Investmentfonds sind insolvenzgeschützt

In Zeiten anhaltend niedriger Zinsen schauen Sparer verstärkt nach alternativen Anlagemöglichkeiten für ihr Geld. Immer beliebter geworden sind Investmentfonds. Ihr Vorteil: Auch kleinere Geldbeträge können breit gestreut in Aktien, Immobilien und Anleihen (auch als Renten bezeichnet) investiert werden. Das mindert Verlustrisiken und eröffnet langfristig gute Renditechancen. So eignet sich nach Ansicht des Bankenverbandes, Fondssparen gerade auch für den langfristigen Vermögensaufbau und für die private Altersvorsorge. Anleger in Deutschland haben inzwischen die Auswahl zwischen mehr als 7.000 Investmentfonds. Doch was passiert, wenn die Fondsgesellschaft Konkurs anmelden muss? Anleger, die Fondsanteile besitzen, müssten sich keine Sorgen machen, da ihr Geld nicht davon betroffen wäre. Denn das verwaltete Vermögen gilt als gesetzlich geschütztes Sondervermögen. Das bedeutet: Im Fall einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geht das Fondsvermögen nicht in die Konkursmasse ein, sondern bleibt eigenständig erhalten. Das Recht zur Verwaltung der Sondervermögen geht auf die Depotbank über. Sie kann den Investmentfonds abwickeln und den Erlös an die Anleger verteilen – oder ihn mit Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) an eine andere Kapitalgesellschaft übertragen. Wird die Depotbank insolvent, kann die BaFin einen Institutswechsel anordnen. Wichtig für den Anleger: Seine Fondsanteile sind geschützt und er kann in jedem Fall weiterhin über sie verfügen, so der Bundesverband deutscher Banken.

Klimafreundliche Investmentfonds: ins Depot oder ab in die Biotonne?

Klimafreundliche Investmentfonds wollen die Umwelt schützen. Die Fondsmanager investieren deshalb das Geld der Anleger lieber in die Wasseraufbereitung oder ökologische Landwirtschaft als in umweltschädliche Branchen wie die Luftfahrt- und Automobilindustrie. Allerdings bergen Investitionen in Umweltschutz auch Risiken. Viele Produkte sind neu und verfügen über ein vergleichsweise kleines Anlagevolumen. Aber auch zahlreiche etablierte Fonds mit Schwerpunkt Klimaschutz haben in den vergangenen fünf Jahren Verluste gemacht, teilweise über 50 Prozent. Wer als Anleger klimafreundlich investieren will, sollte folgende Tipps berücksichtigen:

 

Hinterfragen Sie die Anlagestrategie des Fonds!

Fondsmanager investieren das Geld der Anleger in eine Vielzahl von Ländern, Branchen und Unternehmen. Dadurch sollen Kurseinbrüche innerhalb einer Branche oder bei einzelnen Unternehmen aufgefangen und das Risiko der Geldanlage verringert werden. Klimafreundliche Investmentfonds schränken die Anlagemöglichkeiten auf einzelne Branchen ein. Durch diese Verengung bergen sie ein höheres Risiko als Investmentfonds, die branchenübergreifend investieren.

 

Lassen Sie sich nicht von der historischen Wertentwicklung irreführen!

Eine mehrjährige positive Wertentwicklung (Performance) ist keine Gewähr für künftige Kurssteigerungen. Die Geschichte zeigt, dass immer wieder einzelne Branchen extrem gute Wertentwicklungen aufweisen und dass diese oft noch viel schneller wieder verschwinden als sie gekommen sind. Läuft ein Fonds also einige Jahre überdurchschnittlich gut, dann ist das noch keine Garantie dafür, dass es in Zukunft so bleibt.

 

Achten Sie auf Fonds-Kosten

Die Ausgaben beim Kauf und für die Verwaltung schmälern die Rendite. Beim Erwerb von Anteilen eines Investmentfonds müssen Sie einen Ausgabeaufschlag zahlen. Daneben berechnen Fondsgesellschaften jedes Jahr Verwaltungs- und Managementgebühren. Die wesentlichen laufenden Kosten drückt die Gesamtkostenquote TER ("Total Expense Ratio") aus. Liegt die TER beispielsweise bei zwei Prozent, muss der Fonds jährlich im Schnitt auch mindestens zwei Prozent Wertgewinn erwirtschaften, um die laufenden Kosten zu decken. Fonds mit geringeren Kosten sind da im Vorteil!

