Berliner Mieterverein: Selbst überprüfen, ob Miete zu hoch ist

 

Der Berliner Mieterverein hat den Mietern in der Hauptstadt empfohlen, selbst zu überprüfen, ob sie zu viel für ihre Wohnung zahlen.

 

"Es wird einen großen Teil von Vermietern geben, die das missachten wollen und deshalb müssen Mieter überprüfen, ob tatsächlich ab 23.11. eine Senkung vorgenommen wird", sagte der Geschäftsführer des Berliner Mietervereins, Reiner Wild, am Montag im Inforadio vom rbb. "Wir empfehlen den Mietern, zunächst noch ein paar Tage zu warten und wenn bis zum 2. Dezember keine Reaktion des Vermieters da ist, dann selbst aktiv zu werden." Dann müsse man den Vermieter auffordern, die Miete zu senken.

 

Wild hat außerdem empfohlen, das eingesparte Geld erst einmal zurückzulegen. "Hier ist es so, dass das Bundesverfassungsgericht im zweiten Quartal des nächsten Jahres eine Entscheidung treffen will. Bis dahin sollte man gerade größere Beträge beiseitelegen", so Wild. Allerdings sei noch unklar, ob Mieter die Einsparungen zurückzahlen müssen, sollte das Gericht den Mietendeckel für verfassungswidrig erklären.

 

Kündigung bei Störung des Hausfriedens

 

Stören Mieter empfindlich den Hausfrieden, müssen sie mit der Kündigung der gemieteten Wohnung rechnen. Dabei müssen sie sich auch das Verhalten ihrer Besucher zurechnen lassen. Wüstenrot weist auf einen kürzlich vom Bundesgerichtshof (BGH VIII ZR 59/20) entschiedenen Fall hin.

 

Eine Mieterin lag jahrelang mit den anderen Mietern des Hauses im Streit. Trotz Abmahnung durch die Vermieterinnen änderte sie ihr Verhalten nicht. Die Auseinandersetzungen eskalierten, als der Lebensgefährte der Mieterin bei einem seiner häufigen Besuche andere Mieter schwer beleidigte und bedrohte. Darauf kündigten die Vermieterinnen das Mietverhältnis. Die dagegen eingelegte Klage der Mieterin blieb vor sämtlichen Instanzen erfolglos.

 

Laut dem BGH kann ein Vermieter die Wohnung kündigen, wenn ein Mieter den Hausfrieden nachhaltig stört. Da Mieter gegenseitig Rücksicht nehmen müssten, dürften die anderen Mieter nicht mehr als unvermeidlich gestört werden. Besonders schwerwiegend sei es, wenn ein Vermieter dem störenden Mieter mit einer Abmahnung die Kündigung androht und dieser dennoch sein Verhalten nicht dauerhaft ändert. Ein Mieter müsse sich auch das Verhalten seiner Gäste zurechnen lassen. Eine Kündigung könne also auch dann erfolgen, wenn die Störungen in erster Linie von Besuchern ausgingen.

 

14 % der Bevölkerung im Jahr 2019 durch Wohnkosten überlastet

 

Im Durchschnitt geben Menschen in Deutschland 26 % ihres Einkommens für Wohnen aus

 

11,4 Millionen Menschen in Deutschland lebten im Jahr 2019 in durch ihre Wohnkosten überlasteten Haushalten. Das waren rund 14 % der Bevölkerung. Eine Überbelastung durch Wohnkosten liegt dann vor, wenn ein Haushalt mehr als 40 % seines verfügbaren Einkommens für Wohnen ausgibt - unabhängig davon, ob die Betroffenen zur Miete oder in den eigenen vier Wänden leben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach aktuellen Ergebnissen der Erhebung Leben in Europa (EU-SILC) weiter mitteilt, ist die Überbelastungsquote seit dem Jahr 2014 leicht gesunken. Damals waren noch rund 16 % der Bevölkerung (12,7 Millionen) durch ihre Wohnkosten überlastet.

 

Im Durchschnitt wendete die Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2019 rund 26 % ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Miete und Nebenkosten beziehungsweise den Unterhalt ihres Wohneigentums auf. 2014 hatte der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen bei 27 % gelegen.

 

Europäischer Vergleich: Menschen in Griechenland am stärksten durch Wohnkosten überlastet

 

Im europäischen Vergleich war die Bevölkerung Griechenlands im Jahr 2019 mit 36 % am stärksten von der Überbelastung durch Wohnkosten betroffen. Für Zypern hingegen lag diese Quote bei 2 %. Auch der durchschnittliche Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltseinkommen war 2019 in Griechenland mit knapp 39 % am höchsten. In Malta gaben die Menschen im Durchschnitt hingegen nur 8 % ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Miete und Nebenkosten aus. Das war europaweit der geringste Anteil vor Zypern (11 %).

