"Null-Prozent-Finanzierung" – Eine Verlockung mit Tücken

Die Verbraucherzentrale rät, sich eine Neuanschaffung auf Pump genau zu überlegen. Das Weihnachtsgeschäft ist längst vorbei, nicht aber das Werben der Unternehmen um Kunden vor allem in der Elektronik- und Möbelbranche. Dabei soll vor allem die "Null-Prozent-Finanzierung" als verkaufsförderndes Instrument dienen. Hier wird eine Finanzierung ohne Zinsen versprochen, letztlich nichts anderes als eine Finanzierung auf Pump. Verbraucher schließen einen Ratenzahlungsvertrag, nicht mit dem Verkäufer, sondern mit der Bank nach dessen Wahl. Es gibt eine feste Laufzeit, üblich sind eine Mindestkaufsumme und eine Mindestrate. Aber "Null-Prozent-Angebote" sind kein Zeichen für die Uneigennützigkeit eines Verkäufers, sondern schlichtweg ein Marketinginstrument, um den Umsatz anzukurbeln. Auch die finanzierende Bank will und muss verdienen, deshalb ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale zu vermuten, dass die Kosten für diese "günstige" Finanzierung auf den Warenpreis umgelegt werden. Deshalb sollten Verbraucher keineswegs auf einen Preisvergleich verzichten. Wichtig auch zu wissen, natürlich wird nach der Bonität der interessierten Kunden gefragt. Darauf weisen die Werbeversprechen meist nur im Klein-Gedrucktem hin. Aufpassen ist auch angesagt, wenn es um Zusatzkosten geht. Oftmals wird eine Restschuldversicherung angeboten, die teuer und aus Sicht der Verbraucherschützer meist aber überflüssig ist. Eine Neuanschaffung auf Pump sollte vor einer Unterschriftsleistung genau überlegt werden. Verbraucher, die einen Darlehensvertrag abschließen, haben normalerweise das Recht, sich vom Vertrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen durch einen Widerruf problemlos zu lösen. Voraussetzung für einen derartigen Widerruf ist allerdings, dass der zu finanzierende Kaufpreis über 200 Euro liegt und im Vertrag Zinszahlungen zu Lasten des Verbrauchers vereinbart wurden. Bei einer "Null-Prozent-Finanzierung", einem Gratiskredit ohne Zinszahlungen kann dagegen kein Widerrufsrecht ausgeübt werden. Eine Ausnahme besteht nur, wenn Bearbeitungsgebühren oder eine Restschuldversicherung vereinbart wurden. 

Damit fährt man gut: Tipps für Autokäufer und -verkäufer

Gebrauchte Autos sind gefragter denn je: Im Jahr 2013 zählte das Kraftfahrtbundesamt in der Bundesrepublik erstmals seit zwölf Jahren wieder über sieben Millionen Gebrauchtwagenzulassungen. Bei den Personenkraftwagen macht das ein Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Es ist davon auszugehen, dass das Kraftfahrtbundesamt auch 2014 in den Monaten März und April wieder einen merklichen Zulassungsanstieg bei den PKW’s verzeichnen wird. Vor allem durch Autobörsen oder Kleinanzeigenportale im Internet legte der Autoverkauf unter Privatleuten in den letzten Jahren enorm zu. Fällt der Gebrauchtwarenhändler als Zwischenschritt und „Sicherheitspuffer“, sparen Käufer und Verkäufer in der Regel zwar Geld, müssen allerdings selbst verstärkt auf Gefahrenquellen achten.

Wahrheitsgetreue Angaben schützen vor Schadenersatzforderungen

„Sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer ist ein schriftlicher Vertrag unablässig. Der reduziert spätere Schadenersatzforderungen und sollte vor allem für den Verkäufer die Angaben wie zu Vorbesitzern und Unfallschäden wahrheitsgetreu und vollständig erfassen“, fasst Armin Eckert, Kfz-Versicherungsexperte der Gothaer zusammen. Und: „Auch wenn es sich kleinlich anhört: Auf der sicheren Seite sind beide Seiten, wenn man sich den Personalausweis des Gegenübers zeigen lässt“, so Eckert weiter.

Beim Vertragsabschluss sollten folgende Dokumente vorliegen:

- KFZ-Brief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II
- KFZ-Schein bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil I
- Bescheinigung über die Haupt- und Abgasuntersuchung
- Kundendienst-Heft
- Reparatur-Rechnungen

Mit Sicherheit Freude beim Autokauf

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Angaben des Verkäufers im Ausweis mit denen auf der KFZ-Zulassung und dem Fahrzeugbrief identisch sind. Prüfen sollte man auch das Kundendienst-Heft. Die darin aufgeführten Reparaturen sollten im Idealfall mit Rechnungen belegt werden können. Und: Ganz gleich, wie weit entfernt der Verkäufer stationiert ist: Eine Probefahrt mit dem Auto sollte man immer machen. Am besten man nimmt noch eine weitere Person mit, die auch Augen und Ohren offen hält. Ist der Kauf abgeschlossen, muss der Wagen unverzüglich bei der Zulassungsstelle umgemeldet werden: „Dazu benötigt man als Bestätigung über eine bestehende KFZ-Versicherung die sieben-stellige eVB-Nummer. Bei uns ist diese beim Versicherungsberater oder online auf unserer Website erhältlich“, erklärt Eckert.

