmten Strecken sogar, Gepäckstücke mit Fahrradschlössern von innen an den Türgriffen oder Sitzen zu befestigen. Bei der Autodiebstahl-Masche nützt dies allerdings nichts. Bei dieser machen Personen in einem anderen Fahrzeug während der Fahrt durch wildes Gestikulieren auf einen vermeintlichen Schaden am Wagen der Urlauber aufmerksam. Fahren diese auf den Seitenstreifen, werden sie durch die vermeintlichen Helfer aus dem Auto gelockt und abgelenkt. Ein Komplize nutzt das und stiehlt den kompletten Wagen. "Auf keinen Fall aufgrund irgendwelcher Hinweise von anderen Verkehrsteilnehmern anhalten. Diese dreiste Methode kommt immer häufiger vor", sagt Seiche.

 

Aufs Wildcampen verzichten

 

Vorsichtig sollten auch Wohnwagen- oder Wohnmobilurlauber auf den Haupturlaubsrouten in Europa sein, die ihre Fahrzeuge über Nacht wild - was in vielen Ländern erlaubt ist - abstellen. Ziele, die Kriminelle schon längst ins Visier genommen haben. Teilweise leiten die Täter dabei sogar Gas ins Innere, um die Insassen vor dem Raub zu betäuben. "Es gibt Gasdetektoren, die Alarm schlagen. Auch Hunde, die bei unbekannten Personen anschlagen, sind eine Hilfe", rät Seiche. Im Zweifel erweist sich jedoch stets der Campingplatz als sichere Übernachtungsvariante.

 

Parkplatzgebühren an deutschen Flughäfen - bis zu 490 Euro für zwei Wochen

Parken am Flughafen ist teuer. In Stuttgart werden für zwei Wochen in einem terminalnahen Parkhaus bis zu 490 Euro fällig. Auch in Düsseldorf (476 Euro) und Köln/Bonn (420 Euro) kostet zwei Wochen parken in Terminalnähe über 400 Euro. Den günstigsten Parkplatz gibt es mit 59 Euro für 14 Tage am Flughafen Münster/ Osnabrück.

 

Alternativparkplätze und Onlinebuchung senken die Kosten teilweise deutlich

 

Alle betrachteten Flughäfen bieten aber auch günstigere Alternativparkplätze an. Diese liegen zwar meist in einiger Entfernung zum Flughafen, häufig gibt es aber einen kostenlosen Shuttleservice. In Stuttgart werden beispielsweise für zwei Wochen auf dem günstigsten Parkplatz nur 96 Euro fällig - eine Ersparnis von 80 Prozent im Vergleich zum terminalnahen Parkhaus (490 Euro).

 

"Passagiere, die ihren Pkw während eines Urlaubs am Flughafen abstellen, sollten den Parkplatz nach Möglichkeit im Voraus online buchen", rät Guido Thurmann, Leiter Flüge bei CHECK24. "Eine Onlinebuchung garantiert nicht nur einen Stellplatz, häufig gibt es dafür sogar noch einen Rabatt."

 

Tipp: Urlaubsreisende sollten unbedingt darauf achten, ihren Wagen nicht auf einem Kurzzeitparkplatz abzustellen. Dann sind die Kosten für das Parken schnell höher als für den gesamten Urlaub.

 

Tagesticket in Terminalparkhaus kostet zwischen zwölf und 72 Euro

 

Geschäftsreisende zahlen für ein Tagesticket in einem terminalnahen Parkhaus am Flughafen Berlin-Schönefeld bis zu 72 Euro. Am günstigsten parken sie in Erfurt und Paderborn-Lippstadt. Hier werden für das Tagesticket nur zwölf Euro fällig.

 

Mautkosten im Überblick: So unterscheiden sich Straßengebühren im europäischen Ausland

Die Gebühren zur Nutzung der Autobahnen im europäischen Ausland unterscheiden sich stark. Teilweise hängt die Höhe der Kosten von Emissionsklasse, Gewicht oder Höhe des Fahrzeuges oder auch von der Tageszeit ab. Campanda, die weltweit größte Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, hat analysiert, welche Abgaben auf Reisende mit dem PKW oder dem Wohnmobil im Ausland zukommen.