 

Haben Sie Volumen und Auflagedatum im Blick

Auch klimafreundliche Anlagen darf man aktuell durchaus zu Modetrends der Geldanlage zählen. Der Zusatz "klimafreundlich" ist aktuell eine erfolgreiche Vertriebsmasche. Dass der eigene Fonds schon binnen kurzer Zeit wieder zwangsweise aufgelöst oder in einen anderen überführt wird, kann man nicht ausschließen. Die Gefahr dafür ist aber geringer bei Fonds, die schon lange am Markt sind und ein hohes Fondsvolumen aufweisen.

Aktienfonds: Attraktive Geldanlage auch in Krisenzeiten

Aktienfonds sind zwar keine sichere Geldanlage, aber eine gute. Gerade in Krisenzeiten können sie einem Depot Stabilität verleihen. Die Stiftung Warentest legte unter test.de einen neuen Fondstest vor und sagt, welche Aktienfonds besonders attraktiv sind. Die Auswahl an Fonds ist riesig und kaum überschaubar: In Deutschland sind mehr als 10.000 Investmentfonds zugelassen. Doch nur wenige davon sind laut Finanztest empfehlenswert. Insgesamt schaffen es von rund 2.850 Fonds aus den wichtigsten Fondsgruppen nur etwa 170 auf die Liste von Finanztest. Als empfehlenswert gelten nach den neuen Testmethoden Fonds, die bessere Renditechancen als alle anderen Fonds mit einem geringeren Risiko bieten oder die den für sie maßgeblichen Referenzfonds in Punkto Risiko und Chance übertreffen. Die empfohlenen Fonds finden Eingang in den neuen Produktfinder Fonds unter www.test.de/fonds. Zu jedem Fonds listet er Angaben zu Wertentwicklung, Risiken und Chancen auf, stellt das Fondskonzept ausführlich vor und enthält unter anderem Angaben zu den am stärksten gewichteten Ländern und Einzeltiteln. Zusätzlich veranschaulichen Diagramme, wie er im Vergleich zu den anderen Fonds seiner Fondsgruppe abgeschnitten hat.

 

Wer zunächst wissen möchte, ob der eigene Fonds dabei ist, kann zudem kostenlos unter www.test.de/fondsfinder recherchieren und ausgewählte Wertentwicklungsdaten zu knapp 7.300 Fonds abrufen, die in Deutschland zugelassen und seit mehr als fünf Jahren auf dem Markt sind. Mit Aktien investieren Anleger in Sachwerte. Sie werden Miteigentümer an Produktionsanlagen, Immobilien und anderem Firmenvermögen. Das wird häufig übersehen, wenn vom hohen Aktienrisiko die Rede ist, schreiben die Tester. Mit Aktienfonds steigen daher die Renditechancen der Geldanlage, gerade auch in Krisenzeiten.

 

Wichtig ist jedoch eine breite Streuung der Aktien. Die beste Grundlage sind daher Aktienfonds Welt oder Europa, die den Markt möglichst breit abbilden. Das sind in erster Linie Indexfonds, aber auch marktnahe, aktiv gemanagte Fonds. Unter den Aktienfonds Welt schaffen es 36 von 539 auf die Empfehlungsliste von Finanztest. Wichtig ist auch ein langer Anlagezeitraum. Aktienfonds eignen sich für jeden, der sein Geld für mindestens zehn Jahre anlegen kann und auch dann ruhig schlafen kann, wenn der Kurs mal längere Zeit im Minus steht. Der Aktienkauf auf Kredit ist tabu. Günstig ist der Fondskauf über die Börse, den auch Kunden von Filialbanken verlangen können. Über Fondsdiscounter im Internet gibt es viele Fonds sogar ohne Kaufkosten.

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