 

12 % der Bevölkerung fühlen sich durch Wohnkosten wirtschaftlich stark belastet

 

Inwieweit Wohnkosten eine (Über-)Belastung darstellen, ist nicht nur eine Frage objektiver Kriterien, sondern auch der subjektiven Wahrnehmung. Demnach fühlten sich 12 % der Menschen in Deutschland im Jahr 2019 nach eigener Einschätzung durch ihre monatlichen Wohnkosten wirtschaftlich stark belastet. 2014 hatten noch 17 % der Bevölkerung ihre Wohnkosten als starke Belastung empfunden. Damit hat sich sowohl die subjektiv wahrgenommene Wohnkostenbelastungsquote als auch die objektive Wohnkostenüberbelastungsquote verringert, so das Statistische Bundesamt.

 

Stecker-Solar-Geräte – als Mieter Solarstrom selbst erzeugen

 

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg informiert über Funktion und Nutzung von Stecker-Solar-Geräten

 

Solarstrom vom Dach ist längst günstiger als Strom aus dem Netz. Doch in der Vergangenheit konnten hauptsächlich Hausbesitzer Solarstrom selbst erzeugen. Seit einiger Zeit können nun Mieter und Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Stecker-Solar-Geräten Strom produzieren. Andere Bezeichnungen für Stecker-Solar-Geräte lauten Balkonkraftwerk und Plug-and-Play-Solar. Hierbei handelt es sich um vergleichsweise kleine und steckerfertige Photovoltaik-Systeme, zwischen etwa 1,5 und drei Quadratmeter. Balkonbrüstungen, Außenwände, Dächer, Terrassen und Gärten kommen für die Anbringung oder Aufstellung in Frage. Die Geräte werden möglichst unverschattet zur Sonne (nach Süden) geneigt. Der Anschluss von bis zu 600 Watt an eine spezielle Einspeisesteckdose ist möglich. Der Strom dieser kleinen Stromerzeuger wird meistens im eigenen Haushalt verbraucht. Dadurch wird der Strombezug aus dem Netz und damit die Stromkosten reduziert. „Durch ein Stecker-Solar-Gerät habe ich als Verbraucher die Möglichkeit, eigenen Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Das macht Freude und leistet einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.", erläutert Birgt Groh, Expertin der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

 

Über den Betrieb eines Stecker-Solar-Gerätes muss der örtliche Stromnetzbetreiber informiert werden. Immer mehr Stromnetzbetreiber vereinfachen die Anmeldung. Verbieten können sie den Betrieb nicht. Damit der Haushaltsstromzähler nicht rückwärts zählt, werden in der Regel herkömmliche Zähler durch die neuen „modernen Messeinrichtungen“ ersetzt, die bis zum Jahr 2032 in allen Haushalten verbaut sein müssen. Ob ein Zweirichtungszähler eingebaut werden muss, ist umstritten und wird von lokalen Stromnetzbetreibern unterschiedlich gehandhabt. Mit einem Zweirichtungszähler werden Strommengen erfasst, die in das Netz eingespeist werden. Die Anschaffungskosten eines Stecker-Solar-Geräts richten sich nach der Größe. Die Preisspanne reicht von wenigen 100 bis etwa 1000 Euro. Die jährliche Stromerzeugung liegt je nach Größe bei etwa 170 bis 500 Kilowattstunden.

 

Fragen zu Stecker-Solar-Geräten und zum Energiesparen beantworten die Energieberater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kompetent und anbieterneutral. Informationen finden Sie auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder kostenlos unter: 0800 - 809 802 400.

 

Miete frisst Haushaltseinkommen: Jede 2. deutsche Großstadt für Familien kaum bezahlbar

 

Für Familien ist das Wohnen in vielen deutschen Großstädten zur finanziellen Herausforderung geworden. Für Arbeitnehmer ohne Hochschulabschluss erreichen die Mietkosten für eine familientaugliche Wohnung vielerorts die Grenzen des Leistbaren. In München und Berlin müssen selbst Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss bei Neuvermietungen über 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens für die Miete aufwenden. Doch nicht nur Metropolen sind betroffen: In Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Rostock beläuft sich die monatliche Belastung trotz Berufsabschluss auf 38 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von immowelt. Hierfür wurde für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die monatliche Belastung durch Miet- und Nebenkosten einer Wohnung mit 80 bis 120 Quadratmetern in Relation zum mittleren Haushaltsnettoeinkommen einer 4-köpfigen Familie berechnet. Als Grundlage dienen die von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Bruttoeinkommen, unterschieden nach Berufsabschlüssen (ohne, anerkannter, akademischer). Diese wurden in entsprechende Nettogehälter umgerechnet.