 

Vignette für PKW-Fahrer günstiger

 

Die Vignettenpreise für Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen fallen meist niedriger aus als für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Vignetten können für einen, sieben oder zehn Tage oder für einen ganzen Monat erworben werden. In Rumänien fahren PKW-Fahrer mit einer Vignette für drei Euro am günstigsten. Ebenfalls preiswert ist die Vignette in der Republik Moldau mit vier Euro. In Slowenien gibt es für 15 Euro hingegen die teuerste Vignette für Autofahrer.

 

Schweizer Vignette für Wohnmobilfahrer am teuersten

 

Im Gegensatz zu PKW-Fahrern haben Urlauber mit Wohnwagen oder -mobil mit höheren Kosten zu rechnen. In der Schweiz kostet eine Vignette rund 28 Euro. Ungarn und Bulgarien sind mit knapp 22,50 Euro und 21 Euro etwas günstiger. Nur in der Republik Moldau (Vier Euro) und in Italien (Sechs Euro) kosten die Vignetten genauso viel wie für PKW.

 

Maut: Abgaben für 100 Kilometer Autobahn

 

Auch in Ländern, in denen keine Vignettenkosten fällig werden, ist meist das Gewicht des Fahrzeuges ausschlaggebend für die Höhe der Mautkosten. Pro 100 Kilometer Autobahn schwankt die Maut für Wohnmobilfahrer (über 3,5 Tonnen) in Österreich zwischen 22 Euro und 54 Euro. Somit ist das Land in dieser Gewichtsklasse am teuersten. In Tschechien bleibt es mit 0,31 Euro bis 0,46 Euro für Wohnmobilfahrer sehr günstig. Allerdings müssen in manchen Ländern zusätzlich noch Kautionskosten für die sogenannte Mautbox, ein elektronisches Bordgerät zur Erfassung der Autobahnmaut, mit einkalkuliert werden. In Tschechien kostet die Box Wohnmobilfahrer mit 60 Euro am meisten, die Box in Österreich mit nur fünf Euro am wenigsten.

 

In Polen können 100 Kilometer Autobahn für Autofahrer (unter 3,5 Tonnen) mit 28 Euro mit Abstand am teuersten werden, die zweitteuerste Nation ist mit 14 Euro Griechenland. Am günstigsten ist es für PKW-Fahrer in der Türkei mit maximal 0,61 Euro.

 

Hier drohen die höchsten Strafen

 

Mautschummler in Slowenien und der Slowakei seien gewarnt, denn die Länder verlangen empfindlich hohe Bußgelder. Wer in der Slowakei ohne Vignette durchs Land fährt und erwischt wird, muss bis zu 365 Euro büßen. Bis zu 800 Euro Strafe verlangt der slowenische Staat für die Nichtbeachtung der Vignettenpflicht. In der Schweiz fällt die Strafe mit 190 Euro geringer aus, doch zusätzlich dazu müssen die eingesparten Vignettenkosten nachbezahlt werden. In Ungarn fällt die Strafe mit 50 Euro am niedrigsten aus.

 

Wohin mit dem Heimtier im Urlaub?

Für Tierhalter ist es vor der gerade beginnenden Urlaubszeit oftmals eine schwere Entscheidung: Nehme ich mein Tier mit in die Ferien, oder lasse ich es betreuen? Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) gibt hilfreiche Tipps für diejenigen, die ohne ihr Tier in die Ferien fahren.

 

Reisende, die ihren Hund oder Katze nicht mitnehmen können, sollten sich frühzeitig erkundigen, ob Freunde oder Nachbarn das Tier versorgen können. "Unabhängig davon, ob es sich um einen privaten Kontakt oder einen professionellen Tiersitter handelt: Die Beteiligten sollten immer eine schriftliche Vereinbarung über die Inhalte und den Ablauf der Betreuung anfertigen, um mögliche Missverständnisse oder Streitigkeiten zu vermeiden", rät ZZF-Präsident Norbert Holthenrich.

