Wildunfall - was tun?

 

In den dunklen Herbstmonaten Oktober bis Dezember kommt es häufig zu Wildunfällen. Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch Haarwild – wie Rehe und Wildschweine – verursacht werden, begleicht die Teilkaskoversicherung. Manche Anbieter zahlen sogar bei Zusammenstößen mit Tieren jeglicher Art. „Das erleichtert die Beweislast und beschleunigt die Schadenregulierung“, erklärte Schadenexpertin Margareta Bösl von der uniVersa Versicherung und gibt fünf Tipps, wie man sich nach einem Unfall verhalten sollte. Erstens: Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle sichern. Zweitens: Polizei anrufen, die den zuständigen Förster oder Jagdpächter informiert. Drittens: Das verletzte oder getötete Tier möglichst nicht anfassen, sondern auf den Förster/Jagdpächter warten. Viertens: Fotos von der Unfallstelle aufnehmen und Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen. Fünftens: Den Schaden der Versicherung melden. „Wer einen Kfz-Schutzbrief mitversichert hat, kann vom Versicherer auch eine kostenfreie Pannen- und Unfallhilfe in Anspruch nehmen sowie das Abschleppen und Bergen organisieren lassen“, so Bösl.

 

Winterreifen und Ganzjahresreifen: Profiltiefe entscheidend

 

TÜV Rheinland: Ganzjahresreifen eher Kompromisslösung

Wintertauglichkeit nur bis 4 Millimeter Profiltiefe garantiert

 

Wenn die Witterung für matschige oder glatte Straßen sorgt, ist für Autofahrer der Wechsel auf wintertaugliche Reifen Pflicht. Um sich den Austausch auf Winterreifen zu ersparen setzen einige Fahrzeughalter auf Ganzjahresreifen. "Ebenso wie reine Winterreifen sind Ganzjahresreifen mit einem Schneeflockensymbol gekennzeichnet. Das heißt, dass der Hersteller die Wintertauglichkeit des Reifens zusichert. Der Reifen greift bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius nachweislich besser auf der Straße", erklärt Thorsten Rechtien, Kfz-Experte bei TÜV Rheinland.

 

Profiltiefe unbedingt messen

 

Doch Ganzjahresreifen sind laut Rechtien immer eine Kompromisslösung. Wer einen Ganzjahresreifen fährt, sollte besonders beachten: Hersteller garantieren die Wintertauglichkeit der Reifen nur bis zu einer Profiltiefe von vier Millimetern. "Wer seine Reifen während des ganzen Jahres fährt, hat diese Profiltiefe natürlich schneller erreicht als jemand, der zwischen Winter- und Sommerreifen wechselt. Grob geschätzt verlieren Reifen einen Millimeter Profiltiefe pro 10.000 Kilometer", so Rechtien. Sein Tipp daher: Zu Beginn der Wintersaison unbedingt die Profiltiefe prüfen. Sind es weniger als vier Millimeter, verliert der Reifen an Griff und wird der Bremsweg bei Schnee und Eis länger - egal, ob Ganzjahresreifen oder reiner Winterreifen.

 

Als abgefahren und nicht mehr verkehrssicher gilt ein Reifen, wenn er weniger als die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweist. Ob die Profiltiefe noch genügt, lässt sich bei vielen Reifen an der Reifenverschleißanzeige (Tread Wear Indicator, TWI) erkennen. Diese ist durch ein Dreieckssymbol an der Flanke der Reifen gekennzeichnet. Ansonsten genügt ein einfacher Profiltiefenmesser.

 

Altersbedingte Beschädigungen bei Hauptuntersuchung geprüft

 

Ebenfalls wichtig ist das Alter der Reifen. Die Härtung und damit Alterung der Reifen wird unter anderem davon bestimmt, ob Fahrzeughalter ihr Auto in der Regel in einer Garage oder draußen parken und wie sie diese bei Nichtnutzung lagern. "Starke UV-Einstrahlung führt beispielsweise dazu, dass Reifen schneller aushärten. Eine allgemeingültige Lebensdauer von Reifen lässt sich daher nicht nennen", so Rechtien. Ob ein Reifen altersbedingte Beschädigungen aufweist, prüfen zum Beispiel die Experten von TÜV Rheinland bei der regelmäßigen Hauptuntersuchung. Immer gültig ist ein weiterer Tipp von TÜV Rheinland-Experte Rechtien: "Der Luftdruck muss stimmen. Die entsprechenden Werte sind in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs und häufig im Tankdeckel oder im Einstiegsbereich zu finden. Hier auch dringend die Werte für Voll- oder Teilbeladung beachten. Nur so ist die optimale Sicherheit gewährleistet."

 

E-Auto: Wie gut ist die Beratung beim Kauf?

 

Der Wissensbedarf in punkto Elektromobilität ist hoch - insbesondere im Vorfeld einer Kaufentscheidung. Umso wichtiger ist eine korrekte, fachkundige und faire Beratung. Vor diesem Hintergrund hat der ADAC die Qualität der Beratung in 40 Autohäusern in Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart getestet.

 

Nach Herstellern differenziert erhalten BMW-Händler die besten Bewertungen. Die untersuchten BMW-Händler überzeugten mit der kompetentesten Beratung. Die Bayern verkaufen ihren i3 bereits seit sechs Jahren, so dass sie auf reichlich Erfahrung mit E-Autos zurückgreifen können. Entsprechend professionell präsentierten alle besuchten Autohäuser ihr Angebot - inklusive Wallboxen, Installationsservice oder Zugang zu öffentlichen Ladesäulen.

 

Auf den weiteren Rängen finden sich mit Renault und Nissan ebenfalls Hersteller mit langjähriger Erfahrung beim E-Autoverkauf. Am unteren Ende stehen mit Hyundai, Mercedes-Benz und Kia Hersteller, deren Händler unter der mangelnder Fahrzeugverfügbarkeit und langen Lieferzeiten leiden. So haben es selbst motivierte Verkäufer schwer, ein Fahrzeug zu bewerben, das nicht im Verkaufsraum steht oder quasi nicht erhältlich ist.

 

Die regionale Betrachtung zeigt, dass die Elektromobilität in der Region um Stuttgart (Durchschnittsnote 2,3) am besten aufgestellt ist, während in Köln und Hamburg (Note 3,2) noch Verbesserungspotenzial besteht. Für das gute Ergebnis der Stuttgarter könnten Förderprojekte und die Diskussionen um Fahrverbote ursächlich sein.

 

Erfreulich: kein einziger Verkäufer versuchte, unserem Tester das gewünschte E-Auto auszureden. Alle Beratungen waren im Hinblick auf die E-Mobilität neutral bis positiv. Die Gespräche zeigten auch den großen Einfluss von Motivation und Kompetenz des Verkaufspersonals. Am authentischsten waren jene, die selbst Erfahrungen mit E-Autos im Alltag gemacht haben. Überzeugend wirkt insbesondere eine Demonstration der häufig noch unbekannten Technologie am realen Fahrzeug und Ladestation. Um festzustellen, ob das Elektroauto für den Kunden im Alltag passt, sollte eine ausgiebige Probefahrt (auch über Nacht) angeboten werden.

 

Der Test in 40 Autohäusern wurde deutschlandweit von einem fachkundigen ADAC Mitarbeiter nach standardisierten Kriterien und einheitlicher Vorgehensweise durchgeführt, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. 

 

 

E-Scooter: Was Fahrer wissen sollten

 

Seit mehr als zwei Monaten sind E-Scooter auf deutschen Straßen unterwegs und erfreuen sich großer Beliebtheit. Zumindest bei ihren Fahrern. Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Nicht alle in Elektrofachmärkten angebotenen Roller haben die notwendige Genehmigung, um auf der Straße zu fahren. Daher müssen viele Käufer derzeit noch auf die Lieferung ihrer Roller warten. Welche Regeln für E-Roller gelten und worauf Käufer achten sollten, hat sich der gemeinnützige Verbraucher-Ratgeber Finanztip angesehen.