 

Hohe Wohnkostenbelastung in jeder 2. deutschen Stadt

 

Ein Mietanteil von mehr als 25 Prozent am Haushaltsnettoeinkommen gilt als hohe Belastung. Mehr als 33 Prozent gelten gemeinhin als Überbelastung, weil dann nur noch wenig Geld zum Leben bleibt. In jeder 2. untersuchten deutschen Stadt müssen sogar Eltern mit anerkanntem Berufsabschluss mehr als ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens aufwenden, um eine familientaugliche Wohnung anzumieten. Sind beide Elternteile ohne Berufsabschluss, trifft das gar in 71 von 79 untersuchten Städten zu. Angesichts der hohen Mietkosten in deutschen Großstädten bliebt vielen Familien, wenn die Wohnung zu klein wird, oftmals nur noch Wohngeld zu beantragen, in der aktuellen Wohnung zu bleiben, oder aufs Land zu ziehen. Es mangelt in vielen Städten an Sozialwohnungen, die für Familien günstigen Wohnraum bieten.

 

Trotz Berufsabschluss: Mietquote in 11 Städten über 33 Prozent

 

Für Familien, in denen beide Elternteile einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen können, ist eine geräumige Wohnung bei Neuvermietung in deutschen Großstädten fast nicht mehr zu bezahlen: Selbst mit einem mittleren Verdienst belaufen sich in 11 Städten die Wohnausgaben auf über ein Drittel des Budgets eines Haushalts mit einem Voll- und einem Halbverdiener - so etwa in Hamburg (36 Prozent), Frankfurt (37 Prozent), Berlin (42 Prozent) und München (46 Prozent). In kleineren Großstädten wie Heidelberg, Freiburg im Breisgau und Rostock (je 38 Prozent) sind es vor allem die geringeren Einkommen, die das Wohnen schwere bezahlbar machen. Im Ruhrgebiet hingegen sind familientaugliche Wohnungen mit einem Berufsabschluss noch bezahlbar: In Gelsenkirchen, Duisburg oder Recklinghausen beispielsweise liegt die Wohnquote bei unter 20 Prozent.

 

Besonders schwer wird es in vielen Städten für Familien ohne Berufsabschluss: In mehr als der Hälfte der untersuchten Städte belaufen sich Miete und laufende Kosten auf mehr als 33 Prozent des mittleren Nettoeinkommens eines Haushalts. Besonders hoch ist die Belastung in Berlin (49 Prozent) und München (55 Prozent).

 

München und Berlin: hohe Belastung auch für Akademikerfamilien

 

Akademikerfamilien verfügen tendenziell über ein höheres Haushaltseinkommen, daher ist für sie die monatliche Belastung durch Miete und Nebenkosten auch geringer. In Frankfurt, Hamburg (jeweils 27 Prozent) und Stuttgart (26 Prozent) ist die Mietbelastung zwar hoch, aber kann noch als leistbar gelten. In München (33 Prozent) und Berlin (31 Prozent) ist aber auch für Akademiker fast die Grenze dessen erreicht, was gemeinhin als noch zumutbare Wohnkostenbelastung gilt. Das tendenziell höhere Einkommen in diesen Metropolen wird durch die hohen Mietpreise wieder aufgefressen - Eltern haben am Ende des Monats sogar oftmals weniger übrig als in kleineren Städten, obwohl sie dort weniger verdienen.

 

5 Jahre Mietpreisbremse: In nahezu allen Großstädten steigen die Preise weiter - plus 44 Prozent in Berlin

 

Eine Analyse von immowelt zeigt, wie sich die Angebotsmieten in 40 Großstädten in den jeweils 5 Jahren vor und nach Einführung der Mietpreisbremse verändert haben:

 

- In 39 Städten steigen die Mieten seit 2015 weiter, 37 sogar mit zweistelligem prozentualem Wachstum

- Berlin mit einem Plus von 44 Prozent - auch in München (+30 Prozent), Stuttgart und Düsseldorf (je +24 Prozent) konnten die Preisanstiege nicht gestoppt werden

- In 26 Städten sind die prozentualen Anstiege nach der Einführung geringer als vorher, darunter auch Hamburg und Köln

 

Seit 5 Jahren gilt in deutschen Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt die Mietpreisbremse. Doch die Mieten steigen teilweise weiterhin stark an. Eine immowelt Analyse zeigt, dass die Angebotsmieten in 39 von 40 untersuchten Großstädten seit Einführung des Gesetzes weiter gestiegen sind, in 37 davon sogar mit einem prozentual zweistelligen Wachstum. Für die Analyse wurden die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in Großstädten mit Mietpreisbremse jeweils im 1. Halbjahr 2010, 2015 und 2020 untersucht. Am stärksten sind die Kaltmieten demnach in Berlin gestiegen: ein Plus von 44 Prozent seit 2015 - und damit genauso stark wie im gleichen Zeitraum vor Einführung des Gesetzes. Als Folge wurde im Februar dieses Jahres mit dem Mietendeckel ein weiteres Instrument zur Eindämmung der Preissteigerungen eingeführt.

 

Auch in weiteren angespannten Wohnungsmärkten zeigt die Mietpreisbremse kaum Wirkung: In München kletterten die Preise in den 5 Jahren seit Einführung um 30 Prozent. In Düsseldorf und Stuttgart beträgt der Anstieg jeweils 24 Prozent.