 

Alternativ bietet sich auch eine Tierpension an. Doch wie findet man die richtige? "Tierhalter können sich beispielsweise beim örtlichen Tierschutzverein, ihrem Tierarzt oder anderen Tierhaltern eine Pension empfehlen lassen", so Holthenrich. "Am besten besuchen sie diese dann im Vorfeld und lassen sich dabei auch den verpflichtenden Sachkundenachweis nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes zeigen. Er ist ein erster Hinweis auf die Seriosität der Unterkunft." Auch bei Tierpensionen gilt: unbedingt eine schriftliche Vereinbarung für die Betreuung erstellen!

 

Halter von Kleinsäugern können sich neben Tiersitting-Angeboten auch im Zoofachhandel nach einer Pflegestelle erkundigen. Viele Fachgeschäfte bieten eine Urlaubsbetreuung der Tiere an. Zu beachten ist: Zoofachmärkte benötigen für die Aufnahme von Pflegetieren eine amtstierärztliche Genehmigung nach §11 TschG.

 

Aquarien können heute über das eigene Smartphone überwacht werden. Auch eine automatische Fütterung ist möglich. Allerdings empfiehlt der ZZF ab einer Woche Abwesenheit, dass ein Zoofachhändler oder hilfsbereite Nachbarn regelmäßig die Gesundheit der Fische, Wasserstand und -temperatur sowie die Filterfunktion vor Ort überprüfen.

 

Wenn Tierhalter ihre Tiere aussetzen, in der Wohnung zurücklassen und dann in den Urlaub fahren, machen sie sich damit nicht nur strafbar, sondern nehmen auch billigend den möglichen Tod des Tieres in Kauf. "Es gibt in unserem Land so viele Möglichkeiten für eine Urlaubsbetreuung, dass niemand sein Tier aussetzen muss", zeigt sich Holthenrich darüber verständnislos und appelliert an alle Tierhalter: "Nutzen Sie die vielfältigen Betreuungsangebote für Ihr tierisches Familienmitglied, und setzen Sie nicht sein Leben aufs Spiel."

 

Die Hälfte der Deutschen geht im Urlaub unnötige Cyberrisiken ein

Fast 50 Prozent der Deutschen setzt im Urlaub in puncto Internetverbindung auf öffentliche WLAN-Netze - das ergibt das repräsentative G DATA IT-Security-Barometer unter 1.000 Internetnutzern im Mai 2018. Die Gefahr dabei: Die Netzwerke sind oft nur unzureichend abgesichert, wodurch Kriminelle den gesamten Datenverkehr mitlesen können. Im schlimmsten Fall droht Reisenden so der Verlust ihrer persönlichen Daten, wie Passwörter. Anwender sollten freie WLANs daher nur mit Vorsicht nutzen. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Auf Reisen verwenden die Deutschen ihr Mobilgerät insbesondere zum Versenden von Urlaubsgrüßen an Freunde und Familie (70 Prozent). Für die sichere Nutzung von Smartphones und Co. auf Reisen stellt das deutsche IT-Security-Unternehmen Nutzern eine Checkliste mit Tipps zur Verfügung - für einen erholsamen und cybercrime-freien Urlaub.

 

"Cyberkriminelle machen keinen Urlaub und nutzen die Reisezeit, um gezielt Nutzer anzugreifen", erklärt Tim Berghoff, G DATA Security Evangelist. "Eine beliebte Masche ist das Mitlesen des Datenverkehrs in nicht ausreichend abgesicherten WLAN-Netzen. Die Täter gelangen so beispielsweise an Zugangsdaten zu Onlinediensten oder Kreditkarteninformationen und können diese in Untergrundmärkten gewinnbringend weiterverkaufen. Ich rate Urlaubern daher, ihr Mobilgerät vor dem Reiseantritt umfassend abzusichern."

