Vorinstallierte Apps auf Smartphones: Kaum genutzt und schwer loszuwerden

 

Marktwächter-Befragung zeigt: Smartphone-Besitzer wollen selbst entscheiden, welche Anwendungen auf ihrem Smartphone installiert sind.

 

Kaum genutzt, schlechte Erfahrungen mit nicht löschbaren Apps, Sorge um die Privatsphäre und Informationslücken beim Kauf: Vorinstallierte Apps verärgern viele Verbraucher. Die Mehrheit wünscht sich ein sparsam ausgestattetes Smartphone ohne Drittanbieter-Apps. Das zeigt eine internet-repräsentative Befragung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

 

Die Ergebnisse der Marktwächter-Befragung zu vorinstallierten Apps bringen deutliche Informationslücken zum Vorschein: Knapp sieben von zehn (69 %) der befragten Smartphone-Nutzer geben an, vor dem Kauf überhaupt nicht oder nicht genau gewusst zu haben, welche Apps bereits auf ihrem Smartphone vorinstalliert sein würden. Dies könnte einer mangelnden Informationspolitik der Smartphone-Anbieter geschuldet sein: Knapp drei Viertel (73 %) der Smartphone-Nutzer fühlen sich von den Anbietern nicht ausreichend über vorinstallierte Apps informiert.

 

Vorinstallierte Apps: Vorbei an Verbraucherbedürfnissen

 

Die Mehrheit der Befragten (81 %) nutzt laut eigenen Angaben den überwiegenden Teil der ab Werk auf dem Smartphone enthaltenen Apps nicht. Zudem haben drei Viertel (75 %) der Befragten schon einmal die Erfahrung gemacht, vorinstallierte Apps nicht löschen oder nur deaktivieren zu können. Vor diesem Hintergrund besonders kritisch: Rund neun von zehn Nutzern (92 %) finden es wichtig, diese An-wendungen entfernen zu können. "Mit der vorgegebenen Konfiguration an vorinstallierten Apps und der oft fehlenden Möglichkeit, diese grundsätzlich löschen zu können, agieren Smartphone-Hersteller klar an den Bedürfnissen und Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher vorbei", erklärt Dr. Michael Walter, Referent im Team Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

 

Verbraucher sehen vorinstallierte Apps kritisch

 

Die Befragung gibt darüber hinaus genaueren Aufschluss darüber, warum Smartphone-Nutzer vorinstallierten Apps kritisch gegenüberstehen. So stören sich rund neun von zehn Befragten (89 %) daran, dass nicht genutzte Anwendungen Hardware-Ressourcen, wie Speicherplatz und Akku, ihres Smartphones verbrauchen. Drei Viertel (75 %) befürchten darüber hinaus, dass die Apps im Hintergrund - also ohne aktive Nutzung - persönliche Daten sammeln könnten. "Diese Sorge", so Walter, "ist nicht unbegründet. Wie Studien aufzeigen, räumen sich vorinstallierte Apps nicht selten weitreichende Zugriffsberechtigungen auf personenbezogene Daten ein und können bisweilen sogar als Schadsoftware fungieren."

 

Weniger ist mehr

 

Mit 63 Prozent bevorzugt die Mehrheit der Befragten ein Smartphone, das ab Werk nur mit technisch notwendigen "System-Apps" (z. B. einer Telefon-App) und wenigen ausgewählten "Hersteller-Apps" (z. B. einem Internetbrowser) ausgestattet ist. Rund jeder Fünfte geht sogar noch einen Schritt weiter und wünscht, dass auf neu-en Smartphones nur System-Apps enthalten sind (21 %). Lediglich 12 Prozent der Befragten präferieren ein Smartphone mit einer möglichst umfangreichen Ausstattung, die auch Apps von Drittanbietern (z. B. Social Media Apps) umfasst. Die Befragung zeigt: "Verbraucher möchten auch in der digitalen Welt nicht die Katze im Sack kaufen. Sie wollen eine 'sparsame' App-Ausstattung ohne die üblicherweise mitgelieferten Drittanbieter-Apps, um dann selbst entscheiden zu können, welche Anwendungen sie auf ihrem neuen Smartphone haben möchten", fasst Walter die Ergebnisse zusammen.