 

Ohne Führerschein und ohne Helm düsen die Elektro-Tretrollerfahrer durch den Spätsommer. Das dürfen sogar schon 14-Jährige - allerdings nicht auf den gemieteten Modellen. Denn fürs Mieten müssen Fahrer volljährig sein. Gerollert wird auf dem Radweg. Ist keiner vorhanden, müssen Scooter-Fahrer auf die Straße ausweichen. Fußwege und Fußgängerzonen sind tabu. Wer sich einen eigenen Roller kauft, zahlt dafür zwischen 750 und 1.650 Euro. "Wichtig ist, dass Sie mit Versicherung und Zulassung unterwegs sind", sagt Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. "Sonst riskieren Sie ein Bußgeld von bis zu 70 Euro und eventuell sogar einen Punkt in Flensburg."

 

Ist das Fahrzeug nicht zugelassen, kann es teuer werden

 

Um die Zulassung kümmert sich in der Regel der Hersteller. Ob ein Roller für die Straße zugelassen ist, lässt sich am Typenschild auf der Unterseite oder am Rahmen des Fahrzeugs erkennen. Dort steht die Bezeichnung "Elektrokleinstfahrzeug" sowie eine Identifikationsnummer. "Es wurden aber bereits Fahrzeuge ohne Zulassung verkauft", sagt Gotthold. "Besitzen Sie einen solchen Roller, sollten Sie den Händler bitten, das Gefährt zurückzunehmen und Ihnen mit Zulassung zurückzuschicken."

 

Im Prinzip können Käufer auch selbst eine Einzelbetriebserlaubnis beantragen. Das ist aber kompliziert. Sie wird nur erteilt, wenn der Scooter die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Erfüllt er sie von Werk aus nicht, muss der Fahrer nachrüsten. Bevor die entsprechende Zulassungsstelle die Betriebserlaubnis erteilt, kontrollieren Prüfstellen, ob der E-Scooter tatsächlich den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Und diese Prüfung kann teuer werden.

 

Eine Kfz-Versicherung ist ein Muss

 

Die E-Scooter brauchen Versicherungsschutz. Finanztip rät zur Kfz-Haftpflicht. "Diese deckt alle Schäden ab, die Sie bei Dritten verursachen", erklärt Gotthold. "Allerdings nur bis zu einer festgelegten Summe. Wir empfehlen mindestens 100 Millionen Euro je Schadensfall und 15 Millionen Euro je geschädigter Person." Die Verträge kosten zwischen 19 und 60 Euro jährlich. Wer auch Diebstahl-, Brand- und Sturmschäden abdecken möchte, wählt zusätzlich eine Kaskoversicherung. "Achten Sie beim Abschluss der Versicherung darauf, dass Sie Fahrzeugnummer und Seriennummer nicht vertauschen", warnt Gotthold. Das sei ein häufiger Fehler. "Damit riskieren Sie, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt."

 

Als Nachweis des Versicherungsschutzes gilt die Versicherungsplakette. Sie wird an der Rückseite des Tretrollers angebracht, direkt unter dem Scheinwerfer. Achtung: Die Plakette ist nur begrenzt gültig, und zwar vom 1. März bis zum 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Danach müssen Rollerbesitzer einen neuen Vertrag abschließen.

 

Wer sich den E-Tretroller lieber leihen möchte, als ihn zu kaufen, lädt die App eines Sharing-Anbieters herunter, registriert sich und hinterlegt die Zahlungsmethode. Lime, Tier, Voi und Co. akzeptieren meist Kreditkarte, Debitkarte oder Paypal. Jede angefangene Minute kostet derzeit 15 bis 20 Cent. Obendrauf kommt noch eine Leihgebühr von einem Euro.

 

E-Fahrzeuge laden: Stromdieb wider Willen

 

Auf das „Wo“ kommt es an: Besitzer von E-Rollern, E-Bikes und Elektroautos sollten genau überlegen, wo sie ihr Fahrzeug aufladen. Denn wer sich ohne Erlaubnis an Gemeinschaftssteckdosen bedient, begeht Stromdiebstahl. Davor warnt das Infocenter der R+V Versicherung.

 

An Gemeinschaftsdosen nur mit Genehmigung tanken

 

Eigenheimbesitzer können ihr Elektrofahrzeug einfach zu Hause an einer speziellen Steckdose laden. Doch bei gemeinschaftlich genutzten Stromquellen ist die Situation eine andere: Wenn in Tiefgaragen oder Parkhäusern geeignete Steckdosen vorhanden sind, wird der Strom häufig nur über einen Zähler abgerechnet. „Nutzer müssen also im Vorfeld klären, ob und unter welchen Bedingungen sie ihr Elektrofahrzeug dort aufladen können. Der Vermieter oder die Hausverwaltung müssen ausdrücklich zustimmen“, sagt Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung. Dasselbe gilt, wenn Arbeitnehmer ihre E-Bikes oder E-Roller am Arbeitsplatz aufladen.

 

Eine Möglichkeit ist, dass der Fahrzeugbesitzer auf eigene Kosten eine Ladestation in der Tiefgarage anbringt. Doch auch dafür braucht er die Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft. „Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge an einzelnen Tiefgaragenplätzen sind im Moment noch nicht so weit verbreitet“, sagt R+V-Experte Kretschmer.

 

Erdgas-Pkw mit bester Treibhausgas-Bilanz - Elektroauto erst nach 8 und 14 Jahren besser als Benziner und Diesel

 

Erdgasautos haben derzeit die beste Klimabilanz aller gängigen Antriebsarten. Alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs zusammengerechnet schneiden sie klar besser ab als Benziner, Diesel und sogar als Elektroautos - bei Nutzung des aktuell gültigen Strommix. Erst bei Gebrauch von 100 Prozent regenerativem Strom weist das Elektroauto eine deutliche bessere Bilanz auf als alle anderen Antriebsarten auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Lebenszyklus-Analyse der Forschungsgesellschaft Joanneum Research. Für die Untersuchung wurden Fahrzeuge in der so genannten "Golfklasse" herangezogen, deren jährliche Fahrleistung 15.000 Kilometer und die Gesamtlebensdauer 15 Jahren beträgt.

 

Im Vergleich zum Benziner-Pkw kann das mit dem deutschen Strommix betriebene Elektroauto derzeit seine Vorteile erst nach 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren geltend machen. Noch schlechter fällt der Vergleich zum Diesel aus: Erst bei 219.000 Kilometer oder 14,6 Jahren ist das E-Auto in punkto Klimafreundlichkeit besser. Besonders ins Gewicht fällt bei der Bilanz des Elektroautos die aufwändige und treibhausgas-intensive Produktion der Batterien. Auch der nach wie vor hohe Anteil an Braun- und Steinkohle im deutschen Strommix verschlechtern die Klimabilanz der E-Autos. Der weitere Ausbau der Erneuerbaren und der Verteilnetze kann diese Bilanz aufbessern.

 

Um die Klimawirkung zu bestimmen, werden verschiedene Energieaufwendungen betrachtet. Dazu zählen die Treibhausgas-Emissionen, die bei der Fahrzeugherstellung und -recycling entstehen. Auch die bei der Produktion, der Bereitstellung und beim Verbrauch des Kraftstoffs oder des Stroms entstehenden Emissionen fließen in die Bilanz.

 

Das exzellente Abschneiden des Erdgasautos zeigt laut ADAC, wie gut konventionelle Antriebe in der Treibhausgas-Bilanz sein können. Würde sich der Anteil von Biomethan aus Abfall- und Reststoffen weiter erhöhen, könnte das Ergebnis noch besser ausfallen.

