TÜV-Report 2019: Jedes fünfte Auto bekommt keine Plakette

 

Gut jeder fünfte Gebrauchtwagen (21,2 Prozent) ist durch die Hauptuntersuchung (HU) der TÜV-Prüfstellen gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Fahrzeuge mit "erheblichen Mängeln" über alle Altersklassen hinweg um 1,3 Prozent gestiegen. Stellen die Prüfer erhebliche Mängel fest, müssen die Autobesitzer ihr Fahrzeug reparieren und erneut prüfen lassen. Weitere 12,0 Prozent aller Fahrzeuge waren mit "geringen Mängeln" unterwegs (minus 1,9 Prozent). In absoluten Zahlen 4.789 Fahrzeuge oder 0,1 Prozent galten als "verkehrsunsicher" und mussten sofort stillgelegt werden. Das geht aus dem aktuellen "TÜV-Report 2019" hervor, für den rund 8,8 Millionen Hauptuntersuchungen der TÜV-Unternehmen ausgewertet wurden. "Die Hauptuntersuchung als wichtige Säule der Verkehrssicherheit in Deutschland steht vor gravierenden Veränderungen", sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV), bei Vorstellung des TÜV-Reports in Berlin. Aktuell stehen eine veränderte Mängelsystematik, neue Grenzwerte bei der Abgasuntersuchung und der Einstieg in die Prüfung digitaler Systeme wie eCall im Mittelpunkt. "Die Zukunft der Hauptuntersuchung ist digital", sagte Bühler. "Autos sind heute rollende Computer und Datenspeicher. Wenn immer mehr sicherheitskritische Komponenten eines Fahrzeugs digital gesteuert werden, muss sich die HU anpassen. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen."

 

Alternde Fahrzeugflotte

 

Als einen wichtigen Grund für die gestiegene Durchfallquote hat der TÜV-Verband die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland ermittelt. Das Durchschnittsalter aller Pkw beträgt aktuell 9,4 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Autos im Schnitt 1,3 Jahre älter und im Vergleich zum Jahr 2000 sogar um 2,5 Jahre. "Der Fahrzeugbestand in Deutschland wird von Jahr zu Jahr älter. Über kurz oder lang wird das zu einem Problem für die Verkehrssicherheit", sagte Bühler. Denn mit höherem Alter steige die Fehleranfälligkeit der Pkw. Nach den Ergebnissen des aktuellen TÜV-Reports fällt nur jedes zehnte 4 bis 5 Jahre alte Fahrzeug mit erheblichen Mängeln durch die HU, während es bei den 10 bis 11 Jahre alten Fahrzeugen mehr als jedes vierte ist (28 Prozent). "Gerade die Halter älterer Autos sind aufgerufen, ihre Fahrzeuge regelmäßig zu warten, um sich und andere nicht in Gefahr zu bringen", sagte Bühler.

 

Gewinner ist der Porsche 911

 

Der Gewinner des TÜV-Reports 2019 ist der Porsche 911. Der Sportwagen hat mit einem Anteil von 2,5 Prozent die geringste Quote erheblicher Mängel (EM-Quote) unter den 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeugen. Da der Gewinner in dieser Altersklasse die niedrigste EM-Quote aller untersuchten Fahrzeuge hat, wird das entsprechende Modell zum Gesamtsieger erklärt. Der Porsche 911 sichert sich aber nicht nur den Gesamtsieg, sondern gewinnt auch in allen anderen Altersklassen. Während bei den 2-3 Jährigen und 4-5 Jährigen der Porsche 911 Typ 991 gewinnt, ist es bei den 6-7 Jährigen, 8-9 Jährigen und 10-11 Jährigen der Typ 997. "Dass ein Fahrzeug in allen Altersklassen so überzeugend abschneidet, hat es in der Geschichte des TÜV-Reports noch nicht gegeben", sagte Bühler. Insgesamt haben die deutschen Hersteller mit zahlreichen Top-10-Platzierungen in den verschiedenen Altersklassen sehr gut abgeschnitten. Darüber hinaus gewinnt Mercedes mit seinen Modellen die Wertungen für die vom Kraftfahrt-Bundesamt festgelegten Wagenklassen Kompaktklasse, Mittelklasse, SUV und Van. Der Opel Adam gewinnt bei den Minis und der Hyundai i20 bei den Kleinwagen.