 

Urlauber setzen auf WLAN-Netze

 

Ob im Hotel, Flughafen oder der Strandbar - kostenlose WLAN-Netze stehen im Urlaub an vielen Stellen zur Verfügung und fast die Hälfte der deutschen Urlauber nutzt bevorzugt diese Angebote. Die am zweitmeisten genutzte Online-Möglichkeit in den Ferien ist das gebuchte Datenvolumen oder die Flatrate des eigenen Mobilgerätes. Jeder fünfte Deutsche verzichtet auf Reisen komplett auf das Internet.

 

Im Urlaub halten die Deutschen Kontakt zu Familie und Freunden

 

Fast 70 Prozent der Befragten nutzen ihr Mobilgerät im Urlaub, um Kontakt zur Heimat zu halten, z.B. über Messenger-Dienste, soziale Netzwerke oder Nachrichten. Wie das G DATA IT-Security-Barometer zeigt, ist das Fotografieren für die Deutschen mit 57 Prozent die zweitwichtigste Handlung mit dem Smartphone oder Tablet. Knapp die Hälfte der Urlauber nutzen ihr internetfähiges Gerät, um sich über Restaurants, Ausflüge oder Sehenswürdigkeiten im Ferienort zu informieren.

 

Nach dem Motto "Ich packe meinen Koffer" sollten Urlauber vor dem Reiseantritt nicht nur an Sonnencreme und Reiselektüre denken, sondern auch mit der Checkliste das Mobilgerät sicher für den Urlaub machen:

 

- Geschützt durch Security-Software: Eine leistungsfähige Sicherheitslösung gehört zur Grundausstattung jedes PCs und Mobilgeräts. Neben einem effektiven Virenschutz sollte diese auch einen Spam-Filter, eine Firewall und einen Echtzeitschutz gegen Online-Bedrohungen umfassen.

 

- Software-Sicherheitslücken schließen: Ein aktuelles Betriebssystem sowie Updates von Anwendungen und Apps schließen kritische Sicherheitslücken. Angriffe laufen somit ins Leere und der Computer oder das mobile Gerät bleibt sicher.

 

- Nur mit aktiviertem Diebstahlschutz reisen: Anwender sollten für den Fall eines Verlusts des Mobilgeräts vorsorgen und auf einen Diebstahlschutz setzen. So lässt sich das Gerät aus der Ferne orten, sperren und alle darauf gespeicherten Daten löschen. Bei Notebooks sollte die Festplatte verschlüsselt werden, sodass Diebe keine Chance haben, die gestohlenen Daten zu lesen.

 

- Daten sichern: Bevor es in den Urlaub geht, sollte eine Sicherheitskopie aller gespeicherten Daten auf einem externen Speichermedium erstellt werden. So sind Bilder und andere Informationen nicht unwiderruflich verloren, wenn das Gerät abhandenkommt oder gestohlen wird.

 

- Sperrnummern notieren: Urlauber sollten sich die Servicenummern von ihrem Mobilfunkanbieter sowie Kredit- und EC-Karten-Dienstleister merken. Im Fall eines Verlustes kann die betreffende Karte, der Surfstick oder das Mobilgerät umgehend gesperrt werden.

 

- Vorsicht bei öffentlichen WLANs: Öffentliche Hotspots, z.B. in Hotels oder am Flughafen, sind im Urlaub sehr beliebt. Oft sind diese aber nur ungenügend abgesichert, sodass Kriminelle den Datenverkehr mitlesen können. Daher sollte auf die Eingabe von persönlichen Informationen verzichtet oder eine sichere Internetverbindung genutzt werden, um online zu gehen.

 

- Online-Banking vermeiden: Reisende sollten während ihres Urlaubsaufenthaltes auf Online-Bankgeschäfte verzichten und keine persönlichen oder sensiblen Daten an öffentlichen Computern herunterladen oder speichern. Diese Rechner sind häufig nur unzureichend abgesichert.