 

Mobil online: Reine Datentarife sind meist teurer als Handytarife mit vergleichbarem Datenvolumen

 

Laut Bundesnetzagentur surfen die Deutschen aktuell mit mehr als 67,8 Millionen SIM-Karten im mobilen Internet. Notwendig dafür sind Handytarife mit Datenvolumen oder reine Datentarife. Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat sich jetzt verschiedene Angebote näher angeschaut, mit denen Verbraucher ihr Tablet, ihr Laptop oder ein anderes Gerät ins mobile Internet bringen können. Die besten Konditionen bieten aktuell einige Handytarife mit Datenvolumen. Reine Datentarife sind hingegen trotz fehlender Telefonie-Leistung meist teurer.

 

Mit einem Datentarif können Verbraucher auch ohne W-Lan mobil im Internet surfen. Solche Tarife gibt es mit und ohne Telefonie-Optionen, wie z.B. Frei-SMS oder einer Anruf-Flatrate. "Obwohl Handytarife mit Datenvolumen mehr Leistung bieten, sind sie oft günstiger als Datentarife, mit denen man nicht telefonieren kann", sagt Arne Düsterhöft, Mobilfunkexperte bei Finanztip. So kostet etwa die All-Net-Flat von Winsim mit 3 GB Datenvolumen im LTE-Netz 8 Euro im Monat. Der reine Datentarif von Winsim - ebenfalls mit 3 GB im LTE-Netz - schlägt hingegen mit 10 Euro pro Monat zu Buche. "Das mag auf den ersten Blick widersinnig erscheinen, aber der Markt für Handytarife ist wesentlich umkämpfter", erklärt Düsterhöft. Verbraucher können sich das zu Nutze machen und auch wenn sie für ihr Laptop oder Tablet keine Telefonie-Optionen benötigen, zu einem Handytarif mit Datenvolumen greifen.

 

Vorsicht vor Tarifen ohne LTE-Empfang

 

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, ist zunächst mit einem riesigen Angebot konfrontiert. "Verbraucher haben die Wahl zwischen hunderten Tarifen. Viele davon sind aber immer noch ohne LTE", warnt Düsterhöft. "Weil die Netzabdeckung ohne LTE zu wünschen übriglässt, haben Verbraucher vielerorts schlechteren Empfang." Finanztip empfiehlt deshalb nur Tarife mit LTE. Um möglichst flexibel zu sein, sollte der Tarif außerdem monatlich kündbar sein. "Wer regelmäßig im mobilen Netz unterwegs ist, sollte eine günstige Datenflatrate in Betracht ziehen." Sehr preiswert geht das mit dem Tarif LTE All 3GB von Winsim für 8 Euro im Monat. Aber Achtung: Der Tarif enthält eine Datenautomatik, mit der zusätzliche Kosten entstehen, wenn zu viel gesurft wird. Im besseren Vodafone Netz empfiehlt Finanztip den Tarif Smart L von Lidl Connect. Hier gibt es 4 GB im Vodafone Netz für 14 Euro im Monat.

 

Prepaid-Tarife für mehr Datenvolumen im Urlaub

 

"Wer nur ab und zu zusätzliches Datenvolumen benötigt, für den sind meist Prepaid-Tarife eine gute Wahl", weiß Düsterhöft. Diese Tarife bieten eine hohe Kostenkontrolle, weil die Tarife auch mal mehrere Monate ruhen können, ohne Kosten zu verursachen. "Das ist besonders praktisch, falls für den nächsten Urlaub etwas mehr Datenvolumen benötigt wird, der normale Handytarif aber im Alltag vollkommen ausreicht." Finanztip empfiehlt hierfür den Tarif Magenta Mobil Prepaid M der Telekom. Dafür gibt es 1,5 GB mit LTE-Empfang für 11 Euro im Monat. "Das reicht, um für etwa fünf Stunden Netflix zu schauen", weiß Düsterhöft. Wer nur ab und zu E-Mails checken will, aber das Handy zuhause lassen möchte, dem reicht ein geringeres Datenvolumen. Das bietet der Tarif Blau Surf XS von O2. Verbraucher zahlen weniger als 3 Euro im Monat und bekommen dafür 300 MB Datenvolumen.

 

Soziale Medien und die DSGVO: Kontrolle der eigenen Daten Fehlanzeige

 

Marktwächteruntersuchung zeigt: Nutzer bekommen kaum Auskunft über gespeicherte Daten, Anbieter erschweren kontrollierte Datenübertragung nach DSGVO.