 

Schlusslichter in den verschiedenen Altersklassen sind in diesem Jahr der Dacia Logan mit einer EM-Quote bei den 2-3 Jahre alten Fahrzeugen in Höhe von 14,6 Prozent, der Peugeot 206 bei den 4-5 Jährigen mit 28,0 Prozent und bei den 6-7 Jährigen wieder der Dacia Logan mit 30,9 Prozent. Bei den 8-9 Jahre alten Fahrzeugen teilen sich Renault Kangoo und Chevrolet Matiz den letzten Platz mit einer EM-Quote von 37,1 Prozent. Bei den 10-11 Jahre alten Fahrzeugen verliert erneut der Dacia Logan: vier von zehn Logans (40,6 Prozent) fallen in diesem Alter durch die HU.

 

Technische Mängel nicht unterschätzen

 

Ein Dauerbrenner bei der HU ist das Thema Licht. Vor allem ältere Fahrzeuge fallen auf den TÜV-Prüfständen mit defekter Beleuchtung auf. "Fahrzeugnutzer sollten häufiger überprüfen, ob sämtliche Leuchten funktionieren. Das ist gerade in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig", sagte Bühler. Ein weiteres Problem ist Ölverlust an Motor und Antrieb. Austretendes Öl ist kritisch, da es bei einem Unfall brandbeschleunigend wirkt. Darüber hinaus belastet entweichendes Öl die Umwelt. Mängel an den Achsfedern und den Stoßdämpfern verschlechtern nicht nur den Fahrkomfort, sondern sind auch ein Sicherheitsrisiko, weil die Fahrzeuge nicht mehr stabil auf der Straße liegen. Das ist vor allem in engen Kurven oder bei Ausweichmanövern gefährlich. Nicht zuletzt müssen die Bremsen regelmäßig gewartet werden, um sicher unterwegs zu sein.

 

Neuerungen bei der Hauptuntersuchung

 

Die Hauptuntersuchung von Pkw befindet sich infolge der Digitalisierung, neuen Vorgaben zum Umweltschutz und der Harmonisierung auf EU-Ebene in einem grundlegenden Wandel. Am 20. Mai 2018 wurde in Deutschland mit dem "gefährlichen Mangel" eine neue Mängelkategorie eingeführt und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt. Für die Fahrzeughalter hat das in der Praxis aber nur geringe Auswirkungen: Sie erhalten einen Hinweis auf dem Prüfbericht und haben dann - wie bei den erheblichen Mängeln - einen Monat Zeit für die Reparatur und HU-Nachprüfung.

 

Bereits seit Anfang 2018 ist wieder eine Abgasuntersuchung mit Endrohrmessung bei der HU Pflicht. "Nur mit einer Kombination aus Abgasmessung am Auspuff, einer Auswertung der Diagnosedaten und einer Sichtprüfung können die Prüfer Verschleiß, Manipulationen oder Defekte an der Abgasanlage richtig erkennen", sagte Bühler. Ihre volle Wirksamkeit entfalte die Endrohrmessung aber erst mit den neuen Grenzwerten, die ab 1. Januar 2019 dem Stand der Technik angepasst werden. Ein weiterer Meilenstein ist die Messung der Partikelanzahl bei Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2021. Darüber hinaus fordert der TÜV-Verband, dass zukünftig auch die Stickoxid-Emissionen (NOx) von Dieseln bei der Abgasuntersuchung überprüft werden. "Schmutzige Luft macht Menschen krank", sagte Bühler. "Die Prüfungen stellen sicher, dass die Abgasreinigung in unseren Fahrzeugen einwandfrei funktioniert."