 

Preis-Check bei Ryanair, easyJet und AirBerlin: Buchangst beim Billigflieger

Billigflieger werben mit krassen Schnäppchen-Preisen. So richtig teuer kommen jedoch meist Extras wie Gepäck oder Platzreservierung. Die können den Ticketpreis oft locker auf das Zehnfache katapultieren. Das zeigte ein Blick der Verbraucherzentrale NRW auf die Preislisten von drei großen Airlines. Ein Flug von Berlin nach Stockholm für 14,99 Euro - solche Knaller-Angebote befeuern das Geschäftsmodell der Billigflieger. Doch was in der Werbung erst mal günstig abhebt, kann am Ende viel teurer landen. Denn so einfach sind die Schnäppchen-Verbindungen nicht zu buchen. Vor dem Drücken des Kaufen-Buttons locken die Firmen mit diversen Extras, die oft teurer sind als der Flugpreis. Bei manchen Posten zweifeln Konsumentenschützer, ob sie rechtlich so einfach zusätzlich abzukassieren sind. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich drei große Billigfluggesellschaften - Ryanair, easyJet und airberlin - genauer angesehen. Dabei stellte sich heraus: Mit dem Kosten-in-die-Höhe-treiben kennt sich das Trio bestens aus. Ryanair beispielsweise startete seinen Posten-Marathon bei der Kreditkarte. Wer damit zahlte, war mit rund 30 Cent dabei. Für jedes Gepäckstück bis 15 Kilo kassierte Ryanair 15 Euro, für 20-Kilo-Koffer waren es 25 Euro. Damit nicht genug. Eine Flugbestätigung per SMS gab´s für 1,69 Euro, einen Parkplatz für 39 Euro am Tag, den Shuttle aus der Innenstadt für 22 Euro, obendrein konnten der Mietwagen sowie weitere Aufpreise für Sportgeräte oder Instrumente gebucht werden. Ähnlich bis ins Kleinste ausgefeilt agierten die beiden Konkurrenten der in Irland beheimateten Linie. Interessantes ans Licht brachte auch der direkte Vergleich des Trios bei ähnlichen Positionen. Dazu gehört etwa die Sitzreservierung. easyJet schaffte es, die zu staffeln: vom einfachen Platz für 2,99 Euro über den Sitz "ganz vorne" für 7,49 Euro bis hin zu dem mit "extra viel" Beinfreiheit für 10,99 Euro. Konkurrent Ryanair beließ es dagegen bei einer Kategorie. Dafür kostete die gleich mal 10 Euro. Noch dreister kalkulierte airberlin. Hier schlug der Platz mit 11,99 Euro zu Buche, der Sessel "XXL" sogar mit satten 20 Euro. Enorme Unterschiede gab´s auch bei der Reise-Versicherung. Abzuschließen war sie - mit unterschiedlichem Leistungsumfang - mal für 2,90 Euro, mal für 10,50 Euro oder auch für 15,50 Euro. Insgesamt fanden die Verbraucherschützer bei den drei Unternehmen - abhängig vom Flugziel - im Schnitt rund acht Posten. Wer einen buchte, bekam teilweise weitere kostenpflichtige Optionen präsentiert wie etwa eine noch umfassendere und natürlich teurere Reise-Versicherung.

 

Wichtig zu wissen: Mittlerweile bieten airberlin und easyJet Servicepakete an, in denen gleich mehrere Extras zusammengefasst sind. Bei airberlin heißt dieses Angebot FlyFlex. Darin enthalten sind unter anderem zwei Handgepäckstücke, zwei Koffer, Sitzplatzreservierung, Sonderkonditionen beim Einchecken, 150 Prozent der Bonusmeilen und die Möglichkeit umzubuchen. Doch Vorsicht: Preisbewusste Reisende, die das Paket anklicken, kann danach durchaus Buchangst erfassen. Sie durften beispielsweise staunen, wie ein Flugpreis von 48,71 Euro so richtig abhob: auf steile 448,71 Euro. Das war fast zehnmal so viel wie der Schnäppchenpreis. Nicht ganz so hoch katapultierte das Servicepaket von easyJet die Flugkosten. Statt 28,49 Euro wurden nun stolze 87,40 Euro abkassiert - immerhin fast dreimal so viel. Ärgerlich: Wer Extras bei der Online-Buchung widersteht, ist noch nicht aus dem Euro-Schneider. Viele kommen beim Online-Check-In wieder. 

 

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