Was Verkäufer beachten sollten

Selbst wenn man schon eine mündliche Zusage hat: Bei einer Probefahrt sollte man den potentiellen Käufer nicht alleine fahren lassen, schließlich wurde bisher noch kein schriftlicher Kaufvertrag geschlossen. Kommt es zum Kaufabschluss, ist es ratsam, auf Barzahlung zu bestehen. Ideal ist es, zusammen zur Bank zu gehen, das Geld prüfen zu lassen und gleich auf das eigene Konto einzuzahlen. Dabei sollte die Nummer des Personalausweises notiert werden. Erst wenn dieser Schritt erledigt ist, können dem Käufer die Fahrzeugpapiere ausgehändigt werden. Den Empfang sollte man sich bestätigen lassen. Anschließend sollte die Zulassungsstelle sowie die Versicherung zeitnah informiert werden.“, so der Versicherungsexperte Eckert von der Gothaer Versicherung.

Preise rund ums Auto in 10 Jahren um mehr als 20 % gestiegen

Mobilität hat ihren Preis: In den letzten zehn Jahren sind die Preise rund ums Auto um mehr als 20 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben sich im Vergleich dazu die Verbraucherpreise insgesamt in Deutschland im selben Zeitraum durchschnittlich um rund 17 % erhöht. Das deutliche Plus bei den Preisen für den Kauf und die Unterhaltung von Kraftfahrzeugen ist vor allem auf die Verteuerung bei Kraftstoffen zurückzuführen. Der Preis für Superbenzin erhöhte sich zwischen August 2004 und August 2014 um 30 %, Diesel wurde sogar um mehr als 40 % teurer. Mit einer Steigerung um etwa 42 % seit August 2004 legten die Preise im öffentlichen Personennahverkehr jedoch noch stärker zu. Die Preise für Bahntickets erhöhten sich in diesem Zeitraum um etwa 37 %. Erfreulich für alle, die auf das Fahrrad umgestiegen sind: Die Preise für Fahrräder kletterten nur um knapp 10 %.

ADAC Autokostenvergleich: Von Rentabilität noch weit entfernt - was Elektroautos den Verbraucher kosten

Wer ein Elektroauto kauft, ist zwar zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und soll in Zukunft auch von Sonderparkplätzen, günstigeren Parkgebühren und einer Fahrerlaubnis für Busspuren profitieren: Bei der Rentabilität, sprich den Autokosten pro Kilometer, können die meisten Stromkarossen aber noch immer nicht mit vergleichbaren Diesel- oder Benziner-Modellen mithalten. Im aktuellen ADAC Autokostenvergleich schafft dies mit dem BMW i3 nur ein einziges Elektroauto. Gegenüber einem in Ausstattung und Leistung vergleichbaren 1er-Benziner von BMW (55,4 Cent) ist das E-Mobil aus München um 3,1 Cent günstiger pro Kilometer unterwegs. Möglich ist dieser Sieg im Kostenduell Strom gegen Sprit aufgrund einer nicht allzu großen Differenz im Anschaffungspreis des Elektromobils gegenüber dem klassenhöheren BMW 118i. Der Vergleich Elektromobil gegen Dieselauto endet im Fall des BMW i3 immerhin noch unentschieden: Beide Modelle kosten den Autofahrer 52,3 Cent pro Kilometer. Für seinen Autokostenvergleich hat der Automobilclub die E-Modelle sowie die in Ausstattung und Leistung vergleichbaren Versionen von neun Herstellern unter die Lupe genommen. Nicht in allen Fällen stand dabei ein klassengleiches Modell zur Verfügung. Grundlage der Berechnung sind Anschaffungspreis, Wertverlust, Kraftstoff- bzw. Stromkosten, Werkstatt- und Reifenkosten sowie Steuern und Versicherung - bei einer Haltedauer von vier Jahren und einer jährlichen Laufleistung von 15 000 Kilometern.

 

Direkt hinter dem BMW i3 liegt im Autokostenvergleich der VW e-Golf. Mit 54,1 Cent pro Kilometer ist die Stromversion des Golfs aber bereits um 5,5 Cent pro Kilometer teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Hinter dem VW e-Golf folgt der Elektrowagen von Nissan, der Leaf acenta. Für ihn müssen Autofahrer 7,5 Cent pro Kilometer mehr als für den vergleichbaren Benziner aufbringen. Die kosten-günstigsten E-Autos sind mit 43,0 Cent pro Kilometer der smart fortwo coupe electric drive (alte Baureihe), mit 43,9 Cent pro Kilometer der Renault Zoe Z.E. Life und mit 45,7 Cent der VW e up!. Mit Ausnahme des smart und Renault sind alle anderen E-Autos mehr als 13 Cent pro Kilometer teurer als die verglichenen Modelle mit Verbrennungsmotor. 16,2 Cent plus sind es beim E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle gegenüber dem gar noch klassenhöheren Space Star. Grund für die vergleichsweise bescheidenen Ergebnisse der Elektroautos ist laut ADAC immer noch der zum Teil deutlich höhere Anschaffungspreis. Da Elektro-mobile wegen ihrer begrenzten Reichweite eher auf kürzeren Strecken unterwegs sind, wirken sich die Stromkostenvorteile nicht oder kaum entscheidend aus. Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Von Januar bis November 2014 wurden jedoch gerade mal 7 518 batterieelektrische Autos neu zugelassen. Im gleichen Zeitraum waren es rund 2,8 Millionen Pkw mit konventionellen Antrieben. Derzeit liegt der Bestand an E-Autos bei 19 500, so der ADAC.

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