 

Autokauf: Barzahler im Vorteil

 

Durchschnittlich 31.130 Euro gaben die Deutschen 2018 für einen Neuwagen aus, so der aktuelle Report des Marktforschungsunternehmens Deutsche Automobil Treuhand GmbH. Das ist eine stattliche Summe, die wohl kaum jemand aus der Portokasse bezahlt. Ob eigene Ersparnisse oder Kredit von der Bank: „Für einen Autokäufer ist es von Vorteil, wenn er als Barzahler auftritt – dann gibt es vom Händler in der Regel die besten Konditionen“, erklärt Christian Fuhs von der Postbank. Bei einigen Banken lässt sich der Autokredit heute bereits vollständig online abschließen – zum Beispiel per digitaler Signatur. Dazu benötigt man eine Webcam und ein Mikrofon an PC, Tablet oder Smartphone. Die Besonderheit eines Kfz-Kreditvertrags: Um die oft günstigeren Kfz-Kreditkonditionen zu erhalten, ist es bei vielen Banken erforderlich, innerhalb von sechs Wochen nach der Kreditauszahlung die Original-Zulassungsbescheinigung Teil II des Autos (ehemals „Kfz-Brief“), einen Sicherungsübereignungsvertrag und eine Kopie des Kaufvertrags bei seiner Bank einzureichen.

 

LG Essen: Autokäufer müssen sich beim Abgasskandal keine Nutzungsvorteile anrechnen lassen

 

Das Landgericht Essen hat mit Urteil vom 19.06.2019 - 3 O 439/18 - entschieden, dass sich der Käufer eines Dieselfahrzeugs, das mit einer Schummelsoftware ausgestattet ist, keine Nutzungsvorteile für die gefahrenen Kilometer anrechnen lassen muss. Vorher hatten bereits das LG Augsburg, LG Halle und das LG Frankfurt/Oder das so gesehen. Die Klägerin aus Monheim am Rhein erwarb im Jahre 2013 einen gebrauchten VW Golf VI Cabriolet 2,0 TDI zu einem Kaufpreis von 23.925,00 Euro. Infolge der Abgasmanipulation durch die beklagte Volkswagen AG erlitt sie einen erheblichen Wertverlust. Die von HAHN Rechtsanwälte vertretene Klägerin hat die Volkswagen AG deshalb auf Schadensersatz wegen sittenwidriger Schädigung in Anspruch genommen.

 

Das Landgericht ist dabei der Argumentation von HAHN gefolgt, dass die Klägerin sich keinen Nutzungswertersatz für gefahrene Kilometer anrechnen lassen muss. Zu beachten sei, so das Gericht, dass der Schadensausgleich nicht die Präventivfunktion des Deliktrechts, insbesondere der einer vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung, unterlaufen dürfe. Im Fall einer vorliegenden vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung, die noch dazu solche gravierenden Ausmaße annimmt, ist unter Berücksichtigung einer wertenden Betrachtung der vermeintlichen Vorteile des Geschädigten ausnahmsweise kein Vorteilsausgleich dem Schädiger zuzubilligen.

 

Der Klägerin wurde durch das Landgericht vollumfänglich Schadensersatz zugesprochen. Dieser Schadensersatz beinhaltet neben dem Kaufpreis auch die Finanzierungskosten, insbesondere den Zinsaufwand. "Das Urteil hat erhebliche Signalwirkung für weitere Verfahren", so Rechtsanwältin Dr. Petra Brockmann von HAHN. Wer als Hersteller - gleich welcher Marke - Kunden sittenwidrig schädigt, muss mit einer umfänglichen Haftung ohne Vorteilsausgleich für die gefahrenen Kilometer rechnen.

 

Knapp 200 Euro Miete für den Stellplatz: Parken ist in deutschen Großstädten ein teures Vergnügen

 

Eine halbe Stunde einen Parkplatz suchen und am nächsten Tag entdeckt man wieder eine neue Schramme an der Stoßstange. Wer nicht jeden Tag suchen und sein Auto sicher abgestellt wissen möchte, kommt um einen Stellplatz nicht herum. Doch dieser Luxus hat seinen Preis. Die teuersten Garagen und Stellplätze gibt es in Frankfurt - bis zu 199 Euro Miete müssen Autobesitzer in der Mainmetropole pro Monat zahlen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von immowelt.de, für die die Mietpreise von Stellplätzen und Garagen in den 14 größten deutschen Städten untersucht wurden. Demnach werden vor allem für Tiefgaragenstellplätze, die zentrumsnah im Frankfurter Stadtteil Westend oder in der Altstadt liegen, derart hohe Mieten verlangt. Wie teuer die Stellplätze sind, zeigt der Vergleich von Immowelt.de zu Chemnitz oder Cottbus, wo man für die gleiche Miete sogar eine 1-Zimmer-Wohnung bekommt.

 

Allerdings geht es auch in Frankfurt günstiger: Schon ab 19 Euro Miete pro Monat werden Suchende fündig. Der Stellplatz ist dann allerdings zumeist nicht überdacht und befindet sich in den Randbezirken. Pkw-Besitzer, die in der Innenstadt einen Stellplatz suchen, weil sie beispielsweise täglich in die Arbeit pendeln, haben fast keine andere Wahl, als sich einen teuren Stellplatz zu mieten.

 

Teure Stellplätze in Stuttgart und Hamburg

 

Hinter Frankfurt folgt mit großem Abstand Stuttgart mit einer Spanne von 17 Euro bis zu 150 Euro. Auch hier gilt: Die preiswerten Stellplätze befinden sich eher am Stadtrand, in Stuttgart Mitte müssen 100 Euro und mehr eingeplant werden. Auch Hamburg, wo die Mieten bis zu 140 Euro kosten, sowie Berlin und Nürnberg mit Spitzenpreisen von jeweils 130 Euro zählen beim Parken zu den teuersten Großstädten. München, das bei Wohnungspreisen mit großem Abstand am teuersten ist, liegt bei den Stellflächen auf einem ungewohnten Mittelfeld-Platz: Selbst in den innenstadtnahen Lagen wie Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt oder Au-Haidhausen kosten Garagen mit 125 Euro deutlich weniger als in Frankfurt oder Stuttgart. Die günstigsten Stellplätze werden in der bayerischen Landeshauptstadt schon für monatlich 15 Euro angeboten.

 

Hannover, Essen und Dresden am günstigsten

 

Die günstigsten Spitzenpreise für Stellplätze oder Garagen aller untersuchten Städte gibt es in Hannover. Selbst Garagen in zentrumsnahen Viertel wie Linden-Mitte sind hier für rund 60 Euro zu haben. Die Preispanne in Hannover bewegt sich zwischen 20 und 67 Euro. Ebenfalls preiswert parken Autobesitzer in den beiden Ruhrgebietsstädten Essen (16 bis 70 Euro) und Dortmund (17 bis 75 Euro). Auch in Dresden (10 bis 70 Euro) und Bremen (15 bis 80 Euro) sind Stellplätze vergleichsweise günstig.

 

Datenbasis für die Berechnung der Stellplatz-Mietpreise in den 14 größten Städten in Deutschland waren 5.600 Garagen und Stellplätze, die im Jahr 2018 auf immowelt.de inseriert wurden. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden.

 

Frauenparkplätze: Dürfen dort wirklich nur Frauen parken?

 

Sie liegen in der Nähe von Ausgängen oder Treppenhäusern, sind gut beleuchtet und oft videoüberwacht - Frauenparkplätze gibt es inzwischen in fast jedem Parkhaus. Doch dürfen auch Männer Frauenparkplätze nutzen - zum Beispiel, wenn das Parkhaus voll ist? Oder droht dann ein Strafzettel? Das hat die R+V24-Direktversicherung deutsche Autofahrer in einer aktuellen Studie gefragt. Über die Hälfte (57 %) der Befragten gehen davon aus, dass auf Frauenparkplätzen auch nur Frauen parken dürfen. Das Überraschende: "Verboten ist das Parken für Männer hier nicht", erläutert Anka Jost, Kfz-Expertin bei der R+V24-Direktversicherung. "Die Straßenverkehrsordnung kennt keine Frauenparkplätze. Also winkt auch kein Strafzettel." Sehr wohl kann der Parkhausbetreiber unberechtigt Parkende aber von diesen Plätzen verweisen.