 

"In Städten mit Zuzug und folglich einer steigenden Nachfrage können die Mietanstiege nur durch gezielte Neubaumaßnahmen gebremst werden", sagt Prof. Dr. Cai Nicolas Ziegler. "Die alleinige Erhöhung des Angebots reicht aufgrund der hohen Baukosten aber nicht aus. Vielmehr ist es die Aufgabe der Städte Sozialwohnungen mit Preisbindung zu schaffen."

 

Hamburg und Köln mit geringeren Anstiegen

 

Welche Auswirkungen ein planvoller sozialer Wohnungsbau hat, zeigt sich an Hamburg. In der Hansestadt kletterten die Angebotsmieten von 2010 auf 2015 noch um 29 Prozent. In den vergangenen 5 Jahren konnte die Steigerungen auf 14 Prozent begrenzt werden. Die gestiegene Nachfrage durch den Zuzug konnte Hamburg im Gegensatz zu anderen Großstädten durch gezielte Wohnbauprogramme abfangen. Auch in Köln konnten größere Preissprünge vermieden werden: Dort ging der Anstieg von 27 auf 11 Prozent zurück.

 

Insgesamt in 26 Städten sind die Anstiege nach Einführung der Mietpreisbremse geringer als vorher. In vielen sind die Unterschiede allerdings gering. In Hannover ist die Steigerung zum Beispiel von 24 auf 23 Prozent zurückgegangen, in Nürnberg von 24 auf 22 Prozent.

 

In Heilbronn und Offenbach beschleunigt sich das Wachstum

 

In einigen Großstädten hat sich die Situation nach Einführung der Mietpreisbremse sogar verschärft. In Heilbronn sind die Preise in den 5 Jahren vor der Einführung um 22 Prozent gestiegen, in den 5 Jahren danach sogar um 37 Prozent. Eine vergleichbare Entwicklung lässt sich auch in Offenbach feststellen, wo der Anstieg von 18 auf 31 Prozent angewachsen ist. Auch in Mainz (von 17 auf 25 Prozent) und Düsseldorf (von 16 auf 24 Prozent) beschleunigte sich das Preiswachstum merklich.

 

Generell wird mit der Mietpreisbremse beabsichtigt, die Preisanstiege einzudämmen. Dafür dürfen Vermieter bei Neu- oder Wiedervermietung von Wohnungen die Miete maximal 10 Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete anheben. Neubauten, umfassend sanierte und möblierte Wohnungen sind ausgenommen. Zunächst sollten die Regelungen nur bis Ende 2020 gelten, die Große Koalition entschied sich jedoch dafür, die Mietpreisbremse um weitere 5 Jahre zu verlängern. In diesem Zuge wurden außerdem die Möglichkeiten der Mieter, zu viel gezahlte Miete zurückzuverlangen, erweitert.

 

Wohnkostenbelastung steigt für unterdurchschnittlich Verdienende immer weiter an

 

"Die Ergebnisse der aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zur Wohnkostenbelastung der Mieterhaushalte in Deutschland spiegelt nicht die Realität von Millionen von Mieterinnen und Mieter wider", kommentiert der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Auch wenn laut IW die Wohnkostenbelastung für den Durchschnittsmieterhaushalt in den letzten Jahren konstant geblieben ist, ist sie es für einen großen Teil der Mieterinnen und Mieter, deren Finanzkraft unter dem Durchschnitt liegt - also zum Beispiel Polizisten, Pflegepersonal und Verkäufer/-innen - nicht.

 

Dies ergibt sich auch aus der Studie des IW selbst, wonach die Wohnkostenbelastung nicht nur für Arbeitslose, sondern auch für unregelmäßig oder geringfügig Beschäftige in den letzten Jahren gestiegen ist. "Wenn man weiß, dass allein rund 10 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland geringfügig beschäftigt sind, wird sehr klar, wie viele Menschen mit zu hohen Mieten konfrontiert sind", erklärt Siebenkotten.

 

Das IW geht von einer Wohnkostenbelastung für Arbeitslose von 37 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens aus, für geringfügig Beschäftigte von 33 Prozent. In diesen Zahlen sind die Heizkosten noch nicht einmal enthalten. Auch das Statistische Bundesamt kam zuletzt zu dem Ergebnis, dass die immer höheren Durchschnittsmieten in den Metropolen und größeren Städten dazu beitragen, dass die betroffenen Mieterhaushalte mit überdurchschnittlichen Mietbelastungsquoten zu kämpfen haben. Bei den Neuvertragsmieten in den Metropolen verschärft sich diese Belastung sogar noch. Mieter in Großstädten wie Berlin, Hamburg München und Köln müssen durchschnittlich mindestens 37 Prozent ihres Gehalts für das Wohnen ausgeben. Auch in Uni Städten ist das Wohnen teuer: So liegt die Mietbelastung in Freiburg beispielsweise bei 41 Prozent.