 

Anbieter Sozialer Medien setzen das Auskunftsrecht aus der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) mangelhaft um; auch eine potentielle Übermittlung an einen neuen Anbieter gestaltet sich schwierig. Eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale NRW offenbart, dass Nutzer nicht ausreichend Auskunft über ihre Daten von ausgewählten Anbietern Sozialer Medien erhalten. Angemessene und vollständige Antworten gab es von keinem der acht geprüften Dienste. Die per Download bereitgestellten Daten liegen überwiegend in englischer Sprache vor, sind nur teilweise lesbar und für Verbraucher damit nicht kontrollierbar.

 

Die Marktwächterexperten haben bei acht ausgewählten Diensten Sozialer Medien, darunter YouTube, Facebook und WhatsApp, über eine fiktive Testperson die Umsetzung des Rechts auf Auskunft und Datenübertragbarkeit getestet. Die im Mai 2018 in Kraft getretene DSGVO hat – im Vergleich zum alten Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) – die Rechte der Verbraucher deutlich gestärkt. So dürfen Verbraucher nun erweitert Auskunft über ihre gespeicherten personenbezogenen Daten bei Anbietern wie zum Beispiel die Speicherdauer verlangen. Zugleich ermöglicht das neue Recht auf Datenübertragbarkeit Verbrauchern, vom jeweiligen Anbieter die selbst bereitgestellten personenbezogenen Daten in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten. Dies soll den Wechsel zu einem anderen Anbieter erleichtern, indem Informationen unproblematisch transferiert werden können. Ziel beider Rechte ist weiterhin, dass Verbraucher die über sie gespeicherten Daten besser überprüfen können. „Wir haben jedoch festgestellt, dass die geprüften Anbieter Sozialer Medien ihren Nutzern es kaum ermöglichen, die über sie gespeicherten personenbezogenen Daten zu kontrollieren“, erklärt Marco Horn vom Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale NRW.

 

AUSKUNFT FÜR VERBRAUCHER UNZUREICHEND

 

Der Praxistest der Marktwächterexperten zeigt: Keiner der Anbieter hat eine angemessene und vollständige Auskunft über die gespeicherten Daten gegeben. Im Gegenteil: Die Anbieter bauen zusätzliche Hürden auf und verweisen, oft in standardisierter Form, auf allgemeine Hilfebereiche, Webformulare oder Datenschutzerklärungen. So liegen die Antworten teilweise in englischer Sprache vor. „Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar“, sagt Horn. „Auch wenn auf die Anfragen in Ansätzen reagiert wurde, zufriedenstellende Antworten blieben alle Anbieter schuldig. Das Recht auf Auskunft, welches schon nach Bundesdatenschutzgesetz bestand, läuft so ins Leere.“ Als Folge kann der Verbraucher mangels fundierter Informationen auch weitere Rechte wie Berichtigung, Sperrung und Löschung bestimmter Daten nur schwer wahrnehmen.

 

PRÜFUNG DER ÜBERMITTELTEN DATEN ERSCHWERT

 

Einige Anbieter verwiesen in ihren Antworten auf ihr Datendownload-Tool, über welches die gespeicherten Daten des jeweiligen Nutzers heruntergeladen werden können. Ein genauerer Blick auf die so erhaltenen Daten-Pakete fiel ernüchternd aus: Zwar werden Datensätze zur Verfügung gestellt. Allerdings liegen diese in sehr unterschiedlichen Dateiformaten vor und sind mit Standardsoftware meist nicht zu öffnen. Darüber hinaus haben die einzelnen Dateien und Ordner bei allen Anbietern größtenteils englische Bezeichnungen. Der Inhalt der Dateien liegt ebenfalls überwiegend in englischer Sprache vor. Dadurch sind die Daten für Verbraucher kaum einsehbar oder lesbar und damit auch nicht überprüfbar. „Aufgrund der lückenhaften Informationen kann der Verbraucher keine informierte Entscheidung darüber treffen, ob die Daten zutreffend sind und vor allem welche Daten bei einem Wechsel zum neuen Anbieter übertragen werden sollen“, so Horn.

In einer vorangegangen Untersuchung stellten die Marktwächterexperten bereits fest, dass die hier geprüften Sozialen Medien schon im Vorfeld bei der Datenerhebung nicht ausreichend darüber informieren, was mit den Daten ihrer Nutzer geschieht. Die aktuelle Studie zeigt, dass eine Kontrolle durch Nutzer Sozialer Medien auch während der Nutzung kaum möglich ist.