 

Um Frauen vor allem abends und nachts mehr Sicherheit zu bieten, weisen viele Parkhäuser spezielle Parkflächen aus. "Es ist zwar wenig rücksichtsvoll, wenn Männer auf diesen Plätzen parken," sagt Anka Jost. "Eine Ordnungswidrigkeit gemäß Straßenverkehrsordnung ist es jedoch nicht." Aber der Betreiber kann von seinem Hausrecht Gebrauch machen und Hausverbot erteilen, weil die Parkenden gegen die Nutzugsordnung des Parkhauses verstoßen. "Das Gleiche gilt für Mutter-Kind-Parkplätze, wie man sie bei vielen Supermärkten findet", so Anka Jost. "Diese sollen Eltern das Herausheben von Kleinkindern erleichtern und sind deshalb breiter angelegt." Wer hier nur aus Bequemlichkeit parkt, riskiert zwar kein "Knöllchen", kann aber des Platzes verwiesen werden. Nicht zuletzt lautet die Grundregel im Straßenverkehr in der StVO: Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. "Dies sollten Autofahrer auch in punkto Parkplätze berücksichtigen", rät die Versicherungsexpertin.

 

Diesel-Umtauschprämien-Test zeigt: Prämienangebote der Autohersteller sind uneinheitlich

 

Wer sein altes Diesel-Fahrzeug gegen einen Neuwagen oder jungen Gebrauchten eintauschen möchte und auf die vom Bundesverkehrsminister im Oktober 2018 angekündigten Umtauschprämien hofft, ist stark vom guten Willen der Hersteller abhängig. Ein Test des MDR-Magazins "Umschau" hat ergeben: Die deutschen Autobauer zahlen die Wechselprämie meist nur für bestimmte alte Diesel-Fahrzeuge der Abgasnormen 4 oder 5. Auch werden Autokäufern außerhalb der Schwerpunktregionen mit besonders schlechten Luftwerten meist schlechtere oder gar keine Prämien angeboten als denjenigen, die in den besonders belasteten Städten leben.

 

Nach den Recherchen der "Umschau" sind die Prämienangebote der deutschen Hersteller sehr uneinheitlich: Mercedes zahlt die Umtauschprämie nur für Euro-4-Diesel. Fahrzeuge, die der ebenfalls aufgrund ihrer Emissionswerte kritisierten Euronorm 5 entsprechen, werden beim Verkauf nicht bezuschusst. Zudem variiert die Höhe der Prämie, je nachdem, ob der Wagen innerhalb oder außerhalb der Schwerpunktregion verkauft wird, zwischen 2.000 Euro und 10.000 Euro. BMW zahlt zwar eine bundesweite Umtauschprämie in Höhe von 2.000 Euro, allerdings nur für Euro-5-Diesel. Für ältere Fahrzeuge, etwa mit der Euronorm 4, wird keine Prämie gezahlt. Das soll sich erst zum April 2019 ändern. Auch Volkswagen und Audi bieten bundesweit eine Umtauschprämie in Höhe von 7.000 Euro an, diese Aktion ist jedoch befristet bis Ende April. Inwiefern es danach weitere Aktionen geben wird, ist nicht bekannt.

 

Die Oppositionspolitiker von FDP, Linken und Grünen kritisieren die sehr unterschiedlichen Prämien als bessere Rabattaktion der Autohersteller. Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic sagt im Gespräch mit der "Umschau": "Die vom Bundesverkehrsminister groß angekündigten Umtauschprämien sind eine Luftnummer, weil sie sehr uneinheitlich sind. Die lokale Fixierung der Umtauschprämie macht keinen Sinn, weil die Menschen heute mobil sind. Insofern ist dies sinnlos." Der Verkehrspolitiker und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, spricht ebenfalls von einem Flop bei den Umtauschprämien: "Das Bundesverkehrsministerium muss endlich dafür sorgen, dass die Hersteller zur Verantwortung gezogen werden und nicht mit absurden und widersprüchlichen Umtauschaktionen noch das Geschäft der Hersteller ankurbeln."

 

Das Bundesverkehrsministerium wollte sich auf Anfrage aktuell nicht zu dem Thema äußern. Die verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Daniela Ludwig, verweist jedoch auf die Freiwilligkeit der Automobilhersteller, Prämien anzubieten: "Wir können sie nicht zwingen, nur bestimmte Gebiete rauszunehmen oder alle Gebiete reinzunehmen." Die SPD sieht das ähnlich. Die AfD spricht dagegen von einem moralischen Zwang für die Autoindustrie, eine Umtauschprämie anbieten zu müssen: "Die Umtauschprämien auch außerhalb der Schwerpunktgebiete einzufordern, wäre in keiner Weise verhältnismäßig", sagt der verkehrspolitische Sprecher der Partei, Dirk Spaniel.

 

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte im Oktober 2018 ein Konzept zur Luftreinhaltung vorgestellt. Neben der Nachrüstung alter Dieselfahrzeuge waren Umtauschprämien für ihn eine besonders wichtige Säule: "Wir haben sehr kraftvoll und sehr weitblickend ein Angebot für die Millionen Diesel-Besitzer entwickelt mit interessanten Tauschprämien. Wir reden von 1,4 Millionen Fahrzeugen mit einem Volumen von 7 Milliarden Euro." Eine gesetzliche Vorgabe dazu gibt es nicht, so das MDR-Magazin "Umschau".

 

TÜV überziehen: je länger, je teurer

 

Die Hauptuntersuchung für das Auto einfach erst später machen lassen: Die Hälfte der Deutschen glaubt, dass sie bis zu zwei Monate überziehen kann, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Kfz-Direktversicherers R+V24. "Und tatsächlich wird erst nach diesen zwei Monaten ein Bußgeld fällig, wenn dies im Zuge einer Polizeikontrolle auffällt", sagt Anka Jost, Kfz-Expertin bei der R+V24-Direktversicherung. "Je länger die Hauptuntersuchung überfällig ist, desto teurer wird es."

 

Die Hauptuntersuchung (HU) soll sicherstellen, dass ein Auto verkehrstauglich ist. "Und das ist auch sehr wichtig. Denn beim TÜV werden unter anderem die Bremsen, Lenkung oder der Motor geprüft. Dadurch lassen sich auch frühzeitig Schäden ausschließen, die im schlimmsten Fall vielleicht zu einem Unfall führen könnten." Seit 2010 ist auch die Abgasuntersuchung (AU) Teil der HU. In der Regel sind beide zusammen alle zwei Jahre fällig. Neuwagen müssen zum ersten Mal nach 36 Monaten vorgestellt werden. Für Motorräder gilt immer eine Frist von 24 Monaten.

 

"Der Fahrzeughalter muss dabei den Termin im Auge behalten und ist auch dafür verantwortlich, wenn er die HU zu spät durchführen lässt", so Anka Jost.

 

Bußgelder und Punkte möglich

 

Zwar müssen Autofahrer bei der Prüfstelle selbst nicht mit Konsequenzen rechnen, wenn sie ihre HU zu spät machen lassen. Allerdings sind sie verpflichtet, ab einer Überziehung von zwei Monaten eine umfassendere HU durchzuführen - und die ist etwa 20 Prozent teurer als die normale. Zusätzlich liegt bei jeder Überziehung der HU-Frist eine Ordnungswidrigkeit vor. Dafür kann die Polizei Bußgelder verhängen.