 

Eine aktuelle Studie des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen (SVRV) zeigt, dass ein Viertel aller Haushalte in Deutschland, also etwa 10 Millionen Haushalte, nicht über flüssige finanzielle Rücklagen verfügen.

 

Erleiden diese Haushalte einen Einkommensverlust von "nur" 100 Euro pro Monat, müssen sie eine Gesamtmietbelastung von 40 Prozent schultern, ab einem Einkommensverlust von 200 Euro pro Monat wird diese Grenze sogar deutlich überschritten. Ab einer Mietbelastungsquote von 40 Prozent spricht man von einer Wohnkostenüberlastung, die zu Verschuldung und im schlimmsten Fall zu Wohnungslosigkeit führt.

 

Beet, Schaukel, Pool: Was dürfen Mieter im Garten?

 

In der warmen Jahreszeit ist ein Garten Gold wert - besonders wenn Kinder im Haushalt leben. Doch welche Rechte und Pflichten haben die Mieter bei der Gartennutzung? Das Infocenter der R+V Versicherung gibt Tipps.

 

Bei baulichen Veränderungen den Vermieter fragen

 

Entspannen, Spielen oder Gemüse anbauen: Familien können einen gemieteten Garten fast genauso nutzen wie einen eignen. Dazu gehört, dass sie Gartenzwerge, Sandkästen, Schaukeln oder Spielhäuser aufstellen dürfen. "Auch gegen ein Planschbecken ist nichts einzuwenden, solange die Kinder Ruhezeiten einhalten", sagt Michael Rempel, Jurist bei der R+V Versicherung. Bei der Bepflanzung haben Mieter ebenfalls nahezu freie Hand. "Gemüsegärten, Blumenbeete und Beerensträucher sind kein Problem." Falls jedoch bereits größere Büsche und Bäume im Garten stehen, darf ein Mieter sie nicht einfach entfernen. "Auch für den Bau eines Gartenschuppens braucht er die Zustimmung des Vermieters, teilweise auch behördliche Genehmigungen", erklärt R+V-Experte Rempel. Zusammengefasst heißt das: Mieter dürfen ohne Zustimmung nur solche Veränderungen vornehmen, die sie bei Auszug mit vertretbarem Aufwand wieder rückgängig machen können.

 

Gartenpflege ist Sache des Mieters

 

Normalerweise ist der Mieter zudem verpflichtet, den Garten zu pflegen. Dazu muss er nicht über Fachkenntnisse verfügen oder besonders viel Zeit und Geld aufbringen. "Zumutbar sind zum Beispiel regelmäßig Rasenmähen, Hecke schneiden, Unkraut jäten und Laub entfernen", so Michael Rempel. Über den genauen Umfang der Arbeiten entscheidet die Art und die Anlage des Gartens. Wenn das notwendige Werkzeug wie Rasenmäher, Heckenschere oder Spaten nicht vorhanden sind, muss der Mieter dies selbst besorgen. "Kompliziertere Gartenarbeiten wie Düngen und Bäume schneiden sind jedoch meist Sache des Vermieters, außer es ist etwas anderes vereinbart."

 

Weitere Tipps:

 

-  Wenn nichts Gegenteiliges im Mietvertrag steht, gehört der Garten eines Einfamilienhauses zur Mietsache. Anders sieht es bei Mehrfamilienhäusern aus: Hier muss die Gartennutzung oder Gartenmitbenutzung vertraglich vereinbart oder in der Hausordnung geregelt sein.

-  Dürfen alle Parteien eines Mehrfamilienhauses den Garten nutzen, müssen sie sich untereinander absprechen und gegenseitig Rücksicht nehmen. Zudem kann der Vermieter Verhaltensregeln für die Gartennutzung aufstellen, etwa in der Hausordnung.

-  Bauliche Veränderungen wie ein festes Gartenhaus oder eine Terrasse müssen immer mit dem Vermieter abgestimmt werden. Für möglicherweise erforderliche Genehmigungen ist dann der Mieter verantwortlich.

-  Grillen ist im Garten grundsätzlich erlaubt. Beschränkungen können sich jedoch durch den Nachbarschutz und die Rücksichtnahme auf Mitmieter im Mehrfamilienhaus ergeben.

-  Beauftragt der Vermieter einen Gärtner mit der Pflege des gemeinschaftlichen Gartens, kann er angemessene Kosten auf die Mieter umlegen.

-  Beim Auszug müssen Mieter alle Spielgeräte wieder abbauen und den Garten so weit wie möglich in den Ursprungszustand versetzen. 

 

Analyse aller Großstädte: Mieten steigen Anfang des Jahres um bis zu 12 Prozent - Rückgang in Berlin

 

Die Corona-Krise macht der Wirtschaft schwer zu schaffen, Kurzarbeit und Lohnausfälle sind weit verbreitet.