 

VZBV FORDERT ANPASSUNG DER DATENÜBERTRAGBARKEIT

 

Die Marktwächteruntersuchung beweist, dass noch viele Fragen in der praktischen Anwendung der Datenübertragbarkeit offen sind. „Eine einheitliche Auslegung der DSGVO wäre hier sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Unternehmen“, erläutert Florian Glatzner, Referent Team Digitales und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Die Bundesregierung sollte im Austausch mit Unternehmen, Aufsichtsbehörden und Vertretern der Zivilgesellschaft branchenbezogene Verhaltensregeln und Standards entwickeln, wie die Datenübertragbarkeit einheitlich, praktisch und im Sinne aller Beteiligten umgesetzt werden kann.“

 

Das ist neu im Digitaljahr 2019

 

In 2019 gibt es auch in der Digitalwelt neue Vorschriften und Rechte für Verbraucher. Der Digitalverband Bitkom hat die wichtigsten Neuerungen zusammengetragen.

 

EU-weite Preisobergrenzen für Telefongespräche

 

Seit 2017 gelten in der EU bereits einheitliche Tarife für den mobilen Datenverbrauch im Internet und für Telefongespräche und SMS im EU-Ausland, das sogenannte Roaming. Im kommenden Jahr sollen auch Telefongespräche und SMS aus dem Heimatland in ein anderes Land der EU gleiche Preisobergrenzen bekommen. Wer per Handy oder Festnetz aus dem Heimatnetz ins EU-Ausland telefoniert, soll pro Gesprächsminute maximal 19 Cent zahlen. Für eine SMS sollen nur noch 6 Cent abgerechnet werden dürfen. Die neuen Obergrenzen sollen ab 15. Mai 2019 gültig sein, zuvor muss der Rat der EU noch formal zustimmen.

 

Aus für die iTAN-Liste

 

Nummern durchstreichen auf Papierlisten  - was lange Zeit zum Online-Banking dazugehörte, wird im kommenden Jahr abgeschafft. Ab dem 14. September 2019 dürfen Bankkunden die sogenannte iTAN-Liste nicht mehr nutzen. Die Liste bestand aus zuvor generierten TAN-Nummern, die zur Authentifizierung im Online-Banking eingesetzt wurden. Die zweite Europäische Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sieht vor, dass im Online-Banking eine sogenannte starke Kundenauthentifizierung durchgeführt werden muss, um beispielsweise elektronische Zahlungsvorgänge auszulösen. Nutzer müssen sich demnach über zwei Faktoren authentifizieren.

 

Sicherheitszertifizierung für IT-Produkte

 

Zu Beginn des kommenden Jahres soll auf EU-Ebene der Cybersecurity Act verabschiedet werden. Die Verordnung sieht vor, dass Hersteller ihre IT-Produkte freiwillig zertifizieren lassen können, um die Sicherheit der Produkte transparent zu machen. Das jeweilig zu gewährleistende Sicherheitsniveau soll in den Vertrauenswürdigkeitsstufen „niedrig“ „mittel“ oder „hoch“ angegeben werden. Hersteller sollen dann über einer Art Beipackzettel Auskunft über die IT-Sicherheit ihrer Produkte geben.

 

Geoblocking wird abgeschafft

 

Eine neue EU-Verordnung bewirkt schon seit Anfang Dezember 2018, dass Verbraucher nun besser im EU-Ausland Waren kaufen und Dienstleistungen bestellen können. Deswegen ist jetzt z.B. das Sperren von Seiten, wenn der Kunde aus dem EU-Ausland zugreift, nicht mehr erlaubt.  Außerdem dürfen Nutzer von Online-Shops auch nicht mehr automatisch auf die jeweils nationale Seite umgeleitet werden, wenn sie die Shop-Seite über eine Adresse im EU-Ausland aufrufen. Die Händler müssen in diesem Fall aber nur den EU-weiten Verkauf anbieten – nicht auch die Lieferung. Im Zweifel muss der Kunde die Lieferung also selbst organisieren oder die Ware abholen.

