Hände weg von Handyversicherungen

Teure Policen mit vielen Ausschlüssen

 

Smartphones sind auch in diesem Jahr wieder der Renner im Weihnachtsgeschäft. Beim Kauf eines Gerätes bieten Verkäufer dem Kunden gerne eine Handyversicherung mit an. Einige Angebote gibt es sogar nur inklusive eines Versicherungsvertrags. Was viele Kunden nicht wissen: Nur in den wenigsten Fällen ist der Abschluss eines solchen Vertrages sinnvoll. In der Regel sind die Tarife zu teuer und beinhalten häufig eine ganze Reihe von Ausschlüssen wie Diebstahl oder Schäden durch Witterungseinflüsse. „Lassen Sie sich vom Verkäufer nicht zum Abschluss einer Versicherung überreden“, warnt Martin Oetzmann vom Bund der Versicherten e. V. (BdV). „Bietet der Händler ein Handy oder einen Mobilfunkvertrag nur inklusive einer Versicherung an, entscheiden Sie sich besser für ein anderes Produkt oder kaufen das Wunschgerät gleich ganz woanders.“ In den Verträgen sind die Bedingungen und Gründe für einen Ausschluss häufig nicht eindeutig formuliert und bieten so einen Interpretationsspielraum. Im Schadensfall ist Ärger zwischen dem Kunden und dem Versicherer vorprogrammiert. Zudem erfährt der Kunde nicht selten erst nach seiner Unterschrift, was für einen Vertrag er eigentlich abgeschlossen hat, da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst mit Abschluss des Vertrages ausgehändigt werden. „Der Kunde kauft die Katze im Sack“, kritisiert Oetzmann. Die Prämie der Versicherung steht selten in einem angemessenen Verhältnis zum Wert des Handys, zumal im Schadensfall in der Regel nur der Zeitwert und nicht der Neuwert eines Gerätes ersetzt wird. Unter bestimmten Bedingungen sind Handys, Tablets und Notebooks ohnehin in der Hausratversicherung mitversichert. Informieren Sie sich bei Ihrem Versicherer, welche Risiken und Schäden im Vertrag abgedeckt sind. Hier können Sie auch sicher sein, von einem Versicherungsexperten beraten zu werden. Im Mobilfunkgeschäft oder Elektronikmarkt bekommen Sie Verträge von Elektronik-Fachverkäufern angepriesen, die oft keine oder nur bedingt Ahnung von Versicherungsprodukten haben, so der Bund der Versicherten.

Angehörige müssen für Bestattungskosten aufkommen - Was viele nicht wissen: In Deutschland besteht eine Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten

Der Tod eines Angehörigen bedeutet nicht nur einen schmerzlichen Verlust. Er verursacht auch Kosten. Immer häufiger kommt es vor, dass die Angehörigen die finanziellen Belastungen der Bestattung nicht tragen können oder möchten. Was viele nicht wissen: In Deutschland besteht eine Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten. Demnach müssen die nächsten Angehörigen die Kosten für die Bestattung übernehmen. In der Regel sind dies die Ehepartner, Kinder oder Geschwister.

 

"Die Pflicht zur Übernahme der Bestattungskosten gilt auch bei zerrütteten Familienverhältnissen und auch dann, wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind", weiß Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Monuta Versicherungen in Deutschland. "Man hört immer wieder von Fällen, bei denen Kinder völlig überraschend die Bestattungskosten eines Elternteils übernehmen müssen, obwohl sie seit Kindesalter keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern hatten." Doch die Rechtslage ist eindeutig: Volljährige leibliche Kinder sind für die Bestattung ihrer Eltern verantwortlich. Auch bei zerrütteten Familienverhältnissen können die Kosten nicht auf die Allgemeinheit verlagert werden. Zudem entbindet die finanzielle Situation die Angehörigen nicht von ihrer Verpflichtung. Notfalls müssen sie auf Sozialhilfe zurückgreifen. "Was viele auch heute noch vergessen: die Krankenkassen zahlen seit 2004 kein Sterbegeld zur Deckung der Bestattungskosten mehr", sagt Capellmann.