 

Prüfung digitaler Komponenten

 

Darüber hinaus erfolgt der Einstieg in die digitale Hauptuntersuchung. Seit dem 1. April 2018 ist der Einbau des eCall-Notrufsystems in Neuwagen Pflicht. Die Prüfverfahren für bestimmte digitale Komponenten sind allerdings noch in der Entwicklung und bislang soll nur das Vorhandensein eines eCall-Moduls geprüft werden, nicht aber seine Funktion. "Statt um Rost und Öl geht es in Zukunft um Bits und Bytes bei der Hauptuntersuchung", sagte Bühler. "In den Prüfkatalogen müssen Kriterien für die digitale Sicherheit von Fahrzeugen ergänzt werden." Dabei gehe es sowohl um den Schutz vor kriminellen Hackerangriffen als auch um die Prüfung sicherheitsrelevanter Funktionen, die von Software gesteuert werden. Bühler: "Die Prüforganisationen müssen Zugang zur Software von sicherheits- und umweltrelevanten Fahrzeugkomponenten sowie zu den entsprechenden Diagnosedaten bekommen. Nur so können sie ihrem gesetzlichen Prüfauftrag nachkommen."

 

Kfz-Reparaturen: Preise für Auto-Ersatzteile steigen weiter

 

Pkw-Ersatzteile wie Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben sind in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden: Die Preise stiegen von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um 4 Prozent, für Scheinwerfer sogar um 7 Prozent, wie aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex hervorgeht.

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beobachtet die Preisentwicklung seit Januar 2013. Seitdem stiegen die Kosten für Ersatzteile deutlich schneller als die Inflationsrate: Während der Verbraucherpreis-Index um 6,9 Prozent stieg, verteuerten sich Pkw-Ersatzteile im selben Zeitraum durchschnittlich um 24 Prozent. Rückleuchten sind seit 2013 um fast 50 Prozent, Kofferraumklappen um über 30 Prozent teurer geworden.

 

Bei den Versicherern führen die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. Im Jahr 2013 kostete die Kfz-Haftpflichtversicherer ein Pkw-Sachschaden im Schnitt rund 2.400 Euro, im vergangenen Jahr bereits 2.700 Euro.

 

Preise rund ums Auto seit 2000 um 36 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: Im August 2018 lagen die Preise rund ums Auto um gut 36 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September mit.

 

Während sich seit dem Jahr 2000 die Verbraucherpreise in Deutschland durchschnittlich um rund 30 % erhöht haben, stiegen die Preise für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen um gut 36 %. Die Kraftstoffpreise liegen aktuell um fast 50 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000.

 

Mit einer Steigerung um fast 79 % in den letzten 18 Jahren legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr noch stärker zu.

 

Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um knapp 57 %. Erfreulich für alle, die ausschließlich zu Fuß unterwegs sind: Die Preise für Schuhe stiegen seit 2000 nur um gut 14 %.

 

Steuern auf Benzin und Diesel im EU-Vergleich: Wo der Staat den größten Anteil haben will

Für Kfz-Besitzer gibt es zwei lästige Themen: Parkplatzsuche und Benzinpreise. Hinzu kommt, dass auf den Benzinpreis nicht nur eine Mehrwertsteuer erhoben wird, sondern auch noch eine Energiesteuer. Diese, auch als Mineralölsteuer bekannte, Steuer für Diesel und Benzin fällt EU-weit sehr unterschiedlich aus, wie Campanda, die weltweit größte Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, festgestellt hat.

 

Dieselskandal, Fahrverbote und zu hohe Abgaswerte - die alltäglichen Herausforderungen für Autofahrer reißen nicht ab. Zusätzlich verlangt der Fiskus auch noch einen großen Anteil vom Verkaufspreis für Diesel und Benzin. Wie Deutschland im EU-weiten Ranking bei der Energiesteuer abschneidet, hat Campanda ermittelt.

