Empfehlungen für Anleger von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Grauer Markt und schwarze Schafe

 

Die Broschüre der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantwortet Fragen zum Grauen Kapitalmarkt: Woran erkennen Sie Produkte des Grauen Kapitalmarkts? Was sind die Gefahren für Sie als Anleger? Worauf müssen Sie achten, bevor Sie investieren? Nicht alle Unternehmen, die auf dem Finanzmarkt tätig sind, werden kontrolliert und stehen unter staatlicher Aufsicht: Wenn Anbieter keine Erlaubnis der BaFin benötigen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen, spricht man vom Grauen Kapitalmarkt. Bei Produkten, die dort angeboten werden, sollten Sie besonders vorsichtig sein! Grauer Markt und schwarze Schafe (PDF, 396KB)

Depotkosten: Anleger können oft mehrere hundert Euro sparen

Wer seine Aktien bei einer Filialbank lagert und sie dort auch handelt, kann durch den Wechsel zu einem billigeren Anbieter wie einem Onlinedepot oft hunderte Euro pro Jahr sparen. Das rechnet die Stiftung Warentest vor. Das größte Sparpotenzial ist für aktive Anleger drin. Sie sind bei ihrer Bankfiliale an der Ecke selten gut aufgehoben. Bei einem Musterdepot von 30.200 Euro war der Preis der teuersten Filialbank über 800 € teurer als das billigste Onlinedepot. Das macht einen Renditeunterschied von knapp drei Prozent.

Die meisten Anleger in Deutschland zahlen unnötig viel für Lagerung und Handel von Wertpapieren. Nur etwa 10 Prozent des Wertpapiervermögens ist bei Direktbanken deponiert, der Rest bei Filialbanken, und damit bei der teuersten Adresse.

Um die Depotgebühren und Provisionen für den Handel von Wertpapieren zu vergleichen, bildeten die Tester von Finanztest zwei Modelldepots. Das große Depot hatte ein Volumen von 101.500 Euro, das kleinere von 30.200 Euro. Für diese beiden Depots wurde bei den 44 verschiedenen Filial-, Direktbanken und Onlinebrokern jeweils eine bestimmte Anzahl von Transaktionen berechnet. Geordert wird dabei per Telefon und Internet bzw. in der Filiale. Filialkunden, die ihrer Bank treu bleiben wollen, können nach den Testergebnissen ihre Orderkosten senken, indem sie nicht den Service, sondern die Selbstbedienung wählen. Internetmuffel sind bei der Postbank gut aufgehoben. Für viele ist jedoch ein Depotwechsel eine gewinnbringende Alternative. 

Rendite oder Sicherheit – Zehn Tipps zur Geldanlage

Auf annähernd fünf Billionen Euro beläuft sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland. Nie zuvor waren die Deutschen so wohlhabend wie heute. Doch die Euro-Schuldenkrise verunsichertviele Bundesbürger. Zudem sind die Zinsen so niedrig, dass sich mancher fragt, ob Sparen überhaupt noch lohnt. Zehn Grundregeln können dafür sorgen, Geld gut und sicher anzulegen:

  • Ersparnisse und Vermögen grundsätzlich breit streuen. Niemals einseitig alles auf eine Karte setzen, auch wenn ein Angebot noch so attraktiv scheinen mag. Denn keiner kann die Zukunft sicher vorhersagen.
  • Bei anstehenden Anlageentscheidungen nicht unter Zeitdruck setzen lassen.
  • Einen „Notgroschen“ für unvorhersehbare, plötzliche Ausgaben schnell verfügbar anlegen, beispielsweise auf ein Tagesgeldkonto. Was darüber hinausgeht, kann – je nach persönlichen Anlagezielen – auch längerfristig angelegt werden.
  • Grundsätzlich gilt: Hoher Zins, hohes Risiko. Hohe Zinsangebote deshalb sorgfältig auf Risiken prüfen.
  • Bei Anlagen in fremden Währungen das Wechselkursrisiko nicht unterschätzen. Was nutzt ein hoher Zins in fremder Währung, wenn diese abwertet?
  • Bei Wertpapieren auf die Bonität des Emittenten (Zahlungsfähigkeit des Schuldners) achten. Das gilt nicht nur für Unternehmen, die Wertpapiere emittieren, sondern auch für Staaten, wie die aktuelle Schuldenkrise in Europa deutlich zeigt.
  • Viele Aktien bieten derzeit attraktive Dividenden von über vier Prozent und langfristig die Chance auf Kurssteigerungen. Aktien sind Substanzwerte, aber auch Risikopapiere. Man sollte sie nur kaufen, wenn das investierte Geld langfristig angelegt werden kann. Zudem ist eine breite Streuung auf verschiedene Aktientitel wichtig.
  • Gold wird oft als Beimischung empfohlen. Edelmetalle sind aber keine zinsbringenden Anlagen. Profitieren lässt sich nur von weiter steigenden Preisen.
  • Kapitalanlagen nicht ausschließlich unter steuerlichen Gesichtspunkten auswählen.
  • Vor undurchsichtigen Finanzangeboten sollte man sich hüten. Anleger tun gut daran, die Produkte, für die sie sich entscheiden, auch grundsätzlich zu verstehen. 