 

Bußgelder bei Überziehung der HU

 

               Bußgeld    Punkte

HU um 2 bis zu 4 Monate überzogen        15 EUR

HU um über 4 bis 8 Monate überzogen      25 EUR

HU um über 8 Monate überzogen            60 EUR     

 

Sogenannte Nutzkraftwagen, wie zum Beispiel LKW oder Busse, müssen sich einer Sicherheitsprüfung unterziehen. Hier müssen die Halter bei Überschreitung des TÜV mit strengeren Sanktionen rechnen.

 

Alkohol im Blut: Hände weg vom Steuer

 

Alkohol kann Versicherungsschutz kosten

Beifahrer: Mitverschulden möglich

Rad fahren schützt vor Strafe nicht

 

 

 

Helau und Alaaf: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen und nähert sich langsam ihrem Höhepunkt. Für viele Narren gehört ein guter Schluck genauso zum Fasching wie die gute Laune. Manch einer fühlt sich nach ein, zwei Gläsern immer noch als Herr des Geschehens, doch der Eindruck täuscht. Schon geringe Alkoholmengen genügen, um die Reaktionsfähigkeit drastisch einzuschränken.

 

Bei Fahrauffälligkeiten - wie dem Fahren von Schlangenlinien oder zu dichtem Auffahren - drohen bereits ab 0,3 Promille ein Fahrverbot, Punkte und ein Bußgeld. Wer mit 0,5 Promille in eine Polizeikontrolle gerät, wird mit mindestens 500 Euro zur Kasse gebeten, darf sich mindestens einen Monat nicht ans Steuer setzen und kassiert zwei Punkte in Flensburg.

 

Ist ein Autofahrer mit mehr als 1,1 Promille unterwegs, geht der Gesetzgeber automatisch von absoluter Fahruntüchtigkeit aus. Wen die Polizei so antrifft, der muss sich für mindestens sechs Monate von seinem Führerschein verabschieden. Weitere Konsequenzen sind drei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe. Bei solch einer Trunkenheitsfahrt wird der Führerschein entzogen. Seine Rückgabe muss bei der Straßenverkehrsbehörde beantragt werden.

 

Fahranfänger sollten berücksichtigen: Bis zum 21. Geburtstag beziehungsweise während der Probezeit ist Alkohol am Steuer absolut tabu. Auch Rad fahren und Alkohol passen nicht zusammen: Wer angetrunken einen Unfall verursacht, läuft ab 0,3 Promille ebenfalls Gefahr, seinen Führerschein verlieren. Ab 1,6 Promille muss auch ein Radfahrer mit einem Verfahren rechnen - unabhängig davon, ob er einen Führerschein besitzt.

 

Nicht mit Versicherungsschutz spielen

 

Soweit die strafrechtliche Seite. War bei einem Unfall Alkohol im Spiel, kann sich das, wie die HUK-COBURG mitteilt, auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Inwiefern hängt vom Blutalkoholspiegel und der individuellen Fahrtüchtigkeit ab. Also davon, ob der Fahrer eine Situation erkannt und angemessen reagiert hat. Wer Schlangenlinien gefahren ist, Autos gerammt hat oder von der Straße abgekommen ist, hat diese Grenze überschritten. Wie viel Alkohol zu Ausfallerscheinungen führt, ist bei jedem verschieden. Im Extremfall genügt ein Glas Sekt.

 

Lässt sich der Unfall eindeutig auf Alkoholkonsum zurückführen, greift in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Trunkenheitsklausel. Sie befreit den Versicherer von seiner Leistungspflicht. Das heißt: Die Versicherung reguliert den Schaden des Opfers, nimmt aber den Unfallverursacher in Regress. Maximal 5.000 Euro kann sie sich vom Schädiger zurückholen.

 

In der Kasko-Versicherung kann sich der Versicherer auf Leistungsfreiheit berufen und nur einen Teil des Schadens oder gar nichts bezahlen. Bei 1,1 Promille gilt der Alkoholgenuss automatisch als unfallursächlich. Allerdings genügen auch geringere Mengen, um den Versicherungsschutz ins Wanken zu bringen. Die Gretchenfrage ist und bleibt die Ursächlichkeit für die Karambolage.

 

Beifahrer mit in der Verantwortung

 

Auch wer bei seinem alkoholisierten Trinkkumpan ins Auto steigt, muss bei einem Unfall mit Konsequenzen rechnen. Wird der Beifahrer verletzt, können seine Ansprüche gekürzt werden, die er im Normalfall gegen den Verursacher gehabt hätte. Dies gilt zum Beispiel für das Schmerzensgeld. Die Rechtsprechung unterstellt hier, dass ein Beifahrer, der sich zu einem Betrunkenen ins Auto setzt, sich selbst gefährdet und die Verletzungsfolgen dadurch mit verursacht hat. Selbst am Morgen nach einer fröhlich durchzechten Nacht ist der Alkohol immer noch ein Thema. Schließlich dauert es um die zehn Stunden, bis ein Promille Alkohol im Körper abgebaut wird. Im Zweifelsfall empfiehlt sich der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel.

 

Kraftstoff so teuer wie vor mehr als vier Jahren

 

Trotz der weiter deutlich sinkenden Rohölpreise und nur geringen Schwankungen beim Euro-Kurs erreichten die Kraftstoffpreise in Deutschland im November erneut einen Jahreshöchststand. Wie die monatliche Marktauswertung des ADAC zeigt, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Monatsmittel 1,526 Euro, das sind 1,2 Cent mehr als im Oktober. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer im Schnitt 1,431 Euro bezahlen und damit 4,3 Cent mehr als im Oktober. Die Preisspanne zwischen beiden Kraftstoffsorten verringerte sich auf unter zehn Cent pro Liter.

 

Am teuersten waren Benzin und Diesel am Sonntag, 11. November. Ein Liter Super E10 kostete an diesem Tag im Schnitt 1,550 Euro je Liter, für Diesel mussten Autofahrer 1,457 Euro bezahlen. Ähnlich teuer war Kraftstoff zuletzt vor mehr als vier Jahren.

 

Am billigsten tankten die Verbraucher zum Monatsende. Am Freitag, 30. November, kostete Super E10 im Durchschnitt 1,475 Euro und Diesel 1,374 Euro.

 

Der kontinuierliche Höhenflug der Kraftstoffpreise ist nach Ansicht des ADAC weder mit dem Wetter noch mit dem Niedrigwasser an Rhein und Main, das zu punktuellen Lieferschwierigkeiten führte, hinreichend zu erklären. Der enorme bundesweite Preissprung der vergangenen Wochen ist daher deutlich überzogen.

 

TÜV-Report 2019: Jedes fünfte Auto bekommt keine Plakette

 

Gut jeder fünfte Gebrauchtwagen (21,2 Prozent) ist durch die Hauptuntersuchung (HU) der TÜV-Prüfstellen gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Fahrzeuge mit "erheblichen Mängeln" über alle Altersklassen hinweg um 1,3 Prozent gestiegen. Stellen die Prüfer erhebliche Mängel fest, müssen die Autobesitzer ihr Fahrzeug reparieren und erneut prüfen lassen. Weitere 12,0 Prozent aller Fahrzeuge waren mit "geringen Mängeln" unterwegs (minus 1,9 Prozent). In absoluten Zahlen 4.789 Fahrzeuge oder 0,1 Prozent galten als "verkehrsunsicher" und mussten sofort stillgelegt werden. Das geht aus dem aktuellen "TÜV-Report 2019" hervor, für den rund 8,8 Millionen Hauptuntersuchungen der TÜV-Unternehmen ausgewertet wurden. "Die Hauptuntersuchung als wichtige Säule der Verkehrssicherheit in Deutschland steht vor gravierenden Veränderungen", sagte Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV), bei Vorstellung des TÜV-Reports in Berlin. Aktuell stehen eine veränderte Mängelsystematik, neue Grenzwerte bei der Abgasuntersuchung und der Einstieg in die Prüfung digitaler Systeme wie eCall im Mittelpunkt. "Die Zukunft der Hauptuntersuchung ist digital", sagte Bühler. "Autos sind heute rollende Computer und Datenspeicher. Wenn immer mehr sicherheitskritische Komponenten eines Fahrzeugs digital gesteuert werden, muss sich die HU anpassen. Dafür muss die Politik die Voraussetzungen schaffen."