 

Betreiber von Internet-Marktplätzen haften für Händler

 

Zum 1. Januar 2019 gelten neue Haftungspflichten für Betreiber von Online-Marktplätzen. Danach können Betreiber unter bestimmten Voraussetzungen für eine entstandene und nicht abgeführte Umsatzsteuer in Haftung genommen werden, wenn Händler ihren Steuerpflichten nicht nachgekommen. Die Marktplatzbetreiber können der Steuerhaftung entgehen, wenn sie von ihren Händlern einen Nachweis über die umsatzsteuerliche Registrierung in Deutschland vorlegen können.

 

Europa-Vergleich: Deutschland surft am teuersten

Was kosten Smartphone-Flatrates im europäischen Vergleich? In einer umfassenden Analyse haben die Tarifexperten von Verivox den Mobilfunkmarkt in zehn Ländern unter die Lupe genommen.

 

Das Ergebnis: Für Tarife mit sehr hohem Datenvolumen zahlen deutsche Verbraucher am meisten – obwohl erst kürzlich mit „MagentaMobil XL“ ein neuer Tarif vorgelegt wurde, der ganze 120 Euro günstiger ist als die bisherigen unlimitierten Pauschalen in Deutschland.

 

Vielnutzer kommen in Deutschland am teuersten weg

 

In sechs der zehn untersuchten Länder gibt es unlimitierte Internet-Flatrates – also Angebote, bei denen die Surfgeschwindigkeit nicht nach dem Verbrauch einer bestimmten Datenmenge reduziert wird. Solche „echten“ Flatrates sind in Deutschland am teuersten: Knapp 80 Euro im Monat wird für solch eine Pauschale bei der Deutschen Telekom fällig. Das ist der letzte Platz im Preisranking der zehn Länder. Am wenigsten zahlen Kunden in der Schweiz mit rund 34 Euro, den Niederlanden mit 35 Euro und in Großbritannien mit rund 41 Euro. „In vielen Ländern sind Pauschalangebote ohne Drosselung zu vergleichsweise günstigen Preisen zu bekommen“, sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. „Unser Vergleich macht deutlich, dass Deutschland bei Tarifen mit großen Datenmengen weiterhin Nachholbedarf hat.“

 

Beispielsweise in Polen sind zwar keine unbegrenzten Flatrates erhältlich, jedoch sehr große Datenpakete zu niedrigen Preisen – zum Beispiel 100 Gigabyte (GB) für rund 19 Euro. In Italien können 100 GB für 25 Euro im Monat gebucht werden. Beide Angebote werden als unlimitiert beworben, sind es aber nicht – die Beschränkungen finden sich im Kleingedruckten.

 

Die Pläne der deutschen Netzbetreiber

 

In Deutschland gibt es bei der Telekom und bei Vodafone noch weitere unlimitierte Pauschalen für rund 200 Euro. „In diesen Tarifen erhalten Kunden jedes Jahr ein neues Top-Handy und weitere Features wie zusätzliche SIM-Karten zur Nutzung in mehreren Geräten. Gleichwohl ist das Preisniveau im europäischen Vergleich hoch,“ sagt Schiele. Deutschlands größter Netzbetreiber Telefonica bietet keine „echten“ Flatrates an und plant das nach Verivox-Recherchen auch künftig nicht: Das Unternehmen sieht sich nach eigenen Angaben mit den o2-Free-Tarifen, die nach Erreichen der Volumengrenze vergleichsweise moderat gedrosselt werden, gut aufgestellt.

 

„Beim Wettbewerber Vodafone hingegen ist ein Konkurrenzangebot zur erst kürzlich aufgelegten unlimitierten Flatrate der Telekom sehr wahrscheinlich zu erwarten. Beide Netzbetreiber haben ihr Mobilfunkangebot in den vergangenen Jahren recht eng aufeinander ausgerichtet“, sagt Christian Schiele.

 

Wie viel Datenvolumen braucht man wirklich?

Mal eben das Wetter per Smartphone checken, Youtube-Videos gucken und im Internet surfen: Dafür braucht man einen Handytarif mit Datenvolumen-Paket. Aber: Viele Handytarife mit viel Datenvolumen sind schlicht überdimensioniert. Darauf weist das Telekommunikations-Portal Smartklar.de hin. Es muss nicht unbedingt ein teurer Tarif mit 10 GB Datenvolumen sein - vielen Nutzern reicht ein günstiges Paket mit 1 bis 3 GB Datenvolumen vollkommen aus.