Wechsel der Geldanlage ist häufig mit Kosten verbunden und schmälert den Ertrag

Sparer sollten sich nicht von kurzlebigen Trends dazu verleiten lassen, ihre Geldanlage auf den Kopf zu stellen. Denn ein Wechsel ist häufig mit Kosten verbunden, die den Ertrag schmälern. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin. Sparer riskieren möglicherweise sogar Verluste, wenn sie hektisch zwischen verschiedenen Anlagen hin- und herspringen. Kosten bei der Geldanlage entstehen, weil beim Kauf oder Verkauf Gebühren fällig werden. Diese muss die neue Geldanlage erst wieder wettmachen. Auf den Punkt bringt das die Börsenweisheit „Hin und her macht Taschen leer“. Sie besagt, dass Sparer langfristig anlegen sollten. Deshalb ist auch die sorgsame Prüfung, ob eine Geldanlage zu den eigenen Zielen und Bedürfnissen passt, im Vorfeld jeder Anlageentscheidung so wichtig. Gleichwohl sollten Anleger ihre Depotentwicklung im Blick haben, denn stets entwickeln sich einige Märkte, Branchen und Anlageklassen besser als andere. Wechsel oder Ergänzungen können unter Umständen also auch sinnvoll sein.

Anlagebetrug: Warnsignale beachten – dubiose Angebote erkennen

Historisch niedrige Zinsen und kein Ende in Sicht. Auf der krampfhaften Suche nach höheren Renditen lassen sich Anleger leider immer wieder auf dubiose, vermeintlich lukrative Angebote ein. So sind die erfassten Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrugsdelikte nach Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) 2013 gegenüber 2012 um 29 Prozent auf 6.365 gestiegen. Die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte weit höher sein. Um sich zu schützen, so der Bankenverband, sollten Anleger deutliche Warnsignale beachten:

 

Telefonkontakt: Obwohl gesetzlich verboten, knüpfen viele unseriöse Anbieter erste Kundenkontakte per Telefon. Bei solchen Anrufen gilt: Lassen Sie sich nicht auf ein Gespräch ein.


Gewinnversprechen: Traumhafte Renditen blenden und verleiten Anleger zu unbedachten Entscheidungen. Eine Orientierungshilfe: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren sich aktuell mit etwa ein Prozent. Deutlich höheren Renditegarantien bei ähnlichen Anlageprodukten sind mit äußerster Vorsicht zu begegnen.


Provisionsregelungen: Überzogene Provisionsforderungen sprechen dafür, dass der „Anlagespezialist“ eher den eigenen Gewinn als den des Kunden im Sinn hat. Zeigt sich, dass Provisionen verschleiert oder falsch ausgewiesen sind, lassen Sie unbedingt die Finger von der Offerte.


Auslandsadressen: Erkundigen Sie sich nach dem Geschäftssitz des Vermittlers. Befindet sich dieser in einem exotischen Land, ist Vorsicht angesagt. Dort können geschädigte Kunden rechtliche Ansprüche oft nur schwer durchsetzen.


Zeitdruck: Häufig setzen die schwarzen Schafe des Geldgeschäfts Anleger mit dem Argument unter Druck, nur ein sofortiger Entschluss garantiere Spitzengewinne. Doch die Erfahrung zeigt: Übereilte Entscheidungen werden oft bereut.


Folgegeschäfte: Um potenzielle Anleger in Sicherheit zu wiegen, schütten die vermeintlichen Geldprofis aus einem ersten Kontakt mit geringem Kapitaleinsatz stattliche Gewinne aus. Meist wird dem Kunden gleichzeitig ein neues Angebot unterbreitet, allerdings unter Einsatz einer erheblich größeren Anlagesumme. Auch hier gilt: Nicht auf solche Angebote einlassen.

 

Wenn Sie Opfer eines Anlagebetrugs geworden sind, sollten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten, rät der Bundesverband deutscher Banken.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Verbraucherfinanzen-Deutschland.de