 

Bei den Mieten zeigt die Richtung aber weiterhin nach oben. In den deutschen Großstädten klettern die Angebotspreise von Ende 2019 auf Anfang 2020 um bis zu 12 Prozent. Insgesamt in 57 von 81 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern erhöhen sich die Mieten. Dies zeigt eine Analyse von immowelt, in der die Angebotsmieten von Bestandswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, Baujahr 2016 oder älter) in den letzten vier Monaten 2019 mit den ersten vier Monaten 2020 verglichen wurden.

 

Von den Steigerungen sind keineswegs nur kleinere Städte mit bislang günstig Mieten betroffen. Auch in den teuersten Großstädten und Metropolen wird Wohnen teurer. München weist eine Steigerung von 4 Prozent auf. Inzwischen kostet die Miete einer Bestandswohnung im Median 17,30 Euro pro Quadratmeter - so viel wie in keiner anderen Großstadt. Selbst die hochpreisige Finanzmetropole Frankfurt liegt mit 13,60 Euro deutlich dahinter. Auch dort klettern die Mieten in den letzten Monaten um 5 Prozent. Ähnliche Steigerungen konnten auch in Hamburg (+4 Prozent) und Düsseldorf (+5 Prozent) festgestellt werden.

 

"Die Nachfrage und das Angebot an Mietwohnungen klaffen in den meisten deutschen Großstädten weit auseinander. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert", sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der immowelt AG. "Die Zahl der Anfragen ist schon jetzt wieder auf dem Niveau vor der Krise. Der Wohnungsbau ist hingegen zum Teil ins Stocken geraten. In den engen Märkten gehen wir daher weiterhin von leicht steigenden Mieten aus."

 

Sonderfall Berlin: sinkende Mieten

 

Eine der wenigen Städte mit sinkenden Mieten ist Berlin. Von 10,70 Euro Ende 2019 auf aktuell 10,20 Euro pro Quadratmeter sind die Angebotsmieten zurückgegangen - das entspricht einem Minus von 5 Prozent. Großen Anteil am Rückgang hat der Mietendeckel, der seit Ende Februar gilt. Demnach werden die Mieten von Bestandsimmobilien (Baujahr vor 2014) für 5 Jahre eingefroren. Gleichzeitig gelten Mietobergrenzen, deren Höhe von Baujahr, Lage und Ausstattung abhängt. Maßstab hierfür ist das Preisniveau des aktuellen Berliner Mietenspiegels.

 

Eine gemeinsame Analyse von immowelt und dem ifo Institut ist genau von diesem Preisrückgang bei den Bestandsmieten ausgegangen. Allerdings mit weitreichenden Folgen für den kompletten Immobilienmarkt in Berlin. Mehr dazu lesen Sie in der Analyse.

 

Größte Anstiege in Reutlingen und Mainz

 

In 70 Prozent der untersuchten Städte zeigt die Preiskurve hingegen weiter nach oben. Die größten Anstiege verzeichnen dabei die kleineren Großstädte. Ganz vorne ist Reutlingen mit einer Erhöhung von 12 Prozent zwischen Ende 2019 und Anfang 2020. Nur Mainz (+10 Prozent) weist ebenso ein zweistelliges Wachstum auf. In beiden Städten kostet der Quadratmeter im Mittel über 10 Euro. Diese Grenze ist in Moers (+9 Prozent) und Wolfsburg (+7 Prozent) zwar noch nicht erreicht, doch auch dort müssen sich Neu-Mieter auf gestiegene Preise einstellen.

 

Wohnungssuche während der Corona-Krise

 

Besichtigung und Umzug trotz Kontaktsperre?

 

Die Corona-Krise hat Deutschland fest im Griff. In allen Bundesländern gelten Ausgangsbeschränkungen. Viele, die aktuell auf der Suche nach einer Wohnung sind oder ihre Traumimmobilie bereits gefunden haben, sind verunsichert. Was noch erlaubt ist und worauf Wohnungssuchende bei Besichtigungen und Umzug achten sollten, weiß Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH.

 

Wohnungssuche während Corona

 

Erst die Besichtigung…

Grundsätzlich sind Wohnungsbesichtigungen trotz Ausgangsbeschränkungen noch erlaubt. Dies gilt vor allem für Wohnungssuchende, bei denen eine gewisse Notwendigkeit und Dringlichkeit besteht, also wenn beispielsweise die alte Mietwohnung schon gekündigt oder verkauft wurde oder ein Arbeitsplatzwechsel ansteht. Es kommt hier aber auch auf die Regelungen im jeweiligen Bundesland an. Besonders strenge Regeln gelten etwa in Bayern, dem Saarland oder Sachsen. Hier dürfen Bürger nur noch mit triftigem Grund das Haus verlassen. In Bayern sind Wohnungsbesichtigungen derzeit nur dann noch erlaubt, wenn dem Suchenden Obdachlosigkeit oder dem Vermieter ein schwerer finanzieller Verlust durch Leerstand droht. Bundesweit nicht mehr erlaubt sind sogenannte Massenbesichtigungen. Demnach dürfen nur noch Einzelbesichtigungen stattfinden, bei denen außer dem Vermieter oder Makler nur noch eine wohnungssuchende Partei anwesend ist. Zudem sollten dabei die empfohlenen Hygieneregeln eingehalten werden: Wenn möglich, den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten, auf Händeschütteln verzichten und Dokumente besser digital verschicken. Viele Vermieter und Makler führen mittlerweile auch virtuelle Besichtigungen durch, beispielsweise über Skype, oder bieten einen digitalen 360-Grad-Rundgang auf ihrer Website oder der Angebotsseite an.