 

Als Hilfe bei der Wahl des richtigen Handtarifs hat Smartklar.de drei Smartphone-Nutzer-Typen erstellt:

 

Wenignutzer: 400 Megabyte

 

Der Wenignutzer greift nur selten auf das mobile Internet zu. Er hat das Smartphone zwar dabei, nutzt es aber nur, um mal schnell etwas bei Google oder Wikipedia nachzuschlagen. Auch WhatsApp ist auf dem Handy installiert, es wird aber vor allem genutzt, um Textnachrichten zu verschicken. Hin und wieder verschicke der Wenignutzer E-Mails; Facebook nutzt er nicht, und auch Youtube-Videos schaut er auf dem Smartphone nicht. Dem Wenignutzer reicht daher ein Tarif mit etwa 400 Megabyte aus.

 

Normalnutzer: 1-3 Gigabyte

 

Der Normalnutzer nutzt das mobile Internet regelmäßig: Er navigiert mehrmals pro Tag durchs Netz, verschickt E-Mails und nutzt regelmäßig WhatsApp - auch für Fotos. Hin und wieder schaut er bei Facebook nach dem Rechten, und auch Youtube-Videos sind öfters drin. Per Google Maps erreicht der Normalnutzer gerne sein Ziel. Damit benötigt der Normalnutzer ein Paket mit ein bis drei Gigabyte: Wer mehr Videos guckt, braucht eher drei Gigabyte, wer vor allem im Internet surft, dem reichen meist ein Gigabyte.

 

Multimedia-Junkie: mindestens 5 Gigabyte

 

Der Multimedia-Junkie hat sein Smartphone immer dabei - und nutzt es als multimediale Unterhaltungs-Zentrale: Er verschickt oft und gerne Bilder und Videos per WhatsApp, streamt diverse Youtube-Videos und treibt sich stundenlang auf Facebook und Instagram herum. E-Mails, Surfen im Internet und das Navigieren per Google Maps gehören für den Multimedia-Junkie selbstverständlich dazu. Der Multimedia-Junkie braucht damit einen Vertrag mit mindestens 5 Gigabyte Datenvolumen - wer sich sehr oft sehr viele Online-Videos anschauen möchte und dauerhaft bei Instagram Bilder lädt, der braucht eher noch mehr.

 

BGH untersagt Handy-Sperre aus geringfügigem Anlass

Ein Mobilfunkanbieter darf den Handy-Anschluss nicht wegen eines kleinen Zahlungsrückstands oder aus einem anderen geringfügigen Anlass sperren. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen das Unternehmen E-Plus entschieden. Das Urteil hat Bedeutung für die gesamte Branche.

 

Der Mobilfunkdienstleister hatte in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Reihe von Gründen genannt, die das Unternehmen berechtigt hätten, den Anschluss sofort, ohne Ankündigung und ohne zeitliche Begrenzung zu sperren. Eine sofortige Sperrung drohte Kunden bereits, wenn sie mit einem kleinen Betrag in Zahlungsverzug gerieten oder ihr eingeräumtes Kreditlimit überschritten. Auch eine von E-Plus eingereichte Lastschrift, die wegen fehlender Kontodeckung nicht von der Bank des Kunden eingelöst wurde, konnte eine sofortige Anschluss-Sperrung auslösen.

 

Das Unternehmen behielt sich außerdem vor, vom Kunden nachträglich eine Bankbürgschaft oder Kaution zu verlangen, wenn sich herausstellen sollte, dass er einen Zahlungsrückstand bei irgendeinem anderen Vertragspartner hat. Bei einer missbräuchlichen Anschlussnutzung drohte E-Plus mit einer vollständigen Sperre. Dem Kunden wurde dabei keine Möglichkeit eingeräumt, die Sperre aufzuheben, indem er sich wieder vertragstreu verhält.


BGH erklärt acht Klauseln für unzulässig

 

Der vzbv hatte die Klauseln als überzogen und kundenfeindlich kritisiert. Viele Handy-Nutzer seien darauf angewiesen, ständig erreichbar zu sein. Es sei daher unverhältnismäßig, die vertraglichen Leistungen schon bei geringfügigem Zahlungsverzug und ohne Vorwarnung komplett einzustellen. Der Bundesgerichtshof schloss sich dieser Auffassung überwiegend an und untersagte E-Plus, acht der neun strittigen Klauseln weiter zu verwenden. Zulässig ist dem BGH zufolge eine Klausel, wonach das Unternehmen bei einer missbräuchlichen Nutzung den Vertrag fristlos kündigen kann. Das Urteil ist für die gesamte Branche von Bedeutung. Auch andere Firmen sind nun aufgefordert, ähnlich gestaltete Vertragsklauseln zu ändern.


