Baufinanzierung im Kreditvergleich 

Auch in Zeiten niedriger Kreditzinsen lohnt sich für Haus- und Wohnungskäufer der Vergleich. Zwischen den günstigsten und den teuersten Angebote liegen schon mal 30.000 Euro und mehr. Das zeigt jeden Monat der Finanztest-Kreditvergleich von 76 Anbietern.

 

Die niedrigsten Zinsen gibt es bei Kreditvermittlern und von Banken, die ausschließlich oder teilweise Immobiliendarlehen anderer Institute vermitteln. Über Onlineplattformen wie Planethome, Europace oder Prohyp greifen sie auf die Konditionen und Kreditrichtlinien von Dutzenden Banken zu. Aus diesem Pool können sie für fast jeden Kundenwunsch ein passendes und günstiges Angebot herausfiltern.

 

Banken, die nur oder überwiegend auf eigene Produkte setzen, landen im Vergleich dagegen abgeschlagen auf den hinteren Rängen – oft mit einem großen Zinsabstand zu den günstigen Vermittlern. Ob Deutsche Bank, Postbank oder ING-DiBa, die meisten schafften es nicht unter die Top Ten. Top-Anbieter 2016 sind die Hypovereinsbank, die Kreditvermittler Enderlein und Planethyp, die Santander Direkt Bank und die Targobank. Sie verdanken ihre Spitzenplätze der Kreditplattform Planethome. Günstige Kredite gibt es jedoch auch über andere Vermittler. Creditweb, Baugeld Spezialisten, Interhyp und Dr. Klein mischten sich häufig unter die Top Ten, so Finanztest.

 

Baufinanzierung: Womit Bauherren rechnen müssen

Grundstück, Erschließung, Planung, Baukosten, Handwerker - die Kostenliste für Bauherren kann lang und mitunter ziemlich unübersichtlich ausfallen. Damit sich Häuslebauer beim langersehnten Bau nicht in monetäre Bedrängnis bringen, sollten sie Kostenfallen bereits im Finanzierungsvertrag vorbeugen. "Nur wenn Bauherren etwaige Finanzierungsrisiken identifizieren und ihnen angemessen gegensteuern, steht ihr Vorhaben auf solidem Fundament", weiß Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen. Der Finanzierungsprofi hat gängige Kostentreiber zusammengestellt und zeigt, wie ihnen vorgebeugt werden kann.

 

Bereitstellungszinsfreie Zeit - Der Bau stockt, die Kosten bleiben

 

Im Gegensatz zum Kauf einer Bestandsimmobilie zahlen Bauherren den anfallenden Gesamtpreis nicht kurzfristig nach dem Abschluss des notariellen Kaufvertrags, sondern müssen längere Abruffristen einkalkulieren. Das liegt daran, dass die Bezahlung in einzelnen Tranchen nach Baufortschritt erfolgt. Wenn es zu Verzögerungen am Bau kommt, dann schiebt sich auch die Auszahlung eines Teildarlehens auf. Banken erheben Zinsen, wenn längere Zeit bis zum Abruf der Baufinanzierung vergeht - die sogenannten Bereitstellungszinsen. Bauherren und Käufer von Bauträgerobjekten sollten einen Darlehensgeber wählen, der neben günstigen Zinsen eine ausreichend lange bereitstellungszinsfreie Zeit anbietet. Momentan sind hier bis zu 24 Monate möglich.

 

Nebenkosten - Das Kleingedruckte der Baustelle

 

und Materialkosten plus der Arbeitsleistung errechnet. So müssen die Leistungen für Versicherungen sowie die Baugenehmigung und Vermessung ebenso erbracht werden, wie beispielsweise Architekturhonorare, Erschließungskosten oder aber auch Baustrom, -wasser sowie -entsorgung. Entscheidend ist, die Nebenkosten von Anfang an gründlich in die Kalkulation aufzunehmen. Das gilt auch für die Außenanlagen, die viele Bauherren vergessen. Um eine realistische Kostenhöhe zu ermitteln, helfen Finanzierungsberater, die beispielsweise Listen mit den wichtigsten und größten Posten aufstellen.

 

"Viele kleine Einzelposten können sich schnell zu einer beachtlichen Summe anhäufen. Mit rund 15 Prozent der Bausumme für Baunebenkosten sowie weiteren 5 Prozent für Außenanlagen sollten Bauherren realistischerweise rechnen. Unterschätzen Bauherren die zahlreichen 'Nebenbaustellen' oder lassen sie gar außer Acht, können sie so das ganze Bauvorhaben gefährden. Damit es nicht soweit kommt, lohnt es sich, vorab Zeit in eine gründliche Kostenkalkulation zu investieren und Experten zu Rate zu ziehen", rät Goris.

Deutsche Häuslebauer finanzieren grundsolide

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Häuser und Wohnungen zwar gestiegen, mittelfristig aber wird sich die Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt wieder entspannen. Das geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor, die auf dem IW-Symposium „Wohnungspreisboom in Deutschland – Zwischen Überhitzung und sozialer Schieflage?“ in Berlin vorgelegt wurde. Demnach ist der Preis für eine Eigentumswohnung seit 2010 bundesweit zwar durchschnittlich um 8,3 Prozent gestiegen. Nennenswerte Preissprünge gab es aber nur in den Wachstumsmetropolen München, Hamburg, Berlin und Frankfurt am Main. Dort verteuerten sich diese Immobilien um rund 15 Prozent. Gründe dafür sind die gute Lohn- und Beschäftigungsentwicklung, die Zuwanderung und der Trend zum Leben in der Stadt. Der Boom in den Metropolen hat inzwischen aber auch Investoren angelockt, sodass mehr gebaut wird und sich Angebot und Nachfrage mittelfristig wieder annähern werden. Als kontraproduktiv stuft das IW Köln deshalb die oft diskutierte Mietpreisbremse für Neuverträge ein. Diese würde nur Investoren verschrecken und die Wohnungsknappheit vergrößern.

Die Gefahr einer Immobilienblase wie in den USA oder Spanien sehen die IW-Forscher für Deutschland nicht. Dagegen spricht ihrer Ansicht nach vor allem die grundsolide Finanzierungsstruktur hierzulande. So ist die Fremdkapitalquote bei Baufinanzierungen von 80 Prozent im Herbst 2009 auf 78 Prozent im Frühjahr 2013 gesunken. Zudem werden die niedrigen Zinsen von vielen Bauherren zur schnelleren Tilgung ihrer Hypothekendarlehen genutzt. Ein Absturz der Immobilienpreise ist aus den genannten Gründen ebenfalls nicht zu erwarten. 

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