 

… dann der Umzug

Ist die Traumwohnung gefunden, steht der Umzug bevor. Doch wie ist das aktuell trotz Kontaktsperre noch möglich? Denn demnach darf sich eine Person außerhalb der eigenen vier Wände nur mit einer weiteren Person aufhalten, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Für Umzüge bedeutet das: Die Hilfe von Freunden, Bekannten und nicht im selben Haushalt lebenden Familienmitgliedern ist aktuell nicht erlaubt. Die Alternative: Ein Umzugsunternehmen beauftragen. Diese dürfen als Teil der Dienstleistungsbranche noch tätig sein, selbst in Bayern, wo eine verschärfte Ausgangsbeschränkung in Kraft ist. Sachsen betont, dass nur unaufschiebbare Umzüge noch erlaubt sind. Der alte und der neue Mietvertrag sind als Beweis mitzuführen. Da sich die Ausgangsbeschränkungen der Bundesländer unterscheiden und jederzeit Änderungen möglich sind, sollten sich Umziehende zuvor noch einmal über die Lage im jeweiligen Gebiet informieren und Kontakt zum Umzugsunternehmen halten. Ausgeschlossen ist ein Umzug in der Regel für Personen, die unter Quarantäne stehen. Wer in nächster Zeit umzieht, sollte die empfohlenen Schutzmaßnahmen wie Sicherheitsabstand und Hygieneempfehlungen einhalten. Da die Maßnahmen einen höheren zeitlichen Aufwand bedeuten, am besten mehr Zeit einplanen.

 

Mieten im 10-Jahresvergleich: Wohnen in deutschen Großstädten um bis zu 104 Prozent teurer

 

Der 10-Jahresvergleich der Angebotsmieten in Deutschlands Großstädten von immowelt.de zeigt: In Berlin haben sich die Mieten seit 2009 mehr als verdoppelt: Aktuell kostet der Quadratmeter im Median 11,40 Euro / München bleibt teuerste Großstadt: Mieten steigen um 61 Prozent auf 17,70 Euro pro Quadratmeter / Wirtschaftsstarke Regionen wie Nürnberg (+52 Prozent) und Hannover (+48 Prozent) verzeichnen große Anstiege / Der Osten zwischen Boom und Stagnation: Leipzig (+42 Prozent) im Aufwind, Rostock (-5 Prozent) mit Rückgang / NRW: Große Sprünge in den Rheinmetropolen und in Studentenstädten

 

Die Mieten in deutschen Großstädten sind in den vergangenen 10 Jahren überproportional gestiegen. Das belegt eine aktuelle Analyse von immowelt.de. Während die Inflation bei 14 Prozent lag, sind die Mieten in vielen Großstädten durch die Decke gegangen. Spitzenreiter ist Berlin, wo sich die Mieten mit einem Plus von 104 Prozent mehr als verdoppelt haben. Aber auch in München, Hamburg oder Frankfurt übertrafen die Mieten bei weitem die allgemeine Preissteigerung. Untersucht wurden die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmeter) in 80 deutschen Großstädten. In 77 der untersuchten Städte lag die Mietsteigerung über der Inflation.

 

Die große Attraktivität, der anhaltend hohe Zuzug und der Mangel an günstigem Wohnraum haben dafür gesorgt, dass die Preise in Berlin explodiert sind. Vor 10 Jahren zahlten Mieter in der Hauptstadt noch 5,60 Euro pro Quadratmeter, heute müssen sie bei Neuvermietung im Median mit 11,40 Euro rechnen. Die Politik reagiert darauf mit dem geplanten Mietendeckel. Damit soll ein Rückgang der Mieten und eine geringere Belastung der Bevölkerung erreicht werden. Inwiefern das Gesetz erfolgreich ist, wird sich zeigen.

 

"Die Attraktivität vieler Großstädte ist ungebrochen und die Mieten steigen. Im vergangenen Jahrzehnt ist es den Kommunen offensichtlich nicht gelungen, die richtigen Weichen für mehr bezahlbaren Wohnraum zu stellen", sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt. "Mietpreisbremse und Mietendeckel werden das Problem nicht lösen - es müssen vielmehr Anreize geschaffen werden, um den Bau von Wohnungen im preisgünstigen Segment anzukurbeln."