Unzulässige Geschäftsbedingungen sind kein Einzelfall

 

Im Jahr 2008 hatte der vzbv 19 Mobilfunkunternehmen wegen unzulässiger Geschäftsbedingungen abgemahnt und zum Teil verklagt, größtenteils mit Erfolg. Erst diesen Februar hatte der BGH eine Klausel in den Geschäftsbedingungen von T-Mobile und congstar für unzulässig erklärt, die eine Handy-Sperrung ab einem Zahlungsverzug von 15,50 Euro vorsah.

 

Urteil des BGH vom 09.06.2011- III ZR 157/10

TÜV Rheinland: In fünf Jahren rund 500 vernetzte Geräte in jedem Privathaushalt

Das Smart Home ist längst Realität, aber noch nicht Standard. International führende Experten von TÜV Rheinland gehen davon aus, dass sich das sehr schnell ändern wird: Bereits in fünf Jahren werden sich ihrer Einschätzung nach in jedem Privathaushalt rund 500 Geräte, Produkte, Anwendungen und Komponenten befinden, die internetfähig sind oder bereits mit dem Internet verbunden sind. Dies ist eine Prognose aus den Cybersecurity Trends 2018 von TÜV Rheinland, die der weltweit tätige Prüfdienstleister für Qualität und Sicherheit veröffentlicht hat. Das Problem: Viele dieser "smarten" Produkte und Anwendungen sind nicht ausreichend auf Datensicherheit und Cybersecurity überprüft.

 

Vernetzte Geräte sammeln Daten und tauschen sie aus

 

Zu den "smarten" vernetzten Geräten gehören Online-Steuerungssysteme für Rolladen, Licht oder Heizung ebenso wie Fernseher, Kühlschrank oder Rasenmähroboter, Mobiltelefon, Tablet-PC oder Babyphone. "Vernetzte Geräte müssen Daten sammeln und untereinander austauschen, damit sie funktionieren. Sonst sind diese nicht smart. Gleichzeitig müssen sie in Sachen Datensicherheit und gegen Cyber-Einbrüche gut gesichert sein", so Dr. Daniel Hamburg, als Leiter des "Center of Excellence Testing and Certification" bei TÜV Rheinland führender Experte für Produktprüfung und Cybersecurity. Er fordert unter anderem, dass Standards zur Prüfung von Gerätesicherheit um Prüfungen für Datensicherheit und Cybersecurity erweitert werden. "Sonst öffnen wir mit dem Smart Home einer neuen Art von Einbrechern Tür und Tor."

 

Cyber-Kriminelle: Neue Generation von Einbrechern

 

Tatsächlich gibt es bereits heute immer wieder Zwischenfälle, in denen es mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich ist, in Systeme und Produkte einzudringen, die mit dem Internet verbunden sind. Dies erfolgt beispielsweise über Schadsoftware oder über das WLAN. Zuletzt haben Experten von TÜV Rheinland beispielsweise in einem Versuch einen so genannten Wechselrichter einer Solarstromanlage gehackt. Dadurch wäre es möglich gewesen, verbundene Speichersysteme oder gar das Stromnetz selbst zu beeinträchtigen. Auch Alarmanlagen oder Überwachungssysteme wurden von Einbrechern bereits gehackt und ausgehebelt.

 

Auf Einhaltung von Vorschriften für Datenschutz achten

 

Damit Verbraucher bereits beim Kauf mehr Sicherheit haben können, ob Produkte und Systeme den aktuellen Anforderungen an Datenschutz und Online-Sicherheit entsprechen, fordern Experten unabhängige Prüfungen nach einheitlichen Standards.