 

Briten und Italiener zahlen am meisten beim Diesel

 

Die höchsten Abgaben müssen die Briten beim Diesel-Tanken zahlen: 0,660 Euro pro Liter Treibstoff werden dort allein für die Energiesteuer fällig. Die Italiener landen mit 0,618 Euro auf Platz zwei. Zur Top Fünf gehören außerdem Frankreich (0,610 Euro), Belgien (0,560) und Slowenien (0,502 Euro). In all diesen Ländern überwiegt die Energiesteuer sogar den reinen Verkaufspreis. Hierzulande müssen 0,470 Euro pro Liter Diesel an Energiesteuer gezahlt werden. Deutschland landet damit beim europäischen Diesel-Preis-Vergleich auf dem elften Platz. Beim Gesamtpreis für Diesel liegt Deutschland mit 1,172 Euro sogar im unteren Mittelfeld.

 

Auch bei Benzin liegen die Italiener vorn

 

Anderer Treibstoff, andere Steuer - Gleich bleibt allerdings, dass die Italiener auch beim Benzin für den Staat tief in die Tasche greifen müssen: 0,728 Euro müssen sie an Abgaben leisten. Teurer ist es nur für die Niederländer mit 0,786 Euro. Platz drei belegt Griechenland (0,711 Euro). Bei insgesamt 19 Nationen, wie zum Beispiel Dänemark, Frankreich, Schweden und Belgien, ist die geforderte Steuer sogar höher als der reine Verkaufspreis. Darunter auch Deutschland auf Platz acht mit 0,655 Euro Energiesteuer bei einem Gesamtpreis von 1,340 Euro, der im guten Mittelfeld liegt.

 

In Osteuropa gibts weniger für den Fiskus

 

Die geringsten steuerlichen Abgaben müssen Bulgaren leisten, sowohl beim Benzin (0,363 Euro) als auch beim Diesel (0,330 Euro). Benziner tanken am besten in Bulgarien (1,045 Euro), Polen (1,106 Euro) oder Rumänien (1,112 Euro): Hier ist der Verkaufspreis am günstigsten. Diesel-Fahrer können vor allem in Luxemburg (1,015 Euro), Bulgarien (1,038 Euro) und Litauen (1,082 Euro) sparen.

 

Insgesamt ist die Energiesteuer für Benzin höher als für Diesel. Durchschnittlich werden für Benzin 0,563 Euro und für Diesel 0,452 Euro fällig.

 

So viel kostet ein eigenes Auto

Lohnt sich ein eigenes Auto überhaupt? Diese Frage stellen sich Großstädter, die von der Parkplatzsuche genervt sind. Die Tarifexperten von Verivox haben die typischen Mobilitätskosten mit und ohne Auto gegenübergestellt: In Großstädten fahren Familien und Singles mit einem Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing und Mietwagen insgesamt günstiger. Vor allem Singles sparen, wenn sie aufs eigene Auto verzichten.

 

Modellfall 1: Vierköpfige Familie mit und ohne Auto

 

Die Modellfamilie wohnt in Berlin und hat zwei Kinder (8 und 10 Jahre alt). Für die alltäglichen Wegstrecken, wie den Weg zur Arbeit oder Besorgungen, nutzt ein Elternteil das Familienfahrzeug. Der Partner und die Kinder haben für Arbeits- und Schulweg Jahreskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Ausflüge und Urlaubsreisen unternimmt die ganze Familie mit dem Wagen. Die jährlichen Kosten inklusive Kfz-Steuer, Sprit- und Werkstattkosten belaufen sich auf 6.256 Euro. Teurer zu stehen kommt ein Zweitwagen. Zusätzlichen Fixkosten für Steuer, Versicherung und Co. stehen kaum Einsparungen gegenüber. In dem Szenario liegen die Kosten 1.400 Euro über der Alternative aus Mietwagen, Tram und Co.

 

Modellfall 2: Singles

 

Der Single im zweiten Modellfall nutzt im Alltag entweder sein eigenes Auto oder alternativ einen Mix aus Nahverkehr, Carsharing und Mietwagen. Für Ausflüge setzt er lieber auf günstige Fernbusse oder die Bahn, denn er ist flexibler als die vierköpfige Familie. Insgesamt gibt er für seine Mobilität jährlich 3.893 Euro aus. Ist er dagegen mit dem eigenen vier Jahre alten Mittelklassewagen unterwegs, steigen die Ausgaben auf 4.443 Euro. Singles sparen damit ohne Auto 550 Euro im Jahr.