 

München bleibt mit Abstand teuerste Stadt Deutschlands

 

Von den Berliner Mieten können Münchner hingegen nur träumen. Die Preise in der bayerischen Landeshauptstadt befanden sich bereits 2009 auf dem heutigen Berliner Niveau. In der teuersten deutschen Großstadt sind die Mieten allerdings um weitere 61 Prozent gestiegen, sodass der mittlere Quadratmeterpreis inzwischen bei 17,70 Euro liegt. Das ist der absolute Spitzenwert, mit großem Abstand zu Frankfurt - mit 13,50 Euro die zweitteuerste der untersuchten Städte. Zwar sind die Löhne in München ebenfalls hoch, sind aber schon vor 10 Jahren den Mieten enteilt. Diese Situation hat sich durch die weiteren Anstiege nochmal verschärft.

 

Metropolregionen im Aufschwung

 

Die größten Mietsteigerungen verzeichnen wirtschaftsstarke Städte und Regionen. Neben Frankfurt am Main (+44 Prozent) und Hamburg (+42 Prozent), befindet sich auch die Metropolregion Nürnberg im Aufschwung. In Nürnberg und Fürth (je +52 Prozent) liegen die Mieten noch unter der 10-Euro-Marke, in Erlangen (+47 Prozent) ist diese bereits überschritten. Die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten und das breite Jobangebot machen das Städtedreieck zunehmend attraktiv - die stetig steigenden Einwohnerzahlen verdeutlichen das. Ein vergleichbares Bild zeichnet sich auch in Niedersachsen ab. In Hannover, Göttingen (je +48 Prozent) und Braunschweig (+43 Prozent) ist Wohnen deutlich teurer geworden. Die Region fällt durch wirtschaftliche Stärke, eine renommierte Wissenschaftslandschaft und die Lage an bedeutenden europäischen Verkehrsachsen auf.

 

Zweitgrößte Steigerung in Heilbronn

 

Neben den Metropolen haben auch viele kleinere Städte einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Das lockt besonders Studenten und Jobanfänger an. Die erhöhte Nachfrage führt auch dort zu steigenden Mieten. Bestes Beispiel ist Heilbronn: Mit einem Plus von 67 Prozent ist dort der Preiszuwachs bei den Angebotsmieten am zweitgrößten - hinter Berlin. Das liegt an der gestiegenen Nachfrage, aber auch an zahlreichen Neubauten, die teuer angeboten werden. Mit einem mittleren Mietpreis von 10,70 Euro ist Heilbronn aber nach wie vor günstiger als das rund 50 Kilometer entfernte Stuttgart (12,70 Euro). Eine ähnliche Entwicklung hat auch Würzburg (+57 Prozent) durchlaufen. Die ansässige Universität und die zahlreichen Hochschulen sorgen dafür, dass rund ein Viertel aller Einwohner Studenten sind. Dies führt zu erhöhtem Druck auf den Mietmarkt.

 

Geteiltes Bild im Osten und NRW

 

Während im Osten Deutschlands die Strahlkraft Berlins alles überragt, zeigt sich ansonsten eine sehr unterschiedliche Entwicklung. Leipzig (+42 Prozent) und Dresden (+36 Prozent) gewinnen weiterhin an Attraktivität, während in Städten wie Chemnitz (+11 Prozent) oder Cottbus (+14 Prozent) die Einwohnerzahlen stagnieren und die Anstiege gerade einmal der Inflation entsprechen. Besonders junge Erwachsene locken die günstigen Mieten von rund 7 Euro pro Quadratmeter nach Dresden oder Leipzig. Auch die Berufschancen sind deutlich besser als in den strukturschwachen Regionen in der Lausitz oder dem Erzgebirge. Die einzige aller untersuchten Städte mit sinkenden Mieten ist Rostock (-5 Prozent). Innerhalb der Hansestadt sind die Preisunterschiede enorm: sehr günstige Plattenbau-Wohnungen am Stadtrand bestimmen den Mietmarkt, teure Neubauten im Touristenmagnet Warnemünde sind eher selten.

 

Wie im Osten treffen auch in Nordrhein-Westfalen strukturschwache und wirtschaftsstarke Städte aufeinander. Die Mieten in Studentenstädte wie Aachen, Paderborn (je +42 Prozent) und Münster (+40 Prozent) sind stark gestiegen. Auch die beiden Rheinmetropolen Köln (+34 Prozent) und Düsseldorf (+36 Prozent) zählen zu den begehrtesten Städten, was Mieten jenseits der 10-Euro-Marke zur Folge hat. Auf der anderen Seite weisen besonders die Städte im Ruhrgebiet wie Gelsenkirchen (+19 Prozent), Duisburg (+22 Prozent) oder Hagen (+17 Prozent) geringere Anstiege auf. Die Mieten bewegen sich aktuell auf niedrigem Niveau bei circa 6 Euro pro Quadratmeter.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Verbraucherfinanzen-Deutschland.de