 

Dr. Daniel Hamburg: "Seit 40 Jahren gibt es in Deutschland das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit von Produkten. Ähnliche Prüfzeichen benötigen wir jetzt für smarte Produkte, um geprüfte Datensicherheit und Cybersecurity für die Verbraucherinnen und Verbraucher auf einen Blick erkennbar zu machen. Das schafft eine Vergleichsmöglichkeit im Markt und sorgt für Vertrauen in die Hersteller." Entsprechende Prüfungen hat TÜV Rheinland seit 2017 entwickelt: Hierbei kontrollieren die Fachleute den Datenschutz und die Datensicherheit von Produkten beziehungsweise von Anwendungen, die mit diesen Produkten in Verbindung stehen. Denn mit einem internetfähigen Gerät ist fast immer auch ein Service verbunden, zum Beispiel die mobile und flexible Steuerung über ein Smartphone.

 

Beim Kauf neuer smarter Geräte sollten sich Verbraucherinnen und Verbraucher in jedem Fall auch über die Einhaltung von Datenschutzvorschriften informieren und nicht nur auf den Preis achten.

 

Bundesbürger im Schnitt 46,2 Stunden pro Woche online

Die Deutschen verbringen immer mehr Zeit im Internet: 46,2 Stunden sind sie wöchentlich online. Das sind über drei Stunden mehr als im Vorjahr (2017: 42,8 Stunden) und über fünf Stunden mehr als die durchschnittliche Wochenarbeitszeit eines Vollzeitangestellten. Auf der Arbeit wird das World Wide Web im Schnitt nur 2,6 Stunden für berufliche Zwecke genutzt. Dafür wird im Büro immer häufiger ein Blick aufs Smartphone geworfen, um zum Beispiel neue Nachrichten auf WhatsApp, Snapchat und Co. zu prüfen. Jüngere Menschen zwischen 18 und 34 Jahren, die sogenannten Digital Natives, sind sogar noch zwölf Stunden länger im Netz unterwegs als der Durchschnitt und bringen es auf rund 58 Stunden wöchentlich. Dies sind Ergebnisse der Postbank Digitalstudie 2018, für die mehr als 3.000 Bundesbürger repräsentativ gefragt wurden.

 

Im regionalen Vergleich sind die Berliner Spitzenreiter bei der Internetnutzung. 56,4 Stunden verbringen sie pro Woche im Netz und damit fast 13 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Auch die nachfolgenden Top-Plätze belegen Stadtstaaten: Bremen liegt mit 53,4 Stunden vor Hamburg (51,3 Stunden). Schlusslicht im Bundesländer-Ranking ist Thüringen mit 40,5 Stunden Internetnutzung wöchentlich. Aber selbst in diesem Bundesland surfen die Menschen mittlerweile länger als sie arbeiten.

 

Der Bildschirm wird kleiner und mobiler

 

Zum Surfen nutzen die Deutschen meistens ihr Smartphone und ihren Laptop (je 71 Prozent). Zum ersten Mal seit der ersten Erhebung der Studie 2015 liegt der Laptop damit nicht mehr vor dem Smartphone. Schaut man sich die Stunden an, die der Durchschnittsdeutsche je Endgerät im Netz ist, liegt das Smartphone mit 14,6 Stunden pro Woche sogar vor dem Laptop beziehungsweise Notebook (13,4 Stunden). Der klassische Desktop-PC verliert ebenfalls weiter an Relevanz: Nur noch 54 Prozent gehen darüber ins Internet. Das Tablet hat dagegen stark an Bedeutung gewonnen: 42 Prozent sind damit im Netz unterwegs, im Vorjahr waren es lediglich 36 Prozent.

 

"Das Smartphone ist vor allem bei den Jüngeren nicht mehr wegzudenken - ob im Restaurant, in der Bahn oder zuhause auf dem Sofa", sagt Thomas Mangel, Chief Digital Officer von der Postbank. "Sich zu jeder Zeit informieren und miteinander auszutauschen, ist gerade für Digital Natives eine Selbstverständlichkeit. Diese 'smarte' Generation legt daher besonderen Wert auf digitale und mobile Dienstleistungen jederart."

 

Unterschiede zwischen den Generationen zeigen sich auch bei der Gerätenutzung: Junge Deutsche zwischen 18 und 34 Jahre nehmen fast alle (89%) das Smartphone zum Surfen, einen Desktop-PC nutzt weniger als die Hälfte von ihnen. Auch die Älteren ab 35 Jahren, die so genannten Digital Immigrants, sind zunehmend mobil erreichbar. 65 Prozent der Befragten gehen mit ihren Smartphones online. In dieser Generation hat der PC mit Tastatur und Maus noch nicht unbedingt ausgedient, denn 57 Prozent nutzen ihn noch.

 

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