 

Alternde Fahrzeugflotte

 

Als einen wichtigen Grund für die gestiegene Durchfallquote hat der TÜV-Verband die alternde Fahrzeugflotte in Deutschland ermittelt. Das Durchschnittsalter aller Pkw beträgt aktuell 9,4 Jahre. Im Vergleich zum Jahr 2010 sind die Autos im Schnitt 1,3 Jahre älter und im Vergleich zum Jahr 2000 sogar um 2,5 Jahre. "Der Fahrzeugbestand in Deutschland wird von Jahr zu Jahr älter. Über kurz oder lang wird das zu einem Problem für die Verkehrssicherheit", sagte Bühler. Denn mit höherem Alter steige die Fehleranfälligkeit der Pkw. Nach den Ergebnissen des aktuellen TÜV-Reports fällt nur jedes zehnte 4 bis 5 Jahre alte Fahrzeug mit erheblichen Mängeln durch die HU, während es bei den 10 bis 11 Jahre alten Fahrzeugen mehr als jedes vierte ist (28 Prozent). "Gerade die Halter älterer Autos sind aufgerufen, ihre Fahrzeuge regelmäßig zu warten, um sich und andere nicht in Gefahr zu bringen", sagte Bühler.

 

Gewinner ist der Porsche 911

 

Der Gewinner des TÜV-Reports 2019 ist der Porsche 911. Der Sportwagen hat mit einem Anteil von 2,5 Prozent die geringste Quote erheblicher Mängel (EM-Quote) unter den 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeugen. Da der Gewinner in dieser Altersklasse die niedrigste EM-Quote aller untersuchten Fahrzeuge hat, wird das entsprechende Modell zum Gesamtsieger erklärt. Der Porsche 911 sichert sich aber nicht nur den Gesamtsieg, sondern gewinnt auch in allen anderen Altersklassen. Während bei den 2-3 Jährigen und 4-5 Jährigen der Porsche 911 Typ 991 gewinnt, ist es bei den 6-7 Jährigen, 8-9 Jährigen und 10-11 Jährigen der Typ 997. "Dass ein Fahrzeug in allen Altersklassen so überzeugend abschneidet, hat es in der Geschichte des TÜV-Reports noch nicht gegeben", sagte Bühler. Insgesamt haben die deutschen Hersteller mit zahlreichen Top-10-Platzierungen in den verschiedenen Altersklassen sehr gut abgeschnitten. Darüber hinaus gewinnt Mercedes mit seinen Modellen die Wertungen für die vom Kraftfahrt-Bundesamt festgelegten Wagenklassen Kompaktklasse, Mittelklasse, SUV und Van. Der Opel Adam gewinnt bei den Minis und der Hyundai i20 bei den Kleinwagen.

 

Schlusslichter in den verschiedenen Altersklassen sind in diesem Jahr der Dacia Logan mit einer EM-Quote bei den 2-3 Jahre alten Fahrzeugen in Höhe von 14,6 Prozent, der Peugeot 206 bei den 4-5 Jährigen mit 28,0 Prozent und bei den 6-7 Jährigen wieder der Dacia Logan mit 30,9 Prozent. Bei den 8-9 Jahre alten Fahrzeugen teilen sich Renault Kangoo und Chevrolet Matiz den letzten Platz mit einer EM-Quote von 37,1 Prozent. Bei den 10-11 Jahre alten Fahrzeugen verliert erneut der Dacia Logan: vier von zehn Logans (40,6 Prozent) fallen in diesem Alter durch die HU.

 

Technische Mängel nicht unterschätzen

 

Ein Dauerbrenner bei der HU ist das Thema Licht. Vor allem ältere Fahrzeuge fallen auf den TÜV-Prüfständen mit defekter Beleuchtung auf. "Fahrzeugnutzer sollten häufiger überprüfen, ob sämtliche Leuchten funktionieren. Das ist gerade in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig", sagte Bühler. Ein weiteres Problem ist Ölverlust an Motor und Antrieb. Austretendes Öl ist kritisch, da es bei einem Unfall brandbeschleunigend wirkt. Darüber hinaus belastet entweichendes Öl die Umwelt. Mängel an den Achsfedern und den Stoßdämpfern verschlechtern nicht nur den Fahrkomfort, sondern sind auch ein Sicherheitsrisiko, weil die Fahrzeuge nicht mehr stabil auf der Straße liegen. Das ist vor allem in engen Kurven oder bei Ausweichmanövern gefährlich. Nicht zuletzt müssen die Bremsen regelmäßig gewartet werden, um sicher unterwegs zu sein.

 

Neuerungen bei der Hauptuntersuchung

 

Die Hauptuntersuchung von Pkw befindet sich infolge der Digitalisierung, neuen Vorgaben zum Umweltschutz und der Harmonisierung auf EU-Ebene in einem grundlegenden Wandel. Am 20. Mai 2018 wurde in Deutschland mit dem "gefährlichen Mangel" eine neue Mängelkategorie eingeführt und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt. Für die Fahrzeughalter hat das in der Praxis aber nur geringe Auswirkungen: Sie erhalten einen Hinweis auf dem Prüfbericht und haben dann - wie bei den erheblichen Mängeln - einen Monat Zeit für die Reparatur und HU-Nachprüfung.

 

Bereits seit Anfang 2018 ist wieder eine Abgasuntersuchung mit Endrohrmessung bei der HU Pflicht. "Nur mit einer Kombination aus Abgasmessung am Auspuff, einer Auswertung der Diagnosedaten und einer Sichtprüfung können die Prüfer Verschleiß, Manipulationen oder Defekte an der Abgasanlage richtig erkennen", sagte Bühler. Ihre volle Wirksamkeit entfalte die Endrohrmessung aber erst mit den neuen Grenzwerten, die ab 1. Januar 2019 dem Stand der Technik angepasst werden. Ein weiterer Meilenstein ist die Messung der Partikelanzahl bei Dieselfahrzeugen ab dem Jahr 2021. Darüber hinaus fordert der TÜV-Verband, dass zukünftig auch die Stickoxid-Emissionen (NOx) von Dieseln bei der Abgasuntersuchung überprüft werden. "Schmutzige Luft macht Menschen krank", sagte Bühler. "Die Prüfungen stellen sicher, dass die Abgasreinigung in unseren Fahrzeugen einwandfrei funktioniert."

 

Prüfung digitaler Komponenten

 

Darüber hinaus erfolgt der Einstieg in die digitale Hauptuntersuchung. Seit dem 1. April 2018 ist der Einbau des eCall-Notrufsystems in Neuwagen Pflicht. Die Prüfverfahren für bestimmte digitale Komponenten sind allerdings noch in der Entwicklung und bislang soll nur das Vorhandensein eines eCall-Moduls geprüft werden, nicht aber seine Funktion. "Statt um Rost und Öl geht es in Zukunft um Bits und Bytes bei der Hauptuntersuchung", sagte Bühler. "In den Prüfkatalogen müssen Kriterien für die digitale Sicherheit von Fahrzeugen ergänzt werden." Dabei gehe es sowohl um den Schutz vor kriminellen Hackerangriffen als auch um die Prüfung sicherheitsrelevanter Funktionen, die von Software gesteuert werden. Bühler: "Die Prüforganisationen müssen Zugang zur Software von sicherheits- und umweltrelevanten Fahrzeugkomponenten sowie zu den entsprechenden Diagnosedaten bekommen. Nur so können sie ihrem gesetzlichen Prüfauftrag nachkommen."