 

Große Unterschiede zwischen Großstadt und Land

 

In Großstädten ist es für Verbraucher leichter auf den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing oder Mietwagen umzusteigen. In ländlichen Regionen mit schlechter Anbindung und ohne Carsharing-Netz ist es jedoch oft unmöglich, aufs eigene Auto zu verzichten.

 

Damit fährt man gut: Tipps für Autokäufer und -verkäufer

Gebrauchte Autos sind gefragter denn je: Im Jahr 2013 zählte das Kraftfahrtbundesamt in der Bundesrepublik erstmals seit zwölf Jahren wieder über sieben Millionen Gebrauchtwagenzulassungen. Bei den Personenkraftwagen macht das ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Es ist davon auszugehen, dass das Kraftfahrtbundesamt auch 2014 in den Monaten März und April wieder einen merklichen Zulassungsanstieg bei den PKW’s verzeichnen wird. Vor allem durch Autobörsen oder Kleinanzeigenportale im Internet legte der Autoverkauf unter Privatleuten in den letzten Jahren enorm zu. Fällt der Gebrauchtwarenhändler als Zwischenschritt und „Sicherheitspuffer“, sparen Käufer und Verkäufer in der Regel zwar Geld, müssen allerdings selbst verstärkt auf Gefahrenquellen achten.

Wahrheitsgetreue Angaben schützen vor Schadenersatzforderungen

„Sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer ist ein schriftlicher Vertrag unablässig. Der reduziert spätere Schadenersatzforderungen und sollte vor allem für den Verkäufer die Angaben wie zu Vorbesitzern und Unfallschäden wahrheitsgetreu und vollständig erfassen“, fasst Armin Eckert, Kfz-Versicherungsexperte der Gothaer zusammen. Und: „Auch wenn es sich kleinlich anhört: Auf der sicheren Seite sind beide Seiten, wenn man sich den Personalausweis des Gegenübers zeigen lässt“, so Eckert weiter.

Beim Vertragsabschluss sollten folgende Dokumente vorliegen:

- KFZ-Brief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II
- KFZ-Schein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
- Bescheinigung über die Haupt- und Abgasuntersuchung
- Kundendienst-Heft
- Reparatur-Rechnungen

Mit Sicherheit Freude beim Autokauf

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Angaben des Verkäufers im Ausweis mit denen auf der KFZ-Zulassung und dem Fahrzeugbrief identisch sind. Prüfen sollte man auch das Kundendienst-Heft. Die darin aufgeführten Reparaturen sollten im Idealfall mit Rechnungen belegt werden können. Und: Ganz gleich, wie weit entfernt der Verkäufer stationiert ist: Eine Probefahrt mit dem Auto sollte man immer machen. Am besten man nimmt noch eine weitere Person mit, die auch Augen und Ohren offen hält. Ist der Kauf abgeschlossen, muss der Wagen unverzüglich bei der Zulassungsstelle umgemeldet werden: „Dazu benötigt man als Bestätigung über eine bestehende KFZ-Versicherung die sieben-stellige eVB-Nummer. Bei uns ist diese beim Versicherungsberater oder online auf unserer Website erhältlich“, erklärt Eckert.

Was Verkäufer beachten sollten

Selbst wenn man schon eine mündliche Zusage hat: Bei einer Probefahrt sollte man den potentiellen Käufer nicht alleine fahren lassen, schließlich wurde bisher noch kein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen. Kommt es zum Kaufabschluss, ist es ratsam, auf Barzahlung zu bestehen. Ideal ist es, zusammen zur Bank zu gehen, das Geld prüfen zu lassen und gleich auf das eigene Konto einzuzahlen. Dabei sollte die Nummer des Personalausweises notiert werden. Erst wenn dieser Schritt erledigt ist, können dem Käufer die Fahrzeugpapiere ausgehändigt werden. Den Empfang sollte man sich bestätigen lassen. Anschließend sollte die Zulassungsstelle sowie die Versicherung zeitnah informiert werden.“, so der Versicherungsexperte Eckert von der Gothaer Versicherung.