 

Diese Versorgungslücke kann mit einer Sterbegeldversicherung geschlossen werden. Einerseits können Eltern eine Trauerfall-Vorsorge abschließen, um ihren Kindern im Fall der Fälle nicht finanziell zur Last zu fallen. Andererseits können aber auch Kinder eine solche Versicherung im Namen ihrer Eltern abschließen. Mit einer Trauerfall-Vorsorge kann schon mit geringen monatlichen Beiträgen vorgesorgt werden. So muss für eine 50-jährige Frau ein monatlicher Beitrag von nur 8,18 Euro eingezahlt werden, um für eine Bestattung im Wert von 3.000 Euro vorzusorgen. Der Versicherungsschutz besteht ein Leben lang ab der ersten Beitragszahlung. Und: Die Trauerfall-Vorsorge gehört zum sozialhilferechtlichen Schonvermögen. Sollte der Versicherte arbeitslos oder zum Hartz IV-Empfänger werden, hat der Staat keinen Zugriff auf das angesparte Geld.

Schon bei Trennung Policen prüfen - BdV: Keine Scheidung ohne Bürokratie

Dass eine Scheidung viel Geld kostet, liegt nicht nur an den Gerichts- und Anwaltskosten. Was die wenigsten Paare vermuten: Auch die Versicherer kassieren mit. Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV): "Jetzt haben sogar Richter den Gesellschaften zugestanden, bis zu 500 Euro kassieren zu dürfen, wenn sie zum Beispiel eine private Rentenversicherung auf die Partner aufteilen sollen."

 

Als Faustformel gab das Oberlandesgericht Stuttgart vor, dass Lebensversicherer mindestens 100 Euro, maximal aber 500 Euro an Teilungskosten berücksichtigen dürfen (Az. 15 UF 120/10). Allerdings hat das Gericht Rechtsbeschwerde gegen diesen Beschluss zugelassen. Der BdV hat eine Reihe von wichtigen Punkten zusammengestellt, die die Paare schon während der Trennungsphase beachten sollten:

 

+ Häufig übersehen wird die Änderung des Bezugsrechts bei Lebensversicherungen.

 

+ Bei der Privathaftpflichtversicherung ist der Ehepartner des Versicherungsnehmers in der Trennungszeit mitversichert. Das ändert sich mit der Scheidung. Lilo Blunck: "Trotzdem sollte schon im Trennungsjahr jeder für einen eigenen Vertrag sorgen. Denn der Versicherungsschutz könnte in Gefahr geraten, wenn der Versicherungsnehmer die Prämie nicht zahlt oder gleich einen neuen Partner mitversichert." Unabhängig davon bleiben die Kinder über die Eltern versichert.

 

+ Die Hausratversicherung bleibt prinzipiell beim Versicherungsnehmer. Ist er der ausziehende Partner, nimmt er die mit. Interessant: Diese Police gilt trotz Auszugs sogar für beide Wohnungen noch bis zu drei Monate nach der nächsten Prämienfälligkeit. Möglicherweise muss aber die Versicherungssumme an die neuen Verhältnisse angepasst werden. Der im bisherigen Domizil bleibende Partner muss spätestens nach den drei Monaten bei Bedarf einen eigenen Vertrag abschließen.

 

+ In der Kfz-Versicherung ändert sich nichts, es sei denn der Beitrag ändert sich nach Umzug durch eine andere Regionalklasse. Wenn der ehemalige Partner nach der Trennung erstmals ein eigenes Fahrzeug versichern möchte, steigt er schlimmstenfalls mit einem Beitragssatz von rund 240 Prozent ein.

 

+ Privat Krankenversicherte sollten bestehende Verträge, über die sie beide versichert sind, umgehend aufteilen lassen. Dadurch werden sie jeweils eigenständige Versicherungsnehmer und müssen nicht etwa über den Partner abrechnen.

 

+ Dringender Handlungsbedarf besteht für in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei mitversicherten und nicht berufstätigen Ehepartner. Die müssen sich binnen drei Monaten nach der Scheidung um eine eigene Mitgliedschaft kümmern. Die Kinder bleiben unverändert mitversichert.

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