 

Kfz-Reparaturen: Preise für Auto-Ersatzteile steigen weiter

 

Pkw-Ersatzteile wie Rückleuchten, Motorhauben und Windschutzscheiben sind in den letzten zwölf Monaten erneut deutlich teurer geworden: Die Preise stiegen von August 2017 bis August 2018 im Schnitt um 4 Prozent, für Scheinwerfer sogar um 7 Prozent, wie aus einer GDV-Auswertung der Schadenkalkulations-Datenbank von Audatex hervorgeht.

 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beobachtet die Preisentwicklung seit Januar 2013. Seitdem stiegen die Kosten für Ersatzteile deutlich schneller als die Inflationsrate: Während der Verbraucherpreis-Index um 6,9 Prozent stieg, verteuerten sich Pkw-Ersatzteile im selben Zeitraum durchschnittlich um 24 Prozent. Rückleuchten sind seit 2013 um fast 50 Prozent, Kofferraumklappen um über 30 Prozent teurer geworden.

 

Bei den Versicherern führen die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. Im Jahr 2013 kostete die Kfz-Haftpflichtversicherer ein Pkw-Sachschaden im Schnitt rund 2.400 Euro, im vergangenen Jahr bereits 2.700 Euro.

 

Preise rund ums Auto seit 2000 um 36 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: Im August 2018 lagen die Preise rund ums Auto um gut 36 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September mit.

 

Während sich seit dem Jahr 2000 die Verbraucherpreise in Deutschland durchschnittlich um rund 30 % erhöht haben, stiegen die Preise für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen um gut 36 %. Die Kraftstoffpreise liegen aktuell um fast 50 % höher als im Jahresdurchschnitt 2000.

 

Mit einer Steigerung um fast 79 % in den letzten 18 Jahren legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr noch stärker zu.

 

Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um knapp 57 %. Erfreulich für alle, die ausschließlich zu Fuß unterwegs sind: Die Preise für Schuhe stiegen seit 2000 nur um gut 14 %.

 

Steuern auf Benzin und Diesel im EU-Vergleich: Wo der Staat den größten Anteil haben will

Für Kfz-Besitzer gibt es zwei lästige Themen: Parkplatzsuche und Benzinpreise. Hinzu kommt, dass auf den Benzinpreis nicht nur eine Mehrwertsteuer erhoben wird, sondern auch noch eine Energiesteuer. Diese, auch als Mineralölsteuer bekannte, Steuer für Diesel und Benzin fällt EU-weit sehr unterschiedlich aus, wie Campanda, die weltweit größte Online-Plattform zum Mieten und Vermieten von Wohnmobilen und Campern, festgestellt hat.

 

Dieselskandal, Fahrverbote und zu hohe Abgaswerte - die alltäglichen Herausforderungen für Autofahrer reißen nicht ab. Zusätzlich verlangt der Fiskus auch noch einen großen Anteil vom Verkaufspreis für Diesel und Benzin. Wie Deutschland im EU-weiten Ranking bei der Energiesteuer abschneidet, hat Campanda ermittelt.

 

Briten und Italiener zahlen am meisten beim Diesel

 

Die höchsten Abgaben müssen die Briten beim Diesel-Tanken zahlen: 0,660 Euro pro Liter Treibstoff werden dort allein für die Energiesteuer fällig. Die Italiener landen mit 0,618 Euro auf Platz zwei. Zur Top Fünf gehören außerdem Frankreich (0,610 Euro), Belgien (0,560) und Slowenien (0,502 Euro). In all diesen Ländern überwiegt die Energiesteuer sogar den reinen Verkaufspreis. Hierzulande müssen 0,470 Euro pro Liter Diesel an Energiesteuer gezahlt werden. Deutschland landet damit beim europäischen Diesel-Preis-Vergleich auf dem elften Platz. Beim Gesamtpreis für Diesel liegt Deutschland mit 1,172 Euro sogar im unteren Mittelfeld.

 

Auch bei Benzin liegen die Italiener vorn

 

Anderer Treibstoff, andere Steuer - Gleich bleibt allerdings, dass die Italiener auch beim Benzin für den Staat tief in die Tasche greifen müssen: 0,728 Euro müssen sie an Abgaben leisten. Teurer ist es nur für die Niederländer mit 0,786 Euro. Platz drei belegt Griechenland (0,711 Euro). Bei insgesamt 19 Nationen, wie zum Beispiel Dänemark, Frankreich, Schweden und Belgien, ist die geforderte Steuer sogar höher als der reine Verkaufspreis. Darunter auch Deutschland auf Platz acht mit 0,655 Euro Energiesteuer bei einem Gesamtpreis von 1,340 Euro, der im guten Mittelfeld liegt.

 

In Osteuropa gibts weniger für den Fiskus

 

Die geringsten steuerlichen Abgaben müssen Bulgaren leisten, sowohl beim Benzin (0,363 Euro) als auch beim Diesel (0,330 Euro). Benziner tanken am besten in Bulgarien (1,045 Euro), Polen (1,106 Euro) oder Rumänien (1,112 Euro): Hier ist der Verkaufspreis am günstigsten. Diesel-Fahrer können vor allem in Luxemburg (1,015 Euro), Bulgarien (1,038 Euro) und Litauen (1,082 Euro) sparen.

 

Insgesamt ist die Energiesteuer für Benzin höher als für Diesel. Durchschnittlich werden für Benzin 0,563 Euro und für Diesel 0,452 Euro fällig.

 

So viel kostet ein eigenes Auto

Lohnt sich ein eigenes Auto überhaupt? Diese Frage stellen sich Großstädter, die von der Parkplatzsuche genervt sind. Die Tarifexperten von Verivox haben die typischen Mobilitätskosten mit und ohne Auto gegenübergestellt: In Großstädten fahren Familien und Singles mit einem Mix aus öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing und Mietwagen insgesamt günstiger. Vor allem Singles sparen, wenn sie aufs eigene Auto verzichten.

 

Modellfall 1: Vierköpfige Familie mit und ohne Auto

 

Die Modellfamilie wohnt in Berlin und hat zwei Kinder (8 und 10 Jahre alt). Für die alltäglichen Wegstrecken, wie den Weg zur Arbeit oder Besorgungen, nutzt ein Elternteil das Familienfahrzeug. Der Partner und die Kinder haben für Arbeits- und Schulweg Jahreskarten für den öffentlichen Nahverkehr. Ausflüge und Urlaubsreisen unternimmt die ganze Familie mit dem Wagen. Die jährlichen Kosten inklusive Kfz-Steuer, Sprit- und Werkstattkosten belaufen sich auf 6.256 Euro. Teurer zu stehen kommt ein Zweitwagen. Zusätzlichen Fixkosten für Steuer, Versicherung und Co. stehen kaum Einsparungen gegenüber. In dem Szenario liegen die Kosten 1.400 Euro über der Alternative aus Mietwagen, Tram und Co.

 

Modellfall 2: Singles

 

Der Single im zweiten Modellfall nutzt im Alltag entweder sein eigenes Auto oder alternativ einen Mix aus Nahverkehr, Carsharing und Mietwagen. Für Ausflüge setzt er lieber auf günstige Fernbusse oder die Bahn, denn er ist flexibler als die vierköpfige Familie. Insgesamt gibt er für seine Mobilität jährlich 3.893 Euro aus. Ist er dagegen mit dem eigenen vier Jahre alten Mittelklassewagen unterwegs, steigen die Ausgaben auf 4.443 Euro. Singles sparen damit ohne Auto 550 Euro im Jahr.