 

Preise rund ums Auto in 10 Jahren um mehr als 20 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: In den letzten zehn Jahren sind die Preise rund ums Auto um mehr als 20 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben sich im Vergleich dazu die Verbraucherpreise insgesamt in Deutschland im selben Zeitraum durchschnittlich um rund 17 % erhöht. Das deutliche Plus bei den Preisen für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen ist vor allem auf die Verteuerung bei Kraftstoffen zurückzuführen. Der Preis für Superbenzin erhöhte sich zwischen August 2004 und August 2014 um 30 %, Diesel wurde sogar um mehr als 40 % teurer. Mit einer Steigerung um etwa 42 % seit August 2004 legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr jedoch noch stärker zu. Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um etwa 37 %. Erfreulich für alle, die auf das Fahrrad umgestiegen sind: Die Preise für Fahrräder kletterten nur um knapp 10 %.

ADAC Autokostenvergleich: Von Rentabilität noch weit entfernt - was Elektroautos den Verbraucher kosten

Wer ein Elektroauto kauft, ist zwar zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und soll in Zukunft auch von Sonderparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer Fahrerlaubnis für Busspuren profitieren: Bei der Rentabilität, sprich den Autokosten pro Kilometer, können die meisten Stromkarossen aber noch immer nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Im aktuellen ADAC Autokostenvergleich schafft dies mit dem BMW i3 nur ein einziges Elektroauto. Gegenüber einem in Ausstattung und Leistung vergleichbaren 1er-Benziner von BMW (55,4 Cent) ist das E-Mobil aus München um 3,1 Cent günstiger pro Kilometer unterwegs. Möglich ist dieser Sieg im Kostenduell Strom gegen Sprit aufgrund einer nicht allzu großen Differenz im Anschaffungspreis des Elektromobils gegenüber dem klassenhöheren BMW 118i. Der Vergleich Elektromobil gegen Dieselauto endet im Fall des BMW i3 immerhin noch unentschieden: Beide Modelle kosten den Autofahrer 52,3 Cent pro Kilometer. Für seinen Autokostenvergleich hat der Automobilclub die E-Modelle sowie die in Ausstattung und Leistung vergleichbaren Versionen von neun Herstellern unter die Lupe genommen. Nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. Grundlage der Berechnung sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- bzw. Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung - bei einer Haltedauer von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15 000 Kilometern.

 

Direkt hinter dem BMW i3 liegt im Autokostenvergleich der VW e-Golf. Mit 54,1 Cent pro Kilometer ist die Stromversion des Golfs aber bereits um 5,5 Cent pro Kilometer teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Hinter dem VW e-Golf folgt der Elektrowagen von Nissan, der Leaf acenta. Für ihn müssen Autofahrer 7,5 Cent pro Kilometer mehr als für den vergleichbaren Benziner aufbringen. Die kosten-günstigsten E-Autos sind mit 43,0 Cent pro Kilometer der smart fortwo coupe electric drive (alte Baureihe), mit 43,9 Cent pro Kilometer der Renault Zoe Z.E. Life und mit 45,7 Cent der VW e up!. Mit Ausnahme des smart und Renault sind alle anderen E-Autos mehr als 13 Cent pro Kilometer teurer als die verglichenen Modelle mit Verbrennungsmotor. 16,2 Cent plus sind es beim E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle gegenüber dem gar noch klassenhöheren Space Star. Grund für die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der Elektroautos ist laut ADAC immer noch der zum Teil deutlich höhere Anschaffungspreis. Da Elektro-mobile wegen ihrer begrenzten Reichweite eher auf kürzeren Strecken unterwegs sind, wirken sich die Stromkostenvorteile nicht oder kaum entscheidend aus. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Von Januar bis November 2014 wurden jedoch gerade mal 7 518 batterieelektrische Autos neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum waren es rund 2,8 Millionen Pkw mit konventionellen Antrieben. Derzeit liegt der Bestand an E-Autos bei 19 500, so der ADAC.

 

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