 

Große Unterschiede zwischen Großstadt und Land

 

In Großstädten ist es für Verbraucher leichter auf den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing oder Mietwagen umzusteigen. In ländlichen Regionen mit schlechter Anbindung und ohne Carsharing-Netz ist es jedoch oft unmöglich, aufs eigene Auto zu verzichten.

 

Damit fährt man gut: Tipps für Autokäufer und -verkäufer

Gebrauchte Autos sind gefragter denn je: Im Jahr 2013 zählte das Kraftfahrtbundesamt in der Bundesrepublik erstmals seit zwölf Jahren wieder über sieben Millionen Gebrauchtwagenzulassungen. Bei den Personenkraftwagen macht das ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Es ist davon auszugehen, dass das Kraftfahrtbundesamt auch 2014 in den Monaten März und April wieder einen merklichen Zulassungsanstieg bei den PKW’s verzeichnen wird. Vor allem durch Autobörsen oder Kleinanzeigenportale im Internet legte der Autoverkauf unter Privatleuten in den letzten Jahren enorm zu. Fällt der Gebrauchtwarenhändler als Zwischenschritt und „Sicherheitspuffer“, sparen Käufer und Verkäufer in der Regel zwar Geld, müssen allerdings selbst verstärkt auf Gefahrenquellen achten.

Wahrheitsgetreue Angaben schützen vor Schadenersatzforderungen

„Sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer ist ein schriftlicher Vertrag unablässig. Der reduziert spätere Schadenersatzforderungen und sollte vor allem für den Verkäufer die Angaben wie zu Vorbesitzern und Unfallschäden wahrheitsgetreu und vollständig erfassen“, fasst Armin Eckert, Kfz-Versicherungsexperte der Gothaer zusammen. Und: „Auch wenn es sich kleinlich anhört: Auf der sicheren Seite sind beide Seiten, wenn man sich den Personalausweis des Gegenübers zeigen lässt“, so Eckert weiter.

Beim Vertragsabschluss sollten folgende Dokumente vorliegen:

- KFZ-Brief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II
- KFZ-Schein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
- Bescheinigung über die Haupt- und Abgasuntersuchung
- Kundendienst-Heft
- Reparatur-Rechnungen

Mit Sicherheit Freude beim Autokauf

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Angaben des Verkäufers im Ausweis mit denen auf der KFZ-Zulassung und dem Fahrzeugbrief identisch sind. Prüfen sollte man auch das Kundendienst-Heft. Die darin aufgeführten Reparaturen sollten im Idealfall mit Rechnungen belegt werden können. Und: Ganz gleich, wie weit entfernt der Verkäufer stationiert ist: Eine Probefahrt mit dem Auto sollte man immer machen. Am besten man nimmt noch eine weitere Person mit, die auch Augen und Ohren offen hält. Ist der Kauf abgeschlossen, muss der Wagen unverzüglich bei der Zulassungsstelle umgemeldet werden: „Dazu benötigt man als Bestätigung über eine bestehende KFZ-Versicherung die sieben-stellige eVB-Nummer. Bei uns ist diese beim Versicherungsberater oder online auf unserer Website erhältlich“, erklärt Eckert.

Was Verkäufer beachten sollten

Selbst wenn man schon eine mündliche Zusage hat: Bei einer Probefahrt sollte man den potentiellen Käufer nicht alleine fahren lassen, schließlich wurde bisher noch kein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen. Kommt es zum Kaufabschluss, ist es ratsam, auf Barzahlung zu bestehen. Ideal ist es, zusammen zur Bank zu gehen, das Geld prüfen zu lassen und gleich auf das eigene Konto einzuzahlen. Dabei sollte die Nummer des Personalausweises notiert werden. Erst wenn dieser Schritt erledigt ist, können dem Käufer die Fahrzeugpapiere ausgehändigt werden. Den Empfang sollte man sich bestätigen lassen. Anschließend sollte die Zulassungsstelle sowie die Versicherung zeitnah informiert werden.“, so der Versicherungsexperte Eckert von der Gothaer Versicherung.

 

Preise rund ums Auto in 10 Jahren um mehr als 20 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: In den letzten zehn Jahren sind die Preise rund ums Auto um mehr als 20 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben sich im Vergleich dazu die Verbraucherpreise insgesamt in Deutschland im selben Zeitraum durchschnittlich um rund 17 % erhöht. Das deutliche Plus bei den Preisen für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen ist vor allem auf die Verteuerung bei Kraftstoffen zurückzuführen. Der Preis für Superbenzin erhöhte sich zwischen August 2004 und August 2014 um 30 %, Diesel wurde sogar um mehr als 40 % teurer. Mit einer Steigerung um etwa 42 % seit August 2004 legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr jedoch noch stärker zu. Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um etwa 37 %. Erfreulich für alle, die auf das Fahrrad umgestiegen sind: Die Preise für Fahrräder kletterten nur um knapp 10 %.

ADAC Autokostenvergleich: Von Rentabilität noch weit entfernt - was Elektroautos den Verbraucher kosten

Wer ein Elektroauto kauft, ist zwar zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und soll in Zukunft auch von Sonderparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer Fahrerlaubnis für Busspuren profitieren: Bei der Rentabilität, sprich den Autokosten pro Kilometer, können die meisten Stromkarossen aber noch immer nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Im aktuellen ADAC Autokostenvergleich schafft dies mit dem BMW i3 nur ein einziges Elektroauto. Gegenüber einem in Ausstattung und Leistung vergleichbaren 1er-Benziner von BMW (55,4 Cent) ist das E-Mobil aus München um 3,1 Cent günstiger pro Kilometer unterwegs. Möglich ist dieser Sieg im Kostenduell Strom gegen Sprit aufgrund einer nicht allzu großen Differenz im Anschaffungspreis des Elektromobils gegenüber dem klassenhöheren BMW 118i. Der Vergleich Elektromobil gegen Dieselauto endet im Fall des BMW i3 immerhin noch unentschieden: Beide Modelle kosten den Autofahrer 52,3 Cent pro Kilometer. Für seinen Autokostenvergleich hat der Automobilclub die E-Modelle sowie die in Ausstattung und Leistung vergleichbaren Versionen von neun Herstellern unter die Lupe genommen. Nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. Grundlage der Berechnung sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- bzw. Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung - bei einer Haltedauer von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15 000 Kilometern.

 

Direkt hinter dem BMW i3 liegt im Autokostenvergleich der VW e-Golf. Mit 54,1 Cent pro Kilometer ist die Stromversion des Golfs aber bereits um 5,5 Cent pro Kilometer teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Hinter dem VW e-Golf folgt der Elektrowagen von Nissan, der Leaf acenta. Für ihn müssen Autofahrer 7,5 Cent pro Kilometer mehr als für den vergleichbaren Benziner aufbringen. Die kosten-günstigsten E-Autos sind mit 43,0 Cent pro Kilometer der smart fortwo coupe electric drive (alte Baureihe), mit 43,9 Cent pro Kilometer der Renault Zoe Z.E. Life und mit 45,7 Cent der VW e up!. Mit Ausnahme des smart und Renault sind alle anderen E-Autos mehr als 13 Cent pro Kilometer teurer als die verglichenen Modelle mit Verbrennungsmotor. 16,2 Cent plus sind es beim E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle gegenüber dem gar noch klassenhöheren Space Star. Grund für die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der Elektroautos ist laut ADAC immer noch der zum Teil deutlich höhere Anschaffungspreis. Da Elektro-mobile wegen ihrer begrenzten Reichweite eher auf kürzeren Strecken unterwegs sind, wirken sich die Stromkostenvorteile nicht oder kaum entscheidend aus. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Von Januar bis November 2014 wurden jedoch gerade mal 7 518 batterieelektrische Autos neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum waren es rund 2,8 Millionen Pkw mit konventionellen Antrieben. Derzeit liegt der Bestand an E-Autos bei 19 500, so der ADAC.

 

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